[0001] Um Verdampferrohrwände von Rauchgaszügen vor zu hoher Wärmeaufnahme abzuschirmen,
sind Dampferzeuger nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 vorgeschlagen worden, bei
denen die Rohre der Ueberhitzerrohrwand als Fall- und Steigrohre ausgebildet sind.
Die Eintritts- und Austrittsabschnitte der Ueberhitzerrohre durchdringen dabei die
Verdampferrohrwand im Bereich des oberen Endes der Ueberhitzerrohrwand.
[0002] Eine solche Anordnung hat den Nachteil, dass die Ueberhitzerrohrwände sich für das
Anfahren der Anlage nicht entwässern lassen. Damit besteht die Gefahr, dass beim Anfahren
einzelne Rohre nicht genügend gekühlt werden. Es ist Aufgabe der Erfindung, diesen
Nachteil zu beheben.
[0003] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die Merkmale nach dem Kennzeichen des Anspruchs
1 gelöst. Besondere Vorteile dieser Lösung ergeben sich aus der einfachen Konstruktion
der Durchdringungspartie am unteren Ende der Ueberhitzerrohrwand, durch welche unzulässige
Wärmespannungen vermieden werden.
[0004] Mit dem Merkmal nach Anspruch 2 wird vermieden, dass die Rohre der Ueberhitzerrohrwand
zusätzliche Knickbelastungen erfahren.
[0005] Nach Anspruch 3 kann, bei gleicher Abschirmwirkung, die Anzahl der Ueberhitzerrohre
verringert und das Gewicht der druckführenden Teile reduziert werden.
[0006] Durch die Rückhaltelemente nach Anspruch 4 wird auf konstruktiv einfache weise ein
Ausbiegen der Ueberhitzerrohre aus der Ebene der Ueberhitzerrohrwand vermieden.
[0007] Die Merkmale nach Anspruch 5 gewährleisten eine freie Wärmedehnungsmöglichkeit für
die Ueberhitzerrohre.
[0008] Die Lösung nach Anspruch 6 gestattet, die Anzahl der Durchdringungsstellen erheblich
zu vermindern.
[0009] Bei Anwendung der Merkmale nach Anspruch 7 werden auch bei unterschiedlichen Durchflussmengen
benachbarter Rohre zusätzliche Wärmespannungen vermieden.
[0010] Mit der Lösung nach Anspruch 8 können Rauchgas-Leckverluste vermieden werden.
[0011] Die Ausführung nach Anspruch 9 gestattet, ohne Schiebedichtungen auszukommen.
[0012] Die Erfindung wird in der Zeichnung an fünf Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigen:
Figur 1: einen schematisierten Vertikalschnitt durch den Dampferzeuger nach der Erfindung,
Figur 2: eine fragmentarische Ansicht der unteren Durchdringungspartie der Ueberhitzerwandrohre,
Figur 3: einen Schnitt nach der Linie III - III in Figur 2,
Figur 4: einen Horizontalschnitt durch die Rauchgaszugwand im Bereich eines Hakens
nach der Linie IV - IV in Figur 5,
Figur 5: einen Vertikalschnitt nach der Linie V - V in Figur 4,
Figur 6: eine Ansicht einer oberen Durchdringung der Ueberhitzerrohre durch die Verdampferrohrwand,
Figur 7: einen Vertikalschnitt nach der Linie VII - VII in Figur 6,
Figur 8: eine Ansicht einer zweiten Ausführungsform der oberen Durchdringungspartie
der Ueberhitzerrohre durch die Verdampferrohrwand und
Figur 9 je eine Ansicht weiterer Alternativen der oberen bis 11: Durchdringungspartie.
[0013] Gemäss Figur 1 weist ein Dampferzeuger 1 eine Brennkammer 2 mit einem daran anschliessenden
Rauchgaszug 3 auf, an dessen oberen Ende ein Querzug 4 angeschlossen ist. Die Brennkammer
2 und der Rauchgaszug 3 sind von vier vertikalen Wänden 6 begrenzt. Am unteren Ende
der Brennkammer ist ein Trichter 7 vorgesehen, der ebenfalls aus Rohrwänden besteht.
Im Bereich der vertikalen Kanten zwischen jeweils zwei benachbarten Wänden 6 sind
je vier Brenner 8 angeordnet, die über Kanäle 9 mit Luft und über weitere, nicht gezeichnete
Leitungen, mit Brennstoff versorgt werden.
[0014] Die Rohrwände 6 und die Wände des Trichters 7 sind aus gasdicht verschweissten Rohren
10 gebildet, die als Verdampferheizflächen dienen. Im Rauchgaszug 3 sind Berührungsheizflächen
12, 13 und 14 aufgehängt, von denen die Heizfläche 14 aus mehreren tafelförmigen,
vertikalen Schottenheizflächen gebildet sein kann. Um zu verhindern, dass die sich
über den Rauchgaszug 3 erstreckenden Abschnitte der Verdampferrohrwände 6 zuviel Wärme
aufnehmen, sind ihnen rauchgasseitig Ueberhitzerrohrwände 18 vorge-
' lagert. Diese vier Ueberhitzerrohrwände
[0015] unten mit bestehen aus einem engen Gitter vertikaler Rohre, die' ausserhalb des Rauchgaszuges
angeordneten Verteilern 20 und oben mit ebenfalls ausserhalb des Rachgaszuges angeordneten
Sammlern 21 verbunden sind.
[0016] Die Figuren 2 bis 7 zeigen Details der Rohranordnung im Bereich des Rauchgaszuges
3. Ueber die Höhe der Brennkammer 2 sind die parallelen Verdampferrohre 10 über Stege
24 miteinanderverschweisst. An der Grenze zum Rauchgaszug 3 sind jeweils zwei benachbarte
Verdampferrohre 10 über Gabelstükke 26 zu einem neuen Verdampferrohr 27 zusammengeführt.
Zwischen benachbarten Verdampferrohren 27 erstrecken sich breite Stege 28, sodass
die Verdampferrohre 10 und 27 mit den Stegen 24 beziehungsweise 28 zusammen dichte,sogenannte
Membranwände bilden. Im untersten Zwickel der Stege 28 durchstossen Rohrbögen 30,
die an Gabelstücke 31 angeschlossen sind, die Verdampferrohrwand/An den Gabelstücken
31 sind vertikale Flossenrohre 32 angeschweisst, welche die Ueberhitzerrohrwand 18
bilden. Die Flossen 33 benachbarter Flossenrohre 32 haben nur geringen Abstand a,
durch den praktisch keine Wärmestrahlung auf die dahinterliegende Verdampferrohrwand
fällt.
[0017] Die Flossenrohre 32 sind über ihre Höhe an mehreren Stellen durch Rückhaltelemente
an den Stegen 28 der Verdampferrohrwand befestigt. Wie die Figuren 4 und 5 zeigen,sind
zu diesem Zweck an der Rückseite der Flossenrohre 32 Haken 35 an- geschweisst, die
in je einen Schlitz 36 der Stege 28 eingehängt sind. Zur Abdichtung sind die Schlitze
36 und die Haken 35 durch auf der Aussenseite der Verdampferrohrwand 6 dicht angeschweisste
Kasten 40 überdeckt.
[0018] Wie die Figuren 6 und 7 zeigen, münden im Bereich des obe-ren Endes der Ueberhitzerrohrwand
jeweils zwei benachbarte Flossenrohre 32 in ein Gabelstück 42 ein, an das ein Rohrbogen
43 anschliesst. Dieser Rohrbogen 43 durchdringt mit seinem horizontalen Schenkel 44
ein am Steg 28 vorgesehenes Langloch 46. Zur Abdichtung sind beidseits des Steges
28 je eine inneren Abdeckzunge 48 und eine äussere Abdeckzunge 49 so am Schenkel 44
angeschweisst, dass sich dieser, unterschiedlicher Wärmedehnung der Flossenrohre 32
und der Verdampferrohre 27 folgend, im Langloch 46 verschieben kann und die Zungen
dabei stets das Langloch überdecken.
[0019] Die Abdeckzungen 48 und 49 gewähren keine völlige Dichtung. Es kann daher zweckmässig
sein, auf der Aussenseite der Verdampferrohrwand diese über nicht gezeichnete, vertikale
Verschiebungen zulassende Bälge mit den Schenkeln 44 zu verbinden.
[0020] Die Ausführungsform nach den Figuren 2 bis 7 hat den Nachteil, dass bei ungleicher
Verteilung des Dampfstromes auf zwei durch ein Gabelstück 31 miteinander verbundene
Flossenrohre 32 die darin fliessenden Dampfströme sich ungleich erhitzen können, was
bei der festen Verbindung durch Gabelstücke 42 zu Wärmespannungen führen kann. Dieser
Nachteil wird vermieden bei einer Lösung nach Figur 8 bei der die Rohre eines jeweils
von einem Gabelstück 31 ausgehenden Paares
getrennt durch untereinander angeordnete Langlöcher 46 durch die Verdampferrohrwand
hindurchgeführt-werden. Die Langlöcher 46 sind auch hier mit Abdeckzungen 48 und 49
überdeckt.
