[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen plattenförmigen Codierungsträger zur Anbringung
an für sich zu bearbeitenden Teilen eines zu montierenden Industrieerzeugnisses, insbesondere
für Karosserien oder Teile eines Kraftfahrzeuges, wobei der Codierungsträger optisch
erkennbare Informationen (Codierung) über die Art der Bearbeitung des Einzelteiles,
die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Erzeugnis und weitere Herstellungsdaten aufweist.
[0002] Bei der Karosserieherstellung in der Automobilindustrie ist man einerseits bestrebt,
in möglichst großen Serien zu arbeiten, andererseits müssen jedoch die individuellen
Kundenwünsche berücksichtigt werden. Dies führt dazu, daß jede Karosserie bereits
in einem verhältnismäßig frühen Montagestadium ein Eigenleben führt und mit ihren
individuellen Daten auf einem Codierungsträger versehen wird, welcher über eine Datenverarbeitung
die darauffolgenden individuellen Arbeiten auslöst. Außerdem kann der Datenträger
am fertigen Kraftfahrzeug den Typ und die Ausführung identifizieren.
[0003] Als Codierung kommt eine Reihe bekannter Möglichkeiten infrage, besonders vorteilhaft
ist die Codierung mittels eines Balkencodes, weil hierzu opto-elektronische Einrichtungen
zur Verfügung stehen, nämlich um die Codierung zu lesen und somit die gewünschten
Informationen im Laufe des Fertigungsflusses zu erhalten. Jedoch hat sich das entsprechende
Codierungsverfahren nicht durchsetzen können, weil es insbesondere im Zusammenhang
mit der Überarbeitung von Karosserien oder Teilen erhebliche Nachteile hat. Eine Karosserie
beispielsweise wird nach dem eigentlichen Formvorgang unter der Presse entfettet,
phosphatiert, wird in ein Elektrophoresebad gebracht und getrocknet. Danach erfolgt
das Aufbringen eines Füllers, ein Trocknungsvorgang und schließlich die Endlackierung.
In jedem Falle wird die Karosserie bei dem oben geschilderten Arbeitsvorgang einer
Reihe von Chemikalien ausgesetzt, beispielsweise dem Entfettungsmittel, den Lösungsmitteln,
dem Elektrophoresebad, dem Grundierungsmittel und schließlich dem Lack und seinem
Lösungsmittel. Es liegt auf der Hand, daß nur ein solcher Codierungsträger geeignet
ist, der diesen Einflüssen gegenüber standhält und bei dem darüber hinaus auch sichergestellt
bleibt, daß seine Informationen auch zwischen den einzelnen aufgezählten Arbeitsstufen
gelesen werden können, insbesondere durch eine elektronische Leseeinrichtung. Allein
schon durch das Grundieren oder auch durch ein mehrschichtiges Lackieren wird die
opto-elektronische Lesung des Codierungsträgers durch Verunreinigung der Oberfläche
beeinflußt, so daß es zu Fehllesungen kommen kann, so daß das Verfahren insgesamt
für einen reibungslosen Fertigungsabiauf nicht geeignet ist.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen Codierungsträger zu schaffen, der insbesondere
den vorangehend geschilderten Einflüssen ausgesetzt werden kann, ohne daß eine Beeinträchtigung
seiner Codierung erfolgt. Darüber hinaus soll sichergestellt werden, daß zwischen
den einzelnen Fertigungsstufen die Codierung des Codierungsträgers immer fehlerfrei
mit Hilfe eines elektronischen Gerätes abgelesen werden kann.
[0005] Erreicht wird dies und darin liegt die Lösung der Aufgabe, durch einen Codierungsträger
gemäß den beigefügten Patentansprüchen. Insbesondere dadurch, daß mehrere durchsichtige
Abdeckstücke auf der Codierung des Codierungsträgers angebracht und für sich lösbar
sind, wird erreicht, daß zu einem beliebigen Zeitpunkt im Laufe der Fertigung der
Inhalt der Codierung des Codierungsträgers fehlerfrei abgelesen werden kann. Diese
vorzugsweise aufeinander bzw. übereinander angeordneten Abdeckstücke können aus Folien,
insbesondere Kunststoffolien, oder aus einem folienartigen Material, wie zum Beispiel
bestimmten Papiersorten, bestehen. Die Abdeckstücke können eine beliebige Form aufweisen
und sind vorzugsweise rechteckig ausgebildet. Für den Fall, daß in einem vorangehenden
Arbeitsvorgang beispielsweise eine Lackschicht sich auf dem Cedierungsträger befindet,
ist es. lediglich notwendig, das oberste Abdeckstück zu entfernen, so daß die darunter
befindliche Codierung unbeeinträchtigt durch die bisherige Fertigung abgelesen werden
kann.
[0006] Bei einem Codierungsträger gemäß der Erfindung können zur Erleichterung des Entfernens
des äußersten Abdeckstückes Abziehteile vorgesehen sein, wobei die Abziehteile so
angeordnet werden, daß immer nur die äußere Abdeckfolie entfernt werden kann, weil
der Abziehteil des darunter liegenden Abdeckstücks durch das darüber liegende Abdeckstück
abgedeckt wird.
