[0001] Die Erfindung betrifft eine Skibremse für einen vom Skistiefel losgelösten Ski, mit
einer am Ski befestigbaren Halterung, in der zwei Bremsarme gelagert sind, die an
ihren Enden Bremsflügel aufweisen, welche zwischen ihren Bereitschafts- und Bremsstellungen
jeweils um eine parallel zur Skilängsachse verlaufende Achse drehbar sind, und mit
einer im Skistiefelbereich an der Halterung angebrachten, federbeaufschlagten Betätigungseinrichtung,
deren Feder die Bremsarme in die Bremsstellung vorspannt.
[0002] Eine Skibremse dieser Art ist beipsielsweise aus der DE-OS 26 12 708 bekannt, wobei
allerdings fast sämtliche Teile der Skibremse, insbesondere die Betätigungseinrichtung
in Form eines bügelförmigen Bremsarmes sowie der Hebelmechanismus für die Bremsflügel
ungeschützt angeordnet sind. Die Bremsarme selbst sind dabei nach Art einer Wippe
um eine quer zum Ski verlaufende Achse kippbar. Um die Bremsflügel zwischen Bereitschaft-
und Bremsstellung mit dem erforderlichen Hub verschwenken zu können, stehen die Bremsarme
vor dem Fersenteil der Skibindung weit nach oben, wenn der Benutzer in der Bremsstellung
der Skibremse in die Skibindung einsteigen will. Das bedeutet jedoch, daß beim Herunterdrücken
der Bremsarme die Bremsflügel bereits aus der Bremsstellung in Eingriff mit dem Boden
herauskommen, bevor der Skistiefel des Benutzers im Fersenteil der Skibindung eingerastet
ist.
[0003] Außerdem besitzt die Skibremse gemäß der DE-OS 26 12 708 einen aufwendigen und komplizierten
Aufbau, bei dem eine Vielzahl von Einzelteilen mit Hilfsfeder, Hauptfeder, kompliziertem
Nockenprofil im hinteren Bereich der Bremsflügel sowie schwenkbar gelagerte Andruckplättchen
zwischen Hauptfeder und Nockenprofil erforderlich sind. Eine Bewegung der Bremsflügel
aus der Bereitschaftsstellung in die Bremsstellung und umgekehrt ist dabei nur möglich,
wenn der kritische Punkt im Nockenprofil der Bremsflügel in der einen oder anderen
Richtung überschritten wird.
[0004] Wenn sich jedoch bei der Anordnung gemäß der DE-OS 26 12 708 Schmutz oder Eis unter
dem hinteren Bereich des Bremsarmes sammeln, wird eine vollständige Kippbewegung des
Bremsarmes verhindert, so daß bei der eingeleiteten Drehbewegung der Bremsflügel der
sog. kritische Punkt im Nockenprofil gar nicht erreicht und die stark ausgebildete
Hauptfeder zwischen den beiden Bremsflügeln gar nicht aktiv werden kann , um die Drehbewegung
der Bremsflügel zu unterstützen. In diesem Zusammenhang ist nämlich zu beachten, daß
die Bewegung der Bremsflügel in ihre Bremsstellung nur durch eine schwache Hilfsfeder
eingeleitet wird, die das Bestreben hat, den Bremsarm der Betätigungseinrichtung von
der Skioberfläche weg nach oben zu drücken. Der rückwärtige Teil der Bremsarme versucht
dabei, in eine Stellung gegenüber dem Nockenprofil der Bremsflügel zu kommen, in der
die quer angeordnete starke Hauptfeder das Herausklappen der Bremsflügel unterstützt.
Allerdings kann diese Funktion von der Hauptfeder nur ausgeübt werden, wenn die Hauptfeder
an einer Stelle des Nockenprofils unterhalb des kritischen Punktes angreift, der dann
über der Drehachse dieses Nockenprofils liegt, um das erforderliche Drehmoment ausüben
zu können.
[0005] In der DE-GM 70 39 190 ist eine Skibremse beschrieben, die für jeden Ski nur einen
um eine in Skilängsrichtung verlaufende Achse drehbaren Bremsflügel aufweist, so daß
von einer ungleichmäßigen Bremswirkung auszugehen ist. Aufgrund der konstruktiven
Verbindung der Skibremse mit dem Fersenteil der Skibindung kann die Skibremse dort
nur aus der Bereitschaftsstellung in ihre Bremsstellung gelangen, wenn eine starke,
aufwärtsgerichtete Kraft am Schuhabsatz wirkt, die über einen Niederhalter, eine Sohlenplatte
und einen Rasthebel gegen die Wirkung einer Rastvorrichtung einen Riegelansatz der
Skibremse freigibt. Die Funktionstüchigkeit einer solchen Skibremse ist dann jedoch
erheblich eingeschränkt und wird den Sicherheitsanforderungen nicht gerecht, wenn
der Benutzer etwa durch eine Drehauslösung mit seinem Skistiefel aus der Bindung freikommt
und die Sohlenplatte in Eingriff mit dem Ski bleibt. Der Ski gleitet dann nämlich
ungebremst den Berg hinunter und stellt eine erhebliche Gefahr für alle anderen dar.
[0006] Außerdem sind bei der Skibremse gemäß der DE-GM 70 39 190 keine Vorkehrungen getroffen,
mit denen die Skibremse aus der Bremsstellung automatisch wieder in ihre Bereitschaftsstellung
kommt, wenn der Benutzer erneut mit seinem Skistiefel in die Bindung einsteigt. Vielmehr
ist es in diesen Fällen erforderlich, die Skibremse von Hand in ihre Bereitschaftsstellung
zu bringen und den Riegelansatz der Skibremse mit der Rasteinrichtung zu verriegeln,
bevor die Skibremse wieder einsatzfähig ist. Damit neigt eine solche Skibremse nicht
nur zu Fehlfunktionen, sondern ist darüber hinaus kompliziert in der Handhabung, wenn
der Benutzer im freien Gelände am Hang wieder in die Skibindung einsteigen will.
