[0001] Die Erfindung betrifft ein Strahlgerät, insbesondere für das Druckluftstrahlen, mit
einer eingangsseitig an eine Quelle für ein Gemisch aus komprimierter lragluft und
einem Strahlmittel anschließbaren, schlauchartigen Zuleitung, die einen im wesentlichen
konstanten Innenquerschnitt hat und mit einem ausgangsseitig an die Zuleitung anschließbaren
Düsenbereich, der einen langgestreckten, sich ausgehend vom Innenquerschnitt der Zuleitung
zu einer Düsenengstelle verjüngenden Verengungsbereich und
ggf. einen sich hieran anschließenden Erweiterungsbereich aufweist.
[0002] Beim Druckluftstrahlen, das früher auch als Sandstrahlen bezeichnet worden ist und
heute gelegentlich Freistrahlen genannt wird, wird ein körniges Strahlmittel, zumeist
Sand, mit Hilfe eines.Tragluftstromes aus dem Düsenbereich eines Strahlgerätes gegen
eine zu behandelnde Oberfläche gefördert. Dabei werden hohe Auftreffgeschwindigkeiten
des körnigen Strahlmittels auf der zu behandelnden Oberfläche angestrebt. Demzufolge
liegt die Austrittsgeschwindigkeit der aus dem Düsenbereich austretenden Körner des
Strahlmittels häufig über 100 m/sec.
[0003] In der Zuleitung befindet sich das Gemisch aus der Tragluft und dem Strahlmittel
unter hohem Druck gegenüber der Atmosphäre, die Geschwindigkeit der Flugförderung
des körnigen Strahlmittels ist jedoch gering. In bekannter Weise wird der Druck der
Tragluft im Düsenbereich in kinetische Energie umgesetzt, wie dies die Bernoulli-Gleichung
beschreibt. Aufgrund der in der Düsenengstelle erzwungenen hohen Geschwindigkeit des
Tragluftstromes werden auch die einzelnen Körner des Strahlmittels an dieser Stelle
beschleunigt. Zwangsläufig ist jedoch die Geschwindigkeit der Körner des Strahlmittels
nie größer als die Geschwindigkeit'des Tragluftstroms und in der Praxis sogar wesentlich
niedriger als die Geschwindigkeit des Tragluftstroms. Der Grund hierfür ist im sehr
unterschiedlichen Massenverhältnis zwischen der Masse eines Kornes des Strahlmittels
und der Masse eines entsprechend großen Luftteilchens zu sehen. Aufgrund ihrer deutlich
höheren Masse haben die Körner des Strahlmittels eine Trägheit. Trotz gleicher Beschleunigungskräfte
ist die tatsächliche Beschleunigung eines Korns des Strahlmittels deutlich geringer
als die Beschleunigung eines gleich großen Luftteilchens.
[0004] Bei einem bekannten Strahlmittelgerät der eingangs genannten Art wird dadurch eine
hohe Austrittsgeschwindigkeit der Körner des Strahlmittels aus dem Düsenbereich erreicht,
daß der Verenaungsbereich, also der Bereich, in der sich der Druck des Tragluftstromes
in kinetische Energie umsetzt, relativ lang ausgebildet ist (vgl. die DE-OS 28 43
013). Dadurch wird die zur beschleunigung der Körner des Strahlmittels zur Verfügung
stehende Wegstrekke so groß, daß die Geschwindigkeit der Körner am Ende dieser Beschleunigungsstrecke,
also hinter der Dusenengstelle, im Bereich der Geschwindigkeit der Tragluft liegt.
Wenn die Geschwindigkeit des aus dem Düsenbereich austretenden Tragluftstroms im Bereich
oder oberhalb der Schallgeschwindigkeit der Luft liegen soll, muß ein Erweiterungsbereich
vorgesehen werden, so daß insgesamt eine Laval-Düse gebildet wird. Auch in diesem
Erweiterungsbereich findet eine weitere Beschleunigung der Körner des Strahlmittels
statt. Bildet man jedoch den Verengungsbereich relativ lang aus, erhält der Düsenbereich
eine beträchtliche Gesamtlänge. Dieser Nachteil ist bereits erkannt worden. Um ihn
zu mindern, ist bereits vorgeschlagen worden, den Verengungsbereich zumindest teilweise
aus dem Material zu fertigen, aus dem auch die nachgiebige Zuleitung, die meist als
Schlauch ausgeführt ist, gefertigt ist. Dadurch wird erreicht, daß zumindest ein Teilstück
des langen Verengungsbereichs biegsam ist, auch wenn diese Biegsamkeit geringer ist
als die Biegsamkeit der Zuleitung.