[0007] Einzelne Folienstücke lassen sich leicht voneinander trennen, wenn jeweils eine Fläche
mit Klebstoff (Selbstklebemasse) und die gegenüberliegende Fläche mit einer klebstoffabweisenden
Masse beschichtet ist. Hier hat es sich nun als besonders vorteilhaft herausgestellt,
nicht die gesamte Fläche mit der klebstoffabweisenden Masse zu versehen, sondern neben
dem Bereich, wo sich der Abziehteil befindet, einen Bereich freizulassen, so daß an
dieser Stelle eine besonders gute Verklebung zwischen der äußeren Folie und der darunter
liegenden Folie-möglich ist. Dies ist inbesondere dann vorteilhaft, wenn der Codierungsträger,
der sich an dem zugehörigen Teil befindet, eine Fertigungsstufe durchläuft, bei welcher
beispielsweise Wasser unter hohem Druck auf das Einzelteil und damit auch auf den
Codierungsträger einwirkt. Hier soll durch diese Art der Verbindung der beiden Folienstücke
erreicht werden, daß der Wasserstrahl nicht die äußere Abdeckfolie von der inneren
Abdeckfolie ablösen kann.
[0008] Bei der Herstellung des Codierungsträgers gemäß der Erfindung wird so vorgegangen,
daß der Codierungsträger selbst seine Codierung erhält und danach mit einer genügend
hohen Anzahl von Abdeckfolienstücken versehen wird. Diese Anzahl richtet sich nach
der Zahl der durchzuführenden Arbeits-und Lesevorgänge. Bei der Herstellung eines
Koresserieteils beispielsweise kann es erforderlich sein, daß nach jedem Lackiervorgang
die Codierung gelesen werden muß und entsprechend ein Abdeckfolienstück vorgesehen
sein muß, das nach dem Lackiervorgang entfernt werden kann.
[0009] Die Erfindung wird nachstehend an Hand der Zeichnung beispielsweise erläutert.
Fig. 1 zeigt eine Draufsicht auf einen Codierungsträger gemäß der Erfindung.
Fig. 2 zeigt übereinander angeordnete einzelne Abdeckfolienstücke in ihrer speziellen
Ausgestaltung.
[0010] Der in Fig. 1 gezeigte Codierungsträger 10 besteht aus einem dünnen Aluminiumblechstück
11, welches zwei Löcher 12 aufweist, die dazu dienen, daß der Codierungsträger 10
an einem nicht gezeigten Karosserieteil oder dergleichen mit Hilfe von Schrauben oder
Nieten befestigt werden kann. Der Codierungsträger 10 enthält einen Balkencode 15;
derartige Codes sind bekannt. Für die vorliegende Erfindung kommt es jedoch auf die
Art der Codierung nicht an, statt des Balkencodes 15 kann ebenso gut ein anderer Code
verwendet werden, der seine Information in einer für den Menschen lesbaren Form enthält.
[0011] Auf der Codierung 15 des Codierungsträgers 10 befindet sich eine Anzahl von Abdeckfolienstücken
13, welche aufeinander angeordnet sind und durchsichtig sind, so daß der Balkencode
15 zu erkennen ist. Von dem obersten Abdeckfolienstück steht an dem rechten Ende ein
Abziehteil 14 schräg nach oben, so daß dieser Abdeckteil 14 erfaßt werden kann, damit
die oberste Folie entfernt werden kann.
[0012] In Fig. 2 sind räumlich getrennt voneinander die einzelnen Abdeckfolienstücke für
einen besonderen Anwendungsfall gezeigt. Das zuoberst gezeigte Abdeckfolienstück 16
ist zugleich das äußerste Abdeckfolienstück, es weist an seinem rechten Ende den Abziehteil
14 auf. Die bei Betrachtung nach Fig. 2 unten liegenden Fläche 24 des Abdeckfolienstückes
16 ist mit Klebstoff beschichtet, allerdings ist die untere Fläche des Abziehteils
14 nicht- . klebend.
[0013] Unter dem Abdeckfolienstück 16 befindet sich das Abdeckfolienstück 17. Es ist an
seiner oberen Fläche 20 mit einer klebstoffabweisenden Masse beschichtet. Allerdings
ist der rechts angeordnete obere Teil 19, der in der Zeichnung schraffiert dargestellt
ist, nicht mit dieser klebstoffabweisenden Masse beschichtet. Die bei Betrachtung
nach Fig. 2 untere Fläche 25 des Abdeckfolienstückes 17 ist mit Klebstoff beschichtet,
allerdings mit Ausnahme des linken Teiles, es handelt sich nämlich hierbei um den
Abziehteil 21 des Abdeckfolienstückes 17. Der Abziehteil 21 ist also entweder klebstofffrei
oder aber seine Klebemasse ist durch einen zusätzlichen Folienstreifen gemäß der Erfindung
abgedeckt
[0014] Das unterste Abdeckfolienstück 18 ist an seiner oberen Fläche 23 fast vollständig
mit einer klebstoffabweisenden Masse beschichtet, allerdings mit Ausnahme des linken
Teils 22, der in Fig. 2 schraffiert dargestellt ist. Die bei Betrachtung nach Fig.