[0007] In der CH-PS 615 349 ist eine Skibremse beschrieben, bei der ein Paar von Bremsflügeln
über einen tordierbaren Federstahldraht miteinander verbunden sind, der um eine quer
zum Ski verlaufende Achse drehbar ist. Die Bremsflügel müssen dabei eine zusammengesetzte,
komplizierte Bewegung ausführen, um aus der Bereitschaftsstellung in die Bremsstellung
zu gelangen, wobei zunächst eine Schwenkbewegung in einer horizontalen Ebene erfolgt
und die in der Bereitschaftsstellung über der Skioberseite liegenden Bremsflügel unter
Deformierung des Federstahldrahtes seitlich ausgeschwenkt werden, während anschließend
die Drehbewegung der Bremsflügel um die quer verlaufende Achse vorgesehen ist, um
in der Bremsstellung über die Skiunterseite vorzustehen.
[0008] Die Betätigungseinrichtung der Skibremse gemäß der CH-PS 615 349 weist ein an den
Bremsarmen angreifendes Pedal auf, das vor dem Fersenteil der Skibindung frei über
die Skioberseite nach oben vorsteht, so daß die Gefahr besteht, daß sich Schnee, Eis
oder Verschmutzungen unter diesem Pedal ansammeln und damit ein vollständiges Herunterdrücken
des Pedals verhindern, was wiederum ein vollständiges Einziehen der Bremsflügel über
die Skioberseite verhindert, so daß die Bremsflügel während der Fahrt seitlich neben
dem Ski vorstehen und eine unerwünschte und gefährliche Behinderung darstellen. Dies
ist insbesondere dann der Fall, wenn der Benutzer im freien Gelände, im Tiefschnee
oder am Hang wieder in die Skibindung einsteigen will, da der Benutzer sich dann ohnehin
in einer schwierigen Situation befinden wird und, durch den Skistiefel verdeckt, gar
nicht genau sehen kann, wenn sich etwas unter die Betätigungseinrichtung schiebt.
Wenn sich auf der Skioberseite Schnee oder Eis ansetzen, so ist die Bewegung der Bremsflügel
in ihre Bereitschaftsstellung flach über der Skioberseite behindert, was ähnliche
Schwierigkeiten hinsichtlich der Funktionstüchtigkeit mit sich bringt.
[0009] Aus der CH-PS 615 349 ist es zwar an sich bekannt, ein Verbindungsteil für die Bremsarme
der beiden Bremsflügel zu verwenden, jedoch hat dieses gelenkig angeordnete Verbindungsteil
lediglich die Funktion, die Bremsflügel in einer Ebene seitlich zu verschwenken, die
horizontal über der Skioberseite liegt. Die eigentliche Drehbewegung der Schwenkflügel
in die Bremsstellung und aus dieser heraus um eine quer zum Ski verlaufende Achse
erfolgt durch ein ganz anderes Bauteil, nämlich eine Torsionsfeder, die um die quer
verlaufende Drehachse herumgewickelt ist.
[0010] In der DE-OS 26 12 770 sind Skibremsen beschrieben, bei der die Bremsarme um eine
in Längsrichtung des Ski verlaufende Achse drehbar sind, um die sich die Bremsflügel
bei ihrer Bewegung zwischen Bereitschaftsstellung und Bremsstellung drehen. Die Konstruktionen
sind dort in unerwünschter Weise platzraubend und teilweise in das Bindungsfersenteil
eingebaut, wobei eine Vielzahl von Einzelteilen erforderlich und damit eine hohe Anfälligkeit
der Skibremsen im Betrieb gegeben ist. Die Betätigungseinrichtung für die Skibremse
in Form eines Pedals steht dabei frei und ungeschützt in den Bereich des Skistiefels
vor und ist nicht direkt mit dem Bremsarm verbunden, sondern über ein Kabel, das um
den Bremsarm herumgeschlungen und an ihm befestigt ist. Eine auf dem Bremsarm aufgeschobene
Torsionsfeder spannt den Bremsarm und den fest mit ihm verbundenen Bremsflügel normalerweise
in die Bereitschaftsstellung vor, jedoch wird beim Loslassen der Betätigungseinrichtung
das Pedal von einer Feder nach oben gezogen, wobei das Pedal aufgrund seiner Verbindung
mit dem Kabel den Bremsarm und damit den Bremsflügel in die Bremsstellung schwenkt.
[0011] Die Skibremse gemäß der DE-OS 26 12 770 besitzt einen komplizierten und platzraubenden
Aufbau mit Hauptfeder und Hilfsfeder, mehreren Gelenk- und Lagerpunkten sowie Verbindungsteilen
und ist darüber hinaus anfällig im Betrieb. Wenn sich nämlich das frei und ungeschützt
vorstehende Pedal der Betätigungseinrichtung nicht vollständig herunterdrücken läßt,
weil sich darunter z.B. im Tiefschnee Eis, Verschmutzung oder Schnee sammeln, so können
die Bremsflügel nicht vollständig eingeklappt werden und stehen quer über die Seitenkante
des Ski nach außen vor. Dies führt nicht nur zu einer unerwünschten und gefährlichen
Behinderung des Skifahrers, sondern bringt auch die Gefahr des Verbiegens der Bremsflügel
mit sich.
[0012] In der DE-OS 26 05 506 ist eine Skibremse beschrieben, bei der ein Paar von Bremsflügeln
um eine quer zum Ski verlaufende Achse zwischen Bereitschaftsstellung und Bremsstellung
verschwenkbar ist, wobei die Drehachse von einer quer zum Ski angeordneten Kurbel
gebildet wird. An der Kurbel greift ein Hebel an, der die Kurbel mit einer Gabel umgreift
und auf seiner gegenüberliegenden Seite im Bereich des Fersenteiles der Skibindung
über die Skioberseite nach oben vorsteht. Dieser Hebel bildet eine Wippe, der um eine
quer zum Ski verlaufende Achse kippbar ist und dabei die Bremsflügel zwischen Bereitschafts-
und Bremsstellung verschwenkt. Damit die Bremsflügel bei der dort beschriebenen Anordnung
aus ihrer Bereitschaftsstellung in eine einwandfreie Bremsstellung kommen können,
sind an der Oberseite des Skis Schrägflächen vorgesehen, an denen die Bremsflügel
entlang gleiten und in eine schräg nach außen abstehende Bremsstellung kommen sollen.
