(19)
(11) EP 0 064 773 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
17.11.1982  Patentblatt  1982/46

(21) Anmeldenummer: 82104205.8

(22) Anmeldetag:  13.05.1982
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3B31B 1/96
// B65H29/66
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE FR GB IT

(30) Priorität: 13.05.1981 DE 3119005
19.11.1981 DE 3145869

(71) Anmelder: Windmöller & Hölscher
D-49525 Lengerich (DE)

(72) Erfinder:
  • Achelpohl, Fritz
    D-4540 Lengerich (DE)

(74) Vertreter: Lorenz, Eduard et al
Lorenz-Seidler-Gossel, Widenmayerstrasse 23
D-80538 München
D-80538 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Vorrichtung zum Herstellen und gruppenweisen Ablegen von Kunststoffbeuteln


    (57) Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Herstellen von Kunststoffbeuteln aus einer intermittierend voranbewegten flachliegenden Schlauchfolienbahn mit einer in Vorschubrichtung der Schlauchfolienbahn hinter einer Querschneideeinrichtung angeordneten Halteeinrichtung zum Festhalten des jeweils zuletzt von der Schlauchfolienbahn abgetrennten Beutels im Bereich seines Öffnungsrandes. Um eine derartige einfach aufgebaute Vorrichtung zu schaffen, mit der sich unperforierte Beutel herstellen lassen, besteht die Halteeinrichtung aus einem Saugkasten (32), der im Bereich der Transportebene mit zwei quer zur Transportrichtung verlaufenden Sauglochreihen (33, 34) versehen ist, deren Abstand etwa dem Abstand der geschuppt übereinander abgelegten Gruppen von Beuteln entspricht. Auf den jeweils zuletzt abgelegten Beutel ist eine heb- und absenkbare Druckwalze (35) absenkbar, die mit einer unter dem Obertrum des Förderbandes (5) angeordneten Gegendruckwalze (37) zusammenwirkt und derart gesteuert ist, daß sie im wesentlichen nur während des intermittierenden Vorzugs des Förderbandes (5) abgesenkt ist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Herstellen von Kunststoffbeuteln aus einer intermittierend voranbewegten flachliegenden Schlauchfolienbahn und zu deren gruppenweisem Ablegen auf einem intermittierend antreibbaren Förderband mit das vordere vorgeschobene Ende der Schlauchfolienbahn gestreckt vortragenden, beidseits von dieser angeordneten Blasluftdüsen, mit taktweise arbeitenden Querschweiß- und Querschneideinrichtungen, die die Beutel mit den Bodenschweißnähten versehen und von der Schlauchfolienbahn abtrennen, und mit einer in Vorschubrichtung der Schlauchfolienbahn hinter der Querschneideinrichtung angeordneten Halteeinrichtung zum Festhalten des jeweils zuletzt von der Schlauchfolienbahnabgetrennten Beutels im Bereich seines Öffnungsrandes.

    [0002] Bei einer aus der DE-OS 28 33 236 bekannten Vorrichtung dieser Art besteht die Halteeinrichtung aus zwei einander kammartig durchsetzenden Reihen von Nadeln, die durch Langlöcher einer den Spalt zwischen der Schneideinrichtung und dem Förderband überbrückenden Auflageplatte greifen und an unterhalb von dieser befindlichen, mit Antrieben versehenen Trägern befestigt sind, die im Wechsel eine Reihe aus ihrer die Auflageplatte überragenden Aufnadelstellung in eine gegen das Förderband vorgeschobene Stellung bewegen. Vor oder bei Beginn der Vorschubbewegung wird die andere in der vorgeschobenen Stellung befindliche Reihe aus dem Stapel unter der Auflageplatte zurückgezogen und während des Vorschubtaktes in die Aufnadelstellung gefahren. Während der Vorschubbewegung der jeweiligen Nadelreihe ist der Bandantrieb eingeschaltet, so daß der nächstfolgende Beutel auf die in ihre Aufnadelstellung gefahrene Nadelreihe als erster aufgenadelt wird und den abgeschobenen Stapel schuppenartig überdeckt. Der über die Beutelstapel hinweggehende Blasluftstrom vermag die Stapel nicht in Unordnung zu bringen, weil die Beutel entweder auf eine diese festhaltende Nadelreihe aufgenadelt sind oder die Stapel durch den oder die Beutel des folgenden Stapels schuppenartig überdeckt sind.

