[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen auf einem Lastfahrzeug anbringbaren Ladekran,
der einen gegenüber dem Ständer des Kranes um eine horizontale Achse schwenkbaren
Ausleger mit einem an dessen äußerem Ende ebenfalls um eine horizontale Achse schwenkbaren
Kipparm, sowie einem koaxial zum Kipparm sich erstreckenden Verlängerungsarm aufweist,
wobei beidseits an Ausleger und Kipparm angelenkte Schwenkhebel mit diesen Gelenkvierecke
bilden, an denen eine Hydraulikeinheit zur Verschwenkung des Kipparmes angreift, welcher
in horizontaler Lage in Draufsicht den Ausleger unter Einschluß eines Winkels fortsetzt,
sodaß der eingeschwenkte Kipparm in der heruntergeklappten Lage des Auslegers seitlich
neben dem Ständer verläuft.
[0002] Bei auf Lastfahrzeugen angebrachten Ladekränen wird seit langem der Platz zu beiden
Seiten des Ständers des Kranes dadurch weitgehend ausgenützt, daß der Kipparm oder
der daran angebrachte Verlängerungsarm seitlich am Ständer vorbeigeführt werden. In
diesem Sinne wurde in AT-PS 252 508 der Vorschlag gemacht, Ausleger und Kipparm in
einer Ebene anzuordnen und den Verlängerungsarm parallel zum Kipparm mit solchem Seitenabstand
von demselben anzubringen, daß der Verlängerungsarm seitlich am Ständer vorbeiläuft,
wenn sich der Ausleger in seiner untersten Stellung befindet. Der Kipparm verläuft
hier unterhalb des Auslegers und ist hiedurch in seiner Länge sehr beschränkt. Außerdem
ist es bei der erwähnten Konstruktion nicht möglich, den Verlängerungsarm teleskopartig
in den Kipparm einzuschieben.
[0003] Damit erweist sich ein bereits in US-PS 3 005 512 gemachter Vorschlag als vorteilhaft
gegenüber AT-PS 252 508. Dort wurde nämlich bereits vorgeschlagen, einen Kipparm samt
den in seiner Verlängerung angeordneten Geräten zollstockartig am Ausleger anzuordnen.
Der Kipparm ist damit in seiner Länge nicht begrenzt und es besteht kein Hindernis,
ihn durch einen Verlängerungsarm unmittelbar fortzusetzen. Allerdings führt die seitliche
Anlenkung am Ausleger in Hinblick auf die großen am Kran angreifenden Kräfte zu wesentlichen
Beanspruchungen des Gelenkbereiches.
[0004] In DE-OS 25 22 390 wurde daher bereits der Vorschlag gemacht, den Kipparm zwar stirnseitig
am Ausleger anzulenken, ihn jedoch nur zunächst parallel zum Ausleger und unterhalb
desselben zu führen und anschließend seitlich auszuknicken, um am Ständer des Kranes
vorbeizukommen. Damit besteht der Kipparm aus zwei parallel und versetzt zueinander
verlaufenden Endstücken, die durch einen schrägen Mittelteil verbunden sind. Eine
derartige Konstruktion ist in der Herstellung relativ aufwendig, zudem muß die Dimensionierung
entsprechend der größten im Längsverlauf auftretenden Verwindung erfolgen, was zu
an sich unnötigem Materialaufwand führt.
[0005] Im wesentlichen ausgehend von US-PS 3 005 512 wurde von der Anmelderin ein Kran entwickelt
und offenkundig vorbenützt, welcher der eingangs skizzierten Gattung angehört. Die
seitliche Vorbeiführung nicht nur des Verlängerungsarmes, sondern auch des Kipparmes
am Ständer wird hiebei dadurch erreicht, daß der Ausleger zunächst schräg nach jener
Seite verläuft, auf welcher der Kipparm am Ständer vorbeigeführt werden soll,und anschließend
in einen zum Kipparm parallelen Endbereich übergeht. Diese Parallelführung von Kipparm
und Ausleger in deren Verbindungsbereich erlaubt deren Verschwenkung durch ein symmetrisch
angeordnetes Hydraulik- und Kniehebelsystem. Die Herstellung des Auslegers ist jedoch
immer noch kompliziert und aufwendig, da ein schräg verlaufendes Kastenprofil an ein
parallel zum Kipparm verlaufendes Kastenprofil angeschweißt werden muß.
