[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Deckeln
insbesondere für Getränkedosen. Solche Deckel werden meistens aus Aluminium (Reinaluminium
oder Aluminiumlegierung), Weissblech oder zinnfreiem Stahl (tin free steel, TFS) hergestellt
und sind üblicherweise mindestens auf ihren Innenflächen mit einer Schutzlackschicht
z.B. auf Phenol-Epoxid-Basis überzogen.
[0002] Es ist bekannt, solche Deckel mit einem Ausgiessloch bzw. einer Ausgiesslöchergruppe
und gegebenenfalls mit mindestens einem Luftloch zu versehen.
[0003] Diese Löcher werden dann durch einen aufgesiegelten und wegreissbaren Verschlussstreifen
zugedeckt. Solche Verschlussstreifen bestehen vorteilhafterweise aus einer Aluminiumfolie
mit einer Dicke von etwa 0,9 - 0,14 mm, die auf ihre zu versiegelnde Fläche mit einem
Ueberzug aus einem thermoplastischem Kunststoff z.B.. mit einer Dicke von etwa 0,015
bis 0,03 mm, üblicherweise etwa 0,02 mm, überzogen ist, wobei meistens vor dem Aufbringen
der Kunststoffschicht die Aluminiumoberfläche zunächst mit einer dünneren Phenol-Epoxid-Lackschicht
versehen ist. Auf der Aussenseite ist der Streifen üblicherweise noch mit einer Dekorationslackierung
überzogen. Sehr bewährt haben sich Streifen aus einem Aluminium-Polyamid-Laminat,
insbesondere mit Polyamid-12-Beschichtung.
[0004] Aus Fabrikationsgründen wird das Deckelmaterial in Bandform oder in Tafeln lackiert
und hieraus werden die Deckel gefertigt, in welchen dann die Ausgiess- und gegebenenfalls
die Luftlöcher ausgestanzt werden. Dies hat zur Folge, dass die Schnittkanten dieser
Löcher ungeschützt bleiben.
[0005] Diese ungeschützten Schnittkanten der Löcher sind abträglich, da sie unter dem Einfluss
des Füllgutes insbesondere eines C0
2-haltigen Füllgutes einem Korrosionsangriff unterworfen sind, wobei die Korrosionsprokukte
zu einem Verderb des Füllgutes führen können. Solche Erscheinungen treten in mässigem
Umfang bereits bei Deckeln aus Aluminiumlegierungen, im vergrösserten Masse aber bei
Deckeln aus Eisenmaterial (Weissblech oder TFS) hervor. Z.B. wird Bier bereits bei
einem Eisengehalt von 1 mg Fe-Ionen pro Liter und manche Cola-Getränke bei 1,5 mg
Fe pro Liter trüb.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, bei Deckeln mit ausgestanzten Löchern,
die durch einen aufgesiegelten Verschlussstreifen abgedeckt werden, diesen Mangel
zu beheben und derartige Deckel zu schaffen, welche an den Schnittkanten der Löcher
durch das Füllgut nicht angegriffen werden.
[0007] Diese Aufgabe wird nach dem erfindungsgemässen Verfahren dadurch gelöst, dass man
nach dem Aufsiegeln des Verschlussstreifens, dessen den Löchern'entsprechende freistehende
Oberfläche sowie die die Löcher umgebende Fläche des Deckelmaterials von der Innenseite
des Deckels her mit einem Haftprimer behandelt, diesen Haftprimer trocknet, worauf
man auf die so vorbereitete Deckelinnenfläche eine Plastisolschicht aufträgt, und
diese durch eine Wärmebehandlung gelieren lässt.
[0008] Diese Wärmebehandlung kann bei 130 bis 175
0C während 5 sec. bis 15 min. z.B. in einem Luftumwälzofen, mit Infrarotstrahlung oder
mit ähnlichen bekannten Mitteln vorgenommen werden. Die Dicke der aufgetragenen Plastisolschicht
beträgt vorzugsweise 0,1 bis 0,25 mm.
[0009] Als Haftprimer hat sich vor allem epoxidiertes Polymethylmethacrylat als günstig
erwiesen. Zu diesem Zweck können aber auch weitere Polyacrylester, insbesondere Polymethacrylester,
vor allem in ihrer epoxydierten Form verwendet werden.
[0010] Solche Haftprimer werden vorzugsweise als 0,05 bis 0,5%-ige Lösung in geeigneten
Lösungsmitteln, z.B. durch Aufspritzen, aufgetragen, und zwar in einer solchen Menge,
dass die Haftprimerschicht eine Dicke von 0,05 bis 15, vorzugsweise von 0,1 bis 2
g pro m
2, aufweist. Für die epoxidiertenoolyacrylester kann z.B. Methyläthylketon als Lösungsmittel
verwendet werden.
