[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Wechseln von
Ablagekannen an Spinnereivorbereitungsmaschinen, insbesondere an Strecken, mit einer
zu füllenden Ablagekanne und einer bereitgestellten leeren Ablagekanne sowie mit einem
ersten, an einem ersten verschiebbaren Träger vorgesehenen schwenkbaren und mittels
Träger verschiebbaren Arm für die volle Ablagekanne und einem zweiten, an einem zweiten
verschiebbaren Träger vorgesehenen mittels Träger verschiebbar.en Arm für die leere
Ablagekanne zum Verschieben der leeren Kanne aus einer Reserveposition in eine Ablageposition
und zum gleichzeiten Verschieben der gefüllten Kanne aus der Ablageposition in eine
Abgabeposition sowie mit einem Antrieb für die verschiebbaren Träger.
[0002] Die heute gebräuchlichen oder angestrebten hohen Liefergeschwindigkeiten der verstreckten
Bänder, die bis zu 13m pro Sekunde und mehr betragen können, verlangen möglichst rasche
Wechselgeschwindigkeiten der gefüllten
Ab-lagekannen mit den nachfolgenden leeren Kannen, um möglichst kurze Stillstandszeiten
der Strecke zu erhalten.
[0003] Ein an sich bekanntes Merkmal bei einer solchen Wechselvorrichtung besteht darin,
dass die volle und die leere Kanne im gleichen Takt in die nächstfolgende Position
verschoben werden.
[0004] Eine solche Wechselvorrichtung ist aus der deutschen Auslegeschrift Nr. 1234 597
bekannt. Darin werden mittels eines sogenannten Rotationswechslerprinzips gefüllte
und leereKannen an einer achtelskreisförmigen Leitschiene in die nächste Position
verschoben, d.h. volle Kannen in eine Abholposition und leere Kannen in eine Ablageposition.
[0005] Für den Kannenvorschub sind an den achtelskreisförmigen Leitschienen schwenkbare.
Arme befestigt, die während des Zurückverschiebene der Leitschiene hochgeschwenkt
und nach Erreichen der Ausgangsposition wieder hinter die Kannen zurückgeschwenkt
werden können.
[0006] Eine achtelskreisförmige Leitschiene mit Schwenkarm ist für die Bewegung der leeren
Kanne in die Ablageposition und eine darüber angeordnete gleichartige Leitschiene
für die Bewegung der vollen Kanne in die Abgabeposition vorgesehen. Beide Schienen
legen denselben Weg zurück. Der Unterschied liegt darin, dass der Schwenkarm für den
Vorschub der leeren Kanne am Anfang der einen Schiene vorgesehen ist, in Vorschubrichtung
gesehen, und derjenige für die volle Kanne am Ende der anderen Schiene.
[0007] Jede Schiene wird mit einem eigenen Motor angetrieben. Der Uebertrieb vom Motor zur
Schiene erfolgt mittels Zahnstange an der Schiene und einem Ritzel am Motor.
[0008] Die beiden wesentlichen Nachteile einer solchen Wechselvorrichtung liegen darin,
dass einerseits sogenannte Rotationswechsler durch den notwendigen Schwenkbereich
grundsätzlich viel Platz in der Breite von der Bedienungsseite her gesehen benötigen.
Dieser Nachteil wirkt sich hauptsächlich dann aus, wenn die an sich übliche Doppelstrecke
zur Anwendung kommt. Die dadurch grosse Breite des Kannenwechslers hat einen breiten
Bandeinlauftisch zur Folge - falls unvorteilhafte Umlenkungen der Bänder vermieden
werden sollen - was einen grossen Platzbedarf auf der ganzen Länge des Einlauftisches
verursacht.
[0009] Anderseits werden bei Rotationswechslern die vollen Kannen ungefähr an derjenigen
Stelle ausgestossen, an der die Bedienungsperson für die Bedienung der Strecke einen
günstigen Standplatz hätte.
[0010] Die Bedienungsperson muss demzufolge für die Bedienung schräg zum Streckwerk stehen,
was nicht nur die Zugänglichkeit für die Bedienung des Streckwerkes verschlechtert,
sondern auch die Distanz zwischen Standplatz der Bedienungsperson und dem Streckwerk
verlängert.
