[0001] Angesichts bei Rohbauwänden vorkommender Maßabweichungen, insbesondere Unebenheiten,
können auf die Rohbauwände aufgebrachte Putzschichten partiell sehr unterschiedliche
und auch geforderte Putzstärken unterschreitende Dicken haben. Besondere Bedeutung
kommt der Einhaltung vorbestimmter Putzdicken bei den sogenannten Dämmputzen zu, die
im Interesse eines verbesserten Wärmeschutzes von Bauwerken durchaus in Schichtstärken
bis zu zehn Zentimeter, in Sonderfällen auch in noch größeren Dicken, aufgebracht
werden.
[0002] Bekanntlich werden vor dem Verputzen von Wandflächen sogenannte Putzprofilleisten,
die mit Abzugskanten versehen sind, an den Baukörperecken sowie im Bereich von Tür-
und Fensterlaibungen lagerichtig angemörtelt und dann die Putzmasse, die häufig angespritzt
wird, mit Hilfe sogenannter Richtscheite über die als Abzugskanten ausgebildeten Profilkanten
der Putzprofilleisten abgezogen. Dies gelingt jedoch nicht mehr, wenn die Breite der
Putzflächen größer ist als die aus Gründen der Handhabbarkeit begrenzten Längen der
Richtscheite. In solchen Fällen bleibt es der Geschicklichkeit und Erfahrung des mit
den Putzarbeiten betrauten Stukkateurs überlassen, eine mehr oder weniger ebene Putzfläche
herzustellen, was naturgemäß nur annähernd gelingen kann.
[0003] Zwar können, da es sich bei den in der oben erläuterten Weise aufgetragenen Putzschichten
nur um sogenannte Unterputze handelt, auftretende Ungenauigkeiten noch immer durch
nachträglich aufzubringende Oberputze ausgeglichen werden, aber dies führt naturgemäß
zu Oberputzschichten unterschiedlicher Dicken, was unter bestimmten Witterungsverhältnissen,
etwa bei einer Durchfeuchtung der Oberputzschicht, leicht sichtbar werden kann.
[0004] Während bei herkömmlichen Putzen die Unterschreitung der geforderten Mindestputzdicke
und ein Ausgleich solcher Mindestdicken durch verstärkt aufgetragene Oberputzschichten
nur zu einer Veränderung der Struktur derartiger Putzflächen führt, ist bei Dämmputzen
im Falle partieller Unterschreitungen der geforderten Mindestputzdicken die vorgeschriebene
Wärmedämmung nicht mehr gewährleistet, auch wenn in solchen Bereichen verstärkte Oberputzschichten
aufgetragen werden, die jedoch hinsichtlich der Wärmedämmung keinen ausgleichenden
Beitrag zu leisten vermögen.
[0005] Durch die Erfindung soll diesem Mangel abgeholfen und eine Möglichkeit aufgezeigt
werden, wie auch bei großen Putzflächenbreiten das Herstellen ebener Putzflächen und
darüber hinaus die Einhaltung vorbestimmter Mindestputzdicken gelingt, was insbesondere
für in großen Schichtstärken aufzubringende Dämmputze bedeutsam ist. Darüber hinaus
soll eine geeignete Putzprofilleiste für diesen Zweck angegeben werden.
[0006] Gelöst ist diese Erfindungsaufgabe durch die Verwendung von Putzprofilleisten, die
mit einer als Abzugskante ausgebildeten Profilkante versehen sind und zum Anbringen
an einer zu verputzenden Wand wenigstens einen sich von dieser Profilkante forterstreckenden,
mit quer verlaufenden Ausnehmungen bzw. Lochungen versehenen Befestigungsschenkel
besitzen, zum Herstellen ebener Unterputze mit vorbestimmter Mindestputzdicke bei
Putzflächen großer Breitenerstreckung, indem die zu verputzende Wand durch das Anbringen
von Putzprofilleisten in vorbestimmten Abständen voneinander in Teilflächen begrenzter
Breite unterteilt und die danach aufgebrachte Putzmasse über die Abzugskanten der
Putzprofilleisten eben abgezogen wird.
