(19)
(11) EP 0 071 053 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
09.02.1983  Patentblatt  1983/06

(21) Anmeldenummer: 82106067.0

(22) Anmeldetag:  07.07.1982
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3F02M 37/00, F02M 37/22
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 29.07.1981 DE 3129861

(71) Anmelder: Klöckner-Humboldt-Deutz Aktiengesellschaft
D-51149 Köln (DE)

(72) Erfinder:
  • Boemer, Emil
    D-5000 Köln 80 (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Brennstoffvorwärmverfahren für Brennkraftmaschinen für Schwerölbetrieb und Brennstoffsystem hierfür


    (57) Gegenstand der Erfindung ist ein Brennstoffvorwärmverfahren für Brennkraftmaschinen für Schwerölbetrieb, mit einer Brennstofförderpumpe, die aus einem Brennstoffvorratssystem vorgewärmten Brennstoff ansaugt, mit einem dieser nachgeschalteten Brennstoffilter und mit einem Brennstoffeinspritzsystem, das mit gefiltertem Brennstoff versorgt wird, bei dem in einer Anwärmphase vor dem Start die Brennstofförderpumpe Brennstoff aus dem Brennstoffvorratssystem durch den Schmutzraum des Brennstoffilters pumpt, wobei der Brennstoff im Reinraum des Brennstoffilters durch den vorbeiströmenden Brennstoff bis zur Fließfähigkeit erwärmt wird und die Anwärmphase durch Unterbrechen einer Rückführung vom Schmutzraum des Brennstofffilters zum Brennstoffvorratssystem beendet wird. Figur 3 zeigt ein erfindungsgemäßes Brennstoffsystem in schematischer Darstellung.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Brennstoffvorwärmverfahren für Brennkraftmaschinen mit Schwerölbetrieb und ein Brennstoffsystem hierfür, mit einer Brennstofförderpumpe, die aus einem Brennstoffvorratssystem vorgewärmten Brennstoff ansaugt, mit einem der Brennstofförderpumpe nachgeschalteten Brennstoffilter und mit einem Brennstoffeinspritzsystem, das mit gefiltertem Brennstoff versorgt wird.

    [0002] Bei Brennstoffvorwärmverfahren der genannten Art ist es allgemein bekannt, vor dem Abstellen der Brennkraftmaschine von Schweröl- auf Gasölbetrieb umzustellen, um beim Start im Brennstoffzuführungs-, Brennstoffilter- und Brennstoffeinspritzsystem einen fließfähigen Brennstoff bereit zu haben, wenn die Vorwärmung des Schweröls nur vor diesen Systemteilen stattfindet. Dies macht in nachteiliger Weise einen hohen Aufwand für zwei unabhängige Brennstoffvorratssysteme mit entsprechenden Steuerungsteilen erforderlich.

    [0003] Bei Brennkraftmaschinen mit reinem Schwerölbetrieb ohne Umstellmöglichkeit ist dagegen ein erhöhter Aufwand an Heizeinrichtungen, insbesondere an den engmaschigen und empfindlichen Brennstoffiltern notwendig.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, für Brennkraftmaschinen der genannten Art ein Brennstoffvorwärmverfahren anzubieten, welches bei reinem Schwerölbetrieb mit einer einfachen Vorwärmeinrichtung einen Start insbesondere unter Schonung der Brennstoffilter vor unzulässigen Drücken möglich macht.

    [0005] Die Lösung hierfür besteht darin, daß in einer Anwärmphase vor dem Start die Brennstofförderpumpe Brennstoff aus dem Brennstoffvorratssystem durch den Schmutzraum des Brennstoffilters pumpt, wobei der Brennstoff im Reinraum des Brennstoffilters durch den vorbeiströmenden Brennstoff bis zur Fließfähigkeit erwärmt wird.

    [0006] Durch dieses Verfahren wird unter Ansaugung von vorgewärmtem fließ- bzw. pumpfähigem Brennstoff eine geringe Menge kalten, zähen Schweröls von der Brennstoffförderpumpe über den Schmutzraum des Brennstofffilters zurück in das Brennstoffvorratssystem gepumpt, ohne daß das empfindliche Filterelement selber durchströmt wird. Durch das sofort nachströmende vorgewärmte und gut pumpfähige Schweröl, das danach von der Brennstofförderpumpe in einem Kreislauf umgewälzt wird, steht im Brennstoffilter ein Heizmittel zur Verfügung, das das Schweröl im Reinraum erwärmt und pumpfähig macht. Sobald dieses eine ausreichende Temperatur erreicht hat, fließt zumindest die Hauptmenge des geförderten Brennstoffs über das Filterelement zum Abfluß aus dem Reinraum. In zwei möglichen Ausführungen kann dies durch Absperren der Rückflußleitung aus dem Schmutzraum zum Brennstoffvorratssystem oder einfacher durch eine Abstufung der Querschnitte zwischen größerem Reinraum- und kleinerem Schmutzraum-Abfluß sichergestellt werden. Die Betriebsfähigkeit des Brennstoffilters und der ganzen Brennstoffanlage wird somit hergestellt, ohne daß außer einem bekannten Vorwärmelement im Brennstoffvorratssystem, das vorteilhafterweise in der Nähe der Brennstoff-Förderpumpe angeordnet sein sollte, zusätzliche Wärmezufureinrichtungen erforderlich sind. Sofern die Anwärmphase, während der die Hauptmenge des Brennstoffs nur über den Schmutzraum gefördert wird, durch eine automatische Steuerung beendet werden soll, so kann dies vorzugsweise temperatur- oder auch druckabhängig erfolgen.

    [0007] Eine zur Durchführung des genannten Verfahrens geeignete Anlage mit einer üblichen Vorwärmeinrichtung für das Schweröl im Brennstoffvorratssystem vor der Brennstofförderpumpe ist dadurch gekennzeichnet, daß der Brennstoffilter einen Schmutzraum mit einem Zufluß und einem Abfluß und einen Reinraumnit einem weiteren Abfluß aufweist, wobei der Schmutzraum zuflußseitig mit der Druckseite der Brennstofförderpumpe und abflußseitig mit dem Brennstoffvorratssystem-vor einer Vorwärmeinrichtung verbunden ist, während der Abfluß aus dem Reinraum zum Brennstoffeinspritzsystem führt.

    [0008] Die Umsteuerung des in den Schmutzraum eintretenden Schweröls vom Abfluß aus dem Schmutzraum zum Abfluß aus dem Reinraum erfolgt nach Beendigung der Anwärmphase und Erwärmung des Schweröls im Reinraum. Bei einer Abstufung der Querschnitte fließt ständig eine geringe Teilmenge aus dem Schmutzraum zurück zum Brennstoffvorratssystem. Bei hierfür nicht ausreichender Fördermenge der Brennstofförderpumpe ist ein Absperrorgan im Abfluß aus dem Schmutzraum vorgesehen, das als Druckhalteventil oder Thermostatventil ausgeführt sein kann, jedoch in einer Ausführung als einfacher Absperrhahn auch unabhängig gesteuert sein kann.

    [0009] Ausführungen der Erfindung zeigen die Zeichnungen.

    Fig. 1 zeigt einen für das Verfahren und die Anordnung der Erfindung geeignetes Brennstoffilter in der Anwärmphase;

    Fig. 2 zeigt ein Brennstoffilter nach Fig. 1 nach Beendigung der Anwärmphase;

    Fig. 3 zeigt ein erfindungsgemäßes Brennstoffsystem in schematischer Darstellung.



    [0010] In den Fig. 1 und 2 ist jeweils ein Brennstoffilter 1 mit einem mit Deckel versehenem Gehäuse und einem Filtereinsatz 5 im Schnitt gezeigt. Das Gehäuse weist einen axialen Zufluß 2 zum Schmutzraum 8 und einen radialen Abfluß 3 aus dem Schmutzraum 8 sowie einen koaxialen Abfluß 7 aus dem Reinraum 9 im Inneren des Filtereinsatzes 5 auf. An den Abfluß 3 aus dem Reinraum 9 schließt sich eine Rückführleitung 6 mit einem Absperrorgan 4 an. In Fig. 1 ist das Absperrorgan 4 geöffnet. Es wird allein der Schmutzraum 8 vom Zufluß 2 zum Abfluß 3 durchströmt, während der Brennstoff im Inneren des Filtereinsetzes 5 noch fest oder zähflüssig ist. Nach Erwärmung dieses Brennstoffs durch vorbeifließenden vorgewärmten Brennstoff wird das Absperrorgan 4 geschlossen und der Brennstoff fließt durch die Oberfläche des Filtereinsatzes 5 über den Abfluß 7 in Richtung zum Brennstoffeinspritzsystem.