[0011] Auf der Deckelinnenfläche trocknet die Haftprimerlösung relativ schnell. Wenn nötig
kann man den Trocknungsvorgang z.B. mit einer Warmluftdusche beschleunigen.
[0012] Die geschilderte Vorbehandlung des genannten Bereichs der Deckelinnenflächen wirkt
sich dahingehend aus, dass der Plastisol-Ueberzug nicht nur an der lackierten Oberfläche
des Deckelmaterials, sondern ebenfalls am freiliegenden Kunststoff-Ueberzug, insbesondere
Polyamid-Ueberzug des Verschlussstreif,ens einwandfrei haftet.
[0013] Damit wird erreicht, dass jede Gefahr eines Unterwanderns des Füllgutes zwischen
Plastisolschicht und Verschlussstreifen bis zur Schnittkante eliminiert wird, ferner
dass beim Wegreissen des Verschlussstreifens der auf ihm haftende Bereich der Plastisolbeschichtung
einwandfrei bis zu der Lochkante mitgerissen wird.
[0014] Es wurde nämlich bei Vorversuchen festgestellt, dass ohne diese Vorbehandlung mit
einem Haftprimer diePlastisolschicht vor allem auf der freistehenden Oberfläche eines
Verschlussstreifens aus einem Aluminium-Polyamid-Laminat schlecht haftet, so dass
beim Wegreissen des Streifens dieser sich vom Plastisolfilm trennt und dieser Film
das Loch weiterhin schliesst (Windowing-Effekt), bzw. dass am Lochrand Fetzen des
Plastisolfilms hängen bleiben (feathering), was unansehnlich ist.
[0015] Im weiteren wird oftmals der dem Ausgiessloch entsprechende Flächenbereich des Verschlussstreifens
mit einer Prägung z.B. in Form von regelmäsesig angeordneten Erhöhungen und Vertiefungen
versehen.
[0016] Falls bei dem Prägevorgang Verletzungen oder Schwächungen des Kunststoff- insb. des
Polyamid-Ueberzugs entstehen sollten, so werden diese Stellen durch die Plastisolschicht
zugedeckt. Wiederum ist dies vor allem von Bedeutung, wenn solche Streifen auf Deckeln
aus Weissblech oder zinnfreiem Stahl eingesetzt werden, weil dann die Korrosionsgefahr
durch Bildung von galvanischen Elementen bestehen kann, dies im Gegensatz zur Verwendung
von Aluminiumdeckelh.
[0017] Für einen einwandfreien Kantenschutz mit Plastisol wird eine gute Voraussetzung geschafft,
wenn dieses bis zur Siegelnaht gelangt. Daher wird zweckmässigerweise die Siegelnaht
so gelegt, dass sie bis zur Lochkante reicht. Damit wird verhindert, dass Lufttaschen
zwischen der Plastisolschicht und der Siegelnaht eingeschlossen werden.
[0018] Nach einer Weiterbildung der Erfindung hat es sich als vorteilhaft erwiesen, vor
dem Auftragen des Plastisols vorzugsweise bereits vor dem Auftragen des Haftprimers
den das Loch abdeckenden Bereich des Verschlussstreifens in das Loch einzudrücken,
derart, dass die Streifeninnenfläche etwa in derselben Ebene wie die eigentliche Deckelinnenfläche
zu liegen kommt, wodurch in der Nähe der Schnittkante eine leichte Vertiefung, entsprechend
der Dicke des Deckelmaterials, entsteht. Vorteil davon ist es, dass vor allem das
Plastisol mit einem stempelartigen Werkzeug mit in einer Ebene liegender Arbeitsfläche
aufgetragen werden kann und dabei gewährt wird, dass dieser Auftrag tatsächlich regelmässig
auf dem ganzen gewünschten Bereich erfolgt. Beim Heisssiegeln des Verschlussstreifens
kommt es nämlich oft vor, dass dessen das Deckelloch überspannende Bereich infolge
der Temperaturgradienten nicht glatt bleibt, sondern sich mehr oder weniger nach aussen
oder nach innen unregelmässig ausbeult. Für die Beschichtung mit dem Plastisol sind
solche unregelmässigen Verformungen ungünstig, vor allem, wenn sich auf der Deckelinnenseite
eine muldenförmige Vertiefung gebildet hat, in welche die aufgetragene Plastisolmenge
zusammenlaufen kann, wodurch der angestrebte Schutz der Schnittkanten nicht mehr mit
Sicherheit gewährleistet wird. Solche unerwünschten Verformungsarten werden durch
das beschriebene Eindrücken des Streifens in das Deckelloch vermieden.