[0007] Die Erfindung geht somit aus von der Überlegung, daß zum Erzielen unbedingt ebener
Putzflächen und vorbestimmter Mindestputzdicken, die auch partiell nicht unterschritten
werden sollen, zwei im Abstand verlaufende und entsprechend ausgerichtete Abzugskanten
erforderlich sind, über die in bekannter Weise mittels eines Richtscheites abgezogen
werden kann.
[0008] Hinsichtlich der zu schaffenden Putzprofilleiste für die vorgenannte Verwendung ist
die Erfindungsaufgabe dadurch gelöst, daß sich von der als Abzugskante ausgebildete
Profilkante zwei an einer Bauwerkswand befestigbare, insbesondere anmörtelbare, Schenkel
unter Einschluß eines spitzen Winkels von weniger als 90° forterstrecken, deren von
der Profilkante entfernte Enden nach dem Anbringen an einer zu verputzenden Bauwerkswand
sich auf letztere abstützen und mithin auch bei den für Dämmputze geforderten großen
Putzdicken der in erheblichem Abstand von der zu verputzenden Wand gehaltenen Abzugskante
hinreichend Halt vermitteln, so daß diese den beim Abziehen des Putzes auftretenden
Beanspruchungen ohne Deformationen standzuhalten vermag. Als zweckmäßig hat sich dabei
ein Öffnungswinkel von etwa 30° zwischen den beiden Befestigungsschenkeln erwiesen,
wobei die sich quer durch diese Befestigungsschenkel erstreckenden Ausnehmungen bzw.
Lochungen eine weitestgehend vollständige Hinterfüllung der an ebenen Wandflächen
zu deren Unterteilung in der Breite angebrachten Putzprofilleisten ermöglichen. Als
besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, die an der Bauwerkswand befestigbaren
Profilschenkel zumindest in den an die Profilkante angrenzenden Bereichen mit streifenförmigen
Streckmetallfedern großer Maschenweite auszurüsten, so daß bei hinreichender Stabilität
der Putzprofilleiste angesichts der weitgehend ungehinderten Durchgängigkeit der Putzmasse
durch ein derartiges Streckmetallfeld großer Maschenweite eine einwandfreie Hinterfüllung
der Putzprofilleiste sichergestellt ist. Selbstverständlich können anstelle von streifenförmigen
Streckmetallfejjern längs der als Abzugskante dienenden Profilkante auch die Befestigungsschenkel
in ihrer Gesamtheit als Streckmetallfelder mit großer Maschenweite ausgebildet sein.
[0009] Eine Ausführungsform der Erfindung soll nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnung
erläutert werden. In schematischen Ansichten zeigen:
Fig. 1 in perspektivischer Darstellung einen Ausschnitt aus einer für die erfindungsgemäße
Verwendung geeigneten und bestimmten Putzprofilleiste und
Fig. 2 einen Querschnitt durch eine Bauwerkswand mit lagerichtig im Abstand voneinander
angebrachten Putzprofilleisten und einem auf die Bauwerkswand aufgebrachten, über
die Abzugskanten der Putzprofilleisten abgezogenen Dämmputz.
[0010] Die in einer perspektivischen Ausschnittansicht dargestellte Putzprofilleiste 10
besitzt eine schmale V-förmige Profilkante 11 und sich nach beiden Seiten von den
V-förmigen Abschnitten 12, 13 dieser Profilkante forterstreckende Befestigungsschenkel
14, 15, die als Streckmetallfelder mit großer Maschenweite ausgebildet sind. Im Verhältnis
zur Länge der Befestigungsschenkel 14, 15 sind die in deren Ebenen verlaufenden streifenförmigen
Abschnitte 12, 13 der Profilkante 11 sehr kurz bemessen, so daß beim Anspritzen oder
Anwerfen von Putzmasse an eine mit einer derartigen Putzprofilleiste ausgerüstete
Rohbauwand die Putzmasse im wesentlichen ungehindert durch die weitmaschigen Streckmetallfelder
hindurchtritt und auch den von der Profilkante 11 überdeckten Bereich 16 weitestgehend
vollständig hinterfüllt. Der Öffnungswinkel 17 zwischen den beiden Schenkeln 14, 15
beträgt bei der gezeigten Ausführungsform etwa 30°.
