[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Bauplatte der im Oberbegriff von Anspruch 1 erläuterten
Art.
[0002] Rippenbauplatten aus Stahlbeton, wie z. B. das Deckenbauelement aus dem DE-GM 7 416
046, enthalten üblicherweise eine untere Bewehrungsmatte, eine obere Bewehrungsmatte
und beide Bewehrungsmatten verbindende Träger zur Rippenbewehrung. Diese Träger müssen
in gesonderten Arbeitsgängen von Hand mit den Bewehrungsmatten verbunden werden.N
ac
h dem DE-GM 7 416 046 wird zunächst die Unterplatte mit einer ebenen Bewehrungsmatte
vergossen. Dann wird ein Armierungskorb, bestehend aus der oberen Bewehrungsmatte,
den Trägern und den Verdrängungskörpern, so in den noch weichen Beton der Unterplatte
eingedrückt, daß die Verdrängungskörper und die Träger auf der unteren Bewehrungsmatte
aufsitzen. Die Herstellung des Armierungskorbes ist recht umständlich, da jeder einzelne
Träger von Hand mit der Bewehrungsmatte verbunden werden muß.
[0003] Aus der FR-PS 1 520 032 ist weiterhin eine bewehrte Vollbetonbauplatte bekannt, deren
Bewehrung aus einer unteren Baustahlmatte mit aufgefalteten Erhebungen besteht. Diese
dienen zur Verbindung mit einer oberen Baustahlmatte. Rippen sind hier nicht vorhanden.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine bewehrte, mit Rippen versehene Bauplatte
so auszugestalten, daß sie wenig zeit- und lohnkostenaufwendig herstellbar ist.
[0005] Die Aufgabe wird durch die im Hauptanspruch angegebene Erfindung gelöst.
[0006] Durch die eingeformten Erhebungen in zweckmäßigerweise der unteren Bewehrungsmatte
wird ohne weitere Handarbeit eine effektive Bewehrung der Betonrippen erreicht. Die
zwischen den Erhebungen liegenden ebenen Bereiche bilden eine ideale Aufnahme für
die Verdrängungskörper, deren Lage somit vorherbestimmt werden kann, ohne daß umfangreiche
Ausrichtarbeiten bei der Herstellung der Bauplatten notwendig sind.
[0007] Durch die Ausgestaltung der Erhebungen nach UnteransprUch 2 wird eine wesentlich
verbesserte Festigkeit der Rippenbewehrung erreicht.
[0008] Wenn, wie nach Unteranspruch 3, die Breite des ebenen Bereichs annähernd der Breite
des Verdrängungskörpers entspricht, kann dieser, zumindest in Querrichtung, annähernd
verschiebungsfrei festgelegt werden.
[0009] Unteranspruch 4 beschreibt eine besonders bevorzugte AusfÜhrungsform der erfindungsgemäßen
Bauplatte. Die Verdrängungskörper für Rippenbeton-Bauteile bestehen üblicherweise,
wenn sie als Hohlprofile ausgestaltet sind, aus Kunststoff. Aus der DE-OS 2 536 731
ist ein Verdrängungskörper aus einem Kunststoff-Spritzteil und aus der DE-OS 2 631
707 ein solcher in Form eines Strangpreßprofils aus thermoplastischem Kunstharz bekannt.
Kunststoffprofile müssen aus Gründen der Stabilität relativ dickwandig ausgestaltet
bzw. mit Verstärkungsrippen versehen sein. Ihre Herstellung ist darüber hinaus an
ganz bestimmte, dafür ausgerüstete Betriebe gebunden. Der nach Unteranspruch 4 verwendete
Verdrängungskörper dagegen ist bei guter Stabilität trotzdem extrem leicht und auch
auf der Baustelle in den unterschiedlichsten Grüßen herstellbar. Kunststoffolie wurde
bisher im Baugewerbe, bis auf Schalungseinlagen zum Er-Ausführungsbeispiele der Erfindung
werden nachstehend anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 Schnitt durch eine schematisch gezeichnete Rippenbetonplatte mit durch Auffaltung
der Basis-Bewehrungsmatte bewirkten Bewehrung der Rippen,
Fig. 2 Schnitt durch eine schematisch gezeichnete Rippenbetonplatte mit einer zusätzlichen
oberen Bewehrungsmatte,
Fig. 3 perspektivische Ansicht einer für die erfindungsgemäße Bauplatte verwendeten
Bewehrungsmatte,
Fig. 4 Draufsicht auf die noch nicht verformte Bewehrungsmatte aus Fig. 3, und
Fig. 5 vergrößerter Schnitt durch die Aufsitzstelle eines Verdrängungskörpers aus
mit Kunst-stofffolie überzogenem Gitterwerk
[0010] In Fig. 1 ist eine Rippenbetonplatte mit einer Unterplatte 1, einer Oberplatte 2
und Rippen 3 ersichtlich, die monolithisch aus Beton gegossen ist. Die Rippen 3 bilden
die seitliche Begrenzung von Ausnehmungen, die durch hier nur schematisch gezeichnete
Verdrängungskörper 4 bewirkt werden. Mit dem Begriff 'Ausnehmung' soll hier ein betonfreier
Raum definiert werden, der jedoch auch vollständig von einem Vollmaterial-Verdrängungskörper,
beispielsweise aus Schaumkunststoff oder Leichtbeton, ausgefüllt sein kann. Bevorzugt
wird jedoch ein unter Fig. 5 näher beschriebener Hohlprofil-Verdrängungskörper aus
einem mit Kunststoffolie überzogenen Metallgitterwerk.
