(19)
(11) EP 0 066 567 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
08.12.1982  Patentblatt  1982/49

(21) Anmeldenummer: 82890079.5

(22) Anmeldetag:  26.05.1982
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3B66C 23/56, B66C 23/68
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR IT LI SE

(30) Priorität: 01.06.1981 AT 2434/81

(71) Anmelder: Firma PALFINGER
A-5028 Salzburg-Kasern (AT)

(72) Erfinder:
  • Palfinger, Hubert
    D-5028 Salzburg-Kasern (DE)

(74) Vertreter: Torggler, Paul, Dr. et al
Patentanwälte Dr. Paul Torggler Dr. Engelbert Hofinger Wilhelm-Greil-Strasse 16
6020 Innsbruck
6020 Innsbruck (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Auf einem Lastfahrzeug anbringbarer Ladekran


    (57) Um bei einem auf einem Lastfahrzeug anbringbaren Ladekran den am Ausleger (5) angelenkten Kipparm (7) seitlich am Ständer (3) vorbeiführen zu können, verlaufen die Seitenwände des Auslegers (5) schräg zur Schwenkachse (4) des Auslegers (5) und zur Schwenkachse (9) des Kipparmes (7). Die zur Verschwenkung des Kipparmes (7) dienenden Schwenkhebel (1, 2) sind gegeneinander entsprechend der Schrägstellung des Auslegers (5) versetzt.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen auf einem Lastfahrzeug anbringbaren Ladekran, der einen gegenüber dem Ständer des Kranes um eine horizontale Achse schwenkbaren Ausleger mit einem an dessen äußerem Ende ebenfalls um eine horizontale Achse schwenkbaren Kipparm, sowie einem koaxial zum Kipparm sich erstreckenden Verlängerungsarm aufweist, wobei beidseits an Ausleger und Kipparm angelenkte Schwenkhebel mit diesen Gelenkvierecke bilden, an denen eine Hydraulikeinheit zur Verschwenkung des Kipparmes angreift, welcher in horizontaler Lage in Draufsicht den Ausleger unter Einschluß eines Winkels fortsetzt, sodaß der eingeschwenkte Kipparm in der heruntergeklappten Lage des Auslegers seitlich neben dem Ständer verläuft.

    [0002] Bei auf Lastfahrzeugen angebrachten Ladekränen wird seit langem der Platz zu beiden Seiten des Ständers des Kranes dadurch weitgehend ausgenützt, daß der Kipparm oder der daran angebrachte Verlängerungsarm seitlich am Ständer vorbeigeführt werden. In diesem Sinne wurde in AT-PS 252 508 der Vorschlag gemacht, Ausleger und Kipparm in einer Ebene anzuordnen und den Verlängerungsarm parallel zum Kipparm mit solchem Seitenabstand von demselben anzubringen, daß der Verlängerungsarm seitlich am Ständer vorbeiläuft, wenn sich der Ausleger in seiner untersten Stellung befindet. Der Kipparm verläuft hier unterhalb des Auslegers und ist hiedurch in seiner Länge sehr beschränkt. Außerdem ist es bei der erwähnten Konstruktion nicht möglich, den Verlängerungsarm teleskopartig in den Kipparm einzuschieben.

    [0003] Damit erweist sich ein bereits in US-PS 3 005 512 gemachter Vorschlag als vorteilhaft gegenüber AT-PS 252 508. Dort wurde nämlich bereits vorgeschlagen, einen Kipparm samt den in seiner Verlängerung angeordneten Geräten zollstockartig am Ausleger anzuordnen. Der Kipparm ist damit in seiner Länge nicht begrenzt und es besteht kein Hindernis, ihn durch einen Verlängerungsarm unmittelbar fortzusetzen. Allerdings führt die seitliche Anlenkung am Ausleger in Hinblick auf die großen am Kran angreifenden Kräfte zu wesentlichen Beanspruchungen des Gelenkbereiches.

    [0004] In DE-OS 25 22 390 wurde daher bereits der Vorschlag gemacht, den Kipparm zwar stirnseitig am Ausleger anzulenken, ihn jedoch nur zunächst parallel zum Ausleger und unterhalb desselben zu führen und anschließend seitlich auszuknicken, um am Ständer des Kranes vorbeizukommen. Damit besteht der Kipparm aus zwei parallel und versetzt zueinander verlaufenden Endstücken, die durch einen schrägen Mittelteil verbunden sind. Eine derartige Konstruktion ist in der Herstellung relativ aufwendig, zudem muß die Dimensionierung entsprechend der größten im Längsverlauf auftretenden Verwindung erfolgen, was zu an sich unnötigem Materialaufwand führt.

