[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum SZ-Verseilen mittels einer Verseilscheibe,
bei der die Verseilelemente längs der Oberfläche eines reversierend angetriebenen
und als Führungs- und Speicherkörper dienenden Rohrspeichers geführt werden.
[0002] Verseileinrichtungen dieser Art sind beispielsweise aus der DE-PS 682 267 bekannt,
wobei am Ausgang des Rohrspeichers eine sich drehende Verseilscheibe vorgesehen ist.
Der grundsätzliche Aufbau einer derartigen Verseileinrichtung ist in Fig. 1 dargestellt,
wobei der als Führungs- und Speicherkörper dienende Rohrspeicher mit RO bezeichnet
ist. über eine durch einen Pfeil RE angedeutete (hier nicht näher dargestellte) reversibel
arbeitende Antriebseinrichtung wird der Rohrspeicher RO abwechselnd für eine bestimmte
Zeitdauer in der einen bzw. entgegengesetzten Richtung gedreht. Der Antrieb kann beispielsweise
über ein auf der Verlängerung des Rohrspeichers RO angebrachtes Zahnrad erfolgen,
das von einem Zahnriemen bewegt wird. Die Verseilelemente, von denen im vorliegenden
Beispiel nur eines dargestellt und mit VE bezeichnet ist, werden über eine feststehende,
eingangsseitige Führungslochscheibe FS geführt, welche eine entsprechende Anzahl von
axial verlaufenden Bohrungen zur Aufnahme der Verseilelemente VE aufweist. Diese Führungslochscheibe
FS ist an ihrer Außenseite mit einem entsprechenden Rahmen oder Gehäuse fest verbunden.
Am Ausgang des Rohrspeichers RO ist eine an ihrer Außenseite über ein Lager LA drehbar
gelagerte, mit dem Rohrspeicher RO fest verbundene, ggf. auch getrennt angetriebene
V
erseilscheibe VS vorgesehen, die entsprechende axiale Bohrungen zur Aufnahme der Verseilelemente
VE aufweist. Die Verseilelemente VE werden am Ausgang der SZ-Verseileinrichtung über
einen Verseilnippel VN gefuhrt.
[0003] Je nach Reibschluß rollen die zugeführten Verseilelemen-, te VE auf der Außenfläche
des rotierenden Rohrspeichers RO ab und übertragen das dabei entstehende Drehmoment
von den Stellen des stärksten Abrollens im Bereich der Führungslochscheibe FS auf
Stellen schwächeren Abrollens im Bereich der Verseilscheibe VS. Da die Verseilscheibe
VS selbst eine Abrollbremse darstellt, werden je nach Verteilung der Reibkräfte Drehmomente
vom Einlaufbereich bei FS auf den Verseilbereich übertragen und zwar je nach der Torsionssteifigkeit
der Verseilelemente VE schneller oder langsamer. Im Verseilbereich werden die Bremsmomente
an der Verseilscheibe VS direkt oder verzögert kompensiert, so daß die Verseilung
selbst mit geringer oder gar keiner Torsion erfolgt. Im Extremfall ist sogar eine
Überkompensation denkbar. Das erzwungene Abrollen am Verseilende bei VS führt dort
meist zu einer (erwünschten) vergrößerten Schlaglänge beim Aufseilen auf dem Rohrspeicher
RO und zugleich mit zunehmender Füllung des Rohrspeichers RO zu einer (unerwünschten)
Konzentration von Schlägen z.B. im Einlaufbereich bei der Führungslochscheibe FS.
Die Verteilung der Verseilelemente VE über die Länge des Rohrspeichers RO ist somit,
wie aus der Darstellung ersichtlich, ungleichmäßig. Das Abrollen im Einlaufbereich
bei der Führungslochscheibe FS bekommt eine axiale Komponente, was diesen Prozeß noch
verstärkt.
