[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufbringen einer Flächenpressung auf
endlose umlaufende Pressbänder, insbesondere an Doppelbandpressen.
[0002] Bei der Ausübung hoher Flächendrucke auf endlose um Trommeln umlaufende Pressbänder,
insbesondere an Doppelbandpressen, besteht das Problem darin, auf die Rückseite der
Pressbänder einen gleichmässigen Flächendruck auszuüben, um eine einwandfreie kontinuierliche
Herstellung von Schichtstoffen oder Laminaten zu ermöglichen. Zur Lösung dieses Problems
sind schon eine ganze Reihe von Vorschlägen gemacht worden, die jedoch teilweise aufwendig
sind, erhebliche Nachteile aufweisen und nicht befriedigt haben.
[0003] So beschreibt die DE-OS 20 37 442 eine mit endlosem Band und Gegenband arbeitende
Presse zur kontinuierlichen Herstellung von geformten oder gepressten Werkstoffen,
die dadurch gekennzeichnet ist, dass die Abstützung der Bänder durch eine Reihe von
zusammenwirkenden Rollen erfolgt, die jeweils um eine zur Bewegungsrichtung der Bänder
senkrecht stehende Achse drehbar sind und Mittel zum Einstellen des Spaltes zwischen
den beiden Reihen von Rollen und/oder zum Einstellen einer Kraft, welche die beiden
Reihen von Rollenelementen gegen eine sie auseinanderdrückende Bewegung vorspannt,
so dass die beiden Reihen von Rollenelementen auf ein zwischen den endlosen Bändern
liegendes Objekt eingestellt werden können.
[0004] Aus der DE-AS 1 004 368 ist eine kontinuierlich arbeitende Bandpresse bekannt mit
mindestens einem zur Druckübertragung auf das Preßgut dienenden flexiblen, endlosen,
vorzugsweise aus Stahl bestehenden Band und mit zur Druckübertragung auf das Band
dienenden eng aneinandergereihten losen Wälzkörpern, die dadurch gekennzeichnet ist,
daß die Wälzkörper mit bundartigen, zylindrischen Erweiterungen versehen und in ihrer
Längsrichtung jeweils um eine Bundteilung zueinander versetzt und derart kammartig
ineinandergreifend angeordnet sind, daß sie zum mindesten mit den Stirnseiten der
Erweiterungen eng aneinanderliegen.
[0005] Die DE-PS 2 157 746 beschreibt eine Presse zur Ausübung einer Flächenpressung auf
einen Längenabschnitt einer vorlaufenden Bahn, insbesondere eine Presse zur kontinuierlichen
Herstellung von Holzspanplatten und ähnlichen Werkstoffen, bei der die Bahn zwischen
endlosen, der Vorlaufrichtung der Bahn entsprechend mitumlaufenden, über die Breite
der Bahn sich erstreckenden Formbändern geführt ist und bei der zwischen den Formbändern
und einer oberhalb und einer unterhalb der Bahn vorgesehenen Stützkonstruktion abrollende,
in endloser Folge in der zur Bahn senkrechten Längsebene umlaufende Rollen vorgesehen
sind, die den Arbeitsdruck von der Stützkonstruktion auf die Formbänder übertragen,
wobei die Rollen in eine Mehrzahl im Verhältnis zur Bahnbreite kurzer Rollen unterteilt
sind und, mit einem eigenen Führungsmittel versehen, kettenartig miteinander verbunden
sind. Diese Presse ist dadurch gekennzeichnet, dass die Rollenkettenanordnung aus
vielen quer zur Bahn dicht benachbarten, in Vorlaufrichtung konstante Breite aufweisenden,
voneinander unabhängige Einzelstränge bildenden Rollenketten aufgebaut ist, jede Rollenkette
mehrere nebeneinanderliegende Rollen enthält und die Laschen ausschliesslich dazwischen
angeordnet sind und die die Laschen enthaltenden Stossstellen zweier nebeneinanderliegender
Rollen innerhalb jeder Rollenkette in Vorlaufrichtung seitlich gegeneinander versetzt
sind.
[0006] Gegenstand der CH-PS 327 433 ist eine Einrichtung zum kontinuierlich fortschreitenden
Pressen eines plattenförmigen Gutes mit zwei als Preßflächen und gleichzeitig als
Förderbänder wirksamen, flexiblen endlosen Bändern. Der Druck auf die Rückseite der
Bänder wird durch in beweglichen Ketten angeordnete Wälzkörper aus Rundstäben übertragen,
wobei die Wälzkörper in bezug auf die Breite der Pressbänder verkürzt und gegeneinander
versetzt angeordnet sind.
[0007] Schliesslich betrifft die DE-OS 28 53 285 eine Vorrichtung zum Aufbringen einer Flächenpressung
auf fortschreitende Werkstücke mit mindestens einem umlaufenden Pressband, welches
von mehreren gleichartigen, mit parallelen Achsen in einer Reihe angeordneten Rollen
an das Werkstück anpressbar ist, wobei die Rollen ortsfest gelagert und an ihren von
dem zugehörigen Pressband abgewandten Seiten an als Widerlager ausgebildeten Wälzkörpern
abgestützt sind, die dadurch gekennzeichnet ist, dass jeweils zwei nebeneinanderliegende
Rollen einem oder mehreren auf einer gemeinsamen Achse angeordneten Wälzkörpern zugeordnet
sind.
