[0001] Die Erfindung betrifft einen fotografischen Informationsträger, der ein- oder beidseitig
mit Kunststoffolien laminiert ist.
[0002] Fälschungssichere Dokumente gewinnen in zunehmendem Masse an Bedeutung. Sie werden
z.B. in Form von Kreditkarten von Banken, Einzelhandelsgeschäften, Ölgesellschaften,
Fluglinien oder Kreditgesellschaften zur Erleichterung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs
verwendet. Solche Dokumente enthalten Informationen, die sich auf den Eigentümer wie
auch auf die das Dokument ausgebende Stelle beziehen und die in beider Interesse vor
Fälschungen zu sichern sind. Es hat deshalb nicht an Versuchen gefehlt, Informationsträger
der genannten Art fälschungssicher auszurüsten.
[0003] Beispielsweise ist bekannt, eine mit Informationen bedruckte Karte zwischen zwei
Folien einzukaschieren. Die Kaschierfolie wird in diesem Falle stellenweise so präpariert,
dass sie an den präparierten Stellen an der Papieroberfläche der Folien nicht haftet.
Ein Versuch, die Kaschierfolie nachträglich abzuziehen, hat dann zur Folge, dass beim
Erreichen der nicht präparierten Bereiche der Abriss dem geringeren Widerstand folgend
zur Papieroberfläche ausweicht und die Papieroberfläche einreisst (DE-OS 2 511 367).
[0004] Nach einem anderen Vorschlag wird ein aus einer Papierkarte und einer Folienumrandung
bestehender bedruckter Informationsträger, ein sogenanntes «Verbundiniett», zwischen
zwei Klarsichtfolien verschweisst. Die Folienumrandung sorgt bei dieser Arbeitsweise
für eine die Kanten der Papierkarte umfassende Randverschweissung, welche das Aufspalten
der verschweissten Karte erschwert (DE-OS 2 756 691 ).
[0005] Die FR-A-1584105 beschreibt eine Kreditkarte, bestehend aus einer steifen Kunststoff-Folie,
auf die eine Klebeschicht bestehend aus Acrylat-Copolymer, Gelatine, Weichmacher und
Lösungsmittel aufgebracht wird, worauf dieser Schichtverband auf eine fotografische
Schicht mit Träger auflaminiert wird.
[0006] Aus der GB-PS 1 518946 ist es bekannt, ein fotografisches Papier als Informationsträger
in ein Paar transparenter laminierter Folien durch Anwendung von Druck und Temperatur
randum einzuschweissen. Es werden dazu handelsübliche Folien verwendet, die aus einer
äusseren Polyethylenterephthalatschicht und einer inneren Polyethylenschicht bestehen.
[0007] Nachteilig an den bekannten Kaschierungsverfahren ist, dass sich die hierfür verwendeten
Folien bei der Verschweissung nur unvollkommen mit der Oberfläche des Informationsträgers
verbindet und damit einen nur bedingten Schutz gegen Fälschung bieten. Auch eine Randverschweissung
bedeutet unter diesen Umständen keine wesentliche Verbesserung, da sie sich mühelos
entfernen und wieder erneuern lässt. Die bekannten Kaschierungsverfahren haben darüber
hinaus den Nachteil, dass sich die aufkaschierte Folie von dem Papierträger durch
Erwärmung oder durch chemische Mittel wieder trennen lässt.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein fälschungssicheres Dokument zur Verfügung
zu stellen mit einem Informationsträger in Form eines fotografisch und drucktechnisch
vorbereiteten fotografischen Materials bei dem die gesamte Oberfläche des Informationsträgers
mit einem transparenten Folienmaterial unlösbar verbunden ist und die auf dem Informationsträger
angebrachten Informationen ohne Zerstörung des Informationsträger nicht mehr zugänglich
und damit vor nachträglichen Änderungen verlässlich geschützt sind.