[0011] Die Unterplatte 1 ist mit einer Bewehrungsmatte 5 aus Längsstäben 5a und Querstäben
5b versehen. Die Bewehrungsmatte 5 weist abwechselnd ebene Bereiche 6 und Erhebungen
7 auf. Die ebenen Bereiche 6 sind zweckmäßigerweise so bemessen, daß die Verdrängungskörper
4 annähernd verschiebungsfrei zwischen den Erhebungen 7 aufgenommen werden und somit
ihre Lage in der fertigen Bauplatte festgelegt ist. Die Erhebungen 7 sind durch dreikantige
Auffaltungen der Bewehrungsmatte 5 entstanden. Die Höhe der Erhebungen 7 richtet sich
u. a. nach der Höhe der Verdrängungskörper 4 und nach der statischen Belastung der
Rippen 3.
[0012] Fig. 2 zeigt einen Schnitt durch eine erfindungsgemäße Bauplatte, bei der auch die
Oberplatte 2 mit einer Bewehrungsmatte 8 versehen ist. Die obere Bewehrungsmatte 8
ist eben und kann mit den Spitzen der Erhebungen 7 verbunden sein. Zur Erhöhung der
Stabilität verlaufen quer über die untere offene Seite der Erhebungen 7, parallel
zu den Querstäben 5b in der Ebene der ebenen Bereiche 6, Verstärkungsstreben 9. Die
Verstärkungsstreben 9 sind in geeigneter Weise, beispielsweise durch Schweißen, mit
den ebenen Bereichen 6 verbunden und halten die Breite der unteren offenen Seiten
der Erhebung 7 auch unter Belastung konstant. Zu diesem Zweck ist es nicht unbedingt
erforderlich, daß die Verstärkungsstreben beidseitig jeder Auffaltung verschweißt
werden. Prinzipiell genügen zwei Schweißstellen, die beidseitig aller Auffaltungen
angebracht werden.
[0013] In Fig. 3 ist eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Bewehrungsmatte 5 aus
gekreuzten Längs- und Querstäben 5a und 5b ersichtlich. Jeweils an der Spitze und
an den Basiskanten der dreikantigen Auffaltung 7 befindet sich einer der Längsstäbe
5a. Zwischen jeweils dem Längsstab an der Spitze und denen an den Basiskanten der
Auffaltung 7 ist ein zick-zack- bzw. wellenförmig gebogener Längsstab 5'a befestigt.
Parallel und im Abstand zu den Längsstäben der Basiskante verläuft jeweils ein zusätzlicher
Längsstab 5"a. Die Art der Anbringung und die Funktion dieser Längsstäbe 5"a wird
weiter unten im Zusammenhang mit der Beschreibung der Fig. 5 erläutert.
