[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Bündelbildung vorgefertigter
Umreifungsdrähte, deren Enden für die Verschlußbildung an z. B. Ballengütern verformt
sind. Durch diese Verformung wird eine längliche oder runde Öse gebildet. Ein entsprechender
per Hand zu bildender Verschluß mit diesen Ösen wurde in der australischen Patentschrift
No. 5491/17 beschrieben.
[0002] Die Handhabung der Umreifungsdrähte bei der Entnahme aus einem Vorratsbündel ist
häufig dadurch erschwert, daß sich diese im Vcrratsbündel unbeabsichtigt an den
Biegeenden verhaken und die flexiblen Umreifungsdrähte sich untereinander verwinden.
[0003] Die Aufgabe dieser Erfindung besteht darin, dieses Verhaken und Verwinden völlig
auszuschalten und den Umreifungsdraht leicht entnehmbar zu. machen. Diese Aufgabe
wird dadurch gelöst, daß die Umreifungsdrähte auf Führungsmittel in Nebeneinanderlage
quer zur Längsachse des Umreifungsdrahtes aufgereiht und gehalten werden und durch
Rollen oder Falten des zusammenhängenden Führungsmittels oder durch Auf- oder Nebeneinanderlegen
von getrennten Abschnitten des Führungsmittels ein Bund geformt wird.
[0004] Eine Ausführungsform besteht darin, daß der Umreifungsdraht auf dem Führungsmittel
durch eine haftende, adhäsive Verbindung befestigt wird. - Ein solches Führungsmittel
kann aus einem Klebeband bestehen.
[0005] Eine andere Ausführungsform besteht darin, daß der Umreifungsdraht ganz oder teilweise
formschlüssig umfaßt auf dem Führungsmittel befestigt wird. In einem solchen Fall
besteht das Führungsmittel aus z. B. einem Plastikband mit im geringen Abstand z.
B. kammartig hochstehenden Zinken, deren obere Enden z. B. verdickt sind. Zwischen
je zwei Zinken wird ein Umreifungsdraht geklemmt.
[0006] Besonders einfach wird das Führungsmittel und die Be-festigung an diesem, wenn das
Führungsmittel z. B. in Form eines im Querschnitt runden Bandes, eines Drahtes oder
schmalen,flachen Bandes durch die Schlaufen oder Ösen des Umreifungsdrahtes gezogen
wird. Dies geschieht am zweckmäßigsten mit Hilfe einer Vorrichtung, die eine Vorratsrolle
für das Führungsmittel und einen Biegedorn zum Biegen der Enden des Umraifungsdrahtes
enthält, die an einer Halterung befestigt sind, wobei der Biegedorn ein Lcch oder
eine Nut enthält oder außerhalb des Dornes zwischen dem Dorn und dem um diesen geschlungenen
Umreifungsdraht ein Schlitz vorhanden ist, wobei das Loch, die Nut oder der Schlitz
in Achsrichtung des Biegedornes verlaufen und das während des Betriebes dieser Vorrichtung
das Führungsmittel von der Vorratsrolle durch das Loch, die Nut oder den Schlitz zu
einer Ablage für die gebogenen Umreifungsdrähte verläuft.
[0007] Die Nut kann in einen einzigen Biegedorn eingearbeitet sein. Es kann aber auch eine
Nut mit beliebiger Querschnittsform dadurch gebildet sein, daß der Dorn aus mehreren
Längsteilen zusammengesetzt ist, zwischen denen eine Lücke verbleibt, die die Funktion
der Nut übernimmt. Die Erfindung ist in Ausführungsbeispielen nachfolgend beschrieben.
[0008] Es zeigen:
Fig. 1 die schematische Darstellung einer Biegemaschine und Fliesbildung der Umreifungsdrähte
oder Führungsmittel mit anschließender Bündelbildung,
Fig. 2 die schematische Darstellung der späteren Entbündelung und Teilmengenabgabe
beim Endverbrauch,
Fig. 3 die schematische Darstellung des Teilabschnittes eines formschlüssigen Führungsmittels
zur Aufnahme der Umreifungsdrähte.
