Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einer Kraftstoffeinspritzeinrichtung nach der Gattung
des Hauptanspruchs. Bei einer solchen durch die DE-OS 19 19 969 bekannten Einspritzeinrichtung
wird die Kraftstoffmenge, die beim Förderhub des Pumpenkolbens einer Einspritzpumpe
eingespritzt werden soll, durch ein Magnetventil, das getaktet oder analog gesteuert
wird, beim Saughub des Pumpenkolbens zugemessen. Die Zumeßmenge wird dabei durch die
Öffnungszeit des Magnetventils bestimmt, wobei die Öffnungsphase dieses Ventils ausschließlich
im Saughubbereich des Pumpenkolbens liegt. Bei dieser bekannten Einrichtung beeinflussen
die Druckverhältnisse im Arbeitsraum und der Ventilquerschnitt der Kraftstoffeinspritzpumpe
die Zumeßmenge. Für eine genaue Zumessung der Kraftstoffeinspritzmenge müssen bei
dieser bekannten Einrichtung zur Bemessung der Öffnungszeiten des Magnetventils die
Drehzahl und der Spritzzeitpunkt berücksichtigt werden. Es sind weiterhin die Druckschwankungen
im Arbeitsraum während des Füllvorgangs zu beachten. Weitere Nachteile ergeben sich
durch die begrenzte Schaltgeschwindigkeit eines Magnetventils. Die während der Zumeßphase
beim Saughub erfolgenden zwei Schaltvorgänge des Magnetventils beeinflussen somit
die Genauigkeit des Zumeßergebnisses. Weiterhin sind der Drehzahl bzw. der Einspritzpumpendrehzahl
durch die Schaltzeit des Magnetventils Grenzen gesetzt.
[0002] Bei einer anderen durch die die DE-OS 19 19 707 bekannten Kraftstoffeinspritzpumpe
wurde der begrenzten Schaltgeschwindigkeit von Magnetventilen dadurch Rechnung getragen,
daß bei dieser Verteilerpumpe im Verteiler zwei Pumpsysteme untergebracht sind, die
über jeweils ein Magnetventil mit Kraftstoff versorgt werden. Auf diese Weise kann
eine höhere Pumpendrehzahl erreicht werden. Weiterhin ist bei dieser Einspritzpumpe
der Nockenantrieb der Pumpenkolben so ausgestaltet, daß die Hubgeschwindigkeit des
Pumpenkolbens während des Saughubs wesentlich geringer als die während des Förderhubs
der Pumpenkolben ist. Das Magnetventil eines jeden Pumpensystems dieser Radialkolbenpumpe
ist ebenfalls ausschließlich während des Saughubs der Pumpenkolben geöffnet, wobei
die Öffnungsdauer des Magnetventils die Zumeßmenge bestimmt. Auch hier müssen die
Drehzahl und die Spritzzeitpunktverstellung bei der Steuerung der Magnetventile berücksichtigt
werden. Bei der Auslegung dieser Pumpe beginnt der Zumeßtakt des Magnetventils mit
dem Saughub der zugehörigen Pumpenkolben. Eine Spritzbeginnverstellung bedingt eine
Änderung des Saughubbeginns, so daß dieser Saughubbeginn exakt bei der Berechnung
der Öffnungszeit des Magnetventils eingegeben werden muß. Es sind ferner die dynamischen
Verhältnisse im Umkehrpunkt des Pumpenkolbens beim Übergang vom Förderhub zum Saughub
schwer beherrschbar. Durch das doppelt vorhandene Pumpsystem bei dieser Kraftstoffeinspritzpumpe
ist die Einrichtung weiterhin sehr aufwendig.
[0003] Vorteile der Erfindung.
