[0001] Die Erfindung betrifft ein Flachdruckverfahren, bei dem wässrige Druckfarben ohne
Anwendung eines Feuchtwerkes unter Verwendung von lithografischen Druckplatten, deren
druckende Flächen hydrophil und deren nicht druckende Flächen hydrophob sind, auf
den Bedruckstoff übertragen werden.
[0002] Ein bekanntes Druckverfahren ist der Offsetdruck. In den letzten Jahren hat der Offsetdruck
erhebliche wirtschaftliche Bedeutung gewonnen. Beim Offsetdruck nutzt man die Unverträglichkeit
von Wasser und Öl, um einen homogenen ölhaltigen Druckfarbenfilm auf einer Druckplatte
in die entsprechenden Informationsfelder aufzuteilen.
[0003] Die Offsetdruckplatten haben die Eigenschaften, an den nichtinformationstragenden
Stellen wasserfreundlich, an den informationstragenden Stellen ölfreundlich zu sein.
Im Laufe des Druckvorganges wird die Platte mit einem Wasserfilm (Wischwasser) vollständig
benetzt, anschliessend erfolgt die Einfärbung mit der ölhaltigen Druckfarbe. Die hydrophilen,
vom Wasser benetzten Stellen können nicht von der hydrophoben Ölfarbe benetzt werden.
Auf diese Weise entsteht auf der Druckplatte ein farbiges Druckbild, welches über
einen Walzenmechanismus auf den Bedruckstoff übertragen wird.
[0004] Die wesentlichen Vorteile des Offsetdrucks sind der einfach, billig und sehr schnell
herstellbare Druckträger, die Möglichkeit, direkt mit Hilfe der elektronischen Datenverarbeitung
Druckplatten zu erstellen und die Möglichkeit des Vier-Farben-Nass-in-Nass-Drucks.
[0005] Die beim Offsetdruck verwendeten hochviskosen Druckfarben erfordern zur Erzielung
eines absolut gleichmässigen Farbfilmes über die ganze Breite der Druckmaschine ein
mehrmaliges Auswalzen. Farbwerke von Offsetdruckmaschinen besitzen bis zu 30 Walzen,
zwischen denen die pastenförmigen Druckfarben ausgewalzt werden. Wegen dieses langen
und intensiven Walzens können nicht _ wie im Tiefdruck üblich niedrigsiedende Lösungsmittel,
sondern nur hochsiedende Lösungsmittel eingesetzt werden, da sonst bereits ein Antrocknen
der Druckfarbe auf den Farbwalzen erfolgen und damit der Farbfluss gestört würde.
[0006] Als Lösungsmittel werden in der Praxis hochsiedende Mineralöle und pflanzliche Öle,
die hydrophob und wasserunlöslich sind, eingesetzt.
[0007] Der Einsatz von hochsiedenden Mineralölen als Lösungsmittel bei Offsetdruckfarben
hat erhebliche Nachteile. Die Trocknung dauert entweder zu lang, da die Mineralöle
zum Eindringen in die Papieroberfläche (Wegschlagen) längere Zeit benötigen und von
dem im Papier befindlichen Wasser behindert werden, oder aber es tritt bei Erhöhung
der Trocknungstemperatur auf eine wirtschaftlich sinnvolle Höhe (150 bis 160°C) ein
Austrocknen und Wellen des Papieres ein, so dass die nachfolgenden Weiterverarbeitungsschritte
wie Schneiden, Zusammentragen und Binden erheblich erschwert sind. Auch wird für das
Trocknen z.B. im Rollenoffset eine erhebliche Energiemenge verbraucht.
[0008] Während des Druckens erfolgt beim Offsetdruck eine Vermischung von Druckfarbe und
Wischwasser, d.h. es entsteht eine Emulsion. Dieser Vorgang ist ansich vorteilhaft,
denn die sich hierdurch einstellende Konsistenz der Druckfarbe ermöglicht erst einen
wirtschaftlichen Vier-Farben-Nass-in-Nass-Druck. Wie dem Fachmann bekannt, wird das
Abheben der vorgedruckten Farben vom Bedruckstoff durch die nachdruckenden Druckwerke
durch das Einemulgieren von Wasser verhindert. Andererseits bringt dieser Vorgang
den Nachteil mit sich, dass man beim Anfahren einer Druckmaschine eine gewisse Zeit
benötigt, um das Farb-Wassergleichgewicht einzustellen. Es ist daher durchaus möglich,
dass beim Anfahren einer Druckmaschine und bei zwischenzeitlichem Abstellen und wieder
Anfahren insgesamt 5 bis 10% einer zu druckenden Auflage als Makulatur anfallen.
