[0001] Die Erfindung betrifft einen Unwuchtrüttler mit drehzahlabhängiger Unwucht. Die durch
eine vorgegebene Unwucht erzeugte Fliehkraft wächst bekanntlich mit dem Quadrat der
Drehzahl an. Durch die AT-PS 274 032 ist ein Unwuchtrüttler bekannt, bei welchem die
resultierende Unwucht der Fliehgewichte mit zunehmender Drehzahl vermindert wird,
um bei verschiedenen Drehzahlen im wesentlichen die gleiche Rüttelkraft zu erzeugen.
Bei dem bekannten Unwuchtrüttler ist ein fest auf einer umlaufenden Welle sitzendes
Fliehgewicht und ein zweites lose auf der gleichen Welle sitzendes Fliehgewicht vorgesehen.
Das lose Fliehgewicht ist mit Anschlägen versehen, die gegeneinander winkelversetzt
in verschiedenen radialen Abständen von der Achse der Welle angeordnet sind. Ein mit
der Welle umlaufender Mitnehmer ist radial nach außen beweglich und steht unter dem
Einfluß einer nach innen wirkenden Federkraft. Der Winkel, den die beiden Fliehgewichte
miteinander bilden, hängt davon ab, an welchem der gegeneinander winkelversetzten
Anschläge der Mitnehmer zur Anlage kommt. Wenn sich die Drehzahl des Unwuchtrüttlers
erhöht, so wandert der Mitnehmer unter dem Einfluß der Fliehkraft radial nach außen.
Bei einer bestimmten Drehzahl rutscht er von dem Anschlag, an dem er gerade anliegt,
ab und gelangt in die Bahn des nächsten Anschlags. Das zweite Fliehgewicht, welches
vorübergehend nicht mitgenommen wird, bleibt zurück, so daß der Mitnehmer nunmehr
an 'dem in radialer Richtung nächstfolgenden Anschlag zur Anlage kommt und das zweite
Fliehgewicht in einer anderen Winkellage relativ zu dem ersten mitgenommen wird. Durch
die Veränderung der Winkellage der Fliehgewichte zueinander wird die resultierende
Unwucht in dem vorstehend erwähnten Sinne verändert.
[0002] Diese bekannte Anordnung ist relativ kompliziert. Sie sLeht eine stufenweise Veränderung
der resultierenden Unwucht vor und erfordert zwei gegeneinander verdrehbare Fliehgewichte.
[0003] Übliche Unwuchtrüttler haben fest auf der Unwuchtwelle sitzende Fliehgewichte. Dabei
ergibt sich die Notwendigkeit, die Antriebsleistung überzudimensionieren. Es sind
nämlich hohe Drehmomente für den Anlauf erforderlich, und diese Drehmomente bestimmen
die Auslegung der Antriebsmotore auch für die höheren Betriebsdrehzahlen.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine solche Überdimensionierung der Antriebsmotore
bei Unwuchtrüttlern zu vermeiden.
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch
(a) ein gegenüber einer umlaufenden Unwuchtwelle radial beweglich geführtes Fliegewicht
und
(b) eine auf das Fliehgewicht wirkende Rückholfeder, welche das Fliehgewicht in einer
Stellung geringerer Unwucht zu halten trachtet.
[0006] Auf diese Weise ergibt sich bei niedrigeren Drehzahlen eine relativ kleine Unwucht,
die das Anlaufdrehmoment gering hält. Ein für dieses Anlaufdrehmoment ausgelegter
Motor nimmt bei den höheren Betriebsdrehzahlen eine geringere Leistung auf als die
vorbekannten Unwuchtrüttler mit festem Fliehgewicht. Bei den höheren Betriebsdrehzahlen
bewegt sich das Fliehgewicht unter dem Einfluß der Fliehkraft gegen die Rückholfeder
nach außen, so daß bei der Betriebsdrehzahl, aber erst bei dieser, die verlangte Unwucht
des Rüttlers erreicht wird.