[0004] Die erfindungsgemäße Kraftstoffeinspritzeinrichtung mit den kennzeichnenden Merkmalen
des Hauptanspruchs hat demgegenüber den Vorteil, daß sich an die Förderphase, also
an den Zeitabschnitt, in dem Kraftstoff in die Einspritzleitungen gefördert wird,
eine Spülphase anschließt. In dieser Spülphase, die auch den restlichen Druckhub des
Pumpenkolbens umfaßt, wird der Pumpenarbeitstraum der Kraftstoffeinspritzpumpe über
das elektrisch betätigbare Ventil und gegebenenfalls über die Entlastungsleitung,
falls diese zum üblicherweise bei einer Kraftstoffeinspritzpumpe vorhandenen Pumpensaugraum
führt, ständig mit Kraftstoff gefüllt, der unter dem im Pumpensaugraum oder in der
Kraftstoffversorgungsquelle anstehenden Förderdruck steht. Zum Zeitpunkt des Schließens
des Entlastungskanals herrschen somit ausgeglichene Druckverhältnisse, so daß bei
ausreichend großem Zumeßquerschnitt am Ventil die Öffnungszeit des Ventils bezogen
auf die Drehzahl oder die Öffnungsphase über eine bestimmte Saughublänge des Pumpenkolbens
ein genaues Maß für die Einspritzmenge ist. Da während der Spülzeit z. B. im Anschluß
an den Förderhub des Pumpenkolbens das elektrisch betätigbare Zumeßventil bereits
geöffnet ist, bestimmt in vorteilhafter Weise der Schließzeitpunkt des Entlastungskanals
durch die Steuerkante den Zumeßbeginn. Dieses Schließen erfolgt ohne den beim Magnetventil
einzurechnenden Zeitverlust, so daß die Zumeßmenge nur noch durch die Schließzeit
des Ventils am Ende der Zumeßphase beeinflußt werden kann.
[0005] Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen' sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen der im Hauptanspruch angegebenen LÖsung gekennzeichnet.
Zeichnung
[0006] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird in
der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen Fig. 1 das Ausführungsbeispiel
in prinzipieller Darstellung, Fig. 2a ein Diagramm der Schaltzeit des Zumeßventils
über den Drehwinkel, Fig. 2b den Hubverlauf des Pumpenkolbens in Zuordnung zu den
Schaltzeiten des Zumeßventils, Fig. 3 eine Weiterbildung der Ausgestaltung nach Fig.
1 mit einer Meßeinrichtung zur Erfassung der Steuerzeiten des Entlastungskanals, Fig.
4 eine vergrößerte Darstellung der Einrichtung zur Erfassung der Schaltzeiten des
Entlastungskanals, Fig. 5 eine erste abgewandelte Form der Einrichtung nach Fig. 4,
Fig. 6 eine zweite abgewandelte Form der Einrichtung nach Fig. 4, Fig. 7 eine Einrichtung
zur Ermittlung der Hubbewegung des Pumpenkolbens, Fig. 8 eine Abwandlung der Ausführungsform
nach Fig. 1 mit geänderter Spritzzeitpunktstelleinrichtung, Fig. 9 eine Weiterbildung
des Ausführungsbeispiels mit Versorgung mehrerer Zylinder durch ein Magnetventil.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0007] Bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel ist in einem Pumpengehäuse 1
eine Bohrung 2 vorgesehen, in der ein Pumpenkolben 3 einen Pumpenarbeitsraum 4 einschließt.
Der Pumpenkolben wird über eine Nockenscheibe 5, die auf einem Rollenring 6 läuft,
durch nicht weiter dargestellte Mittel angetrieben und führt dabei bei seiner Drehbewegung
eine hin- und hergehende Pumpenbewegung mit einem Ansaughub und einem Förderhub aus.
Die Kraftstoffversorgung des Pumpenarbeitsraums erfolgt über einen Kraftstoffeinlaßkanal
8, der von einem Pumpensaugraum 9 führt. Dieser Saugraum wird mittels einer Kraftstofförderpumpe
11 aus einem Kraftstoffbehälter 12 mit Kraftstoff versorgt, wobei der Druck im Pumpensaugraum
9 mit Hilfe eines Drucksteuerventils 14 eingestellt wird, das parallel zur Kraftstofförderpumpe
11 geschaltet ist.
[0008] In dem Kraftstoffeinlaßkanal ist ein elektrisch betätigbares Ventil 16, das z. B.
ein Magnetventil sein kann, als Kraftstoffmengendosiereinrichtung eingesetzt. Stromabwärts
dieses Ventils ist ferner ein in Richtung Kraftstoffzuflußrichtung in den Pumpenarbeitsraum
4 öffnendes Rückschlagventil 17 vorgesehen. Vom Pumpenarbeitsraum 4 führt eine im
Pumpenkolben 3 angeordnete Sackbohrung 18 ab, von deren Ende eine Radialbohrung 19
nach außen führt. Eine weitere Radialbohrung 20 verbindet die Sackbohrung 18 mit einer
Verteilernut 21, durch die bei der Drehung des Pumpenkolbens und dessen Förderhub
nacheinander Förderleitungen 22 mit dem Pumpenarbeitsraum 4 verbunden werden. Die
Förderleitungen sind entsprechend der Zahl der zu versorgenden Zylinder der zugehörigen
Brennkraftmaschine am Umfang der Bohrung 2 verteilt und enthalten je ein Entlastungsventil
23 und sind mit je einem Einspritzventil 24 verbunden. In der Wand der Bohrung 2 ist
weiterhin eine Ringnut 26 vorgesehen, die über wenigstens eine Bohrung 27 mit dem
Pumpensaugraum 9 verbunden ist. Die Ringnut 26 ist dabei so angeordnet, daß die Radialbohrung
19 im Pumpenkolben 2 ab einem maximalen Förderhub aufgesteuert wird, so daß der ab
diesem Punkt bei der weiteren Hubbewegung des Pumpenkolbens 2 geförderte Kraftstoff
über die als Entlastungskanal dienende Sackbohrung 18, die Radialbohrung 19 und die
Bohrung 27 in den Saugraum 9 abströmen kann und somit die Druckförderung in die Förderleitung
22 unterbrochen wird.