[0009] Zur Vermeidung dieses Nachteils ist versucht worden, das Wasser bereits bei der Herstellung
in die Druckfarbe einzuemulgieren. Trotz intensiver Propagierung hat sich dieses nicht
durchsetzen können, da diese Druckfarben häufig instabil sind. Es erfolgt eine Trennung
von Öl und Wasser, und auf der Druckmaschine lässt sich auf ein separates Feuchtwerk
nicht verzichten, da auch die Wassermenge nicht regulierbar und dem Papier bzw. dem
Druckobjekt nicht anpassbar ist. Angemerkt sei, dass konventionelle Druckfarben auf
der Druckmaschine im Druckwerk etwa 10 bis 30% Wasser aufnehmen können.
[0010] Es ist auch versucht worden, die Nachteile des konventionellen Offsetdruckes mit
Hilfe des sogenannten «umgekehrten Offsetdruckverfahrens» zu überwinden (vergleiche
z.B. die US-A-3 356 030). Die hier verwendeten Druckplatten sind im Bereich ihrer
nicht druckenden Flächen mit Silikonkautschuk beschichtet, während deren informationstragende
Flächen Metalloberflächen sind.
[0011] Bei diesem Verfahren wird mit wässrigen Druckfarben gedruckt und anstelle des im
konventionellen Offsetdruckverfahrens verwendeten Wischwassers eine organische, hydrophobe
Wischflüssigkeit eingesetzt.
[0012] Der Esatz der wässrigen Wischflüssigkeit durch eine organische hydrophobe Wischflüssigkeit
bringt aber mehr Nachteile als Vorteile mit sich, da
- wie beim konventionellen Offsetdruck ein Farb-Wischflüssigkeits-Gleichgewicht aufgebaut
wird und damit auch die vom klassischen Offsetdruck her bekannten Probleme auftreten
- bei Verwendung relativ niedrig siedender Wischflüssigkeiten grössere Mengen an organischen
Lösungsmitteln verdampfen und der Einsatz von hochsiedenden Wischflüssigkeiten neben
unerwünschten Verunreinigungen auf den farbfreien Stellen des Bedruckstoffes auch
eine auf die Emulsionsbildung zurückzuführende Verschlechterung im Trocknungsverhalten
der wässrigen Druckfarben zur Folge hat
- beim Mehrfarbendruck nachfolgende Farben von den im ersten Durchlauf nicht bedruckten
und daher mit der hydrophobierenden Wischflüssigkeit in Kontakt gekommenden Flächen
des Bedruckstoffes abgestossen werden können.
[0013] In der US-A-2 288 073 wird ein Flachdruckverfahren offenbart, bei dem mit wässrigen
Druckfarben ohne Anwendung eines Feuchtwerkes gedruckt wird. Die in dem in der US-A-2
288 073 beschriebenen Verfahren eingesetzten Druckplatten sind nur zum Vervielfältigen
von Schreibmaschinenschrift, nicht aber zum Drucken von Vollflächen und Rasterpunkten
brauchbar; sie würden den Beanspruchungen in modernen Offsetdruckmaschinen, in denen
mit zügigen Farben und mit hoher Geschwindigkeit gedruckt wird, nicht lange widerstehen
können. Schliesslich werden mit den in dem in der US-A-2 288 073 offenbarten Verfahren
verwendeten Druckfarben keine wasserechten Drucke erhalten.
[0014] Neben den oben beschriebenen Flachdruckverfahren ist noch der sogenannte wasserlose
Offsetdruck bekannt. Bei diesem Verfahren versucht man, mittels spezieller Druckplatten,
bei denen die farbtragenden Schichten hydrophob, die nicht farbtragenden Schichten
durch Silikonbeschichtung extrem abstossend gemacht worden sind, ohne Wischwasser
mit konventionellen Offsetdruckfarben zu drucken. Trotz intensiver Bearbeitung hat
sich dieses Druckverfahren auf breiter Basis am Markt nicht durchsetzen können, da
ein Vier-Farben-Nass-in-Nass-Druck ähnliche Probleme mit sich bringt wie beim konventionellen
Hochdruck. Dies gilt insbesondere auf rupfempfindlichen Papieren.
[0015] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Flachdruckverfahren bereitzustellen,
bei dem die oben beschriebenen Nachteile des Standes der Technik _ unter Beibehaltung
aller Vorteile des konventionellen Offsetdruckverfahrens _ nicht auftreten.