[0019] Das vorerwähnte Werkzeug kann z.B. wie eine Bürste aussehen und eine Anzahl Stahlstifte
aufweisen, die an einem Ende in einer Trägerplatte eingefasst sind, mit ihrem Schaft
einen durchlochten Boden einer Kammer für das Plastisol durchdringgen und deren abgeflachte
Spitzen in ein und derselben Ebene liegen und die Arbeitsfläche bilden. Dabei sind
die Schafte der Stifte im Bereich des gelochten Bodens konisch ausgebildet, derart,
dass sie die Bodenlöcher im Ruhezustand des Werkzeugs verschliessen. Für einen Beschichtungsvorganr
werden die Stifte durch die Trägerplatte zurückverschoben, wodurch sich die Löcher
öffnen und das Plastisol unter Druck entlang der Stifte auf die zu beschichtende Oberfläche
ausfliesst.
[0020] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Figuren abgebildet: es zeigen
Fig. l: Einen Deckel mit gestanztem Ausgiessloch
Fig. 2: Einen Deckel mit aufgesiegeltem Verschlussstreifen
Fig. 3: Den Deckel nach Fig. 2 von der Innenseite gesehen, mit der Plastisolbeschichtung.
Fig. 4: Den Deckel im Querschnitt
[0021] Der abgebildete Deckel 1 (z.B. für Getränkedosen, insb. Bierdosen), besteht zum Beispiel
aus zinnfreiem Stahl und weist ein tropfenförmiges Ausgiess-, bzw. Trinkloch 2, dessen
Längsachse in Bezug auf den Deckel radial verläuft.
[0022] Dieses Ausgiessloch 2 mit Schnittkante 3 ist durch einen aufgesiegelten Verschlussstreifen
4 geschlossen, bestehend aus einem Aluminiumdünnband 5 mit Polyamid-12-Ueberzug 6.
Rings um das Loch beträgt die Breite der Siegelnaht 7 etwa 1 bis 2 mm. Der Streifen
weist ferner eine freistehende GriffLasche 8 an der der Streifen zum Wegreissen angefasst
werden kann. Diese Lasche sowie der dem Loch entsprechende Bereich les Verschlussstreifens
sind mit einer Prägung 9 versehen.
[0023] lm Bereich des Loches ist das Streifenmaterial ins Loch eingeirückt, derart, dass
die Innenoberfläche des Streifens etwa .n der selben Ebene wie die Deckelinnenoberfläche
zu liegen kommt. Dieser Bereich sowie der Umgebungsbereich des Deckelmaterials sind
auf der Innenseite mit dem Haftprimer vorbenandelt und mit einer PVC-Plastisolschicht
10 vollständig ubgedeckt.
[0024] :n Abwandlung-davon, und insbesondere bei grösseren Ausgiess- .öchern, ist es auch
möglich, lediglich die Schnittkante 3 und deren Nähe mit dem Plastisol abzudecken
und den mittleven Teil des das Loch überspannenden Bereichs des Verschlussstreifens
unbedeckt zu belassen.
1. Verfahren zur Herstellung eines Dosendeckels mit mindestens einem durch einen aufgesiegelten
Verschlussstreifen verschlossenen Ausgiessloch und gegebenenfalls mindestens einem
Luftloch,
dadurch gekennzeichnet,
dass man nach Aufsiegeln des eine Siegelfläche aus Polyamid aufweisenden Verschlussstreifens
dessen Innenfläche sowie den umgebenden Bereich der Innenfläche des Deckelmaterials
mit einem aus einer Lösung eines Polyacrylesters bestehenden Haftprimer vorbehandelt,
diesen Haftprimer trocknet und auf den so vorbereiteten Bereich der Deckelinnenfläche
eine Plastisolschicht aufträgt und durch eine Wärmebehandlung gelieren lässt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Haftprimer aus einer
Lösung eines Polymethacrylesters insbesondere von Polymethylmethacrylat besteht.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Polyacrylester,
bzw. Polymethylester bzw. das Polymethylmethacrylat in ihrer epoxidierten Form eingesetzt
werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass man die
Wärmebehandlung der aufgetragenen Plastisolschicht bei 130 bis 1750C während 5 sec. bis 15 min. durchführt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Haftprimer-Lösung
in einer solchen Menge aufgetragen wird, dass die verbleibende Haftprimerschicht eine
Dicke von 0,05 bis 15, vorzugsweise 0,1 bis 2 g pro m2 aufweist.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Auftragen der Plastisolschicht,
vorzugsweise bereits vor der Vorbehandlung mit dem Haftprimer den dem Loch entsprechenden
Bereich des Verschlussstreifens in das Loch eingedrückt wird, derart, dass die Innenoberfläche
des Streifens etwa in der Ebene der Deckelinnenoberfläche zu liegen kommt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch-gekennzeichnet, dass beim Aufsiegeln
des Verschlussstreifens die Siegelnaht so angeordnet wird, dass sie bis zur Lochkante
reicht.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschlussstreifen
aus Aluminiumdünnband mit heissiegelfähiger Polyamidbeschichtung, insbesondere aus
Polyamid-12, besteht.