(19)
(11) EP 0 067 927 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
29.12.1982  Patentblatt  1982/52

(21) Anmeldenummer: 82102047.6

(22) Anmeldetag:  13.03.1982
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3B65B 15/04, B65D 73/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE DE FR GB IT NL

(30) Priorität: 24.06.1981 DE 3124690

(71) Anmelder: Hoesch Aktiengesellschaft
D-44145 Dortmund (DE)

(72) Erfinder:
  • Heckmanns, Heinrich Friedrich, Ing. grad.
    D-5829 Ennepetal (DE)
  • Hill, Günter
    D-5830 Schwelm (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahren und Vorrichtung zur Bündelbildung vorgefertigter Umreifungsdrähte


    (57) Bei einem Vefahren und einer Vorrichtung zur Bündelbildung vorgefertigter Umreifungsdrähte (3) werden diese auf Führungsmittlen (11, 12; 15, 16) quer zu ihrer Längsachse befestigt. Diese Befestigung kann durch Kleben erfolgen, sie kann aber auch dadurch erfolgen, daß als Führungsmittel (11, 12) Draht dient, der durch Ösen an den Enden der Umreifungsdrähte (3) gezogen ist, wobei diese Ösen ohnehin zum Zwecke der Verschlußbildung gebraucht werden. Die Vorrichtung ist besonders vorteilhaft gestaltet, wenn die als Führungsmittel (11, 12) dienenden Drähte entsprechend der Fig. 1 von den Vorratsstollen (13, 14) abgewickelt und durch den hohlen Biegedorn der Biegevorrichtung für die Ösen geführt werden. Die auf die Führungsmittel (11, 12; 15, 16) aufgereihten Umreifungsdrähte (3) können zu einem Bund (21) gerollt oder gefaltet werden.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Bündelbildung vorgefertigter Umreifungsdrähte, deren Enden für die Verschlußbildung an z. B. Ballengütern verformt sind. Durch diese Verformung wird eine längliche oder runde Öse gebildet. Ein entsprechender per Hand zu bildender Verschluß mit diesen Ösen wurde in der australischen Patentschrift No. 5491/17 beschrieben.

    [0002] Die Handhabung der Umreifungsdrähte bei der Entnahme aus einem Vorratsbündel ist häufig dadurch erschwert, daß sich diese im Vcrratsbündel unbeabsichtigt an den Biegeenden verhaken und die flexiblen Umreifungsdrähte sich untereinander verwinden.

    [0003] Die Aufgabe dieser Erfindung besteht darin, dieses Verhaken und Verwinden völlig auszuschalten und den Umreifungsdraht leicht entnehmbar zu. machen. Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Umreifungsdrähte auf Führungsmittel in Nebeneinanderlage quer zur Längsachse des Umreifungsdrahtes aufgereiht und gehalten werden und durch Rollen oder Falten des zusammenhängenden Führungsmittels oder durch Auf- oder Nebeneinanderlegen von getrennten Abschnitten des Führungsmittels ein Bund geformt wird.

    [0004] Eine Ausführungsform besteht darin, daß der Umreifungsdraht auf dem Führungsmittel durch eine haftende, adhäsive Verbindung befestigt wird. - Ein solches Führungsmittel kann aus einem Klebeband bestehen.

    [0005] Eine andere Ausführungsform besteht darin, daß der Umreifungsdraht ganz oder teilweise formschlüssig umfaßt auf dem Führungsmittel befestigt wird. In einem solchen Fall besteht das Führungsmittel aus z. B. einem Plastikband mit im geringen Abstand z. B. kammartig hochstehenden Zinken, deren obere Enden z. B. verdickt sind. Zwischen je zwei Zinken wird ein Umreifungsdraht geklemmt.

    [0006] Besonders einfach wird das Führungsmittel und die Be-festigung an diesem, wenn das Führungsmittel z. B. in Form eines im Querschnitt runden Bandes, eines Drahtes oder schmalen,flachen Bandes durch die Schlaufen oder Ösen des Umreifungsdrahtes gezogen wird. Dies geschieht am zweckmäßigsten mit Hilfe einer Vorrichtung, die eine Vorratsrolle für das Führungsmittel und einen Biegedorn zum Biegen der Enden des Umraifungsdrahtes enthält, die an einer Halterung befestigt sind, wobei der Biegedorn ein Lcch oder eine Nut enthält oder außerhalb des Dornes zwischen dem Dorn und dem um diesen geschlungenen Umreifungsdraht ein Schlitz vorhanden ist, wobei das Loch, die Nut oder der Schlitz in Achsrichtung des Biegedornes verlaufen und das während des Betriebes dieser Vorrichtung das Führungsmittel von der Vorratsrolle durch das Loch, die Nut oder den Schlitz zu einer Ablage für die gebogenen Umreifungsdrähte verläuft.