[0005] Insgesamt hat die Fachwelt die Vorteile von relativ lang ausgebildeten Verengungsbereichen
zwar erkannt, eine von der Praxis angenommene Ausführung dieser Lehre fehlt jedoch
noch. Starr ausgebildete Düsenbereiche, bei denen ein langer Verengungsbereich verwirklicht
ist, sind in der Praxis zu unhandlich. Die bislang vorgeschlagenen Düsenbereiche mit
nachgiebigem Verengungsbereich weisen immer.dann einen sehr hohen Verschleiß auf,
wenn der Düsenbereich im praktischen Einsatz gekrümmt wird, weil dann zwangsläufig
körniges Strahlmittel gegen einen Teilbereich der Innenwand des Düsenbereichs prallt
und diesen abrasiv abträgt.
[0006] Hiervon ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, die Nachteile des bekannten Strahlgeräts
zu vermeiden und ein Strahlgerät zu schaffen, das von der Praxis angenommen wird,
bei dem also einerseits die Vorteile eines langgestreckten Verengungsbereichs weitgehend
genutzt werden, andererseits die Abnutzung trotz praxis
gerechter Handhabbarkeit des Düsenbereichs in Grenzen bleibt.
[0007] Das erfindungsgemäße Strahlgerät, bei dem die zuvor aufgezeigte Aufgabe gelöst ist,
ist dadurch gekennzeichnet, daß_der Düsenbereich zumindest auf einem Teilstück seiner
Gesamtlänge poly
gonzu
gartig aus mehreren, über Gelenkteile miteinander verbundenen, starren und geraden
Rohrstücken ausgeführt ist. Im Gegensatz zu dem bekannten Strahlgerät, bei dem sich
der Düsenbereich bogenförmig krümmen läßt, findet also bei dem erfindungsgemäßen Strahlgerät
eine Umlenkung des mit Strahlmittel beladenen Tragluftstromes praktisch nur im Bereich
der Gelenkteile statt. Diese und die angrenzenden Endbereiche der geraden Rohrstücke
können jedoch aus einem sehr abriebfestem Material, beispielsweise Wolframcarbid oder
Borcarbid gefertigt werden, so daß sie ausreichende Standzeit haben. Die Gelenkteile
lassen sich vorteilhafter Weise auch dadurch wirksam gegen Verschleiß schützen, daß
sich ihre Innenflächen außerhalb des eigentlichen Weges des Tragluftstromes befinden.
Bei der erfindungsgemäßen Ausbildung des Düsenbereichs wird somit eine sehr wirkungsvolle
Kombination erreicht, da für die unmittelbar mit dem Strahlmittel in Berührung gelangenden
Teile sehr abriebfestes Material verwendet werden kann und sich die Gelenkteile ebenfalls
abriebfest oder aber so ausbilden lassen, daß sie vor dem Strahlmittel geschützt sind.
[0008] Eine besonders vorteilhafte Ausbildung des erfindungsgemäßen Strahlgeräts ist dadurch
gegeben, daß sich an den Verengungsbereich ein Erweiterungsbereich anschließt und
dieser Erweiterungsbereich die 2- bis 3-fache, vorzugsweise die 2,5-fache Länge des
Verengungsbereichs aufweist. Mit derartigen Düsenbereichen werden Austrittsgeschwindigkeiten
der Körner des Strahlmittels erzielt, die der Geschwindigkeit des Tragluftstroms weitgehend
angenähert sind. Dennoch bleibt der Düsenbereich praktisch handhabbar, weil sowohl
der Erweiterungsbereich als auch der Verengungsbereich Gelenkstellen aufweist und
somit auch in räumlich beengten Verhältnissen gearbeitet werden kann.
