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EP 0 068 585 A1 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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05.01.1983 Patentblatt 1983/01 |
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Anmeldetag: 25.06.1982 |
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(51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC)3: B65D 19/32 |
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE |
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Priorität: |
30.06.1981 NL 8103142
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Anmelder: STAMICARBON B.V. |
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NL-6167 AC Geleen (NL) |
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Erfinder: |
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- Van Dalen, Hendrik
NL-6161 GT Geleen (NL)
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Vertreter: Hoogstraten, Willem Cornelis Roeland et al |
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OCTROOIBUREAU DSM
Postbus 9 6160 MA Geleen 6160 MA Geleen (NL) |
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Entgegenhaltungen: :
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(57) Für eine aus Kunststoff hergestellte Palette, die im wesentlichen aus einer oberen
Deckplatte und einer unteren Deckplatte besteht, welche durch Distanzklötze voneinander
getrennt sind, wird vorgeschlagen, für die untere Deckplatte ein Material zu verwenden,
das eine höhere Biegefestigkeit besitzt als das Material der oberen Deckplatte. Trotz
der höheren Biegefestigkeit der unteren Deckplatte, die beispielsweise durch eine
Glasfaserverstärkung oder eine Metallarmierung erzielbar ist, lassen sich im übrigen
beide Deckplatten aus gleichem Kunststoff herstellen. Ein besonderer Vorteil der erfindungsgemässen
Palette besteht darin, dass durch die grössere Biegefestigkeit der unteren Deckplatte
die Dikke der oberen Deckplatte geringer sein kann, wodurch sich neben einer bedeutenden
Materialeinsparung auch eine Lagerraumeinsparung erzielen lässt.
[0001] Die Erfindung betrifft eine aus Kunststoff hergestellte Palette für einseitige Beladung
mit einer oberen Deckplatte und einer von dieser oberen Deckplatte durch Distanzklötze
getrennten, mit Radöffnungen versehenen unteren Deckplatte.
[0002] Eine aus der deutschen Offenlegungsschrift 2
0 54 229 bekannte Palette dieses Typs besitzt eine untere Deckplatte mit vier Öffnungen
für die Räder eines Palettenhandwagens.
[0003] Die obere Deckplatte, eventuell zusammen mit den Distanzklötzen, und die untere Deckplatte
dieser Art Paletten werden aus Kunststoff im Spritzgußverfahren hergestellt. Die Dickenabmessung
der unteren Deckplatte wird im wesentlichen durch die Forderung begrenzt, daß die
Räder eines Palettenhandwagens aus dem Raum zwischen unterer und oberer Deckplatte
noch so weit durch die Öffnungen in der unteren Deckplatte geschoben werden können,
daß sie den Boden berühren. Eine wesentliche, die Mindestdicke der oberen Deckplatte
bestimmende Norm, die an die Palette gestellt wird, ist die, daß eine mit einem bestimmten
Gewicht regelmäßig beladene Palette nur eine bestimmte maximale Durchbiegung aufweisen
darf, wenn diese Palette durch auf der Unterseite der oberen Deckplatte angreifende
Zinken eines Gabelstaplers hochgehoben wird. Aufgrund des hier angesprochenen Forderungs-
und Normenpakets besitzen die betreffenden Kunststoffpaletten, die für schwere Ladungen
von z.B. looo kg und mehr bestimmt sind, eine in bezug auf die obere Deckplatte dünnere
untere Deckplatte.
[0004] In einem Stapel beladener Paletten ruht die untere Deckplatte einer Palette auf der
Ladung einer sich darunter befindlichen Palette. Das Gewicht auf der oberen Deckplatte
einer beliebigen Palette wird über die Klötze und die untere Deckplatte dieser Palette
auf die Ladung darunter übertragen und erreicht hierdurch die obere Deckplatte der
folgenden, darunterliegenden Palette. Nicht allein die zwischen den Distanzhaltern
gelegenen Teile der oberen Deckplatte, sondern auch die Teile der unteren Deckplatte
spielen eine Rolle bei der Kraftübertragung. Hier muß vor allem an den Fall gedacht
werden, daß die Ladung aus Säcken oder Fässern besteht.
[0005] Da die untere Deckplatte der aus Kunststoff hergestellten Paletten - wie vorstehend
angegeben - an eine maximale Dickenabmessung gebunden ist und außerdem noch Radöffnungen
besitzt, wird die Anzahl beladener Paletten in einem Stapel durch die maximal einzusetzende
Dickenabmessung der Bauteile der unteren Deckplatte bestimmt. Um dem zu begegnen und
um die Anzahl beladener Paletten vergrößern zu können, werden Paletten nach dem heutigen
Stand der Technik aus Kunststoff mit besseren mechanischen Eigenschaften hergestellt.
Für eine Palette geeignete Kunststoffe, wie Polyäthylen, Polypropylen, Copolymere
von Äthylen und Propylen und Mischungen dieser Homo- und/oder Copolymere, werden mit
Zuschlagstoffen, wie Glas oder , Asbestfasern, vermischt. Das sind teurere Kunststoffe,
die die Herstellungskosten der Palette auch dadurch erhöhen, daß ein harter Zuschlagstoff
wie Glas eine starke Abnutzung der Spritzgußmaschine verursacht.
[0006] Die Erfindung bezweckt, eine aus Kunststoff hergestellte Palette für einseitige Beladung
zu schaffen, die eine obere Deckplatte und eine von dieser oberen Deckplatte durch
Distanzklötze getrennte, mit Radöffnungen versehene untere Deckplatte umfaßt, wobei
die Palette auf überraschend einfache Weise eine neue Lösung für die geschilderten
Nachteile bietet und diese in erheblichem Maße ausschaltet.
[0007] Das wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß die Bauteile der unteren Deckplatte
ganz oder teilweise aus einem Material mit einer größeren Biegefestigkeit als der
des Materials der oberen Deckplatte hergestellt werden.
[0008] Die obere Deckplatte und die Distanzklötze der erfindungsgemäßen Palette können im
Spritzgußverfahren aus nicht verstärktem Material hergestellt werden, das billiger
ist als das Material, das für die untere Deckplatte verwendet wird. Die Abnutzung
der Spritzgußmaschine ist geringer, wenn nur die unteren Deckplatten aus Material
hergestellt werden, in dem die Abnutzung verursachende Füllstoffe enthalten sind.
[0009] Ein geeigneter Kunststoff für die untere Deckplatte ist mit Glas, wie z.B. Glasfasern,
verstärkter Kunststoff. Das .Glas kann chemisch an den Kunststoff gebunden sein.
[0010] Ein sehr geeignetes Material für die untere Deckplatte ist das unter dem Warenzeichen
AZDEL durch die Firma PPG Industries Inc. auf den Markt gebrachte, mit endlosen Glasfasern
verstärkte Polypropylen in Plattenform. Dieser Kunststoff verbindet eine hohe Biegefestigkeit
mit einer guten Bearbeitbarkeit durch Warmpressen, wodurch der unteren Deckplatte
auf einfache Weise eine die Steifigkeit erhöhende Profilierung gegeben werden kann.
[0011] Ein mit chemisch an den Kunststoff gebundenen, zerhackten Glasfasern verstärkter
Kunststoff ist ebenfalls ein gut brauchbares Material für die untere Deckenplatte.
Zum Beispiel weisen Polyäthylen oder Polypropylen mit diesen chemisch gebundenen Glasfasern
nämlich auch eine stark vergrößerte Biegefestigkeit auf.
[0012] Die Biegefestigkeit der Bauteile der unteren Deckplatte kann auch dadurch erhöht
werden, daß eine Metallarmierung darin angebracht wird. Diese Armierung besteht dann
z.B. aus geraden, hohlen Aluminiumprofilen, die in der unteren Deckplatte von Distanzklotz
zu Distanzklotz angebracht sind. Ein Verfahren zum Anbringen dieser Armierung wird
in der noch nicht offengelegten niederländischen Patentanmeldung ............. beschrieben.
[0013] Es hat den Vorteil, daß die untere Deckplatte aus einem Kunststoff hergestellt ist,
der - abgesehen von den darin angebrachten Mitteln zum Erhöhen der Biegefestigkeit
der Bauteile - von derselben Art ist wie der, aus dem die obere Deckplatte und die
Distanzklötze im Spritzgußverfahren hergestellt sind. In diesem Fall können mit Erfolg
taugliche Spiegellaschen zwischen die untere Deckplatte und die Distanzklötze gelegt
werden. In anderen Fällen wird gewöhnlich eine Leim-, Bolzen- oder Schnappverbindung
angebracht werden.
[0014] Es hat sich herausgestellt, daß die erfindungsgemäße Palette noch einen wesentlichen
Vorteil aufweist. Durch die größere Biegefestigkeit der Bauteile der unteren Deckplatte
nämlich kann die Dicke der oberen Deckplatte geringer sein. Neben einer bedeutenden
Materialeinsparung bedeutet dies auch eine Lagerraumeinsparung.
[0015] Die erfindungsgemäßen Paletten können außerordentlich gut mit Kästen beladen zu einem
Stapel zusammengesetzt
[0016] werden. In einem Stapel mit Kästen beladener Platten spielen nämlich die zwischen
den Distanzklötzen gelegenen Teile der unteren Deckplatte eine weniger große Rolle
bei der Kraftübertragung. Es hat sich nun aber herausgestellt, daß während des Stapelns
eine Palette ziemlich regelmäßig auf der Kistenladung einer anderen Palette falsch
gestapelt wird. Hierbei ruhen die zwischen den Distanzklötzen gelegenen Teile der
unteren Deckplatte der obersten Palette während einiger Zeit auf den ziemlich schmalen
Oberkanten der Kisten auf der untersten Pallete, wodurch diese Bauteile reißen oder
brechen. Als Folge davon wird eine solche Palette zur Weiterverwendung vollkommen
unsicher. Mit einer erfindungsgemäßen Palette können derartige unerwünschte Situationen
verhindert werden.
1. Aus Kunststoff hergestellte Palette für einseitige Beladung mit einer oberen Deckplatte
und einer von dieser oberen Deckplatte durch Distanzklötze getrennten, mit Radöffnungen
versehenen unteren Deckplatte, dadurch gekennzeichnet, daß die untere Deckplatte ganz
oder teilweise aus einem Material mit höherer Biegefestigkeit als der des Materials
der oberen Deckplatte besteht.
2. Palette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die untere Deckplatte aus
einem mit Glas verstärkten Kunststoff besteht.
3. Palette nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Glas chemisch an den Kunststoff
gebunden ist.
4. Palette nach den Ansprüchen 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die untere Deckplatte
aus einem mit endlosen Glasfasern verstärkten Kunststoff besteht.
5. Palette nach den Ansprüchen 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die untere Deckplatte
aus einem mit zerhackten Glasfasern verstärkten Kunststoff besteht.
6. Palette nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die untere
Deckplatte eine Metallarmierung besitzt.
7. Palette nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Kunststoff
der unteren Deckplatte - abgesehen von den darin angebrachten, die Biegefestigkeit
der Bauteile erhöhenden Mitteln - derselbe ist wie der, aus dem die obere Deckplatte
und die Distanzklötze hergestellt sind.
8. Palette nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die obere Deckplatte und die
Distanzklötze aus im Spritzgußverfahren bearbeitetem Polypropylen bestehen und daß
die untere Deckplatte aus mit endlosen Glasfasern verstärktem Polypropylen besteht.
9. Palette nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die obere Deckplatte und die
Distanzklötze aus im Spritzgußverfahren bearbeitetem Polypropylen bestehen und daß
die untere Deckplatte aus mit chemisch an das Polypropylen gebundenen, zerhackten
Glasfasern verstärktem Polypropylen besteht.
10. Palette nach Anspruch 8., dadurch gekennzeichnet, daß die untere Deckplatte eine durch Warmformpressen erzielte
Profilierung besitzt.