[0009] Die angebogenen Drahtenden 4 und 5 der Umreifungsdrähte ermöglichen ein Aufreihen
in den Enden der fertigen Umreifungsdrähte unmittelbar durch die Ausstoßbewegung der
Biegemaschine auf schnurförmige Führungsmittel 11 und 12. Die so aufgereihten Umreifungsdrähte
bilden ein Flies 2
0, welches im Auflaufbereich 22 zu einem Bündel 21 gesammelt wird. Zusätzlich können
für große Umreifungsdrahtlängen mit geringerer Steifigkeit Führungsmittel 15 und 16,
z.B. Klebebänder von den Vorratsrollen 17 und 18 durch haftende Verbindung mit den
Einzeldrähten für die geordnete Nebeneinanderlage der Umreifungsdrähte im Fließbereich
mit angebracht werden.
[0010] In Fig. 1 ist das Verfahren zur Bündelbildung an einem Beispiel schematisch dargestellt.
[0011] Der vorgerichtete und auf Längs geschnittene Draht 1 wird über die Einzugsrollen
2 der Biegemaschiene ihren Biegewerkzeugen 6, welche die Drahtenden anbiegen zugeführt
und der fertige Umreifungsdraht 3 erzeugt. Durch die Öffnungen 9 und 1o im Zentrumsbereich
der Biegewerkzeuge 6, hier die Biegedorne 7 und 8, sind von den Vorratsrollen 13 und
14 kommend schnurförmige Führungsmittel 11 und 12 hindurchgeführt. Die Dornabstreifer
24 und 25 schieben die fertigen Umreifungsdrähte unmittelbar von der Biegemaschine
auf die Führungsmittel 11 und 12 die so in Hintereinanderfolge gesammelt das Flies
2o bilden. Mitlaufende, haftende Führungsmittel wie z.B. Klebebänder 15 und 16 von
den Vorratsrollen 17 und 18 unterstützen bei großen Fertigungslängen die geordnete
Nebeneinanderlage der im Flies 2o gesammelten Umreifungsdrähte. Die haftenden Führungsmittel
wie z.B. Klebebänder 15 und 16 werden dabei durch Andrückelemente an das Flies 2o
angedrückt.
[0012] In der Auflaufebene 22 wird das auflaufende Flies gesammelt. Die Darstellung gemäß
Fig. 1 zeigt ein Beispiel der
Bündelbildung durch faltenförmiges Verlegen des Flieses. Eine bewegliche Verfahreinrichtung
23 pendelt je nach Breite der gewünschten Faltenlage schrittweise quer zur Längsrichtung
der Umreifungsdrähte und zieht so mit dem aufgelaufenen Flies der Pendelbewegung folgend,
die Führungsmittel 11, 12, 15, 16 von den Vorratsrollen 13, 14, 17, 18 entgegen einer
hier nicht näher beschriebenen Bremseinrichtung am Führungsmittel im Vorratsrollenbereich
ab.
[0013] Nach Erreichen der gewünschten Bündelgröße werden die Führungsmittel 11, 12, 15,
16 getrennt, das Bündel mit bekannten Umreifungsmitteln abgebunden und vom Maschinenbereich
wegtransportiert. Nach dem Einschieben einer neuen Auflaufebene, wie z.B. einer Palette,
wiederholt sich der Verfahrensablauf wie beschrieben.
[0014] Die Auflösung des Bündels beim Verwender ist in Fig. 2 dargestellt. Die jeweils obere
Faltenlage 30 wird so entnommen, daß die Führungsmittel 11, 12, 15, 16 durch Aufschneiden
getrennt werden, wobei die Führungsmittelreste 26, 27, 28, 29 in der jeweils abgenommenen
Faltenlage 3o verbleiben, und von denen dann die jeweils benötigte Teilmenge von z.
