[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen drucklosen Großtank für Warmwasserspeicherung
mit einem schwimmenden Deckel und mit einem oberen Warmwasserzu- und -ablauf sowie
einem unteren Kaltwasserzu- und -ablauf.
[0002] In Fernwärmesystemen auf der Basis von Kraft-Wärme-Kopplung sind Heizwasserspeicher
z.B. zur zeitlichen Entkopplung von Strom- und Wärmeerzeugung und zur Abdeckung von
Wärmebedarfsspitzen seit längerer Zeit im Gebrauch. Allerdings sind die in Deutschland
im Betrieb befindlichen Speicher für Drücke, die deutlich über den. Umgebungsdruck
liegen, ausgelegt und somit hinsichtlich ihres Volumens aber auch aus Kostengründen
engen Begrenzungen unterworfen. Erst in jüngerer Zeit setzt sich die Erkenntnis durch,
daß sogenannte "drucklose" Warmwasserspeicher in Form von Zylindergroßtanks, wie sie
in der Mineralölindustrie seit längerem im Gebrauch sind, als Wärmespeicher erheblich
wirtschaftlicher einsetzbar sind als Druckbehälter(batterien). Erste Behälter dieser
Art mit maximalen Volumina bis 30 00
0 m sind seit einigen Jahren in Schweden in Betrieb und ein erster befindet sich auch
in der Bundesrepublik im Bau.
[0003] Diese Speicher sind mehr oder minder direkt aus der Ölspeichertechnik übernommen
worden. Sie besitzen ein festes Dach, welches wegen der großen Dimensionen (z.Zt.
bis 42 m Durchmesser) nur gegen ganz geringe Unter- und Überdrücke ausgelegt werden
kann. Hierfür sind im Hinblick auf Temperatur- und Füllstandsänderungen eine sehr
komplizierte, empfindliche Druckregelung und aufwendige Sicherungsmaßnahmen erforderlich.
Der untere ebene Boden kann aus sehr dünnem Blech hergestellt werden, wohingegen gerade
der unterste zylindrische Schuß eine erheblich dickere Wandstärke aufweisen muß, da
er die größten Umfangsspannungen aus dem hydrostatischen Druck der Flüssigkeitssäule
aufnehmen muß. Eine Verschweißung dieser unterschiedlichen Blechstärken ist zwar möglich
und für Öltanks, die keinen nennenswerten Temperaturschwankungen unterliegen, auch
ausreichend. Bei Wärmespeichern, die zwangsläufig verhältnismäßig großen und schnellen
Temperaturändeurngen des Heizwassers unterliegen, ist diese Schweißverbindung sehr
viel kritischer zu beurteilen. Bisher half man sich damit, daß der Boden am Rand verstärkt
wurde, was relativ teuer ist, und daß man die Wärmedehnungsbeanspruchungen dadurch
verringerte, daß man auf den Austausch der unteren (immer kältesten) Wasserschicht
bei Ladewechselvorgängen verzichtete. Dies führt jedoch zu einer empfindlichen Einbuße
in der Volumennutzung des Speichers. Eine weitere Verringerung der Volumennutzung
wurde auch in der Nähe des schwankenden Wasserspiegels in Kauf genommen, indem die
zu diesem Zweck schwimmende Ladewechselvorrichtung mit der Oberkante mindestens O,5-1
m unter dem Wasserspiegel liegen mußte, um das Ansaugen von Luft bzw. Brüden zu vermeiden.
[0004] Ziel der Erfindung ist daher eine bessere Ausnutzung des Tankvolumens, indem insbesondere
durch eine Entlastung des Behälterbodens dafür gesorgt wird, daß die Kaltwasserzu-
und -abfuhr unmittelbar oberhalb desselben erfolgen kann, und ferner Mittel vorgesehen
werden, welche die Warmwasserzu- und abfuhr unmittelbar unter dem Deckel ermöglichen.
