[0001] Die Erfindung betrifft eine Dichtungsanordnung an einer schwellenlosen Tür gemäss
dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Eine Dichtungsanordnung dieser Art ist aus der DE-OS 22 06 951 bekannt. Bei dieser
Anordnung ist das Ende der Schubstange direkt mit der Feder verbunden, so dass der
Hub des Dichtungskörpers unmittelbar vom Federweg abhängt. Da die Feder im Nutraum
untergebracht ist, ergibt dies einen relativ kleinen Hub und eine aufwendige Konstruktion.
Nachteilig bei der bekannten Dichtungsanordnung ist ferner ihre grosse Einbauhöhe.
[0003] Die vorliegende Erfindung hat sich zum Ziel gesetzt, diese Nachteile zu vermeiden
und eine Dichtungsanordnung zu schaffen, die bei kleiner Einbauhöhe einen grossen
Hub des Dichtungskörpers ermöglicht. Die Anordnung soll ferner kostengünstig herstellbar
und rasch und einfach montierbar sein.
[0004] Die erfindungsgemässe Lösung dieser Aufgabe ist in der Kennzeichnung des Patentanspruches
1 definiert.
[0005] Anhand der Zeichnungen wird nachfolgend ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch die Dichtungsanordnung bei geschlossener Tür,
Fig. 2 eine Stirnansicht auf die Dichtungsanordnung gemäss Figur 1,
Fig. 3 einen Längsschnitt durch die Dichtungsanordnung gemäss Figur 1 bei offener
Tür,
Fig. 4 einen Querschnitt nach der Linie IV - IV durch die Dichtungsanordnung gemäss
Figur 3,
Fig. 5 eine Draufsicht auf die Dichtungsanordnung gemäss Figur 2 und
Fig. 6 einen Längsschnitt durch eine weitere Ausführungsform einer Dichtungsanordnung.
[0006] Die in den Figuren dargestellte Dichtungsanordnung weist eine unten offene Führungsschiene
1 mit U-förmigem Profil auf, die in eine Längsnut 2 einer Türblattunterkante 3 eingesetzt
ist. In der Führungsschiene 1 ist ein vertikal verschiebbarer Dichtungskörper 4 gelagert,
der eine nach oben offene U-Profilschiene 5 aufweist. Durch die zwei ineinandergeschobenen
U-Profile 1 und 5 entsteht ein Hohlraum 15, in welchem der Betätigungsmechanismus
für die Vertikalbewegung des Dichtungskörpers platzsparend untergebracht ist.
[0007] Der Dichtungskörper 4 umfasst weiter eine nach unten gewölbte Gummidichtung 6, die
in geschlossenem Zustand der Tür elastisch federnd gegen den Fussboden gepresst ist.
Durch die breite Auflage wird neben der guten Dichtwirkung auch eine ausgezeichnete
Schallisolation erzielt. Die Dichtung 6 gestattet es auch, kleinere Unebenheiten des
Fussbodens auszugleichen.
[0008] Auf beiden Seiten des inneren U-Profils 5 ist ein Filzbelag 7 befestigt, der eine
lautlose Betätigung der Dichtungsanordnung gewährleistet.
[0009] Etwa mittig im inneren U-Profil 5 ist eine Mutter 8 fest montiert. In diese Mutter
8 ist ein sich nach oben erstreckender und mit einem Kopf 10 versehener Führungsbolzen
9 eingeschraubt. Der Bolzen 9 ragt in eine Kunststoffbüchse 11 hinein, welche oben
in der Führungsschiene 1 montiert ist. Die Büchse kann z. B. in die Bohrung 12 in
der Profilschiene 1 eingeklemmt sein. Dazu ist das untere Ende der Büchse 11 etwas
angeschrägt, und hinter der Anschrägung befindet sich eine Ringnute 32. Auch die Bohrung
12 kann leicht konisch sein, damit das Ende der Büchse 11 problemlos hineingepresst
werden kann. Im montierten Zustand ragt der Rand der Bohrung 12 in die Ringnute 32
hinein.
[0010] Die untere Oeffnung 13 der Büchse 11 bildet eine Führung für den Bolzen 9. Der innere
Rand der Büchsenöffnung 13 ist zugleich Auflagefläche für das untere Ende einer Druckfeder
14, die locker auf dem Bolzen 9 sitzt, und deren oberes Ende gegen den Bolzenkopf
10 gepresst ist. Dadurch wird der Bolzen 9 (und somit auch das Innenprofil 5) federnd
nach oben gedrückt. Durch entsprechende Wahl der Feder und der Bolzenlänge kann der
Hub des Dichtungskörpers so eingestellt werden, dass dieser nicht aus der Führungsschiene
1 gelangt.