[0008] Einen etwas anderen Lösungsweg zur Erreichung einer gleichmäßigen Druckverteilung
beschreibt die DE-PS 27 35 142. Dort wurde versucht, dieses Problem durch Anwendung
eines mehrschichtigen Preßbandes zu lösen, das durch Wälzkörper gestützt wird, die
an Druckplatten angeordnet sind.
[0009] Zu den eingangs genannten Nachteilen der bekannten Vorrichtungen kommt noch hinzu,
daß es mit den so ausgestatteten Doppelbandpressen nicht möglich ist, geformte oder
gepreßte Werkstücke oder Schichtstoffe herzustellen, die eine geringere Breite als
die Preßbänder selbst aufweisen.
[0010] Die Aufgabe der Erfindung ist nun darin zu sehen, eine Vorrichtung zum Aufbringen
einer Flächenpressung auf endlose umlaufende Pressbänder, insbesondere an Doppelbandpressen,
zu schaffen, mit der es gleichzeitig möglich ist, Schichtstoff- oder Laminaterzeugnisse
herzustellen, die jede beliebige Breite innerhalb der Breite des Pressbandes aufweisen
können, ohne dass dazu besonders zusätzliche Einrichtungen erforderlich sind.
[0011] Die Lösung dieser Aufgabe wird durch die im Kennzeichen des Patentanspruchs 1 beschriebene
technische Lehre vermittelt. Die Unteransprüche 2 bis 4 beschreiben zweckmässige Ausgestaltungsformen
der Vorrichtung nach Patentanspruch 1.
[0012] Eine Ausführungsform der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt. Fig. 1 zeigt
eine Ansicht der Vorrichtung von oben gesehen, Fig. 2 eine teilweise Schnittansicht
gemäss Fig. 1 und Fig. 3 zeigt die Schmierung der Rollen oder Wälzkörper,
[0013] Auf dem rahmenartigen Stützkörper bzw. auf der Stützplatte 6 mit den Begrenzungsleisten
5 sind die Lagerbänder 4 angeordnet, die von den Wellen 1 in Querrichtung durchzogen
sind, auf denen sich die Rollen oder Wälzkörper 2, auf Lagernadein 3 angeordnet, reihenweise
versetzt zueinander befinden,
[0014] Durch die reihenweise versetzte Anordnung der auf Lagernadeln 3 laufenden Rollen
oder Wälzkörpern 2 auf durchgehenden Wellen 1 und zwischen jeder Wälzkörperreihe angeordneten
Lagerbändern 4 wird eine besondere Festigkeit, insbesondere eine gute Biegefestigkeit
der Vorrichtung erreicht, wodurch diese die Ausübung eines besonders gleichmässig
verteilten Flächendrucks ermöglicht, eine Tatsache, die trotz aller unterschiedlichen,
nach dem Stande der Technik sehr zahlreich vorhandenen Möglichkeiten bis jetzt nicht
in diesem Masse erreicht werden konnte, Die Lagerbänder 4 weisen Verbindungshohlräume
7 auf, durch die eine ständige Versorgung der in den einzelnen Reihen angeordneten
Wälzkörpern 2 mit Schmiermittel gewährleistet ist. Mit 8 sind Dichtungen bezeichnet.
1. Vorrichtung zum Aufbringen einer Flächenpressung unter Verwendung einer kontinuierlich
arbeitenden Presse, gekennzeichnet durch Mehrlagenbänder, die auf Rollen (2) mit vollnadelig
angeordneten Lagernadeln (3) von gleicher Länge wie die Länge der Rolle (2) und diese
abwälzend auf durchgehenden Wellen (1) reihenweise versetzt oder auf geteilten, um
wenig mehr als Rollendurchmesser gegeneinander reihenweise versetzt und gegen die
Lagerbänder (4) hinsichtlich der Wälzbewegungen aufnehmenden Laufflächen und Hohlräume
nach aussen dicht gehaltenen Wellen (1) so gelagert sind, dass die beim Betrieb der
Maschine, besonders in den Mehrlagenbändern auftretenden Biegespannungen und Hertz'schen
Pressungen die für Dauerwechselfestigkeit der verwendeten Bandwerkstoffe erforderlichen
Grenzwerte nicht überschreiten.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , dass die Aussenfläche der
Rollen (2) eine ungefähr tonnenförmige Form hat, die dem Verlauf der Biegelinie des
als Träger mit Flächenlast aufgefassten, von der Rolle mit ihrem grössten Durchmesser
gestützten Mehrlagenbandes so angepasst ist, dass entlang der Berührungslinie zwischen
Band und tonnenförmiger Rolle gleiche Hertz'sche Pressung herrscht.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet , dass in den Stirnseiten
der Rollen 2 in Nuten angeordnete und gegen die Lagerbänder (4) gleitend dichtende
O-Ringe oder ähnliche Elastomere eingebaut sind, die nach aussen dichte, schmierstoffgefüllte
Wälzkörperfüllräume darstellen.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet , dass die Lagerleisten
(4) Bohrungen oder andere Verbindungshohlräume (7) zwischen den die Lagernadeln (3)
aufnehmenden Hohlräumen der Wälzkörper (2) und der Welle (1) aufweisen, die eine Zwangsumlaufschmierung
der Wälzflächen ermöglichen.