    [0007] Die Nut kann in einen einzigen Biegedorn eingearbeitet sein. Es kann aber auch eine Nut mit beliebiger Querschnittsform dadurch gebildet sein, daß der Dorn aus mehreren Längsteilen zusammengesetzt ist, zwischen denen eine Lücke verbleibt, die die Funktion der Nut übernimmt. Die Erfindung ist in Ausführungsbeispielen nachfolgend beschrieben.

    [0008] Es zeigen:

    Fig. 1 die schematische Darstellung einer Biegemaschine und Fliesbildung der Umreifungsdrähte oder Führungsmittel mit anschließender Bündelbildung,

    Fig. 2 die schematische Darstellung der späteren Entbündelung und Teilmengenabgabe beim Endverbrauch,

    Fig. 3 die schematische Darstellung des Teilabschnittes eines formschlüssigen Führungsmittels zur Aufnahme der Umreifungsdrähte.



    [0009] Die angebogenen Drahtenden 4 und 5 der Umreifungsdrähte ermöglichen ein Aufreihen in den Enden der fertigen Umreifungsdrähte unmittelbar durch die Ausstoßbewegung der Biegemaschine auf schnurförmige Führungsmittel 11 und 12. Die so aufgereihten Umreifungsdrähte bilden ein Flies 20, welches im Auflaufbereich 22 zu einem Bündel 21 gesammelt wird. Zusätzlich können für große Umreifungsdrahtlängen mit geringerer Steifigkeit Führungsmittel 15 und 16, z.B. Klebebänder von den Vorratsrollen 17 und 18 durch haftende Verbindung mit den Einzeldrähten für die geordnete Nebeneinanderlage der Umreifungsdrähte im Fließbereich mit angebracht werden.

    [0010] In Fig. 1 ist das Verfahren zur Bündelbildung an einem Beispiel schematisch dargestellt.

    [0011] Der vorgerichtete und auf Längs geschnittene Draht 1 wird über die Einzugsrollen 2 der Biegemaschiene ihren Biegewerkzeugen 6, welche die Drahtenden anbiegen zugeführt und der fertige Umreifungsdraht 3 erzeugt. Durch die Öffnungen 9 und 1o im Zentrumsbereich der Biegewerkzeuge 6, hier die Biegedorne 7 und 8, sind von den Vorratsrollen 13 und 14 kommend schnurförmige Führungsmittel 11 und 12 hindurchgeführt. Die Dornabstreifer 24 und 25 schieben die fertigen Umreifungsdrähte unmittelbar von der Biegemaschine auf die Führungsmittel 11 und 12 die so in Hintereinanderfolge gesammelt das Flies 2o bilden. Mitlaufende, haftende Führungsmittel wie z.B. Klebebänder 15 und 16 von den Vorratsrollen 17 und 18 unterstützen bei großen Fertigungslängen die geordnete Nebeneinanderlage der im Flies 2o gesammelten Umreifungsdrähte. Die haftenden Führungsmittel wie z.B. Klebebänder 15 und 16 werden dabei durch Andrückelemente an das Flies 2o angedrückt.

    [0012] In der Auflaufebene 22 wird das auflaufende Flies gesammelt. Die Darstellung gemäß Fig. 1 zeigt ein Beispiel der Bündelbildung durch faltenförmiges Verlegen des Flieses. Eine bewegliche Verfahreinrichtung 23 pendelt je nach Breite der gewünschten Faltenlage schrittweise quer zur Längsrichtung der Umreifungsdrähte und zieht so mit dem aufgelaufenen Flies der Pendelbewegung folgend, die Führungsmittel 11, 12, 15, 16 von den Vorratsrollen 13, 14, 17, 18 entgegen einer hier nicht näher beschriebenen Bremseinrichtung am Führungsmittel im Vorratsrollenbereich ab.

    [0013] Nach Erreichen der gewünschten Bündelgröße werden die Führungsmittel 11, 12, 15, 16 getrennt, das Bündel mit bekannten Umreifungsmitteln abgebunden und vom Maschinenbereich wegtransportiert. Nach dem Einschieben einer neuen Auflaufebene, wie z.B. einer Palette, wiederholt sich der Verfahrensablauf wie beschrieben.