B. 6 - 8 Umreifungsdrähten je Preßballen entnommen wird.
[0015] In Fig. 3 ist der Teilabschnitt eines schnurförmigen Führungsmittels 31 dargestellt,
in dessen Ausnehmungen Umreifungsdrahtabschnitte 19 formschlüssig haftend eingebettet
sind.
[0016] Wie bereits erwähnt, ist die dargestellte Ausführung des Verfahrens ein Beispiel
und nicht darauf beschränkt.
[0017] So ist die Bündelbildung in der Auflaufebene auch in anderen Formen möglich, wie
z. B. durch Aufrollen des Flieses ähnlich einer Teppichrolle. Ferner ist eine Fliesbildung
möglich, welche die Umreifungsdrähte nur jeweils in einer Lage auf Führungsmittel
aufnimmt und dann jede Lage für sich übereinandergestapelt im Auflagenbereich zu einem
Bündel gefaßt.wird.
[0018]
1 Draht
2 Einzugsrollen
3 fertiger Umreifungsdraht
4 ) angebogene Drahtenden
5 )
6 Biegewerkzeuge
7) Biegedorne
8 )
9 ) öffnungen
10 )
11 ) Schnurförmige Führungsmittel
12 )
13 ) Vorratsrollen
14 )
15 ) zusätzliche Führungsmittel
16 )
17 ) Vorratsrollen
18 )
19 Umreifungsdrahtabschnitte
2o Flies
21 Bündel
22 Auflaufbereich
23 bewegliche Verfahreinrichtung
24 ) Dornabstreifer
25 )
26 )
27 ) Führungsmittelreste
28 )
29 )
30 obere Faltenlage
31 weiteres schnurförmiges Führungsmittel
1. Verfahren zur Bündelbildung vorgefertigter Umreifungsdrähte, deren Enden für die Verschlußbildung an z. B. Ballengütern
verformt sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Umreifungsdrähte (3) auf Führungsmittel
(11, 12) in Nebeneinanderlage quer zur Längsachse des Umreifungsdrahtes aufgereiht
und gehalten werden und durch Rollen oder Falten des zusammenhängenden Führungsmittels
(11, 12) oder durch Auf- oder Nebeneinanderlegen von getrennten Abschnitten des Führungsmittels
(11, 12) ein Bund geformt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Führungsmittel (11,
12) durch Schlaufen oder Ösen des Umreifungsdrahtes gezogen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Umreifungsdraht (3)
ganz oder teilweise formschlüssig umfaßt auf dem Führungsmittel (31) befestigt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Umreifungsdraht (3)
auf dem Führungsmittel (11, 12) durch eine haftende, adhäsive Verbindung befestigt
wird.
5. Vorrichtung für Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, die eine Vorratsrolle für
das Führungsmittel und einen Biegedorn zum Biegen der Enden des Umreifungsdrahtes
enthält, die an einer Halterung befestigt sind, dadurch gekennzeichnet, daß der Biegedorn
(7, 8) ein Loch (10) oder eine Nut enthält oder außerhalb des Biegedornes (7, 8) zwischen dem Biegedorn
(7, 8) und dem um diesen geschlungenen Umreifungsdraht (3) ein Schlitz vorhanden ist,
wobei das Loch (10), die Nut oder der Schlitz in Achsrichtung des Biegedornes (7, 8) verlaufen und daß
während des Betriebes dieser Vorrichtung das Führungsmittel (11, 12) von der Vorratsrolle
(13, 14) durch das Loch (10), die Nut oder den Schlitz zu einer Ablage (23) für die gebogenen Umreifungsdrähte
(3) verläuft.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Führungsmittel (11,
12) aus einer Schnur, einem Draht oder schmalem, flachem Band besteht.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Nute oder der Schlitz
des Biegedornes durch zwei oder mehrere parallel im Abstand zueinander verlaufende
Einzelkörper wie z. B. Zylinderstifte gebildet ist.