[0001] Bei der Blastexturierung werden ein Faden oder mehrere Fäden mit Hilfe eines Förder-
oder Texturiermediums (meist heiße Luft) durch eine Texturierdüse gefördert und dabei
texturiert. Bei diesem Verfahren, besonders beim einstufigen Spinn-Streck-Texturieren,
stellt das Einführen des Fadens oder der Fäden in die Texturierdüse ein schwieriges
Problem dar. Dies beruht zunächst darauf, daß relativ dicke Fäden bei hohen linearen
Geschwindigkeiten in relativ kleine öffnungen der Texturierdüsen eingeführt werden
müssen. Dabei kann der Faden durch Unterdruck in die Texturierdüse eingesaugt werden.
Nach dem Einsaugen wird die Düse auf stationären Betrieb umgestellt, wobei der Faden
bzw. die Fäden dem Förder-, bzw. Texturiermedium ausgesetzt werden. Bei der gewünschten
hohen Geschwindigkeit von 2000 m/min. und mehr bewirkt der Einführvorgang jedoch einen
erheblichen Fadenabfall. Es hat daher nicht an Bemühungen gefehlt, den Einführvorgang
zu vereinfachen und zeitlich zu verkürzen.
[0002] In der DE-OS 23 39 603 wird ein Verfahren beschrieben, bei dem zum Einführen des
Fadens die Einlauföffnung der Düse vergrößert wird und für den stationären Betrieb
wieder verkleinert wird. Man bedient sich hierzu einer Vorrichtung, bei der die Einlauföffnung
durch Wegnahme eines Innenkörpers vergrößert bzw. durch Hinzufügen des Innenkörpers
verkleinert wird. Die Vorrichtung ist wegen des beweglichen Innenkörpers ziemlich
kompliziert aufgebaut. Sie erfordert daher ein hohes manuelles Geschick, wenn man
das Einführen des Fadens in sehr kurzer Zeit realisieren will.
[0003] 'Weiterhin ist es aus der DE-OS 28 17 478 - von der zur Darstellung der Erfindungs-Gattung
im Oberbegriff des Anspruchs 1 ausgegegangen ist - bekannt, mindestens einen Faden
so in eine Texturierdüse einzuführen, daß der Querschnitt der Einlauföffnung der Texturierdüse
vor dem Einführen des Fadens gegenüber dem stationären Betriebszustand vergrößert
wird, der Faden in die Düse eingesaugt und die Fadeneinlauföffnung nach dem Einsaugen
wieder auf den Querschnitt des stationären Betriebszustandes reduziert wird. Dabei
wird die Texturierdüse zusammen mit dem Einlaufstück zunächst in eine Stellung gebracht,
.in der der Faden zumindest angenähert senkrecht in unmittelbarer Nähe zur Texturierdüse
steht, der Faden bei vergrößerter öffnung des Einlaufstücks angesaugt, unmittelbar
nach dem Ansaugen unterhalb der Texturierdüse abgeschnitten, so daß er in die Texturierdüse
eingesaugt wird, die Texturierdüse von der für das Einsaugen erforderlichen Vorrichtung
getrennt, der Querschnitt der Einlauföffnung der Texturiervorrichtung auf den für
die stationäre Betriebsphase günstigen Querschnitt reduziert und die Texturierdüse
in Arbeitsstellung für das Texturieren gebracht. Die Querschnittsänderung der Fadeneinlauföffnung
erfolgt mit Hilfe eines am Kopf der Texturierdüse in einem sogenannten Einlaufstück
eingesetzten drehbaren zylindrischen Kükens. Die mechanische Herstellung dieser Einrichtung
ist jedoch schwierig und aufwendig. Zudem erfordert der Sitz des Kükens für eine ausreichende
Abdichtung enge Toleranzen. Bei Betriebstemperaturen von etwa 400°C sind somit Bewegungshemmungen
des Kükens nicht auszuschließen.