[0009] Gegenstand der Erfindung ist ein fälschungssicheres Dokument bestehend aus einem
mit Informationen versehenen ein- oder beidseitig mit wenigstens einer durchsichtigen
Folie mittels einer Haftschicht laminierten und aus einem fotografischen Material
gebildeten Informationsträger, wobei der Informationsträger mindestens eine ein fotografisches
Silber- oder Farbstoffbild tragende Gelatineschicht, gegebenenfalls eine emulsionsseitig
angebrachte äussere Gelatine enthaltende Schutzschicht und eine äussere Gelatine enthaltende
Schutzschicht und eine äussere rückseitige Gelatine enthaltende Schicht aufweist und
mindestens die äusseren der Gelatine enthaltenden Schichten Teilchen, deren Grösse
kleiner als 0,1 11m ist, eines Homo- oder Copolymerisates eines Acrylsäure- oder bzw.
und Methacrylsäureesters enthält. Gegebenenfalls können diese Homo- oder Copolymerisate
auch geringe Mengen von z.B. bis 10 Mol % anderer Comonomeren in polymerisierter Form
enthalten. Bei der Auswahl dieser zusätzlichen Komponenten ist allerdings darauf zu
achten, dass das Polymerisat im wesentlichen wasserunlöslich bleibt.
[0010] Den in den Gelatineschichten des Informationsträgers enthaltenen Homo- oder Copolymerisaten
von Acrylsäure- und/oder Methacrylsäureestern - im folgenden kurz Polymerisat genannt
- liegen aliphatische C
1 bis C
12-Ester zugrunde. Die Polymerisate werden den zur Herstellung der Gelatineschichten
verwendeten Giesslösungen in Form von Latices zugesetzt, die nach allgemeinen bekannten
Verfahren mit einem Feststoffgehalt von 20 bis 60 Gew.-% und einer Teilchengrösse
kleiner als 0,1
11m hergestellt werden können. Für die vorliegende Anwendung werden Teilchen einer Grösse
von 0,01 bis 0,07 11m bevorzugt. Besonders geeignet sind die entsprechenden Methyl-,
Ethyl- und Butylester. Bevorzugt werden die Ethylester und im besonderen Polyethylacrylat.
[0011] Zur Verbesserung der Bedruckbarkeit und Beschriftbarkeit enthalten die Gelatineschichten,
insbesondere die Aussenschichten, des Informationsträgers Mattierungsmittel, z.B.
anorganische Mattierungsmittel, wie Siliziumdioxid, Titandioxid, Magnesiumoxid, Aluminiumoxid,
Bariumsulfat, Calciumcarbonat oder Glaspulver; oder organische Mattierungsmittel wie
Stärke, Celluloseester, z.B. Celluloseacetatpropionat, Celluloseether, z.B. Ethylcellulose;
oder synthetische Produkte, wie Homo- oder Copolymerisate von z.B. Vinylacetat, Vinylcarbonat,
Estern von Acrylsäure und Methacrylsäure, z.B. Methylmethacrylat, Acrylnitril oder
Styrol. Bevorzugt wird Polyacrylnitril. Die Teilchengrössen der erfindungsgemäss angewandten
Mattierungsmittel liegen bei 1 bis 15 11m, wobei vorzugsweise 50% der Mattierungsteilchen
eine Grösse von 4 bis 7 11m haben sollen. Eine besonders bevorzugte Teilchengrösse
liegt bei 2,5 bis 3,5
11m. Mattierungsteilchen dieser Grösse gewährleisten eine hervorragende Wiedergabe
drucktechnisch aufgebrachter Identifizierungsmerkmale bis in die feinsten Details
(Guillochendruck) und die Beschriftbarkeit des Informationsträgers mit den üblichen
Schreibmitteln.
[0012] Man setzt die Mattierungsmittel den Giesslösungen der Gelatineschichten zweckmässiger
Weise in Form wässriger Dispersionen zu.
[0013] In inneren Gelatineschichten sind Mattierungsmittel entbehrlich. Sie können allerdings,
falls dies z.B. für die Herstellung und Verarbeitung des Informationsträgers von Bedeutung
sein sollte, auch diesen einverleibt werden, ohne die Qualität des fertigen Dokuments
zu beeinrächtigen.