[0009] Zur Änderung des Spritzzeitpunktes ist weiterhin ein Spritzverstellkolben 29 vorgesehen,
der mit, dem Nockenring 5 gekuppelt ist und entgegen der Kraft einer Feder 30 verstellbar
ist. Der Spritzverstellkolben schließt dabei einen Druckraum 31 ein, der über eine
Drossel 32 mit dem Pumpensaugraum verbunden ist und somit vom drehzahlabhängigen Druck
im Pumpensaugraum beaufschlagt wird. Entsprechend diesem drehzahlabhängigen Druck
wird mit Hilfe des Spritzverstellerkolbens der Spritzzeitpunkt durch Verdrehen des
Nockenrings mit zunehmender Drehzahl auf früh verstellt. Zur Beeinflussung der Spritzverstellerzeit
ist der Druckraum 31 ferner über ein Magnetventil 34 mit der Saugseite der Förderpumpe
11 verbunden, und kann mit Hilfe dieses Ventils entlastet werden. Das Magnetventil
34 wird von einem Steuergerät 36 gesteuert, das weiterhin auch der Steuerung des elektrisch
betätigbaren Ventils 16 im Kraftstoffeinlaßkanal dient. Das Steuergerät arbeitet dazu
in Abhängigkeit von Parametern, die für die Bemessung und die Zeitsteuerung der Kraftstoffeinspritzmenge
zu berücksichtigen sind. Das Steuergerät kann dabei z. B. wenigstens ein Kennfeld
enthalten, in dem Sollwerte für die einzuspritzende Kraftstoffmenge in mittelbarer
oder unmittelbarer Form enthalten sind. In an sich bekannter Weise können hierbei
als Parameter die Drehzahl, die Temperatur, der Luftdruck und die Last berücksichtigt
werden. Speziell für die Ansteuerung des Magnetventils können als weitere Parameter
Signale eines Nadelhubgebers im Einspritzventil 24 für die Ermittlung des tatsächlichen
Spritzbeginns und der tatsächlichen Kraftstoffeinspritzdauer erfaßt werden. Alternativ
hierzu kann auch über einen Druckgeber 38, der in geeigneter Weise auf der Hochdruckseite
der Kraftstoffeinspritzpumpe angeordnet ist, Steuersignale zur Ermittlung des Förderbeginns
bzw. der Förderdauer verwendet werden. Zur Ermittlung der Hubstellung des Pumpenkolbens
und/oder seiner Drehzahl kann ein Geber 39 z. B. in Form eines Induktivgebers an der
Nockenscheibe 5 vorgesehen werden.
[0010] Die Arbeitsweise der in Fig. 1 gezeigten Kraftstoffeinspritzeinrichtung wird nun
unter Zuhilfenahme der Diagramme Fig. 2a und Fig. 2b erläutert. Fig. 2b zeigt dabei
die Erhebungskurve des Pumpenkolbens über den Drehwinkel α. Durch entsprechende Ausgestaltung
der Nockenscheibe 5 ist hierbei erzielt worden, daß die Hubänderung pro DrehwinkelDl
beim Druck- bzw. Förderhub des Pumpenkolbens wesentlich größer ist als die Hubänderung
während des Saughubs des Pumpenkolbens. Dieser Kurventeil B der Erhebungskurve verläuft
sehr flach und bis auf den Grenzbereich bei den Umkehrpunkten des Pumpenkolbens linear.
Der Druckhubteil A der Kurve in Fig. 2b teilt sich auf in drei Streckenabschnitte.
