(19)
(11) EP 0 066 002 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
08.12.1982  Patentblatt  1982/49

(21) Anmeldenummer: 81104843.8

(22) Anmeldetag:  23.06.1981
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3B08B 17/04, C09D 5/20, C04B 41/06
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 06.04.1981 DE 3113854

(71) Anmelder:
  • Schubert, Wolfgang
    D-8602 Memmelsdorf (DE)
  • Reuss, Peter
    D-8602 Memmelsdorf (DE)

(72) Erfinder:
  • Schubert, Wolfgang
    D-8602 Memmelsdorf (DE)
  • Reuss, Peter
    D-8602 Memmelsdorf (DE)
  • Hoerling, Ludwig
    D-3280 Bad Pyrmont (DE)

(74) Vertreter: Göbel, Matthias, Dipl.-Ing. 
Pruppacher Hauptstrasse 5-7
D-90602 Pyrbaum
D-90602 Pyrbaum (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Keramische Platte mit entfernbarer Beschichtung


    (57) Bei einer keramischen Platte mit entfernbarer Beschichtung, insbesondere grobkeramische Spaltklinkerplatte, ist zur Vermeidung von Schleierbildungen und Rückständen der Verlege- und Fugenwerkstoffe auf dem Plattenkörper mindestens die Sichtseite des Plattenkörpers mit einer Beschichtung versehen, die nach dem Verlegen oder Verfugen mechanisch und/oder chemisch entfernbar ist.


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine keramische Platte, insbesondere grobkeramische Spaltklinkerplatte.

    [0002] Bekanntlich bilden sich beim Verlegen oder Verfugen von keramischen Platten mit Zement- oder Kunststoffmassen an der Sichtseite störende Schleierbildungen bzw.. Rückstände, die entweder überhaupt nicht oder nur mit großem Arbeitsaufwand zu entfernen sind. Die Schleierbildungen sind in besonderem Maße schwierig zu entfernen, wenn die Sichtseite der Platte mit rauher Beschaffenheit ausgeführt ist, wie dies beispielsweise bei Spaltklinkerplatten der Fall ist.

    [0003] Die Erfindung hat zur Aufgabe Maßnahmen zu schaffen, die Schleierbildungen an den Platten der vorgenannten Art verhindern.

    [0004] Der Erfindung gemäß ist dies dadurch erreicht, daß mindestens die Sichtseite des Plattenkörpers eine Beschichtung fest aufweist, die mechanisch und/oder chemisch nach dem Verlegen oder Verfugen entfernbar ausgebildet ist. Durch die Beschichtung erfolgen etwaige Schleierbildungen bzw. der Verbleib von Rückständen auf der dem Plattenkörper abgewandten Schichtseite, wodurch nach dem Entfernen der Schicht die Platte frei jeglicher Beeinflussung von Verlegematerialien oder Fugenmörtel ist. Dies wirkt sich in besonderem Maße vorteilhaft bei Platten mit starker porenhaltiger Schichtseite aus. Ferner erübrigen sich die sonst üblichen umständlichen Entsäuerungs- und Entschleierungsmaßnahmen. Außerdem sind die so vorbehandelten keramischen Platten schnell auch von weniger geübten Personen verlegbar. Zweckmäßig ist der Plattenkörper im Bereich der Sichtseite und an den Seitenflächem mit einer Beschichtung versehen. Es versteht sich, daß der Plattenkörper auch allseitig beschichtet sein kann.

    [0005] In Fortbildung des Erfindungsgedankens ist vorgesehen, die Beschichtung durch beliebige geeignete Maßnahmen zu bilden und in beliebiger Weise aufzubringen. Gemäß bevorzugter Ausführung ist die Beschichtung durch eine Lackschicht, insbesondere einem an sich bekannten Waschlack einfach erzielbar. Ferner kann eine Wachs- oder Paraffinschicht die Beschichtung bilden bzw. ein erhärt- oder polymerisierbarer Kunststoff als Beschichtung aufgetragen sein. Darüber hinaus besteht aber auch die Möglichkeit als Beschichtung eine Folie auf dem Plattenkörper aufzubringen, die durch einfaches Abreißen nach dem Verarbeiten des Plattenkörpers saubere Sichtflächen ergibt.

