[0001] Die Erfindung betrifft einen magnetoelastischen Geber gemäß dem Oberbegriff des Anspruches
1.
[0002] Bekannte magnetoelastische Geber bestehen aus einem Blechpaket, in welchem mit Hilfe
einer Erregerwicklung (Speisewicklung) ein magnetisches Feld mit einem bestimmten
Feldbild erzeugt wird. Dieses Feldbild verändert sich, wenn der Geber mechanischen
Kräften ausgesetzt wird. Mit Hilfe einer oder mehrerer Meßwicklungen werden diese
Veränderungen des Feldes erfaßt, wodurch ein Maß für die Größe der mechanischen Kräfte
gewonnen wird. Die genannten Wicklungen können in Öffnungen des Blechpaketes des Gebers
untergebracht sein oder sie können das Blechpaket umschließen.
[0003] Diese magnetischen Geber, die beispielsweise aus der DE-PS 955 272 bekannt sind,
haben einen großen Leistungsverbrauch, und zwar besonders dann, wenn der Geber für
die Messung großer Kräfte ausgelegt ist. Der Leistungsverbrauch beruht darauf, daß
der magnetische Kern (das Blechpaket) stark magnetisiert werden muß. Aufgrund des
großen Volumens des zu magnetisierenden magnetischen Kerns ist man auch gezwungen,
eine Speisespannung mit verhältnismäßig niedriger Frequenz zu verwenden, da bei höheren
Frequenzen die Verluste noch größer werden würden. Andererseits ist eine hohe Frequenz
der Speisespannung erwünscht, da man dann schnellere Verläufe messen kann und die
zu der elektronischen Anordnung gehörenden Schaltungselemente, wie z. B. Kondensatoren,
weniger aufwendig sind. Eine Möglichkeit zur Verminderung des Leistungsverbrauches
besteht darin, daß man das Bild des Magnetfeldes im Geber durch Änderung der Lochkonfiguration
beeinflußt. Der hierdurch erzielte Einfluß auf den Leistungsverbrauch ist jedoch gering.
[0004] Ein weiterer Nachteil der bekannten Geber besteht darin, daß ihr Leistungsbedarf
von der Größe des Gebers abhängt und dieser Größe etwa proportional ist. Bei Gebern
zur Kraftmessung z. B. ist die Größe ungefähr proportional der größten meßbaren Kraft
oder Last. Große Geber benötigen daher eine große Speiseleistung, was aufwendige Speiseeinrichtungen
erfordert. Speiseeinrichtungen und die Signalverarbeitung werden auch um so komplizierter,
je größere Variationen des Signalwertes verarbeitet werden müssen.
[0005] Durch Verkleinerung des Volumens des magnetisierbaren Materials kann der Bedarf an
elektrischer Leistung vermindert werden. Für die Verringerung des magnetisierbaren
Materials gibt es wenigstens zwei Möglichkeiten:
Die eine Möglichkeit besteht darin, einen Teil der Bleche durch solche aus nichtmagnetisierbarem
Material zu ersetzen. Dies ist ohne weiteres möglich, und es hat sich gezeigt, daß
bis zu 99,5% der Bleche durch nichtmagnetisierbares Material ersetzt werden können.
Solche Ausführungen sind beispielsweise aus der SE-AS 399125 bekannt. Nichtmagnetisierbares
Blech aus beispielsweise 18/8-Stahl o. dgl. hat jedoch einen Temperaturausdehnungskoeffizienten,
der sich aus dem Ausdehnungskoeffizienten für magnetisierbares Blech (wie z. B. mit
Silizium legiertes Eisenblech) erheblich unterscheidet. Auch ist der E-Modul der beiden
Materialien verschieden. Dies bedeutet für Geber, die - wie beispielsweise in der
SE-AS 399125 - ein mechanisch zusammengesetztes Blechpaket haben oder für Geber mit
geleimten Blechpaketen eine sehr große Temperaturabhängigkeit ihres Nullpunktes und
ihrer Empfindlichkeit. Damit in einem geleimten Paket aus Blechen mit verschiedenen
Eigenschaften (E-Modul, Temperaturkoeffizient) keine Risse auftreten, wenn es unterschiedlichen
Belastungen und Temperaturen ausgesetzt wird, ist es allerdings erforderlich, daß
E-Modul und Temperaturkoeffizient der Materialien nicht allzu unterschiedlich sind.
