[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum dosierten Beschicken einer Stranggießkokille
mit Gießpulver, bestehend aus einer an einen Vorratsbehälter für das Gießpulver anschließbaren
Fördereinrichtung, die am Austragsende eine in Abhängigkeit von der Querschnittsform
der Kokille verlaufende Abwurfkante aufweist.
[0002] Um das Gießpulver dosiert in eine Stranggießkokille einbringen zu können, ist es
bekannt (DE-OSen 28 14 496 und 28 33 867), eine pneumatische Fördereinrichtung vorzusehen,
bei der durch den Austragsboden Luft in das Gießpulver eingeblasen wird, so daß ein
Fluidisierungseffekt auftritt, der die Fließfähigkeit des Gießpulvers beeinflußt.
Je nach dem Fluidisierungsgrad wird daher mehr oder weniger Gießpulver der Stranggießkokille
zugeführt. Über die Luftzufuhr durch den Austragsboden kann folglich die Fördermenge
in Abhängigkeit von der Wärmestrahlung der Badoberfläche gesteuert werden. Die abgestrahlte
Wärme wird ja von der Schichthöhe des Gießpulvers beeinflußt.
[0003] Mit Hilfe dieser bekannten Vorrichtung kann zwar die Fördermenge des Gießpulvers,
nicht aber deren gleichmäßige Verteilung über die Badoberfläche gesteuert werden.
Zu diesem Zweck wäre es nämlich erforderlich, die Fördermenge des Gießpulvers entsprechend
über den Abwurfkantenverlauf zu verteilen, um entlang der Abwurfkante eine dosierte
Gießpulverabgabe sicherzustellen. Der Verlauf der Abwurfkante ist in Abhängigkeit
von der Querschnittsform der Kokille im allgemeinen so gewählt, daß das Gießpulver
mittig zwischen dem Tauchrohr für die Schmelzezuführung und der Umfangswand der Kokille
auf die Badoberfläche rieselt.
[0004] Bei einer anderen bekannten Vorrichtung (DE-OS 24 25 381) wird die Verteilung des
Gießpulvers auf der Badoberfläche beispielsweise mit Hilfe strahlungsempfindlicher
Meßgeräte gemessen und das Gießpulver in Abhängigkeit von der festgestellten Verteilung
durch eine Fördereinrichtung zugeführt, die über die Badoberfläche bewegbare Austrittskanäle
für das Gießpulver aufweist. Die Austrittskanäle sind dabei an einen Schwingförderer
angeschlossen, der für eine entsprechende Gießpulverzuförderung sorgt. Da zusätzlich
eine Mengensteuerung für das Gießpulver vorgesehen werden kann, kann eine gleichmäßige
Gießpulververteilung gewährleistet werden, jedoch mit einem erheblichen, störungsanfälligen
Steueraufwand.
[0005] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum dosierten Beschicken
einer Stranggießkokille mit Gießpulver zu schaffen, die mit einfachen Mitteln eine
gewünschte Verteilung des GieBpulvers auf der Badoberfläche sicherstellt.
[0006] Ausgehend von einer Vorrichtung der eingangs geschilderten Art löst die Erfindung
die gestellte Aufgabe dadurch, daß die Fördereinrichtung aus einem Schwingförderer
besteht, der entlang der Abwurfkante eine Stauwand mit einem Dosierspalt trägt, der
entlang der Abwurfkante in Abhängigkeit von der Verteilung des entlang des Dosierspaltes
in Ausflußrichtung auf das Gießpulver wirkenden Förderdruckes unterschiedlich hoch
ist.
[0007] Da mit Hilfe eines üblichen Schwingförderers über die Schwingungsamplituden zwar
in einfacher Weise die Fördermenge des Fördergutes, nicht aber die Verteilung des
Fördergutes entlang einer unterschiedlich zur Förderrichtung geneigten Abwurfkante
gewährleistet werden kann, scheint ein solcher Schwingförderer zunächst für die Lösung
der gestellten Aufgabe ungeeignet zu sein. Durch das Vorsehen einer Stauwand entlang
der Abwurfkante gelingt es jedoch im Zusammenhang mit einem Dosierspalt einen dosierten
Ausfluß des Gießpulvers über die gesamte Länge des Dosierspaltes zu erzwingen, wenn
die Spaltweite in Abhängigkeit von dem Förderdruck auf das Gießpulver im jeweiligen
Spaltbereich gewählt wird. Dieser Förderdruck hängt einerseits von der Förderkraft
des Schwingförderers und anderseits von der Beladung des Gießpulvers durch die aufgestauten
Gießpulverschichten ab, die die darunterliegenden Gießpulverschichten seitlich wegzudrücken
versuchen. Damit ist die Möglichkeit geschaffen, auch über in Förderrichtung des Schwingförderers
verlaufende Abwurfkantenschnitte gleiche Gießpulvermengea auf die Badoberfläche aufzubringen.