[0011] Diese Nachteile zu beheben, ist Aufgabe der Erfindung. Die Erfindung, wie sie in
den Ansprüchen gekennzeichnet ist, löst die Aufgabe verfahrensmässig derart, dass
die leere Kanne beim Wechsel in einer Richtung verschoben wird, die im wesentlichen
im rechten Winkel zur Verschieberichtung der gefüllten Kanne liegt. Vorrichtungsmässig
wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass die Träger je auf einer geradlinigen Führung
vor- und rückwärts verschiebbar sind, dass die Führungen, auf den Grundriss der Vorrichtung
gesehen, im rechten Winkel zueinander stehen, sowie dass die Träger durch ein Verschiebemittel
miteinander verbunden sind, und dass einer der beiden Träger für das. Vor- und Rückwärtsverschieben
beider Träger mit dem Antrieb verbunden ist.
[0012] Verfahrensmässig kann die leere Kanne im wesentlichen derart beschleunigt verschoben
werden, dass der Anfangsgeschwindigkeitsbereich eine wesentlich tiefere Durchschnittsgeschwindigkeit
aufweist als die Geschwindigkeit der gefüllten Kanne.
[0013] Dies kann in vorteilhafter Weise-derart geschehen, dass der Geschwindigkeitsverlauf
der leeren Kanne im wesentlichen einer Tangensfunktion für einen Winkel von 0 gegen
90 Winkelgraden entspricht. Der Vorteil liegt darin, dass auch bei enger Anordung
der Positionen für die leere und volle Kanne beide Kannen derart gestartet werden
können, dass eine Berührung der beiden Kannen vermieden wird. Nahe Kannenabstände
erlauben anderseits kleinere Abmessungen der Grundfläche der Wechselvorrichtung mit
dem Vorteil, dass sich dieser kleine Platzbedarf auf der ganzen Länge des Einlauftisches
auswirkt.
[0014] Das Verschiebemittel kann dabei eine gebogene, an sich jedoch starre Stange sein,
was den Vorteil bringt, dass zwischen den beiden Trägern eine starre, in beiden Verschieberichtungen
kraftübertragende Verbindung vorhanden ist, ohne dass beim Rückwärtsverschieben die
zu füllende Kanne durch das Verschiebemittel berührt wird.
[0015] Eine andere vorteilhafte Ausführungsform besteht da-
rin, dass das Verschiebemittel eine Gelenkstange mit zwei oder drei Schenkeln sein
kann, so dass einerseits beim Vorwärtsverschieben der leeren und der gefüllten Kanne
die Verfahrensschritte erfüllt werden, anderseits beim Rückwärtsverschieben der beiden
Träger durch das Einknicken der Gelenkstange ein Berühren der sich füllenden Kanne
vermieden wird.
[0016] Weitere vorteilhafte Ausführungsformen sind in den weiteren Ansprüchen aufgeführt.
[0017] Im folgenden wird die Erfindung anhand von lediglich
Ausführungswege darstellenden Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 und 2 zwei Grundrisse einer ersten Variante der erfindungsgemässen Wechselvorrichtung,
schematisch verschiedene Verfahrensschritte darstellend,
Fig. 3 eine mathematische Darstellung einer Verfahrensfunktion des Wechslers von Fig.
1 und 2,
Fig. 4 und 5 zwei. Grundrisse einer zweiten Variante der erfindungsgemässen Wechselvorrichtung,
schematisch verschiedene Verfahrensschritte darstellend,
Fig. 6 eine mathematische Darstellung einer Verfahrensfunktion der Wechsler von Fig.
4 und 5, 7 bis 10 und 11 bis 14,
Fig. 7 bis.10 Grundrisse einer dritten Variante der erfindungsgemässen Wechselvorrichtung,
schematisch verschiedene Verfahrensschritte darstellend,
Fig. 11 bis 14 Grundrisse einer vierten Variante der erfindungsgemässen Wechselvorrichtung,
schematisch verschiedene Verfahrensschritte darstellend,
Fig. 15 ein Aufriss der Vorrichtung von Fig. 7 bis 10, halbschematisch vergrössert
dargestellt,
Fig. 16 eine Seitenansicht der Vorrichtung von Fig. 15 in Richtung I gesehen,
Fig. 17 ein Grundriss der Vorrichtung von Fig. 16 in Richtung II gesehen,
Fig. 18 ein Querschnitt der Vorrichtung von Fig. 15 in Richtung III (Fig. 7) gesehen,
halbschematisch vergrössert dargestellt,
Fig. 19 ein Grundriss der Vorrichtung von Fig. 18 in Richtung IV gesehen.
[0018] Eine zu füllende Kanne 1 ist in einer sogenannten Ablageposition, eine leere Kanne
2 in einer sogenannten Warteposition, und eine volle Kanne 3 (in Fig. 1 mit strichpunktierten
Linien dargestellt) in einer sogenannten Abgabeposition. Diese drei Kannen-Positionen
gelten auch für alle folgenden Varianten der erfindungsgemässen Wechselvorrichtung.
