[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Verreibwalzenantrieb am Farbwerk von Offset-Rotationsdruckmaschinen
mit Reihenanordnung der Druckwerke, bei denen zwei Gummizylinder zusammenwirken und
zwei Plattenzylinder vorgesehen sind, die jeweils von einem Farbwerk versorgt werden,
wobei in jedem Farbwerk mehrere seitlich hin- und herbewegte Verreibwalzen vorgesehen
sind und die Antriebe für die Hin- und Herbewegung über jeweils ein Exzentertrieb
und Schubstangen erfolgt.
[0002] Bei derartigen Verreibwalzenantrieben besteht das Problem, die im Farbwerk verteilten
Verreibwalzen seitlich hin- und herzubewegen, ohne für jede Reibwalze einen eigenen
Antrieb vorsehen zu müssen. Bei einer bekannten Ausführung (US-PS 1 741 414) werden
zum seitlichen Hin- und Herbewegen der Verreibwalzen Schubstangen verwendet, die ihren
Antrieb über einen Exzentertrieb erhalten, der wiederum von einem aufwendigen Antrieb
mit Schneckenrädern, Längswellen, einem Elektromotor usw. angetrieben wird. Berücksichtigt
man, daß ein derart aufwendiger Antrieb pro Farbwerk einmal vorgesehen ist, so stellt
dies einen erheblichen Kostenfaktor dar. Auch müssen die Antriebe gewartet werden
und der Drucker muß beim Stillsetzen der seitlichen Verreibung, z.B. bei fünf Druckwerken,
zehn Einzelantriebe stillsetzen.
[0003] Die Aufgabe der Erfindung ist es, einen Verreibwalzenantrieb am Farbwerk von Offset-Rotationsdruckmaschinen
zu schaffen, der in seinem Aufbau und in seiner Verwendung einfach und damit kostengünstig
ist.
[0004] Die Aufgabe wird mit den Merkmalen des Kennzeichens des Anspruchs 1 gelöst. Der Vorteil
der erfindungsgemäßen Ausführung des Verreibwalzenantriebs besteht darin, daß pro
Druckwerk nur noch ein Exzenterantrieb für beide Farbwerke benötigt wird. Hiermit
entfallen die sonst erforderlichen Getriebeteile und deren Lagerung. Weiterhin läßt
sich der Walzenhub aller Verreibwalzen in beiden Farbwerken zentral an einem Exzenterantrieb
einstellen, so daß die Einstellarbeit an der Maschine wesentlich erleichtert wird.
Auch ist es pro Druckwerk nur noch an einer Stelle nötig, ein Antriebsstirnrad auszurücken
und somit die Hin- und Herbewegung des gesamten Verreibwalzenantriebs in beiden Farbwerken
stillzusetzen.
[0005] Die Unteransprüche beinhalten vorteilhafte Ausgestaltungen des Erfindungsgegenstandes
und ermöglichen mit einfachen .Mitteln eine hohe Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit
des Verreibwalzenantriebs, wobei durch die versetzte Anordnung des Steuerhebels zur
Verbindungsstange auch die Antriebskräfte für die seitliche Hin- und Herbewegung zeitlich
versetzt wirken, so daß der ganze Maschinenantrieb entlastet wird.
[0006] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen schematisch dargestellt.
Es zeigt:
Fig. 1 eine Seitenansicht eines Druckwerkes mit zwei Farbwerken
Fig. 2 einen Querschnitt durch den Verreibwalzenantrieb.
[0007] Das in Fig. 1 gezeigte Druckwerk einer Offset-Rotationsdruckmaschine besteht aus
den beiden Gummizylindern 1 und 2, von denen die Papierbahn 3 beiderseits bedruckt
wird. Mit den Gummizylindern arbeiten die Plattenzylinder 4 und 5 zusammen, denen
jeweils ein Farbwerk 6 und 7 zugeordnet ist. Die ebenfalls vorhandenen Feuchtwerke
sind der Übersichtlichkeit wegen nicht dargestellt. Jedes Farbwerk besteht aus einer
Vielzahl Farbwalzen 8 und Verreibwalzen 9 und 10. Jede Verreibwalze führt in axialer
Richtung eine Hin-und Herbewegung aus, deren Hublänge unterschiedlich eingstellt werden
kann. Als Antrieb für die Hin- und Herbewegung der Reibwalzen werden Kipphebel 11,12
benutzt, die über Lagerzapfen 13 und Lager 14 am Maschinenseitengestell 15 gelagert
sind. Über Steuerhebel 16,17 und einen Exzentertrieb 18 werden die Kipphebel 11,12
bewegt und damit die Reibwalzen in Hin-und Herbewegung versetzt.
[0008] Über zusätzliche Steuerhebel 19,20 und eine Verbindungsstange 21 ist der Antrieb
für die Hin- und Herbewegung der Verreibwalzen des oberen Farbwerks 6 mit dem Antrieb
des unteren Farbwerks 7 gekoppelt. Hierbei ist der Steuerhebel 16 gegenüber der Verbindungsstange
um etwa 900 versetzt, so daß die Antriebskräfte für die seitliche Verreibung des oberen
und des unteren Farbwerks phasenverschoben angreifen und damit den Antrieb entlasten.
[0009] Fig. 2 zeigt, daß die Verbindungsstange 21 über Gewinde 22 in ihrer Länge einstellbar
ist und mit den Steuerhebeln 19,20 über Gelenklager 23 gekoppelt ist. Auch der Steuerhebel
20 ist drehbar auf dem Zapfen 24 eines Lagerkörpers 25 gelagert, der wiederum am Maschinenseitengestell
15 befestigt ist.
[0010] Der Exzentertrieb 18 weist ein Antriebsrad 26 auf, das von der Maschine über ein
ausrückbares Zwischenrad 27 angetrieben wird. In dem Antriebsrad 26 ist exzentrisch
versetzt ein Schlitz 28 vorgesehen, in dem ein Bolzen 29 verschiebbar und über eine
Mutter 30 festklemmbar vorgesehen ist. Hiermit läßt sich der Hub der Vereibwalzen
durch mehr oder weniger große Exzentrizität des Bolzens 29 auf einfache Weise einstellen.
Das Antriebsrad 26 ist über einen Radzapfen 31 und einen Lagerkörper 32 ebenfalls
am Maschinenseitengestell 15 gelagert.
TEILELISTE
[0011]
1 Gummizylinder
2 Gummizylinder
3 Papierbahn
4 Plattenzylinder
5 Plattenzylinder
6 Farbwerk
7 Farbwerk
8 Farbwalzen
9 Verreibwalzen
10 Verreibwalzen
11 Kipphebel
12 Kipphebel
13 Lagerzapfen
14 Lager
15 Maschinenseitengestell
16 Steuerhebel
17 Steuerhebel
18 Exzentertrieb
19 Steuerhebel
20 Steuerhebel
21 Verbindungsstange
22 Gewinde
23 Gelenklager
24 Zapfen
25 Lagerkörper
26 Antriebsrad
27 Zwischenrad
28 Schlitz
29 Bolzen
30 Mutter
31 Radzapfen
32 Lagerkörper
1. Verreibwalzenantrieb am Farbwerk von Offset-Rotationsdruckmaschinen mit Reihenanordnung
der Druckwerke, bei denen zwei Gummizylinder zusammenwirken und zwei Plattenzylinder
vorgesehen sind, die jeweils von einem eigenen Farbwerk versorgt werden, wobei in
jedem Farbwerk mehrere seitlich hin- und herbewegte Verreibwalzen vorgesehen sind
und die Antriebe für die Hin- und Herbewegung über Exzentertrieb und Schubstangen
erfolgt, dadurch gekennzeichnet,
daß der Antrieb für die Hin- und Herbewegung der Verreibwalzen (9,10) des einen Farbwerkes
(6) mittels einer Verbindungsstange (21) mit dem Antrieb des anderen Farbwerkes (7)
gekoppelt ist, derart, daß die Hin-und Herbewegung der Verreibwalzen (9,10) von beiden
Farbwerken über einen gemeinsamen Exzentertrieb (18) erfolgt.
2. Verreibwalzenantrieb nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Exzentertrieb (18) des einen Farbwerkes (6) einen zusätzlichen Steuerhebel
(19) trägt, der mit einer Verbindungsstange (21) gekoppelt ist, die an ihrem anderen
Ende mit einem Steuerhebel (20) des anderen Farb- . werkes (7) gekoppelt ist.
3. Verreibwalzenantrieb nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Steuerhebel (16) des oberen Farbwerkes (6) zur Entlastung des Antriebes um
etwa 90 gegenüber der Verbindungsstange (21) versetzt ist.
4. Verreibwalzenantrieb nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuerhebel (19,20) über Gelenklager (23) mit der Verbindungsstange (21) gekoppelt
sind.