[0006] Demgegenüber schlägt die DE-AS 2 012 145 zwar einen Ladekran vor, bei dem die Seitenwände
des Auslegers wie des Kipparmes über ihre ganze Länge parallel zueinander verlaufen.
Dies wird jedoch durch die Maßnahme erkauft, die Ausleger und Kipparm verbindende
Gelenkachse schräg zu diesen beiden einander in Draufsicht geradlinig fortsetzenden
Teilen anzuordnen. Die normale Vertikalbewegung einer Last ist mit einer solchen Konstruktion
nur möglich, wenn der Winkel zwischen Ausleger und Kipparm ungeändert bleibt, die
Verschwenkungalso ausschließlich über den Ausleger erfolgt. Naturgemäß hat die zuletzt
beschriebene Einrichtung daher keinen Eingang in die Praxis gefunden.
[0007] Die Erfindung beruht nun auf der Zielsetzung, eine einfache Bauweise des verwendeten
Auslegers und des verwendeten Kipparmes zu ermöglichen, wobei gleichzeitig der Kipparm
an der Stirnseite des Auslegers angelenkt sein soll. Die Länge des Kipparmes soll
nicht durch den Abstand seiner Schwenkachse zum Ständer des Ladekranes beschränkt
sein und die koaxiale Anordnung des Verlängerungsarmes im Kipparm soll möglich sein.
Die Erfindung erreicht dieses Ziel bei einer Einrichtung der eingangs skizzierten
Art dadurch, daß die vom Ausleger beidseits desselben zur Hydraulikeinheit am Kipparm
führenden Schwenkhebel gegenüber den vom Kipparm zur Hydraulikeinheit führenden Schwenkhebeln
in Richtung der bei horizontaler Lage bestehenden Ablenkung des Kipparmes gegenüber
dem Ausleger versetzt sind, sodaß die Seitenwände des Auslegers auch noch in dem an
die Anlenkstelle der Schwenkarme anschließenden Endbereich des Auslegers parallel
zueinander verlaufen.
[0008] Die vorgesehene unsymmetrische Anordnung der Schwenk- hebel erlaubt es, den gesamten
Ausleger als einfaches, schräges Kastenprofil zu gestalten. Außerdem kann die erforderliche
seitliche Versetzung der Schwenkachse des Kipparmes bei überall gleichbleibender Schrägstellung
des Auslegers erzielt werden, die noch dazu geringer ist als bisher, was zu einer
stetigen Verteilung der Torsionskräfte führt.
[0009] Ohne die Vorteile der Erfindung aufzugeben, ist es durchaus im Rahmen derselben möglich,
das äußerste Ende des Auslegers, welches die Schwenkachse des Kipparmes trägt, parallel
zum Kipparm verlaufen zu lassen, da dort kein Kastenprofil mehr vorgesehen sein muß,
sondern einfache Laschen zur Aufnahme der Schwenkachse genügen.
[0010] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anschließend an Hand der Zeichnung beschrieben:
Fig. 1 zeigt unter Weglassung unwesentlicher Teile einen erfindungsgemäßen Ladekran
von der Seite, Fig. 2 eine Draufsicht auf den zentralen Teil in Fig. 1 in vergrößerter
Darstellung, Fig. 3 (leicht verkleinert) die Draufsicht auf den Kran mit eingeschwenktem
Kipparm.