[0019] Ein erster schwenk- und verschiebbarer Arm 4 ist in Ausgangsposition unmittelbar
vor der zu füllenden Kanne 1 und ein zweiter verschiebbarer Arm 5 in Ausgangsposition
unmittelbar vor der leeren Kanne 2, in der in Fig. 1 je mit einem Pfeil angedeuteten
Vorwärts-Verschieberichtung gesehen, angeordnet.
[0020] Der Arm 4 und ein Gelenkteil 6 sind Bestandteile eines .später beschriebenen ersten
Trägers 7 (nicht gezeigt), während der Arm 5 und ein Gelenkteil 8 Bestandteile eines
später beschriebenen zweiten Trägers 9 (nicht gezeigt) sind. Der erste Träger 7 ist
auf einer in den Fig-. 1,2,4,5 und 7-14 mit strichpunktierter Linie angedeuteten ersten
Bahn 10, der zweite Träger 9 auf einer in den vorerwähnten Figuren ebenfalls mit strichpunktierten
Linien angedeuteten zweiten Bahn 11 vor- und rückwärts verschiebbar angeordnet. Die
Bahnen 10 und 11 stehen, auf den Grundriss der Vorrichtung gesehen, im wesentlichen
senkrecht zueinander.
[0021] In der ersten mit den Fig. 1 und 2 gezeigten Variante der Vorrichtung sind die Gelenkteile
6 und 8 und damit die Träger 7 und.9 durch eine gebogene Zug- und Schubstange 12 miteinander
gelenkig und kraftübertragend verbunden. Diese Stange 12 ist, wie in Fig. 2 gezeigt,
derart gebogen, dass sie beim Rückwärtsverschieben der Träger zwischen den in Fig.
1 gezeigten Endlagen der Arme 4 und 5 (in Fig. 1 mit ausgezogenen, respektive unterbrochenen
Linien dargestellt) die zu füllende Kanne 1 nicht berührt. Ausserdem verbindet die
Stange 12 die beiden Träger 7, respektive 9, derart kraftübertragend, dass sie in
der Lage ist, beim Antrieb des einen oder anderen Trägers den nicht angetriebenen
Träger mitsamt der vollen, respektive leeren Kanne aus der Ablage- in die Abgabe-,
respektive aus der Reserve- in die Ablageposition zu verschieben.
[0022] Der Arm 4 ist, um beim Rückwärtsverschieben an der Kanne 1 nicht anzustossen, aus
der in Fig. 1 gezeigten horizontalen Lage in eine in Fig. 2 gezeigte vertikale Lage
schwenkbar.
[0023] Der Arm 5 ist, falls eine leere Kanne 2 aus einer Richtung A (Fig. 2) nachgeliefert
wird, ebenfalls in eine vertikale Lage schwenkbar (in Fig. 1 und 2 nicht gezeigt).
Falls eine leere Kanne 2 aus einer Richtung B nachgeliefert wird, nachdem der Arm
5 seine in Fig. 1 mit ausgezogenen Linien gezeigte Lage erreicht hat, ist eine Schwenkbarkeit
des Armes nicht notwendig.
[0024] Die Geschwindigkeitsverhältnisse der mittels der Stange 12 verbundenen vorwärts verschiebbaren
Träger 7 und 9 sind in Fig. 3 dargestellt.
[0025] Angenommen, der erste Träger 7 wird mit einer konstanten Geschwindigkeit verschoben,
so verschiebt sich der zweite Träger 9 infolge der mittels der Stange 12 starren Verbindung
mit dem ersten Träger und bei senkrechter Lage der Bahnen 10 und 11 zueinander mit
einem Geschwindigkeitsverlauf, der einer Tangensfunktion für einen Winkel d (Fig.
1) zwischen 0 und 90 Grad entspricht. Der Tangens des Winkels a wird gebildet durch
den Quotienten der Winkelschenkel a und b (Fig. 2), d.h. a = tg α Der Schenkel a entspricht
einerseits der Distanz zwischen der Drehachse (nicht gezeigt) des Gelenkteiles 6 und
dem auf die früher genannte gedachte Grundrissebene projizierten Schnittpunkt der
beiden Bahnen 10 und 11 des Schenkels b, anderseits der Distanz zwischen der Drehachse
des Gelenkteiles 8 und dem genannten projizierten Schnittpunkt.