[0009] Bei dem erfindungsgemäßen Strahlgerät kann es sich empfehlen, zumindest ein Teil
stück des Verengungsbereichs, das mit der Zuleitung verbunden ist, aus einem nachgiebigem
Material herzustellen, beispielsweise einstückig mia der Zuleitung auszubilden. In
diesem Teilstück ist die Geschwindigkeit der Körner des Strahlmittels noch so gering,
daß die abrasive Wirkung vernachlässigt werden kann. Die Vorzüge des polyaonzugartig
ausgebildeten Teilstücks des Düsenbereichs zeigen sich somit insbesondere in den Bereichen
hoher Geschwindigkeit der Körner des Strahlmittels, also in der Nähe des Austrittsendes
des Düsenbereichs. Zweckmäßig sollte deshalb der an die Düsenengstelle angrenzende
Teil des Verengungsbereichs und der gesamte Erweiterungsbereict aus polygonzugarti
gen Teilstücken aufgebaut sein.
[0010] Für die Gelenkteile des erfindungsgemäßen Strahlgeräts sind verschiedenartige Ausführungen
möglich. Sie können als Kugelgelenke ausgebildet sein, webei die einzelnen Kugeln
jeweils einen inneren Durchlaß für den mit dem Strahlmittel beladenen Tragluftstrom
aufweisen. Weiterhin sind einfache Gelenke rit einer ortsfesten, quer zur Flugrichtung
des Strahlmittels angeordneten Schwenkachse möglich, wobei es sich empfiehlt, aufeinanderfolgende
Schwenkachsen um 90° zu versetzen, so daß auch eine Bewegung im Raum möglich ist.
Schließlich bieten sich elastische oder nachgiebige Muffen für die Verbindung zweier
starrer Rohrstücke an. Diese müssen nicht aus einem Material gefertigt werden, das
ausreichend abriebfest ist, wenn sie sich vollständig außerhalb der Flugbahn des Strahlmittels
befinden. Dies führt zwar zu ringartigen Kammern zwischen den Stirnenden zweier durch
eine derartige Muffe verbundener Rohrstücke und somit zu einer Abweichung von dem
gewünschten, ununterbrochenen Verlauf der Innenwand des Düsenbereichs mit der Folge
von Wirbelbildung etc., hat aber auch den Vorteil, daß sich in diesen ringartigen
Kammern Strahlmittel ansammeln kann, daß seinerseits die empfindlichen Muffen gegen
Abrieb durch das in Bewegung befindliche Strahlmittel schützt.
[0011] Drei Ausführungsbeispiele eines Düsenbereichs eines erfindungsgemäßen Strahlgerätes
werden im folgenden näher erläutert und unter Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben;
es zeigt
Fig. 1 einen Längsschnitt durch ein erfindungsgemäßes Strahlgerät mit einem Düsenbereich,
der mit einem nachgiebigen Mantel überzogen ist,
Fig. 2 einen Längsschnitt durch ein erfindungsgemäßes Strahlgerät mit einem Düsenbereich,
dessen Gelenkteile jeweils durch einen Faltenbalg gebildet sind, und
Fig. 3 einen Längsschnitt durch zwei über ein als Kugelgelenk ausgebil- detes Gelenkteil miteinander verbundene Rohrstücke eines erfindungsgemäßen Strahlgerätes.
[0012] Bei'dem in Fig. 1 gezeigten Strahlgerät ist eine Zuleitung 1 mit einem Düsenbereich
2 verbunden. Die Zuleitung 1 ist eingangsseitig an eine (nicht dargestellte) Quelle
für ein Gemisch aus komprimierter lragluft und einem Strahlmittel angeschlossen. Sie.
ist aus einem nachgiebigen Material gefertigt und dadurch biegsam. Der Innenquerschnitt
der Zuleitung 1 ist auf der gesamten Länge konstant und so ausgelegt, daß eine Flugförderung
des Strahlmittels bei geringer Geschwindigkeit der Körner dieses Strahlmittels stattfindet.
Ausgangsseitig ist die Zuleitung 1 an den Düsenbereich 2 angeschlossen, der sich aus
einem langgestreckten Verengungsbereich 3 und einem diesen fortsetzenden Erweiterungsbereich
4-zusammensetzt. Zwischen beiden befindet sich eine Düsenengstelle 5, die Stelle geringsten
Innenquerschnitts der gesamten Anordnung.