[0011] Der dargestellte Ladekran weist einen auf einem Sockel 8 um eine vertikale Achse
drehbaren Ständer 3 auf, der nicht nur entgegen der Richtung des Auslegers 5 nach
hinten, sondern auch quer zur dieser Richtung geneigt ist. Die Schwenkachse 4, um
welche der Ausleger 5 auf und ab bewegt werden kann, ist also gegenüber dem Zentrum
des Sockels 8 bereits etwas auf jene Seite verschoben, auf welcher der Kipparm 7 am
Ständer 3 vorbeigeführt werden soll. Der Kipparm 7, welcher den nur schematisch dargestellten,
mehrteiligen Verlängerungsarm 11 trägt, ist um eine zentrale Achse 9 um den Ausleger
5 nach unten, jedoch nicht an die Unterseite des Auslegers, verschwenkbar. Der aus
einem Kastenprofil mit Seitenwänden 5' bestehende Ausleger 5 verläuft schräg zur Normalen
auf die Schwenkachse 4, wogegen die Schwenkachse 9, um welche der Kipparm 7 verschwenkbar
ist, gegenüber der Schwenkachse 4 zwar seitlich versetzt ist, jedoch parallel dazu
verläuft. Die Bewegung des Kipparmes 7 erfolgt durch eine Hydraulikeinheit 6, die
einerseits am Kipparm, andererseits an zwei Paaren von Schwenkhebeln befestigt ist.
Die Schwenkhebel 1 und 2, sind ihrerseits entweder mit dem Ausleger 5 oder mit dem
Kipparm 7 verbunden. Die Anordnung der Schwenkarme ist dabei so getroffen, daß der
Ablenkung A des Kipparmes 7 gegenüber dem Ausleger 5 Rechnung getragen wird:
Die am Ausleger befestigten Schwenkarme 1 sind in Richtung der Ablenkung A gegenüber
den Schwenkarmen 2 versetzt, was es erlaubt, die Seitenwände 5' des Auslegers 5 ungeknickt
über die Anlenkstelle 10 der Schwenkarme 1 hinaus fortzusetzen. Auch die Schwenkachse
9 kann noch in diesen schräg verlaufenden Seitenwänden 5' gelagert werden, es ist
jedoch andererseits auch möglich, den Endbereich 5" des Auslegers 5 in parallel zum
Kipparm 7 auslaufenden Laschen enden zu lassen.
Auf einem Lastfahrzeug anbringbarer Ladekran, der einen gegenüber dem Ständer (3)
des Kranes um eine horizontale Achse (4) schwenkbaren Ausleger (5) mit einem an dessen
äußerem Ende ebenfalls um eine horizontale Achse (9) schwenkbaren Kipparm (7) sowie
einem koaxial zum Kipparm sich erstreckenden Verlängerungsarm (11) aufweist, wobei
beidseits an Ausleger (5) und Kipparm (7) angelenkte Schwenkhebel (1,2) mit diesen
Gelenkvierecke bilden, an denen eine Hydraulikeinheit (6) zur Verschwenkung des Kipparmes
(7) angreift, welcher in horizontaler Lage in Draufsicht den Ausleger (5) unter Einschluß
eines Winkels fortsetzt, sodaß der eingeschwenkte Kipparm (7) in der heruntergeklappten
Lage des Auslegers (5) seitlich neben dem Ständer (3) verläuft, dadurch gekennzeichnet,
daß die vom Ausleger (5) beidseits desselben zur Hydraulikeinheit (6) am Kipparm (7)
führenden Schwenkhebel (1) gegenüber den vom Kipparm (7) zur Hydraulikeinheit (6)
führenden Schwenkhebeln (2) in Richtung der bei horizontaler Lage bestehenden Ablenkung
(A) des Kipparmes (7) gegenüber dem Ausleger (5) versetzt sind, sodaß die Seitenwände
(5') des Auslegers (5) auch noch in dem an die Anlenkstelle (10) der Schwenkarme (1)
anschließenden Endbereich (5") des Auslegers (5) parallel zueinander verlaufen.