Werden diese Schrägflächen weggelassen, so würden die Bremsflügel dort auch in der
Bereitschaftsstellung ständig seitlich über den Ski vorstehen und damit eine unerwünschte
Behinderung des Benutzers mit sich bringen. Eine weitere Unzulänglichkeit der dort
beschriebenen Skibremse besteht darin, daß der Hebel der Betätigungseinrichtung für
die Skibremse frei in den Bereich der Skibindung vorsteht, so daß sich darunter Eis,
Schnee oder Verschmutzungen ansammeln können und damit die Funktionstüchtigkeit der
Skibremse beeinträchtigen, weil dann ein vollständiges Herunterdrücken des Hebels
verhindert und damit die Bremsflügel nicht ganz eingefahren werden.
[0013] Aus der DE-OS 26 35 155 ist es zwar ebenfalls an sich bekannt, bei einer Skibremse
eine Kurbel zur Beaufschlagung der Bremsflügel zu verwenden, jedoch ist die Kurbel
auch dort quer zum Ski drehbar angeordnet. Auf der einen Seite greift an der Kurbel
eine bügelförmige Betätigungseinrichtung an, die in der Bremsstellung der Skibremse
weit nach oben in den Bereich der Skibindung vorsteht, damit sie vom Skistiefel heruntergedrückt
werden kann. Auf der anderen Seite ist die Kurbel mit einer in Skilängsrichtung wirkenden
Federanordnung beaufschlagt, um sie mit ihren angeschlossenen Bremsflügeln in die
Bremsstellung zu drücken. Die dort beschriebene Skibremse ist mit ihren vielen Einzelteilen
nicht nur aufwendig in der Konstruktion, sondern auch von begrenzter Funktionstüchtigkeit,
denn der Hebel als Betätigungseinrichtung steht weit über die Skioberseite vor, was
eine große Bauhöhe mit sich bringt und zu der Situation führen kann, daß der Skifahrer
beim Einsteigen in die Skibindung durch das Herunterdrücken der Betätigungseinrichtung
bereits die Skibremse löst, bevor der Skistiefel in das Fersenteil der Skibindung
eingerastet ist.
[0014] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Skibremse der eingangs genannten Art zu schaffen,
die in ein kompaktes Gehäuse integriert ist, das sich durch eine niedrige Bauhöhe
auszeichnet und ein leichtes Einsteigen ermöglicht, auch wenn man sich in einem schwierigen
Gelände befindet.
[0015] Die erfindungsgemäße Lösung besteht darin, eine Skibremse der eingangs genannten
Art so auszubilden, daß die Betätigungseinrichtung ein Gehäuse aus einer Bodenwanne
und einem die Bodenwanne übergreifenden, längs ihrer Seitenwände verschiebbaren Deckel
aufweist, daß in dem Gehäuse für jeden Bremsarm jeweils ein mit diesem verbundener
Kurbelarm gelagert ist und die Kurbelarme innerhalb des Gehäuses durch ein im Querschnitt
U-förmiges, federnd-elastisches Verbindungsteil verbunden sind, das mit den Enden
seiner beiden Schenkel die beiden Kurbelarme drehbar haltert, und daß das Verbindungsteil
sowie der Deckel durch eine am Boden der Bodenwanne angeordnete Feder beaufschlagt
sind.
[0016] Mit der erfindungsgemäßen Skibremse wird das angestrebte Ziel in zufriedenstellender
Weise erreicht, wobei die Bremsflügel mit einer einfachen Drehbewegung in die Bereitschaftsstellung
geschwenkt werden, in der sie sich vollständig über der Oberseite des Skis befinden,
ohne seitlich über diesen vorzustehen. Damit wird eine Beeinträchtigung der Fahreigenschaften
eines damit ausgerüsteten Skis in vorteilhafter Weise verhindert, ohne daß die Skibremse
einen komplizierten Aufbau besitzt, vielmehr besteht diese aus wenigen Einzelteilen,
die sich in einfacher Weise montieren lassen, ohne Spezialwerkzeug zu erfordern. Außerdem
stellt die erfindungsgemäße Skibremse eine flache Anordnung dar, bei der die Einzelteile
geschützt im Gehäuse untergebracht sind, so daß im Betrieb keine Beeinträchtigung
durch Schmutz oder dergleichen erfolgen kann.
[0017] In Weiterbildung der erfindungsgemäßen Skibremse sind die Kurbelarme der Bremsarme
um einen kleineren Winkel als 180°, z.B. nur um 160°, um ihre Längsachse drehbar.
Damit wird in zuverlässiger Weise erreicht, daß die oberen und unteren Totpunkte der
Kurbelarme nicht erreicht werden und die Funktion der Skibremse in jedem Falle gewährleistet
ist, ohne daß zusätzliche Führungsflächen für die Kurbelarme erforderlich sind, welche
die Bewegung der Kurbelarme zwangsläufig vorgeben.
[0018] Zweckmäßigerweise sind bei der erfindungsgemäßen Skibremse die Längsachsen der Bremsarme
parallel zu den Seitenkanten des Skis nach innen versetzt und weisen an ihren Enden
Bremsflügel auf, die gegenüber der Längsachse seitlich versetzt sind, so daß die Bremsflügel
in der Bereitschaftsstellung nach oben weisend eng gegen ein Bindungsfersenteil anlegbar
und von dort in eine Bremsstellung schwenkbar sind, in der sie schräg nach unten,
seitlich vom Ski abstehen. Damit läßt sich eine schmale Bauform der erfindungsgemäßen
Skibremse erzielen, da die Bremsflügel in der Bereitschaftsstellung einen vergleichsweisen
großen Abstand zur Skiseitenkante haben.
[0019] Diese schmale Bauform wird noch dadurch verbessert, wenn die Bremsarme Übergangsbereiche
aufweisen, die von ihrer Längsachse zu den Bremsflügeln führen und die Bremsflügel
gegenüber der Längsachse der Bremsarme in einer Ebene versetzen, die im wesentlichen
senkrecht zu einer von ihrer Längsachse und den Kurbelarmen aufgespannten Ebene steht.
Die Bremsflügel können dabei in vorteilhafter Weise einstückig mit den Bremsarmen
ausgebildet sein und in der Bereitschaftsstellung eine eingezogene Position einnehmen,
in der sie noch weiter nach innen versetzt sind als die Längsachsen der Bremsarme,
während in der Bremsstellung die Bremsflügel um den Versatz der Übergangsbereiche
gegenüber der Längsachse nach außen vorstehen.
