[0001] Die Erfindung betrifft einen Antrieb, insbesondere Verstellantrieb für Kraftfahrzeuge,
mit einem drehbar gelagerten Antriebsglied, einem drehbar gelagerten,mit dem Antriebsglied
koaxialen Abtriebsglied und einer sich gegen die Innenumfangsfläche eines mit den
Gliedern koaxialen Hohlzylinderelements abstützenden Schlingfeder, wobei eines der
Glieder mit einem ersten Klauenteil drehfest verbunden ist, das bei entsprechender
gegenseitiger Verdrehung von Schlingfeder und Klauenteil an eines der ggf. nach innen
umgebogenen Enden der Schlingfeder im Sinne einer Aufweitung der Schlingfeder andrückt.
[0002] Ein Antrieb dieser Art ist bekannt (z.B. DE-OS 25 24 583 und DE-PS 487 155). Hierbei
ist das Hohlzylinderelement als Teil eines Antriebsgehäuses ortsfest und dient in
Verbindung mit der Schlingfeder und an beiden Gliedern angebrachten Klauenteilen als
Schlingfederbremse für einen Kraftfahrzeugfensterheber. Die beiden Glieder sind über
die ineinandergreifenden Klauenteile verkuppelt.
[0003] Die Aufgabe der Erfindung liegt darin, einen Antrieb der eingangs genannten Art bereitzustellen,
bei dem Antriebs-und Abtriebsglied über eine leicht lösbare, besonders einfach aufgebaute
Kupplung drehfest miteinander verbunden sind.
[0004] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß das andere Glied drehfest mit dem Hohlzylinderelement
verbunden ist. Werden die beiden Glieder derart gegeneinander verdreht, daß das erste
Klauenteil an der Schlingfeder im Sinne einer Aufweitung andrückt, so führt dies dazu,
daß die Schlingfeder gegen die Innenumfangsfläche mit einer Radialkraft gedrückt wird,
die mit dem, zwischen den Gliedern wirkenden Drehmoment wächst. Man erhält demnach
eine zuverlässige Drehkopplung der Glieder bei einer gegenseitigen Verdrehung im angegebenen
Sinne. Hierbei ist es gleichgültig, ob der Hohlzylinder mit dem Antriebsglied oder
mit dem Abtriebsglied drehfest verbunden ist. Die Drehkopplung zwischen beiden Gliedern
wird dadurch gelöst, daß die Schlingfeder aus ihrer kraftschlüssigen Andrückstellung
an der Innenumfangsfläche weg bewegt wird. Dies kann beispielsweise dadurch erreicht
werden, daß man an einem der Schlingfederenden im Sinne einer Durchmesserverringerung
der Schlingfeder andrückt, also an der Schlingfeder an diesem Ende in Umfangsrichtung
zieht. Wenn dies mit Hilfe des ersten Klauenteils vorgenommen wird, welches dann an
dem einen Schlingfederende in der einen Drehrichtung im Sinne einer Aufweitung und
in der anderen Drehrichtung im Sinne einer Durchmesserverringerung der Schlingfeder
andrückt, so erhält man einen äußerst einfach aufgebauten Freilauf. In diesem Falle
ist dann das andere Schlingfederende nicht umgebogen.
[0005] In einer bevorzugten Ausführungsform ist ein gesondertes, drehbar gelagertes, mit
den Gliedern koaxiales Auskuppelelement vorgesehen, welches mit einem zweiten Klauenteil
ausgebildet ist, das bei einer entsprechenden gegenseitigen Verdrehung von Schlingfeder
und zweitem Klauenteil an einem der Enden der Schlingfeder im Sinne einer Durchmesserverringerung
der Schlingfeder andrückt. Hierbei läßt sich die erforderlichenfalls auch in beiden
Drehrichtungen wirksame Drehkopplung zwischen den Gliedern in einfacher Weise durch
entsprechende Betätigung des Auskuppelelements lösen.
[0006] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet,
daß das vorzugsweise elektromotorgetriebene Antriebsglied mit dem Hohlzylinderelement
drehfest verbunden ist, daß das mit dem Abtriebsglied drehfest verbundene erste Klauenteil
je nach Drehstellung an das eine oder das andere Ende der Schlingfeder jeweils im
Sinne einer Aufweitung der Schlingfeder andrückt, daß das zweite Klauenteil je nach
Drehstellung an das eine oder das andere Ende der Schlingfeder jeweils im Sinne einer
Durchmesserverringerung der Schlingfeder andrückt und daß das Auskuppelelement mit
einem Hilfsantrieb (vorzugsweise einem Handantrieb) verbindbar ist. Durch diese Maßnahmen
erhält man eine kompakte, stets wirksame Hilfsbetätigung. Bei einem Ausfall des das
Antriebsglied treibenden Antriebsmotors kann durch entsprechende Verdrehung des Auskuppelelements
sogleich das Abtriebsglied in gewünschter Weise in beiden Drehrichtungen verdreht
werden, wobei die Drehkopplung zwischen dem ggf. durch den stehenden Elektromotor
blockierten Antriebsglied und dem Abtriebsglied gelöst ist. Die Mitnahme des Abtriebsglieds
durch das Auskuppelelement geschieht wie bei den eingangs genannten bekannten Antrieben
dadurch, daß das zweite Klauenteil über ein Schlingfederende an das erste Klauenteil
andrückt und dieses dadurch mitnimmt. Nach der Beseitigung des Defekts am Antriebsglied
ist der erfindungsgemäße Antrieb sogleich wieder betriebsbereit, wobei ggf. lediglich
der Hilfsantrieb, beispielsweise eine Handkurbel,vom Auskuppelelement zu trennen ist.
Die gesamte Anordnung ist deshalb kompakt, weil das Auskuppelelement koaxial zu den
Gliedern gelagert ist.
[0007] Bei einer bekannten Hilfsbetätigung (DE-OS 27 05 627) muß dagegen bei Auftreten eines
Störfalls die Antriebsverbindung zwischen Elektromotor und Antrieb eigens gelöst und
nach Beseitigung des Defekts wieder hergestellt werden, beispielsweise durch Ausrücken
einer Antriebswelle aus einer Mitnahmestellung, in der die Antriebswelle über eine
Steckverbindung mit einer koaxialen Verbindungswelle drehfest verbunden ist. Die bekannte
Hilfsbetätigung benötigt auch mehr Bauraum, da deren Bauteile, nicht wie bei der Erfindung,
koaxial, sondern an zwei parallel mit Abstand nebeneinander liegenden Achsen angeordnet
sind.
[0008] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Auskuppelelement über eine Steckkupplung
mit dem Hilfsantrieb verbindbar; eine derartige Kupplung ist leicht zu betätigen und
benötigt wenig Bauraum, insbesondere dann, wenn das Auskuppelelement mit einem Innenmehrkant
für ein Handbetätigungsorgan versehen ist.
[0009] Um die Übertragung von Schwingungen und/oder Stößen, beispielsweise Anschlagstößen,
zwischen Antriebsglied und Abtriebsglied zu verhindern und dadurch die Geräuschentwicklung
und den mechanischen Verschleiß zu verringern, wird vorgeschlagen, daß das Antriebselement
an einer zu seiner Drehachse senkrechten Stirnfläche mit axial vorstehenden, auf eine
Umfangslinie verteilten Stegen ausgebildet ist, zwischen die am Hohlzylinderelement
entsprechend ausgebildete Stege eingreifen, wobei in Umfangsrichtung zwischen den
Stegen jeweils ein ein Federelement, vorzugsweise ein Gummielement.aufweisender Zwischenraum
ausgebildet ist.
[0010] Eine in axialer Richtung besonders kompakte Anordnung erhält man dadurch, daß am
Antriebselement oder am Hohlzylinderelement ein Lagerbund zur Drehlagerung des Hohlzylinderelements
bzw. des Antriebselements ausgebildet ist.
[0011] Dadurch,daß das Hohlzylinderelement, wie vorgeschlagen, mit einer die Innenumfangsfläche
aufweisenden metallischen Einsatzhülse versehen ist, erreicht man einen verschleißarmen
Betrieb und einen gleichbleibend hohen Reibungskoeffizienten zwischen der Schlingfeder
und der Innenumfangsfläche. Das Hohlzylinderelement selbst kann kostengünstig aus
weniger verschleißfestem Material, beispielsweise aus Kunststoff, hergestellt sein.