[0021] Die Schiebedichtungen nach den Figuren 6, 7 und 8 können vermieden werden durch die
Ausführungsform nach Figur 9. Die Flossenrohre 32 werden hier im Bereich ihres oberen
Endes, Dehnschenkel 60 bildend, schräg abgebogen und dann mit
einem Bogen 61 durch Bohrungen in den Stegen 28 der Verdampferrohrwand hindurchgeführt.
Dabei können jeweils einander benachbarte Dehnschenkel 60 in derselben. senkrecht
zur Verdampferrohrwand stehenden Schrägebene verlaufen, wie in Figur 9 dargestellt,
oder auch gegeneinander versetzt sein, wie Figur 10 zeigt. Die Versetzung erlaubt,
dem innen liegenden Dehnschenkel eine kleinere Auskröpfung zu geben.
[0022] Bei der Verwendung Von Dehnschenkeln sind noch verschiedene weitere Anordnungen möglich.
So kann zum Beispiel, wie in Figur 11 im Gegensatz zu Figur 9 dargestellt, der andere
der beiden ein Paar bildenen Schenkel nach innen ausgekröpft sein.
[0023] Es ist empfehlenswert und im Hinblick auf die thermische Belastung der Membranwand
durchaus zulässig, die Flossenrohre 32 im Bereich ihrer Dehnschenkel ohne Flossen
auszubilden.
1. Dampferzeuger mit Brennkammer und oben daran anschliessendem Rauchgaszug, deren
beider Wände aus gasdicht miteinander verschweissten Verdampferrohren bestehen, wobei
mindestens im Rauchgaszug die Schweissverbindung über Stege erfolgt und wobei im Rauchgaszug
eine Wand aus Ueberhitzerrohren der Verdampferrohrwand vorgehängt ist, dadurch gekennzeichnet,
- dass die Rohre der Ueberhitzerrohrwand senkrecht verlaufen und am unteren Ende der
Ueberhitzerrohrwand die Wand der Verdampferrohre im Bereich der Stege durchdringen,
- dass etwa auf der Höhe der Durchdringungsstellen die Verdampferrohre paarweise zusammengegabelt
sind,
- dass die Ueberhitzerrohre auf der Innenseite des Rauchgaszuges, unmittelbar nach
dem Durchdringen der Verdampferrohrwand, auseinandergegabelt sind,
- dass über die Höhe der Ueberhitzerrohrwand Rückhaltelemente vorgesehen sind, durch
welche die Ueberhitzerrohre verschiebbar mit der Verdampferrohrwand verbunden sind
- und dass in einem oberen Abschnitt der Ueberhitzerrohre Mittel zum Ausgleichen der
unterschiedlichen Dehnung zwischen Ueberhitzer- und Verdampferrohren vorgesehen sind.
2. Dampferzeuger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass am oberen Rand der
Ueberhitzerwand deren Rohre die Verdampferrohrwand oder die Decke des Rauchgaszuges
über eine Schiebedichtung durchdringen.
3. Dampferzeuger nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die
Ueberhitzerrohre der Ueberhitzerrohrwand als Flossenrohre ausgebildet sind.
4. Dampferzeuger nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die
Rückhaltelemente als Haken ausgebildet sind, die in Schlitzen in den Stegen zwischen
den Verdampferrohren eingehängt sind, und dass die Schlitze auf der Aussenseite der
Verdampferrohrwand durch Kasten gasdicht überdeckt sind.
5. Dampferzeuger nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die
Ueberhitzerrohre am oberen Ende der Ueberhitzerrohrwand die Verdampferrohrwand im
Bereich der Stege durchdringen, dass die Stege zu diesem Zweck je eine Längsnut aufweisen
und dass an jedem der Ueberhitzerrohre zwei Abdeckzungen im Abstand der Stegdicke
angeschweisst sind, welche den Schlitz im Steg überdecken und das Ueberhitzerrohr
führen.
6. Dampferzeuger nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die
Ueberhitzerrohre am oberen Rand der Ueberhitzerrohrwand paarweise zusammmengegabelt
sind, bevor sie die Verdampferrohrwand durchdringen.
7. Dampferzeuger nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die
Ueberhitzerrohre im Bereich des oberen Randes der Ueberhitzerrohrwand die Verdampferrohrwand
abwechlungsweise auf zwei unterschiedlichen Höhenstufen durchdringen.
8. Dampferzeuger nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die
Durchdringungsstellen im Bereich des oberen Randes der Ueberhitzerrohrwand durch zusätzliche
auf der Aussenseite der Verdampferrohrwand angeordnete Balgdichtungen gasdicht gemacht
sind.
9. Dampferzeuger nach einem der Ansprüche 1, 3, 4, 6 und 7 dadurch gekennzeichnet,
dass die Ueberhitzerrohre mit geneigt verlaufenden Dehnschenkeln versehen sind.