[0004] Eine zu starke Konzentrierung tritt vor allem dann auf, wenn Verseilelemente mit
weicher Hülle (z.B. PVC, PE, Gummi bei dünnen metallischen Leitern, bzw. Litzen) oder
Lichtwellenleiter mit weicher Umhüllung verseilt werden sollen. Eine solche zu starke
Konzentrierung führt nicht nur zu größeren Reibungskräften, sondern im äußersten Fall
sogar zum Knicken des Verseilelementes hinter der Führungslochscheibe FS.
[0005] Der vorliegenden Erfindung, welche sich auf eine Vorrichtung der eingangs genannten
Art bezieht, liegt die. Aufgabe zugrunde, mit einfachen Mitteln eine zu starke Konzentrierung
der Verseilelemente beim Rohrspeicher möglichst weitgehend zu vermeiden. Gemäß der
Erfindung wird dies bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art dadurch erreicht,
daß eine sich nur über einen Teil des Rohrspeichers erstreckende Hülse vorgesehen
ist, welche so gelagert ist, daß sie die Bewegung des Rohrspeichers nicht mitmacht..
[0006] Durch die Hülse wird ein zu starkes Abrollen der V
erseil- elemente verhindert. Es läßt sich somit die Schlagkonzentration gezielt dämpfen
und.eine gleichmäßigere Verteilung der Verseilelemente längs des Rohrspeichers gewährleisten.
[0007] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß die Hülse in Achsrichtung
verschiebbar angeordnet ist, so daß der Bereich des Rohrspeichers, welcher von-der-Hülse
überdeckt wird, der Art der Verseilelemente angepaßt werden kann.
[0008] Sonstige Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen wiedergegeben.
[0009] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in Fig. 2 dargestellt. Dabei sind für übereinstimmende
Teile die gleichen Bezugszeichen wie bei der Anordnung nach Fig. 1 verwendet. Zur
Vermeidung unerwünschter Konzentrierungseffekte z.B. im Bereich des Einlaufes, d.h.
nach der Führungslochscheibe FS ist eine Hülse HL vorgesehen, welche die Drehbewegung
des Rohrspeichers RO nicht mitmacht. Dadurch werden die durch die axialen Bohrungen
der Führungslochscheibe FS hindurchtretenden Verseilelemente VE im Bereich der Hülse
HL in ihrer Neigung, auf den folgenden rotierenden Speicherteil von RO abzurollen,
gebremst. Erst am rechten Ende der Hülse HL werden die Verseilelemente VE von der
Oberfläche des. Rohrspeichers RO infolge der Reibungskräfte mitgenommen. Diese Abrollvorgänge
wirken in einem gewissen Umfang auch noch in den Bereich der Hülse HL hinein, wobei
jedoch, wie ein Vergleich zwischen Fig. 1 und Fig. 2 zeigt, die Schlaglänge im Bereich
der Hülse HL größer bleibt als in den entsprechenden linken Teilen des Rohrspeichers
RO bei Fig..1. Damit ist eine unerwünschte zu starke Konzentrierung von Schlägen der
Verseilelemente VE im-Bereich des Einlaufes vermieden.
[0010] Dadurch, daß die Hülse HL, wie durch den Pfeil AX angedeutet, in axialer Richtung
verschiebbar ausgelegt ist, läßt sich der Bereich, an dem der Übergang von der Hülse
HL zum Rohrspeicher RO eintritt, an die jeweiligen Eigenschaften der Verseilelemente
anpassen. Es ist zweckmäßig, wenn die Länge der Hülse HL etwa zwischen 5% und 20%,
vorzugsweise um 10% der Länge des Rohrspeichers RO bedeckt.
[0011] Die Führungslochscheibe FS kann direkt zur Halterung der Hülse HL herangezogen werden,
da FS ebenfalls fest gelagert ist.
[0012] Es ist zweckmäßig, wenn der Außendurchmesser der Hülse HL möglichst wenig größer
gewählt ist als der Außendurchmesser des Rohrspeichers R0, so daß an der Übergangsstelle
zwischen der Hülse HL zu dem Rohrspeicher RO ein möglichst geringer Durchmessersprung
auftritt. Die Hülse HL ist zweckmäßig so dimensioniert, daß der Rohrspeicher RO mit
seiner Oberfläche nur schwach an der Innenfläche der Hülse HL reibt.