[0014] In äusseren Schichten angewandt können Mattierungsmittel eine Schichttrübung hervorrufen,
so dass ein darunterliegendes entwickeltes Silberbild hinter einem milchigen Schleier
erscheint. Dies kann dadurch korrigiert werden, dass man der äusseren Schicht geringe
Mengen polycarbocyclischer aromatischer Sulfonsäuren oder deren wasserlöslichen Salzen,
wie in der BE-PS 738 856 beschrieben, zusetzt.
[0015] Die Gelatineschichten des Informationsträgers enthalten, bezogen auf den Gelatinegehalt
der trockenen Schichten 10 bis 50 Gew.-% Polymerisat (Trockengewicht), vorzugsweise
25 bis 40 Gew.-% sowie bis 40 Gew.-%, vorzugsweise 20 bis 30 Gew.-% Mattierungsmittel.
[0016] Im übrigen können die Gelatineschichten des Informationsträgers die für photographische
Schichten üblichen Zusätze enthalten wie Härtungsmittel, z.B. Formaldehyd, Mucochlorsäure,
Triacrylformal, Triazinhärter, Epoxidverbindungen, Aziridine, Vinylsulfonylverbindungen,
Carbodiimide oder Härter vom Typ der Carbamoyloniumverbindungen und der Carbamoyloxypyridiniumverbindungen,
Härtungsbeschleuniger, z.B. Resorcin, Polyvinyllacetame und Polyvinyllacetone wie
Poly-N-Vinylpyrrolidon und Polyvi- nyl-2-oxazolidon als Schleierverhütungsmittel,
Antistatika wie Polyalkylenverbindungen, Polyoxyalkylenester von Fettsäuren, z.B.
Polyoxyethylenglycol (Molekulargewicht etwa 300), Ölsäureester, Urethane oder Ester
von alkoxylierten Hydroxylverbindungen wie sie in der DE-PS 706 563 beschrieben werden,
oder Alkali-, Erdalkali- oder Ammoniumsalze von anorganischen Säuren oder von organischen
Sulfo- und Carbonsäuren. Die Gelatineschichten können auch die üblichen Beschichtungshilfsmitteln
oder Netzmittel enthalten, wie Saponin, Dialkylsulfobernsteinsäuresalze, Salze von
Alkylsulfonsäuren oder von Alkylarylpolyethersulfonsäuren, carboxy-alkylierte Polyethylenglycolether
oder Ester bzw. fluorhaltige organische Netzmittel bekannter Struktur, insbesondere
perfluorierte Carbon- oder Sulfonsäuren bzw. Salze davon.
[0017] Der Informationsträger wird in der Regel aus einem in üblicher Weise aufgebauten,
das heisst eine lichtempfindliche Silberhalogenidemulsionsschicht auf einem üblichen
Schichtträger enthaltendem fotografischen Material bestehen. Die in dieser Schicht
enthaltenen Informationen aus Silber oder Farbstoff werden durch bildmässige Belichtung
und die übliche fotografische Verarbeitung hergestellt. Als Informationsträger können
sowohl fotografische Papier als auch Filme verwendet werden, die schwarzweisse oder
cholorfotografische Aufzeichnungen, Bild- und/ oder Zeichen und/oder andere Informationen
oder andere Identifikationsmerkmale enthalten. Der Schichtträger solcher fotografischer
Informationsträger kann aus den üblichen in der technischen oder Bild-Fotografie verwendeten
Materialien bestehen. Als Beispiele seien genannt: Papiere, mit Reflexionsschichten
versehene Papiere, polyolefinkaschierte Papiere, die üblichen Filmunterlagen, z.B.
aus Cellulosetriacetat oder Polyester, gegebenenfalls als pigmentierte, opake Schichtträger.
Die fotografischen Emulsions-oder Hilfsschichten solcher Informationsträger haben
die in fotografischen Materialien allgemein verwendeten Zusammensetzungen.
