Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einer Kraftstoffeinspritzpumpe nach der Gattung des Hauptanspruchs.
Bei einer solchen durch die US-PS 4 037 575 bekannten Einspritzpumpe ist der vom Steuerdruckkolben
eingeschlossene Druckdruckraum ständig über eine Drossel mit der Druckquelle verbunden
und steuert mit seiner Stirnkante den Verbindungsquerschnitt zu einem Entlastungskanal:
Diese Einrichtung hat den Nachteil, daß bei jedem einzustellendem Druck im Druckraum
ständig eine mehr oder weniger große Menge Druckflüssigkeit zur Entlastungseite hin
abfließt. Dies bedingt eine stark ausgelegte Kraftstofförderpumpe für die Kraftstoffeinspritzpumpe
und einen höheren Energieverbrauch.
Vorteile der Erfindung
[0002] Die erfindungsgemäße Kraftstoffeinspritzpumpe mit den kennzeichnenden Merkmalen des
Hauptanspruchs hat dem gegenüber den Vorteil, daß, so lange der Steuerdruck nicht
geändert werden muß kein Kraftstoff zur Steuerdruckbildung verbraucht wird. Ändert
sich die Dichte der in die Brennräume der Bren
n- kraftmaschine eingebrachten Luft, so kann sehr schnell die für die Erhöhung des
Steuerdrucks und die Verstellung des Stellkolbens notwendige hydraulische Flüssigkeit
dem Druckraum und dem nachgeschalteten System zugeführt werden. Umgekehrt kann im
anderen Fall durch Öffnen des Entlastungskanals sehr schnell ein reduzierter Steuerdruck
eingestellt werden. Die Öffnungsquerschnitte müssen nicht auf die Dynamik der gedrosselten
Druckflüssigkeitszufuhr zum Druckraum abgestimmt werden, wie das beim Stand der Technik
der Fall ist. Man erhält eine empfindlich-reagierende und wenig reibungsbehaftete,
hysteresarme Verstellung des Anschlags für das Mengenverstellglied.
[0003] Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen der im Hauptanspruch angegebenen Lösung gekennzeichnet.
Zeichnung
[0004] Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden
in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen Figur 1 in schematischer
Darstellung eine Einrichtung zur Verstellung des Vollastanschlags eines Mengenverstellglieds
einer Kraftstoffeinspritzpumpe gemäß der Erfindung und Figur 2 eine äquivalente Ausgestaltung
des Steuerkolbens.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0005] In Figur 1 ist ein Teil einer Kraftstoffeinspritzpumpe dargestellt, die z. B. eine
Verteilereinspritzpumpe sein kann. Dies weist in bekannter Weise ein als Hebel ausgestaltetes
Kraftstoffmengenverstellglied 2 auf, das einen nicht weiter bebezeichneten Ringschieber
zur Steuerung der Kraftstoffeinspritzmenge betätigt. Das entgegen einer Regelfederanordnung
3 verstellbare Kraftstoffmengenverstellglied 2 liegt bei Vollaststellung an einem
verstellbaren Anschlag 5 an, der im ausgeführten Beispiel am Ende einer Wippe 6 ist,
deren anderes Ende an einem Abtaststift 7 anliegt.
[0006] Im Gehäuse 1 der Kraftstoffeinspritzpumpe ist nun eine Stufenbohrung vorgesehen,
bestehend aus einer ersten Bohrung 9 mit großem Druchmesser und einer anschließenden
zweiten Bohrung 10 mit geringerem Durchmesser. In dieser Stufenbohrungsanordnung ist
ein Stellkolben 11 dicht verschiebbar angeordnet, der einen ersten Kolbenteil 12 mit
der ersten Bohrung 9 entsprechendem Durchmesser und einen zweiten Kolbenteil 14 mit
der zweiten Bohrung 10 entsprechendem Durchmesser aufweist. Der erste Kolbenteil schließt
in der ersten Bohrung 9 einen ringförmigen Arbeitsraum 15 ein und ist auf seiner dem
Arbeitsraum 15 abgewandten Stirnseite durch eine Druckfeder 16 belastet. Der diese
Feder aufnehmende Raum 17 ist über eine axiale Bohrung 18 mit der Stirnseite des zweiten
Kolbenteils 14 und dem von diesem in der zweiten Bohrung 10 eingeschlossenen Raum
19 verbunden. Weiterhin ist der Raum 17 über eine Leckleitung 20 mit der Saugseite
einer Kraftstofförderpumpe 22 bzw. mit dem Kraftstoffvorratsbehälter 23 verbunden.
[0007] Vom Arbeitsraum 15 führt eine Steuerdruckleitung 25 zu einem Zylinder 26 ab, in dem
ein Steuerkolben 27 dicht verschiebbar angeordnet ist. Der Steuerkolben 27 hat eine
Ringnut 28, von der aus eine Bohrung 29 durch den Steuerkolben zu einer Stirnseite
30 führt. Diese schließt im Zylinder 26 einen Druckraum 31 ein.