[0004] Mit der Erfindung sollen derartige Nachteile vermieden werden. Als Besonderheit ist
zusätzlich gefordert, daß die Bereitstellung des jeweils erforderlichen Querschnitts
der Fadeneinlauföffnung nicht mehr manuell vorgenommen werden muß, und die Bedienung
der Vorrichtung, insbesondere bei hohen Betriebstemperaturen, ohne zusätzliche Vorkehrungen
erfolgen kann. Die Einführung des Fadens soll insofern besonders einfach sein, als
die Einstellung jeweils gleichwertiger und reproduzierbarer Strömungsverhältnisse
in jeder Betriebsphase gewährleistet ist.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die im Kennzeichen des Anspruchs 1 enthaltenen Maßnahmen
gelöst.
[0006] Für das Verfahren sind Blastexturierdüsen geeignet, wie sie bereits vielfach beschrieben
sind. Beispielsweise lassen sich Düsen, wie sie aus der DE-AS 14 35 643 bekannt sind,
verwenden. Besonders geeignet ist das Verfahren für das Einführen von Fäden in Vorrichtungen,
wie sie aus der DE-AS 20 06 022 oder 23 31 045 bekannt sind. Diese Düsen sind mit
einem geeigneten Einlaufstück zu versehen, bei dem der Querschnitt der Einlaufdüse
variiert werden kann.
[0007] Die Texturierdüse wird zusammen mit dem Einlaufstück zunächst in eine Position senkrecht
zum Faden (der von der Galette kommt) gebracht. Dabei schwenkt das stromabwärts gelegene
Ende der Texturierdüse in die aufgeklappte Absaugevorrichtung ein, die anschließend
geschlossen wird. Durch den Unterdruck - erfindungsgemäß wird die Zufuhr des Texturiermediums
unterbunden - wird der Faden am Einlaufstück bei großem Querschnitt der Fadeneinlauföffnung
angesaugt. Durch den Unterdruck in der Texturierdüse wird der Faden in die Düse eingesaugt,
d.h. in die Fadeneinlauföffnung und in die Düse wird eine Fadenschleife eingezogen.
Unmittelbar nach dem Ansaugen wird der Faden unterhalb der Texturierdüse mit einer
Fadenschneideeinrichtung, vorzugsweise einer automatischen Schere, abgeschnitten.
Zweckmäßigerweise wird der Faden danach vorübergehend von einer Saugpistole aufgenommen.
Dann wird die Texturierdüse in Arbeitsstellung geschwenkt und das gasförmige Texturiermedium
der Düse zugeführt. Mit dem Einleiten des gasförmigen Mediums in die Texturierdüse
wird der im Einlaufstück eingesetzte Kolben schlagartig hochgeschoben und damit der
für die stationäre Betriebsphase günstige, d.h. reduzierte Querschnitt der Fadeneinlauföffnung
bereitgestellt.
[0008] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens ist derart aufgebaut,
daß das Einlaufstück eine abgesetzte Stirnfläche mit parallelen und die Fadeneinlauföffnung
schneidenden Flächenabschnitten aufweist und daß in dem Einlaufstück ein Kolben mit
einer gegenüber der Fadeneinlauföffnung größeren und mit ihr in Wirkverbindung stehenden
axialen Durchbrechnung höhenverstellbar eingesetzt ist.
[0009] Vorteilhafte Weiterbildungen der Vorrichtung ergeben sich aus den Unteransprüchen
3 bis 6.
[0010] Im folgenden wird die Erfindung unter Hinweis auf die Zeichnungen anhand eines Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
[0011] Es zeigt:
Figur 1 die Texturierdüse in zwei Betriebsphasen,
Figur 2 eine teilweise geschnittene Seitenansicht der Texturierdüse mit dem Einlaufstück,,
Figur 3 einen Vertikalschnitt durch das Einlaufstück bei vergrößerter Fadeneinlauföffnung,
Figur 4 einen Vertikalschnitt durch das Einlaufstück bei reduzierter Fadeneinlauföffnung,
Figur 5 eine Draufsicht auf das Einlaufstück nach den Figuren 3 und 4,
Figur 6 eine perspektivische Darstellung des Einlaufstücks eines weiteren Ausführungsbeispiels,
Figur 7 eine perspektivische Darstellung des im Einlaufstück eingesetzten Kolbens
und
Figur 8 den Verlauf des Fadens vor dem Einführen in die Texturierdüse.