[0011] Im Hohlraum zwischen dem inneren Profil 5 und der Führungsschiene 1 ist eine Schubstange
16 untergebracht, die an einem Ende ein Gewinde 17 trägt, auf welchem ein Kunststoffanschlagbolzen
18 aufgeschraubt ist. Der Anschlagbolzen 18 ragt über die Türblattseite 3 hinaus und
wirkt beim Schliessen der Tür mit einem Gegenanschlag zusammen, der in nicht näher
dargestellter Weise am Türrand befestigt ist. Zur Führung der Stange 16 dient eine
an der Führungsschiene 1 im Bereich des Anschlagendes montierte Kunststoffführung
19, in deren konisch erweiterten Bohrung 20 die Stange 16 gelagert ist.
[0012] Das innere Ende der runden Schubstange 16 weist einen gequetschten Kopfteil 21 auf,
der in eine entsprechend geformte Ausnehmung 22 im Ende des Kunststoffschwenkarmes
23 eingerastet ist. Der Kopfteil 21 trägt eine Erweiterung, welche hinter einer engen
Stelle der Ausnehmung 22 elastisch einschnappt. Die Schubstange 16 und der Schwenkarm
23 sind nach Art eines Kniehebels miteinander verbunden, wobei der Kopfteil 21 und
die Ausnehmung 22 das Gelenk bilden. Durch die Quetschung des Kopfteiles 21 wird verhindert,
dass sich die Schubstange 16 drehen kann, wenn der Kunststoffbolzen 18 zwecks Justierung
der Länge der Schubstange ein- oder ausgeschraubt wird.
[0013] Der Schwenkarm 23 ist mittels eines Stiftes 24 schwenkbar an einem Metallplättchen
25 befestigt, das seinerseits an der Unterseite der Führungsschiene 1 aufgenietet
ist. Das untere Ende des Schwenkarmes 23 ist mit einer Wölbung 26 versehen, die auf
der inneren U-Schiene 5 aufliegt.
[0014] Wird nun die Schubstange 16 beim Schliessen der Tür durch den Gegenanschlag nach
innen gedrückt, so kann das Kniegelenk 21, 22 nur nach unten ausweichen. Der Dichtungskörper
4 wird dadurch federnd nach unten gegen die Türschwelle gepresst. Sobald die Tür geöffnet
wird, zieht die Feder 14 den Dichtungskörper und somit auch den Schwenkarm 23 nach
oben, wodurch die Stange wieder nach aussen bewegt wird. Da nur die Stange und der
Schwenkarm raumsparend im durch die beiden U-Profile gebildeten Hohlraum untergebracht
sind, ist die Dichtungsanordnung kompakt und niedrig ausgebildet. Die für die Dichtungsanordnung
auszusparende Längsnut in der Türblattunterkante ist daher ebenfalls weniger tief
im Vergleich zu den Nuten bei bekannten Türdichtungen, was insbesondere bei Hohltüren
mit Wabenkonstruktion von Vorteil ist.
[0015] Die Büchse 11 mit dem verschiebbaren Bolzen 9 und der Feder 14 befindet sich nicht
im Hohlraum, welcher durch die beiden U-Profile gebildet ist. Falls die Dichtungsanordnung
in einer Holztür montiert wird, erfolgt die Befestigung der oberen Schiene 1 mittels
Holzschrauben 26 im Nutengrund der Türblattunterkante. Für die Büchse 11 wird eine
entsprechende Bohrung in der Tür vorgesehen.
[0016] Bei Metalltüren ist die untere Längsnut 2 durch einen Steg 27 vom Türinnenraum 28
getrennt. In diesen Steg wird eine Bohrung 29 angebracht, in welchen die Büchse 11
von unten hineingedrückt wird. Die Büchse 11 weist seitlich zwei federnd abstehende
Lappen 30 auf, die beim Einfahren zusammengedrückt werden und sich nachher wieder
auseinanderspreizen und die Bohrung 29 hintergreifen. Damit ist eine äusserst rasche
und einfache Montage der Dichtungsanordnung gewährleistet.