[0020] In Weiterbildung der erfindungsgemäßen Skibremse ist vorgesehen, daß die Bodenwanne
und der Deckel horizontale bzw. vertikale Schlitze in ihren Seitenwänden aufweisen,
in denen die Bremsarme drehbar gelagert sind. Dies stellt eine ebenso einfache wie
wirkungsvolle Lagerung der Bremsarme dar, ohne daß zusätzliche Bauteile erforderlich
sind.
[0021] Zweckmäßigerweise können die Bremsarme bzw. die Schlitze der Bodenwanne komplementäre
Vorsprünge bzw. Ausnehmungen aufweisen, die quer zur Längsachse der Skibremse angeordnet
sind. Dies stellt eine ebenso einfache wie wirkungsvolle Arretierung der Bremsarme
in Längsrichtung dar, wobei Nuten bzw. Ringbunde im Bereich der Schlitze der Bodenwanne
bzw. an den Bremsarmen vorgesehen sein können.
[0022] In Weiterbildung der erfindungsgemäßen Skibremse ist vorgesehen, daß der Deckel der
Betätigungseinrichtung von seiner Oberfläche nach unten vorstehende Einsenkungen mit
im wesentlichen vertikalen Stegen aufweist, die Befestigungsschrauben aufnehmen und
zwischeneinander einen Raum zur Aufnahme des Verbindungsteiles bilden. Eine derartige
Profilierung des Deckels erhöht einerseits seine Festigkeit, andererseits bildet der
Deckel selbst ein Lager für das federnd-elastische Verbindungsteil, so daß dieses
unverschiebbar im Deckel aufnehmbar ist, Zugleich stellen die Wände der Einsenkungen
Führungsflächen dar.
[0023] Zweckmäßigerweise besitzen die Bodenwanne und die Einsenkungen im Deckel miteinander
ausgefluchtete öffnungen zur Aufnahme der Befestigungsschrauben, die den Hub des Verbindungsteiles
und des Deckels begrenzen. Damit ist die vertikale Bewegung des die Bodenwanne übergreifenden
Deckels nach unten durch die Höhe der Seitenwände und nach oben durch die Köpfe der
Befestigungsschrauben begrenzt, wobei diese Bewegung von der Bodenwanne geführt ist.
[0024] Wenn in Weiterbildung der erfindungsgemäßen Skibremse der Abstand zwischen den Seitenwänden
des Deckels und den benachbarten Stegen der Einsenkungen im wesentlichen gleich der
Wandstärke der Seitenwände der Bodenwanne ist, wird die Führung des Deckels bei seiner
vertikalen Bewegung weiter verbessert.
[0025] In Weiterbildung der erfindungsgemäßen Skibremse ist vorgesehen, daß der Boden der
Bodenwanne und/oder das Verbindungsteil einen Sitz für die Feder zur Vorspannung des
Verbindungsteiles aufweisen. Die Feder ist dabei zweckmäßigerweise mittig im Gehäuse
der Skibremse angeordnet, und ihr Sitz kann aus einem in die Feder hineingreifenden
Vorsprung oder einem ringförmigen Vorsprung bestehen, der sich über ein Stück des
Außenumfanges der Feder erstreckt, die als Wendelfeder oder Tellerfeder ausgelegt
sein kann.
[0026] Das Verbindungsteil der erfindungsgemäßen Skibremse wird zweckmäßigerweise zwischen
seinen beiden Schenkeln eine geringere Breite aufweisen als der Abstand zwischen den
Längsachsen der beiden Bremsarme ausmacht. Dies trägt in vorteilhafter Weise dazu
bei, daß die Kurbelarme in der Bremsstellung ihren oberen Totpunkt nicht erreichen,
so daß keine Beeinträchtigung der Bewegung der Kurbelarme erfolgt.
[0027] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Schenkel des Verbindungsteiles gegen seine
Unterseite elastisch nach innen drückbar sind, um auf diese Weise die Bewegung der
Kurbelarme und damit der Bremsarme zu erleichtern. Als Material wird für das Verbindungsteil
zweckmäßigerweise Federstahl verwendet.
[0028] In Weiterbildung der erfindungsgemäßen Skibremse ist vorgesehen, daß der Deckel an
seiner Oberseite mit Schrägflächen versehen ist, die flach zu seinen Seitenwänden
verlaufen. Damit wird einerseits das Einsteigen in die Skibindung erleichtert und
andererseits dafür gesorgt, daß die Druckkräfte über den Deckel und das Verbindungsteil
auf die Kurbelarme wirken und deren Schwenk- bzw. Drehbewegung gewährleisten.
[0029] In Weiterbildung der erfindungsgemäßen Skibremse ist vorgesehen, daß die Bodenwanne
im Bereich der Seitenwände Verstärkungen aus Vollmaterial aufweist, in das die Lager
für die Bremsarme eingearbeitet sind. Damit wird die Festigkeit der Bodenwanne verbessert,
und diese kann in einfacher Weise einstückig, z.B. als Gußteil, hergestellt werden.
[0030] Die erfindungsgemäße Skibremse zeichnet sich somit insgesamt in vorteilhafter Weise
durch eine Betätigungseinrichtung mit einer wesentlich geringeren Bauhöhe als die
meisten marktüblichen Bauformen aus, da das Gehäuse lediglich die Drehbewegung der
Kurbelwellen mit ihren Kurbelarmen zu ermöglichen braucht, wobei mit kleiner Kurbelkröpfung
und entsprechend geringem Hub gearbeitet werden kann. Damit wird zugleich in vorteilhafter
Weise erreicht, daß die Skibremse erst gelöst wird, wenn der Benutzer bereits in die
Skibindung eingestiegen ist.
[0031] Die Erfindung wird nachstehend anhand der Beschreibung von Ausführungsbeispielen
und unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung näher erläutert. Die Zeichnung
zeigt in
Fig. 1 eine perspektivische Explosionsdarstellung zur Erläuterung der wesentlichen
Bestandteile der Skibremse;
Fig. 2 u. 3 schematische Seitenansichten der Skibremse, teilweise im Schnitt, in der
Bereitschafts- bzw. Bremsstellung;
Fig. 4 u. 5 schematische Draufsichten, teilweise im Schnitt, auf die Skibremse in
der Bereitschafts- bzw. Bremsstellung;
Fig. 6 - 8 schematische Darstellungen quer zur Längsachse des Skis zur Erläuterung
von verschiedenen Positionen der Bremsarme und Bremsflügel zwischen Bereitschafts-
und Bremsstellung; und in
Fig.9 u. 10 Längsschnitte durch den Deckel bzw. den Deckel und die Bodenwanne der
Skibremse in der Bereitschafts- und der Bremsstellung.
