(19)
(11) EP 0 066 844 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
20.02.1985  Patentblatt  1985/08

(21) Anmeldenummer: 82104855.0

(22) Anmeldetag:  03.06.1982
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4E04B 1/60, E04F 13/08

(54)

Verbindungsvorrichtung

Connecting device

Dispositif d'assemblage


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 04.06.1981 DE 3122238

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
15.12.1982  Patentblatt  1982/50

(71) Anmelder: Fricker, Siegfried
D-71296 Heimsheim (DE)

(72) Erfinder:
  • Fricker, Siegfried
    D-71296 Heimsheim (DE)

(74) Vertreter: Frank, Gerhard, Dipl.-Phys. 
Patentanwälte Mayer, Frank, Reinhardt, Schwarzwaldstrasse 1A
75173 Pforzheim
75173 Pforzheim (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Verbindungsvorrichtung zur Befestigung einer Fassadenplatte an einer Stützkonstruktion, mit einem vertikalen Anlageschenkel, der an dem zu verbindenden Bauelement befestigt ist und aus zwei, zur justierbaren Verbindungsherstellung mit einem der Bauelemente dem Anlageschenkel zugeordneten Montageteilen, wobei das erste Montageteil ein Langloch des Anlageschenkels zur vorläufigen Positionierung durchgreift, wobei das zweite Montageteil nach endgültiger Positionierung der Fassadenplatte eine separate Bohrung im Anlageschenkel durchgreift und in der Stützkonstruktion verankert ist, und wobei der Anlageschenkel einen Haltearm für die Fassadenplatte aufweist.

    [0002] Eine derartige Verbindungsvorrichtung ist aus der DE-OS 2637846 kekannt. Durch die spezielle Konstruktion dieser Verbindungsvorrichtung und der Formgebung der Fassadenplatten ist lediglich eine Längsverschieblichkeit des Anlageschenkels erforderlich, da immer eine vertikale Montage des Anlageschenkels möglich ist. An den verwendeten Montageteilen treten daher auch keine Drehmomente auf, auch deswegen nicht, da die dargestellten Fassadenplatten nur geringeres Gewicht besitzen.

    [0003] Aus der DE-OS 17 59152 ist es bekannt, ein Halterungssystem für Fassaden-Verkleidungsplatten so auszubilden, daß durch Verschiebung und Verschwenkung des Tragarms eine Anpassung an Unebenheiten der Tragwand erreicht wird. Da es sich hier um ein Mehrzwecksystem handelt, ist es konstruktiv sehr aufwendig.

    [0004] Aufgabe der Erfindung ist es, die konstruktiv einfachere, gattungsgemäße Verbindungsvorrichtung derart weiterzubilden, daß auch eine statisch sichere Montage bei verschwenktem, also nicht vertikal liegendem Anlageschenkel möglich ist.

    [0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß zur Aufnahme von Fassadenplatten hohen Gewichtes, beispielsweise Natursteinplatten, das erste Montageteil eine Schraube ist, die in einem Dübel in der Tragwand verankert ist und somit Zugkräfte senkrecht zur Tragwand aufnimmt, und daß das zweite Montageteil ein Bolzen oder Schwerspannstift ist, der die Lastkomponenten der Fassadenplatte in der Ebene der Tragwand aufnimmt.

    [0006] Durch diesen kombinierten Einsatz der Montageteile wird eine justierbare, kraftschlüssige Verbindung von Tragwand und Fassadenplatte geschaffen.

    [0007] Die erfindungsgemäße Lösung ermöglicht eine schnelle Verbindung der Bauelemente mit stufenloser Justierung und konstruktiv einfachen und damit kostengünstigen Montageteilen. Je nach Anwendungszweck kann die Verbindungsvorrichtung unterschiedlich ausgestaltet sein (beispielsweise als Ankerschiene, U-Profil, Flacheisen usw.).

    [0008] Mit der erfindungsgemäßen Verbindungsvorrichtung ist immer dann eine positionsgerechte Montage bei der Fassadenplatte an einer Tragwand möglich, wenn das praktisch unvermeidbare Auftreten von Zugbelastungen senkrecht zur Oberfläche der Tragwand eine Dübelverbindung erforderlich macht, und wenn zur schnelleren Endmontage die Position der Verbindungsvorrichtung in beiden Bauelementen bereits vorgegeben ist, beispielsweise durch bereits vor der Montage eingesetzte Dübel.