[0026] Um keine zu hohe Endgeschwindigkeit des zweiten Trägers, respektive der leeren Kanne
zu erhalten, müssen die Kannen bei Erreichen eines Winkels α von ca. 75° ihre neue
Lage erreicht haben, d.h. die leere Kanne die Ablageposition und die gefüllte Kanne
die Abgabeposition.
[0027] Bei 45 Winkelgraden erreicht die Geschwindigkeit der leeren Kanne den Wert der vollen
Kanne, da der Tangens von 45° den Wert l hat, d.h. die beschleunigte Kanne hat bei
45° die Geschwindigkeit der konstant angetriebenen Kanne.
[0028] Im weiteren ist der zurückgelegte Weg s = v.t [m] . Da die Zeit t für beide Bewegungen
gleich ist, wird für die volle Kanne der total zurückgelegte Weg s
I = v
L °t und für die leere Kanne der total zurückgelegte Weg s
2 = v
T . t. Diese beiden Werte sind mit der jeweiligen in Figur 3 schraffierten Fläche dargestellt.
[0029] Der sich aus der Ausgangsposition der beiden Arme 4, respektive 5 (Fig. 1) und damit
der Gelenkteile 6, respektive 8 ergebende Winkel α' hängt von den konstruktiven
Dispositionen eines solchen Wechslers ab und ist in Fig. 3 beispielsweise mit 12 Grad
angenommen worden.
[0030] Aus der Graphik der Fig. 3 ist weiter ersichtlich, dass der Anfangsgeschwindigkeitsbereich
(z.B. für α zwischen 12
0 und 30°) der leeren Kanne eine wesentlich tiefere Durchschnittsgeschwindigkeit aufweist
als die Geschwindigkeit der vollen Kanne.
[0031] Wird als Variante der zweite Träger 9 und damit der Arm 5 mit einer konstanten Geschwindigkeit
angetrieben, so hat die volle Kanne einen der Tangensfunktion entsprechenden Geschwindigkeitsverlauf.
Bei einer solchen Variante müsste allerdings darauf geachtet werden, dass die konstruktive
Disposition des Wechslers einen Anfangswinkel α' ergäbe, der einen zu hohen Druck
auf die Gelenkstelle 6 vermeiden würden
[0032] Eine Variante der in den Figuren 1 und 2 gezeigten Ausführungsart ist mit den Figuren
4 und 5 gezeigt. Darin wird anstelle der gebogenen Stange 12 eine federnd biegbare
Stange 13 als gelenkige und kraftübertragende Verbindung zwischen den Gelenkteilen
6 und 8 vorgesehen.
[0033] Um ein Berühren der Stange 13 an der Kanne 1 in der Ausgangsposition der Arme 4 und
5 (Fig. 4) zu vermeiden, ist der Weg s
2 (Fig. 5) in der äusseren Endlage des Gelenkteiles 8, d.h. in derjenigen Endlage,
aus der der Arm 5 eine leere Kanne 2 zu verschieben beginnt, begrenzt. Eine solche
Begrenzung verursacht, dass sich die Stange 13 in der vorgenannten Endlage des Gelenkteiles
6 nicht ganz durchstrecken kann.
[0034] Bei dieser Variante ist der erste Träger 7 angetrieben und bewegt sich vor- und rückwärts
mit konstanter Geschwindigkeit. Beim Kannenwechsel wird der Gelenkteil 8 erst dann
bewegt, wenn der Gelenkteil 6 sich bereits so weit verschoben hat, dass der Stab 13
eine gestreckte Lage einnimmt, d. h. der Winkel α ' sich zum Winkel α'' vergrössert
hat. Die Grösse der beiden Winkel hängt dabei von der konstruktiven Disposition des
Wechslers ab.
[0035] Nach Erreichen des Winkels α'' hat der Gelenkteil 8 beim weiteren Verschieben einen
dem in der Figur 6 gezeigten Tangens entsprechenden Geschwindigkeitsverlauf. Das Fortbewegen
der Gelenkteile 6- und 8 geschieht, wie bereits früher beschrieben, bis der Winkel
α einen Wert von im wesentlichen 75
0 erreicht hat.
[0036] Ein mit dem Gelenkteil 8 verbundener Kolben eines nur im Rücklauf wirkenden, fest
angeordneten Dämpfungszylinders 14 (nicht gezeigt) verzögert das Rückverschieben des
Trägers 9, respektive des Gelenkteiles 8 gegenüber der konstanten Geschwindigkeit
des Trägers 7 derart, dass die Stange 13 eine Biegung erfährt und dadurch ein Berühren
der Kanne 1 durch diese. Stange vermieden wird. Das Mass der Biegung wird durch einen
regelbaren Dämpfungseffekt des Dämpfungszylinders 14 (nicht gezeigt) gewählt.