[0018] Als lichtempfindliche fotografische Schichten, mit denen der Informationsträger ausgerüstet
sein kann, seien beispielsweise Schichten genannt, denen nicht sensibilisierte Silberhalogenid-Emulsionen
oder spektral sensibilisierte Silberhalogenid-Emulsionen zugrundeliegen. Geeignet
sind also die für die verschiedenen fotografischen Schwarzweiss- und Farbverfahren,
Negativ-, Positiv- und Diffusionsübertragungsverfahren oder Druckverfahren verwendeten
bekannten Gelatineschichten. In den fotografischen Gelatineschichten kann als Bindemittel
nicht nur Gelatine allein enthalten sein. Sie können neben Gelatine auch chemisch
modifizierte Gelatinen, z.B. acylierte, acetylierte, hydroxylierte, veresterte oder
durch Pfropfpolymerisation in bekannter Weise modifizierte Gelatinen, oder aber Abmischungen
mit anderen hydrophilen Kolloiden, z.B. Cellulosederivate, Polyvinylalkohole, Polyvinylpyrrolidone,
hydrolysierte Polyvinylacetate, Alginsäure, kolloidales Ablumin oder Zein enthalten.
[0019] Die für den Schichtträger des Informationsträgers verwendeten Kunststoffe - z.B.
der Kunststoff, mit dem die Papierunterlage kaschiert ist, oder der Kunststoff, aus
dem die Filmunterlage besteht - wozu auch Celluloseester gehören - und die Kunststoffe,
aus denen die zur Laminierung des Informationsträgers verwendeten Folien bestehen,
sollten vorzugsweise so ausgewählt werden, dass der Erweichungspunkt des Kunststoffes
des Schichtträgers niedriger als der des Folienmaterials liegt.
[0020] Wenn für den Informationsträger polyolefinkaschiertes Papier als Schichtträger verwendet
wird, hat es sich als zweckmässig erwiesen, das Papier mit einem Polyolefin auszurüsten,
dessen Schmelzpunkt um etwa 10-30 °C niedriger liegt als der Schmelzpunkt der die
Haftschicht tragende Folie des Folienmaterials.
[0021] Vor der Laminierung wird der lnformationsträger durch bildmässige Belichtung und
fotografische Verarbeitung mit Halbton- und Strichaufzeichnungen versehen, z.B. mit
einem Passbild und den zugehörigen druck- und handschriftlichen Informationen.
[0022] Der Informationsträger kann neben diesen Informationen weitere Sicherheits- oder
Identifikationsmerkmale der verschiedensten Art enthalten, wobei diese sowohl auf
fotografischem Wege als auch durch Beschriftung, Druck oder Prägung erzeugt werden
können. Selbstverständlich können z.B. auch maschinell, magnetisch und optisch lesbare
Daten angebracht werden. Der erfindungsgemässe Informationsträger unterscheidet sich
diesbezüglich in keiner Weise von den in bekannten Dokumenten verwendeten Informationsträgern.
[0023] Weitere Sicherheitsmerkmale, sichtbare oder mit dem Auge nicht wahrnehmbare, z.B.
aus UV-Licht absorbierenden Substanzen, können im Informationsträger, z.B. in dem
Schichtträger, wenn dieser aus Papier besteht etwa als Wasserzeichen, oder in der
äusseren Folie, z.B. in der Verbundfolie, enthalten sein. Verschiedene Möglichkeiten
der Ausstattung fälschungssichere Dokumente mit solchen Sicherheitsmerkmalen werden
z.B. in folgenden Druckschriften beschrieben: DE-OS 3013238, DE-OS 1 446851, DE-OS
2 908 742, US-PS 3 679 448, GB-PS 1 519 715, DE-AS 2 756 692, US-PS 2 373 540 und
US-PS 4 066 873.
[0024] Als transparente Folienmaterialien für die Laminierung des Informationsträgers eignen
sich Thermoplasten wie z.B. Polyethylen, Polypropylen, Celluloseester, Polyvinylacetat,
Polystyrol, Polyvinylchlorid, Polyvinylidenchlorid, Polyvinylfluorid, Polytetrahalogenethylen,
Polycarbonat, insbesondere auf der Basis von Bisphenol A, Polyester, insbesondere
auf Basis von Polyethylen-und Polybutylenterephthalat, Polyamide, z.B. Polyamid-6
oder Polyamid-6,6, Polyamid-12 oder Copolyamide.
