[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine luftgekühlte Brennkraftmaschine der im Oberbegriff
des ersten Anspruchs genannten Art.
[0002] Aus der DE-OS 25 02 058 ist eine luftgekühlte Mehrzylinder-Brennkraftmaschine mit
obenliegender Nockenwelle bekannt, bei welcher das Nockenwellengehäuse oberhalb der
Zylinderköpfe angeordnet und an zwei beliebigen, höchstgelegenen Zylinderköpfen befestigt
ist und zwischen den übrigen Zylinderköpfen und dem Nockenwellengehäuse ein freier
Abstand verbleibt. Dies ist deshalb notwendig, weil bei luftgekühlten Mehrzylinderbrennkraftmaschinen
mit Einzelzylinderköpfen und Einzelzylindern die Bauhöhen der einzelnen Zylinderkopf-Zylindereinheiten
untereinander unterschiedlich sind. Diese Unterschiede liegen zwar im Bereich von
wenigen Millimetern, jedoch sind diese Unterschiede zu groß, um danach die Lagerung
einer Nockenwelle auszurichten. Die Ausgestaltung nach der DE-OS macht daher eine
aufwendige Montage erforderlich, da durch Montage des Nockenwellengehäuses erst der
freie Abstand zwischen den Zylinderköpfen und dem Gehäuse ermittelt werden muß, bevor
nach Auswahl der geeigneten Beilagen das Nockenwellengehäuse endgültig montiert werden
kann. Diese Vorgehensweise stellt einen allzu großen Bauaufwand dar.
[0003] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des ersten Anspruchs
gelöst. Diese Anordnung hat den Vorteil, daß die Nockenwrrelle bzw. Nockenwellengehäuse
mittelbar über das Ansaugrohr ausgerichtet ist. Das Ansaugrohr selbst muß, da zu jedem
Zylinderkopf ein Stutzen erforderlich ist, so angebracht sein, daß keine Ausrichtung
erforderlich ist.oder aber ohnehin ausgerichtet werden. Die Nockenwelle kann je nach
Ausgestaltung des Ansaugrohres seitlich oder oberhalb bzw. unterhalb des Saugrohres
angeordnet sein. Ein weiterer Vorteil der Erfindung ist darin zu sehen, daß durch
das Anbringen der Nockenwelle an dem Ansaugrohr die Baumaße der Brennkraftmaschine
praktisch nicht beeinflußt werden.
[0004] Gemäß einer wieiterbildung der Erfindung kann- wie Anspruch 3 vorschlägt - die Nockenwelle
und die Ventilbetätigungseinrichtungen, wie Kipphebel samt Lagerung, in einem für
alle in einer Reihe.liegende Zylinderköpfe gemeinsamen Gehäuse untergebracht werden.
Dies ist jedoch im Reparaturfalle eines Zylinders zeitraubend.
[0005] Deshalb schlägt Anspruch 4 vor, die Gehäuse für die Nockenwelle und für die Ventilbetätigungseinrichtungen
für jeden Zylinder zu trennen. Dies hat zum einen den Vorteil, das nunmehr ein Zylinder
oder Zylinderkopf entfernt werden kann, ohne daß das Nockenwellengehäuse oder die
Gehäuse der benachbarten Ventilbetätigungseinrichtungen mit entfernt werden müssen..Zum
anderen braucht nur ein einziger Gehäusetyp für die Ventilbetätigungseinrichtung unabhängig
von der Zylinderanzahl bereitgehalten zu werden.
[0006] In allen Fällen kann im Rahmen der Erfindung für alle Gehäuse ein gemeinsamer Deckel
. (Anspruch 5) oder für das Nockenwellengehäuse und die übrigen Gehäuse separate Deckel
vorgesehen werden. Im letzteren Fall ist dann allerdings je eine Dichtung zwischen
den Gehäusen erforderlich.
[0007] Das Nockenwellengehäuse wird - wie eine andere Weiterbildung (Anspruch 6) vorschlägt
- vorteilhafterweise über die Befestigungsschrauben für die Nockenwellenlager oder
die Lagerdeckel - falls eine Lagerschale mit dem Gehäuse einstückig gegossen ist -
mit dem Ansaugrohr verbunden. Die Nockenwelle kann aber auch direkt am Ansaugrohr
gelagert sein, wobei das Ansaugrohr die Gehäusefunktion mit übernimmt.
[0008] Um insbesondere bei Verwendung eines gemeinsamen Deckels und getrennten Gehäusen
alle Gehäuse auf gleiche Höhen zu befestigen, werden gemäß Anspruch 7 Abstandsscheiben
unterschiedlicher Stärke zwischen dem Zylinderkopf und den Gehäusen für die Ventilbetätigungseinrichtung
untergelegt.