2 untere Fläche 26 des Abdeckfolienstücks 18 ist mit Klebstoff ganzflächig beschichtet.
[0015] Entfernt man das Abdeckfolienstück 16 von dem Abdeckfolienstück 17, so wird zu diesem
Zweck der Abziehteil 14 erfaßt und von rechts nach links abgezogen. Hierzu ist zunächst
eine relativ große Kraft notwendig, weil das Abdeckfolienstück 16 mit seiner Klebmasse
besonders gut in dem Bereich 19 des Abdeckfolienstücks 17 haftet. Nach Überwindung
dieses Bereiches kann der weitere Teil des Abdeckfolienstücks 16 leicht abgezogen
werden, weil hier die klebstoffabweisende Schicht 20 eine leichte Lösung des Abdeckfolienstückes
16 ermöglicht. Die gleichen Verhältnisse liegen vor, wenn man das Abdeckfolienstück
17 von dem Abdeckfolienstück 18 entfernen will. Hierzu wird nämlich der Abziehteil
21 erfaßt, und in einer Bewegung von links nach rechts wird das Abdeckfolienstück
17 von dem Abdeckfolienstück 18 entfernt. Auch hier muß die anfänglich große Klebkraft
überwunden werden, die darauf zurückzuführen ist, daß das Abdeckfolienstück 17 besonders
gut im Bereich 22 auf dem Abdeckfolienstück 18 haftet.
[0016] Es ist ersichtlich, daß mit dem Codierungsträger gemäß der vorliegenden Erfindung
die Codierung immer wieder gut sichtbar gemacht werden kann, und zwar unabhängig davon,
ob sich Farbe oder dergleichen auf der oberen Abdeckfolie befindet. Es ist nämlich
notwendig, die verschmutzte oder lackierte Folie zu entfernen, um die Codierung des
Codierungsträgers wieder gut sichtbar zu machen.
1. Plattenförmiger Codierungsträger zur Anbringung an für sich zu bearbeitenden Teilen
eines zu montierenden Industrieerzeugnisses, insbesondere für Karosserien bzw. Teile
eines Kraftfahrzeuges, wobei der Codierungsträger optisch erkennbare Informationen
über die Art der Bearbeitung des Einzelteils, die Zugehörigkeit zu einem bestimmten
Erzeugnis und weitere Herstellungsdaten aufweist, gekennzeichnet durch mehrere aufeinander
angeordnete, vorzugsweise wenigstens teilweise durchsichtige Abdeckstücke (16, 17,
18), die an dem Codierungsträger (10) einzeln lösbar befestigt sind.
2. Plattenförmiger Codierungsträger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Abdeckstücke (16, 17, 18) jeweils einseitig mit einer vorzugsweise durchsichtigen
Klebstoffmasseschicht (24, 25, 26) versehen sind.
3. Plattenförmiger Codierungsträger nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Abdeckstücke (16, 17, 18) jeweils mindestens einen Teil (14, 21) zum Anfassen
und Abziehen (Abziehteil) aufweisen.
4. Plattenförmiger Codierungsträger nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das
jeweils äußere Abdeckstück (16, 17; 17,13) den Abziehteil (21, 14) des inneren Abdeckstücks
(17) abdeckend angeordnet ist.
5. Plattenförmiger Codierungsträger nach einem der Ansprüche 2 bis 4., dadurch gekennzeichnet,
daß die der Klebemasseschicht (25, 26) abgewendete Seite des Abdeckstücks (18, 17)
vollständig oder nahezu vollständig mit einer klebstoffabweisenden Schicht versehen
ist, insbesondere silikonisiert ist.
6. Plattenförmiger Codierungsträger nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der
dem Abziehteil (14, 21) des jeweils äußeren Abdeckstücks (16, 17) benachbarte Teil
des inneren Abdeckstücks (17) nicht mit einer klebstoffabweisenden Masse beschichtet
oder silikonisiert ist.
7. Plattenförmiger Codierungsträger nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß das Abdeckstück (16, 17, 18) rechteckig ausgebildet ist und an den kleinen Rechteckseiten
die Abziehteile (14, 21) ausgebildet sind.
8. Plattenförmiger Codierungsträger nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Abdeckstücke (16, 17, 18) aus einem oder verschiedenen Kunststoffen gebildet
sind, die gegen die auftretenden Belastungen beständig sind, insbesondere chemikalien-
und lösungsmittelfest, elektrisch isolierend und/oder temperaturbeständig sind.
9. Plattenförmiger Codierungsträger nach einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die Abziehteile (21, 14) der Abdeckstücke (16, 17) durch äußere Einwirkungen,
zum Beispiel Wärme, Licht und dgl., leicht greifbar gemacht sind.
10. Plattenförmiger Codierungsträger nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß die Abdeckstücke (16, 17, 18) aus Folien, insbesondere Kunststoffolien, oder einem
folienartigen Material bestehen.