(19)
(11) EP 0 070 343 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
26.01.1983  Patentblatt  1983/04

(21) Anmeldenummer: 81710025.8

(22) Anmeldetag:  18.07.1981
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3B06B 1/16
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(71) Anmelder: Losenhausen Maschinenbau AG& Co Kommanditgesellschaft
D-4000 Düsseldorf1 (DE)

(72) Erfinder:
  • Bäumers, Johannes, Ing. grad.
    D-4000 Düsseldorf 12 (DE)
  • Lisken, Werner
    D-4000 Düsseldorf (DE)
  • Lietzke, Heinz, Ing. grad.
    D-4040 Neuss (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Unwuchtrüttler mit drehzahlabhängiger Unwucht


    (57) © Ein Unwuchtrüttler enthält ein gegenüber einer umlaufenden Unwuchtwelle (10) radial beweglich geführtes Fliehgewicht (20). Auf das Fliehgewicht (20) wirkt eine Rückhotfeder (38), welche das Fliehgewicht in einer Stellung geringerer Unwucht zu halten trachtet. Dadurch wird das Anlauf- moment vermindert und damit eine günstigere Auslegung des Antriebsmotors ermöglicht.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Unwuchtrüttler mit drehzahlabhängiger Unwucht. Die durch eine vorgegebene Unwucht erzeugte Fliehkraft wächst bekanntlich mit dem Quadrat der Drehzahl an. Durch die AT-PS 274 032 ist ein Unwuchtrüttler bekannt, bei welchem die resultierende Unwucht der Fliehgewichte mit zunehmender Drehzahl vermindert wird, um bei verschiedenen Drehzahlen im wesentlichen die gleiche Rüttelkraft zu erzeugen. Bei dem bekannten Unwuchtrüttler ist ein fest auf einer umlaufenden Welle sitzendes Fliehgewicht und ein zweites lose auf der gleichen Welle sitzendes Fliehgewicht vorgesehen. Das lose Fliehgewicht ist mit Anschlägen versehen, die gegeneinander winkelversetzt in verschiedenen radialen Abständen von der Achse der Welle angeordnet sind. Ein mit der Welle umlaufender Mitnehmer ist radial nach außen beweglich und steht unter dem Einfluß einer nach innen wirkenden Federkraft. Der Winkel, den die beiden Fliehgewichte miteinander bilden, hängt davon ab, an welchem der gegeneinander winkelversetzten Anschläge der Mitnehmer zur Anlage kommt. Wenn sich die Drehzahl des Unwuchtrüttlers erhöht, so wandert der Mitnehmer unter dem Einfluß der Fliehkraft radial nach außen. Bei einer bestimmten Drehzahl rutscht er von dem Anschlag, an dem er gerade anliegt, ab und gelangt in die Bahn des nächsten Anschlags. Das zweite Fliehgewicht, welches vorübergehend nicht mitgenommen wird, bleibt zurück, so daß der Mitnehmer nunmehr an 'dem in radialer Richtung nächstfolgenden Anschlag zur Anlage kommt und das zweite Fliehgewicht in einer anderen Winkellage relativ zu dem ersten mitgenommen wird. Durch die Veränderung der Winkellage der Fliehgewichte zueinander wird die resultierende Unwucht in dem vorstehend erwähnten Sinne verändert.

    [0002] Diese bekannte Anordnung ist relativ kompliziert. Sie sLeht eine stufenweise Veränderung der resultierenden Unwucht vor und erfordert zwei gegeneinander verdrehbare Fliehgewichte.

    [0003] Übliche Unwuchtrüttler haben fest auf der Unwuchtwelle sitzende Fliehgewichte. Dabei ergibt sich die Notwendigkeit, die Antriebsleistung überzudimensionieren. Es sind nämlich hohe Drehmomente für den Anlauf erforderlich, und diese Drehmomente bestimmen die Auslegung der Antriebsmotore auch für die höheren Betriebsdrehzahlen.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine solche Überdimensionierung der Antriebsmotore bei Unwuchtrüttlern zu vermeiden.

    [0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch

    (a) ein gegenüber einer umlaufenden Unwuchtwelle radial beweglich geführtes Fliegewicht und

    (b) eine auf das Fliehgewicht wirkende Rückholfeder, welche das Fliehgewicht in einer Stellung geringerer Unwucht zu halten trachtet.