    [0009] Von besonderer Bedeutung ist hierbei, daß das Verbindungsteil durch die Last der Fassadenplatte durch die Zwei-Punkt-Befestigung nicht aus seiner gegen die Vertikale geneigten Position gedreht werden kann, da die entsprechenden Drehmomente aufgefangen und in die Tragwand übergeleitet werden.

    [0010] Wählt man erfindungsgemäß als erstes Montageteil einen Dübel und als zweites Montageteil einen Bolzen oder Schwerspannstift, so bringt dies außerdem den Vorteil, daß diese beiden Montageteile enger zueinander gesetzt werden können als beispielsweise bei einer Verbindung mittels zwei Dübeln. Dies beruht wahrscheinlich darauf, daß bei zwei eingesetzten Dübeln durch die Überlappung der beiden konusförmigen Beanspruchsbereiche infolge der auftretenden Spreizkräfte in der Tragwand insgesamt eine Schwächung der Leistungsfähigkeit der beiden Dübelverbindungen hervorgerufen wird, wogegen ein Bolzen oder Schwerspannstift (Aufnahme nur von Scherkräften) durch die anders geartete Beanspruchung der Tragwand unter bestimmten Voraussetzungen auch im Bereich der konusförmigen Beanspruchungszone des Dübels sitzen kann.

    [0011] Dadurch kann der Abstand zwischen Langloch und Bohrung gering gehalten werden, was ein Minimum an Materialaufwand und damit Reduzierung der Herstellungskosten bedeutet.

    [0012] Aus der Veröffentlichung « Bau- und Möbelschreiner 1961, Heft 11, Anzeigenseite 17, links oben, ist ebenfalls eine Verbindungsvorrichtung bekannt.

    [0013] Diese im Schreinerhandwerk benutzte Verbindungsvorrichtung ist jedoch nur zur Aufnahme von mäßigen Kraftbeanspruchungen in der Ebene des Verbindungsteils geeignet ; die dort als Montageteile verwendeten Nägel können auch keine Zugbeanspruchungen aufnehmen ; diese Verbindungsvorrichtung dient daher auch nicht zur Lastaufnahme des zu haltenden Bauteils (Fenster), sondern lediglich zu dessen ortsfester Fixierung ; bis weitere Montagehilfen (Keile oder Hartschaum) zusammen mit der Fensterbrüstung die endgültige Kräftemässige Absicherung des Bauteils übernehmen. Die dort dargestellte Zwei-Punkt-Befestigung hat daher praktisch keine lastaufnehmende, sondern nur montageerleichternde Funktion, wogegen die erfindungsgemäße Verbindungsvorrichtung diese beiden Funktionen erfüllt : so dient beispielsweise das Verbindungsteil nach der Justierung gleichzeitig als Bohrschablone für das in der Tragwand zur Aufnahme des zweiten Montageteils einzubringende Bohrloch.

    [0014] Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Verbindungsvorrichtung wird nun anhand von Figuren näher erläutert, es zeigen :

    Figur 1 einen Längsschnitt durch das Ausführungsbeispiel der Verbindungsvorrichtung entlang der Linie I-I der Figur 2 und

    Figur 2 eine Aufsicht auf das Ausführungsbeispiel der Figur 1.



    [0015] Bei dem in den Figuren 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel besteht das Verbindungsteil aus einem einen vertikalen Anlageschenkel 10 bildenden Flacheisen, auf das ein Ausleger 15 an sich bekannte Konstruktionen geschweißt ist, auf den eine Fassadenplatte 30 aufsitzt.

    [0016] Montageteile 11 und 12 dienen dabei zur kraftschlüssigen Befestigung des Anlageschenkels 10 an der Tragwand 20.

    [0017] Beim Montageteil 12 handelt es sich um eine Schraube, die ein Langloch 14 durchgreift und in einem Dübel 16 verankert ist.

    [0018] Da die Schraube 12 infolge der Langlochführung Kräfte in der Längsachse des Langlochs 14 nur durch Haftreibung begrenzt aufnehmen kann (was nach den einschlägigen Vorschriften unzulässig ist), ist das Verbindungsteil zusätzlich durch einen Bolzen 11 an der Tragwand 20 gehalten. Dieser Bolzen 11 übernimmt Beanspruchungen der Verbindungsvorrichtung in der Längsachse des Langlochs 14.