[0016] Diese Aufgabe wird durch ein Flachdruckverfahren der eingangs genannten Art gelöst,
bei dem wäßrige Druckfarben unter Verwendung von lithographischen Druckplatten eingesetzt
werden, deren nicht druckende Flächen hydrophob sind, auf den Bedruckstoff übertragen
werden, bei welchem Druckplatten eingesetzt werden, deren nicht druckende Flächen
mit Siliconkautschuk beschichtet und deren informationstragende Flächen Metalloberflächen
oder hydrophile Kunststoffoberflächen sind und Druckfarben, die überwiegend Wasser
enthalten und den wäßrigen Druckfarben des Tief- oder Flexodrucks entsprechen und
eine Viskosität von 10 bis 250 Pa.s, vorzugsweise 20 bis 50 Pa.s, gemessen bei 23°C,
aufweisen, und die übertragung der Druckfarben vom Farbwerk mit Rasterwalze, von der
Druckplatte über einen Zwischenträger auf den Bedruckstoff ohne Anwendung eines Feuchtwerkes,
ohne die Anwendung der beim Offsetdruck üblichen Vermischung von Wasser und Fett (organische
hydrophobe Wischflüssigkeit) erfolgt.
[0017] Es war überraschend, dass ohne die Ausnutzung der Abstossung von Fett und Wasser
bei Verwendung wässriger Druckfarben gute Druckergebnisse erzielt werden können.
[0018] Die erfindungsgemäss zu verwendenden Druckfarben enthalten Farbpigmente und/oder
lösliche Farbstoffe, Bindemittel, die die Pigmente auf der Bedruckstoffoberfläche
fixieren, sonstige Hilfsmittel wie Wachse, Entschäumer, Desinfektionsmittel und Verdickungsmittel,
die von anderen Arbeitsgebieten, zum Beispiel wässrigen Druckfarben für den Tief-
oder Flexodruck oder aus dem Bereich der wässrigen Lacke und Anstrichmittel bekannt
sind. Als Bindemittel können sowohl Dispersionen als auch in Wasser lösliche Bindemittel
benutzt werden.
[0019] Als Lösungsmittel und/oder Dispergiermittel enthalten die Druckfarben überwiegend
Wasser. Neben Wasser können sie in untergeordneter Menge organische Lösungsmittel
enthalten, die mit Wasser vollständig oder teilweise mischbar sind. Nur als Hilfsmittel
kommen in geringen Mengen Erdölfraktionen in Betracht. Hierbei ist zu beachten, dass
die Druckfarbe ihren wässrigen Charakter behält.
[0020] Vorteilhaft können Druckfarben verwendet werden, die den wässrigen Druckfarben des
Tief- oder Flexodrucks entsprechen, jedoch eine höhere Viskosität als diese aufweisen.
[0021] Als Hilfsmittel zur Verbesserung der Gleitfähigkeit eignen sich, wie bei anderen
Druckfarben auch, natürliche und synthetische Wachse, Polyethylen usw. Eine teilweise
Fluorierung der Hilfsmittel verbessert in manchen Fällen die Abriebfestigkeit.
[0022] Als Verdickungsmittel werden anorganische oder organische Substanzen, insbesondere
lösliche bzw. quellbare Stoffe eingesetzt. Unter anderem sind bekannt: Alginate, Stärke,
Cellulose und deren Abkömmlinge, z.B. Celluloseester oder Celluloseäther. In gleicher
Weise wirken mineralische Körper, welche zum Teil mit polaren Lösungsmitteln quellen.
[0023] Zum Einfärben sind alle bekannten farbgebenden Komponenten wie zum Beispiel organische
und anorganische Farbpigmente, vorzugsweise direkt aus Wasserteigen, und in Wasser
oder in Lösungsmitteln lösliche Farbstoffe geeignet. Diese Produkte sind aus anderen
Bereichen der Druck- und Anstrichtechnik bekannt.
[0024] Die Herstellung der erfindungsgemäss zu verwendenden Druckfarben geschieht nach bekannten
Verfahren. So kann man z.B. mit Rühr- und Dispergierwerken Pigmente, Pigmentpräparationen
oder vordispergierte Pigmente in die wässrige Bindemittellösung oder Mischung einarbeiten.
[0025] Zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens werden vorteilhaft Druckplatten
verwendet, deren nichtdruckende Flächen mit Silikonkautschuk beschichtet sind und
deren informationstragende Flächen Metallflächen oder hydrophile Kunststoffoberflächen
sind. Geeignet sind beispielsweise Druckplatten, wie sie für den sogenannten wasserlosen
Offsetdruck verwendet werden.
[0026] Zur besseren Verdruckbarkeit, d.h. zur Verbesserung der Farbabstossung von nichtdruckenden
Stellen z.B. auf mit Silikonkautschuk beschichteten Druckplatten, sind Zusätze von
silikongruppenhaltigen Zusatzstoffen von Nutzen. Diese können eindispergierte Silikonöle
oder wasserlösliche Silikonderivate sein.