[0017] Die Dichtungsanordnung wird in verschiedenen Normlängen hergestellt, wobei durch
Absägen des dem Anschlagbolzen gegenüberliegenden Endes derselben auch Zwischenmasse
erhalten werden können. Bei breiteren Türen können, um eine gleichmässige Anpressung
der Dichtleiste sicherzustellen, zwei oder mehr Büchsen mit Federn und Bolzen vorgesehen
sein, wie dies in Figur 6 dargestellt ist.
[0018] Durch die Kniehebelanordnung wird schon bei einer kleinen Verschiebung der Schubstange
ein relativ grosser Hub des Dichtungskörpers erzielt.
[0019] Neben der kostengünstigen Herstellung und der einfachen Montage besteht ein grosser
Vorteil der beschriebenen Dichtungsanordnung darin, dass der Dichtungskörper 4 einwandfrei
vertikal und parallel geführt ist und nicht seitlich ausweichen kann.
[0020] Da der Abstand des Angriffspunktes 31 der Feder 14 vom Anschlagbolzen 18 grösser
ist als der Abstand des Kniehebelgelenkes 21, 22 vom Anschlagbolzen 18, senkt sich
der Dichtungskörper 4 zuerst auf der Bandseite der Tür, d. h. beim Anschlagbolzen
18, und erst später auf der anderen Seite der Tür, was sehr vorteilhaft ist. Bei der
Doppelfederausführung gemäss der Figur 6 kann der gleiche Effekt erzielt werden durch
entsprechende Wahl der beiden Federn 14, d. h. die vom Bolzen 18 weiter entfernte
Feder muss etwas schwächer sein. Infolge dieser Eigenschaft der Dichtungsanordnung
werden auch schiefe Böden einwandfrei ausgeglichen.
1. Dichtungsanordnung an einer schwellenlosen Tür mit einem in einer Längsnute der
Türblattunterkante eingesetzten Führungsprofil, in welchem ein Dichtungskörper gelagert
ist, der unter Einwirkung einer Schubstange zwischen einer unteren, am Boden federnd
aufliegenden, und einer oberen, vom Boden abgehobenen Lage vertikal verschiebbar ist,
wobei ein Ende der Schubstange über eine Türblattseite hinausragt und beim Auftreffen
auf einen am Türrahmen befestigten Anschlag nach innen verschiebbar ist, um die Abwärtsbewegung
des Dichtungskörpers entgegen der Kraft einer Feder zu bewirken, dadurch gekennzeichnet,
dass die Schubstange (16) und ein gelenkig mit ihr verbundener Schwenkarm (23) einen
Kniehebel bilden, dessen Gelenk (21, 22) bei einer Verschiebung der Schubstange (16)
federnd nach unten ausweicht, wobei das untere, auf dem Dichtkörper (4) aufliegende
Ende des Schwenkarmes (23) den Dichtkörper (4) nach unten presst, und dass am Dichtkörper
(4) ein nach oben ragender, von der Feder (14) beaufschlagter Bolzen (9) befestigt
ist.
2. Dichtungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das innere Ende
der Schubstange (16) mit einem Kopfteil (21) versehen ist, der in eine entsprechende
Ausnehmung (22) im Endbereich des Schwenkarmes (23) eingesteckt ist.
3. Dichtungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwenkarm
(23) gelenkig am Führungsprofil (1) befestigt ist, und dass das auf dem Dichtkörper
(4) aufliegende Ende (26) des Schwenkarmes (23) gewölbt ist.
4. Dichtungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Bolzen (9)
vertikal verschiebbar in einer Büchse (11) gelagert ist, die oben auf dem Führungsprofil
(1) montiert ist.
5. Dichtungsanordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die auf dem Bolzen
(9) sitzende Feder (14) zwischen dem Bolzenkopf (10) und dem Innenrand einer unteren
Bolzenführungsöffnung (13) der Büchse (11) eingespannt ist.
6. Dichtungsanordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Büchse (11)
seitlich mindestens einen federnd gespreizten Lappen (30) aufweist, der bei der Montage
der Dichtungsanordnung in die Nute einer Metalltür einen Nutsteg (29) hintergreift.
7. Dichtungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand des
Angriffspunktes (31) der Feder (14) vom freien Ende (18) der Schubstange (16) grösser
ist als der entsprechende Abstand des Endes (26) des Schwenkarmes (23) vom freien
Ende der Schubstange.
8. Dichtungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei
im Abstand voneinander angeordnete Federn (14) auf den Dichtkörper (4) einwirken.
9. Dichtungsanordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das untere Ende
der Büchse (11) angeschrägt ist und eine Ringnute (32) aufweist, in welche der Rand
einer Bohrung (12) im Schienenprofil (1) eindringt.