[0025] Es können natürlich auch sogenannte Verbundfolien aus Einzelfolien gleicher und unterschiedlicher
chemischer Zusammensetzung verwendet werden. Als Beispiele seien genannt: Polyethylen/Polyamide,
Polypropylen/Polyamide oder Polyolefinfolien mit anderen Folienmaterialien wie Polyestern,
z.B. Polyethylenterephthalat. Geeignete Folien und Verbundfolien werden in Ullmanns
Encyklopädie oder Technischen Chemie, 4. Auflage, Band 11, Seiten 673 ff beschrieben.
[0026] Die Dicke der erfindungsgemäss verwendeten Folien richtet sich nach der gewünschten
Steifigkeit des Ausweisdokumentes. Im allgemeinen werden Foliendicken zwischen 15
und 250 µm aureichen, bevorzugt sind Dicken zwischen 50 und 200 µm.
[0027] Die zur Aufnahme der Haftschichtzusammensetzung bestimmte Oberfläche der Folie kann
vor der Beschichtung zur Verbesserung der Bindung zwischen Folie und Haftschicht einer
Vorbehandlung unterworfen werden, die einen gleichmässigen Auftrag der Beschichtungslösung
gewährleistet und die deren Haftfestigkeit erhöht. Gute Ergebnisse erhält man z.B.
mit einer üblichen Coronabehandlung.
[0028] Es-ist selbstverständlich auch möglich, die Haftung der auf die Trägerfolie aufgetragenen
Haftschicht durch andere Massnahmen zu unterstützen, so z.B. durch Aufbringen einer
geeigneten Substrierschicht.
[0029] Zur Verbindung der Einzelfolien einer Verbundfolie wie auch zur Verbindung der Folie
bzw. Verbundfolie mit dem Informationsträger sind die üblichen bekannten Haftschichten
geeignet. Vorzugsweise werden für beide Zwecke die gleichen Haftschichten verwendet.
[0030] Geeignete Haftschichten enthalten z.B. radikalisch härtbare ethylenisch ungesättigte,
monomere, oligomere oder polymere, vornehmlich a,ß- ungesättigte bzw. Vinylgruppen
enthaltende Verbindungen, die Acrylat- und/oder Methacrylatgruppen enthalten. Solche
Haftschichten einschliesslich ihrer Anwendung werden in den DE-OSen 2 952 322 und
3 027 759 beschrieben. Verbindungen dieses Typs auf der Basis von Polyestern, α,β-ungesättigten
Polyestern, Polyethern, Polyepoxiden, Polyurethanen, urethanmodifizierten Polyepoxiden,
urethanmodifizierten Polyestern und urethanmodifizierten Polyethern sind besonders
geeignet.
[0031] Vorzüglich geeignet sind auch die in der EP-A-71 124 derselben Priorität beschriebenen,
ein Po- ly-1,2-alkylenimin enthaltenden Haftschichten.
[0032] Das Auftragen der Haftschichtzusammensetzung auf die Folie kann mittels der in der
Lackindustrie üblichen Methoden wie z.B. Sprühen, Walzen, Rakeln, Drucken, Tauche,
Schleudern, Fluten, Streichen, Pinseln usw. erfolgen.
[0033] Die Trockenschichtdicke der Haftschicht richtet sich nach dem gewünschten Anforderungen
und der erwarteten Klebewirkung. Prinzipiell können Trockenschichtdicken von 0,05
bis 50
11m angewendet werden. Brauchbare Ergebnisse wird man schon mit 0,05 bis 10 11m erreichen.
Bevorzugt in Verbindung mit Haftschichten, die Poly-1,2-alky- lenimin enthalten, werden
Trockenschichtdicken von 0,05 bis 2 µm.
[0034] Vorzüglich geeignet sind auch die in der EP-A-
[0035] Zum Laminieren der mit der Haftschicht versehenen Folie auf die Oberfläche des Informationsträgers
wird die Folie auf etwa 50 bis 150 °C erwärmt und dabei gegen die Oberfläche des Informationsträgers
gedrückt, so dass ein blasen- und knitterfreies Laminat entsteht. Die Laminierung
wird durch Anwendung von Drucken im Bereich von 1 bis 10 km/cm
2 unterstützt. Bei Anwendung von Haftschichten aus strahlenhärtbarem Material, wie
sie z.B. in der DE-OS 2 952 322 beschrieben werden, wird das Dokument im allgemeinen
nach vollzogener Laminierung zusätzlich zu der beschriebenen Erwärmung einer energiereicher
Strahlung, z.B. UV-Licht, Elektronen-oder Gamastrahlung ausgesetzt, wobei man UV-Licht
in Verbindung mit Haftschichten, die Fotoinitiatoren enthalten, verwendet.
[0036] Die Laminierung, vorzugsweise auf beiden Seiten des Informationsträgers, wird zweckmässigerweise
kontinuierlich durch Zusammenführen der einzelnen Informationsträger an die von Vorratsrollen
ablaufenden, mit der Haftschicht versehenen Folien durchgeführt. Aus dem dabei entstehenden
bandförmigen Laminat können die die Informationsträger enthaltenden Teile anschliessend
ausgestanzt werden, wobei die verschweisste Folie, abhängig von der Dicke des Informationsträgers,
in einem Abstand von etwa 1 bis 2 mm vom Rand des Informationsträgers abgetrennt wird.
[0037] Man erhält eine allseitige geschlossene Umhüllung des Informationsträgers, die eine
nachträgliche Kantenverschweissung überflüssig macht. Selbstverständlich führt eine
diskontinuierliche Laminierung mittels blattförmiger Folienstücke zu den gleichen
Ergebnissen.
[0038] Die beschriebenen Dokumente sind in hervorragender Weise fälschungssicher. Die in
erfindungsgemässer Weise zusammengesetzten Gelatineschichten des Informationsträgers
bewirken eine überraschende Verstärkung der Bindung zwischen Folien und Informationsträger.
Selbst mit Hilfe von Wärme und/oder von Lösungsmitteln lässt sich das Dokument ohne
völlige Zerstörung des Informationsträgers nicht mehr trennen.
[0039] Ein weiterer wichtiger und überraschender Vorteil der erfindungsgemässen Ausweisdokumente
bzw. ID-Karten mit Polyalkyleniminhaftschichten liegt in der ausgezeichneten Planlage.
Gerade in dieser Beziehung sind die erfindungsgemässen Dokumente bekannter überlegen.
Beispiel 1
[0040] 100 g einer wässrigen 2 gew.-%igen Polyethyleniminlösung wurden mit 0,1 g Eisessig
und 2 ml einer wässrigen 40 gew.-%igen Formaldehydlösung gemischt und danach auf eine
Polyethylenfolie aufgetragen. Die Oberfläche der Polyethylenfolie wurde vor dem Beguss
einer Coronabestrahlung ausgesetzt. Die getrocknete Schicht enthielt 0,1 g Polyethylenimin
pro m
2.
[0041] Als Informationsträger wurde ein konventionelles fotografisches Papier verwendet,
dessen Schichtträger aus beidseitig mit Polyethylen kaschiertem Papier bestand, das
ein m
2-Gewicht von etwa 120 g hatte. Der Erweichungspunkt des Polyethylens des Schichtträgers
lag bei 110 °C. Der Schichtträger wurde nach beidseitiger Coronabestrahlung mit einer
lichtempfindlichen Silberhalogenid-Gelatine-Emulsionsschicht sowie mit einer gelatinehaltigen
Schutzschicht und Rückseitenschicht, ausgerüstet.
[0042] Der Silberhalogenidemulsionsschicht lag eine fotografische Schwarz-weiss-Emulsion
üblicher Zusammensetzung zu grunde. Die Schicht enthielt pro m
2 3,5 g Gelatine und 1,2 g Polyethylacrylat (Teilchengrösse etwa 0,05 11m), dazu die
üblichen Zusätze, z.B. Netzmittel und Härtungsmittel. Die Schichtdicke der trockenen
Schicht betrug 4,7 µm. Über die Silberhalogenidemulsionsschicht wurde eine Schutzschicht
gelegt, die pro m
2 1,2 g Gelatine, 0,45 g Polyethylacrylat und 0,3 g Polyacrylnitril einer Teilchengrösse
von etwa 3 11m enthielt. Die Dicke der trockenen Schicht betrug 1,95 11m.