    [0006] Auf diese Weise ergibt sich bei niedrigeren Drehzahlen eine relativ kleine Unwucht, die das Anlaufdrehmoment gering hält. Ein für dieses Anlaufdrehmoment ausgelegter Motor nimmt bei den höheren Betriebsdrehzahlen eine geringere Leistung auf als die vorbekannten Unwuchtrüttler mit festem Fliehgewicht. Bei den höheren Betriebsdrehzahlen bewegt sich das Fliehgewicht unter dem Einfluß der Fliehkraft gegen die Rückholfeder nach außen, so daß bei der Betriebsdrehzahl, aber erst bei dieser, die verlangte Unwucht des Rüttlers erreicht wird.

    [0007] Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

    [0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nachstehend unter Bezugnahme auf die zugehörigen Zeichnungen näher erläutert:

    Fig. 1 zeigt einen Querschnitt der Unwuchtwelle mit dem Fliehgewicht.

    Fig. 2 ist eine zugehörige Seitenansicht.

    Fig. 3 zeigt in vergrößertem Maßstab die Rückholfeder.



    [0009] Mit 10 ist eine umlaufende Unwucht bezeichnet. Die Unwuchtwelle 10 weist eine Querbohrung 12 auf. In der Querbohrung 12 sitzt eine Gleitbuchse 14. Die Querbohrung 12 weist an einem Ende eine Erweiterung auf, die eine Schulter 16 bildet. An dieser Schulter liegt die Gleitbuchse 14 mit einem Bund 18 an. Ein Fliehgewicht 20 weist einen U-förmigen Körper 22 auf, der auf einer Seite um die Unwuchtwelle 10 herumgreift. Der Abstand der Innenseiten der beiden Schenkel des U-förmigen Körpers entspricht etwa dem Durchmesser der Unwuchtwelle.

    [0010] Die Innenfläche 24 des U-förmigen Körpers 22 ist zylindrisch mit einem Innendurchmesser, der etwa dem Durchmesser der Unwuchtwelle 10 entspricht. Das Fliehgewicht 20 enthält weiter einen an dem U-förmigen Körper 22 angebrachten Führungsbolzen 26, der in der Gleitbuchse 14 geführt ist. Der Führungsbolzen 26 ist in eine Bohrung 28 der Innenfläche 24 eingesteckt und wird durch eine Schraube 30 gehalten, die durch eine Gegenbohrung 32 hindurchgesteckt und in die Stirnfläche des Führungsbolzen 26 eingeschraubt ist. Der Kopf 34 der Schraube 30 sitzt in einer Erweiterung 34 der Bohrung 32. Der Führungsbolzen 26 ist somit fest mit dem U-förmigen Körper 22 verbunden. Seine Achse 36 liegt in der Symmetrieebene des U-förmigen Körpers 22.

    [0011] Eine als Tellerfeder ausgebildete Rückholfeder 38 umgibt das dem U-förmigen Körper 22 abgewandte, aus der Gleitbuchse 14 herausragende Ende des Führungsbolzens 26. Diese Tellerfeder 38, bzw. ein Paket von Tellerfedern, ist einerseits an der Stirnseite der Gleitbuchse 14 und andererseits an einer auf das Ende des Führungsbolzens aufgeschraubten Mutter 40 abgestützt. Durch die Mutter 40 wird der Rückholfeder 38 eine gewünschte Vorspannung erteilt.


    Ansprüche

    1. Unwuchtrüttler mit drehzahlabhängiger Unwucht, gekennzeichnet durch

    (a) ein gegenüber einer umlaufenden Unwuchtwelle (10) radial beweglich geführtes Fliehgewicht (20) und

    (b) eine auf das Fliehgewicht (20) wirkende Rückholfeder (38), welche, das Fliehgewicht (20) in einer Stellung geringerer Unwucht zu halten trachtet.


     
    2. Unwuchtrüttler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückholfeder (38) vorgespannt ist.
     
    3. Unwuchtrüttler nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß

    (a) die Welle (10) eine Querbohrung (12) aufweist, in welcher eine Gleitbuchse (14) sitzt,

    (b) das Fliehgewicht (20)

    (bl) einen u-förmigen Körper (22) aufweist, der sich auf einer Seite um die Unwuchtwelle (10) herumerstreckt und

    (b2) einen an dem u-förmigen Körper (22) angebrachten Führungsbolzen (26), der in der Gleitbuchse (14) geführt ist,

    (c) die Rückholfeder (38)

    (cl) eine Tellerfeder ist,

    (c2) das dem u-förmigen Körper (22) abgewandte, aus der Gleitbuchse (14) herausragende Ende des Führungsbolzens (26) umgibt und

    (c3) einerseits an der Stirnseite der Gleitbuchse (14) und andererseits an einer auf das Ende des Führungsbolzens (26) aufgeschraubten Mutter (40) abgestützt ist.


     




    Zeichnung













    Recherchenbericht