[0013] Der Düsenbereich 2 besteht aus insgesamt zehn einzelnen, starren und geraden Rohrstücken
6, 7 und 8, deren Innenwand so geformt und die so angeordnet sind, daß sie bei geradlinig
gestrecktem Düsenbereich 2 einen sich gleichmäßig verjüngenden und sich anschließend
wieder erweiternden gedachten Körper begrenzen. In der konkreten Ausführung ist dieser
Körper aus zwei Kegelstümpfen zusammengesetzt, die mit ihrer Kreisfläche kleineren
Durchmessers - nämlich dem Durchmesser der Düsenengstelle 5 - aneinanderliegen. Dieser
gedachte Körper beinhaltet die Flugbahnen der Körner des Strahlmittels.
[0014] Die einzelnen Rohrstücke 6, 7 und 8 sind so hintereinander angeordnet, daß jeweils
ein ringförmiger Zwischenraum 9 freibleibt. Die Länge des Zwischenraums 9 beträgt
etwa 20 % der Länge eines einzelnen Rohrstücks 6, 7, 8. Dadurch werden zwischen den
starren Rohrstücken 6, 7, 8 Freiräume für eine Gelenkbewegung geschaffen. Die insgesamt
zehn Rohrstücke 6, 7, 8 sind außen mit einem Mantel 10 überzogen, der die relative
Anordnung der einzelnen Rohrstücke 6, 7, 8 sichert. Im gezeigten Ausführungsbeispiel
nach Fig. 1 geht der Mantel 10 einstückig in die Zuleitung 1 über. Damit hat das Material
des Mantels 10 dieselben elastischen und nachgiebigen Eigenschaften wie die Zuleitung
1. Die außerhalb der ringförmigen Zwischenräume 9 befindlichen Bereiche des Mantels
10 erlauben eine Gelenkbewegung zwischen benachbarten Rohrstücken 6, 7, 8 und bilden
somit die Gelenkteile 11. Der maximale Biegewinkel jedes derartigen Gelenkteils 11
ist dadurch begrenzt, daß der ringförmige Zwischenraum 9 sich an einer Stelle schließt,
wenn benachbarte Rohrstücke 6, 7, 8 aneinanderstoßen. Um den Biegewinkel jedes einzelnen
Gelenkteils 11 so groß wie möglich zu machen, sind die stirnseitigen Kanten gegenüberliegender
Rohrstücke 6, 7, 8 so angeschrägt,.daß der ringförmige Zwischenraum 9 sich V-förmig
nach außen erweitert. Dadurch kommen bei maximalem Biegewinkel zunächst die Kanten
kleineren Durchmessers mit gegenüberliegenden Rohrstücken 6, 7, 8 in Kontakt. Die
ringförmigen Zwischenräume 9 bilden zwar eine Diskontinuität und stören somit den
Durchlauf des mit dem Strahlmittel beladenen Tragluftstroms, sie ermöglichen es jedoch,
daß die Gelenkteile 11, die aus einem relativ preiswerten und wenig abriebfesten Material
gebildet sind, in den Schattenbereichen des Tragluftstromes liegen und somit weitgehend
vor der abrasiven Wirkung des Strahlmittels geschützt sind. Je nach Konfiguration
des biegsamen Düsenbereichs 2 füllen sich die ringförmigen Zwischenräume 9 mehr oder
weniger mit Körnern des Strahlmittels als Ablagerungen 12 an; diese Ablagerungen 12
des Strahlmittels schützen die Gelenkteile 11 des Mantels 10 gegen direkt auftreffende,
schnellfliegende Körnchen des Strahlmittels.
[0015] Wie Fig. 1 zeigt, sind die Rohrstücke 6 des Verengungsbereichs 3 als in Flugrichtung
(Pfeil 13) konvergierende Kegelmantelringe ausgebildet. Ebenso sind auch die Rohrstücke
8 des Erweiterungsbereichs 4 Kegelmantelringe.
[0016] Das Rohrstück 7, in dem die Düsenengstelle 5 ausgebildet ist, ist sowohl ein Teil
des Verengungsbereichs 3 als auch ein Teil des Erweiterungsbereichs 4 und besteht
dementsprechend aus einem sich konisch verengenden Kegelmantelring und einem sich
konisch erweiternden Kegelmantelring. Die Rohrstücke 6, 7, 8 sind aus einem sehr abriebfesten
Material gefertigt.