    [0006] Nach weiterer Erfindung ist vorteilhaft, wenn die Beschichtung Abbindeverzögerer und/oder Zerstörer für den Verlege- bzw. Fugenwerkstoff aufweist. Da die Verlegewerkstoffe und die Fugenwerkstoffe bevorzugt auf Zementbasis aufgebaut sind, kann als Zerstörer ein Betonzerstörer dienen. Es entspricht dem Wesen der Erfindung, daß bei einer Verwendung von Kunststoffmaterialien als Verlege- bzw. Fugenwerkstoff der Verzögerer bzw. Zerstörer auf die Polymerisation dieser Werkstoffe entsprechend wirksam wird.

    [0007] Desweiteren ist vorgesehen, daß die Abbindeverzögerer und Zerstörer im sauren oder im neutralen Bereich, also mit pH-Werten zwischen 7 und 1, bevorzugt zwischen 4,5 und 6,5 arbeiten.

    [0008] Das Aufbringen der Beschichtung kann schließlich in vielfacher Weise beliebig durch Tauchen, Besprühen, Walzen, Kleben od.dgl. erfolgen, während zur Entfernung der Beschichtung ein dem Beschichtungswerkstoff angepaßtes Lösungsmittel, bei Waschlack z.B. ein alkalisches Wasser, verwendbar ist.

    [0009] Es entspricht dem Erfindungsgedanken, daß die als Beschichtung vorgesehenen Werkstoffe bevorzugt herstellerseitig auf den Plattenkörper aufgebracht sind, was auch zu einem beschädigungsarmen Aufbewahren und Transportieren der so vorbehandelten Platten beiträgt. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Beschichtung an der Baustelle, etwa vor der Verlegung bzw. vor der Verfugung auf den Plattenkörper in beliebiger Weise aufzutragen'. Die Beschichtung kann dabei mit beliebiger Dicke ausgeführt sein.


    Ansprüche

    1. Keramische Platte, insbesondere grobkeramische Spaltklinkerplatte, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens die Sichtseite des Plattenkörpers eine Beschichtung fest aufweist, die mechanisch und/oder chemisch nach dem Verlegen oder Verfugen entfernbar ausgebildet ist.
     
    2. Keramische Platte nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Plattenkörper im Bereich der Sichtseite und den Seitenflächen beschichtet ist.
     
    3. Keramische Platte nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung durch Waschlack gebildet ist.
     
    4. Keramische Platte nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung durch Folienwerkstoff gebildet ist.
     
    5. Keramische Platte nach Patentanspruch l, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung durch Wachs oder Paraffin gebildet ist.
     
    6. Keramische Platte nach Patentanmeldung 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung durch einen erhärt- oder polymerisierbaren Kunststoff qebildet ist.
     
    7. Keramische Platte nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung beliebig durch Tauchen, Besprühen, Walzen, Kleben od.dgl. auf den Plattenkörper aufbringbar ist.
     
    8. Keramische Platte nach Patentanspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung durch Lösungsmittel, z.B. alkalische Wasser abwaschbar ist.
     
    9. Keramische Platte nach Patentanspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung Abbindeverzögerer und/oder Zerstörer für den Verlege- bzw. Fugenwerkstoff aufweist.
     
    10. Keramische Platte nach Patentanspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß als Zerstörer ein Betonzerstörer dient.
     
    11. Keramische Platte nach Patentanspruch 9. dadurch gekennzeichnet, daß die Abbindeverzögerer und/ oder Zerstörer pH-Werte zwischen 7 und 1 aufweisen.
     
    12. Keramische Platte nach Patentanspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß als Beschichtung eine Lackschicht dient.
     


    Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 86(2) EPÜ.


    1. Keramische Platte mit entfernbarer Beschichtung, insbesondere grobkeramische Spaltklinkerplatte, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens die Sichtseite des Plattenkörpers eine Beschichtung fest aufweist, die mechanisch und/oder chemisch nach dem Verlegen oder Verfugen entfernbar ausgebildet ist.
     
    2. Keramische Platte nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Plattenkörper im Bereich der Sichtseite und den Seitenflächen beschichtet ist.
     
    3. Keramische Platte nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung durch Waschlack gebildet ist.
     
    4. Keramische Platte nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung durch Folienwerkstoff gebildet ist.
     
    5. Keramische Platte nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung durch Wachs oder Paraffin gebildet ist.
     
    6. Keramische Platte nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung durch einen erhärt- oder polymerisierbaren Kunststoff gebildet ist.
     
    7. Keramische Platte nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung belieb-ig durch Tauchen, Besprühen, Walzen, Kleben od.dgl. auf den Pia`tenkörper aufbringbar ist.
     





    Recherchenbericht