[0037] Die bei dieser Biegung der Stange 13 gespeicherte Kraft verursacht grundsätzlich
das Rückwärtsverschieben des zweiten Trägers 9 bis zur genannten Begrenzung des Weges
s
2 (nicht gezeigt), die ein Weiterverschieben des Trägers verhindert. Dies wird durch
eine Begrenzung des Kolbenhubes des Zylinders 14 gegeben.
[0038] Das Material dieser Stange kann Federstahl oder ein geeigneter Kunststoff-, Glas-
oder Textilfaser-Verbund sein.
[0039] Fig. 6 deutet mit den schraffierten Flächen die beim Wechselvorgang durchlaufenen
Wege s
1 und s
2 der gefüllten Kanne 1, respektive der leeren Kanne 2, an.
[0040] Dabei ist die Verschiebezeit t
1 diejenige Zeit, die benötigt wird, bis die Stange 13 gestreckt ist, und t
2 die gemeinsame Verschiebezeit. Dadurch wird s
1 = (t
1 + t
2)-v
L und s
2 = t
2-v
r.
[0041] Eine weitere Variante der in den Figuren 1 und 2 gezeigten Ausführungsart ist mit
den Figuren 7-10 dargestellt. Darin wird anstelle der gebogenen Stange 12 eine Gelenkstange
15 als gelenkige und kraftübertragende Verbindung zwischen den Gelenkteilen 6 und
8 vorgesehen.
[0042] Die Gelenkstange 15 besteht aus einer Stange 16 (Fig.8), als Verbindung zwischen
einem Gelenk 17 und dem Gelenkteil 6, sowie aus einer Stange 18 als Verbindung zwischen
dem Gelenk 17 und dem Gelenkteil 8.
[0043] Zusätzlich zu den Bahnen 10 und 11 sind parallel dazu geradlinige Führungsschienen
19 und 20 vorgesehen, die, wie anschliessend beschrieben, als Anschlag für das Gelenk
17 dienen.
[0044] Auch bei dieser Variante ist der erste Träger 7 angetrieben und bewegt sich vor-
und rückwärts mit konstanter Geschwindigkeit.
[0045] Beim Kannenwechsel wird das Gelenkteil 8 erst dann bewegt, wenn das Gelenkteil 6
sich bereits soweit verschoben hat, dass die Gelenkstange 15 eine gestreckte Lage
einnimmt (in Fig. 7 angedeutet), d.h. dass der Winkel α' sich zum Winkel α" vergrössert
hat. Dabei hängen die Grössen der beiden Winkel von der konstruktiven Disposition
des Wechslers ab.
[0046] Nach Erreichen des Winkels α" hat der Gelenkteil 8 beim weiteren Verschieben einen
dem in der Figur 6 gezeigten Tangens entsprechenden Geschwindigkeitsverlauf.
[0047] Das Fortbewegen des Gelenkteiles 6 geschieht, wie bereits früher beschrieben, bis
der Winkel α einen Wert von im wesentlichen 75° erreicht hat (Fig. 8).
[0048] Beim Rückwärtsverschieben des ersten Trägers 7 knickt die Gelenkstange 15 so lange
ein (Fig. 9), bis das Gelenk 17 an der Schiene 19 anliegt, und wird an dieser so lange
weitergeleitet, bis sich ein maximaler Knickwinkel β eingestellt hat. Diese Begrenzung
des Knickwinkels β geschieht durch einen Anschlag (nicht gezeigt) im Gelenk 17.
[0049] Durch das Verschieben des an der Schiene 19 entlang gleitenden Gelenkes 17 wird zwangsläufig
der zweite Träger 9 mittels Gelenkteil 8 auf der zweiten Bahn 11 ebenfalls verschoben.
Dadurch wird das Gelenk 17 nach Erreichen des Winkels β von der Schiene 19 abgehoben
und umgelenkt,bis es an der Schiene 20 anliegt und auf dieser weitergeleitet, bis
die Träger 7 und 9 ihre Ausgangsposition wieder erreicht haben ( Fig. 10).
[0050] Beim Gleiten des Gelenkes 17 an der Schiene 20 öffnet sich der Knickwinkel β wieder
bis zu einem bestimmten Wert/3 '. Die Grösse des Wertes β sowie des Wertes β' hängt
von den konstruktiven Dispositionen der ganzen Wechslervorrichtung ab.