    [0011] Fig. 3 zeigt einen Brennstoffbehälter 18 mit einer Heizeinrichtung 19, an den über eine Ansaugleitung 10 die Saugseite einer Brennstoff-förderpumpe 11 angeschlossen ist. Die Druckseite der Brennstofförderpumpe 11 ist über eine Förderleitung,in die ein Brennstoffilter 1 eingesetzt ist, mit einer Brennstoffeinspritzpumpe 14 verbunden. In der Förderleitung 12 ist eine Zusatzheizeinrichtung 13 angeordnet, die nicht notwendig vorhanden sein muß, aber bei langen Förderleitungen günstig für eine verbesserte Fließfähigkeit des Brennstoffs ist. Die Förderleitung 12 ist einerseits mit dem Zufluß 2 zum Schmutzraum 8 und andererseits mit dem Abfluß 7 aus dem Reinraum des Brennstoffilters verbunden. An den Abfluß 4 aus dem Schmutzraum 8 des Brennstoffilters 1 schließt eine Rückführleitung 6 zum Brennstoffbehälter 8 an, in die ein Absperrorgan 4 eingesetzt ist. Dieses muß ebenfalls nicht notwendig vorhanden sein, ist jedoch bei einer knappen Dimensionierung der Brennstofförderpumpe 11 zum Vermeiden eines Förderverlustes günstig. Von der Brennstoffeinspritzpumpe 14 gehen einzelne Einspritzleitungen 15 und eine Rücklaufleitung 16 aus. In der Rücklaufleitung 16, die in die Rückführleitung 6 aus dem Brennstoffilter 1 mündet, ist ein Druckhalteventil 17 eingesetzt. Die beiden letztgenannten Leitungen 6, 16 konnen auch getrennt zum Brennstoffbehälter 18 geführt sein. Der Brennstoffbehälter 18 mit Heizeinrichtung 19, die Brennstofförderpumpe 11 und die Zusatzheizeinrichtung 11 werden allgemein anlagenseitig von der Brennkraftmaschine entfernt angeordnet, während die übrigen gezeigten Baugruppen unmittelbar an dieser angeordnet sind.


    Ansprüche

    1. Brennstoffvorwärmverfahren für Brennkraftmaschinen für Schwerölbetrieb, mit einer Brennstofförderpumpe, die aus einem Brennstoffvorratssystem vorgewärmten Brennstoff ansaugt, mit einem dieser nachgeschalteten Brennstoffilter und mit einem Brennstoffeinspritzsystem, das mit gefiltertem Brennstoff versorgt wird,
    dadurch gekennzeichnet, daß in einer Anwärmphase vor dem Start die Brennstofförderpumpe (11) Brennstoff aus dem Brennstoffvorratssystem durch den Schmutzraum (8) des Brennstoffilters (1) pumpt, wobei der Brennstoff im Reinraum (9) des Brennstoffilters (1) durch den vorbeiströmenden Brennstoff bis zur Fließfähigkeit erwärmt wird.
     
    2. Brennstoffvorwärmverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anwärmphase durch Unterbrechen einer Rückführung vom Schmutzraum (8) des Brennstoffilters (1) zum Brennstoffvorratssystem beendet wird.
     
    3. Brennstoffvorwärmverfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Unterbrechen der Rückführung aus dem Schmutzraum (8) des Brennstofffilters (1) druckabhängig erfolgt.
     
    4. Brennstoffvorwärmverfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Unterbrechen der Rückführung aus dem Schmutzraum (8) des Brennstofffilters (1) temperaturabhängig erfolgt.
     
    5. Brennstoffsystem zur Durchführung eines Brennstoffvorwärmverfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 4 für Brennkraftmaschinen für Schwerölbetrieb, mit einer Brennstoffpumpe, die aus dem Brennstoffvorratssystem vorgewärmten Brennstoff ansaugt, mit einem der Brennstofförderpumpe nachgeschalteten Brennstoffilter und mit einem Brennstoffeinspritz- system, das mit gefiltertem Brennstoff versorgt wird,
    dadurch gekennzeichnet, daß der Brennstoffilter (1) einen Schmutzraum (8) mit einem Zufluß (2) und einem Abfluß (3) und einen Reinraum (9) mit einem weiteren Abfluß (7) aufweist, wobei der Zufluß (2) mit der Druckseite der Brennstofförderpumpe (11), der Abfluß (3) aus dem Schmutzraum (8) über eine Rückführleitung (6) mit dem Brennstoffvorratssystem und der Abfluß (7) aus dem Reinraum (9) mit dem Brennstoffeinspritzsystem verbunden ist.
     
    6. Brennstoffsystem nach Anspruch 5,
    dadurch gekennzeichnet, daß der Abfluß (3) aus dem Schmutzraum (8) gegenüber dem Abfluß (7) aus dem Reinraum (9) einen gedrosselten Querschnitt hat.
     
    7. Brennstoffsystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein Absperrorgan (4) im Abfluß (3) aus dem Schmutzraum (8) des Brennstoffilters (1) oder in der Rückführleitung (6) zum Brennstoffvorratssystem angeordnet ist.
     
    8. Brennstoffsystem nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Absperrorgan (4) als Druckhalteventil ausgebildet ist.
     
    9. Brennstoffsystem nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Absperrorgan (4) als Thermostatventil ausgebildet ist.
     




    Zeichnung