[0032] Die wesentlichen Teile der Skibremse sind in Fig. 1 dargestellt, in der man eine
Bodenwanne 50, einen Deckel 30, zwei mit einem Verbindungsteil 20 verbundene Bremsarme
10 sowie eine Feder 25 erkennt, wobei der Deckel 30 und die Bodenwanne 50 zusammen
das Gehäuse der Skibremse bilden.
[0033] Wie aus Fig. 1 ersichtlich, sind die Ecken der im wesentlichen rechteckigen Bodenwanne
50 mit Verstärkungen ausgebildet und bestehen beispielsweise aus Vollmaterial.
[0034] In diesen Ecken erkennt man horizontal verlaufende Schlitze 51, die sich von den
Seitenwänden 55 in Richtung der Längsachse der Skibremse erstrecken und Lager für
die Bremsarme 10 bilden. Ferner sind Nuten oder Aussparungen 52 quer zu den Schlitzen
51 an diesen vorgesehen, die Aufnahmen für Ringbunde oder Ringflansche 13 bilden,
die vorn und hinten an den Bremsarmen 10 vorgesehen sind, so daß die Bremsarme 10
drehbar aber unverschiebbar in der Bodenwanne 50 gelagert werden können.
[0035] Außerdem sind in Fig. 1 in der Bodenwand der Bodenwanne 50 Bohrungen 53 für Befestigungsschrauben
35 vorgesehen, die als Gewindebohrungen ausgebildet sein können, oder aber Gewindehülsen
zur Führung und Halterung der Befestigungsschrauben 35 haben können.
[0036] Wie aus den Fig. 1 und 6 bis 8 ersichtlich, ist das Verbindungsteil 20 für die beiden
Bremsarme 10 im wesentlichen U-förmig im Querschnitt ausgebildet, wobei seine beiden
Schenkel 21 an ihren Enden in nachstehend näher beschriebener Weise jeweils einen
Bremsarm 10 drehbar lagern. Unterhalb des Verbindungsteiles 20 erkennt man die Feder
25, die z.B. als Wendelfeder, Schraubenfeder oder Tellerfeder ausgebildet sein kann.
Für diese Feder 25 ist ein Sitz 26 ungefähr in der Mitte der Bodenwanne 50 vorgesehen.
Dieser Sitz 26 kann entweder von einem äußeren Ring, der sich längs eines Teiles der
Außenseite der Feder 25 erstreckt, oder einem mittleren Vorsprung auf der Bodenwand
der Bodenwanne 50 gebildet werden, der ins Innere der Feder 25 vorsteht und sie zentriert.
Alternativ oder zusätzlich kann ein Sitz für die Feder 25 an der Unterseite des Verbindungsteiles
20 vorgesehen sein, mit dem die Feder 25 in zusammengebautem Zustand in Eingriff steht.
[0037] Wie in den Fig. l bis 5 dargestellt, sind die Bremsarme 10 als Kurbelwellen mit geradlinigen
Bereichen als Längsachsen 15 ausgebildet, im welche die Bremsarme 10 drehbar sind.
An diesen geradlinigen Bereichen erkennt man jeweils zwei Ringbunde oder Ringflansche
13 zum Eingriff mit den Nuten 52 in den Schlitzen 51 der Bodenwanne 50. Zwischen diesen
geradlinigen Bereichen ist jeweils eine Kurbel oder ein Kurbelarm 11 vorgesehen, an
dem die Enden 22 der Schenkel 21 des Verbindungsteiles 20 angreifen. Im hinteren Bereich
der Bremsarme 10 erkennt man jeweils einen Bremsflügel 12, der über einen übergangsbereich
14 an den die Längsachse 15 des Bremsarmes 10 bildenden Teil anschließt (vergleiche
Fig. 4 und 5).
[0038] Der Deckel 30 des Gehäuses ist in ähnlicher Weise wie die Bodenwanne 50 kastenförmig
ausgebildet und besitzt Seitenwände 31, wobei in den vorderen und hinteren Stirnwänden
jeweils zwei vertikale Schlitze 36 vorgesehen sind, die mit den horizontalen Schlitzen
51 in der Bodenwanne 50 so ausgerichtet sind, daß ihre inneren Enden die Längsachsen
15 der Bremsarme 10 aufnehmen. Zugleich verhindert der Deckel 30 in aufgesetztem Zustand
das seitliche Herausnehmen oder Herausfallen der Bremsarme 10, die in den Schlitzen
51 lediglich nach oben und unten sowie nach vorn und hinten gesichert sind.
[0039] In den Fig. 1, 9 und 10 erkennt man ferner öffnungen 34 in der Oberseite 32 des Deckels
30, um die Befestigungsschrauben 35 aufzunehmen, die zum Zusammenhalt von Bodenwanne
50 und Deckel 30 sowie zur Befestigung der Skibremse am Ski dienen.
[0040] Außerdem ist in den
Fig. 2 bis 5 der Zeichnung das Fersenteil einer Skibindung ganz allgemein mit 70 bezeichnet.
Ein Ski hat allgemein das Bezugszeichen 71, während seine Oberseite mit 72 bezeichnet
ist. Beim Ski 71 sind die Seitenkanten mit 73 und seine Längsachse mit 75 bezeichnet.
[0041] Die Montage der Skibremse kann in einfacher Weise erfolgen, indem man mit einer Lehre
Bohrungen im Ski 71 anbringt, die den Bohrungen 53 der Bodenwanne 50 entsprechen.