[0051] Das Einknicken der Gelenkstange 15 bei Beginn des Rückwärtsverschiebens kann entweder
dadurch erfolgen, dass die Gelenkstange beim Berühren der Kanne 1 einknickt oder dadurch,
dass ein weiterer Anschlag im Gelenk 17 vorhanden ist (nicht gezeigt), der ein vollständiges
Strekken der Gelenkstange verhindert.
[0052] Als Variante zum erstgenannten Anschlag im Gelenk 17, der ein Einknicken unter einem
Winkel 1 verhindert, kann eine gebogene Schiene 21 (in Fig. 9 mit gestrichelten Linien
angedeutet) die Schienen 19 und 20 derart verbinden, dass das Gelenk 17 beim Rückwärtsverschieben
von der Schiene 19 auf die Schiene 20 umgelenkt wird.
[0053] Eine Variante der Gelenkstange 15 ist in den Figuren 11-14 mit einer Gelenkstange
22 dargestellt. In den Figuren 13 und 14 sind zur besseren Uebersicht Details, die
die Variante nicht beeinflussen, weggelassen worden.
[0054] Die Gelenkstange 22. (mit strichpunktierten Linien angedeutet) ist dreiteilig, d.h.
sie besteht aus einer mit dem Gelenkteil 6 verbundenen Stange 23, einer mit dem Gelenkteil
8 verbundenen Stange 24 und einer mittels einem Gelenk 25 und 26 mit der Stange 23
, respektive 24 verbundenen mittleren Stange 27. Durch die Gelenkstange 22 sind die
Träger 7 und 9 gelenkig und kraftübertragend miteinander verbunden.
[0055] Auch bei dieser Variante ist der erste Träger 7 angetrieben und bewegt sich vor-
und rückwärts mit konstanter Geschwindigkeit.
[0056] Um ein vollständiges Strecken der Gelenkstange 22 zu vermeiden, ist das Gelenk 26
mit einem Anschlag (nicht gezeigt) versehen, der ein Strecken bis zu einem bestimmten
Winkel 1 erlaubt. Dadurch ist einerseits der Gelenkstange 22 eine erwünschte Knickrichtung
vorgegeben und anderseits kann je nach konstruktiver Disposition der Wechslervorrichtung
ein Berühren der Gelenkstange 22 an der Kanne 1, in der in Fig. 12 gezeigten Position
der Kannen 1 und 3, vermieden werden.
[0057] Bei dem mit derr Fig. 13 und 14 dargestellten Zurückverschieben der Träger 7 und
9 knickt zuerst das Gelenk 26 ein, kommt dabei an der Schiene 19 zur Anlage und gleitet
an dieser entlang, bis sich ein maximaler Knickwinkel eingestellt hat.
[0058] Spätestens durch das anschliessende Abheben des Gelenkes 26 von der Schiene 19 knickt
das Gelenk 25 ebenfalls ein und gleitet ebenfalls der Schiene 19 entlang, bis sich
ein maximaler Knickwinkel δ eingestellt hat. Ob die beiden Knickwinkel γ und δ gleich
oder unterschiedlich sind, hängt von der konstruktiven Disposition des Wechslers ab.
Hingegen darf der Winkel ε (Fig. 11) nicht grösser als der Winkel η (Fig. 12) sein.
[0059] Anstelle der Anschläge in den Gelenken 25 und 26 zum Festlegen der maximalen Knickwinkel
γ und δ können die Schienen 19 und 20 mit der in Fig. 9 gezeigten gebogenen Schiene
21 verbunden werden, an der die Gelenke 25 und 26 entlanggleitend von der Schiene
19 zur Schiene 20 wechseln.
[0060] Mit den Figuren 15 bis 19 wird eine Ausführungsart einer Wechselvorrichtung detaillierter
gezeigt und beschrieben.
[0061] Der erste Träger 7 umfasst ein Fahrwerk 28, an dem an einem oberen Teil 29 zwei Rollen
30 drehbar vorgesehen sind, die an einer oberen, einen ersten Teil der ersten Bahn
10 darstellenden Schiene 31 geführt sind. Die Rollen 30 dienen zur horizontalen Führung
des Trägers 7.
[0062] An einem unteren Teil 32 des Trägers 7 sind zwei Rollen 33 zur vertikalen Führung
und Abstützung des Trägers 7 drehbar vorgesehen und auf einer unteren, den zweiten
Teil der ersten Bahn 10 darstellenden Schiene 34 abgestützt.
[0063] Die Schienen 31 und 34 sind an einem Maschinengehäuse 63 der Wechslervorrichtung
befestigt (nicht gezeigt).