[0012] Den Anfangs- und zugleich Hauptteil der Vorrichtung zum Einführen eines Fadens in
eine Texturierdüse bildet ein am Kopf der Texturierdüse 10 lösbar mit ihr verbundenes
Einlaufstück 1 ein. Nach den Figuren 3 bis 6 besteht das Einlaufstück aus einem Hohlzylinder,
dessen freie Stirnfläche 2 erfindungsgemäß zwei gegeneinander versetzt angeordnete,
parallele und eine Fadeneinlauföffnung 5 schneidende Flächenabschnitte 3 und 4 aufweist.
Der Flächenabschnitt 3 überdeckt den Querschnitt des Hohlzylinders zu mehr als 50
%, während der zum Querschnitt des Hohlzylinders komplementäre Flächenabschnitt 4
aus einem Kreisringabschnitt mit einer der Manteldicke des Hohlzylinders entsprechenden
Breite besteht. Vorzugsweise überlappen sich die Flächenabschnitte und ermöglichen
so eine bessere Führung des Fadens in der Ansaugphase.
[0013] Im Einlaufstück 1, d.h. in dem mit der Texturierdüse 10 form- und kraftschlüssig
verbundenen Hohlzylinder, ist ein Kolben 6 mit einer gegenüber der Fadeneinlauföffnung
5 größeren axialen Durchbrechung 7 eingesetzt. Im allgemeinen sind die Fadeneinlauföffnung
und die Durch-
brechung im Kolben zum Einlaufstück bzw. zur Texturier- "düse zentrisch angeordnet.
Verschiedentlich hat es sich als zweckmäßig erwiesen, den zu texturierenden Faden
nicht zentrisch in die Düse einzuführen. Um auch in diesem Fall die koaxiale Anordnung
von Fadeneinlauföffnung und der Durchbrechung im Kolben und damit ein störungsfreies
Einführen des Fadens in die Düse zu gewährleisten, besitzt der Kolben auf seiner Mantelfläche
eine Längsnut als Führungsschlitze 8, in den der Führungsstift 9 eingreift. Der den
Kolben gegen Verdrehen sichernde Führungsstift ist dabei im Hohlzylinder befestigt.
[0014] Bei den üblichen Titern der Fäden von 1000 bis 3000 dtex Gesamttiter haben sich für
die Fadeneinlauföffnung 5 im stationären Betriebszustand Durchmesser (d) eines flächengleichen
Kreises von etwa 2 bis etwa 4 mm als vorteilhaft erwiesen. Da der Texturiervorrichtung
auch mehrere Fäden, z.B. bis zu 4 Fadenstränge des genannten Gesamttiters zugeführt
werden können, sind auch noch größere Durchmesser möglich. Es wurde gefunden, daß
der Durchmesser (d) eines flächengleichen Kreises, der der Fadeneinlauföffnung in
der stationären Betriebsphase entspricht, dann als optimal angesehen werden kann,
wenn er, bezogen auf den Gesamttiter (Tt in dtex) des einzuführenden Fadens bzw. Fadenbündels,
der Beziehung d=0,028 × Tt
0,49 mit einer Toleranz von -50 % bis +100 % genügt. Dieser Größe der Fadeneinlauföffnung
ist die Querschnittsgröße der axialen Durch-
brechung 7 im Kolben 6 des Einlaufstücks anzupassen. In der Praxis hat es sich als
zweckmäßig herausgestellt, wenn die Querschnittsfläche von Fadeneinlauföffnung zur
Querschnittsfläche der axialen Durchbrechung im Kolben im Verhältnis 1 : 2 bis 1 :
15, vorzugsweise im Verhältnis 1 : 4 bis 1 : 10 steht.
[0015] Von der Fadeneinlauföffnung 5 und der axialen Durchbrechung 7 im Kolben des Einlaufstücks
1 führt ein Fadenführungsrohr 14 , durch den Einlaufteil der Texturierdüse 10 (Fig.
2). Mit 16 ist ein Anschlußrohr bezeichnet, über das ein gasförmiges Medium, vorzugsweise
Heißluft von 400 C, unter einem Druck von 4,8 bar in die Texturierdüse eingeleitet
wird.