[0008] Die beiden stirnseitigen Begrenzungsflächen der Ringnut stellen eine erste Steuerkante
32 und eine zweite Steuerkante 33 dar. In einer Mittelstellung des Steuerkolbens27
haben die an die Steuerkanten anschließenden Kolbenteile gerade eine in den Zylinder
26 einmündende Druckleitung 34 und eine von dem Zylinder 26 abführende Entlastungsleitung
35 verschlossen. Die geringste Verschiebung des Steuerkolbens führt je nach Verschiebungsrichtung
zum Öffnung der einen oder der anderen Leitung. Dabei ist die erste Steuerkante 32
der Entlastungsleitung 35 zugeordnet und die zweite Steuerkante 33 der Druckleitung
34 zugeordnet. Die Druckleitung wird von der Kraftstofförderpumpe
22 mit Kraftstoffdruck versorgt, der durch ein Drucksteuerventil 36 in bekannter Weise
gesteuert wird. Die Entlastungsleitung 35 führt zusammen mit der Leckleitung 20 zur
Saugseite der Kraftstofförderpumpe 22 bzw. zum Kraftstoffvorratsbehälter. Unverschließbar
durch die Steuerkanten 32, 33 mündet die Steuerdruckleitung 25 im Bereich der in Mittelstellung
befindlichen Ringnut in den Zylinder 26.
[0009] Der Steuerkolben 27 ist ferner auf seiner anderen Stirnseite 37 mit einer Membran
38 einer Druckdose 39 verbunden. Die Membran schließt im Gehäuse der Druckdose einen
Steuerdruckraum 40 ein, der über eine Steuerleitung 41 mit dem Saugsystem 42 der von
der Kraftstoffeinspritzpumpe versorgten Brennkraftmaschine verbunden ist. Die andere
Seite der Membran 38 ist dem atmosphärischen Druck ausgesetzt.
[0010] Die Verbindung zwischen dem verstellbaren Anschlag 5 und dem Stellkolben 11 wird
über die Wippe 6 bzw. den Abtaststift 7 derart hergestellt, daß der Abtaststift über
eine Führungsbohrung 43 im Gehäuse 1 in die zweite Bohrung 10 der Stufenbohrung ragt
und dort zum Anliegen auf der Oberfläche des zweiten Kolbenteils 14 des Stellkolbens
11 kommt. Im Bereich des Abtaststifts 7 weist der zweite Kolbenteil 14 eine Kontur
44 auf, so daß, wenn sich der Stellkolben verschiebt auch der Abtaststift entsprechend
der Kontur verschoben wird. Diese Verschiebung wird über die Wippe auf den Anschlag
5 übertragen.
[0011] Die beschriebene Kraftstoffeinspritzpumpe arbeitet folgendermaßen: Mit Aufnahme des
Betriebs der Kraftstoffeinspritzpumpe fördert die Kraftstofförderpumpe Kraftstoff
sowohl in Druckleitung 34 als auch über eine Kraftstoffversorgungsleitung 45 in den
Pumpensaugraum 46 der Kraftstoffeinspritzpumpe. Für den Anwendungsfall, daß die Kraftstoffeinspritzmenge
dem Ladedruck der mit der Kraftstoffeinspritzpumpe betriebenen Brennkraftmaschine
angepaßt werden soll, steht im Saugsystem 42 bei Betriebsbeginn noch kein ausreichender
Druck zur Verfügung, so daß der Stellkolben 27 durch die Membran 38 unter Einwirkung
des atmosphärischen Drucks in eine Stellung gebracht wird, bei der die Entlastungsleitung
35 durch die erste Steuerkante 32 geöffnet ist. Entsprechend ist eine Verbindung über
die im Bereich der Ringnut 28 vom Zylinder 26 abführende Steuerleitung 25 zwischen
Arbeitsraum 15 und Entlastungsseite hergestellt. Unter Einwirkung der Druckfeder 16
verschiebt sich der Steuerkolben 11 zu seiner einen Extremstellung. Auch der Druckraum
31 im Zylinder 26 wird über die Bohrung 29 zur Entlastungsleitung 35 hin entlastet.
Die Kontur 44 hat in der genannten Extremlage des Stellkolbens 11 an der Abtaststelle
die geringste Abweichung von der zylindrischen Mantelfläche des Kolbenteils 14, so
daß der Abtaststift 7 ganz ausgeschoben wird und der Anschlag
5 in Richtung minimale Vollasteinspritzmenge verstellt wird.
[0012] Nimmt nun jedoch der Ladedruck zu, so wird der Steuerkolben 27 nach unten verschoben,
die Entlastungsleitung 35 durch die erste Steuerkante 32 verschlossen und die Druckleitung
34 durch die zweite Steuerkante 33 geöffnet. Es strömt nun Kraftstoff in die Ringnut
28 und in den Druckraum 31 ein.
[0013] Weiterhin strömt Kraftstoff über die Steuerleitung 25 in den Arbeitsraum 15. Da sich
in dem Druckraum 31 dadurch ein Druck aufbaut, erfährt der Stellkolben 27 ein Rückstellmoment.
Dadurch wird die Zufuhr der ganz geöffneten Druckleitung 34 allmählich wieder geschlossen
und in dem Moment ganz geschlossen, in dem am Stellkolben 27 Kräftegleichgewicht herrscht.
Das in dem Zylinder 26, der Steuerleitung 25 und dem Arbeitsraum 15 befindliche Kraftstoffvolumen
ist ab diesem Punkt eingeschlossen. Durch die Drucksteigerung hat inzwischen auch
der Stellkolben 11 eine Auslenkung entgegen der Kraft der Druckfeder 16 erfahren.
Dabei ist der Abtaststift 7 der Kontur 44 gefolgt und hat den Anschlag 5 in Richtung
höherer Vollasteinspritzmenge verstellt. Die Kontur 44 ist dabei dem spezifischen
Bedarf der Brennkraftmaschinen angepaßt.
[0014] Eine im Stellkolben 27 äquivalente Ausgestaltung ist in Figur 2 dargestellt. Der
Steuerkolben 27 bei dieser Ausführungsform weist im wesentlichen die gleiche Form
auf nur, daß der untere Kolbenteil etwas größer ist. Die Steuerleitung 25 zweigt hier
von dem den Druckraum 31 begenzenden Boden des Zylinders 26 ab und die Einmündung
der Druckleitung 34 und der Austritt der Entlastungsleitung 35 ist bei diesem Ausführungsbeispiel
so gelegt, daß als erste Steuerkante 32' die den Druckraum 31 begrenzende Stirnfläche
des Stellkolbens 27 ist und die den Entlastungskanal 34 steuernde zweite Steuerkante
33' die eine stirnseitige Begrenzungsfläche der Ringnut 28 ist.
[0015] Statt der in Figur 1 gezeigten Druckdosen 9, die den Druck im Ansaugsystem der Brennkraftmaschine
erfaßt ist es natürlich möglich, auch eine Absolutdruckdose vorzusehen, die den Stellkolben
27 entsprechend dem atmosphärischen Druck steuert.
1. Kraftstoffeinspritzpumpe für Brennkraftmaschinen mit einem Kraftstoffmengen-Verstellglied
und einer diesem zugeordneten Einrichtung zur Veränderung des Mengenverstellgliedweges
bestehend aus einer Verstelleinrichtung, die einen entgegen einer Rückstellfeder verstellbaren,
einen mit variablen Steuerdruck beaufschlagten Arbeitsraum begrenzenden Stellkolben
aufweist, entsprechend dessen Stellung der Mengenverstellgliedweg veränderbar ist
und die eine Steuereinrichtung zur Veränderung des Steuerdrucks aufweist, mit einem
Steuerkolben, der einerseits von einer der Dichte der den Brennräumen der Brennkraftmaschine
zugeführten Luft entsprechenden Kraft und andererseits vom Steuerdruck beaufschlagt
und in einem Zylinder dicht verschiebbar angeordnet ist und dort mit seiner einen
Stirnseite einen Druckraum einschließt, der über eine ständig offene Steuerdruckleitung
mit dem Arbeitsraum des Stellkolbens verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß der
Steuerkolben (27) zwei Steuerkanten (32, 33) aufweist, durch die entweder eine von
einer Druckquelle (22) in den Druckraum (31) mündende Druckleitung (34) oder eine
von dem Druckraum (31) abführende Entlastungsleitung (35) aufsteuerbar sind.
2. Kraftstoffeinspritzpumpe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuerkolben
(27) mit dem beweglichen Teil (38) einer Druckdose (39) fest verbunden ist, daß das
bewegliche Teil (38) einerseits dem Gasdruck der den Brennräumen der Brennkraftmaschine
zugeführten Luft und andererseits einem Referenzdruck ausgesetzt ist und daß der Steuerkolben
(27) eine Ringnut (28) aufweist, die über eine Bohrung (29) ständig mit dem stirnseitig
eingeschlossenen Druckraum (31) verbunden ist.
3. Kraftstoffeinspritzpumpe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß durch den
Stellkolben (11) ein verstellbarer Anschlag (5), der den Weg des Mengenverstellglieds
begrenzt, betätigbar ist.
4. Kraftstoffeinspritzpumpe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Stellkolben
(11) eine Kontur (44) aufweist und daß eine Einrichtung (7) zum Abtasten der Kontur
vorgesehen ist, die mit dem Anschlag (5) gekuppelt ist.