[0009] Eine besonders einfache Abdichtung der Ventilführung am Gehäuseboden für die Ventilbetätigungseinrichtungen
schlägt Anspruch 8 vor. Der Vorteil dieser Anordnung besteht darin, daß das Gehäuse
entfernt werden kann, ohne die Ventilfedern abbauen zu müssen.
[0010] Es ist auch im Rahmen der Erfindung denkbar, für "die Nockenwelle und die Ventilbetätigungseinrichtungen
keine separaten Gehäuse vorzusehen, sondern diese jeweils einstückig mit dem Ansaugrohr
bzw. dem Zylinderkopf zu gießen. In diesem Fall müssen die beiden Gehäuse gegeneinander
abgedichtet werden. Entfallen tut hierfür die aufwendigere Ventilführung, da eine
Abdichtung an dieser Stelle nicht mehr notwendig ist.
[0011] Im folgenden wird die Erfindung an zwei ausgewählten Beispielen dargestellt.
[0012] Es zeigen:
Fig. 1 und 2 schematische Querschnitte durch einen luftgekühlten Einzelzylinderkopf
mit Ansaugrohr und darauf befestigter obenliegender Nockenwelle.
[0013] In beiden Figuren sind nur die zum Verständnis der Erfindung notwendigen Elemente
schematisch dargestellt.
[0014] In Figur 1 ist mit 1 der Einzelzylinderkopf einer weiter nicht dargestellten, luftgekühlten
Brennkraftmaschine gezeigt. Er beinhaltet u. a. ein Ventil 2, eine Ventilkammer 3
und einen Lufteinlaßkanal 4.
[0015] An dem Kanal 4 schließt sich seitlich an den Zylinderkopf 1 ein Ansaugrohr 5 an,
von welchem ein Verbindungskanal 6 in den Lufteinläßkanal 4 abzweigt.
[0016] Auf dem Ansaugrohr 5 sitzt ein Gehäuse 5, welches die Nockenwelle 8 beinhaltet. Das
Gehäuse 7 hat einen U-förmigen Querschnitt, wobei der äußere Schenkel 7.1 wesentlich
höher als der innere 7.2 ist. Das Gehäuse 7 ist an seinen beiden nicht sichtbaren
Stirnseiten geschlossen, wobei die Nockenwelle in an sich bekannter Weise durch eine
Kette innerhalb oder einen Zahnriemen außerhalb des Gehäuses 7 von der Kurbelwelle
oder einer anderen, geeigneten Welle der Brennkraftmaschine angetrieben wird.
[0017] Die Nockenwelle 8 selbst ist in geteilten Lagerschalten 9 und 10 gelagert. Die Befestigungs-
. schrauben 11 für die Lagerschalen sind im Ansaugrohr 5 befestigt, so daß durch sie
gleichzeitig das Gehäuse 7 auf dem Ansaugrohr 5 gehalten wird.
[0018] Seitlich an das Gehäuse 7 und auf dem Zylinderkopf 1 ist ein weiteres Gehäuse 12
angeordnet. Es ist mit dem Zylinderkopf 1 über Schrauben 13, 14 und mit dem Gehäuse
7 über eine Schrauben-Muttern-Verbindung 15 befestigt. In dem Gehäuse 12 ist die Ventilbetätigungseinrichtung
16, bestehend aus je zwei Kipphebeln 17, dem Kipphebelblock-18, der an dem Gehäuseböden
befestigt ist, der Kipphebelwelle 19 sowie den Ventileinstellschrauben 20 untergebracht.
Das Gehäuse 12 ist durch geeignete Abstandsscheiben ; 21 höhengleich mit dem Gehäuse
7 angeordnet, wenn alle Gehäuse von einem gemeinsamen Deckel 22 verschließbar sind.
Bei Benutzung getrennter Deckel kann dieser Höhenausgleich entfallen.
[0019] Über die Kipphebel 17 wird von der Nockenwelle 8 jedes Ventil gegen die Kraft der
Ventilfeder 23 betätigt. Diese ist zwischen dem oberen Ventilteller 24 und dem unteren
Ventilteller 25, welcher mit der Ventilführung 26 eine Einheit bildet, eingespannt.
Die Ventilführung 26 durchdringt den Boden des Gehäuses 12. Auf dem Ventilteller 25
ist ein die Ventilfeder 23 umschließender Kragen 27 angeordnet. Der Kragen 27 hat
eine derartige Höhe, daß er sicher in den vom Gehäuse 12 umschlossenen Raum hineinragt.
Zwischen dem Ventilteller 25 und dem Boden des Gehäuses 12 ist ein Dichtring 28 vorgesehen,
dessen Stärke mit der der jeweils verwendeten Abstandsscheibe 21 korrespondiert. Dadurch
ist der Gehäuseinnenraum öldicht verschlossen.