[0012] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das erste Klauenteil im Bereich der beiden
Enden der Schlingfeder jeweils mit einem ebenen, an einer Abtriebswelle angebrachten,
zur Drehachse der Glieder senkrechten, radial über den lichten Schlingfederinnendurchmesser
vorstehenden, vorzugsweise angenähert schwalbenschwanzförmigen Mitnehmer ausgebildet.
Hierdurch erreicht man zum einen einen zuverlässigen Kontakt zwischen den nach innen
umgebogenen beiden Enden der Schlingfeder und dem ersten Klauenteil und zum anderen
eine sichere Führung der Schlingfederwindungen zwischen den über den Schlingfederinnendurchmesserradial
nach außen vorstehenden beiden Mitnehmern.
[0013] Zur Verringerung der Herstellungskosten können die beiden Mitnehmer deckungsgleich
und/oder einstückig mit der Antriebswelle ausgebildet sein.
[0014] Aufgrund seines kompakten und dabei robusten Aufbaus und der Möglichkeit,eine stets
wirksame Hilfsbetätigung vorzusehen, ist der erfindungsgemäße Antriebs besonders geeignet
als Antrieb für einen Kraftfahrzeugfensterheber. Hierzu wird vorgeschlagen, daß das
Abtriebsglied drehfest mit einem Ritzel verbunden ist, welches mit einem Gewindekabel
eines Kabelfensterhebers, oder einem Zahnsegment eines Gestängefensterhebers kämmt.
Das Abtriebsglied kann jedoch alternativ auch drehfest mit einer Seiltrommel für das
Seil eines Seilfensterhebers verbunden sein.
[0015] In einer mechanisch stabilen und dennoch einfach herzustellenden Ausführungsform
ist dasAuskuppelelement mit einem das zweite Klauenteil bildenden, zwischen der Schlingfeder
und der die Schlingfeder durchsetzenden Abtriebswelle angeordneten Teilhohlzylinder
ausgebildet, dessen in axialer Richtung verlaufenden Ränder mit den radial nach innen
umgebogenen Enden der Schlingfeder zusammenwirken.
[0016] Eine einfache wiederum nur wenig Bauraum in axialer Richtung beanspruchende Lagerung
des Auskuppelelements wird dadurch gebildet, daß das Auskuppelelement mit einem ggf.
mit dem Innenmehrkant ausgebildeten axialen Lagerbolzen in einer Lageröffnung eines
Antriebsgehäuses drehbar gelagert ist. Zur Erhöhung der Dauerlauffestigkeit kann das
mit den Gliedern auch im Normalbetrieb stets mitnehmenden Auskup
pel- element zusätzlich gelagert sein und zwar am ersten Klauenteil mittels eines am
Umfang einer einen der Mitnehmer tragenden, an der Antriebswelle angebrachten Mitnehmerscheibe
anliegenden Bundes.
[0017] Die Erfindung wird im folgenden an einem Ausführungsbeispiel anhand der Zeichnung
erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine Schnittansicht des erfindungsgemäßen Antriebs im Schnitt entlang der Linie
I-I in Fig. 2 und 3;
Fig. 2 eine Schnittansicht der Anordnung nach Fig. 1 im Schnitt entlang der Linie
II-II; und
Fig. 3 eine Schnittansicht eines Einzelteils der Anordnung nach Fig. 1 im Schnitt
entlang der Linie III-III.
[0018] Der in den Fig. 1 und 2 dargestellte, allgemein mit 10 bezeichnete Antrieb stellt
die Verbindung her zwischen einem nicht dargestellten elektrischen Antriebsmotor auf
dessen Motorwelle eine in Fig. 1 rechts dargestellte Schnecke 12 befestigt ist und
einem Gewindekabelfensterheber in einem Kraftfahrzeug, dessen Gewindekabel 14 in Fig.