    [0014] Die Auflösung des Bündels beim Verwender ist in Fig. 2 dargestellt. Die jeweils obere Faltenlage 30 wird so entnommen, daß die Führungsmittel 11, 12, 15, 16 durch Aufschneiden getrennt werden, wobei die Führungsmittelreste 26, 27, 28, 29 in der jeweils abgenommenen Faltenlage 3o verbleiben, und von denen dann die jeweils benötigte Teilmenge von z. B. 6 - 8 Umreifungsdrähten je Preßballen entnommen wird.

    [0015] In Fig. 3 ist der Teilabschnitt eines schnurförmigen Führungsmittels 31 dargestellt, in dessen Ausnehmungen Umreifungsdrahtabschnitte 19 formschlüssig haftend eingebettet sind.

    [0016] Wie bereits erwähnt, ist die dargestellte Ausführung des Verfahrens ein Beispiel und nicht darauf beschränkt.

    [0017] So ist die Bündelbildung in der Auflaufebene auch in anderen Formen möglich, wie z. B. durch Aufrollen des Flieses ähnlich einer Teppichrolle. Ferner ist eine Fliesbildung möglich, welche die Umreifungsdrähte nur jeweils in einer Lage auf Führungsmittel aufnimmt und dann jede Lage für sich übereinandergestapelt im Auflagenbereich zu einem Bündel gefaßt.wird.

    [0018] 

    1 Draht

    2 Einzugsrollen

    3 fertiger Umreifungsdraht

    4 ) angebogene Drahtenden

    5 )

    6 Biegewerkzeuge

    7) Biegedorne

    8 )

    9 ) öffnungen

    10 )

    11 ) Schnurförmige Führungsmittel

    12 )

    13 ) Vorratsrollen

    14 )

    15 ) zusätzliche Führungsmittel

    16 )

    17 ) Vorratsrollen

    18 )

    19 Umreifungsdrahtabschnitte

    2o Flies

    21 Bündel

    22 Auflaufbereich

    23 bewegliche Verfahreinrichtung

    24 ) Dornabstreifer

    25 )

    26 )

    27 ) Führungsmittelreste

    28 )

    29 )

    30 obere Faltenlage

    31 weiteres schnurförmiges Führungsmittel




    Ansprüche

    1. Verfahren zur Bündelbildung vorgefertigter Umreifungsdrähte, deren Enden für die Verschlußbildung an z. B. Ballengütern verformt sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Umreifungsdrähte (3) auf Führungsmittel (11, 12) in Nebeneinanderlage quer zur Längsachse des Umreifungsdrahtes aufgereiht und gehalten werden und durch Rollen oder Falten des zusammenhängenden Führungsmittels (11, 12) oder durch Auf- oder Nebeneinanderlegen von getrennten Abschnitten des Führungsmittels (11, 12) ein Bund geformt wird.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Führungsmittel (11, 12) durch Schlaufen oder Ösen des Umreifungsdrahtes gezogen wird.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Umreifungsdraht (3) ganz oder teilweise formschlüssig umfaßt auf dem Führungsmittel (31) befestigt wird.
     
    4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Umreifungsdraht (3) auf dem Führungsmittel (11, 12) durch eine haftende, adhäsive Verbindung befestigt wird.
     
    5. Vorrichtung für Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, die eine Vorratsrolle für das Führungsmittel und einen Biegedorn zum Biegen der Enden des Umreifungsdrahtes enthält, die an einer Halterung befestigt sind, dadurch gekennzeichnet, daß der Biegedorn (7, 8) ein Loch (10) oder eine Nut enthält oder außerhalb des Biegedornes (7, 8) zwischen dem Biegedorn (7, 8) und dem um diesen geschlungenen Umreifungsdraht (3) ein Schlitz vorhanden ist, wobei das Loch (10), die Nut oder der Schlitz in Achsrichtung des Biegedornes (7, 8) verlaufen und daß während des Betriebes dieser Vorrichtung das Führungsmittel (11, 12) von der Vorratsrolle (13, 14) durch das Loch (10), die Nut oder den Schlitz zu einer Ablage (23) für die gebogenen Umreifungsdrähte (3) verläuft.
     
    6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Führungsmittel (11, 12) aus einer Schnur, einem Draht oder schmalem, flachem Band besteht.
     
    7. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Nute oder der Schlitz des Biegedornes durch zwei oder mehrere parallel im Abstand zueinander verlaufende Einzelkörper wie z. B. Zylinderstifte gebildet ist.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht