[0001] Hochkonzentrierte flüssige Wasch- bzw. Reinigungsmittel besitzen gegenüber pulverförmigen
Präparaten eine Reihe von Vorteilen, die unter anderem in der Einsparung eines Trockenprozesses
bei der Herstellung, der leichteren Dasierbarkeit und einer schnelleren und besseren
Verteilung der Mittel in der Wasch- und Reinigungsflotte bestehen. Es besteht eine
Vielzahl von Vorschlägen zum Aufbau solcher Flüssig-Waschmittel, gleichwohl besteht
nach wie vor das Bedürfnis, bestimmte Verbesserungen auf diesem Gebiet zu erzielen.
Anlaß hierfür sind besondere Schwierigkeiten, die hier zu bewältigen sind.
[0002] Eine wichtige Forderung, die der Fachmann an ein Flüssig- Waschmittel stellt,. ist
unter anderem ein möglichst geringer Wassergehalt, um den Verpackungsanteil niedrig
zu halten. Die Wirkstoffkonzentration läßt sich jedoch nicht beliebig erhöhen, da
in der Regel Mittel mit einem Wirkstoffgehalt von mehr als 40 Gew.-% zu Phasentrennungen
neigen, die häufig beim Abkühlen der Mittel auf Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt
irreversibel werden. Zur Bewältigung dieser Schwierigkeit werden im allgemeinen Flüssig-Waschmitteln
hydrotope Substanzen zugesetzt, die als Lösungsvermittler und Stabilisatoren für die
Flüssigphase dienen. Bekannte Verbindungen dieser Art sind beispielsweise Alkalisalze
oder auch Triäthanolaminsalze von Toluol-, Xylol- oder Cumolsulfonat, siehe hierz
beispielsweise die DE-ASen 12 74 780 und 27 03 998. Andere Lösungsvermittler sind
beispielsweise organische mit Wasser mischbare Lösungsmittel wie Alkohole mit 1 bis
3 C-Atomen. Ihre Mitverwendung bringt wegen der Gefahr des Verdunstens und Entflammens
Schwierigkeiten mit sich. Andere bekannte Lösungsvermittler sind Harnstoff oder die
in der DE-OS 19 44 568 genannten Carbonsäureamide von Carbonsäuren mit 1 bis 5 C-Atomen.
[0003] Das Problem der Phasentrennung bzw. Bildung unerwünschter Niederschläge im konzentrierten
Flüssig-Waschmittel ist immer dann besonders relevant, wenn hohe Elektrolyt-Konzentrationen
gewünscht werden, beispielsweise bei der Mitverwendung größerer Mengen an Di- bzw.
Pyrophosphaten und/oder Triphosphat. Die'hydrotropen Substanzen geben zwar eine gewisse
Abhilfe, andererseits belasten sie jedoch das Flüssig-Waschmittel aus einer Reihe
von Gesichtspunkten. Sie stellen einen zusätzlichen Kostenfaktor dar und sind im Waschprozeß
selbst nicht wirksam.
[0004] Die Erfindung geht von der Aufgabe aus, Tensidgemische zur Verfügung zu stellen,
die ihrerseits ein ungewöhnlich hohes Lösevermögen für Elektrolyte im Flüssig- Waschmittel
- insbesondere für Phosphatzusätze - besitzen und dabei gleichwohl optimale Waschwirkungen
erzielen. Die Erfindung will damit insbesondere über die Auswahl bestimmter Tensidgemische
eine optimale Abstimmung von Tensidwirkung und Lösevermögen gegenüber löslichen anorganischen
Salzen, insbesondere Phosphaten, sicherstellen. Hierdurch soll es möglich werden,
stabile, hochkonzentrierte Flüssig- bzw. Reinigungsmittel auch ohne die Mitverwendung
der bekannten hydrotropen Substanzen - oder wenigstens doch unter ihrer Mitverwendung
in wesentlich geringeren Mengen als bisher - herzustellen. Gleichzeitig sollen sich
diese neuen Flüssig-Waschmittel durch eine hochwertige Waschwirkung auszeichnen.
[0005] Die Lehre der Erfindung geht von der überraschenden Feststellung aus, daß bestimmte
Tensidgemische aus quartären Ammoniumalkensulfonaten und Sulfobetainen die gesuchten
Eigenschaften in sich vereinigen.
[0006] Gegenstand der Erfindung ist dementsprechend die Verwendung eines Sulfobataine und
quartäre Ammoniumalkensulfonateenthaltenden Tensidgemisches, das durch Umsetzung des
Rohalkensulfonsäureproduktes aus der Sulfonierung von C
8-20-α-Olefinen mit tert.-Alkyl- und/oder tert.-Hydroxyalkylaminen mit insgesamt nicht
mehr als 25 C-Atomen hergestellt worden ist, als Tensidkomponente in Flüssig-Waschmitteln
mit hohem Gehalt an gelösten Elektrolyten.
[0007] Die erfindungsgemäß aufgebauten flüssigen Wasch- bzw. Reinigungsmittel können insbesondere
Feststoffgehalte im Bereich von 20 bis 60 Gew.-% aufweisen. Vorzugsweise liegt der
Feststoffgehalt bei mindestens 30 oder gar bei mindestens 35 Gew.-%. In der Regel
lassen sich mit den erfindungsgemäß eingesetzten Tensidgemischen Flüssig- Waschmittel
eines Feststoffgehaltes von mehr als 40 Gew.-%, beispielsweise des Bereiches von 40
bis 55 Gew.-% herstellen, wobei es keiner oder der Mitverwendung vergleichweise nur
geringer Mengen üblicher Lösungsvermittler bedarf. Dabei können in diesen Feststoffgehalten
die Tenside etwa bis zu einem Drittel oder auch noch darüber des Feststoffanteils
ausmachen, während zum Rest wasserlösliche Salze, insbesondere Phosphate und andere
übliche Waschmittelbestandteile vorgesehen sind.
[0008] Die erfindungsgemäß eingesetzten Tensidgemische werden in einfacher Weise aus den
Primärprodukten der Olefinsulfonierung durch Umsetzung mit tertiären Aminen erhalten.
[0009] Die DE-OS 15 68 402 beschreibt die Herstellung von quartären Aminsalzen von Olefinsulfonsäuren,
während gemäß der Lehre der US-PS 3 594 411 Sulfobetaine aus den Sulfonierungsprodukten
von α -Olefinen gewonnen werden sollen.
[0010] Erfindungsgemäß kommt demgegenüber ein Detergentiengemisch zum Einsatz, das sowohl
quartäre Ammoniumalkensulfonate als auch Sulfobetaine enthält und in einfacher . Weise
aus den Rohalkensulfonsäuremischungen derα-Olefinsulfonierung erhalten werden kann.
Das Rohalkensulfonsäuregemisch ist dabei das Sultone enthaltende Reaktionsprodukt,
das beispielsweise durch Umsetzung von α-Olefinen mit gasförmigem S0
3 in Gegenwart von inerten Verdünnungsmedien wie Stickstoff bei niedrigen Temperaturen
- im Bereich bis etwa 25°C - erhalten werden kann. Während bei der üblichen Herstellung
von Olef insulfonaten dieses Rohsulfonsäuregemisch mit einem Überschuß an einem wässrigen
Alkali einer Druckhydrolyse bei 100 bis 180°C unterworfen wird, um die entstandenen
wasserunslöslichen Sultone in Detergensbestandteile umzuwandeln, wird für die Herstellung
des erfindungsgemäß verwendeten Tensidgemisches die Rohsulfonsäure aus der Olefinsulfonierung
mit tertiären Aminen unmittelbar umgesetzt. Diese Reaktion kann zweckmäßigerweise
in Abwesenheit von Lösungsmitteln durchgeführt werden. Sollen Lösungsmittel zur Verwendung
kommen, so dürfen diese keine aktiven Wasserstoffatome enthalten. Die Umsetzung der
Rohsulfonsäuren mit den tertiären Alkyl- und/oder Alkanolaminen erfolgt üblicherweise
bei Temperaturen von 100 bis 180oC, wobei die Regel gilt, daß der Anteil an gebildetem
Sulfobetain zu Gunsten von quartärem Ammoniumalkensulfonat um so geringer wird, je
höher die Reaktionstemperatur und/oder je länger die Dauer der Umsetzung gewählt werden.
[0011] Durch geeignete Abstimmung der Verfahrensvariablen gelingt es, Tensidgemische der
geschilderten Art herzustellen, die 5 bis 50 Gew.-% Sulfobetaine neben 95 bis 50 Gew.-%
der quartären Ammoniumalkensulfonatverbindungen enthalten. Diese Stoffmischungen können
als solche ohne weitere Isolierung einzelner Komponenten im Rahmen der Erfindung zum
Einsatz kommen.
[0012] Tensidgemische der genannten Art zeichnen sich im Vergleich mit anderen üblichen
Tensiden für Wasch- bzw. Reinigungsmittel durch ein überraschend hohes Lösevermögen
gegenüber anorganischen Salzen und insbesondere gegenüber Phosphaten aus. Das Lösevermögen
des jeweils zur Verwendung kommenden Tensidgemisches kann dabei in einem einfachen
Versuch'von Fall zu Fall bestimmt werden. In einem solchen Standardtest wird eine
10%ige Tensidlösung bei 22°C und O
odH mit löslichen Phosphatverbin- dungen,beispielsweise Kaliumdiphosphat bzw. -pyrophosphat
oder Natriumtriphosphat, beladen und festgestellt, welche Phosphatmengen sich maximal
unter den Verfahrensbedingungen in dieser 10%igen Tensidlösung gelöst halten lassen.
Für die Zwecke der Erfindung besonders geeignet sind Tensidgemische der genannten
Art, die unter diesen Standardbedingungen wenigstens 8 Gew.-%
e vorzugsweise wenigstens 10 Gew.-% Kaliumdiphosphat gelöst halten. In einer bevorzugten
Ausführungsform werden Tensidgemische eingesetzt, die wenigstens 20 Gew.-% Kaliumdiphosphat
unter diesen Bedingungen in Lösung halten. Im Vergleich mit üblichen Tensiden sind
damit mittels der Erfindung wesentlich höhere Phosphatmengen in stabiler Lösung zu
halten. Im zuvor geschilderten Standardversuch liefern übliche Tenside, beispielsweise
Olefinsulfonate, Dodecylbenzolsulfonat, Alkansulfonate oder nichtionische Tenside
wie äthoxylierte Fettalkohole oder äthoxylierte Alkylphenole ein sehr viel geringeres
Aufnahmevermögen, das in der Regel deutlich unter 10 Gew.-% Kaliumdiphosphat und dabei
häufig sogar unter 5 Gew.-% Kaliumdiphosphat liegt. Bezogen auf die Aufnahmefähigkeit
an Natriumtriphosphat im angegebenen Standardtest gilt, daß für die bevorzugten Tensidgemische
das Aufnahmevermögen bei wenigstens 8 Gew.-%, vorzugsweise bei wenigstens 10 Gew.-%
Natriumtriphosphat liegt. Auch das ist deutlich mehr als mit Standardtensiden eingestellt
werden kann.
[0013] Es gilt dabei weiterhin im allgemeinen die Regel, daß die Aufnahmefähigkeit des Tensidgemisches
gegenüber den Elektrolyten höher wird, wenn die C-Zahl der Ausgangs-α-Olefine innerhalb
des angegebenen Bereiches gesenkt wird. So ist die Aufnahmefähigkeit von erfindungsgemäß
eingesetzten Tensidmischungen abgeleitet aus C
12-α-Olefinen deutlich höher als die entsprechende Aufnahmefähifkeit von Tensidgemischen
aus C
18-α-Olefinen.
[0014] Für die Zwecke der Erfindung gilt allerdings, daß die Auswahl des Tensidgemisches
nach dem Elektrolytaufnahmevermögen nur der eine Bestimmungsparameter ist. Der andere
Parameter ist die Waschwirksamkeit des Tensidgemisches im Standardversuch, bestimmt
als prozentuale Remission und/oder als prozentuale Aufhellung. Zur Durchführung solcher
Standardwaschversuche können beispielsweise die folgenden Bedingungen eingesetzt werden:
Material: Angeschmutzte Wollsträngchen;
Flotte: 1 : 50;
Temperatur: 30°C;
Zeitdauer: 20 Minuten temperieren, 15 Minuten waschen; Härte: 16°dH.
[0015] Für Waschversuche im Launderometer mit anderen Substraten (nicht veredelte Baumwolle,
veredelte Baumwolle, veredelte Polyester/Baumwolle, jeweils mit Staub und Hautfett
angeschmutzt) gelten beispielsweise die folgenden Bedingungen:
Flotte: Bei nichtveredelter Baumwolle 1:12, sonst 1:30; Härte: 16odH; .
Zusatz: 10 Stahlkugeln;
Zeit: Ohne Temperieren unter Aufheizen 30 Minuten waschen.
[0016] Es werden jeweils in üblicher Weise die Remissions- bzw. Aufhellungswerte bestimmt.
Erfindungsgemäß einzusetzende Tensidgemische sollten vorzugsweise Waschergebnisse
liefern, die mit üblichen Standardtensiden vergleichbar oder wenigstens annähernd
vergleichbar sind.
[0017] Zur optimalen Abstimmung von Lösungsvermittlung und Waschwirkung aufeinander hat
es sich im Rahmen der Erding als besonders zweckmäßig erwiesen, Tensidgemische zu
verwenden, die sich von C
10-16- α-Olefinen und insbesondere von C
12-16- α-Olefinen ableiten. Überraschenderweise hat sich dabei gezeigt, daß insbesondere
solche Tensidgemische geeignet sein können, die sich von einem Gemisch mehrerer α-Olefine
des angegebenen C-Zahlbereichs ableiten. In dieser besonders bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung werden daher Tensidgemische eingesetzt, die ausgehend von einer Mischung
bzw. einem Verschnitt mehrerer α -Olefine hergestellt worden sind. Interessanterweise
zeigen dabei solche Tensidgemische, die bereits in der Stufe der α-Olefine die Stoffmischung
beinhalten, eine insgesamt bessere Wirkung als Tensidmischungen, die in einem späteren
Stadium der Fertigung des Flüssig-Waschmittels miteinander vermischt worden sind.
Insbesondere das Lösevermögen gegenüber-Phosphaten scheint günstig beeinflußt zu werden,
wenn von Anfang an ein α-Olefingemisch der geschilderten Art vorgelegen hat.
[0018] Als besonders zweckmäßige und optimale Kombination von Lösevermögen und Waschwirkung
hat sich ein Tensidgemisch der geschilderten Art gezeigt, das von einem C
14/16-α-Olefinschnitt abstammt. Die daraus erhaltene Mischung verschiedener q
ua
rt
ärer Ammoniumalkensulfonate und Sulfobetaine zeigt besonders gut gegeneinander ausgewogene
Eigenschaften von Lösungsvermittlung für Phosphate und der Waschwirkung.
[0019] In den erfindungsgemäß eingesetzten Tensidgemischen leitet sich die quartäre Ammoniumgruppe
von den tertiären Aminen ab, die mit der Rohalkensulfonsäuremischung aus der Olefinsulfonierung
umgesetzt worden sind. Diese tertiären Amine der allgemeinen Formel NR
1R
2R
3 sind dabei tertiäre Alkyl- und/oder Hydroxyalkylamine mit insgesamt höchstens 25
C-Atomen in den Alkyl- und/oder Hydroxyalkylresten. Bevorzugt weisen diese organischen
Reste des tertiären Amins jeweils bis zu 12 C-Atome auf, wobei zweckmäßigerweise die
Reste 2 bis 8 C-Atome besitzen. Liegen ausschließlich Alkylreste am Amin vor, so kann
es zweckmäßig sein, daß diese insgesamt wenigstens 4 C-Atome besitzen. Es kann für
diesen Fall weiterhin bevorzugt sein, daß wenigstens einer dieser Reste 4 C-Atome
aufweist.
[0020] Für die Zwecke der Erfindung sind allerdings solche Tensidgemische besonders bevorzugt,
in denen sich die quartäre Ammoniumgruppe von einem tertiären Amin ableitet, das wenigstens
einen, vorzugsweise mehr als nur einen Hydroxyalkylrest aufweist. Der für die Zwecke
besonders geeignete Hydroxyalkylrest ist der Hydroxy- äthylrest. Hier sind es dann..insbesondere
die quartären Triethanolammoniumverbindungen, die im Rahmen der Erfindung besondere
Bedeutung haben könnten.
[0021] Sulfobetaine der erfindungsgemäß zu verwendenden Art entsprechen der Formel

[0022] In dieser Formel entsprechen die Reste R
1, R
2 und
R3 den zuvor angegebenen Bedeutungen, während der Rest

einen oder vorzugsweise mehrere Alkanreste des für die α-Olefine angegebenen C-Zahlbereichs
darstellt. Die
'quartären Alkensulfonsäuresalze leiten sich aus diesen Verbindungen durch Verschiebung
des quartären Ammoniumrests an die Sulfosäuregruppe unter gleichzeitiger Ausbildung
einer olefinischen Doppelbindung in der Hauptkette ab.
[0023] Es fällt in den Rahmen der Erfindung die bisher geschilderten quartären Ammoniumgruppen
enthaltenden Tensidgemische in Abmischung mit üblichen Tensiden, insbesondere nichtionogenen
und/oder anionenaktiven Tensiden einzusetzen. Geeignete, nicht-ionogene oberflächenaktive
Substanzen sind beispielsweise Anlagerungsprodukte von Alkylenoxiden an längerkettige
Alkohole, Alkylphenole, Amine, Carbonsäuren, Carbonsäureamide sowie an Polypropylenglykole
der Molgewichte 900 bis 4000. Als anionenaktive Tenside kommen beispielsweise Alkylsulfonate,
Olefinsulfonate, Alkylbenzolsulfonate, e-Sulfofettsäureester, Alkylsulfate, Alkylethersulfate
und -Polyethersulfate in Betracht. Vorzugsweise liegt das quartäre Ammoniumgruppen
enthaltende Tensidgemisch gemäß der Erfindung in Mengen von wenigstens 20 Gew.-%,
vorzugsweise in Mengen von wenigstens-50 Gew.-%, bezogen auf die insgesamt vorliegende
Tensidmischung vor. Mengen von 60 bis 90 Gew.-% der quartäre Ammoniumgruppen enthaltenden
Tensidmischung zu 40 bis 10 Gew.-% sonstiger Tenside können besonders zweckmäßig sein.
Als geeignete sonstige Tenside können beispielsweise schaumbremsende oberflächenaktive
Verbindungen wie Natriumoleat zum Einsatz kommen.
[0024] Zur Erzielung besonderer Wirkungen können in die Wasch-und Reinigungsmittel gewünschtenfalls
weitere für solche Mittel übliche Zusätze eingearbeitet werden, beispielsweise Konservierungs-
bzw. Desinfektionsmittel, optische Aufheller, Vergrauungsinhibitoren, Antischaummittel,
Parfümöle und Farbstoffe, soweit diese Stoffe die Lagerstabilität der Mittel nicht
nachteilig beeinflussen.
[0025] Die unter Verwendung der erfindungsgemäß eingesetzten Tensidmischen hergestellten
Mittel können nicht nur zum Waschen oder Reinigen von Textilien oder nichttextilen
Gegenständen Verwendung finden, sie lassen sich beispielsweise auch auf dem Gebiet
der Handwaschmittel, der Badezusätze und der Haarshampoos verwenden.
Beispiele
Beispiel 1
[0026] In einer Versuchsreihe wird das Phosphataufnahmevermögen verschiedener Tensidgemische
im Sinne der Erfindung ermittelt und mit dem Phosphataufnahmevermögen anderer üblicher
Tenside verglichen. Die Bestimmgung des Phosphataufnahmevermögens erfolgt dabei im
Standardtest, bei dem geprüft wird, welche Menge der jeweiligen Phosphatverbindung
sich maximal in einer 10%igen Tensidlösung (bei 22°C und 0°dH) gelöst halten lassen.
[0027] In sämtlichen Fällen der erfindungsgemäß eingesetzten Tensidgemische sind dabei die
Umsetzungsprodukte aus Olefinsrohsulfonaten mit Triethanolamin verwendet. In der folgenden
Tabelle 1 sind dabei die folgenden Daten zusammengefaßt: C-Zahl der Ausgangs-α-olefine;
Sulfobetaingehalt der Aktivsubstanz, maximales Lösungsvermögen für Kaliumdiphosphat
in Gew.-% sowie maximales Lösungsvermögen für Natriumtriphosphat in Gew.-%.

Vergleichsbeispiel
[0028] Zum Vergleich werden die entsprechenden Werte für die Aufnahmefähigkeit an Kaliumdiphosphat
bzw. Natriumtriphosphat bei einem sulfobetainfreien quartären Ammoniumalkensulfonat
(ausgehend von einem C
14/16-α-olefinschnitt) sowie bei weiteren üblichen Tensiden festgestellt. Die dabei erhaltenen
Werte sind in der folgenden Tabelle 2 zusammengefaßt.

BeisPiel 2
[0029] Unter Verwendung eines C
14/16-α-Olefinschnitts und mit Triethanolamin wird ein Tensidgemisch im Sinne der Erfindung
hergestellt, das 33 Gew.-% Aktivsubstanz und dabei 21 Gew.-% Sulfobetainanteil, bezogen
auf die Aktivsubstanz enthält. Unter Verwendung dieses Tensidgemisches werden drei
Flüssigwaschmittel der folgenden Zusammensetzung hergestellt:
Flüssig-Waschmittel 1
[0030]
10 Gew.-% Kalium-Pyrophosphat
8 Gew.-% Natrium-Triphosphat
3 Gew.-% Natrium-Oleat
23 Gew.-% des zuvor definierten Tensidgemisches
2 Gew.-% Ethanol
54 Gew.-% Wasser
Flüssig-Waschmittel 2
[0031]
10 Gew.-% Kalium-Pyrophosphat
8 Gew.-% Natrium-Triphosphat
3 Gew.-% Natrium-Oleat
23 Gew.-% des zuvor definierten Tensidgemisches
2 Gew.-% Ethanol
2 Gew.-% DÄA + 1 ÄO
52 Gew.-% Wasser
Flüssig-Waschmittel 3
[0032]
13 Gew.-% Kalium-Pyrophosphat
9 Gew.-% Natrium-Triphosphat
5 Gew.-% Kalium-Toluolsulfonat
3 Gew.-% Natrium-Oleat
.23 Gew.-% des zuvor definierten Tensidgemisches
2 Gew.-% DÄA + 1 ÄO
45 Gew.-% Wasser
[0033] Mit den drei im Sinne der Erfindung zusammengesetzten Flüssig-Waschmitteln und zum
Vergleich mit zwei Spezial-Wollwaschmitteln des Marktes werden angeschmutzte Wollsträngchen
bei einem Flottenverhältnis von 1 : 50, einer Temperatur von 30°C und einer Härte
von 16°dH gewaschen. Dabei wird das Material 20 Minuten temperiert und anschließend
15 Minuten gewaschen. Die erhaltenen Waschergebnisse, dargestellt an den prozentualen
Remissionswerten und der prozentualen Aufhellung sind in der folgenden Tabelle 3 zusammengefaßt.

[0034] In der folgenden Tabelle 4 sind die Ergebnisse von Waschversuchen im Launderometer
mit den drei zuvor genannten Flüssig-Waschmitteln an nicht veredelter Baumwolle (WFKB),
an veredelter Baumwolle (LBV), veredeltem Polyester/ Baumwolle (LP/BV), jeweils mit
Staub und Hautfett angeschmutzt, zusammengefaßt. Im einzelnen gelten die folgenden
Bedingungen:
Material: 2 x 2,1 g sauberes und 2 x 2,1 g angeschmutztes Gewebe.
Flotte: WFKB 1:12; sonst 1:30; Härte: 16°dH; Zusatz: 10 Stahlkugeln.
Zeit: ohne Temperieren unter Aufheizen 30 Minuten gewaschen.
[0035] Die Zahlenwerte der folgenden Tabelle 4 sind % Remission.

1. Verwendung eines Sulfobetaine und quartäre Ammoniumalkensulfonate enthaltenden
Tensidgemisches, das durch Umsetzung des Rohalkensulfonsäureproduktes aus der Sulfonierung
von C8-20 -α-Olefinen mit tert.-Alkyl-und/oder 'tert.-Hydroxyalkylaminen mit insgesamt nicht
mehr als 25 C-Atomen hergestellt worden ist, als Tensidkomponente in Flüssig-Waschmitteln
mit hohem Gehalt an gelösten Elektrolyten.
2. Ausführungsform nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Tensidgemisch
verwendet wird, das sich von C10-16-α- -Olefinen, insbesondere von C12-16- α-Olefinen ableitet.
3. Ausführungsform nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Tensidgemisch
verwendet wird, das sich von einem Gemisch mehrerer α -Olefine des angegebenen C-Zahlbereichs
ableitet.
4. Ausführungsform nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein Tensidgemisch
verwendet wird, das sich von einer Mischung bzw. einem Schnitt von C14/16-α-Olefinen ableitet.
5. Ausführungsform nach Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß ein Tensidgemisch
verwendet wird, das in seinem quartären Ammoniumrest Alkyl- und/oder Hydroxyalkylreste
mit bis zu 12 C-Atomen, vorzugsweise mit 2 bis 8 C-Atomen aufweist.
6. Ausführungsform nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein Tensidgemisch
mit dem quartären Triäthanolammonium-Rest verwendet wird.
7. Ausführungsform nach Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß ein Tensidgemisch
verwendet wird, das 5 bis 50 Gew.-% Sulfobetaine neben 95 bis 50 Gew.-% quartärem
Ammoniumalkensulfonat enthält.
8. Ausführungsform nach Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Tensidgemisch
in einem Flüssig- Waschmittel mit einem Feststoffgehalt von 20 bis 60 Gew.-%, vorzugsweise
von 35 bis 60 Gew.-% verwendet wird.
9. Ausführungsform nach Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das quartäre
Ammoniumgruppen enthaltende Tensidgemisch zusammen mit üblichen anderen Tensiden eingesetzt
wird.