    [0005] Im wesentlichen ausgehend von US-PS 3 005 512 wurde von der Anmelderin ein Kran entwickelt und offenkundig vorbenützt, welcher der eingangs skizzierten Gattung angehört. Die seitliche Vorbeiführung nicht nur des Verlängerungsarmes, sondern auch des Kipparmes am Ständer wird hiebei dadurch erreicht, daß der Ausleger zunächst schräg nach jener Seite verläuft, auf welcher der Kipparm am Ständer vorbeigeführt werden soll,und anschließend in einen zum Kipparm parallelen Endbereich übergeht. Diese Parallelführung von Kipparm und Ausleger in deren Verbindungsbereich erlaubt deren Verschwenkung durch ein symmetrisch angeordnetes Hydraulik- und Kniehebelsystem. Die Herstellung des Auslegers ist jedoch immer noch kompliziert und aufwendig, da ein schräg verlaufendes Kastenprofil an ein parallel zum Kipparm verlaufendes Kastenprofil angeschweißt werden muß.

    [0006] Demgegenüber schlägt die DE-AS 2 012 145 zwar einen Ladekran vor, bei dem die Seitenwände des Auslegers wie des Kipparmes über ihre ganze Länge parallel zueinander verlaufen. Dies wird jedoch durch die Maßnahme erkauft, die Ausleger und Kipparm verbindende Gelenkachse schräg zu diesen beiden einander in Draufsicht geradlinig fortsetzenden Teilen anzuordnen. Die normale Vertikalbewegung einer Last ist mit einer solchen Konstruktion nur möglich, wenn der Winkel zwischen Ausleger und Kipparm ungeändert bleibt, die Verschwenkungalso ausschließlich über den Ausleger erfolgt. Naturgemäß hat die zuletzt beschriebene Einrichtung daher keinen Eingang in die Praxis gefunden.

    [0007] Die Erfindung beruht nun auf der Zielsetzung, eine einfache Bauweise des verwendeten Auslegers und des verwendeten Kipparmes zu ermöglichen, wobei gleichzeitig der Kipparm an der Stirnseite des Auslegers angelenkt sein soll. Die Länge des Kipparmes soll nicht durch den Abstand seiner Schwenkachse zum Ständer des Ladekranes beschränkt sein und die koaxiale Anordnung des Verlängerungsarmes im Kipparm soll möglich sein. Die Erfindung erreicht dieses Ziel bei einer Einrichtung der eingangs skizzierten Art dadurch, daß die vom Ausleger beidseits desselben zur Hydraulikeinheit am Kipparm führenden Schwenkhebel gegenüber den vom Kipparm zur Hydraulikeinheit führenden Schwenkhebeln in Richtung der bei horizontaler Lage bestehenden Ablenkung des Kipparmes gegenüber dem Ausleger versetzt sind, sodaß die Seitenwände des Auslegers auch noch in dem an die Anlenkstelle der Schwenkarme anschließenden Endbereich des Auslegers parallel zueinander verlaufen.

    [0008] Die vorgesehene unsymmetrische Anordnung der Schwenk- hebel erlaubt es, den gesamten Ausleger als einfaches, schräges Kastenprofil zu gestalten. Außerdem kann die erforderliche seitliche Versetzung der Schwenkachse des Kipparmes bei überall gleichbleibender Schrägstellung des Auslegers erzielt werden, die noch dazu geringer ist als bisher, was zu einer stetigen Verteilung der Torsionskräfte führt.

    [0009] Ohne die Vorteile der Erfindung aufzugeben, ist es durchaus im Rahmen derselben möglich, das äußerste Ende des Auslegers, welches die Schwenkachse des Kipparmes trägt, parallel zum Kipparm verlaufen zu lassen, da dort kein Kastenprofil mehr vorgesehen sein muß, sondern einfache Laschen zur Aufnahme der Schwenkachse genügen.