Man hat festgestellt, daß der E-Modul des Ersatzmaterials höchstens mit ±20% von dem
E-Modul des verwendeten magnetisierbaren mit Silizium legierten Eisenbleches abweichen
darf und das der Temperaturausdehnungskoeffizient des Ersatzmaterials nicht mehr als
±25% von dem Temperaturausdehnungskoeffizienten des mit Silizium legierten Eisenbleches
abweichen darf. Aufgrund dieser an das Material zu stellenden Forderungen ist es z.
Zt. schwierig, billiges Ersatzmaterial zu finden. Als Beispiel für Material, das sich
als anwendbar erwiesen hat, können INCONELO und NIMONICO genannt werden; doch handelt es sich hierbei um sehr teures Material.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen magnetischen Geber der eingangs genannten
Art zu entwickeln, der nur relativ wenig magnetisierbares Material enthält, ohne daß
die obengenannten Probleme auftreten.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein magnetoelastischer Geber nach dem Oberbegriff
des Anspruches 1 vorgeschlagen, der erfindungsgemäß die im kennzeichnenden Teil des
Anspruches 1 genannten Merkmale hat.
[0008] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist im Anspruch 2 genannt.
[0009] Das Kompoundblech gemäß der Erfindung besteht vorzugsweise aus einer dünnen Mittelschicht
aus mit Silizium legiertem Eisenblech, zu dessen beiden Seiten ein Blech aus beispielsweise
dem billigeren 18/8-Stahl angebracht ist. Zwischen den drei Schichten muß eine metalllische
Verbindung bestehen, die beispielsweise durch Walzen hergestellt werden kann. Die
Fe-Si-Schicht ist zweckmäßigerweise dünner als ein Drittel der Blechdicke, welches
letzters üblicherweise insgesamt ca. 0,5 mm dick ist. Die untere Grenze für die Dicke
der magnetisierbaren Blechschicht wird von der Korngröße des Materials bestimmt, die
in den z. Zt. zugänglichen Materialien üblicherweise 100 gm beträgt.
[0010] Der Geber gemäß der Erfindung hat mehrere Vorteile. Durch die metallische Verbindung
zwischen der aktiven, magnetisierbaren mit Silizium legierten Eisenblechschicht mit
den nichtmagnetisierbaren, passiven Schichten weicht - wenn die mit Silizium legierte
Eisenblechschicht hinreichend dünn ist - der resultierende Temperaturausdehnungskoeffizient
des Mischmaterials, also des Kompoundbleches, außerordentlich wenig von dem Temperaturausdehnungskoeffizienten
der vollständig passiven nichtmagnetisierbaren Bleche ab. Dadurch ist es möglich,
das Blechpaket durch herkömmliche Methoden, wie Leimen, aus einem kleineren Teil von
nur wenigen Prozent des aktiven Kompoundbleches und einem überwiegenden Teil des nichtmagnetisierbaren
Materials zusammenzusetzen. Im Vergleich zu bekannten Ausführungsformen mit passivem
Füllmaterial besteht der Vorteil darin, daß der überwiegende Teil, also das Füllmaterial,
billiges Blech ist, während die aktiven, teuren Bleche nur einen sehr kleinen Teil
ausmachen.
[0011] Ein Vorteil, den der Geber nach der Erfindung mit den anfangs beschriebenen Gebern
gemeinsam hat, besteht darin, daß man den Anteil der aktiven Bleche so wählen kann,
daß kleinere Geber einen größeren relativen Anteil an aktivem Material enthalten.
Dadurch kann die Speiseleistung und auch die Größe des maximalen Ausgangssignals des
Gebers im wesentlichen von der Größe des Gebers unabhängig gemacht werden, wodurch
die erforderliche elektronische Anordnung billiger wird.
[0012] Anhand der einzigen Figur soll die Erfindung näher erläutert werden.
[0013] Die Figur zeigt einen Teil eines Blechpaketes mit mehreren Kompoundblechen 1, die
einzeln in einem Paket aus Blechen aus nichtmagnetisierbarem Material 2 verteilt sind.
Wenn der nicht gezeigten Erregerwicklung Strom zugeführt wird, wird also nur die magnetisierbare
Innenschicht der Kompoundbleche magnetisiert.
[0014] Wie aus der Figur hervorgeht, ist das zu magnetisierende Volumen im Vergleich zu
dem Blechpaket eines bekannten Gebers erheblich reduziert, wobei der Leistungsverbrauch
etwa im gleichen Verhältnis zurückgeht.