Der Zusammenbau der Skibremse selbst erfolgt in der Weise, daß man die Feder 25 an
ihren Sitz 26 bringt und das Verbindungsteil 20 mit den darin drehbar gelagerten Kurbelarmen
11 der Bremsarme 10 auf die Feder 25 setzt, wobei die Längsachsen 15 in die Schlitze
51 der Bodenwanne 50 eingesetzt werden und die Ringflansche 13 mit den Nuten 52 in
Eingriff kommen. Anschließend wird der Deckel 30 auf die so entstandene Anordnung
gesetzt, wobei die Seitenwände 31 des Deckels 30 die Seitenwände 55 der Bodenwanne
50 seitlich übergreifen und an diesen entlanggleiten. Die Aussparungen oder Schlitze
36 nehmen dabei die Längsachsen 15 der Bremsarme 10 auf, verhindern damit ein seitliches
Herausziehen der Bremsarme 10 und ermöglichen eine freie Drehung der Bremsarme 10
um ihre Längsachsen 15. Die Befestigung des Deckels 30 an der Bodenwanne 50 erfolgt
dann mit Befestigungsschrauben 35, die durch öffnungen 34 hindurchgesteckt werden
und mit dem jeweiligen Gewinde von den Gewindebohrungen 53 in Eingriff kommen (vergleiche
Fig. 10).
[0042] Wie am deutlichsten in den Fig. 9 und 10 dargestellt, die den Deckel 30 im Längsschnitt
zeigen, ist der Deckel 30 profiliert ausgebildet und hat zur Bildung der öffnungen
34 Einsenkungen 39, die von im wesentlichen vertikalen Stegen 33 gebildet sind, die
im unteren Bereich eine Durchgangsöffnung 38 für die jeweilige Befestigungsschraube
35 bilden. Ferner begrenzen die Stege 33 zwischeneinander einen Raum 37, der zur Aufnahme
des federnd-elastischen Verbindungsteiles 20 dient und einen Sitz für dieses bildet.
[0043] Wie weiterhin aus Fig. 10 ersichtlich, sind die außen liegenden Stege 33 der Einsenkungen
39 in einem solchen Abstand von den Seitenwänden 31 angeordnet, daß sie die Seitenwände
55 der Bodenwanne 50 mit minimalen Spiel aufnehmen. Diese profilierte Ausbildung des
Deckels 30 erhöht einerseits die Festigkeit des Deckels 30, andererseits bilden diese
Stege 33 und die Seitenwände 31 Führungen für die Aufwärts- und Abwärtsbewegungen
des Deckels 30 gegenüber der Bodenwanne 50, wenn die Skibremse aus ihrer Bereitschaftsstellung
in die Bremsstellung und umgekehrt gebracht wird.
[0044] Wie aus Fig. 9 und 10 ersichtlich, führen die Durchgangsöffnungen 38 einerseits den
Schaft der Befestigungsschrauben 35, andererseits ist der Kopf der Befestigungsschrauben
35 von den Stegen 33 der Einsenkungen 39 geführt. Zugleich bilden die Stege 33 und
die Seitenwände 31 eine Führung für die Seitenwand 55 der Bodenwanne 50, so daß kein
gegenseitiges Verkanten der Bauteile erfolgt.
[0045] Die Funktion der erfindungsgemäßen Skibremse wird nachstehend unter Bezugnahme auf
die Fig. 6 bis 8 näher erläutert. Dabei zeigen Fig. 6 quer zur Skibremse die Bereitschaftsstellung,
Fig. 8 die Bremsstellung und Fig. 7 eine Zwischenstellung zwischen diesen beiden Endstellungen
der Bremsflügel der Skibremse. Man erkennt, daß die Bremsarme 10 mit ihren Kurbelarmen
11 und Bremsflügeln 12 um ihre Längsachsen 15 zwischen den Bereitschafts- und Bremsstellungen
drehbar sind, wobei die Längsachsen 15 parallel zur Längsachse 75 des Skis 71 verlaufen,
wie es am deutlichsten in Fig. 4 und 5 angedeutet ist. Die Drehbewegung der Bremsarme
10 erfolgt über das federnd-elastische Verbindungsteil 20, das zweckmäßigerweise aus
Federstahl bestehen wird und mit seinen beiden Enden 22 seiner Schenkel 21 an den
Kurbelarmen 11 der Bremsarme 10 angreift. Der Deckel 30 ist in Fig. 6 bis 8 der Deutlichkeit
halber weggelassen, um eine übersichtlichere Darstellung zu geben.
[0046] Bei der Anordnung gemäß Fig. 8 erkennt man die Feder 25 in ihrem Sitz 26 in entspanntem
Zustand, d.h. das federnd-elastische Verbindungsteil 20, gegen dessen Oberseite 23
die Feder 25 anlegt, nimmt seine obere Position ein, wobei die Kurbelarme 11 von den
Enden 22 der Schenkel 21 nach oben mitgenommen sind, so daß die Bremsflügel 12 nach
unten heruntergeschwenkt sind und sich damit in der Bremsstellung der Skibremse befinden.
[0047] Wird nun, wie in Fig. 7 angedeutet, das federnd-elastische Verbindungsteil 20 mit
dem in dieser Figur nicht dargestellten Deckel 30 heruntergedrückt, so wird die Feder
25 zusammengedrückt. Die Schenkel 21 des Verbindungsteiles 20 weichen dabei nach innen
und die äußeren Bereiche der Oberseite 23 nach unten aus, während die Enden 22 des
Verbindungsteiles 20 die Bremsarme 10 mittels der Kurbelarme 11 um ihre Längsachsen
15 drehen.
[0048] Die Endstellung dieser Bewegung ist in Fig. 6 dargestellt, wo die Bremsflügel 12
nach oben stehen, die Kurbelarme 11 im Gegensatz zur Anordnung nach Fig. 8 eine untere
Stellung einnehmen und die Feder 25 zwischen dem Verbindungsteil 20 und der Bodenwand
der Bodenwanne 50 zusammengedrückt ist. In dieser Stellung werden sich die Seitenwände
31 des Deckels 30 auf der Oberseite des Skis abstützen.
[0049] Die Bremsflügel 12 an den Enden der Bremsarme 10 sind dabei seitlich gegenüber den
Längsachsen 15 der Bremsarme 10 versetzt, wie es in Fig. 4 für die Bereitschaftsstellung
und in Fig. 5 für die Bremsstellung skizziert ist. Dabei können die Bremsflügel 12
in der Ruhestellung gegen das Fersenteil 70 einer Skibindung zur Anlage kommen.
[0050] Fig. 8 zeigt ferner, daß die Bremsflügel 12 der Bremsarme 10 in der Bremsstellung
seitlich über die Seitenkante 73 des Ski vorstehen, und zwar unter einem schrägen
Winkel, so daß sie in der Bremsstellung nicht nur das Gleiten des Ski auf seiner Lauffläche,
sondern auch auf seiner Seitenkante verhindern. Aus dieser Bremsstellung gemäß Fig.