[0013] Die Hülse HL kann auch in gewissem Umfang drehbar angeordnet sein, wobei jedoch ihre
Drehzahl stets niedriger liegt als die Drehzahl des Rohrspeichers R0. Das bedeutet,
daß auch in diesem Fall die Hülse HL die Bewegung des Rohrspeichers RO nicht mitmacht.
Zwischen der Hülse HL und dem Rohrspeicher RO bleibt somit stets ein ausreichend großer
Schlupf bestehen. Für die Drehung der Hülse HL kann ggf. ein Antrieb über die Verseilelemente
VE benutzt werden. Die Hülse HL ist in diesen Fällen somit einfach lose drehbar zu
lagern.
[0014] In manchen Fällen kann auch eine Konzentrierung der Verseilelemente VE am ausgangsseitigen
Ende des Rohrspeichers RO auftreten, z.B. wenn der Rohrspeicher RO langsamer läuft
als die Verseilscheibe VS. Um diesem Einfluß zu begegnen, kann zusätzlich zu der in
Fig. 2 am eingangsseitigen Ende dargestellten Hülse HL oder auch unabhängig von dieser
eine (strichpunktiert angedeutete) Hülse HL' im Bereich der Verseilscheibe VS vorgesehen
werden. Diese Hülse HL' kann ebenso wie die Hülse HL verschiebbar ausgebildet und
in ähnlicher Weise wie diese gelagert sein. Diese Ausführungsform ist vor allem dann
sinnvoll, wenn die Verseilscheibe VS unabhängig und vorzugsweise schneller angetrieben
wird, als der Rohrspeicher R0. Dabei kann es zweckmäßig sein, diese Hülle HL' mit
der Verseilscheibe VS fest zu verbinden. Es besteht ein Unterschied zwischen der Bewegung
der Hülse HL' und der des Rohrspeichers RO, dessen Bewegung die Hülse HL' somit ebenfalls
nicht mitmacht.
1. Vorrichtung zum SZ-Verseilen mittels einer Verseilscheibe, bei der die Verseilelemente
längs der Oberfläche eines reversierend angetriebenen und als Führungs-und Speicherkörper
dienenden Rohrspeichers geführt werden, dadurch gekennzeichnet , daß eine sich nur
über einen Teil des Rohrspeichers (RO) erstreckende Hülse (HL) vorgesehen ist, welche
so gelagert ist, daß sie die Bewegungen des Rohrspeichers (RO) nicht mitmacht.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß die Hülse (HL) axial
verschiebbar gelagert ist, derart, daß die Länge, mit der sie in den Verseilbereich
hineinragt, einstellbar ist.
3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , daß
die Hülse (HL) stillstehend gehalten ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , daß
die Hülse (HL) in ihrem Durchmesser möglichst wenig größer gewählt ist als der Durchmesser
des Rohrspeichers (RO).
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , daß
im Bereich der Hülse (HL) eine ruhende Führungslochscheibe (FS) angebracht ist, durch
deren axiale Bohrungen die Verseilelemente (VE) hindurchbewegt werden.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , daß
die Hülse (HL) etwa zwischen 5% und 20%, vorzugsweise um 10% der Länge des Rohrspeichers
(R0) bedeckt.
-7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet ,
daß die Hülse (HL) im Bereich des Einlaufs der Verseilelemente (VE) auf dem Rohrspeicher
(RO) angeordnet ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , daß
am Ausgang des Rohrspeichers (RO) eine drehbar gelagerte, vorzugsweise unabhängig
angetriebene Verseilscheibe (VS) vorgesehen ist.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , daß
die Hülse (HL') im Bereich des Auslaufs auf dem Rohrspeicher (RO) angeordnet ist..
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 und 9, dadurch gekennzeichnet , daß die Hülse (HL')
mit der Verseilscheibe (VS) verbunden ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet , daß die Hülse (HL') zusammen
mit der Verseilscheibe (VS) drehbar angeordnet ist, wobei ihre Drehzahl höher liegt
als die des Rohrspeichers (RO).