[0005] Der zu diesem Zweck gemäß der Erfindung entwickelte drucklose Großtank für die Warmwasserspeicherung
der eingangs genannten Art ist im wesentlichen gekennzeichnet durch eine elastische
Überbrückung der Anschlußstelle zwischen dem Tankboden und dem unteren Rand der Seitenwand
mittels eines mit beiden Elementen verbundenen elastischen Bauelementes, insbesondere
in Form eines Halbrohres.
[0006] Weitere Besonderheiten der Erfindung gehen aus den Ansprüchen und der nachfolgenden
Beschreibung hervor.
[0007] Die Erfindung wird insbesondere anhand der Erläuterung eines Ausführungsbeispiels
besser verständlich werden, das sich auf die angefügten Zeichnungen bezieht; es zeigen
schematisch:
Figur 1: einen Vertikalschnitt durch einen Großtank;
Figur 2: den unteren Anschluß des Behälterbodens an die Seitenwand in vergrößertem
Maßstab und
Figur 3: den Bereich zwischen Deckelrand und Seitenwand, ebenfalls in vergrößertem
Maßstab.
[0008] Der in Figur 1 im Schema dargestellte Großtank hat, wie in Figur 2 näher gezeigt
ist, als Entlastung der Anschlußstelle zwischen Behälterboden und Seitenwand ein mit
dem Behälterboden 1 und der Seitenwand 2 verschweißtes elastisches Element 3 (z.B.
Halbrohr, U-Rohr, Winkel-oder Profilbtech), das insbesondere mit einem am unteren
Rand der Seitenwand 2 angeschweißten und unterstützen Flanschring 4 verschweißt ist.
[0009] Auf diese Weise wird die kritische Schweißverbindung zwischen dünnem Tankboden und
dickem unteren Zylinderschuß durch ein umlaufendes elastischen Bauelement entlastet.
Damit können sich Tankboden und -mantel unterschiedlich radial dehnen,und unterschiedliche
Temperaturen bei Ladewechselvorgängen zwischen Boden(z.B.50°C) (z.B. 950C) und Mantel
werden über dieses elastische Glied durch Wärmeleitung abgebaut. Zusätzlich können
von diesem Bauelement auch geringe unterschiedliche vertikale Setzungen zwischen Ringfundament
für den Zylindermantel und dem Fundament - soweit noch erforderlich - unter dem statisch
erheblich geringer belasteten Tankboden ausgeglichen werden.
[0010] Diese Entlastung macht es möglich, die untere Ladewechselvorrichtung direkt mit dem
Bodenblech zu verbinden, was zu Baukostenersparnissen und zu einer besseren Volumennutzung
führt.
[0011] Die Tankdecke ist, wie in Figur 3 dargestellt wird, schwimmend ausgeführt, wobei
ein nach unten vorragender Kragen 5 und ein nach oben vorstehender Reif 6 mit einem
damit verbundenen Ringponton 6' am Rand des Deckels 7 vorgesehen sind. Der zwischen
dem Deckel 7 und der Seitenwand 2 gebildete Spalt ist mindestens so breit, daß die
durch ggf. unterschiedliche Erwärmungen auftretenden Dehnungsunterschiede aufgefangen
werden. Er nimmt die Abdichtungsflüssigkeit 8 auf, die insbesondere von einer Körnerschicht
9 überdeckt wird, die im wesentlichen wärmeisolierend wirkt.
[0012] Eine schwimmende Abdeckung eines Warmwasserspeichers ist zwar bereits aus der DE-OS
2 049 574 bekannt, die jedoch durch mit Isolation versehene elastische Kissen gebildet
wird, deren Mächtigkeit für die Fassung eines abdichtenden Füllmediums wie Paraffin
in dem zur Seitenwand hin gebildeten Spalt ausreicht.
[0013] Nach dem vorliegenden Konzept wird die Decke durch einen schwimmenden Deckel gebildet,
an den die obere Ladewechselvorrichtung direkt angeschlossen werden kann und der mit
einem nach unten ragenden Kragen und nach oben vorstehenden Reif verbunden ist. Die
im Spalt vorgesehene Isolierflüssigkeit, wie etwa Paraffin, soll eine Schichthöhe
von mindestens 100 mm haben, und sie wird vorzugsweise von Körnern aus einem leichten
temperaturbeständigen Isolierstoff , wie Ca 100mm Polyurethanschaum oder Perlit0 überschichtet.