[0020] Zum Austausch des Zylinderkopfes 1 wird zuerst der Deckel 21 entfernt, sodann das
Gehäuse 12 gelöst. Es kann dann mitsamt den Kipphebeln 17 und deren Befestigung vom
Zylinderkopf abgehoben werden. Sodann wird der Zylinderkopf 1 vom Ansaugrohr 5 gelöst
und nach Lösen der Zylinderkopfschrauben kann .er vom Zylinderrohr mit den Ventilen
abgehoben werden.
[0021] In Figur 2 ist das Gehäuse 7 einstückig mit dem Ansaugrohr 5 und das Gehäuse 12 einstückig
mit dem Zylinderkopf 1 dargestellt. In diesem Fall ist für die Schrauben-Muttern-Verbindung
15 ein Langloch vorgesehen, um die unterschiedlichen Bauhöhen auszugleichen. Weiterhin
ist zwischen jedem Gehäuse eine Dichtung 30 vorgesehen, sowie getrennte Deckel 31
und 32. Anstelle der aus Figur 1 bekannten Ventilführung kann nunmehr eine handelsübliche
Ventilführung 33 verwendet werden, da eine Abdichtung hier nicht mehr notwendig ist.
[0022] Weiterhin sind die Lagerböcke 34 einstückig mit dem Ansaugrohr 5 hergestellt. Dies
bedingt einen wesentlich größeren Lagerdurchmesser der Nockenwelle 8, da diese nun
axial durch die Lagerböcke geschoben wird. Die Lagerböcke können auch geteilt sein,
wobei dann das Unterteil mit Ansaugrohr einstückig ausgeführt und der Deckel angeschraubt
ist.
[0023] Es ist selbstverständlich auch möglich, eine Kombination der in Figur 1 und Figur
2 gezeigten Varianten der Erfindung vorzunehmen, also beispielsweise das Gehäuse 12
separat vom Zylinderkopf 1 auszubilden und das Gehäuse 7 einstückig mit dem Ansaugrohr
5.
1. Luftgekühlte, mehrzylindrige Brennkraftmaschine mit obenliegender Nockenwelle und
Einzelzylinderköpfen sowie mit einem den Zylinderköpfen angeflanschten Ansaugrohr,
von dem einzelne Abzweigleitungen zu jedem Lufteinlaßkanal in jedem Zylinderkopf abzweigen,
dadurch gekennzeichnet, daß das Ansaugrohr (5) Trag- und Lagerelement für die Nockenwelle
(8) ist, wobei die Betätigung der Ventile über bekannte Übertragungselemente erfolgt.
2. Luftgekühlte Brennkraftmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Betätigung der Ventile über Kipphebel (17) erfolgt,
die direkt mit den Nocken der Nockenwelle (8) in Wirkverbindung stehen.
3. Luftgekühlte Brennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Ansaugrohr (5) ein U-förmig ausgebildetes Gehäuse
(7) zur Aufnahme der Nockenwelle (8) befestigt ist, welches über jedem Zylinderkopf
(1) eine Verlängerung zur Aufnahme der Ventilbetätigungseinrichtung (16) aufweist.
4. Luftgekühlte Brennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Nockenwelle (8) und die Ventilbetätigungseinrichtung
(16) in einem separaten Gehäuse (12) angeordnet sind.
5. Luftgekühlte Brennkraftmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß. das Nockenwellengehäuse (7),die Nockenwelle (8) und die
eventuell separaten Gehäuse (12) für die Ventilbetätigungseinrichtungen (16) von einem
gemeinsamen Deckel (22) verschlossen sind.
6. Luftgekühlte Brennkraftmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Nockenwellengehäuse (7) über Befestigungsschrauben
(11) für die Nockenwellenlager (9, 10) mit dem Ansaugrohr (5) verbunden ist.
7. Luftgekühlte Brennkraftmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem separaten Gehäuse (12) für die Ventilbetätigungseinrichtung
(16) und jedem Zylinderkopf (1) Abstandsscheiben (21) unterschiedlicher Stärke zum
Höhenausgleich angeordnet sind.
8. Luftgekühlte Brennkraftmaschine nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß in dem Boden des Gehäuses (12) der Ventilbetätigungseinrichtung
(16) Öffnungen zum Durchtritt der Ventilteller (24) vorgesehen sind, wobei die Ventilführungen
(26) aus zwei unterschiedlichen Durchmesser aufweisende koaxial angeordnete Kreiszylinderbuchsen
(26, 27) bestehen, die durch eine horizontale Anschlag- und Dichtscheibe (25) miteinander
verbunden sind.