[0015] Die Schichten 10, 11 und 12 der Kompoundbleche sind aus der Figur ersichtlich. In
der Mitte liegt eine Schicht 11 aus magnetisierbarem Material, z. B. aus dem Material,
wie es in den z. Zt. hergestellten Gebern verwendet wird, und auf beiden Seiten dieser
Materialschicht liegen Schichten 10, 12 aus nichtmagnetisierbarem Stahl. Die nichtmagnetisierbaren,
passiven Bleche 2 bestehen beispielsweise aus dem gleichen Material wie die Außenschichten
der Kompoundbleche.
[0016] Die Materialprobleme werden in hohem Maße reduziert, was darauf beruht, daß man eine
metallische Verbindung zwischen den einzelnen Materialien erhält und es dann nicht
so wichtig ist, daß der E-Modul und der Temperaturausdehnungskoeffizient innerhalb
der genannten Grenzen liegen. Durch die homogene metallische Verbindung zwischen den
einzelnen Materialien werden die Spannungen, die in den Grenzschichten bei Temperaturänderungen
auftreten, in allen Richtungen der Grenzschichtebene gleich groß.
[0017] Die hier beschriebene Erfindung ist von der Form der Geber und der Anbringung der
Erreger- bzw. Meßwicklungen am Blechkern vollkommen unabhängig, was bedeutet, daß
die Erfindung an allen z. Zt. bekannten Gebern magnetoelastischer Art angewendet werden
kann.
[0018] Obwohl die beiden Materialien in den Kompoundblechen hinsichtlich E-Modul und Temperaturausdehnungskoeffizient
a relativ verschieden sind, liegt das fertige Blech mit seinen Eigenschaften als Einheit
den Eigenschaften des passiven Füllmaterials sehr nahe. Dadurch können Kompoundblech
und Füllmaterial ohne größere Probleme konventionell zusammengefügt werden.
1. Magnetoelastischer Geber mit einem aus mehreren Blechen zusammengeleimten Blechpaket,
das aus magnetisierbaren und nicht magnetisierbaren Blechen (1 bzw. 2) aufgebaut ist,
wobei das Blechpaket mit mindestens einer Erregerwicklung und mindestens einer Meßwicklung
versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die magnetisierbaren Bleche (1) Kompoundbleche
sind, die aus einer mittleren Schicht (11) aus magnetisierbarem Material, vorzugsweise
aus mit Silizium legiertem Eisenblech (11), mit an beiden Flächen angrenzenden aus
nicht magnetisierbarem Material bestehenden Schichten (12) bestehen, wobei zwischen
den Schichten des Kompoundbleches eine homogene metallische Bindung besteht.
2. Magnetoelastischer Geber nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das nicht
magnetisierbare Material der Kompoundbleche gleich dem der nicht magnetisierbaren
Bleche ist.
1. Magneto-elastic transducer comprising a sheet package consisting of a plurality
of sheets glued to each other said sheet package consisting of magnetizable and non-magnetizable
sheets (1 and 3, respectively) and carrying at least one excitation winding and at
least one measuring winding, characterized in that the magnetizable sheets (1) are
of compound type consisting of a middle layer (11) of magnetizable material, preferably
of silicon-alloyed iron sheet (11), with both its surfaces bordering on layers (12)
consisting of non-magnetizable material, whereby a homogeneous metallic bonding between
the layers of the compound sheet is established.
2. Magneto-elastic transducer according to claim 1, characterized in that the non-magnetizable
material of the compound sheets is equal to the material of the non-magnetizable sheets.
1. Transducteur magnéto-élastique comportant un paquet de tôles constitué par plusieurs
tôles assemblées par collage et formé par des tôles magnétisables et des tôles non-magnétisables
(1 et 2), ledit paquet de tôles étant pourvu d'au moins un enroulement d'excitation
et au moins un enroulement de mesure, caractérisé par le fait que les tôles magnétisables
(1) sont des tôles composites constituées par une couche médiane (11) en un matériau
magnétisable, de préférence en une tôle alliée au silicium (11) avec, jouxtant des
deux faces, des couches (12) constituées en un matériau non magnétisable, und liaison
métallique homogène étant prévue entre les couches de la tôle composite.
2. Transducteur magnéto-élastique suivant la revendication 1, caractérisé par le fait
que le matériau non magnétisable des tôles composites est identique à celui des tôles
non magnétisables.