[0001] Die Erfindung betrifft eine Nietvorrichtung mit einem Arbeitszylinder und einem darin
von einem Druckmittel axial verschiebbaren Arbeitskolben mit in einem Niederhalter
geführten Stempel, wobei der Arbeitskolben beidseitig durch Änderung der Stellung
eines Steuerventils von einem Druckmittel beaufschlagbar ist und beim Nieten auf der
der Nietvorrichtung gegenüberliegenden Seite der zu vernietenden Teile an einem Gegenhalter
mit Nietzuführer anliegt.
[0002] Solche Nietvorrichtungen sind z.B. durch die DE-OS 18 03 479 bekannt und haben den
Nachteil, daß sie bei Verwendung unterschiedlich langer Nieten stets umgebaut werden
müssen. Dies ist vor allem im Flugzeugbau nachteilig, wo die Materialdicken und somit
auch die Nietlängen schon im Bereich bestimmter Baugruppen unterschiedlich sind.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Nietvorrichtung so zu gestalten, daß mit
ihr ohne besondere Umbaumaßnahmen Nieten unterschiedlicher Länge verwendet werden
können. Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß in der Nietvorrichtung parallel zum
Arbeitskolben ein Steuerkolben angeordnet und mit dem Niederhalter bis zum Anliegen
an die zu verbindenden Teile axial verschiebbar geführt ist und daß der Steuerkolben
über eine Meßleitung mit einer Nietzuführvorrichtung für unterschiedlich lange Nieten
verbunden ist.
[0004] Beim Arbeiten wird zunächst der Steuerkolben beaufschlagt und schiebt den mit ihm
verbundenen Niederhalter bis auf die zu vernietenden Teile. Mit dieser Verschiebung
des Niederhalters aus seiner Ruhelage heraus wird die Materialdicke gemessen und so
die Länge des zu verwendenden Nietes ermittelt. Das ermittelte Maß für die Nietlänge
wird der Nietzufuhrvorrichtung mitgeteilt, die den erforderlichen Niet auswählt und
in die vorbereitete Bohrung einführt, wo er dann durch Druckmittelbeaufschlagung des
Steuerkolbens vom Stempel mit einem Schließkopf versehen wird.
[0005] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung dienen die Merkmale des Anspruches 2 dem
eigentlichen Nietvorgang, während die Merkmale des Anspruches 3 zum Zurückziehen des
Arbeitskolbens erforderlich sind, wobei die Merkmale des Anspruches 4 das dabei erforderliche
Zurückziehen des Steuerkolbens ermöglichen. Anspruch 5 betrifft die zweckmäßige Anordnung
des Niederhalters und des mit ihm verbundenen Meßlineals zum Ermitteln der Nietlänge.
[0006] Die Ansprüche 6 und 7 betreffen die Befestigung des Meßlineals am Steuerkolben und
die Meßfeder nach Anspruch 8 gewährleistet das einwandfreie Zurückbringen des Meßlineals
in die Ausgangsstellung, damit der folgende Arbeitsgang zum Ermitteln der Nietlänge
eingeleitet werden kann.
[0007] Die Maßnahmen nach Anspruch 9 betreffen die an sich bekannten Verbindungen zwischen
den Druckräumen über Ventile zur Pumpe bzw. zum Tank.
[0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt.
[0009] Der Arbeitszylinder 1 ist über einen Gegendruckbügel 14 mit einer Nietzufuhrvorrichtung
15 oberhalb der Blechpaketes 11 verbunden.
[0010] Die Pumpe 32 fördert das Druckmittel aus dem Tank 31 durch die Druckmittelleitung
30, das Steuerventil 27 sowie durch die Rückholleitung 24 in den Ringraum 17, wo es
durch Beaufschlagung der Ringfläche 2d des Arbeitskolbens 2, diesen in der gezeichneten
Lage auf dem Kolbenanschlag le hält. Die Steuerfeder 9 drückt den Steuerkolben 4 mit
seinen Anschlagzapfen 4e gegen den Bohrungsboden lg und hält ihn in der dargestellten
Lage. Das im Ringraum 20a am Boden des Arbeitskolbens 2 vorhandene Druckmittel strömte,
solange der Steuerkolben 4 die gezeichnete Stellung noch nicht eingenommen hatte,
durch den Kanal 23 in den Ringraum 18 und gelangte durch die Nietdruckleitung 25 sowie
das Steuerventil 27 und die Druckmittelleitung 29 in den Tank 31. Auch strömte das
Druckmittel aus dem Bohrungsboden lg durch die Nietmeßleitung 26 und das Meßventil
28 in die zum Tank 31 führende Druckmittelleitung 29.