Allerdings muß berücksichtigt werden, daß der durch die auflastenden Gießpulverschichten
bedingte Förderdruck auf das Gießpulver kleiner als der Förderdruck durch den Schwingförderer
selbst ist, so daß zum Ausgleich der sich entlang des Dosierspaltes ergebenden, unterschiedlichen
Verhältnisse die Spalthöhe unterschiedlich sein muß. Mit zunehmender, durch die Aufstauung
der Stauwand bedingten Schütthöhe werden demnach die Spaltweiten kleiner zu wählen
sein, wobei zusätzlich zu berücksichtigen ist, daß auch mit kleiner werdendem Neigungswinkel
zwischen der Förderrichtung des Schwingförderers und der Abwurfkante wegen des dabei
abnehmenden Förderdruckes in Ausflußrichtung die Höhe des Dosierspaltes größer werden
muß, um gleiche Abwrurfmengen über den Abwurfkantenverlauf zu gewährleisten. Es braucht
wohl nicht näher erwähnt zu werden, daß es dabei vor allem auf die Förderdruckverteilung
über den Dosierspalt ankommt, weil der Förderdruck selbst und damit die Austragsmenge
über die Schwingungsamplituden des Schwingförderers bestimmt wird und von der Förderdruckverteilung
unabhängig ist.
[0008] Um einen gleichmäßigen Gießpulveraustrag über den gesamten Abwurfkantenverlauf sicherzustellen,
ist selbstverständlich eine gleichmäßige Beschickung über die Breite des Schwingförderers
vorauszusetzen. Eine solche gleichmäßige Verteilung des Gießpulvers über die Schwingförderbreite
kann auch bei vergleichsweise kurzen Schwingförderern dadurch erzwungen werden, daß
in Förderrichtung vor dem Austragsende wenigstens eine zusätzliche, quer zur Förderrichtung
verlaufende Stauwand mit einem Dosierspalt konstanter Höhe liegt. Dieser vorgeordnete
Dosierspalt. übernimmt die Aufgabe, eine gleichmäßige Schichtdicke des Gießpulvers
über die Schwingförderbreite zu erzwingen, selbst wenn die Schichtstärke vor dem Dosierspalt
ungleichmäßig wäre.
[0009] Gießpulver ist im allgemeinen sehr fließfähig, so daß bereits sehr geringe Spaltweiten
die gewünschte Austragsmenge ergeben. Dies bedeutet, daß bereits geringfügige Abweichungen
in der Spalthöhe die gewünschte Verteilung der ausgetragenen Gießpulvermenge stören.
Um hier in einfacher Weise Abhilfe zu schaffen, kann der Dosierspalt im Bereich der
Abwurfkante durch vertikale Stege kammartig unterteilt sein. Die Stege bedingen bei
gleichem Spaltquerschnitt eine größere Höhe der Austrittsöffnungen zwischen den Stegen,
so daß sich geringfügige Ungenauigkeiten hinsichtlich der Spalthöhe auch nur geringfügig
bemerkbar machen können. Außerdem wird durch die kammartig angeordneten Stege der
Staueffekt wesentlich unterstützt, was auf die gleichmäßige Verteilung des auszutragenden
Gießpulvers über die Abwurfkante einen vorteilhaften Einfluß hat.
[0010] Um eine Anpassung an unterschiedliche Verhältnisse oder an Ungleichmäßigkeiten des
Schwingförderers zu ermöglichen, wie sie beispielsweise auf Grund von entstehenden
Schwingungsfiguren auftreten, kann schließlich die Höhe des Dosierspaltes im Bereich
der Abwurfkante, beispielweise durch verstellbar an der Stauwand gelagerte Zungen,
einstellbar sein. Damit ist auch eine nachträgliche Justierung möglich, die alle Einflüsse
berücksichtigen kann.
[0011] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise-dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum dosierten Beschicken einer Stranggießkokille
mit Gießpulver im Längsschnitt,
Fig. 2 diese Vorrichtung in Draufsicht und
Fig. 3 einen Querschnitt durch die Stauwand im Bereich der Abwurfkante in einem größeren
Maßstab.
[0012] Wie den Fig. 1 und 2 entnommen werden kann, besteht die dargestellte Vorrichtung
zum dosierten Beschicken einer Stranggießkokille mit Gießpulver im wesentlichen aus
einem Schwingförderer 1, der über Federelemente 2 abgestützt ist und mit einem Schwingantrieb
3 in Verbindung steht. Aufgabeseitig ist dieser Schwingförderer 1 an einen Vorratsbehälter
4 für das Gießpulver angeschlossen, wobei über einen angedeuteten Schieber 5 die Austragsmenge
gesteuert werden kann.