1 links unten gezeichnet ist. Der Kraftschluß zwischen Schnecke 12 und Gewindekabel
14 verläuft der Reihe nach über die folgenden koaxial gelagerten Drehteile: einem
Antriebsglied 16 in Form eines mit der Schnecke 12 kämmenden Schneckenrades, einem
Hohlzylinderelement -18, welches mit dem Antriebsglied 16 drehfest und über ein Dämpfungsgummiteil
20 drehschwingungsgedämpft verkuppelt ist, einer Schlingfeder 22, welche sich am Innenumfang
einer in das Hohlzylinderelement 18 eingesetzten Einsatzhülse 24 abstützt und einem
Abtriebsglied 26, dessen in Fig. 1 oberes Ende mit zwei, ein erstes Klauenteil bildenden,
mit der Schlingfeder 22 zusammenwirkenden Mitnehmerscheiben 28 versehen ist, und an
dessen unterem Ende ein in das Gewindekabel 14 eingreifendes Ritzel 30 drehfest aufgeschoben
ist. Ein weiteres Drehteil, das an das Abtriebsglied 26 nach oben hin anschließende
Auskuppelelement 32,liegt nicht im
Kraftweg zwischen Schnecke 12 und Gewindekabel 14; es dreht während des Normalbetriebes
lediglich mit. Wie noch näher beschrieben werden wird, dient das Auskuppelelement
32 dazu, im Störfall, z.B. bei defektem Antriebsmotor, eine Handbetätigung des Fensterhebers
zu ermöglichen.
[0019] Die vorstehend beschriebenen Drehteile 16 bis 32 sind in einem zweiteiligen Gehäuse
gelagert mit einem in Fig. 1 unteren Gehäuseboden 34, einem Gehäusedeckel 36 mit zwischenliegendem
Dichtungsring 38 sowie einer an der Unterseite des Gehäusebodens 34 angebrachten Abdeckung
40, die als Führung für das Gewindekabel 14 dient und das Gewindekabel 14 sowie das
Ritzel 30 gegen Verschmutzung nach unten hin abdeckt. Das Gehäuse kann aus Kunststoff
oder Metall hergestellt sein.
[0020] Die schwingungsgedämpfte, drehfeste Verbindung zwischen dem Antriebsglied 16 und
dem Hohlzylinderelement 18 ist in Fig. 3 veranschaulicht. In dem Schnitt der Fig.
3 sind lediglich das Hohlzylinderelement 18 sowie das Dämpfun
gs-gummiteil 20 im Schnitt abgebildet; das Antriebsglied 16 dagegen ist weggelassen.
Man erkennt, daß das Hohlzylinderelement 18 mit einer zur Drehachse 42 in Fig. 1 senkrechten
Lagerscheibe 44 ausgebildet ist, von der sich in Fig. 1 nach oben ein Hohlzylinderabschnitt
46 anschließt (in.Fig. 3 punktiert angedeutet) in den, wie bereits erwähnt, die Einsatzhülse
24 eingesetzt ist. Die Lagerscheibe 44 ist mit einer zentralen Lageröffnung 48 ausgebildet,
mit der das Hohlzylinderelement 18 auf einem entsprechend bemessenen Lagerbund 50
des Antriebselements16 drehgelagert ist. Zur Vergrößerung der Drehla
gerfläche in axialer Richtung und damit zur Vergrößerung der Kippstabilität ist an
der Lagerscheibe 44 noch ein nach unten abstehender, den Lagerbund 50 umgreifender
Lagerhals 52 ausgeformt, wie auch in Fig. 3 erkennbar.
[0021] Von diesem Lagerhals 52 gehen in radialer Richtung drei auf den Umfang der Lagerscheibe
44 verteilte Stege 54 aus, die jeweils kurz vor Erreichen des Außenumfangs der Lagerscheibe
44 enden. Wie Fig. 1 zeigt, stehen die Stege 54 in axialer Richtung nach unten vor.