8 sind die Bremsflügel 12 der Bremsarme 10 in die Bereitschaftsstellung verschwenkbar,
die in Fig. 4 angedeutet ist und in der die Bremsflügel 12 sowohl gegenüber den Seitenkanten
73 des Ski 71 als auch ihren Längsachsen 15 nach innen versetzt sind.
[0051] Wie aus Fig. 6 und 8 ersichtlich, sind die Bremsarme 10 um einen kleineren Winkel
als 180°, z.B. nur um etwa 160° um ihre Längsachsen 15 drehbar, und zwar aus mehreren
Gründen. Einerseits gewährleistet man dabei ein schräges Abstehen der Bremsflügel
12 in der Bremsstellung, andererseits führen die Kurbelarme 11 der Bremsarme 10 auf
diese Weise ebenfalls nur eine Winkelbewegung um einen kleineren Winkel als 180° durch,
d.h. sie kommen nicht in die Stellungen ihrer oberen und unteren Totpunkte, die instabile
Positionen darstellen und den Betrieb der Skibremse sonst beeinträchtigen könnten,
wenn nicht sonstige Zwangsführungen für die Kurbelarme vorgesehen wären.
[0052] Die Begrenzung der Bewegung der Bremsarme 10 kann mit mehreren Mitteln erfolgen,
einmal durch das Vorsehen von Anschlägen in den beiden Endstellungen, wobei die Anschläge
vom Fersenteil 70 einer Bindung sowie der Seitenkante 73 des Ski 71 gebildet werden
können. Zum anderen können gesonderte Anschläge für die Bremsarme 10 vorgesehen sein.
Außerdem ist es möglich, diese Bewegung durch den Hub zu begrenzen, den das Verbindungsteil
20 innerhalb des Raumes zwischen Deckel 30 und Bodenwanne 50 ausführen kann. Dieser
Hub läßt sich z.B. mit den Befestigungsschrauben 35 einstellen, wie sich aus Fig.
9 und 10 entnehmen läßt. In der entlasteten Stellung der Skibremse (Bremsstellung)
stehen nämlich die Köpfe der Befestigungsschrauben 35 mit den unteren Wänden der Einsenkungen
39 in Eingriff und begrenzen auf diese Weise die Bewegung nach oben, wenn das Gewinde
der Befestigungsschrauben 35 mit dem entsprechenden Gewinde der Bohrungen 53 in Eingriff
steht. Außerdem ist der Hub des Verbindungsteiles 20 innerhalb des Deckels 30 nach
unten durch die Höhe der Seitenwände 31 des Dekkels 30 bzw. die Höhe der Seitenwände
55 der Bodenwanne 50 begrenzt (vgl. Fig. 10).
[0053] Wie aus Fig. 6 und 8 ersichtlich, ist die Oberseite 23 des Verbindungsteiles 20 zwischen
den beiden Schenkeln 21 zweckmäßigerweise mit geringerer Breite ausgebildet als der
Abstand zwischen den Längsachsen 15 der beiden Bremsarme 10 ausmacht, weil die Kurbelarme
11 auf diese Weise ebenfalls daran gehindert sind, die Positionen ihrer oberen Totpunkte
einzunehmen. Wird dann aus der entlasteten Stellung (Bremsstellung) Druck von eben
über den Deckel 30 auf das Verbindungsteil 20 ausgeübt, so wird automatisch die Stellung
durchlaufen, die in Fig. 7 der Zeichnung dargestellt ist, d.h. die Kurbelarme 11 beschreiben
einen Bogen, der in Richtung der Feder 25, also zur Innenseite des Raumes im Gehäuse
verläuft. Zu diesem Zweck ist das Verbindungsteil 20 federndelastisch ausgebildet,
wobei seine Schenkel gegen seine Unterseite elastisch nach innen drückbar sind, während
die Oberseite 23 im äußeren Bereich ihrer Ecken aus einer horizontalen Stellung nach
unten nachgeben kann. Wie bereits erwähnt, ist der Deckel 30 an seiner Oberseite 32
mit Schrägflächen versehen, die von seiner Oberseite flach zu den Seitenwänden 31
hin verlaufen, so daß eine dachförmige Anordnung des Deckels 30 entsteht (vgl. Fig.
1, 9 und 10). Die schräge Oberseite 32 erleichtert beim Einsteigen in die Skibindung
das Herunterdrücken des Deckels 30 und damit der Verbindungsteiles 20, was die bereits
beschriebene Drehbewegung der Bremsarme 10 um ihre Längsachsen 15 auslöst, die parallel
zur Längsachse des Ski 71 verlaufen.
[0054] Die übergangsbereiche 14 der Bremsarme 10, mit denen die seitliche Versetzung der
Bremsflügel 12 gegenüber den Längsachsen 15 erreicht wird, sind am deutlichsten in
Fig. 4 und 5 dargestellt. Dabei ist die Anordnung dieser Übergangsbereiche 14 zweckmäßigerweise
so getroffen, daß sie in einer Ebene verlaufen, die senkrecht zu der Ebene steht,
die von den Kurbelarmen 11 und den Längsachsen 15 der als Kurbelwelle ausgebildeten
Bremsarme 10 aufgespannt wird. Bei der Anordnung nach Fig. 4 stehen somit die Kurbelarms
11 gegenüber der Zeichenebene nach unten vor (vgl. Fig. 2), während bei der Anordnung
gemäß Fig.5 die Kurbelarme 11 gegenüber der Zeichenebene nach oben vorstehen (vgl.
Fig. 3).
[0055] Im Zusammenhang mit Fig. 4 und 5 darf noch darauf hingewiesen werden, daß die Längsachsen
der Bremsarme 10 dicht über der Oberseite 72 des Ski 71 angeordnet werden können,
so daß sie ohne Schwierigkeiten berührungsfrei unter dem Sohlenniederhalter des Fersenteiles
70 einer Skibindung hindurchgeführt werden können, wie es Fig. 2 und 3 andeuten.
[0056] Als Materialien wird man für das federnd-elastische Verbindungsteil 20 zweckmäßigerweise
Federstahl verwenden, während in Abhängigkeit von Festigkeits- und Gewichtsanforderungen
Kunststoff und/oder Metall für die Bodenwanne 50 und den Deckel 30 in Frage kommen.