[0013] Am Austragsende weit der Schwingförderer 1 eine Abwurfkante 6 auf, die in ihrem Verlauf
an die Querschnittsform einer Kokille angepaßt ist, die in Fig. 2 in ihrer Umrißform
durch die strichpunktierte Linie 7 angedeutet ist. Darüber hinaus kann dieser Figur
die Lage des Tauchrohres 8 für die Zufuhr der Schmelze entnommen werden. Die Abwurfkante
6 ist hinsichtlich ihres Verlaufes so ausgebildet , daß das Gießpulver angenähert
mittig zwischen der Umfangswand der Kokille 7 und dem Tauchrohr in die Kokille eingebracht
wird und sich folglich gleichmäßig auf der Badoberfläche verteilen kann. Voraussetzung
hiefür ist allerdings, daß das Gießpulver dosiert über die Länge der Abwurfkante fließt.
[0014] Um dies sicherzustellen, trägt der Schwingförderer 1 entlang der Abwurfkante 6 eine
Stauwand 9 mit einem Dosierspalt 10, der entsprechend dem Ausführungsbeispiel durch
vertikale Stege 11 kammartig unterteilt ist. Aus den Fig. 1 und 3 erkennt man deutlich,
daß die Höhe des Dosierspaltes über die Abwurfkantenlänge unterschiedlich ist, und
zwar nimmt die Höhe des Dosierspaltes 10 mit zunehmender Stauhöhe des Gießpulvers
ab, wie dies an Hand der strichliert eingezeichneten Schütthöhe 12 abgelesen werden
kann, die sich auf Grund der Gießpulverförderung gegen die Stauwand 9 hin ergibt.
Die Höhe des Dosierspaltes ist aber nicht nur von der jeweiligen Schütthöhe bzw. der
Schütthöhenverteilung abhängig, sondern auch von der Neigung der Abwurfkante 6 gegenüber
der Förderrichtung des Schwingförderes 1. Die in Förderrichtung wirkende Förderkraft
ergibt selbstverständlich im Bereich einer quer zur Förderrichtung verlaufenden Stauwand
einen größeren Förderdruck in Ausflußrichtung auf das Gießpulver als im Bereich einer
dazu in einem spitzen Winkel geneigten Stauwand. Aus diesem Grunde wird im Bereich
der Stauwandabschnitte, die in Förderrichtung liegen, vor allem der Staudruck und
die auflastenden Gießpulverschichten mit ihrem Gewicht wirksam, um das Gießpulver
durch den Dosierspalt 10 zu drücken, was durch die unterschiedliche Spalthöhe Berücksichtigung
findet.
[0015] . Damit eine gewünschte Verteilung der Abwurfmenge entlang der gesamten Abwurfkante
sichergestellt werden kann, ist es notwendig, eine gleichbleibende Verteilung des
Gießpulvers über die Breite des Schwingförderers 1 zu gewährleisten, Dies kann in
einfacher Weise durch eine vor dem Austragsende angeordnete, zusätzliche Stauwand
13 erzwungen werden, die einen Dosierspalt 14'aufweist, dessen Spaltweite vorteilhaft
einstellbar sein soll.
[0016] Sind, wie dies in Fig. 3 dargestellt ist, an der Stauwand 9 der Höhe nach verstellbare
Zungen 15 gelagert, die gegen den Dosierspalt 10 vorragen, so kann die Spaltweite
zumindest bereichsweise eingestellt werden, so daß eine Anpassung an sehr unterschiedliche
Verhältnisse möglich wird. Im einfachsten Fall können die Zungen 15 mittels einer
Klemmschraube 16 in einem Langloch 17 der Stauwand 9 festgelegt werden, wobei das
Verstellen durch ein Lösen der Klemmschrauben erfolgt.
1. Vorrichtung zum dosierten Beschicken einer Strangießkokille (7) mit Gießpulver,
bestehend aus einer an einen Vorratsbehälter (4) für das Gießpulver anschließbaren
Fördereinrichtung, die am Austragsende eine in Abhängigkeit von der Querschnittsform
der Kokille (7) verlaufende Abwurfkante (6) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß
die Fördereinrichtung aus einem Schwingförderer (1) besteht, der entlang der Abwurfkante
(6) eine Stauwand (9) mit einem Dosierspalt (10) trägt, der entlang der Abwurfkante
(6) in Abhängigkeit von der Verteilung des entlang des Dosierspaltes (10) in Ausflußrichtung
auf das Gießpulver wirkenden FördErdruckes unterschiedlich hoch ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwingförderer (1)
in Förderrichtung vor dem Austragsende wengstens eine zusätzliche, quer zur Förderrichtung
verlaufende Stauwand (13) mit einem Dosierspalt (14) konstanter Höhe aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Dosierspalt
(10) im Bereich der Abwurfkante (6) durch vertikale Stege (11) kammartig unterteilt
ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Höhe
des Dosierspaltes (10) im Bereich der Abwurfkante (6), beispielsweise durch verstellbar
an der Stauwand (9) gelagerte Zungen (15), einstellbar ist.