Das Antriebsglied 16 ist in entsprechender Weise ebenfalls mit drei Stegen 56 ausgebildet,
deren zur. Drehachse 42 parallele Seitenflächen 58 in Fig. 3 mit Strich-Punkt-Linien
angedeutet sind. Die Stege 56 liegen jeweils auf halben Winkel zwischen den Stegen
54, wobei zwischen diesen Stegen 54 und 56 jeweils in Umfangsrichtung ein Zwischenraum
bleibt, der jeweils durch einen entsprechend ausgeformten Abschnitt 60 des Dämpfungsgummiteils
20 voll ausgefüllt ist. Wie Fig. 1 zeigt, sind in Umfangsrichtung aufeinanderfolgende
Abschnitte 60 jeweils durch einen entsprechend dünneren Verbindungsabschnitt 62 miteinander
verbunden. Das Dämpfungsgummiteil 20 ist daher einstückig und somit kostengünstig
herstell- und montierbar. Das Hohlzylinderelement 18 ist also über den Lagerbund 50
und den Lagerhals 52 drehbar auf dem Antriebsglied 16 gelagert, wobei jedoch
ge-ringfügige über die Abschnitte 60 abgefederte und gedämpfte Drehschwingungen in
beiden Richtungen aus der in Fig. 3 gezeigten Ruhelage möglich sind. Das Antriebsglied
16 wiederum ist einerseits an einem in eine entsprechende nach unten hin offenen Lageröffnung
34 hineinreichenden i Lagerhals 66 drehbar gelagert und andererseits an einer zylindrischen
Abtriebswelle 68 des Abtriebsglieds 26, die eine Lageröffnung 70 des Lagerhalses 50
durchsetzt.
[0022] Die Form der in die Einsatzhülse 24 eingesetzten Schlingfeder 22 geht aus den Fig.
1 und 2 hervor. Demnach ist die Schlingfeder 22 nach Art einer Zylinderspule gewickelt,
wobei beide Enden, das in Fig. 1 obere sichtbare Ende 72 sowie das lediglich in Fiq.
2 erkennbare untere Ende 74 radial nach innen umgebogen sind. Der Außendurchmesser
der entspannten Schlingfeder 22 ist etwas größer als der Innendurchmesser der Einsatzhülse
24, so daß die in die Einsatzhülse 24 eingelegte Schlingfeder 22 radial nach außen
an die Innenumfangsfläche 76 der Einsatzhülse 24 andrückt.
[0023] Mit den Enden 72 und 74 der Schlingfeder 22 wirken die Mitnehmerscheiben 28 der jeweiligen
Drehstellung entsprechend zusammen und zwar die in Fig. 1 obere Mitnehmerscheibe mit
dem oberen Ende 72 und die untere Mitnehmerscheibe 28 mit dem unteren Ende 74. Hierzu
sind die beiden Mitnehmerscheiben 28 jeweils mit einem angenähert schwalbenschwanzförmigen
Mitnehmer 78 ausgebildet, der, wie Fig. 2 zeigt, bis an die Innenumfangsfläche 76
der Einsatzhülse 24 heranreicht. Auf diese Weise erreicht man, daß die Enden 72 und
74 von den entsprechenden Mitnehmern 78 selbst bei hohen Drehmomenten nicht umgebogen
werden, da die Mitnehmer 78 mit ihren äußeren Ecken das entsprechende Drehmoment unmittelbar
auf den an das jeweils umgebogene Ende 72 bzw. 74 anschließenden in Umfangsrichtung
verlaufenden Schlingfederabschnitt übertragen. Von Vorteil ist auch, daß die beiden
Mitnehmer 78 ein axiales Auswandern der zwischen ihnen liegenden Windungen der Schlingfeder
22 nach oben oder nach unten verhindern. Wie aus Fig. 1 hervorgeht, sind die beiden
Mitnehmerscheiben 28 zu beiden Seiten eines durchmesservergrößerten Bundes 80 der
Abtriebswelle 68 auf diese aufgeschoben und dort festgelötet oder festgeschweißt.
Es kommen jedoch auch andere Verbindungsarten in Frage, auch können die Mitnehmerscheiben
mit der Abtriebswelle einstückig ausgebildet sein.
[0024] Am unteren Ende der Abtriebswelle 68 ist auf einen durchmesserverringerten, geriffelten
Abschnitt 82 das Ritzel 30 kraftschlüssig aufgeschoben.