[0043] Auf der Rückseite des Schichtträgers wurde eine Schicht aufgetragen, die pro m
2 1,8 g Gelatine, 0,65 g Polyethylacrylat, 0,45 g Polyacrylnitril und 0,005 g Kaliumnitrat
enthielt. Die Dicke der trockenen Schicht betrug 2,9
11m.
[0044] Auf den Informationsträger wurde nun ein Bild des Ausweisinhabers zusammen mit den
entsprechenden Informationen aufbelichtet und das Material entwickelt, fixiert und
nach Trockung beidseitig mit einem Guillochendruck versehen.
[0045] Der Informationsträger mit den fotografisch und drucktechnisch aufgebrachten Identifikationsmerkmalen
wurde zwischen 2 der obengenannten Polyethylenfolien, deren Erweichungspunkt etwa
122 °C betrug, gelegt, so dass die Haftschichten der Folien mit den beiden Oberflächen
des Informationdträgers in Kontakt kamen und die Folien etwa 1 mm über den Rand des
Informationsträgers hinausragten. Das Paket wurde nun zwischen 2 auf 90 °C aufgeheitzen
Walzen hindurchgeführt und mit einem Druck von etwa 1,5 kp/cm
2 zusammengepresst.
[0046] Nach Abkühlen des Dokumentes waren die Polyethylenfolien mit dem Informationsträger
so fest verbunden, dass bei einem Versuch, das Dokument nach Abschneiden der Randverklebungen
im erwärmten Zustand (etwa 100 °C) zu trennen, zwar die Papierunterlage des Informationsträgers
zerstört, seine Reste aber von den Folien festgehalten wurden, ddie dabei ausserdem
in irreversibler Weise gedehnt wurden. Die Verbindung zwischen Folie und Oberfläche
des Informationsträgers konnte auch durch eine Behandlung mit heissem Wasser oder
mit Lösungsmitteln wie Chloroform, Benzin, Essigsäure oder verdünnter Salzsäure nicht
gelöst werden.
Beispiel 2
[0047] Die in Beispiel 1 beschriebene Haftschichtlösung wurde auf eine coronabestrahlte
Polyethylenterephthalatfolie aufgetragen und diese zwischen zwei auf 90 °C aufgeheizten
Walzen unter einem Druck von 5 kp/cm
2 mit einer ebenfalls coronabestrahlten Polyethylenfolie verklebt, wodurch eine Verbundfolie
entstand.
[0048] Als Informationsträger wurde ein fotografisches Filmmaterial verwendet, das einen
mit den üblichen Substratschichten versehenen Schichtträger aus mit Titandioxid pigmentiertem
Cellulosetriacetat, eine Silberhalogenid-Gelatine-Emulsionsschicht, eine über dieser
liegenden Gelatineschutzschicht und eine Gelatinerückseitenschicht enthielt.
[0049] Die Zusammensetzung der drei Gelatineschichten entsprach der in Beispiel 1 angegebenen.
[0050] Auf diesen Inforamtionsträger wurde ein Bild des Ausweisinhabers zusammen mit den
entsprechenden Informationen aufbelichtet, das Material entwickelt, fixiert, getrocknet
und schliesslich beidseitig mit einem Guillochendruck versehen.
[0051] Zur Herstellung des Dokumentes wurde die Polyethylenoberfläche der Verbundfolie mit
der gleichen, schon bei der Herstellung der Verbundfolie verwendeten, Haftschichtzusammensetzung
beschichtet und wie in Beispiel 1 beschrieben auf den Informationsträger laminiert.
[0052] Das Ergebnis war eine Ausweiskarte mit ausgezeichneter Planlage. Das Ausweisdokument
lässt sich ohne völlige Zerstörung des als Informationsträger verwendeten fotografischen
Materials nicht mehr trennen.
Beispiel 3
[0053] Beispiel 2 wurde wiederholt mit dem Unterschied, dass in den drei Gelatineschichten
das Polyethylacrylat durch die entsprechende Menge Gelatine ersetzt wurde.
[0054] Die Haftung der Folien auf der Oberfläche des Informationsträgers war unzureichend.
Unter der Wirkung von Wasserdampf oder Lösungsmitteldämpfen liess sich die Oberfläche
des Informationsträgers ohne nennenswerte Beschädigung freilegen.