Die Federkraft der Feder 25 bestimmt dabei, wie stark die Feder 25 das Verbindungsteil
20 und damit den Deckel 30 nach oben drückt, wobei ohne weiteres eine kräftige Feder
25 verwendet werden kann, damit das Herausschwenken und Festhalten der Bremsflügel
12 in der Bremsstellung gewährleistet ist, ohne daß am Bremsflügel 12 angreifende
Kräfte die Bremsarme 10 nach oben wegdrücken. Auch eine große Federkonstante dieser
Feder 25 beeinträchtigt dabei die Funktion der Skibremse nicht, denn das Zusammendrücken
dieser Feder 25 erfolgt mit dem gesamten Körpergewicht des Benutzers, wenn dieser
in die Skibindung einsteigt und dabei über den Deckel 30 und das daran anliegende
Verbindungsteil 20 die Feder 25 nach unten drückt. Die obere Grenze für die Federkonstante
ist dabei lediglich durch das Gewicht des Benutzers vorgegeben.
1. Skibremse für einen vom Skistiefel losgelösten Ski, mit einer am Ski befestigbaren
Halterung, in der zwei Bremsarme gelagert sind, die an ihren Enden Bremsflügel aufweisen,
welche zwischen ihren Bereitschafts-und Bremsstellungen jeweils um eine parallel zur
Skilängsachse verlaufende Achse drehbar sind, und mit einer im Skistiefelbereich an
der Halterung angebrachten, federbeaufschlagten Betätigungseinrichtung, deren Feder
die Bremsarme in die Bremsstellung vorspannt, dadurch gekennzeichnet , daß die Betätigungseinrichtung
ein Gehäuse (30, 50) aus einer Bodenwanne (50) und einem die Bodenwanne übergreifenden,
längs ihrer Seitenwände (55) verschiebbaren Deckel (30) aufweist, daß in dem Gehäuse
(30, 50) für jeden Bremsarm (10) jeweils ein mit diesem verbundener Kurbelarm (11)
gelagert ist und die Kurbelarme (11) innerhalb des Gehäuses (30, 50) durch ein im
Querschnitt U-förmiges, federnd-elastisches Verbindungsteil (20) verbunden sind, das
mit den Enden (22) seiner beiden Schenkel (21) die beiden Kurbelarme (11) drehbar
haltert, und daß das Verbindungsteil (20) sowie der Deckel (30) durch eine am Boden
der Bodenwanne (50) angeordnete Feder (25) beaufschlagt sind.
2. Skibremse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kurbelarme (11) der
Bremsarme (10) um einen kleineren Winkel als 180°, z.B. nur um 160°, um ihre Längsachse
(15) drehbar sind.
3. Skibremse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsachsen (15)
der Bremsarme (10) parallel zu den Seitenkanten (73) des Ski (70) nach innen versetzt
sind und an ihren Enden Bremsflügel (12) aufweisen, die gegenüber der Längsachse (15)
seitlich versetzt sind, so daß die Bremsflügel (12) in der Bereitschaftsstellung nach
oben weisend eng gegen ein Bindungsfersenteil anlegbar und von dort in eine Bremsstellung
schwenkbar sind, in der sie schräg nach unten, seitlich vom Ski abstehen.
4. Skibremse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremsarme
(10) übergangsbereiche (14) aufweisen, die von ihrer Längsachse (15) zu den Bremsflügeln
(12) führen und die Bremsflügel (12) gegenüber der Längsachse (15) der Bremsarme (10)
in einer Ebene versetzen, die im wesentlichen senkrecht zu einer von ihrer Längsachse
(15) und den Kurbelarmen (11) aufgespannten Ebene steht.
5. Skibremse nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Bodenwanne
(50) und der Deckel (30) horizontale bzw. vertikale Schlitze (51, 36) in ihren Seitenwänden
(55, 31) aufweisen, in denen die Bremsarme (10) drehbar gelagert sind.
6. Skibremse nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremsarme
(10) bzw. die Schlitze (51) der Bodenwanne (50) komplementäre Vorsprünge (13) bzw.
Ausnehmungen (52) aufweisen, die quer zur Längsachse der Skibremse angeordnet sind.
7. Skibremse nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Deckel
(30) der Betätigungseinrichtung (20, 30, 50) von seiner Oberseite (32) nach unten
vorstehende Einsenkungen (39) mit im wesentlichen vertikalen Stegen (33) aufweist,
die Befestigungsschrauben (35) aufnehmen und zwischeneinander einen Raum (37) zur
Aufnahme des Verbindungsteiles (20) bilden.
8. Skibremse nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Bodenwanne
(50) und die Einsenkungen (39) im Deckel (30) ausgefluchtete öffnungen (53, 54) zur
Aufnahme der Befestigungsschrauben (35) aufweisen, die den Hub des Verbindungsteiles
(20) und des Deckels (30) begrenzen.
9. Skibremse nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand
zwischen den Seitenwänden (31) des Deckels (30) und den benachbarten Stegen (33) der
Einsenkungen im wesentlichen gleich der Wandstärke der Seitenwände (55) der Bodenwanne
(50) ist.
10. Skibremse nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Boden
der Bodenwanne (50) und/oder das Verbindungsteil (20) einen Sitz (26) für die Feder
(25) zur Vorspannung des Verbindungsteiles (20) aufweisen.
11. Skibremse nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Verbindungsteil
(20) zwischen seinen beiden Schenkeln (21) eine geringere Breite aufweist als der
Abstand zwischen den Längsachsen (15) der beiden Bremsarme (10) ausmacht.
12. Skibremse nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Schenkel
(21) des Verbindungsteiles (20) gegen seine Unterseite elastisch nach innen drückbar
sind (Fig.8).
13. Skibremse nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Verbindungsteil
(20) aus Federstahl besteht.
14. Skibremse nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Deckel
(30) an seiner Oberseite (32) mit Schrägflächen versehen ist, die flach zu seinen
Seitenwänden (31) verlaufen.
15. Skibremse nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Bodenwanne
(50) im Bereich der Seitenwände (54) Verstärkungen aus Vollmaterial aufweist, in das
die Lager (51, 52) für die Bremsarme (10) eingearbeitet sind.