    [0003] Abgesehen von dem vorrichtungsmäßigen Aufwand lassen sich mit der bekannten Maschine nur Beutel herstellen, deren Öffnungsränder durch die Haltenadeln perforiert sind.

    [0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung der eingangs angegebenen Art einfachen Aufbaus zu schaffen, mit der sich unperforierte Beutel herstellen lassen.

    [0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die Halteeinrichtung aus einem Saugkasten besteht, der im Bereich der Transportebene mit zwei quer zur Transportrichtung verlaufenden Sauglochreihen versehen ist, deren Abstand etwa dem Abstand der geschuppt übereinander abgelegten Gruppen von Beuteln entspricht, und daß auf den jeweils zuletzt abgelegten Beutel eine heb- und absenkbare Druckwalze absenkbar ist, die mit einer unter dem Obertrum des Förderbandes angeordneten Gegendruckwalze zusammenwirkt und derart gesteuert ist, daß sie im wesentlichen nur während des intermittierenden Vorzugs des Förderbandes abgesenkt ist. Innerhalb der einzelnen abgelegten Gruppen weisen die geschuppt übereinander liegenden Beutel einen Abstand voneinander auf, der etwa dem Abstand der Querschneideinrichtung bis zu der ersten Sauglochreihe entspricht. Das jeweilige Ende der Schlauchfolienbahn wird von dem Blasluftstrom bis unter die absenkbare Druckwalze vorgetragen. Wird nun die Schlauchfolienbahn von dem Schneidmesser oder einem anderen Teil der Schneideinrichtung niedergedrückt, wird unter gleichzeitigem Absenken der Druckwalze der Bandantrieb eingeschaltet, so daß der von der hinteren Sauglochreihe angesaugte Öffnungsrand des vorletzten Beutels abgezogen und der zuletzt gebildete Beutel über die Sauglochreihe hinweggezogen wird, bis dessen Öffnungsrand diese etwa gerade noch abdeckt.

    [0006] Die Vorrichtung wird von einer Steuereinrichtung derart gesteuert, daß nach Ablage einer geschuppt übereinander liegenden Gruppe von Beuteln vorbestimmter Anzahl der Bandantrieb bei abgesenkter Druckwalze so lange eingeschaltet ist, bis der Öffnungsrand des letzten Beutels dieser Gruppe über der ersten Sauglochreihe liegt und von dieser angesaugt wird. Der folgende Beutel wird mit seinem Öffnungsrand wieder von der hinteren Sauglochreihe angesaugt, so daß zur Trennung der Gruppen größere Schuppenabstände gebildet sind. Die einzelnen Gruppen von Kunststoffbeuteln können von dem Förderband von Hand oder maschinell abgenommen und verpackt werden. Erfolgt die Abnahme der Gruppen von Kunststoffbeuteln von Hand, dient der größere Schuppenabstand dazu, dem Packer die Abnahme der Säcke vom Förderband und das Füllen beispielsweise von Kartons mit stets der gleichen Anzahl von Beuteln oder Säcken zu erleichtern.

    [0007] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung, in deren einziger Figur eine Seitenansicht der Vorrichtung zum Herstellen und gruppenweisen Ablegen von Beuteln schematisch dargestellt ist, näher erläutert.

    [0008] Zwischen den seitlichen Rahmenwänden 1 des Maschinengestells sind hintere obere und hintere untere Förderbandrollen 2, 3 gelagert. Über diese Förderbandrollen 2, 3 und vordere Förderbandrollen 4, die ebenfalls zwischen den seitlichen Rahmenwänden 1 gelagert sind, laufen die geteilten Förderbänder 5 um.

    [0009] Vor dem Förderband 5 ist die Querschweiß- und Querschneideinrichtung 6 angeordnet. Diese besteht aus einem Vorzugsrollenpaar 7, das die beispielsweise von einer Vorratsrolle abgezogene Schlauchfolienbahn 8 intermittierend um jeweils eine Beutel- oder Sacklänge vorzieht. In ringförmigen Nuten der Vorzugsrollen 7 sind beidseits der Schlauchfolienbahn 8 Blasluftdüsen 9 angeordnet, die das jeweils vordere Ende der Schlauchfolienbahn 8 gestreckt vortragen. In Vorschubrichtung hinter den Vorzugswalzen 7 ist eine Querschweißeinrichtung 10 und eine Querschneideinrichtung 11 angeordnet. Soweit ist die Vorrichtung bekannter Bauart.

    [0010] Zwischen der Querschneideinrichtung 11 und der hinteren Umlenkrolle 2 ist ein Saugkasten 32 angeordnet. Dieser Saugkasten 32 ist in nicht dargestellter Weise an eine Saugluftquelle angeschlossen und weist im Abstand voneinander zwei quer verlaufende Saugöffnungsreihen 33, 34 auf. Der Abstand dieser Saugöffnungsreihen 33, 34 voneinander ist dabei so groß wie der Abstand X der auf dem Förderband 5 geschuppt übereinander liegenden Gruppen von Beuteln oder Säcken.

    [0011] Der Abstand der hinteren Sauglochreihe 33 zur Querschneideinrichtung 11 entspricht dem einfachen Schuppenabstand Z der einzelnen Beutel oder Säcke innerhalb einer jeden Gruppe.

    [0012] Im Endbereich der jeweils frei vorgetragenen vorderen Enden der Schlauchfolienbahn ist eine Druckwalze 35 angeordnet, die von einer Druckmittel-Kolben-Zylinder-Einheit 36 betätigt wird, deren Zylinder gestellfest gelagert ist. Unterhalb der Druckwalze 35 ist unter dem Förderband 5 eine Gegendruckwalze 37 vorgesehen, gegen die die abgesenkte Druckwalze die auf dem Förderband liegenden Säcke oder Beutel drückt, so daß diese reibschlüssig aneinander und an das Förderband gehalten sind. Zur Anpassung an unterschiedliche Beutellängen sind die Druckwalze 35 und die Gegendruckwalze 37 in und entgegen der Förderrichtung verschieblich ausgebildet.

    [0013] Die Druckwalze 35 senkt sich auf die Gegendruckwalze 37 ab, sobald ein Beutel von dem Messer der Querschneideinrichtung 11 von der Schlauchfolienbahn 8 abgetrennt worden ist, und zwar solange, bis das hintere offene Ende dieses Sack- oder Beutelstücks über der hinteren Sauglochreihe 33 des Saugkastens 32 liegt und von diesem angesaugt wird. Danach hebt sich die Druckwalze 35 und das nächste Sack- oder Beutelstück wird durch den Blasluftstrom über das von der Sauglochreihe 33 gehaltene Sack- oder Beutelstück ausgetragen. Es ist eine nicht dargestellte Steuereinrichtung vorgesehen, die diesen Vorgang so oft wiederholt, bis eine gewünschte Anzahl von Sackstücken in einer Gruppe geschuppt übereinanderliegend auf das Förderband 5 abgelegt worden ist. Anschließend wird durch entsprechende Steuerung ein größerer Schuppenabstand mit dem Maß X gebildet. Zu diesem Zweck wird die Druckwalze 35 so lange auf die Gegendruckwalze 37 gedrückt, bis das obere Sackstück über die Sauglochreihe 33 hinaus bis zu der vorderen Sauglochreihe 34 gezogen worden ist und von dieser gehalten wird. Das nachfolgende Sackstück wird von der Druckwalze 35 dann nur so lange auf die Gegendruckwalze 37 gedrückt, bis sich sein offenes Ende über der hinteren Sauglochreihe 33 befindet und von dieser festgehalten wird.

    [0014] Der aus den Blasluftdüsen 9 austretende Blasluftstrom wird intermittierend in der Weise an- und abgeschaltet, daß während des Vorzugs der Beutel durch die Druckwalze 35 der Blasluftstrom abgeschaltet ist. Sobald also ein Beutel gestreckt vorgetragen worden ist, wird die Blasluft abgeschaltet und der Trennschweißvorgang eingeleitet. Der zuletzt abgeschweißte Beutel wird sodann durch die Druckwalze 35 um das den Schuppenabstand bestimmende Maß vorgezogen, bis er auf die in Transportrichtung hintere Sauglochreihe gezogen worden ist und von dieser gehalten wird. Erst danach wird der folgende Beutel durch die Blasluft ausgetragen, so daß immer dann, wenn die Blasluft eingeschaltet ist, kein Beutel ungehaltert ist.