[0017] Der Mantel 10 ist in geeigneter Weise mit den Außenwänden der Rohrstücke 6, 7, 8
verbunden; er ist beispielsweise aufgeschrumpft. Zur mechanischen Aussteifung des
Mantels 10, insbesondere seiner Gelenkteile 11 kann es sich empfehlen, zwischen den
einzelnen Rohrstücken 6, 7, 8 jeweils kurze Schraubenfedern anzuordnen, die die aneinandergrenzende
Rohrstücke 6, 7, 8 auseinanderdrücken und dadurch den gesamten Düsenbereich 2 stets
in seine geradlinige Form drücken.
[0018] Wie im Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 ist auch im Ausführungsheisprel nach Fig.
2 die Zuleitung 1 auf das in Flugrichtung (Pfeil 13) der korner des Strahlmittels
gesehen erste Rohrstück 6 aufgeschrumpft, so daß der übergangsbereich zwischen der
Zuleitung 1 und dem Düsenbereich 2 moglienst glatt ist und den Tragluftstrom somit
praktisch nicht beeinflußt. Die einzelnen Rohrstücke 6 des Düsenbereichs 2 nach Fig.
2, der lediglich einen Verengungsbereich 3 aufweist, sind über als Faltenbälge ausgebildete
Gelenkteile 14 miteinander verbunden. Die insbesondere als metallische Faltenbälge
ausge bildeten Gelenkteile 14 haben eine gewisse Federcharakteristik, so daß sich
in Ruhelage des Düsenbereichs 2 die gezeigte, geradlinige Form einstellt. Innenseitig
sind die Eintrittsenden 15 der Rohrstücke 6 abgerundet, so daß bei einer Biegung der
Gelenkteile 14 keine scharfen Kanten dem Tragluftstrom gegenüberstehen.
[0019] In den Ausführungsbeispielen nach Fig. 1 und 2 befinden sich die Gelenkteile 11 und
14 jeweils außerhalb des eigentlichen Wegs der fliegenden Strahlmittelkörner. Dadurch
ist bei der Wahl des Materials für die Gelenkteile 11, 14 lediglich die Elastizität
bzw. Nachgiebigkeit, nicht aber die Abriebfestigkeit ausschlaggebend. Vielmehr ist
es als besonderer Vorteil dieser beiden Ausführungsbeispiele anzusehen, daß beide
mechanischen Funktionen (Biegsamkeit und Abriebfestigkeit) voneinander getrennt sind.
Im Gegensatz hierzu kommt das Gelenkteil 16 im Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 unmittelbar
mit dem beschleunigten Strahlmittel in Berührung und ist deshalb zumindest im Bereich
dieser Berührungsstellen aus einem abriebfesten Material zu fertigen. Das Gelenkteil
16 ist als Kugelgelenk ausgebildet und setzt sich aus einem kugelkorper 17 mit einem
inneren Durchlaß 18, aus Kugelschalen 19 an den angrenzenden Rohrstücken 6 und aus
einer Kapsel 20 zusammen. Der Kugelkorper 17 bildet das innerste Teil dieser Anordnung,
sein innerer Durchlaß 18 verengt sich zur Kugelmitte hin etwa diaboloförmig und hat
zwei Öffnungen 21. Auf der Außenflache des Kugelkörpers 17 gleiten die Innenflächeder
Kugelschalen 19, die zentrisch in Rohrstücke übergehen, wobei jeweils eine Mündung
22 freibleibt. Der Durchmesser der Mündungen 22 ist - wie noch erläutert wird - so
mit dem maximalen Schwenkwinkel jedes einzelnen Rohrstucks 6 und dem Durchmesser der
Öffnung 21 abgestimmt, daß sich die Mündung 22 nie außerhalb der Öffnung 21 befinden
kann. Das rechte Rohrstück 6 in Fig. 3 ist weitestmöglich nach unten ausgelenkt, das
linke Rohrstück 6 befindet sich in seiner Mittelstellung. Fine Winkelbearenzung wird
dadurch erreicht, daß die stirnseitigen Außenflächen der Kugelschale 19 gegen einen
Anschlag 23 der Kapsel 20 stoßen. Die Kapsel 20 schließlich hat Haltebereiche 24,
die die Kugelschalen 19 gegen den Kugelkörper 17 drücken und dadarch das Gelenkteil
16 zusammenhalten.