Zwischen dem unteren Totpunkt UT des Pumpenkolbens bei Beginn des Druckhubs bis zu
dem Punkt FB wird der im Pumpenarbeitsraum 4 vorhandene Kraftstoff soweit komprimiert
bis der Förderdruck, der ein Öffnen der Düse 24 bewirkt, erreicht ist. Der zweite
Teil der Kurve erstreckt sich nun zwischen FB und EO. In diesem Bereich wird Kraftstoff
in den Förderkanal 22 gefördert. Durch den Förderdruck wird weiterhin das Rückschlagventil
17, gegebenenfalls unterstützt durch die dort eingebaute Feder, geschlossen. Damit
ist das elektrisch betätigbare Ventil 16, das hier z. B. als Schieberventil ausgebildet
ist, druckentlastet.
[0011] Bei Erreichen des Punktes EO der Erhebun
gskurve wird die Radialbohrung 19 in Verbindung mit der Ringnut 26 gebracht, so daß
der Druckraum 4 in den Saugraum 9 entlastet wird. Die restliche vom Pumpenkolben verdrängte
Kraftstoffmenge fließt dorthin ab. Dies erfolgt im Bereich zwischen dem Öffnen des
Entlastungskanals (EO) und dem oberen Totpunkt (OT). Spätestens bei Erreichen des
Punktes OT.wird das Magnetventil 16 geöffnet. Das Öffnen kann bereits früher geschehen,
da während des Druckhubs der Kraftstoffeinlaßkanal 8 durch das Rückschlagventil 17
verschlossen ist. Im Bereich zwischen OT und dem Schließpunkt des Entlastungskanals
ES wird nun über den großen Öffnungsquerschnitt des Ventils 16 Kraftstoff angesaugt.
Der Druckausgleich im Pumpenarbeitsraum kann ferner auch über den Entlastungskanal
18, die Radialbohrung 19 und die Bohrung 27 erfolgen. Im Bereich zwischen EO und ES
ist gewährleistet, daß der Druck im Arbeitsraum 4 ausgeglichen ist und der Arbeitsraum
4 ständig gefüllt und gespült ist. Ab ES beginnt der wirksame Saughub des Pumpenkolbens.
Bis zum Schließen des Magnetventils bei MS wird Kraftstoff angesaugt. Die wirksame
Saughublänge α
2 wird somit einerseits durch die geometrische Gestaltung der Kraftstoffeinspritzpumpe
bzw. durch die Lage der die Ringnut 26 begrenzenden Steuerkante bestimmt und andererseits
durch die Schaltzeit des Magnetventils. In Fig. 2a sind die Schaltzeiten des Magnetventils
aufgezeichnet, wobei o( 1 die gesamte Öffnungszeit des Magnetvenils ist und α 2 die
für die Zumessung wirksame Zeit bezeichnet.
[0012] Da das Magnetventil bereits wesentlich früher geöffnet werden kann als der eigentliche
wirksame Saughub beginnt und da weiterhin zwischen dem wirksamen Förderhub und dem
wirksamen Saughub des Pumpenkolbens eine Spülphase liegt (EO-ES) braucht beim Öffnen
des Magnetventils der Spritzzeitpunkt innerhalb des möglichen Spritzzeitpunktverstellbereichs
nicht weiter beachtet werden. Die Kraftstoffzumeßsteuerung beeinflußt oder behindert
die Spritzzeitpunktverstellmöglichkeiten nicht. Durch den flachen Nockenverlauf während
des Saughubes ergibt sich weiterhin der Vorteil, daß der Pumpenkolben auch bei hoher
Drehzahl ständig dem Nocken folgen kann, ohne daß ein Abspringen des Pumpenkolbens
innerhalb der wirksamen Saughublänge und damit eine Beeinflussung der angesaugten
Kraftstoffmenge auftritt.
[0013] Vorteilhaft wird die Nockensteigung über die mögliche Länge des wirksamen Saughubs
linear ausgebildet, was sich bei Korrektureingriffen als besonders vorteilhaft auswirkt.
Grundsätzlich ist jedoch die Art der Zumessung nicht von der Linearität der Erhebungskurve
abhängig, erleichtert aber eine genaue Zumessung. Durch Festlegung der wirksamen Saughublänge
erhält man hier eine sehr gute Zumeßgenauigkeit der zuzumessenden Kraftstoffmenge.
Im einfachsten Fall kann die wirksame Saughublänge für die Zumessung direkt gesteuert
werden, ohne daß eine Rückmeldung der tatsächlich eingespritzten Kraftstoffmenge erforderlich
wäre. Sehr gute Steuerergebnisse erhält man, wenn mittels des Steuergerätes die Ist-Kraftstoffeinspritzmenge
in an sich bekannter Weise erfaßt wird und in einer Vergleichseinrichtung des Steuergerätes
mit einem dort gebildeten Soll-Kraftstoffmengensignal verglichen wird. Die Ist-Kraftstoffmenge
kann dabei, wie eingangs erwähnt, durch einen Nadelhubgeber oder durch ein entsprechend
ausgewertetes Drucksignal des Druckgebers 38 ermittelt werden. Die Soll-Kraftstoffmenge
wird aus den eingangs genannten Parametern mit der Last als Führungsgröße gebildet.