[0014] Zur Verdeutlichung zeigt Fig. 4 die Bewehrungsmatte 5 vor der Verformung. Bei der
Herstellung der Bewehrungsmatte 5 wird so vorgegangen, daß die Längs- und Querstäbe
5a, 5'a, 5"a und 5b miteinander zunächst zu einer ebenen Bewehrungsmatte verbunden
werden. Dabei befinden sich die geraden Längsstäbe 5a in einem solchen Abstand nebeneinander,
daß die späteren ebenen Bereiche 6 den Abmessungen der Verdrängungskörper 4 entsprechen,
und daß weiterhin an jeder Kante der späteren dreikantigen Auffaltung 7 einer der
Längsstäbe 5a zu liegen kommt. Die zweckmäßigerweise durch Biegen hergestellten wellen-
bzw. zick-zack-förmig verlaufenden Längsstäbe 5'a sind beiderseits des später die
Spitze der Auffaltung 7 bildenden Längsstabes angeordnet, wobei die sich entsprechenden
Krümmungen der beiden Längsstäbe 5'a einer Auffaltung 7 an der Spitze zusammenstoßen
können. Die Biegungen der Längsstäbe 5'a überstreichen die gesamte Fläche zwischen
dem Längsstab an der Spitze und dem zugehörigen Basis-Längsstab. Falls erforderlich
können parallel und im Abstand zu den Längsstäben der Basiskanten die zusätzlichen
Längsstäbe 5"a zum Einrasten der Verdrängungskörper 4 vorgesehen werden. Beim nachfolgenden
Verschweißen der Bewehrungsmatte ist besonders darauf zu achten, daß jede der Krümmungen
der Längsstäbe 5' a mit dem anlisgenden geraden Längsstab verbunden wird. Danach werden
die Erhebungen 7 aufgefaltet. Falls erforderlich, wird die Breite der unteren offenen
Seite der Auffaltung 7 und somit deren Höhe durch die an geeigneten ebenen Bereichen
6 befestigten Verstärkungsstreben 9 fixiert.
[0015] Fig. 5 zeigt eine detaillierter gezeichnete Einzelheit aus einer der schematischen
Fig. 1 oder 2. Der Verdrängungskörper 4 wird hier durch ein nach unten offenes Hohlprofil
aus Gitterwerk 10 und einer Kunststoffolie 11 gebildet. Das Gitterwerk 10 besteht
aus einer in die Form des Verdrängungskörpers 4 gebrachte Baustahlmatte. Die Kunststoffolie
11 wurde durch Aufschrumpfen befestigt. Der Verdrängungskörper 4 weist einen folienfreien
Fußbereich 12 auf. Der Fußbereich 12 wurde zwischen den Basis-Längsstab und den zusätzlichen
Längsstab 5"a durch die Bewehrungsmatte 5 gesteckt. Falls erforderlich, kann der Verdrängungskörper
4 in dieser Stellung entweder durch Draht oder durch Schweißen festgelegt werden.
Die zusätzlichen Längsstäbe 5"a können beid- oder einseitig jedes ebenen Bereiches
6 angebracht sein, der einen Verdrängungskörper 4 aufnimmt. Der Abstand zum benachbarten
Basis-Längsstab richtet sich nach den Abmessungen des Fußbereiches 12 bzw. anderer
einzurastender Wandungen oder Füße der Verdrängungskörper 4. Der zusätzliche Längsstab
5"a kann weiterhin auch auf der dem Verdrängungskörper zugewandten Seite der Querstäbe
5b aufliegen. Auf diese Weise kann auch ein Hohlprofil-Verdrängungskörper mit nicht
durchbrochener Wandung festgehalten werden.
[0016] Die erfindungsgemäße Baustahlmatte ist jedoch nicht auf die Verwendung für Rippenbauteile
beschränkt. Sie ist ebenso zur Armierung von Vollbeton-Bauteilen einsetzbar. Beispielsweise
kann bei Halbfertigteilen, bei denen zunächst nur die Unterplatte gegossen wird, diese
mit der erfindungsgemäßen Baustahlmatte versehen werden. Nach Aushärtung der Unterplatte
kann diese an den aus dem Beton der Unterplatte ragenden Erhebungen transportiert
und verlegt werden. Nach Aufschütten von Ortbeton und dessen Aushärtung ergibt sich
ein statisch gut belastbares Fertigteil.
[0017] Die Erfindung ist weiterhin nicht auf die beschriebenen Ausführungsformen beschränkt.
Beispielsweise können die in den verschiedenen Figuren gezeichneten Einzelheiten miteinander
kombiniert werden. Auch die Form der Erhebungen kann variiert werden, sofern dies
zweckmäßig erscheint. Weiterhin muß der zick-zack-förmig verlaufende Längsstab nicht
unbedingt durch Biegen hergestellt sein. Der Verdrängungskörper aus Gitterwerk und
Kunststoffolie kann auch ohne den folienfreien Fußbereich verwendet werden. 'In diesem
Fall wird er auf den ebenen Bereich aufgesetzt und beispielsweise mittels Draht gehalten.