    [0019] Hierbei dient das zweite Montageteil 11 (Gewindebolzen) ausschließlich zur Aufnahme der Last der Fassadenplatte (Bauelement 30) in der Ebene der Tragwand, wogegen das erste Montageteil 12 (Schraube) die als Zugkraft (senkrecht zur Ebene der Tragwand) auftretende Hebelkraft resultierend aus der Last der Fassadenplatte 30, aufnimmt.

    [0020] Anhand der Figur 2 soll erläutert werden, wie die Montage einer Fassadenplatte mit der neuen Verbindungsvorrichtung erfolgt :

    Aufgrund der vorgegebenen bzw. beabsichtigten Verankerungsschwerpunkte der Fassadenplatte 30 wird die ungefähre Position A des ersten Montageteils 12 bestimmt und an der ermittelten Position wird ein Dübel 16 in die Tragwand eingesetzt. Danach wird die Fassadenplatte in ihre Endposition vor die Tragwand gebracht und dort gegebenenfalls abgestützt, wodurch sich eine Position B auf der Oberfläche der Tragwand ergibt. Danach wird die Verbindungsvorrichtung so verschoben bzw. geschwenkt, daß das erste Montageteil 12 in den gesetzten Dübel 16 eingeschraubt werden kann. Wie in Figur 2 dargestellt, läßt sich bei vorgegebener Länge L des Lachloches 14 durch Verschiebung in Richtung des Pfeiles y und durch Schwenkung in Richtung des Pfeiles x bezogen auf die Position A des Dübels 15, der schraffierte Justierbereich überdecken, in dem die Position B (Achse des Abschnittes 15) liegen darf, um eine Befestigung mit der erfindungsgemäßen Verbindungsvorrichtung zu ermöglichen.



    [0021] Ist diese Justierung vorgenommen (erster Montageschritt), so gibt die Bohrung 13 als Bohrschablone das in die Tragwand einzubringende Bohrloch für das zweite Montageteil11 (Gewindebolzen) vor. Nach dem Einschlagen bzw. Einschrauben des Gewindebolzens als lasttragendes Bauteil kann dann gegebenenfalls die Abstützung der Fassadenplatte entfernt werden und der zweite Montageschritt ist beendet.

    [0022] Die geometrische Zuordnung und Form der Bohrungen 13 und des Langloches 14 können entsprechend den gegebenen räumlichen und- /oder konstruktiven Voraussetzungen ausgeführt werden, es ist jedoch zweckmäßig, wenn der Durchmesser der Bohrung 13 und die Breite des Langloches 14 so aufeinander abgestimmt sind, daß der gleiche Bohrer für die im Bauelement 20 einzubringenden Löcher verwendet werden kann.


    Ansprüche

    1. Verbindungsvorrichtung zur Befestigung einer Fassadenplatte (30) an einer Stützkonstruktion, mit einem vertikalen Anlageschenkel (10), der an dem zu verbindenden Bauelement befestigt ist und aus zwei, zur justierbaren Verbindungsherstellung mit einem der Bauelemente dem Anlageschenkel (10) zugeordneten Montageteilen (12, 11) wobei das erste Montageteil (12) ein Langloch (14) des Anlageschenkels (10) zur vorläufigen Positionierung durchgreift, wobei das zweite Montageteil (11) nach endgültiger Positionierung der Fassadenplatte (30) eine separate Bohrung (13) im Anlageschenkel (10) durchgreift und in der Stützkonstruktion verankert ist, und wobei der Anlageschenkel (10) einen Haltearm (15) für die Fassadenplatte (30) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß zur Aufnahme von Fassadenplatten (30) hohen Gewichtes, beispielsweise Natursteinplatten, das erste Montageteil (12) eine Schraube ist, die in einem Dübel (16) in der Tragwand (20) verankert ist und somit Zugkräfte senkrecht zur Tragwand (20) aufnimmt, und daß das zweite Montageteil (11) ein Bolzen oder Schwerspannstift ist, der die Lastkomponenten der Fassadenplatte (30) in der Ebene der Tragwand (20) aufnimmt.
     
    2. Verbindungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bohrung (13) ein Gewinde zur Aufnahme eines Gewindebolzens als zweiten Montageteil (11) aufweist.
     
    3. Verbindungsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bohrung (13) durch Formung eines zylindrischen Halses aus dem Material des Anlageschenkels (10) gebildet (gedüst) ist.
     
    4. Verbindungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzliche Bohrungen im Anlageschenkel (10) zur Aufnahme von weiteren, zweiten Montageteilen vorgesehen sind, um Kräfte in der Ebene des Anlageschenkels (10) aufzunehmen.
     
    5. Verbindungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser der Bohrung (13) und die Breite des Langlochs (14) so aufeinander abgestimmt sind, daß der gleiche Bohrer für die beiden in der Tragwand (20) einzubringenden Bohrlöcher verwendet werden kann.
     


    Claims

    1. Means of attachment for securing a facing panel (30) to a supporting structure with a vertical mounting (10) which is secured to the structural member which is to be attached and two mounting pieces (12, 11) associated with the mounting (10) in order to make an adjustable attachment to one of the structural members, in which the first mounting piece (12) engages a long hole (14) in the mounting (10) for preliminary positioning while the second mounting piece (11) engages a separate hole (13) in the mounting (10) after the facing panel (30) has been finally positioned and is anchored into the supporting structure and in which the mounting (10) has a supporting arm (15) for the facing panel, characterised in that in order to accept facing panels (30) of great weight, for example natural stone panels, the first mounting piece (12) is a bolt which is anchored in a plug (16) in the supporting wall (20) and thus takes up tensile forces at right angles to the supporting wall (20) and in that the second mounting piece (11) is a bolt or high tensile rod which takes up the load components of the facing panel (30) in the plane of the supporting wall (20).
     
    2. Means of attachment according to claim 1, characterised in that the hole (13) is threaded to take a threaded bolt as a second mounting piece (11 ).
     
    3. Means of attachment according to claim 2, characterised in that the hole (13) is produced (drawn out) by forming a cylindrical neck from the material of the mounting (10).
     
    4. Means of attachment according to claim 1, characterised in that additional holes are provided in the mounting (10) to take two further mounting pieces in order to take up forces in the plane of the mounting (10).
     
    5. Means of attachment according to one of the foregoing claims, characterised in that the diameter of the hole (13) and the width of the long hole (14) are determined in relation to each other so that the same drill can be used for the two holes which have to be drilled in the supporting wall (20).
     


    Revendications

    1. Dispositif d'assemblage pour la fixation d'une plaque de façade (30) à une structure d'appui, comprenant un montant de pose vertical (10) fixé à l'élément de construction à assembler et deux pièces de montage (12, 11) associées au montant de pose (10) pour le raccordement ajustable avec l'un des éléments de construction, la première pièce de montage (12) traversant un trou allongé (14) du montant de pose (10) pour le positionnement provisoire, la seconde pièce de montage (11) traversant après le positionnement définitif de la plaque de façade (30) un alésage séparé (13) dans le montant de pose (10) et étant ancrée dans la structure d'appui, et le montant de pose (10) comportant un bras de retenue (15) pour la plaque de façade (30), caractérisé en ce que, pour recevoir des plaques de façade (30) de poids élevé, par exemple des plaques de pierre naturelle, la première pièce de montage (2) est une vis ancrée dans une cheville (16) dans le mur porteur (20) et absorbant ainsi les forces de traction perpendiculairement au mur porteur (20), et que la seconde pièce de montage (11) est un boulon ou une goupille élastique qui absorbe les composantes de charge de la plaque de façade (30) dans le plan du mur porteur (20).
     
    2. Dispositif d'assemblage selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'alésage (13) comporte un filetage pour recevoir un boulon fileté constituant la seconde pièce de montage (11).
     
    3. Dispositif d'assemblage selon la revendication 2, caractérisé en ce que l'alésage (3) est formé par façonnage d'un col cylindrique à partir du matériau du montant de pose (10).
     
    4. Dispositif d'assemblage selon la revendication 1, caractérisé en ce que des alésages additionnels sont prévus dans le montant de pose (10) pour recevoir des secondes pièces de montage supplémentaires, afin d'absorber les forces dans le plan du montant de pose (10).
     
    5. Dispositif d'assemblage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le diamètre de l'alésage (13) et la largeur du trou allongé (14) sont coordonnés l'un à l'autre de façon que le même foret puisse être utilisé pour les deux perçages à réaliser dans le mur porteur (20).
     




    Zeichnung