Entsprechend dem Vergleichsergebnis wird dann die Ist-Öffnungszeit des Magnetventils
bei vom Sollwert abweichender Kraftstoff-Ist-Menge korrigiert. Das Grund-Öffnungsdauersignal
des Ventils 16 wird entsprechend dem Soll-Kraftstoffmengensignal gebildet.
[0014] Zur genauen Erfassung des Erhebungspunktes, bei dem der Entlastungskanal 19 wieder
geschlossen wird (ES), wird in vorteilhafter Weise wie in Fig. 3 dargestellt ein Geber
40 vorgesehen. Im übrigen entspricht die Kraftstoffeinspritzeinrichtung gemäß Fig.
3 der von Fig. 1. In Fig. 4 ist ein solcher Geber größer herausgezeichnet. Die Bohrung
27' bei dieser Weiterbildung der Kraftstoffeinspritzeinrichtung führt ebenfalls von
der Ringnut 26 ab und über den Geber h0 unter völliger Druckentlastung zur Saugseite
der Kraftstofförderpumpe 11 bzw. zum Kraftstoffvorratsbehälter 12. Der Geber 40 befindet
sich somit in einem druckentlasteten Raum 41. Der Austritt der Bohrung 27' in den
druckentlasteten Raum 41 wird durch ein Ventilschließteil 43 kontrolliert, das auf
einer Blattfeder 45 befestigt ist. Diese ist am anderen Ende über ein Isolierstück
46 am Pumpengehäuse, das gleichzeitig die Masseverbindung darstellt, angebracht. Von
der Blattfeder, die in anderer Ausführungsform auch eine Membran oder Spinne in geeigneter
Ausgestaltung sein kann, führt eine elektrische Leitung 42 zum Steuergerät 36. Weiterhin
ist koaxial zur Achse der Bohrung 27' in dem Ventilschließteil eine Drosselbohrung
48 vorgesehen, über die die Bohrung 27' auch bei in Schließstellung befindlichem Ventilschließglied
43 ständig mit dem Raum 41 verbunden ist. An dieser Drosselbohrung kann sich in der
Bohrung 27' solange ein Druck aufbauen, solange Kraftstoff aus dem Pumpenarbeitsraum
4 über die Sackbohrung 18 nachfließt. Dies ist der Fall, solange die Radialbohrung
19 in Verbindung mit der Ringnut 26 ist und solange das Magnetventil 16 geöffnet ist.
Für den Bereich des Saughubs B zwischen OT und ES ist diese Bedingung gegeben. Unter
dem sich dabei einstellenden Druck hebt das Ventilschließteil 43 von seinem Sitz an
der Bohrung 27' ab und unterbricht somit den Stromkreis zur Masse. Sobald jedoch die
Verbindung zwischen Radialbohrung 19 und der Bohrung 27' im Laufe des Saughubs des
Pumpenkolbens wieder unterbrochen wird, kehrt der Ventilschließteil 43 auf seinen
Sitz zurück und schließt den Stromkreis. Dies ist das Signal dafür, daß der wirksame
Saughub begonnen hat. Entsprechend wird das Signal in dem Steuergerät 36 verarbeitet,
was vorteilhaft mit Hilfe einer Integriereinrichtung erfolgen kann.
[0015] Mit dem Schließsignal des Gebers 14 wird die Integriereinrichtung gesetzt und sobald
der Ausgangswert der Integriereinrichtung dem vom Steuergerät 36 gegebenen Sollwert
für die Kraftstoffmenge erreicht hat, wird von einer Vergleichseinrichtung beider
Werte ein Schaltsignal an das Magnetventil zum Schließen des Kraftstoffeinlaßkanals
abgegeben. Damit die Schaltzeit
' des Ventils 16 rein hublängenbezogen wird, muß bei der Integration die Laufzeit des
Integrators durch eine drehzahlangepaßte Integrationszeitkonstante korrigiert werden.
Dies kann mit bekannten Verfahren gemacht werden, indem einerseits die Auslegung des
Integrators selbst in analoger Weise drehzahlabhängig gemacht wird oder indem der
Integrator in konstanten Integrationsschritten mit drehzahlabhängiger Frequenz integriert.