[0007] Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nachstehend unter Bezugnahme auf die zugehörigen
Zeichnungen näher erläutert:
Fig. 1 zeigt einen Querschnitt der Unwuchtwelle mit dem Fliehgewicht.
Fig. 2 ist eine zugehörige Seitenansicht.
Fig. 3 zeigt in vergrößertem Maßstab die Rückholfeder.
[0009] Mit 10 ist eine umlaufende Unwucht bezeichnet. Die Unwuchtwelle 10 weist eine Querbohrung
12 auf. In der Querbohrung 12 sitzt eine Gleitbuchse 14. Die Querbohrung 12 weist
an einem Ende eine Erweiterung auf, die eine Schulter 16 bildet. An dieser Schulter
liegt die Gleitbuchse 14 mit einem Bund 18 an. Ein Fliehgewicht 20 weist einen U-förmigen
Körper 22 auf, der auf einer Seite um die Unwuchtwelle 10 herumgreift. Der Abstand
der Innenseiten der beiden Schenkel des U-förmigen Körpers entspricht etwa dem Durchmesser
der Unwuchtwelle.
[0010] Die Innenfläche 24 des U-förmigen Körpers 22 ist zylindrisch mit einem Innendurchmesser,
der etwa dem Durchmesser der Unwuchtwelle 10 entspricht. Das Fliehgewicht 20 enthält
weiter einen an dem U-förmigen Körper 22 angebrachten Führungsbolzen 26, der in der
Gleitbuchse 14 geführt ist. Der Führungsbolzen 26 ist in eine Bohrung 28 der Innenfläche
24 eingesteckt und wird durch eine Schraube 30 gehalten, die durch eine Gegenbohrung
32 hindurchgesteckt und in die Stirnfläche des Führungsbolzen 26 eingeschraubt ist.
Der Kopf 34 der Schraube 30 sitzt in einer Erweiterung 34 der Bohrung 32. Der Führungsbolzen
26 ist somit fest mit dem U-förmigen Körper 22 verbunden. Seine Achse 36 liegt in
der Symmetrieebene des U-förmigen Körpers 22.
[0011] Eine als Tellerfeder ausgebildete Rückholfeder 38 umgibt das dem U-förmigen Körper
22 abgewandte, aus der Gleitbuchse 14 herausragende Ende des Führungsbolzens 26. Diese
Tellerfeder 38, bzw. ein Paket von Tellerfedern, ist einerseits an der Stirnseite
der Gleitbuchse 14 und andererseits an einer auf das Ende des Führungsbolzens aufgeschraubten
Mutter 40 abgestützt. Durch die Mutter 40 wird der Rückholfeder 38 eine gewünschte
Vorspannung erteilt.
1. Unwuchtrüttler mit drehzahlabhängiger Unwucht, gekennzeichnet durch
(a) ein gegenüber einer umlaufenden Unwuchtwelle (10) radial beweglich geführtes Fliehgewicht
(20) und
(b) eine auf das Fliehgewicht (20) wirkende Rückholfeder (38), welche, das Fliehgewicht
(20) in einer Stellung geringerer Unwucht zu halten trachtet.
2. Unwuchtrüttler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückholfeder (38)
vorgespannt ist.
3. Unwuchtrüttler nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
(a) die Welle (10) eine Querbohrung (12) aufweist, in welcher eine Gleitbuchse (14)
sitzt,
(b) das Fliehgewicht (20)
(bl) einen u-förmigen Körper (22) aufweist, der sich auf einer Seite um die Unwuchtwelle
(10) herumerstreckt und
(b2) einen an dem u-förmigen Körper (22) angebrachten Führungsbolzen (26), der in der
Gleitbuchse (14) geführt ist,
(c) die Rückholfeder (38)
(cl) eine Tellerfeder ist,
(c2) das dem u-förmigen Körper (22) abgewandte, aus der Gleitbuchse (14) herausragende
Ende des Führungsbolzens (26) umgibt und
(c3) einerseits an der Stirnseite der Gleitbuchse (14) und andererseits an einer auf
das Ende des Führungsbolzens (26) aufgeschraubten Mutter (40) abgestützt ist.