[0020] Die Gesamtlange des Verengungsbereichs 3 eines erfindungsgemäßen Strahlgerates liegt
bei etwa 50 bis 100 cm. Zusammen mit einem erfindungsgemäßen etwa 2,5 fach längeren
Frweiterungsbereich 4 hat der gesamte Düsenbereich 2 somit eine erhebliche Länge von
etwa 1,75 m bis 3,50 m. Derartig lange Düsenbereiche 2 lassen sich jedoch handhaben,
wenn sie, wie hier vorgeschlagen, polygonzugartig ausgebildet sind.
1. Strahlgerät, insbesondere für des Druchluftstrahlen, mit einer eingangsseitig an
eine Quelle für ein Gemisch aus komprimierter Tragluft und einem Strahlmittel anschließbaren,
schlauctiartigen Zuleitung, die einen im wesentlichen konstanten lnnenquerschnitt
hat, und mit einem ausgangsseitig an die Zuleitung anschließbaren Düsenbereich, der
einen langgestreckten, sich aus- gehend vom Innenquerschnitt der Zuleitung zu einer Düsenengstelle verjüngenden Verengungsbereich
und ggf. einen sich hieran anschließenden Erweiterungsbereich aufweist, dadurch gekennzeichnet,
daß der Düsenbereich (2) zumindest auf einem Teilstück seiner Gesamtlänge polygonzugartig
aus mehreren, über Gelenkteile (11, 14, 16) miteinander verbundenen, starren und vorzugsweise
geraden Rohrstücken (6, 7, 8) ausgeführt ist.
2. Strahlgerät nach Anspruch 1 mit einem Erweiterungsbereich, dadurch gekennzeichnet,
daß der Erweiterungsbereich (4) die 2-fache bis 3-fache, vorzugsweise die 2,5 fache
länge des Verengungsbereichs (3) aufweist.
3. Strahlgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Verengungsbereich
(3) im wesentlichen gleichmäßig konvergierend, insbesondere konisch konvergierend,
ausgebildet ist.
4. Strahlgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Erweiterungsbereich
(4) im wesentlichen gleichmäßig divergierend, insbesondere konisch divergierend, ausgebildet
ist.
5. Strahlgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4 mit geradlinig gestrecktem Düsenbereich,
dadurch gekennzeichnet, daß die Innenflächen der Rohrstücke (6, 7, 8) einen gedachten,
sich verjüngenden und wieder erweiternden Körper begrenzen und die Gelenkteile (11,
14, 16) sich außerhalb des gedachten Körpers befinden und durch einen ringförmigen
Zwischenraum (9) von ihm getrennt sind.
6. Strahlgerat nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß sich
die Innenflächen der Gelenkteile (16) im Bereich der Fluglinien der Korner des Strahlmittels
befinden und zumindest die Innenflächen der Gelenkteile (16) aus einem abriebesten
Material bestehen.
7. Strahlgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Gelenkteile
(11, 14, 16) eine Einrichtung zur Winkelbegrenzung, z- B. einen Anschlag (23), aufweisen.
8. Strahlgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die in
Flugrichtung der Körner des Strahlmittels vorn liegenden Einlaßenden der Rohrstücke
(6, 7, 8) verstärkt abriebfest ausgebildet sind.
9. Strahlgerat nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Gelenkteile
(16) Kugelkörper (17) mit einem inneren Durchlaß (18) aufweisen und der innere Durchlaß
(18) der Kugelkorper (17) mit Mündungen (22) an mit den angrenzenden Rohrstücken (6,
7, 8) befestigten Kugelschalen (19) fluchtet.
10. Strahlgerät nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser der Offnung
(?1) des inneren Durchlasses (18) der Kugeikörper (17) der Summe aus dem Durchmesser
der Mündung (22) der Kugelschalen (19) und der Bogenlänge auf dem Kugelkorper (17)
beim Verschwenken eines Rohrstücks (6) um den

Schwendwinkel entspricht.