[0016] In anderer Ausgestaltung kann auch aus einem OT-Signal, das mit Hilfe des Gebers
39 erzielt wird und dem Schließsignal, das vom Geber 40 abgegeben wird, ein Korrektursignal
erzeugt werden, das die Öffnungsphase des drehzahlsynchron geschalteten Ventils korrigiert.
[0017] Die Ausgestaltung des Gebers 40 gemäß Fig. 3 und 4 läßt ferner die Bildung eines
Öffnungssignal für das Öffnen der Bohrung 27' zu. Mit diesem Öffnungssignal könnte
beispielsweise ein Öffnungssignal für das Ventil 16 gebildet werden.
[0018] In Fig. 5 ist eine alternative Ausgestaltung des Gebers für das Öffnen bzw. das Schließen
der Bohrung 27' dargestellt. Die bei Fig. 4 im Schließteil 43 vorgesehene Drosselbohrung
48 ist bei dieser Ausgestaltung in einem Abzweigkanal 49', der zum druckentlasteten
Raum 41 führt, als Drossel 50 vorgesehen. Bei der Ausgestaltung nach Fig. 6 ist eine
Drossel 51 am Austritt der Bohrung 27' in den druckentlasteten Raum 41 vorgesehen
und stromaufwärts dieser Drossel 51 in der Wand der Bohrung 27' ein Druckgeber 52
angeordnet. Das von diesem abgegebene Drucksignal wird vorzugsweise über einen Schwellwertschalter
in das Schließsignal bzw. das Öffnungssignal umgewandelt.
[0019] Statt der obenbeschriebenen drehzahlkompensierten Integration ist es ferner möglich,
dem Pumpenkolben einen Hubgeber 54 zuzuordnen, der in Fig. 7 dargestellt ist. Dazu
ist mit dem Pumpenkolben 3 ein Impulserzeuger 55 parallel zur Pumpenkolbenachse vorgesehen,
dem ein Aufnehmer, z. B. ein Induktivaufnehmer 56 zugeordnet ist. Der Impulserzeuger
kann z. B. aus magnetisierten hintereinanderliegenden Teilen bestehen oder als Zahnleiste
ausgebildet sein. Solche Impulsgeber sind im Prinzip bekannt und brauchen hier nicht
näher beschrieben werden. Die vom Geber 56 abgegebenen Signale werden dann in einem
Integrator aufintegriert, wobei die Drehzahl bzw. die Hubgeschwindigkeit des Pumpenkolbens
nicht mehr berücksichtigt werden braucht.
[0020] Das bei den vorstehend beschriebenen Ausbildungen der Kraftstoffeinspritzeinrichtung
und deren Weiterbildungen verwandte Prinzip läßt sich gleichfalls auch auf eine Kraftstoffeinspritzpumpe
anwenden, die in der Art Reihenpumpe aufgebaut ist. Fig. 8 zeigt dazu einen Pumpenkolben
60 als einen der Pumpenkolben der Reihenpumpe. Dieser Pumpenkolben ist in einem Zylinder
61 zum Zwecke des Ansaugens und der Kraftstoffförderung auf- und abbewegbar und kann
gleichzeitig auch gedreht werden. Er schließt in den Pumpenzylinder einen Pumpenarbeitsraum
62 ein, von dem aus eine Kraftstoffeinspritzdüse mit Kraftstoff versorgt wird. In
den Arbeitsraum 62 mündet ferner ein Kraftstoffeinlaßkanal 8', der wie bei Fig. 1
ein Rückschlagventil 17' und ein elektrisch betätigbares Zumeßventil 16 enthält. Zur
Erzielung einer Spülphase in der Art wie zuvor beschrieben, weist der Pumpenkolben
eine schräge Steuerkante 63 auf, die eine Teilringnut 64 in der Mantelfläche des Pumpenkolbens
begrenzt. Die Teilringnut ist über eine Längsnut 65 oder über eine entsprechende Bohrung
mit dem Pumpenarbeitsraum 62 verbunden. Die schräge Steuerkante arbeitet mit einem
Entlastungskanal 27" zusammen, durch den während eines Resthubs des Pumpenkolbens
60 der verdrängte Kraftstoff aus dem Arbeitsraum 62 abfließen kann. Je nach Drehlage
des Pumpenkolbens, eingestellt durch z. B. durch eine Zahnstange 70, wird der Entlastungskanal
27' früher oder später aufgesteuert bzw. wieder verschlossen. Durch die Drehstellung
des Kolbens kann somit eine Spritzverstellung, d. h. ein variables Förderende erzielt
werden. Zur Erfassung des Beginns des wirksamen Saughubs kann hier in relativ einfacher
Weise ein die Drehstellung des Pumpenkolbens 60 z. B. an der Zahnstange 70 erfassender
Geber 71 verwendet werden, dessen Korrektursignal durch ein entsprechendes Steuergerät
bei der Bildung des Öffnungsimpulses des elektrisch betätigbaren Ventils berücksichtigt
wird.
