Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einer Kraftstoffeinspritzpumpe nach der Gattung des Hauptanspruchs.
Bei einer solchen durch die DE-OS 19 19 969 bekannten Einspritzpumpe wird die Kraftstoffmenge,
die beim Förderhub des Pumpenkolbens der Einspritzpumpe eingespritzt ' werden soll,
durch ein Magnetventil, das getaktet oder analog gesteuert wird, beim Saughub des
Pumpenkolbens zugemessen. Die Zumeßmenge wird dabei durch die Öffnungszeit des Magnetventils
bestimmt, wobei die Öffnungsphase dieses Ventils ausschließlich im Saughubbereich
des Pumpenkolbens liegt. Bei dieser bekannten Einrichtung beeinflussen die Druckverhältnisse
im Arbeitsraum der Kraftstoffeinspritzpumpe die Zumeßmenge. Je nach Aufsteuerpunkt
des Magnetventils herrscht im Arbeitsraum ein mehr oder weniger verminderter Druck.
Für eine genaue Zumessung der Kraftstoffeinspritzmenge müssen bei dieser bekannten
Einrichtung zu Bemessung der Öffnungszeiten des Magnetventils die Drehzahl und der
Spritzzeitpunkt berücksichtigt werden. Es sind weiterhin die Druckschwankungen im
Arbeitsraum während des Füllvorgangs zu beachten. Weitere Nachteile ergeben sich durch
die begrenzte Schaltgeschwindigkeit eines Magnetventils. Die während der Zumeßphase
beim Saughub erfolgenden zwei Schaltvorgänge des Magnetventils beeinflussen somit
die Genauigkeit des Zumeßergebnisses. Weiterhin sind der Drehzahl bzw. der Einspritzpumpendrehzahl
durch die Schaltzeit des Magnetventils Grenzen gesetzt.
[0002] Bei einer anderen durch die DE-OS 19 19 707 bekannten Kraftstoffeinspritzpumpe wurde
der begrenzten Schaltgeschwindigkeit von Magnetventilen dadurch Rechnung getragen,
daß bei dieser Verteilerpumpe im Ver- . teiler zwei Pumpsysteme untergebracht sind,
die über jeweils ein Magnetventil mit Kraftstoff versorgt werden. Auf diese Weise
kann eine höhere Pumpendrehzahl erreicht werden. Weiterhin ist bei dieser Einspritzpumpe
der Nockenantrieb der Pumpenkolben so ausgestaltet, daß die Hubgeschwindigkeit des
Pumpenkolbens während des Saughubs wesentlich geringer als die während des Förderhubs
der Pumpenkolben ist. Das Magnetventil eines jeden Pumpensystems dieser Radialkolbenpumpe
ist ebenfalls ausschließlich während des Saughubs der Pumpenkolben geöffnet, wobei
die Öffnungsdauer des Magnetventils die Zumeßmenge bestimmt. Auch hier müssen die
Drehzahl und die Spritzzeitpunktverstellung bei der Steuerung der Magnetventile berücksichtigt
werden. Bei der Auslegung dieser Pumpe beginnt der Zumeßtakt des Magnetventils mit
dem Saughub der zugehörigen Pumpenkolben. Eine Spritzbeginnverstellung bedingt eine
Änderung des Saughubbeginns, so daß dieser Saughubbeginn exakt bei der Berechnung
der Öffnungszeit des Magnetventils eingegeben werden muß. Es sind ferner die dynamischen
Verhältnisse im Umkehrpunkt des Pumpenkolbens beim Übergang vom Förderhub zum Saughub
schwer beherrschbar.
Vorteile der Erfindung
[0003] Die erfindungsgemäße Kraftstoffeinspritzpumpe mit den kennzeichnenden Merkmalen des
Hauptanspruchs hat demgegenüber den Vorteil, daß die Zumessung der einzuspritzenden
Kraftstoffmenge auf-elektrischem-Wege gesteuert werden kann und daß dabei aber nur
ein Schaltvorgang, das Öffnen oder das Schließen der Kraftstoffversorgungsleitung,
über die die zuzumessende Kraftstoffmenge in den Arbeitsraum der Kraftstoffeinspritzpumpe
gelangt, von der Schaltzeit, z. B. eines Magnetventils, beeinflußt wird. Der andere
Schaltvorgang-wird in vorteilhafter Weise mechanisch gesteuert und bei jeder Pumpendrehzahl
ausreichend schnell durchgeführt. Dies wird dadurch ermöglicht, daß sich die Steuerzeiten
der pumpendrehzahl-synchron geführten Steuerkante einerseits und des Magnetventils
andererseits überlappen und die Kraftstoffversorgungsleitung nur dann geöffnet ist,
wenn Steuerkante und Magnetventil, die in Reihe liegen, geöffnet haben. Weiterhin
läßt die Überlappung der Steuerzeiten von Steuerkante und Magnetventil auch eine Relativverschiebung
des Aufsteuerpunktes der Kraftstoffversorgungsleitung durch die Steuerkante gegenüber
dem Aufsteuerpunkt der Kraftstoffversorgungsleitung des Magnetventils zu, so daß eine
Spritzverstellung ohne Beeinflussung der Genauigkeit der Kraftstoffmengensteuerung
möglich wird. Durch die obige Maßnahme kann die Einspritzpumpe auch bei hohen Drehzahlen
ausreichend genau gesteuert werden.