[0064] Zwei weitere am unteren Teil 32 drehbar angeordnete Rollen 35 dienen der weiteren
horizontalen Führung des Trägers 7. Die von den Rollen 30 und 35 an den entsprechenden
Schienen 31 und 34 verursachten resultierenden Reaktionskräfte P und P' (Fig. 16)
sind einander entgegengerichtet.
[0065] Ebenfalls am unteren Teil 32 ist das Gelenkteil 6 befestigt, an dem die Stange 16
gelenkig angeordnet ist.
[0066] Ferner ist am oberen und unteren Teil 29 und 32 je ein schwenkbarer Arm 36 vorgesehen.
Diese beiden Arme ergeben zusammen den früher erwähnten ersten Arm 4.
[0067] Die Arme 36 umfassen je einen Support 37, einen im Support 37 fest angeordneten Gelenkbolzen
38 sowie ein daran schwenkbar gelagertes Armblatt 39. Zum Schwenken der Armblätter
39 aus der in Fig. 16 gezeigten horizontalen Lage in eine vertikale Lage (in Fig.
15 und 16 mit strichpunktierten Linien dargestellt) sind die Kolbenstangen 40 eines
doppelseitig wirkenden Pneumatikzylinders 41 mit den Armblättern 39 schwenkbar verbunden.
[0068] Ein zum oberen Teil 29 gehörender Anschlag 42, und ein zum unteren Teil 32 gehörender
Anschlag 43 begrenzen die Lage der ausgeschwenkten Armblätter 39. Die vertikale Lage
der Armblätter 39 ist durch einen begrenzten Rückwärtshub der Zylinderkolben 40 gegeben.
[0069] Der zweite Träger 9 umfasst ein Fahrwerk 44 (Fig. 18 und 1.9) an dem zwei obere Rollen
45 drehbar an einem zum Fahrwerk 44 gehörenden Längsteil 46 angeordnet sind, die auf
einer die zweite Bahn 11 darstellenden Schiene 47 das Fahrwerk 44 vertikal abstützen.
Weiter sind an zwei zum Längsteil 46 gehörenden Supports 48 (in Fig. 18 nur einer
sichtbar, in Fig. 19 andeutungsweise, mit gestrichelten Linien gezeigt) je eine obere
Rolle 49 und eine untere Rolle 50 drehbar vorgesehen. Die Rollen 49 stützen sich an
einem kurzen Schenkel 51 und die Rollen 50 an einem langen Schenkel 52 der Schiene
47 ab und stützen das Fahrwerk 44 in horizontaler Lage. Die von den Rollen 49 und
50 an den Schenkeln 51 und 52 verursachten Reaktionskräfte P
r und P
1' (Fig. 18) sind einander entgegengerichtet.
[0070] Das Gelenkteil 8 (in Fig. 19 mit gestrichelten Linien angedeutet) ist Bestandteil
des Supports 48.
[0071] Der Arm 5 ist, falls eine neu in die Wechselvorrichtung einzuschiebende Kanne 53
(Fig. 10) aus der Richtung B gebracht wird, fest mit dem Längsteil 46 verbunden. Soll
eine Kanne 53 aus der Richtung A (Fig. 10) eingeschoben werden können, so ist als
Variante zur vorgenannten Lösung der Arm 5 an einer Schwenkachse 54 (Fig. 18 und 19)
vorgesehen, die in zwei am Längsteil 46 befestigten Lagerelementen 55 drehbar ist.
Für das Schwenken des Armes 5 ist ein Pneumatikzylinder 56 zylinderseitig an einer
dem Längsteil 46 zugeordneten Stütze 57 und kolbenseitig am Arm 5 schwenkbar befestigt.
Zur Fixierung der horizontalen Lage des Armes 5 ist am Längsteil 46 ein Anschlag 58
vorgesehen.
[0072] Als Antrieb für das Fahrwerk 28 dient ein Kettentrieb 59 (Fig. 15-17), der durch
einen Getriebemotor 60 (in Fig. 16 nur teilweise gezeigt) angetrieben wird.
[0073] Ein verlängerter Kettenbolzen 61 ragt in eine am Fahrwerk 28 vorgesehene Führungsnut
62 und dient zur Uebertragung der Kraft vom Kettentrieb 59 zum Fahrwerk 28. Die Lagerung
des Kettentriebes und die Befestigung des Getriebemotores sind nicht gezeigt.