[0011] Zum Nieten wird das Meßventil 28 umgeschaltet und das Druckmittel durch die Nietmeßleitung
26 in den Bohrungsboden 19 geleitet. Der Steuerkolben 4 verschiebt das Meßlineal 7
entgegen dem Druck der Meßfeder 8 und der Steuerfeder 9 gegenüber dem Kolbenboden
2a und bewirkt das Anlegen des in einer Niederhalterbohrung 1a des Arbeitszylinders
1 geführten Niederhalters 6 an das untere Blechpaket 11. Der gefahrene Weg, d.h. die
Dicke des Blechpaketes 11 wird am Meßlineal 7 ermittelt. Nun wird über die Nietzuführvorrichtung
15 der entsprechende Niet 10 in seine vorbereitete Bohrung eingeführt und dort vom
Gegenhalter 12 während des Nietens gehalten.
[0012] Durch Umschalten des Steuerventils 27 gelangt das von der Pumpe 32 geförderte Druckmittel
durch die Nietdruckleitung 25 in den Ringraum 18 und von diesem durch den Kanal 23
in den Ringraum 20, der schon nach der ersten Bewegung des Arbeitskolbens 2 durch
den Ringraum 20a vergrößert wird und somit eine große Fläche zum Beaufschlagen des
Arbeitskolbens 2 hat. Dieser bewirkt das Verschieben des Stempels 3 in einer Stempel
bohrung 6a des Niederhalters 6 zum Niet 10 und bildet so den Schließkopf 13. Dabei
fährt der Arbeitskolben 2 mit dem Stempel 3 nur soweit vor, wie der Steuerkolben 4
mit dem Niederhalter 6 vorgefahren ist, d.h. der Abstand 34 wird wieder hergestellt
und bestimmt so die Schließkopfhöhe 33 des Nietes 20 unabhängig von der Dicke des
Blechpaketes 11.
[0013] Der Rücklauf des Arbeitskolbens 2 wird eingeleitet durch Umschalten des Meßventils
28 in die dargestellte Schaltstellung. Das Druckmittel aus dem Raum unterhalb des
Ringkolbens 4d strömt durch die Nietmeßleitung 26 und das Meßventil 28 sowie durch
die Druckmittelleitung 29 in den Tank 31. Der Steuerkolben 4 wird durch die Steuerfeder
9 nach unten bewegt. Ebenso folgt der Niederhalter 6 und das durch einen Schlitz lb
des Arbeitszylinders 1 reichende Meßlineal 7 mittels der im Federschlitz 2b geführten
Meßfeder 8. Das Drucköl aus dem Raum 20/20a strömt durch den Kanal 22 in den Ringraum
19 und den Kanal 21 in den Ringraum 17 und von diesem durch die Rückholleitung 24
und das umgestellte Steuerventil 27 durch die Druckmittelleitung 29 in den Tank 31.
Im Rücklauf folgt dann der Arbeitskolben 2 mit seinem Stempel 3 bis die dargestellte
Ausgangslage erreicht ist. Das Steuerventil 27 wird dann wieder in die Ausgangslage
umgestellt.
[0014] Die Ringflächen 4a des Steuerkolbens 4 sind über einen Schaft 4b miteinander verbunden.
Der am Schaftansatz 4c vorhandene Kolben 4d ist in einer Steuerkolbenbohrung 1f des
Arbeitszylinders 1 geführt und liegt mit einem Anschlagzapfen 4e an dessen Bohrung
lg an.
[0015] Das Meßlineal 7 hat eine Einsenkung 7a und eine Durchgangsbohrung 7b für einen Kopf
5a und einen Schaft 5b einer Zylinderschraube zur Befestigung auf dem Steuerkolben
4.
1. Nietvorrichtung mit einem Arbeitszylinder und einem darin von einem Druckmittel
axial verschiebbaren Arbeitskolben mit in einem Niederhalter geführten Stempel, wobei
der Arbeitskolben beidseitig durch Änderung der Stellung eines Steuerventils von einem
Druckmittel beaufschlagbar ist und bei Nieten auf der der Nietvorrichtung gegenüberliegenden
Seite der zu vernietenden Teile an einen Gegenhalter mit Nietzuführer anliegt,
dadurch gekennchnet,
daß in der Nietvorrichtung parallel zum Arbeitskolben (2) ein Steuerkolben (4) angeordnet
und mit dem Niederhalter (6) bis zum Anliegen an die zu verbindenden Teile axial verschiebbar
geführt ist und daß der Steuerkolben (4) über eine Meßleitung mit einer Nietzufuhrvorrichtung
(15) für unterschiedlich lange Nieten (10) verbunden ist.
2. Nietvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Steuerkolben (4) in einer Steuerbohrung (2e) des Arbeitskolbens (2) geführt
ist und zwischen zwei Ringflächen (4a) einen Schaft (4b) hat, und daß der den Schaft
(4b) umgebende Ringraum (19) eine Verbindung von einer den Arbeitskolben (2) über
einen Kanal (22) in Preßrichtung beaufschlagenden Druckraum (20) einerseits zu einer
eine Ringfläche (2d) des Arbeitskolbens (2) in Rückholrichtung beaufschlagten Ringraum
(17) über einen Kanal (21) und eine Rückholleitung (24) andererseits mit einem Steuerventil
(27) bildet.
3. Nietvorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Steuerkolben (4) an seinem dem Niederhalter (6) entgegengerichteten Ende einen
Schaftansatz (4c) hat und mit diesem in der Steuerkolbenbohrung (2e) des Arbeitskolbens
(2) und eine weitere Steuerbohrung (lf) des Arbeitszylinders (1) hineinragt und daß
von dem Ringraum (20) zwischen dem Schaftansatz (4c) und den Steuerkolbenbohrungen
(lf bzw. 2e) ein Kanal (23) in einen den Arbeitskolben (2) im Arbeitszylinder (1)
umgebenden Ringraum (18) führt, der über eine Nietdruckleitung (25) mit dem Steuerventil
(27) verbunden ist.
4. Nietvorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß vom Ende der den Schaftansatz (4c) umgebenden Steuerkolbenbohrung (lf) eine Nietmeßleitung
(26) zu einem Meßventil (28) führt und daß der Schaftansatz (4c) vor seinem Ende einen
Ringkolben (4d) mit einem sich am Bohrungsboden (lg) abstützenden Anschlagzapfen (4e)
hat.
5. Nietvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Niederhalter (6) ein in einer Niederhalterbohrung
(la) des Arbeitszylinders (1) axial verschiebbarer Hohlzylinder ist und den Arbeitskolben
(2) umfaßt, und daß der Steuerkolben (4) eine Ringnut hat, an der ein an dem Niederhalter
(6) angebrachtes und durch einen Schlitz (lb) des Arbeitszylinders (1) reichendes
Meßlineal (7) befestigt ist.
6. Nietvorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ringnut von einer in das Ende des Steuerkolbens (4) eingeschraubten Zylinderschraube
(5) gebildet ist, deren zylindrischer Schaft (5b) länger ist als eine für diesen durch
das Meßlineal (7) führende Durchgangsbohrung (7b).
7. Nietvorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Kopf (5a) der Zylinderschraube (5) in einer die Durchgangsbohrung (7b) umgebende
Einsenkung (7a) so tief eingelassen ist, daß sie eine Führung für eine sich am Kolbenboden
(2a) abstützende und auf den Steuerkolben (4) wirkende Steuerfeder (9) ist.
8. Nietvorrichtung nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß neben der Steuerfeder (9) eine sich am Kolbenboden (2a) abstützende und auf das
Meßlineal (7) wirkende Meßfeder (8) angeordnet ist.
9. Nietvorrichtung nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Steuerventil (27) und das Meßventil (28) über Druckmittelleitungen (29, 30)
mit einer Pumpe (32) bzw. einem Tank (31) verbunden sind.