[0004] Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen der im Hauptanspruch angegebenen Lösung gekennzeichnet.
Zeichnung
[0005] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird in
der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen Fig. 1 das Ausführungsbeispiel
in prinzipieller Darstellung, Fig. 2a ein Diagramm über die Steuerzeiten, bei denen
die Kraftstoffversorgungsleitung durch die Steuerkante geöffnet , ist, aufgetragen
über den Drehwinkel α, Fig. 2b die Steuerzeiten des Magnetventils aufgetragen über
den Drehwinkel α, Fig. 2c die resultierende Öffungszeit der Kraftstoffversorgungsleitung,
Fig. 3a die Steuerzeiten der Steuerkante für den Fall, daß die Öffnung durch die Steuerkante
der Öffnung durch das Magnetventil voreilt, Fig. 3b die dazugehörige Steuerzeit, Fig.
3c die resultierende Öffnungszeit der Kraftstoffversorgungsleitung in diesem Fall,
Fig. 4 die Verwendung von zwei Magnetventilen in je einer um 90
0 versetzten Kraftstoffversorgungsleitungseinmündung in das Pumpengehäuse, Fig. 5 einen
ersten Schnitt durch die Kraftstoffeinspritzpumpe gemäß Fig. 4 in der Ebene der ersten
Kraftstoffversorgungsleitungseinmündung in den Pumpenkörper und Fig. 6 einen zweiten
Schnitt durch die Kraftstoffeinspritzpumpe gemäß Fig. 4 in der Ebene der zweiten Einmündung
einer zweiten Kraftstoffversorgungsleitung in den Pumpenkörper.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0006] Fig. 1 zeigt eine prinzipmäßige Darstellung einer bekannten Radialkolbenpumpe, bei
der in einem Pumpengehäuse 1 ein rotierender Verteiler 2 gelagert ist, der synchron
zur Brennkraftmaschinendrehzahl angetrieben wird. In einem im Durchmesser vergrößerten
Teil des Verteilers 2 ist eine radiale Durchgangsbohrung vorgesehen, von dem aus in
der Achse des Verteilers ein Förderkanal 5 abführt, der ein Rückschlagventil 6 enthält
und dessen Ende in eine radial verlaufende Verteilerbohrung 7 übergeht. In der Radialebene,
in der die Verteilerbohrung 7 liegt, weist das Pumpengehäuse 1 Einspritzleitungen
8 auf, die ausgehend von der Zylinderbohrung 9, in der der Verteiler 2 im Gehäuse
1 geführt wird, zu den einzelnen Einspritzstellen der Brennkraftmaschine führt. Die
Einspritzleitungen sind entsprechend der Zahl der zu versorgenden Einspritzstellen
und in der diesen entsprechenden Sequenz am Umfang des Pumpengehäuses verteilt angeordnet.
[0007] In der radialen Durchgangsbohrung 4 sind zwei Pumpenkolben 10 angeordnet, die gegeneinander
arbeitend in der Mitte einen Pumpenarbeitsraum 11 einschließen, der ständig mit dem
Förderkanal 5 in Verbindung steht. Die andere Seite der Pumpenkolben wird von Rollen
12 beaufschlagt, die auf einem in der Radialebene liegenden Nockenring 14 abrollen.
Die Kolben 4 unterliegen dabei der Fliehkraft und werden während der Drehbewegung
des Verteilers soweit es die Kraftstofffüllung im Pumpenarbeitsraum 11 zuläßt, nach
außen getragen und bei Auftreffen der Rollen 12 auf einen Nocken des Nockenrings wieder
nach innen bewegt. Dabei führen die Pumpenkolben die Pumpbewegung aus, aufgrund der
Kraftstoff durch den Förderkanal 5 über das Rückschlagventil 6, die Verteilerbohrung
7 in eine der Einspritzleitungen 8 gefördert wird.
[0008] Die Kraftstoffüllung des Pumpenarbeitsraums erfolgt über eine Kraftstoffversorgungsleitung
16, die sich an eine Förderpumpe 17 anschließt. Diese saugt aus einem Kraftstoffvorratsbehälter
18 Kraftstoff an und fördert diesen unter Druck in die Kraftstoffversorgungsleitung
16. Der Förderdruck wird mit Hilfe eines Drucksteuerventils 19 eingestellt. In der
Kraftstoffversorgungsleitung ist ein Magnetventil 20 vorge- . sehen, das von einer
Steuereinrichtung 21 gesteuert wird. Die Kraftstoffversorgungsleitung mündet radial
in den Zylinder 9 und wird bei einer entsprechenden Drehstellung des Verteilers über
eine radil verlaufende Versorgungsbohrung 22 mit dem Pumpenarbeitsraum 11 in Verbindung
gebracht. Die Versorgungsbohrung 22 mündet dabei zwischen Pumpenarbeitsraum und Durchschlagventil
in den Förderkanal 5. Die Austrittsöffnung der Versorgungsbohrung 22 in den Zylinder
9 ist als Steuerkante 23 ausgebildet.
[0009] Die Arbeitsweise der obenbeschriebenen Kraftstoffeinspritzpumpe in Bezug auf die
Versorgung mit Kraftstoff wird nun anhand der Diagramme Fig. 2a - 2c erläutert. In
Fig. 2a ist mit der Kurve 23 die Öffnungszeit über den Drehwinkel dargestellt, während
der über die Steuerkante 23 die Verbindung zwischen der Versorgungsbohrung 22 und
der Kraftstoffversorgungsleitung hergestellt ist. Die gestrichelte Kurve 23' zeigt,
wie sich die Kurve 23 bezogen auf die Drehstellung bzw. den Drehwinkel α verschiebt,
wenn der Nockenring 14 zur Spritzzeitpunktverstellung verdreht wird. Solche Einrichtungen
zur Spritzzeitpunktverstellung sind allgemein bekannt und werden hier nicht näher
beschrieben.
[0010] Fig. 2b zeigt die Öffnungszeiten des Magnetventils 20 anhand der Kurve 20. Während
die Aufsteuerzeit gemäß Kurve 23 in Fig. 2a in der Länge unveränderlich ist, kann
nun die Aufsteuerzeit des Magnetventils gemäß Kurve 20 variabel gestaltet werden,
was durch die verschiedenen Schließzeitpunkte gemäß Kurven 20' und 20" dargestellt
ist. Beide Kurven sind drehwinkelgetreu einander zugeordnet und es zeigt sich, daß
das Magnetventil wesentlich früher aufgesteuert wird als die Versorgungsbohrung 22
über die Steuerkante 23.
[0011] Fig. 2c zeigt die verbleibende Öffnungszeit der Kraftstoffversorgungsleitung 16 entsprechend
der Überlappung der Aufsteuerzeiten gemäß Fig. 2a und 2b. Je nach Schließzeit des
Magnetventils ist diese Öffnungszeit nun variabel. Erfolgt eine Spritzbeginnverstellung
und damit eine Relativverschiebung der Kurve 23 zur Kurve 23' um den Drehwinkel α
1, so muß diese Verschiebung durch den Verschließzeitpunkt des Magnetventils kompensiert
werden. Die damit geänderte Öffnungszeit der Kraftstoffversorgungsleitung 16' ist
in Fig. 2c gestrichelt eingezeichnet.
[0012] Die Figurenfolge 3a - 3c zeigt eine ebenfalls mögliche Ausführungsform, bei der die
Kraftstoffversorgungsleitung bzw. die Versorgungsbohrung 22 früher geöffnet wird als
das Magnetventil. Im Prinzip ergeben sich dabei die gleichen Wirkungen wie zuvor beschrieben.
[0013] Durch die Steuereinrichtung 21 wird das Magnetventil in üblicher Weise in Abhängigkeit
von der zuzumessenden Kraftstoffmenge, die sich im wesentlichen aus der Last und anderen
Motorparametern ergibt, gesteuert. Korrekturen sind entsprechend der Spritzverstellung
notwendig. Weiterhin empfängt die Steuereinrichtung Signale für die Drehzahl bzw.
für die Lage eines Bezugspunktes, der eine bestimmte Drehwinkelstellung des Verteilers
2 kennzeichnet.
[0014] Bei Fig. 4 sind statt einer Versorgungsbohrung 22 im Verteiler 2' zwei in parallelen
Radialebenen liegende Versorgungsbohrungen 25 und 26 vorgesehen. Die Kraftstoffversorgungsleitungsleitung
16 spaltet sich ferner auf in eine Teilleitung 16a und eine Teilleitung 16b, die in
der durch die Versorgungsbohrungen 25 und 26 gekennzeichneten Radialebene in die Zylinderbohrung
9 des Pumpengehäuses 1 münden. Jeder der Teilleitungen 16a und 16b ist ein Magnetventil
20a und 20b zugeordnet, die von einem Steuergerät 27 im Wechsel angesteuert werden.
Beide Versorgungsbohrungen 25 und 26 münden wie bei der Einspritzpumpe nach Fig. 1
in den Förderkanal 5, sind jedoch um 90° gegeneinander versetzt. Die Fig. 5 und 6
zeigen jeweils einen Schnitt in der durch die Versorgungsbohrungen 25 und 26 gekennzeichneten
Radialebene durch die Kraftstoffeinspritzpumpe in der gezeigten Stellung.
[0015] Durch diese Ausgestaltung ist es möglich, eine höhere Einspritzzahl pro Umdrehung
des Verteilers durchzuführen. Es wird dabei gewährleistet, daß die Magnetventile genügend
lange vor dem Öffnen der Versorgungsbohrungen 25 bzw. 26 geöffnet sein können bzw.
im anderen Fall genügend lang nach dem Schließen der Versorgungsbohrungen 25 oder
26 geschlossen werden können, um große Spritzverstellzeiten zu ermöglichen. Mit nur
zwei Einmündungsstellen der Kraftstoffversorgungsleitung in die Zylinderbohrung 9
können auf diese Weise vier Einspritztakte pro Umdrehung des Verteilers durchgeführt
werden.
[0016] Der wesentliche Vorteil der beschriebenen Methode der Kraftstoffzumessung besteht
darin, daß die Beeinflussung der Kraftstoffzumeßmenge durch die endlichen Schaltzeiten
eines Magnetventils, die vom Betrag her gleich sind, aber mit steigender Drehzahl
einen proportional zunehmenden Fehler bewirken würden, verringert wird. Der Schaltzeitfehler
geht nunmehr nur mit einer Flanke des Schaltens des Magnetventils in das Zumeßergebnis
ein. Als Ventil werden möglichst schnell schaltende Ventile verwendet, die elektrisch
gesteuert werden können und z. B. als Magnetventile ausgebildet sein können. Möglich
sind natürlich auch andere Ventile
/durch die auf ein elektrisches Signal hin ein Schließen oder Öffnen der Versorgungsleitung
erfolgt (Piezo-Ventile).
1. Kraftstoffeinspritzpumpe mit einem von einem Pumpenkolben in einem Zylinder eingeschlossenen
Arbeitsraum, der über wenigstens eine Förderleitung mit der Kraftstoffeinspritzstelle
verbindbar ist und während des Saughubs mit einer von einer synchron zur Drehzahl
der Kraftstoffeinspritzpumpe geführten Steuerkante gesteuerten Kraftstoffversorgungsleitung
verbindbar ist, in der ein von einem Steuergerät elektrisch steuerbarer Kraftstoffmengendosierer
angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß als Kraftstoffmengendosiereinrichtung
ein elektrisch steuerbares Ventil (20) vorgesehen ist, das je nach Ansteuerung in
eine geöffnete oder geschlossene Stellung bringbar ist und das von einer Steuereinrichtung
(21, 27) so steuerbar ist, daß die Begrenzung der Dauer der offenen Verbindung zwischen
Pumpenarbeitsraum (11) und Kraftstoffversorgungsquelle einerseits durch einen der
Schaltvorgänge des elektrisch steuerbaren Ventils und andererseits durch einen der
Steuervorgänge der Steuerkante (23) erzeugbar ist, wobei die Öffnungszeiten des Ventils
durch die Steuereinrichtung zur Steuerung der Kraftstoffeinspritzmenge veränderbar
sind und sich die Öffnungsperioden des Ventils und der von der Steuerkante gesteuerten
Öffnung der Kraftstoffversorgungsleitung überlappen.
2. Kraftstoffeinspritzpumpe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Druck
der Kraftstoffversorgungsquelle mittels eines Druckreglers (19) konstant einstellbar
ist.
3. Kraftstoffeinspritzpumpe nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Pumpenarbeitsraum zum Füllen über mehrere gegeneinander versetzte Steuerstellen
mit je einer von einem elektrisch steuerbaren Ventil (16a, 16b) gesteuerten Kraftstoffversorgungsbohrung
(25, 26) verbindbar ist.
4. Kraftstoffeinspritzpumpe nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die elektrisch
steuerbaren Ventile (16a, 16b) im Wechsel der Zumessung von Kraftstoff über die Versorgungsbohrungen
(25, 26) dienen.