1. Fälschungssichers Dokument, bestehend aus einem mit Informationen versehenen ein-oder
beidseitig mit wenigstens einer durchsichtigen Folie mittels einer Haftschicht laminierten,
aus einem fotografischen Material gebildeten Informationsträger, wobei der Informationsträger
mindestens eine ein fotografisches Silber- oder Farbstoffbild tragende Gelatineschicht,
gegebenenfalls eine emulsionsseitig angebrachte äussere Gelatine enthaltende Schutzschicht
und eine äussere rückseitige Gelatine enthaltende Schicht aufweist und mindestens
die äusseren der Gelatine enthaltenden Schichten Teilchen, deren Grösse kleiner als
0,1 11m ist, eines Homo- oder Copolymerisats eines Acrylsäure- oder bzw. und Methacrylsäureesters
sowie ein Mattierungsmittel enthalten, wobei der Gehalt an Polymerisat 10-50 Gew.-%
und an Mattierungsmittel 15-40 Gew.-%, bezogen auf den Gelatinegehalt der Schichten,
gewähltwird.
2. Dokument nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Acrylsäure- und der
Methacrylsäureester ein Cl-C12-Alkyl-acrylat bzw. ein C1-C12-Alkyl-methacrylat ist.
3. Dokument nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Homo- oder
Copolymerisatteilchen eine Grösse von 0,01 bis 0,07 11m haben.
4. Dokument nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Mattierungsmittel eine
Teilchengrösse von 2,5 bis 3,5 µm hat.
5. Dokumente nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Mattierungsmittel Polyacrylnitril
ist.
6. Dokument nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gelatine enthaltenden
Schichten des Informationsträgers, bezogen auf den Gelatinegehalt der Schicht, 25
bis 40 Gew.-% des Homo- oder Copolymerisats enthalten.
7. Dokument nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gelatine enthaltenden
Schichten des Informationsträgers, bezogen auf den Gelatinegehalt der Schicht 20 bis
30 Gew.-% des Mattierungsmittels enthalten.
1. Document infalsifiable, constitué par un support d'informations formé d'une matière
photographique, pourvu d'informations et stratifié au moyen d'une couche adhésive
d'un côté ou des deux avec au moins une feuille transparente, le support d'informations
présentant au moins une couche de gélatine portant une image photographique d'argent
ou de colorant, éventuellement une couche protectrice extérieure disposée du côté
de l'émulsion et contenant de la gélatine et une couche extérieure, du côté postérieur,
contenant de la gélatine, et au moins celles des couches contenant de la gélatine
qui se trouvent à l'extérieur contiennent des particules, dont le diamètre est inférieur
à 0,1 µm, d'un homopolymère ou d'un copolymère d'un ester d'acide acrylique ou/et
d'un ester d'acide méthacrylique ainsi qu'un agent de matité, la teneur en polymère
étant choisie à 10-50% en poids et la teneur en agent de matité étant choisie à 15-40%
en poids, par rapport à la teneur en gélatine des couches.
2. Document suivant la revendication 1, caractérisé en ce que l'ester d'acide acrylique
et l'ester d'acide méthacrylique sont respectivement un acrylate d'alkyle en Ci à
C12 et un méthacrylate d'alkyle en Ci à C12.
3. Document suivant les revendications 1 et 2, caractérisé en ce que les particules
d'homopolymère ou de copolymère ont un diamètre de 0,01 à 0,07 µm.
4. Document suivant la revendication 1, caractérisé en ce que l'agent de matité a
un diamètre de particules de 2,5 à 3,5 Ilm.
5. Documents suivant la revendication 1, caractérisés en ce que l'agent de matité
est le polyacrylonitrile.
6. Document suivant la revendication 1, caractérisé en ce que les couches, contenant
de la gélatine, du support d'informations renferment 25 à 40% en poids de l'homopolymère
ou du copolymère, par rapport à la reneur en gélatine de la couche.
7. Document suivant la revendication 1, caractérisé en ce que les couches, contenant
de la gélatine, du support d'informations renferment 20 à 30% en poids de l'agent
de matité, par rapport à la teneur en gélatine de la couche.