[0025] Das Auskuppelelement 32 besteht aus einer zur gemeinsamen Drehachse 42 senkrechten
Kreisscheibe 84, von der in Fig. 1 nach oben ein axialer Lagerbolzen 86 absteht, der
mit einem zentralen Innenmehrkant 88 versehen ist zur Aufnahme eines entsprechenden
Außenmehrkants eines nicht dargestellten Hilfsbetätigun
gsschlüssels. Der Lagerbolzen 86 ist in einer entsprechenden Lageröffnung 90 des Gehäusedeckels
36 drehbar gelagert. Von der Kreisscheibe 84 geht nach unten ein Teilhohlzylinder
92 ab, dessen Zylinderachse mit der Drehachse 42 zusammenfällt. Wie Fig. 1 zu entnehmen
ist, reicht der Teilhohlzylinder 92 in axialer Richtung fast bis an die Lagerscheibe
44 des Antriebsglieds 16 heran. Der in Fig. 2 dargestellte Querschnitt des Teilhohlzylinders
92 entspricht einem Kreisring, aus dem eine Sektor herausgeschnitten ist. Die in axialer
sowie in radialer Richtung verlaufenden Ränder des Teilhohlzylinders 92 sind in den
Figuren mit 94 bezeichnet. Wie aus Fig. 2 zu entnehmen ist, wirken diese Ränder 94
mit den entsprechenden Enden 72 und 74 der Schlingfeder 22 je nach Drehrichtung zusammen,
wie noch näher erläutert werden wird.
[0026] In Fig. 1 ist weiterhin ein am oberen axialen Ende des Teilhohlzylinders 92 ausgebildeter
geringfügig radial nach innen vorstehender Bund 96 dargestellt, der am Außenumfang
der Mitnehmerscheibe 28 anliegt und auf diese Weise für eine zusätzliche Drehlagerung
des Auskuppelelements 32 und zwar am Abtriebsglied 26 sorgt.
[0027] Im folgenden soll die Funktionsweise des vorstehend beschriebenen Antriebs erläutert
werden. Im Normalbetrieb, d.h. bei einer Fensterheberbetätigung durch den nicht dargestellten
elektrischen Antriebsmotor über die mit diesem verbundene Schnecke 12,verläuft der
Kraftschluß, wie eingangs aufgeführt, über die Drehteile 16 bis 30 zum
Ge-windekabel 14. Dabei ist das Hohlzylinderelement 18 über die Schlingfeder 22 drehfest
mit dem Abtriebsglied 26 unabhängig von der Drehrichtung verkoppelt. Wird nämlich
bei laufendem Antriebsmotor über die Schnecke 12, das Antriebsglied 16 und das Dämpfun
gsgummiteil 20 das Hohlzylinderelement 18,beispielsweise im Uhrzeigersinn (Pfeil A)
gedreht, so gelangt nach kurzer Drehung das Ende 72 zur Anlage an den bislang noch
stillstehenden Mitnehmer 78. Bei einer weiteren Verdrehung in Richtung A wird vom
Mitnehmer 78 auf die Schlingfeder 22 in deren Längsrichtung eine dem wirkenden Drehmoment
entsprechende Kraft ausgeübt, die die Feder 22 auszuweiten versucht, was dazu führt,
daß die Feder 22 mit wachsender Kraft an die Innenumfangsfläche 76 gedrückt wird.
Die Folge ist ein zuverlässiger Reibungskraftschluß zwischen Schlingfeder 22 und Einsatzhülse
24, wobei die Reibungskraft noch mit dem angelegten Drehmoment wächst.
[0028] Auch bei einer Drehung des Hohlz
ylinderelements 18 in zur Drehrichtung A entgegengesetzter Drehrichtung erfolgt eine
Mitnahme des Abtriebselements 26, wobei in diesem Falle das in Fig. 1 untere Ende
74 der Schlingfeder 22 mit dem unteren Mitnehmer 78 zusammenwirkt. In beiden Fällen
wird das Auskuppelelement 32 lediglich mitgedreht.
[0029] Kommt es zu einem Defekt des Antriebsmotors, so kann dennoch sofort der Fensterheber
von Hand betätigt werden und zwar dadurch, daß der bereits erwähnte, sich beim Bordwerkzeug
befindliche Hilfsbetätigungsschlüssel herbeigeschafft und mit seinem Außenmehrkant
in den Innenmehrkant - 88 eingesteckt wird. Bei einer Drehung des Schlüssels, beispielsweise
in Richtung B, dreht sich dementsprechend auch der Teilhohlzylinder 92 in dieser Richtung
(siehe Fig. 2). Nach kurzer Drehung gelangt der in Fig. 2 weiter unten liegende Rand
94 zur Anlage an das obere Ende 72 der Schlingfeder 22. Bei einer weiteren Drehung
in Richtung B zieht der Rand 94 an der Schlingfeder 22 in deren Längsrichtung, was
ein Abheben der Schlingfeder 22 von der Innenumfangsfläche 76 und damit ein Lösen
des Reibungskraftschlusses zwischen Schlingfeder 22 und Hohlzylinderelement 18 zur
Folge hat. Bei einer weiteren Drehung des Auskuppelelements 32 gelangt das mitgenommene
obere Ende 72 zur Anlage an den Mitnehmer 78, der bei der weiteren Drehbewegung ebenfalls
mitgenommen wird. Somit ist das Abtriebsglied 26 mit dem Auskuppelelement 32 drehgekoppelt.
Dagegen ist die Drehkoppelung zwischen Antriebsglied 16 und Abtriebsglied 26 gelöst,
da die Schlingfeder 22 nicht mehr in Reibungskraftschluß mit dem Hohlzylinderelement
18 steht. Die Verstellbewegung des Fensterhebers mit Hilfe des Auskuppelelements 32
wird also nicht durch einen möglicherweise blockierenden elektrischen Antriebsmotor
behindert.
[0030] Aufgrund der Symmetrie der Anordnung kann natürlich auch ohne weiteres eine Betätigung
des Fensterhebers in der entgegengesetzten Richtung erfolgen, wobei dann der Teilhohlzylinder
92 mit seinem in Fig. 2 oberen Rand 94 über das in Fig. 1 untere Ende 74 der Schlingfeder
22 an den unteren Mitnehmer 78 andrückt. In beiden Fällen kann das Fenster mit Hilfe
des Schlüssels schnell verstellt werden, da der Schlüssel ohne zwischenliegende große
Übersetzung unmittelbar an das Abtriebsglied 16 und das mit diesem verbundene Ritzel
30 angreift.
[0031] Nach der Behebung des Defekts des Antriebsmotors ist der Antrieb 10 sogleich wieder
betriebsbereit; es muß lediglich der Schlüssel abgezogen werden.
1. Antrieb, insbesondere Verstellantrieb für Kraftfahrzeuge, mit einem drehbar gelagerten
Antriebsglied, einem drehbar gelagerten,mit dem Antriebsglied koaxialen Abtriebsglied
und einer sich gegen die Innenumfangsfläche eines mit den Gliedern koaxialen Hohlzylinderelements
abstützenden Schlingfeder, wobei eines der Glieder mit einem ersten Klauenteil drehfest
verbunden ist, das bei entsprechender gegenseitiger Verdrehung von Schling- feder und Klauenteil an eines der ggf. nach innen umgebogenen Enden der Schlingfeder
im Sinne einer Aufweitung der Schlingfeder andrückt, dadurch gekennzeichnet, daß das
andere Glied (16) drehfest mit dem Hohlzylinderelement (18) verbunden ist.
2. Antrieb nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch ein an einem drehbar gelagerten,
mit den Gliedern (16, 26) koaxialen Auskuppelelement (32) ausgebildetes zweites Klauenteil, welches bei einer entsprechenden gegenseitigen Verdrehung von Schlingfeder (22) und zweitem Klauenteil an einem der Enden (72,74)
der Schlingfeder (22) im Sinne einer Durchmesserverringerung der Schlingfeder (22)
andrückt.