Der nach unten vorragende Kragen sorgt dafür, daß die leichte Flüssigkeit bei Ladewechselvorgängen
nicht in das Heizwasser eingesaugt wird. Die Mächtigkeit der Schicht macht eine peinlich
genaue Überwachung der Höhe derselben entbehrlich.
[0014] Ein weiterer Vorteil dieser mit Stahl verträglichen Flüssigkeitsschicht ist der,
daß bei vorübergehenden Wasserspiegelabsenkungen ein Film dieser Flüssigkeit das Ansetzen
von Rost verhindert und die Flüssigkeit gute Schmierwirkung besitzt. Durch die Schwimmdachkonstruktion
entfällt die oben erwähnte aufwendige Differenzdruckregelung. Diese wird besonders
teuer, wenn am Aufstellungsort kein Dampf zur Aufrechterhaltung eines Dampfpolsters
zur Verfügung steht und der Speicherinhalt eine Temperatur aufweist, die deutlich
unter 100
0C liegt, d.h. wenn der Speicher thermisch entladen ist.
[0015] Die bei dieser Konstruktion erreichte Verhinderung eines Luftzutritts in das Speicherwasser
erlaubt den Anschluß der oberen Ladewechselvorrichtung unmittelbar an die schwimmende
Decke. Dadurch kann diese erheblich einfacher ausgeführt werden, da deren obere Platte
mit dem Deckenblech identisch ist und eine eigene Schwimmvorrichtung überflüssig wird.
Außerdem ist gewährleistet, daß das heiße Wasser immer ganz oben eingespeist bzw.
abgesaugt werden kann, so daß eine entsprechend bessere Volumennutzung des wertvollen
Speicherraumes möglich ist.
[0016] Die in Anspruch 1 und 2 gekennzeichnete speziell für den Warmwasserspeicher entwickelte
Entlastung der Anschlußstelle zwischen Behälterboden und Seitenwand ist selbstverständlich
für andere warmgehende Flüssigkeitsbehälter brauchbar.
1. Druckloser Großtank für Warmwasserspeicherung mit einem schwimmenden Deckel und
mit einem oberen Warmwasserzu- und -ablauf sowie einem unteren Kaltwasserzu-und -ablauf,
gekennzeichnet durch eine elastische Überbrückung der Anschlußstelle zwischen dem
Tankboden (1) und dem unteren Rand der Seitenwand (2) mittels eines mit beiden Elementen
(1,2) verbundenen elastischen Bauelementes (3), insbesondere in Form eines Halbrohres.
2. Großtank nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen mit dem unteren Rand der Seitenwand
(2) verschweißten Flanschring (4), mit dem das auf der anderen Seite mit dem Bodenblech
(1) verschweißte elastische Element (3) verschweißt ist.
3. Großtank nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch einen nach unten vorragenden
Kragen (5) sowie einen nach oben vorstehenden Reif (6) am Deckelrand sowie eine zumindest
100 mm hohe Füllung des Spaltes zwischen Seitenwand (2) und Deckel (7) mit einer mit
heißem Wasser nicht mischbaren, Stahl nicht korrodierenden, leichteren und höher siedenden
Flüssigkeit (8) als Wasser.
4. Großtank nach Anspruch 3, gekennzeichnet durch eine Überschichtung der Flüssigkeitsschicht
(8) mit einer Schicht (9) von Körnern aus einem leichten temperaturbeständigen isolierstoff.
5. Großtank nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß der obere Warmwasserzu-
und -ablauf direkt an die schwimmende Decke angeschlossen ist.
6. Großtank nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der untere Kaltwasserzu-
und -ablauf direkt mit dem Bodenblech (1) verbunden ist.
7. Warmgehender Flüssigkeitsbehälter, bei dem Boden und Seitenwand gesondert gefertigt
sind, gekennzeichnet durch eine elastische Überbrückung der Anschlußstelle zwischen
Behälterboden (1) und Seitenwand (2) nach einem der Ansprüche 1 oder 2.