[0011] Bei bestimmungsgemäßer Verwendung derartiger Putzprofilleisten 10 werden diese in
vorbestimmten Abständen 25 voneinander, die kleiner als die Längen der bei Putzarbeiten
üblichermaßen eingesetzten Richtscheite sind, an einer zu verputzenden Bauwerkswand
20 angebracht, daß die als Abzugskanten dienenden Profilkanten 11 benachbarter Putzprofilleisten
eine Ebene aufspannen, die in allen Wandbereichen in einen die geforderte Mindestputzdicke
nicht unterschreitenden Abstand von der zu verputzenden Rohbauwand liegt..In Fig.
2 sind schematisch zwei im Abstand voneinander an einer Rohbauwand 20 bei 22 angemörtelte
Putzprofilleisten 10 dargestellt, die nach dem Aufbringen des Unterputzes 21 insbesondere
eines Dämmputzes, im Putz verbleiben und angesichts der durch die weitmaschigen Streckmetallfelder
der Schenkel 14, 15 nur geringen Materialanhäufung sowie der einwandfreien Hinterfüllung
der Putzprofilschienen keine merkliche Veränderung der Unterputzschicht bewirken.
Insbesondere treten angesichts der Ausbildung der Befestigungsschenkel als weitmaschige
Streckmetallfelder keine beachtlichen Wärmebrücken im Bereich der Profilleisten auf.
[0012] Nach der Unterteilung von Putzflächen, deren Breite größer ist als die Länge handhabbarer
Richtscheite, wird auf die zu verputzende Wand 20 in bekannter Weise die Putzmasse
aufgebracht, beispielsweise aufgespritzt, und dann mittels eines Richtscheites über
die Abzugskanten 11 der an der Bauwerkswand angebrachten Putzprofilleisten 10 abgezogen.
Die nach dem Abziehen zumindest noch teilweise durch den Unterputz hindurchtretenden
schmalen Abzugskanten der Profilleisten werden durch einen anschließend auf einen
derartigen Unterputz 21 aufzubringenden Oberputz 24 überdeckt, die schematisch in
Fig. 2 angedeutet ist.
[0013] Es ist ersichtlich, daß es in der vorstehend erläuterten Weise unproblematisch gelingt,
auch bei Putzflächen, die große Breitenerstreckung aufweisen, vollständig ebene und
darüber hinaus vorbestimmte Mindestputzdicken nicht unterschreitende Putze herzustellen.
Selbstverständliche Voraussetzung dafür ist, daß die Putzprofilleisten an einer zu
verputzenden Bauwerkswand vor dem Aufbringen der Putzmasse lagerichtig angebracht
werden, was jedoch bekannt und ohne Schwierigkeiten möglich ist.
1. Verwendung von Putzprofilleisten, die mit einer als Abzugskante ausgebildeten Profilkante
versehen sind und zum Anbringen an einer zu verputzenden Wand wenigstens einen sich
von dieser Profilkante forterstreckenden, mit Ausnehmungen bzw. Lochungen versehenen
Befestigungsschenkel besitzen, zum Herstellen ebener Unterputze mit vorbestimmter
Mindestputzdicke bei Putzflächen großer Breitenerstreckung, in dem die zu verputzende
Wand (20) durch das Anbringen von Putzprofilleisten (10) in vorbestimmten Abständen
(25) voneinander in Teilflächen begrenzter Breite unterteilt und die danach aufgebrachte
Putzmasse (21) über die Abzugskanten (11) der Profilleisten eben abgezogen wird.
2. Putzprofilleiste für die Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
sich von der als Abzugskante ausgebildeten Profilkante (11) zwei an einer Bauwerkswand
befestigbare Schenkel (14, 15) unter Einschluß eines spitzen Winkels (17) von weniger
als 90° forterstrecken.
3. Putzprofilleiste nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der von den Schenkeln
(14, 15) eingeschlossene Winkel (17) etwa 30° beträgt.
4. Putzprofilleiste nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die an der
Bauwerkswand (20) befestigbaren Profilschenkel (14, 15) zumindest in den an die Profilkante
(11) angrenzenden Bereichen streifenförmige Streckmetallfelder großer Maschenweite
besitzen.