[0021] Wie Fig. 9 zeigt, ist es möglich, über ein elektrisch betätigtares Zumeßventil auch
mehrere Pumpenkolben mit Kraftstoff zu versorgen. Jedem einzelnen Pumpenkolben wird
dabei vorteilhafterweise ein Rückschlagventil 67, 68 zugeordnet. Bedingung für eine
derartige Ausgestaltung ist, daß die Nockenabstiegsflanke, d.h. der Hubverlauf des
Pumpenkolbens während des wirksamen Saughubs bei beiden Kolben gleich ist.
1. Kraftstoffeinspritzeinrichtung mit wenigstens einem von einem Pumpenkolben in einem
Zylinder eingeschlossenen Arbeitsraum, der über wenigstens eine Förderleitung mit
der Kraftstoffeinspritzstelle verbindbar ist und während des Saughubs mit einem eine
von einem Steuergerät elektrisch betätigbare Kraftstoffmengendosiereinrichtung aufweisenden
und zu einer Kraftstoffversorgungsquelle führenden Kraftstoffeinlaßkanal verbindbar
ist, dadurch gekennzeichnet, daß vom Pumpenarbeitsraum (4, 62) ein Entlastungskanal
(18, 19, 27; 65, 64e 27") abführt, dessen Durchgangsquerschnitt durch eine synchron zur Bewegung des Pumpenkolbens
geführte Steuerkante (26, 63) an einem einstellbaren Druckhub des Pumpenkolbens aufsteuerbar
ist und ab einem dem Resthub des Pumpenkolbens entsprechenden Saughub wieder verschließbar
ist und daß die Kraftstoffmengendosiereinrichtung (16) als elektrisch betätigbares
Ventil ausgebildet ist, das je nach Ansteuerung in eine Offenstellung oder eine Schließstellung
bringbar ist und durch das Steuergerät (36) so schaltbar ist, daß es vor dem Schließen
des Entlastungskanals bereits geöffnet ist und je nach Größe der einzuspritzenden
Kraftstoffmenge früher oder später nach dem Schließen des Entlastungskanals während
des Saughubs des Pumpenkolbens (2) geschlossen wird.
2. Kraftstoffeinspritzeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Pumpenkolben (2, 60) periodisch durch eine Kurvenbahn (5) betätigt wird, die so ausgebildet
ist, daß die Hubänderung des Pumpenkolbens pro Bevegungseinheit der Kurvenbahn während
des Saughubs des Pumpenkolbens wesentlich geringer ist als während des Druckhubs des
Pumpenkolbens.
3. Kraftstoffeinspritzeinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Kurvenbahn so ausgebildet ist, daß die Hubänderung des Pumpenkolbens pro Bewegungseinheit
(Drehvinkel) der Kurvenbahn im Bereich des wirksamen Saughubs des Pumpenkolbens konstant
ist.
4. Kraftstoffeinspritzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Steuerung der Kraftstoffmenge die wirksame Saughublänge nach Schließen des
Entlastungskanals durch die Aufsteuerzeit des Ventils steuerbar ist.
5. Kraftstoffeinspritzeinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das
Steuergerät (36) mit einem Geber (24, 38) für die Ist-Kraftstoffeinspritzmenge verbunden
ist, dessen Ausgangswert in einer Vergleichseinrichtung im Steuergerät mit dem Soll-Kraftstoffmengensignal
verglichen wird, wobei entsprechend dem Ausgangssignal der Vergleichseinrichtung ein
Korrektursignal für ein entsprechend dem Sollwert gebildeten Öffnungsdauersignal des
Ventils gebildet wird.
6. Kraftstoffeinspritzeinrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das
Steuergerät mit einem Geber (40) verbunden ist, der ein das Schließen des Entlastungskanals
erfassendes Signal abgibt und daß entsprechend dem Schließsignal ein Korrektursignal
erzeugbar ist, gemäß dem die Lage der Öffnungsphase des Ventils (16) änderbar ist.
7. Kraftstoffeinspritzeinrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß als
Ist-Kraftstoffeinspritzmengengeber ein die Förderphase erfassender Druckgeber (38)
vorgesehen ist.
8. Kraftstoffeinspritzeinrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß als
Ist-Kraftstoffmengengeber ein den Nadelhub der Einspritzdüse (24) erfassender Geber
vorgesehen ist.
9. Kraftstoffeinspritzeinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das
Steuergerät (36) mit einem Geber (40) verbunden ist, der ein das Schließen des Entlastungskanals
oder den Beginn der wirksamen Saughublänge kennzeichendes Signal abgibt, durch das
ein die wirksame Saughublänge bestimmendes Öffnungssignal für das Ventil gesetzt wird,
wobei die Länge des Öffnungsdauersignals dem jeweiligen Sollwert der Kraftstoffzumeßmenge
entspricht.
10. Kraftstoffeinspritzeinrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß durch
das Schließsignal ein Integrator setzbar ist, dessen Integrationswert mit einem Sollwert
in einer Vergleichseinrichtung im Steuergerät verglichen wird und daß von der Vergleichseinrichtung
bei Erreichen des Sollwerts ein Schaltsignal an das Ventil abgebbar ist.
11. Kraftstoffeinspritzeinrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die
Integrationskonstante des Integrators abhängig von der Drehzahl ist.
12. Kraftstoffeinspritzeinrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der
Integrator im drehzahlabhängigen Takt konstante Integrationsschritte addiert.
13. Kraftstoffeinspritzeinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß zur
Bildung des das Ventil steuernden Signals das Steuergerät mit einem Hublängengeber
(54) verbunden ist.
14. Kraftstoffeinspritzeinrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß der
Hublängengeber entlang des Hubes des Pumpenkolbens äquidistante Impulse erzeugt und
mit einem Integrator verbunden ist, der durch ein Schließsignal des Entlastungskanals
setzbar ist und dessen Integrationswert in einer Vergleichseinrichtung des Steuergerätes
mit einem Sollwert verglichen wird, wobei bei Erreichen des Sollwerts ein Schaltsignal
für das Ventil (16) erzeugt wird.
15. Kraftstoffeinspritzeinrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 14, dadurch gekennzeichnet,
daß in dem zu einem Raum (41) mit niedrigem Druck führenden Entlastungskanal (27")
stromabwärts der Steuerkante (26) eine Drossel (48, 50, 51) angeordnet ist und einen
Druckgeber (45, 43; 52) vorgesehen ist, der dem Druck in der Entlastungsleitung (27')
stromaufwärts der Drosselstelle ausgesetzt ist und daß aus dem Ausgangssignal des
Druckgebers ein Signal für den Aufsteuerzustand und den Schließzustand des Entlastungskanals
bildbar ist.
16. Kraftstoffeinspritzeinrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß der
Druckgeber aus einer Feder (45) besteht, die elektrisch gegenüber ihrer Befestigungsstelle
isoliert ist und ein als Schließorgan der Entlastungsleitung (27') ausgebildetes Schließteil
(43) aufweist, das durch die Vorspannung der Feder gegen die Austrittsöffnung der
Entlastungsleitung preßbar ist.
17. Kraftstoffeinspritzeinrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß im
Überdeckungsbereich des Schließteils (43) mit der Austrittsöffnung der Entlastungsleitung
(27') die Drossel als Durchgangsbohrung (48) durch das Schließteil (43) angeordnet
ist.
18. Kraftstoffeinspritzeinrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß zur Spritzzeitpunktverstellung eine Einrichtung zur Verstellung
der Pumpenkolbendrehstellung relativ zum Pumpenkolbenantrieb vorgesehen ist.
19. Kraftstoffeinspritzeinrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche 1 bis 18,
dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerkante (63) schräg verläuft und zur Spritzzeitpunktverstellung
die Steuerkante quer verstellbar ist.
20. Kraftstoffeinspritzeinrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß mit
einer Stellvorrichtung (70) für die Drehstellung der Steuerkante ein Stellungsgeber
(71) verbunden ist,durch den ein Signal für die Erfassung des wirksamen Saughubbeginns
ableitbar ist.
21. Kraftstoffeinspritzeinrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß zwischen dem elektrisch betätigbaren Ventil (16) im Kraftstoffeinlaßkanal
(8) und dem Arbeitsraum der Kraftstoffeinspritzpumpe ein Rückschlagventil angeordnet
ist, das in Richtung Arbeitsraum öffnet.
22. Kraftstoffeinspritzeinrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß das
Ventilschließglied des elektrisch betätigbaren Ventils bei stromlosem Ventil durch
den Förderdruck im Arbeitsraum der Kraftstoffeinspritzpumpe in Schließstellung haltbar
ist.