    [0010] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anschließend an Hand der Zeichnung beschrieben:

    Fig. 1 zeigt unter Weglassung unwesentlicher Teile einen erfindungsgemäßen Ladekran von der Seite, Fig. 2 eine Draufsicht auf den zentralen Teil in Fig. 1 in vergrößerter Darstellung, Fig. 3 (leicht verkleinert) die Draufsicht auf den Kran mit eingeschwenktem Kipparm.



    [0011] Der dargestellte Ladekran weist einen auf einem Sockel 8 um eine vertikale Achse drehbaren Ständer 3 auf, der nicht nur entgegen der Richtung des Auslegers 5 nach hinten, sondern auch quer zur dieser Richtung geneigt ist. Die Schwenkachse 4, um welche der Ausleger 5 auf und ab bewegt werden kann, ist also gegenüber dem Zentrum des Sockels 8 bereits etwas auf jene Seite verschoben, auf welcher der Kipparm 7 am Ständer 3 vorbeigeführt werden soll. Der Kipparm 7, welcher den nur schematisch dargestellten, mehrteiligen Verlängerungsarm 11 trägt, ist um eine zentrale Achse 9 um den Ausleger 5 nach unten, jedoch nicht an die Unterseite des Auslegers, verschwenkbar. Der aus einem Kastenprofil mit Seitenwänden 5' bestehende Ausleger 5 verläuft schräg zur Normalen auf die Schwenkachse 4, wogegen die Schwenkachse 9, um welche der Kipparm 7 verschwenkbar ist, gegenüber der Schwenkachse 4 zwar seitlich versetzt ist, jedoch parallel dazu verläuft. Die Bewegung des Kipparmes 7 erfolgt durch eine Hydraulikeinheit 6, die einerseits am Kipparm, andererseits an zwei Paaren von Schwenkhebeln befestigt ist. Die Schwenkhebel 1 und 2, sind ihrerseits entweder mit dem Ausleger 5 oder mit dem Kipparm 7 verbunden. Die Anordnung der Schwenkarme ist dabei so getroffen, daß der Ablenkung A des Kipparmes 7 gegenüber dem Ausleger 5 Rechnung getragen wird:

    Die am Ausleger befestigten Schwenkarme 1 sind in Richtung der Ablenkung A gegenüber den Schwenkarmen 2 versetzt, was es erlaubt, die Seitenwände 5' des Auslegers 5 ungeknickt über die Anlenkstelle 10 der Schwenkarme 1 hinaus fortzusetzen. Auch die Schwenkachse 9 kann noch in diesen schräg verlaufenden Seitenwänden 5' gelagert werden, es ist jedoch andererseits auch möglich, den Endbereich 5" des Auslegers 5 in parallel zum Kipparm 7 auslaufenden Laschen enden zu lassen.




    Ansprüche

    Auf einem Lastfahrzeug anbringbarer Ladekran, der einen gegenüber dem Ständer (3) des Kranes um eine horizontale Achse (4) schwenkbaren Ausleger (5) mit einem an dessen äußerem Ende ebenfalls um eine horizontale Achse (9) schwenkbaren Kipparm (7) sowie einem koaxial zum Kipparm sich erstreckenden Verlängerungsarm (11) aufweist, wobei beidseits an Ausleger (5) und Kipparm (7) angelenkte Schwenkhebel (1,2) mit diesen Gelenkvierecke bilden, an denen eine Hydraulikeinheit (6) zur Verschwenkung des Kipparmes (7) angreift, welcher in horizontaler Lage in Draufsicht den Ausleger (5) unter Einschluß eines Winkels fortsetzt, sodaß der eingeschwenkte Kipparm (7) in der heruntergeklappten Lage des Auslegers (5) seitlich neben dem Ständer (3) verläuft, dadurch gekennzeichnet, daß die vom Ausleger (5) beidseits desselben zur Hydraulikeinheit (6) am Kipparm (7) führenden Schwenkhebel (1) gegenüber den vom Kipparm (7) zur Hydraulikeinheit (6) führenden Schwenkhebeln (2) in Richtung der bei horizontaler Lage bestehenden Ablenkung (A) des Kipparmes (7) gegenüber dem Ausleger (5) versetzt sind, sodaß die Seitenwände (5') des Auslegers (5) auch noch in dem an die Anlenkstelle (10) der Schwenkarme (1) anschließenden Endbereich (5") des Auslegers (5) parallel zueinander verlaufen.
     




    Zeichnung