1. Verfahren zum gleichzeitigen Wechseln einer leeren und einer vollen Ablagekanne
an Spinnereivorbereitungsmaschinen, insbesondere an Strecken, dadurch gekennzeichnet,
dass die leere Kanne (2) beim Wechsel in einer Richtung verschoben wird, die im wesentlichen
im rechten Winkel zur Verschieberichtung der zu füllenden Kanne (1) liegt.
2, Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die leere Kanne (2) im
wesentlichen derart beschleunigt verschoben wird,, dass der Anfangsgeschwindigkeitsbereich
eine wesentlich tiefere Geschwindigkeit aufweist als die Geschwindigkeit der zu füllenden
Kanne (1).
3. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass der Geschwindigkeitsverlauf
der zu füllenden Kanne (1) im wesentlichen konstant ist.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Geschwindigkeitsverlauf
der leeren Kanne (2) im wesentlichen einer Tangensfunktion für einen Winkel von 0
gegen 90 Winkelgraden entspricht.
5. Vorrichtung zum Wechseln von Ablagekannen an Spinnereivorbereitungsmaschinen, insbesondere
an Strekken, mit einer zu füllenden Ablagekanne (1) und einer bereitgestellten leeren
Ablagekanne (2) sowie mit einem ersten, an einem ersten verschiebbaren Träger (7)
vorgesehenen schwenkbaren und mittels Träger (7) verschiebbaren Arm (4) für die zu
füllende Ablagekanne (1) und einem zweiten, an einem zweiten verschiebbaren Träger
(9) vorgesehenen mittels Träger (9) verschiebbaren Arm (5) für die leere Ablagekanne
(2) zum Verschieben der leeren Kanne (2) aus einer Reserveposition in eine Ablageposition
und zum gleichzeitigen Verschieben der gefüllten Kanne (1) aus der Ablageposition
in eine Abgabeposition sowie mit einem Antrieb (59,60) für die verschiebbaren Träger
(7,9), dadurch gekennzeichnet, dass die verschiebbaren Träger (7,9) je auf einer geradlinigen
- Führung (10,11) vor- und rückwärts verschiebbar sind, dass die Führungen (10,11),
auf den Grundriss der Vorrichtung gesehen im rechten Winkel zueinander stehen, sowie
dass die Träger (7,9) durch ein Verschiebemittel (12,13,15,22) kraftübertragend miteinander
verbunden sind, sowie dass einer der beiden Träger für das Vor- und Rückwärtsverschieben
beider Träger mit dem Antrieb (59,60) verbunden ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschiebemittel
eine derart gebogene, an sich jedoch starre Stange (12) ist, dass die Stange (12)
beim Rückwärtsverschieben der Träger (7,9) die sich in Ablageposition befindliche
Kanne (l) nicht berührt, sowie dass diese Stange (12) die beiden Träger (7,9) kraftübertragend
und gelenkig verbindet.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschiebemittel
eine federnd biegbare Stange (13) ist, welche die beiden Träger (7, 9) kraftübertragend
und gelenkig verbindet, sowie dass der Antrieb (59,60) mit dem ersten Träger (7) verbunden
ist, und dass.der zweite Träger (9) für das Rückwärtsverschieben durch ein Dämpfungs-
respektive Bremselement (14) derart gegenüber dem ersten Träger (7) verzögert ist,
dass die Stange (13) beim Rückwärtsverschieben derart gebogen wird, dass sie die sich
in Ablageposition befindliche Kanne (1) nicht berührt.
8. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeich- .net, dass das Verschiebemittel
eine Gelenkstange (15) mit mindestens zwei Schenkeln (16,18) ist, die die beiden Träger
(7,9) kraftübertragend und gelenkig verbindet sowie, dass parallel zu den genannten
Führungen (10, 11) je eine zusätzliche geradlinige Führung (19,20) vorgesehen ist
zur Führung des Gelenkes (17,25,26) der Gelenkstange (15,22) beim Einknicken der Gelenkstange
infolge Zurückverschiebens der Träger, und dass weiter ein Mittel vorhanden ist zur
Lenkung des Gelenkes (17, 25,26) von der einen zusätzlichen Führung (19) zur anderen
zusätzlichen Führung (20), weiter dass der Antrieb (59,60) mit dem ersten Träger (7)
verbunden ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel zur Lenkung
des Gelenkpunktes (17,25,26) ein Anschlag im Gelenkpunkt ist, der ein Einknicken der
Gelenkstange (15,22) unterhalb eines vorgegebenen Winkels verhindert.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel zur Lenkung
des Gelenkpunktes (17,25,26) ein die beiden zusätzlichen Führungen verbindender Führungsbogen
(21) ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass auch der zweite Arm
(5) schwenkbar ist.