    [0015] Durch diese Art der Steuerung ergibt sich eine Schuppe, in der Gruppen von Säcken oder Beuteln durch größere Schuppenabstände X abgetrennt sind. Der Unterdruck für den Saugluftkasten 32 ist dabei so bemessen, daß einerseits der Blasluftstrom, der die Sackstücke austrägt, das Sackende nicht von der Sauglochreihe 33 bzw. 34 abheben kann und daß andererseits die Sackstücke durch Absenken der Druckwalze 35 leicht von dem Saugkasten 32 abgezogen werden können.

    [0016] Das Gestell des Förderbandes 5 ist über Laufrollen 25 verfahrbar, so daß es zum Austausch beispielsweise des Saugkastens 32 von der Querschweiß- und Schneideinrichtung 6 abgefahren und wieder angestellt werden kann.

    [0017] Zweckmäßigerweise ist der Saugkasten 32 über seine gesamte Länge mit Sauglöchern oder Saugschlitzen versehen. Diese Ausgestaltung stellt sicher, daß die Enden der Beutel immer von den Sauglöchern oder Saugschlitzen des Saugkastens angesaugt und gehaltert werden, wobei der gewünschte Schuppenabstand allein durch den jeweiligen Vorzug durch die Druckwalze gebildet wird. Die Verwendung eines derartigen Saugkastens macht auch das intermittierende An- und Abschalten der Saugluft zum Vortragen des jeweiligen Schlauchbahnendes überflüssig, weil jeder neu gebildete Beutel schon beim Absenken des Schweißbalkens oder des Schneidmessers in seinem hinteren Bereich angesaugt und dadurch gehaltert wird. Die Saugkraft ist so zu wählen, daß die hinteren Enden der Beutel einerseits ausreichend gehaltert sind, andererseits die Beutel aber mühelos von der Druckwalze von dem Saugkasten abgezogen werden können.


    Ansprüche

    1. Vorrichtung zum Herstellen von Kunststoffbeuteln aus einer intermittierend voranbewegten flachliegenden Schlauchfolienbahn und zu deren gruppenweisem Ablegen auf ein intermittierend antreibbares Förderband mit das vordere vorgeschobene Ende der Schlauchfolienbahn gestreckt vortragenden, beidseits von dieser angeordneten Blasluftdüsen, mit taktweise arbeitenden Querschweiß- und Querschneideinrichtungen, die die Beutel mit den Bodenschweißnähten versehen und von der Schlauchfolienbahn abtrennen, und mit einer in Vorschubrichtung der Schlauchfolienbahn hinter der Querschneideinrichtung angeordneten Halteeinrichtung zum Festhalten des jeweils zuletzt von der Schlauchfolienbahn abgetrennten Beutels im Bereich seines öffnungsrandes, dadurch gekennzeichnet, daß die Halteeinrichtung aus einem Saugkasten (32) besteht, der im Bereich der Transportebene mit zwei quer zur Transportrichtung verlaufenden Sauglochreihen (33, 34) versehen ist, deren Abstand etwa dem Abstand der geschuppt übereinander abgelegten Gruppen von Beuteln entspricht, und daß auf den jeweils zuletzt abgelegten Beutel eine heb- und absenkbare Druckwalze (35) absenkbar ist, die mit einer unter dem Obertrum des Förderbandes (5) angeordneten Gegendruckwalze (37) zusammenwirkt und derart gesteuert ist, daß sie im wesentlichen nur während des intermittierenden Vorzugs des Förderbandes abgesenkt ist.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die in Förderrichtung hintere Sauglochreihe (33) etwa im Abstand (Z) der in den Gruppen geschuppt übereinanderliegenden Beutel voneinander vor der Querschneideinrichtung angeordnet ist.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Saugkasten (32) über seine Länge in geringem Abstand voneinander mit Sauglöchern oder Saugschlitzen versehen ist.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht