(19)
(11) EP 0 070 430 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
26.01.1983  Patentblatt  1983/04

(21) Anmeldenummer: 82105845.0

(22) Anmeldetag:  30.06.1982
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3A63C 7/10
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 10.07.1981 DE 3127315

(71) Anmelder: Ingeborg Hallbach
8000 München 60 (DE)

(72) Erfinder:
  • Ingeborg Hallbach
    8000 München 60 (DE)

(74) Vertreter: Sajda, Wolf E., Dipl.-Phys. et al
MEISSNER, BOLTE & PARTNER Widenmayerstrasse 48
D-80538 München
D-80538 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Skibremse


    (57) Es wird eine neuartige Skibremse mit verbesserten Bremseigenschaften angegeben, wobei eine am Ski befestigbare Haiterung, an der Halterung gelagerte Bremsarme und eine federbeaufschlagte Betätigungseinrichtung vorgesehen sind, mit der die Bremsarme in eine Bremsstellung bringbar sind, in der die Bremsarme über die untere Skioberfläche nach unten vorstehen. Die Bremsarme (10) sind dabei mit Kurbelarmen (11) und Bremsflügeln (12) versehen und um Achsen (15) drehbar, die parallel zur Längsachse (75) des Skis (71) verlaufen, wenn die Bremsarme (10) zwischen ihren Ruhestellungen und Bremsstellungen gedreht werden. Die Betätigung der Bremsarme (10) erfolgt dabei über eine Betätigungseinrichtung mit einem elastischen Verbindungsteil (20), das an Kurbelarmen (11) von zwei Bremsarmen (10) angreift. Eine derartige Skibremse kommt mit wenig Bauteilen aus, hat eine verbesserte Bremswirkung und verbessert die Fahreigenschaften eines damit ausgerüsteten Skis (71), da die Bremsflügel (12) nicht über die Seitenkante des Skis vorstehen, wenn sich die Bremsarme in der Ruhestellung befinden.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Skibremse für einen vom Skistiefel losgelösten Ski, mit einer am Ski befestigbaren Halterung, in der zwei Bremsarme gelagert sind, die an ihren Enden Bremsflügel aufweisen, welche zwischen ihren Bereitschafts- und Bremsstellungen jeweils um eine parallel zur Skilängsachse verlaufende Achse drehbar sind, und mit einer im Skistiefelbereich an der Halterung angebrachten, federbeaufschlagten Betätigungseinrichtung, deren Feder die Bremsarme in die Bremsstellung vorspannt.

    [0002] Eine Skibremse dieser Art ist beipsielsweise aus der DE-OS 26 12 708 bekannt, wobei allerdings fast sämtliche Teile der Skibremse, insbesondere die Betätigungseinrichtung in Form eines bügelförmigen Bremsarmes sowie der Hebelmechanismus für die Bremsflügel ungeschützt angeordnet sind. Die Bremsarme selbst sind dabei nach Art einer Wippe um eine quer zum Ski verlaufende Achse kippbar. Um die Bremsflügel zwischen Bereitschaft- und Bremsstellung mit dem erforderlichen Hub verschwenken zu können, stehen die Bremsarme vor dem Fersenteil der Skibindung weit nach oben, wenn der Benutzer in der Bremsstellung der Skibremse in die Skibindung einsteigen will. Das bedeutet jedoch, daß beim Herunterdrücken der Bremsarme die Bremsflügel bereits aus der Bremsstellung in Eingriff mit dem Boden herauskommen, bevor der Skistiefel des Benutzers im Fersenteil der Skibindung eingerastet ist.

    [0003] Außerdem besitzt die Skibremse gemäß der DE-OS 26 12 708 einen aufwendigen und komplizierten Aufbau, bei dem eine Vielzahl von Einzelteilen mit Hilfsfeder, Hauptfeder, kompliziertem Nockenprofil im hinteren Bereich der Bremsflügel sowie schwenkbar gelagerte Andruckplättchen zwischen Hauptfeder und Nockenprofil erforderlich sind. Eine Bewegung der Bremsflügel aus der Bereitschaftsstellung in die Bremsstellung und umgekehrt ist dabei nur möglich, wenn der kritische Punkt im Nockenprofil der Bremsflügel in der einen oder anderen Richtung überschritten wird.

    [0004] Wenn sich jedoch bei der Anordnung gemäß der DE-OS 26 12 708 Schmutz oder Eis unter dem hinteren Bereich des Bremsarmes sammeln, wird eine vollständige Kippbewegung des Bremsarmes verhindert, so daß bei der eingeleiteten Drehbewegung der Bremsflügel der sog. kritische Punkt im Nockenprofil gar nicht erreicht und die stark ausgebildete Hauptfeder zwischen den beiden Bremsflügeln gar nicht aktiv werden kann , um die Drehbewegung der Bremsflügel zu unterstützen. In diesem Zusammenhang ist nämlich zu beachten, daß die Bewegung der Bremsflügel in ihre Bremsstellung nur durch eine schwache Hilfsfeder eingeleitet wird, die das Bestreben hat, den Bremsarm der Betätigungseinrichtung von der Skioberfläche weg nach oben zu drücken. Der rückwärtige Teil der Bremsarme versucht dabei, in eine Stellung gegenüber dem Nockenprofil der Bremsflügel zu kommen, in der die quer angeordnete starke Hauptfeder das Herausklappen der Bremsflügel unterstützt. Allerdings kann diese Funktion von der Hauptfeder nur ausgeübt werden, wenn die Hauptfeder an einer Stelle des Nockenprofils unterhalb des kritischen Punktes angreift, der dann über der Drehachse dieses Nockenprofils liegt, um das erforderliche Drehmoment ausüben zu können.

    [0005] In der DE-GM 70 39 190 ist eine Skibremse beschrieben, die für jeden Ski nur einen um eine in Skilängsrichtung verlaufende Achse drehbaren Bremsflügel aufweist, so daß von einer ungleichmäßigen Bremswirkung auszugehen ist. Aufgrund der konstruktiven Verbindung der Skibremse mit dem Fersenteil der Skibindung kann die Skibremse dort nur aus der Bereitschaftsstellung in ihre Bremsstellung gelangen, wenn eine starke, aufwärtsgerichtete Kraft am Schuhabsatz wirkt, die über einen Niederhalter, eine Sohlenplatte und einen Rasthebel gegen die Wirkung einer Rastvorrichtung einen Riegelansatz der Skibremse freigibt. Die Funktionstüchigkeit einer solchen Skibremse ist dann jedoch erheblich eingeschränkt und wird den Sicherheitsanforderungen nicht gerecht, wenn der Benutzer etwa durch eine Drehauslösung mit seinem Skistiefel aus der Bindung freikommt und die Sohlenplatte in Eingriff mit dem Ski bleibt. Der Ski gleitet dann nämlich ungebremst den Berg hinunter und stellt eine erhebliche Gefahr für alle anderen dar.

    [0006] Außerdem sind bei der Skibremse gemäß der DE-GM 70 39 190 keine Vorkehrungen getroffen, mit denen die Skibremse aus der Bremsstellung automatisch wieder in ihre Bereitschaftsstellung kommt, wenn der Benutzer erneut mit seinem Skistiefel in die Bindung einsteigt. Vielmehr ist es in diesen Fällen erforderlich, die Skibremse von Hand in ihre Bereitschaftsstellung zu bringen und den Riegelansatz der Skibremse mit der Rasteinrichtung zu verriegeln, bevor die Skibremse wieder einsatzfähig ist. Damit neigt eine solche Skibremse nicht nur zu Fehlfunktionen, sondern ist darüber hinaus kompliziert in der Handhabung, wenn der Benutzer im freien Gelände am Hang wieder in die Skibindung einsteigen will.

    [0007] In der CH-PS 615 349 ist eine Skibremse beschrieben, bei der ein Paar von Bremsflügeln über einen tordierbaren Federstahldraht miteinander verbunden sind, der um eine quer zum Ski verlaufende Achse drehbar ist. Die Bremsflügel müssen dabei eine zusammengesetzte, komplizierte Bewegung ausführen, um aus der Bereitschaftsstellung in die Bremsstellung zu gelangen, wobei zunächst eine Schwenkbewegung in einer horizontalen Ebene erfolgt und die in der Bereitschaftsstellung über der Skioberseite liegenden Bremsflügel unter Deformierung des Federstahldrahtes seitlich ausgeschwenkt werden, während anschließend die Drehbewegung der Bremsflügel um die quer verlaufende Achse vorgesehen ist, um in der Bremsstellung über die Skiunterseite vorzustehen.

    [0008] Die Betätigungseinrichtung der Skibremse gemäß der CH-PS 615 349 weist ein an den Bremsarmen angreifendes Pedal auf, das vor dem Fersenteil der Skibindung frei über die Skioberseite nach oben vorsteht, so daß die Gefahr besteht, daß sich Schnee, Eis oder Verschmutzungen unter diesem Pedal ansammeln und damit ein vollständiges Herunterdrücken des Pedals verhindern, was wiederum ein vollständiges Einziehen der Bremsflügel über die Skioberseite verhindert, so daß die Bremsflügel während der Fahrt seitlich neben dem Ski vorstehen und eine unerwünschte und gefährliche Behinderung darstellen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Benutzer im freien Gelände, im Tiefschnee oder am Hang wieder in die Skibindung einsteigen will, da der Benutzer sich dann ohnehin in einer schwierigen Situation befinden wird und, durch den Skistiefel verdeckt, gar nicht genau sehen kann, wenn sich etwas unter die Betätigungseinrichtung schiebt. Wenn sich auf der Skioberseite Schnee oder Eis ansetzen, so ist die Bewegung der Bremsflügel in ihre Bereitschaftsstellung flach über der Skioberseite behindert, was ähnliche Schwierigkeiten hinsichtlich der Funktionstüchtigkeit mit sich bringt.

    [0009] Aus der CH-PS 615 349 ist es zwar an sich bekannt, ein Verbindungsteil für die Bremsarme der beiden Bremsflügel zu verwenden, jedoch hat dieses gelenkig angeordnete Verbindungsteil lediglich die Funktion, die Bremsflügel in einer Ebene seitlich zu verschwenken, die horizontal über der Skioberseite liegt. Die eigentliche Drehbewegung der Schwenkflügel in die Bremsstellung und aus dieser heraus um eine quer zum Ski verlaufende Achse erfolgt durch ein ganz anderes Bauteil, nämlich eine Torsionsfeder, die um die quer verlaufende Drehachse herumgewickelt ist.

    [0010] In der DE-OS 26 12 770 sind Skibremsen beschrieben, bei der die Bremsarme um eine in Längsrichtung des Ski verlaufende Achse drehbar sind, um die sich die Bremsflügel bei ihrer Bewegung zwischen Bereitschaftsstellung und Bremsstellung drehen. Die Konstruktionen sind dort in unerwünschter Weise platzraubend und teilweise in das Bindungsfersenteil eingebaut, wobei eine Vielzahl von Einzelteilen erforderlich und damit eine hohe Anfälligkeit der Skibremsen im Betrieb gegeben ist. Die Betätigungseinrichtung für die Skibremse in Form eines Pedals steht dabei frei und ungeschützt in den Bereich des Skistiefels vor und ist nicht direkt mit dem Bremsarm verbunden, sondern über ein Kabel, das um den Bremsarm herumgeschlungen und an ihm befestigt ist. Eine auf dem Bremsarm aufgeschobene Torsionsfeder spannt den Bremsarm und den fest mit ihm verbundenen Bremsflügel normalerweise in die Bereitschaftsstellung vor, jedoch wird beim Loslassen der Betätigungseinrichtung das Pedal von einer Feder nach oben gezogen, wobei das Pedal aufgrund seiner Verbindung mit dem Kabel den Bremsarm und damit den Bremsflügel in die Bremsstellung schwenkt.

    [0011] Die Skibremse gemäß der DE-OS 26 12 770 besitzt einen komplizierten und platzraubenden Aufbau mit Hauptfeder und Hilfsfeder, mehreren Gelenk- und Lagerpunkten sowie Verbindungsteilen und ist darüber hinaus anfällig im Betrieb. Wenn sich nämlich das frei und ungeschützt vorstehende Pedal der Betätigungseinrichtung nicht vollständig herunterdrücken läßt, weil sich darunter z.B. im Tiefschnee Eis, Verschmutzung oder Schnee sammeln, so können die Bremsflügel nicht vollständig eingeklappt werden und stehen quer über die Seitenkante des Ski nach außen vor. Dies führt nicht nur zu einer unerwünschten und gefährlichen Behinderung des Skifahrers, sondern bringt auch die Gefahr des Verbiegens der Bremsflügel mit sich.

    [0012] In der DE-OS 26 05 506 ist eine Skibremse beschrieben, bei der ein Paar von Bremsflügeln um eine quer zum Ski verlaufende Achse zwischen Bereitschaftsstellung und Bremsstellung verschwenkbar ist, wobei die Drehachse von einer quer zum Ski angeordneten Kurbel gebildet wird. An der Kurbel greift ein Hebel an, der die Kurbel mit einer Gabel umgreift und auf seiner gegenüberliegenden Seite im Bereich des Fersenteiles der Skibindung über die Skioberseite nach oben vorsteht. Dieser Hebel bildet eine Wippe, der um eine quer zum Ski verlaufende Achse kippbar ist und dabei die Bremsflügel zwischen Bereitschafts- und Bremsstellung verschwenkt. Damit die Bremsflügel bei der dort beschriebenen Anordnung aus ihrer Bereitschaftsstellung in eine einwandfreie Bremsstellung kommen können, sind an der Oberseite des Skis Schrägflächen vorgesehen, an denen die Bremsflügel entlang gleiten und in eine schräg nach außen abstehende Bremsstellung kommen sollen. Werden diese Schrägflächen weggelassen, so würden die Bremsflügel dort auch in der Bereitschaftsstellung ständig seitlich über den Ski vorstehen und damit eine unerwünschte Behinderung des Benutzers mit sich bringen. Eine weitere Unzulänglichkeit der dort beschriebenen Skibremse besteht darin, daß der Hebel der Betätigungseinrichtung für die Skibremse frei in den Bereich der Skibindung vorsteht, so daß sich darunter Eis, Schnee oder Verschmutzungen ansammeln können und damit die Funktionstüchtigkeit der Skibremse beeinträchtigen, weil dann ein vollständiges Herunterdrücken des Hebels verhindert und damit die Bremsflügel nicht ganz eingefahren werden.

    [0013] Aus der DE-OS 26 35 155 ist es zwar ebenfalls an sich bekannt, bei einer Skibremse eine Kurbel zur Beaufschlagung der Bremsflügel zu verwenden, jedoch ist die Kurbel auch dort quer zum Ski drehbar angeordnet. Auf der einen Seite greift an der Kurbel eine bügelförmige Betätigungseinrichtung an, die in der Bremsstellung der Skibremse weit nach oben in den Bereich der Skibindung vorsteht, damit sie vom Skistiefel heruntergedrückt werden kann. Auf der anderen Seite ist die Kurbel mit einer in Skilängsrichtung wirkenden Federanordnung beaufschlagt, um sie mit ihren angeschlossenen Bremsflügeln in die Bremsstellung zu drücken. Die dort beschriebene Skibremse ist mit ihren vielen Einzelteilen nicht nur aufwendig in der Konstruktion, sondern auch von begrenzter Funktionstüchtigkeit, denn der Hebel als Betätigungseinrichtung steht weit über die Skioberseite vor, was eine große Bauhöhe mit sich bringt und zu der Situation führen kann, daß der Skifahrer beim Einsteigen in die Skibindung durch das Herunterdrücken der Betätigungseinrichtung bereits die Skibremse löst, bevor der Skistiefel in das Fersenteil der Skibindung eingerastet ist.

    [0014] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Skibremse der eingangs genannten Art zu schaffen, die in ein kompaktes Gehäuse integriert ist, das sich durch eine niedrige Bauhöhe auszeichnet und ein leichtes Einsteigen ermöglicht, auch wenn man sich in einem schwierigen Gelände befindet.

    [0015] Die erfindungsgemäße Lösung besteht darin, eine Skibremse der eingangs genannten Art so auszubilden, daß die Betätigungseinrichtung ein Gehäuse aus einer Bodenwanne und einem die Bodenwanne übergreifenden, längs ihrer Seitenwände verschiebbaren Deckel aufweist, daß in dem Gehäuse für jeden Bremsarm jeweils ein mit diesem verbundener Kurbelarm gelagert ist und die Kurbelarme innerhalb des Gehäuses durch ein im Querschnitt U-förmiges, federnd-elastisches Verbindungsteil verbunden sind, das mit den Enden seiner beiden Schenkel die beiden Kurbelarme drehbar haltert, und daß das Verbindungsteil sowie der Deckel durch eine am Boden der Bodenwanne angeordnete Feder beaufschlagt sind.

    [0016] Mit der erfindungsgemäßen Skibremse wird das angestrebte Ziel in zufriedenstellender Weise erreicht, wobei die Bremsflügel mit einer einfachen Drehbewegung in die Bereitschaftsstellung geschwenkt werden, in der sie sich vollständig über der Oberseite des Skis befinden, ohne seitlich über diesen vorzustehen. Damit wird eine Beeinträchtigung der Fahreigenschaften eines damit ausgerüsteten Skis in vorteilhafter Weise verhindert, ohne daß die Skibremse einen komplizierten Aufbau besitzt, vielmehr besteht diese aus wenigen Einzelteilen, die sich in einfacher Weise montieren lassen, ohne Spezialwerkzeug zu erfordern. Außerdem stellt die erfindungsgemäße Skibremse eine flache Anordnung dar, bei der die Einzelteile geschützt im Gehäuse untergebracht sind, so daß im Betrieb keine Beeinträchtigung durch Schmutz oder dergleichen erfolgen kann.

    [0017] In Weiterbildung der erfindungsgemäßen Skibremse sind die Kurbelarme der Bremsarme um einen kleineren Winkel als 180°, z.B. nur um 160°, um ihre Längsachse drehbar. Damit wird in zuverlässiger Weise erreicht, daß die oberen und unteren Totpunkte der Kurbelarme nicht erreicht werden und die Funktion der Skibremse in jedem Falle gewährleistet ist, ohne daß zusätzliche Führungsflächen für die Kurbelarme erforderlich sind, welche die Bewegung der Kurbelarme zwangsläufig vorgeben.

    [0018] Zweckmäßigerweise sind bei der erfindungsgemäßen Skibremse die Längsachsen der Bremsarme parallel zu den Seitenkanten des Skis nach innen versetzt und weisen an ihren Enden Bremsflügel auf, die gegenüber der Längsachse seitlich versetzt sind, so daß die Bremsflügel in der Bereitschaftsstellung nach oben weisend eng gegen ein Bindungsfersenteil anlegbar und von dort in eine Bremsstellung schwenkbar sind, in der sie schräg nach unten, seitlich vom Ski abstehen. Damit läßt sich eine schmale Bauform der erfindungsgemäßen Skibremse erzielen, da die Bremsflügel in der Bereitschaftsstellung einen vergleichsweisen großen Abstand zur Skiseitenkante haben.

    [0019] Diese schmale Bauform wird noch dadurch verbessert, wenn die Bremsarme Übergangsbereiche aufweisen, die von ihrer Längsachse zu den Bremsflügeln führen und die Bremsflügel gegenüber der Längsachse der Bremsarme in einer Ebene versetzen, die im wesentlichen senkrecht zu einer von ihrer Längsachse und den Kurbelarmen aufgespannten Ebene steht. Die Bremsflügel können dabei in vorteilhafter Weise einstückig mit den Bremsarmen ausgebildet sein und in der Bereitschaftsstellung eine eingezogene Position einnehmen, in der sie noch weiter nach innen versetzt sind als die Längsachsen der Bremsarme, während in der Bremsstellung die Bremsflügel um den Versatz der Übergangsbereiche gegenüber der Längsachse nach außen vorstehen.

    [0020] In Weiterbildung der erfindungsgemäßen Skibremse ist vorgesehen, daß die Bodenwanne und der Deckel horizontale bzw. vertikale Schlitze in ihren Seitenwänden aufweisen, in denen die Bremsarme drehbar gelagert sind. Dies stellt eine ebenso einfache wie wirkungsvolle Lagerung der Bremsarme dar, ohne daß zusätzliche Bauteile erforderlich sind.

    [0021] Zweckmäßigerweise können die Bremsarme bzw. die Schlitze der Bodenwanne komplementäre Vorsprünge bzw. Ausnehmungen aufweisen, die quer zur Längsachse der Skibremse angeordnet sind. Dies stellt eine ebenso einfache wie wirkungsvolle Arretierung der Bremsarme in Längsrichtung dar, wobei Nuten bzw. Ringbunde im Bereich der Schlitze der Bodenwanne bzw. an den Bremsarmen vorgesehen sein können.

    [0022] In Weiterbildung der erfindungsgemäßen Skibremse ist vorgesehen, daß der Deckel der Betätigungseinrichtung von seiner Oberfläche nach unten vorstehende Einsenkungen mit im wesentlichen vertikalen Stegen aufweist, die Befestigungsschrauben aufnehmen und zwischeneinander einen Raum zur Aufnahme des Verbindungsteiles bilden. Eine derartige Profilierung des Deckels erhöht einerseits seine Festigkeit, andererseits bildet der Deckel selbst ein Lager für das federnd-elastische Verbindungsteil, so daß dieses unverschiebbar im Deckel aufnehmbar ist, Zugleich stellen die Wände der Einsenkungen Führungsflächen dar.

    [0023] Zweckmäßigerweise besitzen die Bodenwanne und die Einsenkungen im Deckel miteinander ausgefluchtete öffnungen zur Aufnahme der Befestigungsschrauben, die den Hub des Verbindungsteiles und des Deckels begrenzen. Damit ist die vertikale Bewegung des die Bodenwanne übergreifenden Deckels nach unten durch die Höhe der Seitenwände und nach oben durch die Köpfe der Befestigungsschrauben begrenzt, wobei diese Bewegung von der Bodenwanne geführt ist.

    [0024] Wenn in Weiterbildung der erfindungsgemäßen Skibremse der Abstand zwischen den Seitenwänden des Deckels und den benachbarten Stegen der Einsenkungen im wesentlichen gleich der Wandstärke der Seitenwände der Bodenwanne ist, wird die Führung des Deckels bei seiner vertikalen Bewegung weiter verbessert.

    [0025] In Weiterbildung der erfindungsgemäßen Skibremse ist vorgesehen, daß der Boden der Bodenwanne und/oder das Verbindungsteil einen Sitz für die Feder zur Vorspannung des Verbindungsteiles aufweisen. Die Feder ist dabei zweckmäßigerweise mittig im Gehäuse der Skibremse angeordnet, und ihr Sitz kann aus einem in die Feder hineingreifenden Vorsprung oder einem ringförmigen Vorsprung bestehen, der sich über ein Stück des Außenumfanges der Feder erstreckt, die als Wendelfeder oder Tellerfeder ausgelegt sein kann.

    [0026] Das Verbindungsteil der erfindungsgemäßen Skibremse wird zweckmäßigerweise zwischen seinen beiden Schenkeln eine geringere Breite aufweisen als der Abstand zwischen den Längsachsen der beiden Bremsarme ausmacht. Dies trägt in vorteilhafter Weise dazu bei, daß die Kurbelarme in der Bremsstellung ihren oberen Totpunkt nicht erreichen, so daß keine Beeinträchtigung der Bewegung der Kurbelarme erfolgt.

    [0027] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Schenkel des Verbindungsteiles gegen seine Unterseite elastisch nach innen drückbar sind, um auf diese Weise die Bewegung der Kurbelarme und damit der Bremsarme zu erleichtern. Als Material wird für das Verbindungsteil zweckmäßigerweise Federstahl verwendet.

    [0028] In Weiterbildung der erfindungsgemäßen Skibremse ist vorgesehen, daß der Deckel an seiner Oberseite mit Schrägflächen versehen ist, die flach zu seinen Seitenwänden verlaufen. Damit wird einerseits das Einsteigen in die Skibindung erleichtert und andererseits dafür gesorgt, daß die Druckkräfte über den Deckel und das Verbindungsteil auf die Kurbelarme wirken und deren Schwenk- bzw. Drehbewegung gewährleisten.

    [0029] In Weiterbildung der erfindungsgemäßen Skibremse ist vorgesehen, daß die Bodenwanne im Bereich der Seitenwände Verstärkungen aus Vollmaterial aufweist, in das die Lager für die Bremsarme eingearbeitet sind. Damit wird die Festigkeit der Bodenwanne verbessert, und diese kann in einfacher Weise einstückig, z.B. als Gußteil, hergestellt werden.

    [0030] Die erfindungsgemäße Skibremse zeichnet sich somit insgesamt in vorteilhafter Weise durch eine Betätigungseinrichtung mit einer wesentlich geringeren Bauhöhe als die meisten marktüblichen Bauformen aus, da das Gehäuse lediglich die Drehbewegung der Kurbelwellen mit ihren Kurbelarmen zu ermöglichen braucht, wobei mit kleiner Kurbelkröpfung und entsprechend geringem Hub gearbeitet werden kann. Damit wird zugleich in vorteilhafter Weise erreicht, daß die Skibremse erst gelöst wird, wenn der Benutzer bereits in die Skibindung eingestiegen ist.

    [0031] Die Erfindung wird nachstehend anhand der Beschreibung von Ausführungsbeispielen und unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung näher erläutert. Die Zeichnung zeigt in

    Fig. 1 eine perspektivische Explosionsdarstellung zur Erläuterung der wesentlichen Bestandteile der Skibremse;

    Fig. 2 u. 3 schematische Seitenansichten der Skibremse, teilweise im Schnitt, in der Bereitschafts- bzw. Bremsstellung;

    Fig. 4 u. 5 schematische Draufsichten, teilweise im Schnitt, auf die Skibremse in der Bereitschafts- bzw. Bremsstellung;

    Fig. 6 - 8 schematische Darstellungen quer zur Längsachse des Skis zur Erläuterung von verschiedenen Positionen der Bremsarme und Bremsflügel zwischen Bereitschafts- und Bremsstellung; und in

    Fig.9 u. 10 Längsschnitte durch den Deckel bzw. den Deckel und die Bodenwanne der Skibremse in der Bereitschafts- und der Bremsstellung.



    [0032] Die wesentlichen Teile der Skibremse sind in Fig. 1 dargestellt, in der man eine Bodenwanne 50, einen Deckel 30, zwei mit einem Verbindungsteil 20 verbundene Bremsarme 10 sowie eine Feder 25 erkennt, wobei der Deckel 30 und die Bodenwanne 50 zusammen das Gehäuse der Skibremse bilden.

    [0033] Wie aus Fig. 1 ersichtlich, sind die Ecken der im wesentlichen rechteckigen Bodenwanne 50 mit Verstärkungen ausgebildet und bestehen beispielsweise aus Vollmaterial.

    [0034] In diesen Ecken erkennt man horizontal verlaufende Schlitze 51, die sich von den Seitenwänden 55 in Richtung der Längsachse der Skibremse erstrecken und Lager für die Bremsarme 10 bilden. Ferner sind Nuten oder Aussparungen 52 quer zu den Schlitzen 51 an diesen vorgesehen, die Aufnahmen für Ringbunde oder Ringflansche 13 bilden, die vorn und hinten an den Bremsarmen 10 vorgesehen sind, so daß die Bremsarme 10 drehbar aber unverschiebbar in der Bodenwanne 50 gelagert werden können.

    [0035] Außerdem sind in Fig. 1 in der Bodenwand der Bodenwanne 50 Bohrungen 53 für Befestigungsschrauben 35 vorgesehen, die als Gewindebohrungen ausgebildet sein können, oder aber Gewindehülsen zur Führung und Halterung der Befestigungsschrauben 35 haben können.

    [0036] Wie aus den Fig. 1 und 6 bis 8 ersichtlich, ist das Verbindungsteil 20 für die beiden Bremsarme 10 im wesentlichen U-förmig im Querschnitt ausgebildet, wobei seine beiden Schenkel 21 an ihren Enden in nachstehend näher beschriebener Weise jeweils einen Bremsarm 10 drehbar lagern. Unterhalb des Verbindungsteiles 20 erkennt man die Feder 25, die z.B. als Wendelfeder, Schraubenfeder oder Tellerfeder ausgebildet sein kann. Für diese Feder 25 ist ein Sitz 26 ungefähr in der Mitte der Bodenwanne 50 vorgesehen. Dieser Sitz 26 kann entweder von einem äußeren Ring, der sich längs eines Teiles der Außenseite der Feder 25 erstreckt, oder einem mittleren Vorsprung auf der Bodenwand der Bodenwanne 50 gebildet werden, der ins Innere der Feder 25 vorsteht und sie zentriert. Alternativ oder zusätzlich kann ein Sitz für die Feder 25 an der Unterseite des Verbindungsteiles 20 vorgesehen sein, mit dem die Feder 25 in zusammengebautem Zustand in Eingriff steht.

    [0037] Wie in den Fig. l bis 5 dargestellt, sind die Bremsarme 10 als Kurbelwellen mit geradlinigen Bereichen als Längsachsen 15 ausgebildet, im welche die Bremsarme 10 drehbar sind. An diesen geradlinigen Bereichen erkennt man jeweils zwei Ringbunde oder Ringflansche 13 zum Eingriff mit den Nuten 52 in den Schlitzen 51 der Bodenwanne 50. Zwischen diesen geradlinigen Bereichen ist jeweils eine Kurbel oder ein Kurbelarm 11 vorgesehen, an dem die Enden 22 der Schenkel 21 des Verbindungsteiles 20 angreifen. Im hinteren Bereich der Bremsarme 10 erkennt man jeweils einen Bremsflügel 12, der über einen übergangsbereich 14 an den die Längsachse 15 des Bremsarmes 10 bildenden Teil anschließt (vergleiche Fig. 4 und 5).

    [0038] Der Deckel 30 des Gehäuses ist in ähnlicher Weise wie die Bodenwanne 50 kastenförmig ausgebildet und besitzt Seitenwände 31, wobei in den vorderen und hinteren Stirnwänden jeweils zwei vertikale Schlitze 36 vorgesehen sind, die mit den horizontalen Schlitzen 51 in der Bodenwanne 50 so ausgerichtet sind, daß ihre inneren Enden die Längsachsen 15 der Bremsarme 10 aufnehmen. Zugleich verhindert der Deckel 30 in aufgesetztem Zustand das seitliche Herausnehmen oder Herausfallen der Bremsarme 10, die in den Schlitzen 51 lediglich nach oben und unten sowie nach vorn und hinten gesichert sind.

    [0039] In den Fig. 1, 9 und 10 erkennt man ferner öffnungen 34 in der Oberseite 32 des Deckels 30, um die Befestigungsschrauben 35 aufzunehmen, die zum Zusammenhalt von Bodenwanne 50 und Deckel 30 sowie zur Befestigung der Skibremse am Ski dienen.

    [0040] Außerdem ist in den Fig. 2 bis 5 der Zeichnung das Fersenteil einer Skibindung ganz allgemein mit 70 bezeichnet. Ein Ski hat allgemein das Bezugszeichen 71, während seine Oberseite mit 72 bezeichnet ist. Beim Ski 71 sind die Seitenkanten mit 73 und seine Längsachse mit 75 bezeichnet.

    [0041] Die Montage der Skibremse kann in einfacher Weise erfolgen, indem man mit einer Lehre Bohrungen im Ski 71 anbringt, die den Bohrungen 53 der Bodenwanne 50 entsprechen. Der Zusammenbau der Skibremse selbst erfolgt in der Weise, daß man die Feder 25 an ihren Sitz 26 bringt und das Verbindungsteil 20 mit den darin drehbar gelagerten Kurbelarmen 11 der Bremsarme 10 auf die Feder 25 setzt, wobei die Längsachsen 15 in die Schlitze 51 der Bodenwanne 50 eingesetzt werden und die Ringflansche 13 mit den Nuten 52 in Eingriff kommen. Anschließend wird der Deckel 30 auf die so entstandene Anordnung gesetzt, wobei die Seitenwände 31 des Deckels 30 die Seitenwände 55 der Bodenwanne 50 seitlich übergreifen und an diesen entlanggleiten. Die Aussparungen oder Schlitze 36 nehmen dabei die Längsachsen 15 der Bremsarme 10 auf, verhindern damit ein seitliches Herausziehen der Bremsarme 10 und ermöglichen eine freie Drehung der Bremsarme 10 um ihre Längsachsen 15. Die Befestigung des Deckels 30 an der Bodenwanne 50 erfolgt dann mit Befestigungsschrauben 35, die durch öffnungen 34 hindurchgesteckt werden und mit dem jeweiligen Gewinde von den Gewindebohrungen 53 in Eingriff kommen (vergleiche Fig. 10).

    [0042] Wie am deutlichsten in den Fig. 9 und 10 dargestellt, die den Deckel 30 im Längsschnitt zeigen, ist der Deckel 30 profiliert ausgebildet und hat zur Bildung der öffnungen 34 Einsenkungen 39, die von im wesentlichen vertikalen Stegen 33 gebildet sind, die im unteren Bereich eine Durchgangsöffnung 38 für die jeweilige Befestigungsschraube 35 bilden. Ferner begrenzen die Stege 33 zwischeneinander einen Raum 37, der zur Aufnahme des federnd-elastischen Verbindungsteiles 20 dient und einen Sitz für dieses bildet.

    [0043] Wie weiterhin aus Fig. 10 ersichtlich, sind die außen liegenden Stege 33 der Einsenkungen 39 in einem solchen Abstand von den Seitenwänden 31 angeordnet, daß sie die Seitenwände 55 der Bodenwanne 50 mit minimalen Spiel aufnehmen. Diese profilierte Ausbildung des Deckels 30 erhöht einerseits die Festigkeit des Deckels 30, andererseits bilden diese Stege 33 und die Seitenwände 31 Führungen für die Aufwärts- und Abwärtsbewegungen des Deckels 30 gegenüber der Bodenwanne 50, wenn die Skibremse aus ihrer Bereitschaftsstellung in die Bremsstellung und umgekehrt gebracht wird.

    [0044] Wie aus Fig. 9 und 10 ersichtlich, führen die Durchgangsöffnungen 38 einerseits den Schaft der Befestigungsschrauben 35, andererseits ist der Kopf der Befestigungsschrauben 35 von den Stegen 33 der Einsenkungen 39 geführt. Zugleich bilden die Stege 33 und die Seitenwände 31 eine Führung für die Seitenwand 55 der Bodenwanne 50, so daß kein gegenseitiges Verkanten der Bauteile erfolgt.

    [0045] Die Funktion der erfindungsgemäßen Skibremse wird nachstehend unter Bezugnahme auf die Fig. 6 bis 8 näher erläutert. Dabei zeigen Fig. 6 quer zur Skibremse die Bereitschaftsstellung, Fig. 8 die Bremsstellung und Fig. 7 eine Zwischenstellung zwischen diesen beiden Endstellungen der Bremsflügel der Skibremse. Man erkennt, daß die Bremsarme 10 mit ihren Kurbelarmen 11 und Bremsflügeln 12 um ihre Längsachsen 15 zwischen den Bereitschafts- und Bremsstellungen drehbar sind, wobei die Längsachsen 15 parallel zur Längsachse 75 des Skis 71 verlaufen, wie es am deutlichsten in Fig. 4 und 5 angedeutet ist. Die Drehbewegung der Bremsarme 10 erfolgt über das federnd-elastische Verbindungsteil 20, das zweckmäßigerweise aus Federstahl bestehen wird und mit seinen beiden Enden 22 seiner Schenkel 21 an den Kurbelarmen 11 der Bremsarme 10 angreift. Der Deckel 30 ist in Fig. 6 bis 8 der Deutlichkeit halber weggelassen, um eine übersichtlichere Darstellung zu geben.

    [0046] Bei der Anordnung gemäß Fig. 8 erkennt man die Feder 25 in ihrem Sitz 26 in entspanntem Zustand, d.h. das federnd-elastische Verbindungsteil 20, gegen dessen Oberseite 23 die Feder 25 anlegt, nimmt seine obere Position ein, wobei die Kurbelarme 11 von den Enden 22 der Schenkel 21 nach oben mitgenommen sind, so daß die Bremsflügel 12 nach unten heruntergeschwenkt sind und sich damit in der Bremsstellung der Skibremse befinden.

    [0047] Wird nun, wie in Fig. 7 angedeutet, das federnd-elastische Verbindungsteil 20 mit dem in dieser Figur nicht dargestellten Deckel 30 heruntergedrückt, so wird die Feder 25 zusammengedrückt. Die Schenkel 21 des Verbindungsteiles 20 weichen dabei nach innen und die äußeren Bereiche der Oberseite 23 nach unten aus, während die Enden 22 des Verbindungsteiles 20 die Bremsarme 10 mittels der Kurbelarme 11 um ihre Längsachsen 15 drehen.

    [0048] Die Endstellung dieser Bewegung ist in Fig. 6 dargestellt, wo die Bremsflügel 12 nach oben stehen, die Kurbelarme 11 im Gegensatz zur Anordnung nach Fig. 8 eine untere Stellung einnehmen und die Feder 25 zwischen dem Verbindungsteil 20 und der Bodenwand der Bodenwanne 50 zusammengedrückt ist. In dieser Stellung werden sich die Seitenwände 31 des Deckels 30 auf der Oberseite des Skis abstützen.

    [0049] Die Bremsflügel 12 an den Enden der Bremsarme 10 sind dabei seitlich gegenüber den Längsachsen 15 der Bremsarme 10 versetzt, wie es in Fig. 4 für die Bereitschaftsstellung und in Fig. 5 für die Bremsstellung skizziert ist. Dabei können die Bremsflügel 12 in der Ruhestellung gegen das Fersenteil 70 einer Skibindung zur Anlage kommen.

    [0050] Fig. 8 zeigt ferner, daß die Bremsflügel 12 der Bremsarme 10 in der Bremsstellung seitlich über die Seitenkante 73 des Ski vorstehen, und zwar unter einem schrägen Winkel, so daß sie in der Bremsstellung nicht nur das Gleiten des Ski auf seiner Lauffläche, sondern auch auf seiner Seitenkante verhindern. Aus dieser Bremsstellung gemäß Fig. 8 sind die Bremsflügel 12 der Bremsarme 10 in die Bereitschaftsstellung verschwenkbar, die in Fig. 4 angedeutet ist und in der die Bremsflügel 12 sowohl gegenüber den Seitenkanten 73 des Ski 71 als auch ihren Längsachsen 15 nach innen versetzt sind.

    [0051] Wie aus Fig. 6 und 8 ersichtlich, sind die Bremsarme 10 um einen kleineren Winkel als 180°, z.B. nur um etwa 160° um ihre Längsachsen 15 drehbar, und zwar aus mehreren Gründen. Einerseits gewährleistet man dabei ein schräges Abstehen der Bremsflügel 12 in der Bremsstellung, andererseits führen die Kurbelarme 11 der Bremsarme 10 auf diese Weise ebenfalls nur eine Winkelbewegung um einen kleineren Winkel als 180° durch, d.h. sie kommen nicht in die Stellungen ihrer oberen und unteren Totpunkte, die instabile Positionen darstellen und den Betrieb der Skibremse sonst beeinträchtigen könnten, wenn nicht sonstige Zwangsführungen für die Kurbelarme vorgesehen wären.

    [0052] Die Begrenzung der Bewegung der Bremsarme 10 kann mit mehreren Mitteln erfolgen, einmal durch das Vorsehen von Anschlägen in den beiden Endstellungen, wobei die Anschläge vom Fersenteil 70 einer Bindung sowie der Seitenkante 73 des Ski 71 gebildet werden können. Zum anderen können gesonderte Anschläge für die Bremsarme 10 vorgesehen sein. Außerdem ist es möglich, diese Bewegung durch den Hub zu begrenzen, den das Verbindungsteil 20 innerhalb des Raumes zwischen Deckel 30 und Bodenwanne 50 ausführen kann. Dieser Hub läßt sich z.B. mit den Befestigungsschrauben 35 einstellen, wie sich aus Fig. 9 und 10 entnehmen läßt. In der entlasteten Stellung der Skibremse (Bremsstellung) stehen nämlich die Köpfe der Befestigungsschrauben 35 mit den unteren Wänden der Einsenkungen 39 in Eingriff und begrenzen auf diese Weise die Bewegung nach oben, wenn das Gewinde der Befestigungsschrauben 35 mit dem entsprechenden Gewinde der Bohrungen 53 in Eingriff steht. Außerdem ist der Hub des Verbindungsteiles 20 innerhalb des Deckels 30 nach unten durch die Höhe der Seitenwände 31 des Dekkels 30 bzw. die Höhe der Seitenwände 55 der Bodenwanne 50 begrenzt (vgl. Fig. 10).

    [0053] Wie aus Fig. 6 und 8 ersichtlich, ist die Oberseite 23 des Verbindungsteiles 20 zwischen den beiden Schenkeln 21 zweckmäßigerweise mit geringerer Breite ausgebildet als der Abstand zwischen den Längsachsen 15 der beiden Bremsarme 10 ausmacht, weil die Kurbelarme 11 auf diese Weise ebenfalls daran gehindert sind, die Positionen ihrer oberen Totpunkte einzunehmen. Wird dann aus der entlasteten Stellung (Bremsstellung) Druck von eben über den Deckel 30 auf das Verbindungsteil 20 ausgeübt, so wird automatisch die Stellung durchlaufen, die in Fig. 7 der Zeichnung dargestellt ist, d.h. die Kurbelarme 11 beschreiben einen Bogen, der in Richtung der Feder 25, also zur Innenseite des Raumes im Gehäuse verläuft. Zu diesem Zweck ist das Verbindungsteil 20 federndelastisch ausgebildet, wobei seine Schenkel gegen seine Unterseite elastisch nach innen drückbar sind, während die Oberseite 23 im äußeren Bereich ihrer Ecken aus einer horizontalen Stellung nach unten nachgeben kann. Wie bereits erwähnt, ist der Deckel 30 an seiner Oberseite 32 mit Schrägflächen versehen, die von seiner Oberseite flach zu den Seitenwänden 31 hin verlaufen, so daß eine dachförmige Anordnung des Deckels 30 entsteht (vgl. Fig. 1, 9 und 10). Die schräge Oberseite 32 erleichtert beim Einsteigen in die Skibindung das Herunterdrücken des Deckels 30 und damit der Verbindungsteiles 20, was die bereits beschriebene Drehbewegung der Bremsarme 10 um ihre Längsachsen 15 auslöst, die parallel zur Längsachse des Ski 71 verlaufen.

    [0054] Die übergangsbereiche 14 der Bremsarme 10, mit denen die seitliche Versetzung der Bremsflügel 12 gegenüber den Längsachsen 15 erreicht wird, sind am deutlichsten in Fig. 4 und 5 dargestellt. Dabei ist die Anordnung dieser Übergangsbereiche 14 zweckmäßigerweise so getroffen, daß sie in einer Ebene verlaufen, die senkrecht zu der Ebene steht, die von den Kurbelarmen 11 und den Längsachsen 15 der als Kurbelwelle ausgebildeten Bremsarme 10 aufgespannt wird. Bei der Anordnung nach Fig. 4 stehen somit die Kurbelarms 11 gegenüber der Zeichenebene nach unten vor (vgl. Fig. 2), während bei der Anordnung gemäß Fig.5 die Kurbelarme 11 gegenüber der Zeichenebene nach oben vorstehen (vgl. Fig. 3).

    [0055] Im Zusammenhang mit Fig. 4 und 5 darf noch darauf hingewiesen werden, daß die Längsachsen der Bremsarme 10 dicht über der Oberseite 72 des Ski 71 angeordnet werden können, so daß sie ohne Schwierigkeiten berührungsfrei unter dem Sohlenniederhalter des Fersenteiles 70 einer Skibindung hindurchgeführt werden können, wie es Fig. 2 und 3 andeuten.

    [0056] Als Materialien wird man für das federnd-elastische Verbindungsteil 20 zweckmäßigerweise Federstahl verwenden, während in Abhängigkeit von Festigkeits- und Gewichtsanforderungen Kunststoff und/oder Metall für die Bodenwanne 50 und den Deckel 30 in Frage kommen. Die Federkraft der Feder 25 bestimmt dabei, wie stark die Feder 25 das Verbindungsteil 20 und damit den Deckel 30 nach oben drückt, wobei ohne weiteres eine kräftige Feder 25 verwendet werden kann, damit das Herausschwenken und Festhalten der Bremsflügel 12 in der Bremsstellung gewährleistet ist, ohne daß am Bremsflügel 12 angreifende Kräfte die Bremsarme 10 nach oben wegdrücken. Auch eine große Federkonstante dieser Feder 25 beeinträchtigt dabei die Funktion der Skibremse nicht, denn das Zusammendrücken dieser Feder 25 erfolgt mit dem gesamten Körpergewicht des Benutzers, wenn dieser in die Skibindung einsteigt und dabei über den Deckel 30 und das daran anliegende Verbindungsteil 20 die Feder 25 nach unten drückt. Die obere Grenze für die Federkonstante ist dabei lediglich durch das Gewicht des Benutzers vorgegeben.


    Ansprüche

    1. Skibremse für einen vom Skistiefel losgelösten Ski, mit einer am Ski befestigbaren Halterung, in der zwei Bremsarme gelagert sind, die an ihren Enden Bremsflügel aufweisen, welche zwischen ihren Bereitschafts-und Bremsstellungen jeweils um eine parallel zur Skilängsachse verlaufende Achse drehbar sind, und mit einer im Skistiefelbereich an der Halterung angebrachten, federbeaufschlagten Betätigungseinrichtung, deren Feder die Bremsarme in die Bremsstellung vorspannt, dadurch gekennzeichnet , daß die Betätigungseinrichtung ein Gehäuse (30, 50) aus einer Bodenwanne (50) und einem die Bodenwanne übergreifenden, längs ihrer Seitenwände (55) verschiebbaren Deckel (30) aufweist, daß in dem Gehäuse (30, 50) für jeden Bremsarm (10) jeweils ein mit diesem verbundener Kurbelarm (11) gelagert ist und die Kurbelarme (11) innerhalb des Gehäuses (30, 50) durch ein im Querschnitt U-förmiges, federnd-elastisches Verbindungsteil (20) verbunden sind, das mit den Enden (22) seiner beiden Schenkel (21) die beiden Kurbelarme (11) drehbar haltert, und daß das Verbindungsteil (20) sowie der Deckel (30) durch eine am Boden der Bodenwanne (50) angeordnete Feder (25) beaufschlagt sind.
     
    2. Skibremse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kurbelarme (11) der Bremsarme (10) um einen kleineren Winkel als 180°, z.B. nur um 160°, um ihre Längsachse (15) drehbar sind.
     
    3. Skibremse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsachsen (15) der Bremsarme (10) parallel zu den Seitenkanten (73) des Ski (70) nach innen versetzt sind und an ihren Enden Bremsflügel (12) aufweisen, die gegenüber der Längsachse (15) seitlich versetzt sind, so daß die Bremsflügel (12) in der Bereitschaftsstellung nach oben weisend eng gegen ein Bindungsfersenteil anlegbar und von dort in eine Bremsstellung schwenkbar sind, in der sie schräg nach unten, seitlich vom Ski abstehen.
     
    4. Skibremse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremsarme (10) übergangsbereiche (14) aufweisen, die von ihrer Längsachse (15) zu den Bremsflügeln (12) führen und die Bremsflügel (12) gegenüber der Längsachse (15) der Bremsarme (10) in einer Ebene versetzen, die im wesentlichen senkrecht zu einer von ihrer Längsachse (15) und den Kurbelarmen (11) aufgespannten Ebene steht.
     
    5. Skibremse nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Bodenwanne (50) und der Deckel (30) horizontale bzw. vertikale Schlitze (51, 36) in ihren Seitenwänden (55, 31) aufweisen, in denen die Bremsarme (10) drehbar gelagert sind.
     
    6. Skibremse nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremsarme (10) bzw. die Schlitze (51) der Bodenwanne (50) komplementäre Vorsprünge (13) bzw. Ausnehmungen (52) aufweisen, die quer zur Längsachse der Skibremse angeordnet sind.
     
    7. Skibremse nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Deckel (30) der Betätigungseinrichtung (20, 30, 50) von seiner Oberseite (32) nach unten vorstehende Einsenkungen (39) mit im wesentlichen vertikalen Stegen (33) aufweist, die Befestigungsschrauben (35) aufnehmen und zwischeneinander einen Raum (37) zur Aufnahme des Verbindungsteiles (20) bilden.
     
    8. Skibremse nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Bodenwanne (50) und die Einsenkungen (39) im Deckel (30) ausgefluchtete öffnungen (53, 54) zur Aufnahme der Befestigungsschrauben (35) aufweisen, die den Hub des Verbindungsteiles (20) und des Deckels (30) begrenzen.
     
    9. Skibremse nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand zwischen den Seitenwänden (31) des Deckels (30) und den benachbarten Stegen (33) der Einsenkungen im wesentlichen gleich der Wandstärke der Seitenwände (55) der Bodenwanne (50) ist.
     
    10. Skibremse nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Boden der Bodenwanne (50) und/oder das Verbindungsteil (20) einen Sitz (26) für die Feder (25) zur Vorspannung des Verbindungsteiles (20) aufweisen.
     
    11. Skibremse nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Verbindungsteil (20) zwischen seinen beiden Schenkeln (21) eine geringere Breite aufweist als der Abstand zwischen den Längsachsen (15) der beiden Bremsarme (10) ausmacht.
     
    12. Skibremse nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Schenkel (21) des Verbindungsteiles (20) gegen seine Unterseite elastisch nach innen drückbar sind (Fig.8).
     
    13. Skibremse nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Verbindungsteil (20) aus Federstahl besteht.
     
    14. Skibremse nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Deckel (30) an seiner Oberseite (32) mit Schrägflächen versehen ist, die flach zu seinen Seitenwänden (31) verlaufen.
     
    15. Skibremse nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Bodenwanne (50) im Bereich der Seitenwände (54) Verstärkungen aus Vollmaterial aufweist, in das die Lager (51, 52) für die Bremsarme (10) eingearbeitet sind.
     




    Zeichnung



















    Recherchenbericht