3. Antrieb nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das vorzugsweise elektromotorgetriebene
Antriebsglied (16) mit dem Hohlzylinderelement (18) drehfest verbunden ist, daß das
mit dem Abtriebsglied (26) drehfest verbundene erste Klauenteil je nach Drehstellung
an das eine oder an das andere Ende (72,74) der Schlingfeder (22)jeweils im Sinne
einer Aufweitung der Schlingfeder (22) andrückt, daß das zweite Klauenteil je nach
Drehstellung an das eine oder das andere Ende (72,74) der Schlingfeder (22) jeweils
im Sinne einer Durchmesserverringerung der Schlingfeder (22) andrückt, und daß das
Auskuppelelement (32) mit einem Hilfsantrieb, vorzugsweise einem Handantrieb, verbindbar
ist.
4. Antrieb nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Auskuppelelement (32)
über eine Steckkupplung mit dem Hilfsantrieb verbindbar ist.
5. Antrieb nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Auskuppelelement (32)
mit einem Innenmehrkant (88) für ein Handbetätigungsorgan versehen ist.
6. Antrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Antriebselement
(16) an einer zu seiner Drehachse (42) senkrechten Stirnfläche mit axial vorstehenden
auf einer Umfangslinie verteilten Stegen (56) ausgebildet ist, zwischen die am Hohlzylinderelement
(18) entsprechend ausgebildete Stege (54) eingreifen, wobei in Umfangsrichtung zwischen
den Stegen (54, 56) jeweils ein ein Federelement, vorzugsweise ein Dämpfungsgummiteil
(20) aufweisender Zwischenraum ausgebildet ist.
7. Antrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß am Antriebsglied
(16) oder am Hohlzylinderelement ein Lagerbund (50) zur Drehlagerung des Hohlzylinderelements
(18) bzw. des Antriebselements ausgebildet ist.
8. Antrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Hohlzylinderelement
(18) mit einer die Innenumfangsfläche (76) aufweisenden metallischen Einsatzhülse
(24) versehen ist.
9. Antrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das erste
Klauenteil im Bereich der beiden Enden (72,74) der Schlingfeder (22) jeweils mit einem
ebenen, an einer Abtriebswelle (68) angebrachten, zur Drehachse (42) der Glieder (16,
26) senkrechten, radial über den Schlingfederinnendurchmesser vorstehenden Mitnehmer
(78) ausgebildet ist, welcher vorzugsweise angenähert schwalbenschwanzförmig ist.
10. Antrieb nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Mitnehmer (78)
deckungsgleich ausgebildet sind.
11. Antrieb nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeich- - net, daß die beiden Mitnehmer
einstückig mit der Abtriebswelle ausgebildet sind.
12. Antrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Abtriebsglied
(26) drehfest mit einem Ritzel (30) verbunden ist, welches mit einem Gewindekabel
(14) eines Kabelfensterhebers oder einem Zahnsegment eines Gestängefensterhebers kämmt.
13. Antrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Abtriebsglied
drehfest mit einer Seiltrommel für das Seil eines Seilfensterhebers verbunden ist.
14. Antrieb nach einem der Ansprüche 3 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Auskuppelelement
(32) mit einem das zweite Klauenteil bildenden, zwischen der Schlingfeder (12) und
einer bzw. der die Schlingfeder (12) durchsetzenden Abtriebswelle (68) angeordneten
Teilhohlzylinder (92) ausqebildet ist, dessen in axialer Richtung verlaufenden Ränder
(94) mit den radial nach innen umgebogenen Enden (72,74) der Schlingfeder (12) zusammenwirken.
15. Antrieb nach einem der Ansprüche 3 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß das Auskuppelelement (32) mit einem ggf. mit dem Innenmehrkant(88) ausgebildeten axialen Lagerbolzen
(86) in einer Laaeröffnung (90) des Antriebsgehäuses drehbar gelagert ist.
16. Antrieb nach Anspruch 15, dadurch qekennzeichnet, daß das Auskuppelelement (32)
am ersten Klauenteil mittels eines am Umfang einer einen der Mitnehmer (78) tragenden
an der Abtriebswelle (68) angebrachten Mitnehmerscheibe (28) anliegenden Bundes (96)
gelagert ist.