[0001] Die Erfindung betrifft eine hydraulische Steuerventileinrichtung mit einem Rückkopplungsventil
bestehend aus einem Ventilgehäuse mit einer Ventilbohrung; einem ersten und zweiten
Steuerkanal, die innerhalb des Ventilgehäuses an verschiedenen Stellen in die Ventilbohrung
münden; einem ersten und zweiten Arbeitskanal, die innerhalb des Ventilgehäuses an
verschiedenen Stellen in die Ventilbohrung münden; einem ersten Ventilkörper, der
innerhalb der Ventilbohrung verschiebbar ist zwischen einer Schließstellung, in der
er die Strömungsverbindung zwischen dem ersten Steuerkanal und dem ersten Arbeitskanal
unterbricht, und einer Offenstellung, in der er diese Strömungsverbindung öffnet;
einem zweiten Ventilkörper, der innerhalb der Ventilbohrung verschiebbar ist zwischen
einer ersten Ventilstellung, in der er die Strömungsverbindung zwischen dem zweiten
Arbeitskanal und dem ersten Steuerkanal bzw. dem ersten Arbeitskanal unterbricht,
und einer zweiten Ventilstellung, in der er die Strömungsverbindung zwischen dem zweiten
Arbeitskanal und dem zweiten Steuerkanal unterbricht, aber die Strömungsverbindung
zwischen dem zweiten Arbeitskanal und dem ersten Steuerkanal bzw. dem ersten Arbeitskanal
freigibt; und einem ersten und zweiten Federelement, die in der Ventilbohrung angeordnet
sind und den ersten und zweiten Ventilkörper in ihre Schließstellung bzw. erste Ventilstellung
drücken.
[0002] Derartige Rückkopplungsventile finden Verwendung zur Beschleunigung des Ausfahrens
einer Kolbenstange aus einem doppelwirkenden
Hydraulikarbeitszylinder. Für diese Steuerventileinrichtungen sind zahlreiche Ausführungsformen
bekanntgeworden (siehe z.B. US-Patente 2,890,683; 2,590,454; 1,812,587). Das eingangs
beschriebene Rückkopplungsventil ist in dem US-Patent 2,890,683 dargestellt und beschrieben.
Hier bildet der erste Steuerkanal zusammen mit dem ersten Arbeitskanal einen durch
das Ventilgehäuse geführten Ausfahrkanal, der eine Druckflüssigkeitsquelle, z.B. eine
Pumpe, mit einer Ausfahr- bzw. kopfseitigen Kammer eines Hydraulikarbeitszylinders
verbindet. Der zweite Steuerkanal bildet zusammen mit dem zweiten Arbeitskanal einen
durch das Ventilgehäuse geführten Einzugskanal, der ein Flüssigkeitsreservoir bzw.
einen Sumpf mit einer Einzugs- bzw. kolbenstangenseitigen Kammer des Hydraulikarbeitszylinders
verbindet. Der zweite Arbeitskanal bildet zusammen mit dem ersten Arbeitskanal einen
durch das Ventilgehäuse geführten Rückkopplungskanal, der die Einzugskammer des Hydraulikarbeitszylinders
mit dessen Ausfahrkammer verbindet. Die beiden Ventilkörper sind starr miteinander
verbunden und bilden einen Kolbenschieber, der an seinen gegenüberliegenden Stirnseiten
von den beiden in entgegengesetzter Richtung wirkenden Federelementen-beaufschlagt
wird. Diese halten den Kolbenschieber in seiner ersten Ventilstellung, in der die
Strömungsverbindung zwischen dem zweiten Steuerkanal und dem zweiten Arbeitskanal
durch den zweiten Ventilkörper unterbrochen ist. Ferner ist bei dieser vorbekannten
Steuerventileinrichtung ein Richtungssteuerventil vorgesehen, das einerseits an die
Druckflüssigkeitsquelle sowie den Sumpf und andererseits an das eine Ende der beiden
Steuerkanäle angeschlossen ist.
[0003] Alle diese mit einem einzigen Kolbenschieber arbeitenden Rückkopplungsventile weisen
einen Nachteil auf: Ein plötzlicher Druckanstieg in der kolbenstangenseitigen Kammer
des Hydraulikarbeitszylinders, der sich aus einer starken Belastung des Zylinders
ergeben kann, kann die Verschiebung des Kolbenschiebers in seine Rückkopplungsstellung,
in der die Flüssigkeit aus der kolbenstangenseitigen Kammer unmittelbar in die kopfseitige
Kammer des Hydraulikarbeitszylinders zurückgeführt wird, verhindern oder aber verzögern.
Um diesen Nachteil zu beheben wurden aufwendige Steuerventileinrichtungen entwickelt,
die eine Kombination einzelner Sperr- und Wechselventile vorsehen (siehe z.B. US-Patente
4,194,436; 4,144,947; 3,654,835 und 3,568,707). Diese Steuerventileinrichtungen sind
jedoch wegen der separaten Ventileinheiten sehr komplex, voluminös und teuer.
[0004] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, die eingangs erläuterte Steuerventileinrichtung
hinsichtlich ihrer Funktionstüchtigkeit, insbesondere beim Ausfahren der Kolbenstange
eines unter hoher Belastung stehenden Hydraulikzylinders, zu verbessern.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der zweite Ventilkörper gegenüber
dem ersten Ventilkörper relativ verschiebbar ist und in seiner ersten Ventilstellung
die Strömungsverbindung zwischen dem zweiten Steuerkanal und dem zweiten Arbeitskanal
freigibt.
[0006] Dabei ist es vorteilhaft, wenn der zweite Ventilkörper eine erste Stirnfläche und
eine zweite Stirnfläche aufweist, die vom Flüssigkeitsdruck im ersten Steuerkanal
bzw. im zweiten Steuerkanal so beaufschlagt sind, daß ein Ansteigen des Drucks im
ersten Steuerkanal über den Druck im zweiten Steuerkanal eine Verschiebung des zweiten
Ventilkörpers in seine zweite Ventilstellung gegen die Wirkung des zweiten Federelementes
bewirkt, wobei der zweite Ventilkörper bei dieser Verschiebung über eine Mitnahmeeinrichtung
den ersten Ventilkörper in dessen Offenstellung verschiebt.
[0007] Das neue Rückkopplungsventil ist einfach und kompakt aufgebaut. Es arbeitet unter
allen Betriebsbedingungen absolut zuverlässig.
[0008] Das erste und zweite Federelement drücken den ersten und zweiten Ventilkörper in
derselben Richtung in ihre Schließstellung bzw. erste Ventilstellung. Weitere zweckmäßige
Erfindungsmerkmale sind dadurch gekennzeichnet, daß
a) der erste Ventilkörper im Ausfahrkanal liegt und diesen öffnet bzw. schließt;
b) der zweite Ventilkörper in seiner ersten Ventilstellung den Rückkopplungskanal
schließt und den Einzugskanal öffnet, in seiner zweiten Ventilstellung aber den Einzugskanal
schließt und den Rückkopplungskanal öffnet, und daß
c) die Mitnahmeeinrichtung zwischen dem ersten und zweiten Ventilkörper aus einer
Mitnehmerfläche am zweiten Ventilkörper und einer Mitnehmerfläche am ersten Ventilkörper
besteht, die nach einem Verschiebeweg des zweiten Ventilkörpers zur gegenseitigen
Anlage kommen.
[0009] Ferner kann ein Richtungssteuerventil vorgesehen sein, das einerseits an die Druckflüssigkeitsquelle
sowie den Sumpf und andererseits an das eine Ende der beiden Steuerkanäle angeschlossen
ist. Durch dieses Richtungssteuerventil können die Anschlüsse zwischen Druckflüssigkeitsquelle
und Sumpf einerseits sowie kopfseitiger und kolbenstangenseitiger Kammer des Hydraulikzylinders
andererseits vertauscht werden, so daß der doppelwirkende Hydraulikzylinder ausgefahren
bzw. eingezogen werden kann.
[0010] Weitere Merkmale der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche und werden zusammen
mit der Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Steuerventileinrichtung anhand eines Ausführungsbeispieles
näher erläutert.
[0011] In der Zeichnung ist eine als Beispiel dienende Ausführungsform der Erfindung dargestellt.
Es zeigen:
Figur 1 eine hydraulische Steuerventileinrichtung in schematischer Darstellung mit
einem Längsschnitt durch ein Rückkopplungsventil, das sich in neutraler Arbeitsstellung
befindet;
Figur 2 die Darstellung gemäß Figur 1, wobei sich das Rückkopplungsventil in seiner
der eingezogenen Kolbenstange eines Hydraulikarbeitszylinders zugeordneten Stellung
befindet und
Figur 3 die Darstellung gemäß Figur 1, wobei sich das Rückkopplungsventil in seiner
der ausgefahrenen Kolbenstange zugeordneten Stellung befindet.
[0012] Das in Figur 1 dargestellte Hydrauliksystem umfaßt eine Pumpe 12 und einen Sumpf
14, die an ein übliches Vierwege,Drei-Stellungs-Richtungssteuerventil 16 angeschlosses
sind. Zwischen diesem Richtungssteuerventil 16 und einem doppelwirkenden Hydraulikarbeitszylinder
20 bzw. einem Hydraulikmotor ist ein Rückkopplungs- bzw. Beschleunigungsventil 18
geschaltet.
[0013] Das Rückkopplungsventil 18 besteht aus einem Ventilgehäuse 22 mit einer abgesetzten
Ventilbohrung 24, deren Wandung einen Ventilsitz 26 sowie eine in axialer Richtung
weisende Ringschulter 28 bildet. In das offene Ende der Ventilbohrung 24 ist ein diese
Bohrung nach außen flüssigkeitsabdichtender Verschlußstopfen 30 eingeschraubt. Ein
erster Steuerkanal 32 und ein zweiter Steuerkanal 34 münden in die Ventilbohrung 24
nahe der sich gegenüberliegenden Enden dieser Ventilbohrung und verbinden diese mit
den entsprechenden Auslässen des Richtungssteuerventils 16. An die kopfseitige Kammer
42 des Hydraulikarbeitszylinders 20 ist ein erster Arbeitskanal 36 angeschlossen,
der über einen Abschnitt 40 beim Ventilsitz 26 in die Ventilbohrung 24 mündet. An
die kolbenstangenseitige Kammer 48 des Hydraulikarbeitszylinders 20 ist ein zweiter
Arbeitskanal 44 angeschlossen, der zwei Abzweigungen 50,52 aufweist, die in die Ventilbohrung
24 über eine Ringnut 54 bzw.56 münden, die über einen Ringsteg 58 voneinander getrennt
sind.
[0014] In der Ventilbohrung 24 ist ein zylindrischer Ventilkörper 60 verschiebbar gelagert,
der eine mittige Axialbohrung 62 sowie eine axial gerichtete ringförmige Stirnfläche
64 aufweist, die in der ersten Ventilstellung mit ihrem äußeren Rand gegen die genannte
Ringschulter 28 anliegt. Auf der gegenüberliegenden Stirnseite des Ventilkörpers 60
ist ein sich in axialer Richtung erhebender zentraler Abschnitt 66 vorgesehen, auf
das ein Federelement 68 gesteckt ist, das sich mit seinem einen Ende an dieser Stirnfläche
des Ventilkörpers 60 und mit seinem anderen Ende an dem Verschlußstopfen 30 abstützt
und den Ventilkörper 60 mit seiner ringförmigen Stirnfläche 64 gegen die Ringschulter
28 drückt.
[0015] Ein weiterer Ventilkörper 70 weist einen Ventilkopf 72 mit einer konischen Abdichtfläche
74 auf, die in Schließstellung dieses Ventilkörpers an dem Ventilsitz 26 anliegt.
Der Ventilkopf 72 ist koaxial an dem einen Ende einer zylindrischen Ventilstange 76
befestigt, die sich durch die Axialbohrung 62 im anderen Ventilkörper 60 erstreckt.
Ein zylindrischer Flansch 78 mit einer Ausnehmung 79 ist auf der Ventilstange 76 in
einem Abschnitt geringeren Durchmessers so befestigt, daß der Ventilkörper 60 zwischen
dem Ventilkopf 72 und dem Flansch 78 des Ventilkörpers 70 liegt. Der radial außenliegende
Abschnitt des Flansches 78 ist in axialer Richtung umgebördelt und weggerichtet von
dem Ventilkörper 60, so daß der Flansch 78 zusammen mit der Ventilstange 76 einen
ringförmigen Stutzen zur Aufnahme des einen Endes einer Feder 80 bildet, deren anderes
Ende sich gegen den Verschlußstopfen 30 abstützt, so daß die Feder 80 den Ventilkopf
72 gegen den Ventilsitz 26 drückt. Beide Federn 68,80 drücken die Ventilkörper 60,70
bezogen auf die Figuren nach links. Der Verschlußstopfen 30 weist eine Sackbohrung
90 auf, in die das eine Ende der Ventilstange 76 eintaucht, und in die das eine Ende
der Feder 80 eingeschoben ist. Ein ringförmiger Bund 92 umfaßt das offene Ende der
Sackbohrung 90 und wird von dem einen Ende der Feder 68 übergriffen.
[0016] Die beiden Ventilkörper 60,70 bilden zusammen mit der Wandung der Ventilbohrung 24
eine erste und eine zweite Ventilkammer 82, 84. Die erste Ventilkammer 82 steht mit
dem Steuerkanal 32 und dem Arbeitskanal 40 in Verbindung, während die zweite Ventilkammer
84 mit dem zweiten Steuerkanal 34 und über die Abzweigung 50 und die Ringnut 54 mit
dem zweiten Arbeitskanal 44 in Verbindung steht. Unabhängig von der jeweiligen Stellung
der Ventilkörper 60,70 stehen die Ventilkammern 82,84 niemals in flüssigkeitsaustauschender
Verbindung miteinander. Dies ist dadurch sichergestellt, daß immer nur eine der beiden
Ringnuten 54,56, niemals aber beide gleichzeitig über den Ventilkörper 60 gegenüber
der Ventilbohrung 24 geöffnet sind.
[0017] Die Arbeitskanäle 36,44 können über Abzweigleitungen 37,45 an weitere, in der Zeichnung
jedoch nicht dargestellte Hydraulikmotoren o.dgl. angeschlossen werden. Diese Abzweigleitungen
können innerhalb oder außerhalb des Ventilgehäuses 22 liegen.
[0018] Die hydraulische Steuerventileinrichtung arbeitet wie folgt:
Wenn sich das Richtungssteuerventil 16 in seiner neutralen Stellung (kein Strömungsfluß)
befindet, nimmt das Rückkopplungsventil 18 die in Figur 1 dargestellte Stellung ein.
In dieser Stellung hält die Feder 68 den Ventilkörper 60 in Anlage an der Ringschulter
28, so daß die Strömungsverbindung zwischen Steuerkanal 34 und Arbeitskanal 44 offen,
zwischen Arbeitskanal 44 und Steuerkanal 32 ebenso wie zwischen Arbeitskanal 44 und
Arbeitskanal 36 jedoch geschlossen ist. Die Feder 80 hält den Ventilkopf 72 des Ventilkörpers
70 in leichter Anlage am Ventilsitz 26.
[0019] Soll der Hydraulikantrieb bzw. die Kolbenstange des Hydraulikarbeitszylinders 20
eingefahren bzw. zurückgezogen werden, wird das Richtungssteuerventil 16 so betätigt,
daß der Steuerkanal 34 an die Pumpe 12 bzw. an eine Druckflüssigkeitsquelle und der
Steuerkanal 32 an den Sumpf 14 bzw. ein Flüssigkeitsreservoir angeschlossen werden.
Der gegenüber der Steuerkanal 32 verhältnismäßig hohe Flüssigkeitsdruck im Steuerkanal
34 hält den Ventilkörper 60 gegen die Ringschulter 28 gedrückt, so daß Flüssigkeit
vom Steuerkanal 34 über die Ventilbohrung 24, die Abzweigung 50 und den Arbeitskanal
44 in die kolbenstangenseitige Kammer 48 strömen kann. Dadurch wird der Hydraulikmotor
20 zurückgefahren; der Kolben dieses Motors bzw. des Hydraulikarbeitszylinders 20
wird nach links verschoben (bezogen auf Figur 1), und drückt dadurch Flüssigkeit aus
der kopfseitigen Kammer 42, die dann durch den Arbeitskanal 36 in den Kanalabschnitt
40 strömt und hier den Ventilkopf 72 gegen die Wirkung der Feder 80 sowie den Flüssigkeitsdruck
in der Ventilkammer 84 vom Ventilsitz 86 abhebt, so daß die aus der kopfseitigen Kammer
42 kommende Flüssigkeit über die Ventilbohrung 24, den Steuerkanal 32 und das Richtungssteuerventil
16 in den Sumpf 14 ablaufen kann (siehe Figur 2).
[0020] Soll jedoch der Kolben des Hydraulikarbeitszylinders 20 aus der in Figur 1 gezeigten
Neutralstellung ausgefahren werden (siehe Figur 3), werden über das Richtungssteuerventil
16 der Steuerkanal 32 an die Pumpe 12 und der Steuerkanal 34 an den Sumpf 14 angeschlossen.
Eine hohe Belastung in Richtung des Ausfahrens des Zylinderkolbens führt in der kolbenstangenseitigen
Kammer 48 zu einem Druckanstieg, der in der Ventilkammer 84 einer Bewegung des Ventilkörpers
60 nach rechts entgegenwirkt. Gelangt nun aber die Flüssigkeit vom Steuerkanal 32
in die Ventilkammer 82, liegt der Ventilkopf 72 noch am Ventilsitz 26 an und verhindert
so einen Strömungsabfluß aus der Ventilkammer 82. Hierdurch wird in dieser Ventilkammer
82 ein Druckanstieg erzeugt, der sehr schnell den in der Ventilkammer 84 herrschenden
Druck übersteigt, da die Ventilkammer 84 über die Steuerleitung 34 und das Richtungssteuerventil
16 unmittelbar mit dem Sumpf 14 verbunden ist. Unter Wirkung der sich so ergebenden
Druckdifferenz zwischen den Stirnflächen 64,66 des Ventilkörpers 60 wird letzterer
in der Ventilbohrung 24 relativ gegenüber dem Ventilkörper 70 aus seiner in Figur
1 dargestellten Stellung nach rechts verschoben. Während der Ventilkörper 70 seine
Schließstellung beibehält, schiebt sich der Ventilkörper 60 zuerst über die Ringnut
54 und verschließt dadurch die Abzweigung 50, hält aber gleichzeitig die Abzweigung
52 noch verschlossen. Dadurch ist die Verbindung zwischen Arbeitskanal 44 und Steuerkanal
34 unterbrochen, so daß zeitweise ein Abfluß von Flüssigkeit aus der kolbenstangenseitigen
Kammer 48 unterbunden wird. In dieser Stellung ist die Ventilkammer 84 über den Steuerkanal
34 nur mit dem Sumpf 14 verbunden, so daß die Druckdifferenz zwischen den Ventilkammern
82, 84 weiter zunimmt. Indem sich der Ventilkörper 60 weiter nach rechts verschiebt,
schlägt er mit seiner rechten Stirnfläche gegen den Flansch 78 an und nimmt den Ventilkörper
70 bei seiner weiteren Verschiebung mit, so daß dessen Ventilkopf 72 vom Ventilsitz
27 abhebt. Schließlich gibt der Ventilkörper 60 die Ringnut 56 frei und öffnet dadurch
eine Strömungsverbindung zwischen der kolbenstangenseitigen Kammer 48 und der kopfseitigen
Kammer 42 über einen Rückkopplungskanal, der sich zusammensetzt aus Abschnitten des
Arbeitskanals 44, der Abzweigung 52, der Ventilbohrung 24,-der Ventilkammer 82, des
Kanalabschnitts 40 und des Arbeitskanals 36. Eine weitere Verschiebung des Ventilkörpers
60 und damit auch des Ventilkörpers 70 nach rechts wird unterbunden, wenn das Ende
der Ventilstange 76 gegen den Boden der Sackbohrung 90 im Verschlußstopfen 30 anschlägt.
In dieser Position befinden sich die beiden Ventilkörper 60,70 in ihrer Rückkopplungsstellung,
in der die von der Pumpe 12 kommende Flüssigkeit über den Steuerkanal 32, die Ventilkammer
82 und den Arbeitskanal 40,36 in die kopfseitige Kammer 42 strömt, in die gleichzeitig
auch Flüssigkeit aus der kolbenstangenseitigen Kammer 48 über den Rückkopplungskanal
strömt. Bewegt sich also der Kolben des Hydraulikzylinders 20 nach rechts, wird die
aus der kolbenstangenseitigen Kammer 48 verdrängte Flüssigkeit unmittelbar in die
kopfseitige Kammer 42 zurückgeführt. Diese zusätzliche, in die kopfseitige Kammer
42 geleitete Flüssigkeitsmenge ist eine Kompensation dafür, daß die kopfseitige Kammer
42 ein größeres Volumen aufweist als die kolbenstangenseitige Kammer 48; durch diese
zusätzliche Flüssigkeitsmenge wird die von der Pumpe 12 während des Ausfahrens des
Kolbens benötigte Flüssigkeitsmenge verringert, so daß das Ausfahren des Hydraulikmotors
bzw. des Hydraulikkolbens 20 beschleunigt wird.
1. Hydraulische Steuerventileinrichtung mit einem Rückkopplungsventil (18) bestehend
aus
- einem Ventilgehäuse (22) mit einer Ventilbohrung (24),
- einem ersten und zweiten Steuerkanal (32,34), die innerhalb des Ventilgehäuses (22)
an verschiedenen Stellen in die Ventilbohrung (24) münden,
- einem ersten und zweiten Arbeitskanal (36,44), die innerhalb des Ventilgehäuses
(22) an verschiedenen Stellen in die Ventilbohrung (24) münden,
- einem ersten Ventilkörper (70), der innerhalb der Ventilbohrung (24) verschiebbar
ist zwischen einer Schließstellung, in der er die Strömungsverbindung zwischen dem
ersten Steuerkanal (32) und dem ersten Arbeitskanal (36) unterbricht, und einer Offenstellung,
in der er diese Strömungsverbindung öffnet,
- einem zweiten Ventilkörper (60), der innerhalb der Ventilbohrung (24) verschiebbar
ist zwischen einer ersten Ventilstellung, in der er die Strömungsverbindung zwischen
dem zweiten Arbeitskanal (44) und dem ersten Steuerkanal (32) bzw. dem ersten Arbeitskanal
(36) unterbricht, und einer zweiten Ventilstellung, in der er die Strömungsverbindung
zwischen dem zweiten Arbeitskanal (44) und dem zweiten Steuerkanal (34) unterbricht,
aber die Strömungsverbindung zwischen dem zweiten Arbeitskanal (44) und dem ersten
Steuerkanal (32) bzw. dem ersten Arbeitskanal (36) freigibt, und
- einem ersten und zweiten Federelement (80,68), die in der Ventilbohrung (24) angeordnet
sind und den ersten und zweiten Ventilkörper (70,60) in ihre Schließstellung bzw.
erste Ventilstellung drücken,
dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Ventilkörper (60) gegenüber dem ersten Ventilkörper
(70) relativ verschiebbar ist und in seiner ersten Ventilstellung die Strömungsverbindung
zwischen dem zweiten Steuerkanal (34) und dem zweiten Arbeitskanal (44) freigibt.
2. Steuerventileinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite
Ventilkörper (60) eine erste Stirnfläche (64) und eine zweite Stirnfläche (66) aufweist,
die vom Flüssigkeitsdruck im ersten Steuerkanal (32) bzw. im zweiten Steuerkanal (34)
so beaufschlagt sind, daß ein Ansteigen des Drucks im ersten Steuerkanal über den
Druck im zweiten Steuerkanal eine Verschiebung des zweiten Ventilkörpers (60) in seine
zweite Ventilstellung gegen die Wirkung des zweiten Federelementes (68) bewirkt, wobei
der zweite Ventilkörper (60) bei dieser Verschiebung über eine Mitnahmeeinrichtung
(66,78) den ersten Ventilkörper (70) in dessen Offenstellung verschiebt.
3. Steuerventileinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das
erste und zweite Federelement (80,68) den ersten und zweiten Ventilkörper (70,60)
in derselben Richtung in ihre Schließstellung bzw. erste Ventilstellung drücken.
4. Steuerventileinrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3, wobei
- der erste Steuerkanal (32) zusammen mit dem ersten Arbeitskanal (36) einen durch
das Ventilgehäuse (22) geführten Ausfahrkanal (32,82,24,40,36) bildet, der eine Druckflüssigkeitsquelle (12) mit einer
Ausfahr- bzw. kopfseitigen Kammer (42) eines Hydraulikarbeitszylinders (20) verbindet;
- der zweite Steuerkanal (34) zusammen mit dem zweiten Arbeitskanal (44) einen durch
das Ventilgehäuse (22) geführten Einzugskanal (34,84,24,54,50,44) bildet, der ein
Flüssigkeitsreservoir bzw. einen Sumpf (14) mit einer Einzugs- bzw. kolbenstangenseitigen
Kammer (48) des Hydraulikarbeitszylinders (20) verbindet; und
- der zweite Arbeitskanal (44)- zusammen mit dem ersten Arbeitskanal (36) einen durch
das Ventilgehäuse (22) geführten Rückkopplungskanal (44,52,24,82,40,36) bildet, der
die Einzugskammer (48) des Hydraulikarbeitszylinders (20) mit dessen Ausfahrkammer
(42) verbindet;
dadurch gekennzeichnet, daß
a) der erste Ventilkörper (70) im Ausfahrkanal (32,82,24,40, 36) liegt und diesen
öffnet bzw. schließt;
b) der zweite Ventilkörper (60) in seiner ersten Ventilstellung den Rückkopplungskanal
(44,52,24,82,40,36) schließt und den Einzugskanal (34,84,24,54,50,44) öffnet, in seiner
zweiten Ventilstellung aber den Einzugskanal schließt und den Rückkopplungskanal öffnet,
und daß
c) die Mitnahmeeinrichtung (66,78) zwischen dem ersten und zweiten Ventilkörper (70,60)
aus einer Mitnehmerfläche (66) am zweiten Ventilkörper (60) und einer Mitnehmerfläche(78)
am ersten Ventilkörper (70) besteht, die nach einem Verschiebeweg des zweiten Ventilkörpers
zur gegenseitigen Anlage kommen.
5. Steuerventileinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet
durch folgende Merkmale:
a) Der zweite Ventilkörper (60) unterteilt in Verbindung mit der Wandung der Ventilbohrung
(24) letztere in eine erste und eine zweite Ventilkammer (82,84);
b) der erste Steuerkanal (32) sowie der erste Arbeitskanal (36) sind an die erste
Ventilkammer (82) und der zweite Steuerkanal (34) sowie der zweite Arbeitskanal (44)
an die zweite Ventilkammer (84) angeschlossen;
c) der Rückkopplungskanal (44,52,24,82,40,36) verbindet die erste Ventilkammer (82)
mit der Einzugskammer (48) des doppelwirkenden Hydraulikarbeitszylinders (20);
d) die Verschiebung des zweiten Ventilkörpers (60) erfolgt aufgrund einer Flüssigkeitsdruckdifferenz
in den beiden Ventilkammern (82,84); und
e) der erste Ventilkörper (70) wird durch das erste Federelement (80) gegen einen
von der Wandung der Ventilbohrung (24) gebildeten Ventilsitz (26) gedrückt.
6. Steuerventileinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der erste oder zweite Ventilkörper (70) eine Ventilstange (76) aufweist, die in
einer Bohrung (62) des anderen Ventilkörpers (60) koaxial verschiebbar geführt ist.
7. Steuerventileinrichtung nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
a) Der zweite Ventilkörper (60) ist zylindrisch ausgebildet, mit der genannten Bohrung
(62) versehen und weist eine ringförmige Stirnfläche (64) auf, mit der er in seiner
ersten Ventilstellung an einer Ringschulter (28) der Ventilbohrung (24) anliegt;
b) der erste Ventilkörper (70) weist einen Ventilkopf (72) mit einer dem genannten
Ventilsitz (26) zugeordneten Abdichtfläche (74), einen die genannte Mitnehmerfläche
bildenden Flansch (78), sowie die Ventilkopf und Flansch starr miteinander verbindende
Ventilstange (76) auf;
c) der zweite Ventilkörper (60) liegt zwischen Ventilkopf (72) und Flansch (78) des
ersten Ventilkörpers (70).
8. Steuerventileinrichtung nach Anspruch 5, 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß
die Bewegungsrichtung des zweiten Ventilkörpers (60) von seiner ersten in seine zweite
Ventilstellung von dem genannten Ventilsitz (26) weggerichtet ist.
9. Steuerventileinrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß der
genannte Flansch (78) zusammen mit einem Abschnitt der Ventilstange (76) einen ringförmigen
Stutzen zur Aufnahme des einen Endes des ersten Federelementes (80) bildet, dessen
anderes Ende sich am Ventilgehäuse (22) abstützt.
10.Steuerventileinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,'dadurch gekennzeichnet,
daß sich das zweite Federelement (68) mit seinem einen Ende am Ventilgehäuse (22)
und mit seinem anderen Ende an der Mitnehmerfläche (66) des zweiten Ventilkörpers
(60) abstützt.
11. Steuerventileinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet
durch ein Richtungssteuerventil (16), das einerseits an die Druckflüssigkeitsquelle
(12) sowie den Sumpf (14) und andererseits an das eine Ende der beiden Steuerkanäle
(32,34) angeschlossen ist.