1. Bauplatte aus Stahlbeton mit mindestens einer Bewehrungsmatte und mit mindestens
einer, durch Verdrängungskörper bewirkten Ausnehmung, die zumindest an zwei Seiten
durch ebenfalls bewehrte Betonrippen begrenzt ist , dadurch gekennzeichnet, daß die
Bewehrung der Betonrippen (3) als im Abstand in die Bewehrungsmatte (5) eingeformte
Erhebungen (7) ausgebildet ist, und daß jeder Verdrängungskörper (4) auf einen ebenen
Bereich (6) zwischen jeweils zwei Erhebungen (7) aufgesetzt ist.
2. Bauplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Erhebungen (7) als über
die gesamte Länge der Bewehrungsmatte (5) verlaufende Auffaltungen ausgestaltet sind,
und daß die Seitenflächen der Auffaltung mit jeweils einem zick- zack- oder wellenförmig
verlaufenden Längsstab (5'a) versehen sind.
3. Bauplatte nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Abmessungen
des ebenen Bereichs (6) annähernd den Abmessungen des Verdrängungskörpers (4) entsprechen.
4. Bauplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 3 , dadurch gekennzeichnet, daß der Verdrängungskörper
(4) aus einem nach unten offenen Hohlprofil aus Gitterwerk (10) und einer dieses auf
der dem Beton zugewandten Seite bedeckenden Folie (11) aus Kunststoff besteht, und
daß der Verdrängungskörper (4) auf den ebenen Bereich (6) der Bewehrungsmatte (5)
aufgesetzt ist.
5. Bauplatte nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Fußbereich (12) des
Hohlprofils frei von Kunststoff-Folie (11) ist.
6. Bauplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 5, d a - durch gekennzeichnet, daß die
Erhebungen (7) mit einer zweiten, oberhalb des Verdrängungskörpers (4) angeordneten
Bewehrungsmatte (8) verbunden sind.
7. Bewehrungsmatte insbesondere zur Herstellung der Bauplatte nach einem der Ansprüche
1 bis 6 aus rechtwinklig gekreuzten Längs-und Querstäben aus Metall, insbesondere
Baustahl, mit Erhebungen in Form von dreikantigen Auffaltungen, wobei entlang jeder
Kante ein Längsstab verläuft , dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Spitze und
jeweils einer Basiskante der Auffaltung (7) ein zick- zack- oder wellenförmig verlaufender
Längsstab (5'a) angeordnet ist.
8. Bewehrungsmatte nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet , daß die zur Spitze weisenden
Krümmungen der beiden Längsstäbe (5'a) einer Auffaltung (7) an der Spitze zusammenstoßen.
9. Bewehrungsmatte nach einem der Ansprüche 7 und 8, dadurch gekennzeichnet , daß
quer über der Unterseite der Auffaltung (7) mindestens eine Verstärkungsstrebe (9)
angeordnet ist, die mit beidseitig der Auffaltung (7) befindlichen ebenen Bereichen
(6) fest verbunden ist.
10. Bewehrungsmatte nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß
auf dem ebenen Bereich (6) parallel und in geringem Abstand zum Längsstab der Basiskante
mindestens einer anliegenden Auffaltung (7) ein weiterer Längsstab (5" a) angebracht
ist.
11. Verfahren zum Herstellen einer Bewehrungsmatte nach einem der Ansprüche 7 bis
10, dadurch gekennzeichnet, daß die Längs- und die Querstäbe,einschließlich der zick-zack-
oder wellenförmig verlaufenden Längsstäbe, zu einer ebenen Matte verbunden werden,
und daß danach die dreikantigen Auffaltungen eingeformt werden.
12. Verfahren nach Anspruch 11 , dadurch gekennzeichnet, daß die ebenen Längsstäbe
so angeordnet werden, daß jeweils einer der Längsstäbe an jeweils einer Kante jeder
dreikantigen Auffaltung zu liegen kommt.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 und 12, dadurch gekennzeichnet, daß jede
Krümmung jedes zick-zack- oder wellenförmig verlaufenden Längsstabes an dem Längsstab
der jeweils zugehörigen Kante der Auffaltung anliegt und mit ihm fest verbunden wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden jeweils zu
einer Auffaltung gehörenden zick-zack- oder wellenförmig verlaufenden Längsstäbe mit
ihren zur Spitze weisenden Krümmungen zusammenstoßen.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß nach
dem Verformen quer über der Unterseite der Auffaltung die Verstärkungsstrebe befestigt
wird.