[0016] Mit der bisher beschriebenen Vorrichtung wird auf folgende Weise ein Faden in eine
Texturierdüse eingeführt:
Zunächst wird die Texturierdüse 10 zusammen mit dem Einlaufstück 1 in eine Position
senkrecht zum Faden 12 gebracht und der Faden in die von den abgesetzten Flächenabschnitten
3 und 4 am Einlaufstück gebildete Führung eingelegt (Fig. 1). Bei Inbetriebnahme der
Absaugeeinrichtung 11 am stromabwärts gelegenen Ende der Texturierdüse bildet der
Faden eine sich in die Fadeneinlauföffnung 5 hineinziehende Fadenschleife 17 aus.
Nach dem Ansaugen wird der Faden unterhalb der Texturierdüse mit Hilfe einer Fadenschneideeinrichtung
13 abgeschnitten und danach in Arbeitsrichtung 18 der Texturierdüse'umgelenkt (Fig.
E). Dabei wird der Faden vorübergehend mit einer Saugpistole 15 aufgenommen. Anschließend
wird die Texturierdüse in eine parallele Position zum zulaufenden Faden geschwenkt
und über das Anschlußrohr 16 ein gasförmiges Medium in die Düse eingeleitet. Mit dem
Einleiten des gasförmigen Mediums in die Texturierdüse wird der im Einlaufstück 1
höhenverstellbar eingesetzte Kolben 6 nach oben gegen den die Abdeckung der Stirnfläche
des Einlaufstückes bildenden Flächenabschnitts 3 bewegt und damit der für die folgende
stationäre Betriebsphase günstige, d.h. reduzierte Querschnitt der Fadeneinlauföffnung
5 bereitgestellt.
1. Verfahren zum Einführen mindestens eines Fadens in eine Texturierdüse, bei dem
der Faden zumindest angenähert senkrecht zur Achse der Texturierdüse zugeführt, bei
vergrößerter Fadeneinlauföffnung der Düse von dieser angesaugt und während dem Ansaugen
abgeschnitten wird, so daß er in die Texturierdüse eingesaugt wird, wobei unmittelbar
anschließend die Fadeneinlauföffnung auf den für die stationäre Betriebsphase günstigen
Querschnitt reduziert wird, dadurch gekennzeichnet, daß während des Ansaugens des
Fadens die Zufuhr eines gasförmigen Mediums in die Texturierdüse unterbunden wird
und die anschließende Veränderung der Fadeneinlauföffnung durch das gasförmige Medium
in der Texturierdüse erfolgt.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, bestehend aus einer
Texturierdüse mit Einlaufstück mit veränderbarem Querschnitt sowie einer Absauge-
und einer Fadenschneideeinrichtung, wobei die Texturierdüse zusammen mit dem Einlaufstück
schwenkbar angeordnet und an die Absaugeeinrichtung anschließbar ist, dadurch gekennzeichnet,
daß das Einlaufstück 1 eine abgesetzte Stirnfläche 2 mit parallelen und die Fadeneinlauföffnung
5 schneidenden Flächenabschnitten 3 und 4 aufweist und daß in dem Einlaufstück ein
Kolben 6 mit einer gegenüber der Fadeneinlauföffnung größeren und mit ihr in Wirkverbindung
stehenden axialen Durchbrechung 7 höhenverstellbar eingesetzt ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Flächenabschnitte
3 und 4 der Stirnfläche 2 des Einlaufstückes 1 sich zumindest bereichsweise überlappen.
4. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die axiale
Durchbrechung 7 im Kolben 6 asymmetrisch angeordnet und der Kolben in dem Einlaufstück
1 geführt ist.
5. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser
(d) eines flächengleichen Kreises, der der Fadeneinlauföffnung 5 in der Betriebsphase
enspricht, der Beziehung d = 0,028 × Tt0,49 mit einer Toleranz von -50 % bis +100 % genügt, wobei Tt den Titer des einzuführenden Fadens in dtex bezeichnet.
6. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Querschnittsfläche
von Fadeneinlauföffnung 5 zur Querschnittsfläche der axialen Durchbrechung 7 im Kolben
6 im Verhältnis 1 : 2 bis 1 : 15 stehen.