[0027] Die Übertragung der Druckfarben vom Farbwerk der Druckmaschine auf den Bedruckstoff
kann direkt oder über einen Zwischenträger erfolgen. Als Zwischenträger kann ein aus
dem Offsetdruck bekannter Gummituchzylinder dienen. Überhaupt kann vorteilhaft eine
an sich bekannte Offsetdruckmaschine verwendet werden, deren Feuchtwerk entfernt oder
ausser Funktion gesetzt wurde. Bei Bedarf wird das Farbwerk der Druckmaschine reduziert,
d.h. alle nicht für den Farbschluss notwendigen Walzen werden entfernt. Damit wird
der im Vergleich zu hochsiedenden Mineralölen rascheren Verdunstung des Wassers entgegengewirkt.
Es ist auch möglich, zu diesem Zweck das Farbwerk zu kapseln.
[0028] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemässen Verfahrens werden die
Druckfarben über eine Rasterwalze, der eine Rakel anliegt, über eine der Rasterwalze
nachgeordnete Farbübertragwalze auf einen Druckplattenzylinder und von diesem über
einen Gummituchzylinder auf den Bedruckstoff übertragen.
[0029] Die Rasterwalze arbeitet vorteilhaft als Tauchwalze, d.h. sie ragt in eine Druckfarbenwanne
hinein.
[0030] Anstelle einer einzigen Farbübertragwalze können auch zwei oder mehr parallel arbeitende
Farbübertragwalzen verwendet werden. Wesentlich ist es jedoch, dass die Farbübertragwalzen
jeweils direkt mit der Rasterwalze und mit dem Druckplattenzylinder zusammenarbeiten
und nicht mehrere Walzen hintereinander geschaltet sind.
[0031] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemässen Verfahrens arbeitet
die Rasterwalze als Tauchwalze, d.h. sie ragt in den Druckfarbenvorrat hinein. Die
Druckfarben können selbstverständlich auch in anderer bekannter Weise zum Beispiel
durch Bürsten auf die Rakelwalze aufgebracht werden.
[0032] Bei dem erfindungsgemässen Verfahren werden die Nachteile der mechanischen Empfindlichkeit
einer farbfilmbildenden Gummiwalze dadurch vermieden, dass eine aufgerasterte Metallwalze
Verwendung findet. Sie ist auch gegen Durchbiegen beständiger und lässt sich präzise
abraklen, indem durch Atzung oder Gravierung erzeugte Rasterstege als Stützelemente
Verwendung finden.
[0033] Durch die gleichmässigen farbaufnehmenden Vertiefungen über die gesamte Breite der
Rasterwalze ist eine gleichmässige Farbgebung gewährleistet, unabhängig vom unterschiedlichen
Farbverbrauch an verschiedenen Stellen des Druckmotives. Dies kommt auch der Standardisierung
im Offsetdruck entgegen. Mit den bisherigen Farbwerken lässt sich die Farbgebung während
des Druckvorganges nicht konstant halten.
[0034] Besondere Anforderungen an höhere oder geringere Farbschichtdicken, z.B. für rauhere
Papiere, können durch Austausch gegen tiefer oder flacher geätzte Rasterwalzen erfüllt
werden.
[0035] Durch Temperierung der Rasterwalze kann vorteilhaft eine noch bessere Farbführung
erreicht werden, da sich die Farbviskosität nicht mehr durch Temperatureinflüsse verändert.
Bei konventionellen langen Farbwerken erwärmt sich das Farbwerk durch innere Reibung
und durch viele Spaltvorgänge der Farben, wodurch die Farben während des Auflagendrucks
eine niedrigere Viskosität annehmen. Dadurch ändert sich die Farbübertragung und die
Farbschichtdicke im Druckbild. Nur durch sorgfältige fortlaufende Regelung der Farbgebung
durch den Drucker kann Makulatur vermieden werden.
[0036] Zur weiteren Reduzierung bzw. vollständigen Vermeidung des Schablonisierens weisen
vorteilhaft der Druckplattenzylinder und die Farbübertragwalze den gleichen Durchmesser
auf. Besonders vorteilhaft ist es, wenn auch die Rasterwalze und der Gummituchzylinder
den gleichen Durchmesser aufweisen wie der Druckplattenzylinder und die Farbübertragwalze.
[0037] Durch die Erfindung werden folgende Vorteile erzielt: Ein kurzes Farbwerk mit nur
wenigen Spaltstellen für die Farbe reduziert die Verdunstungsgeschwindigkeit der flüchtigen
Bestandteile erheblich im Vergleich zu konventionellen Farbwerken mit ihren vielen
Walzen. Deshalb können hier Farben Verwendung finden, welche das schnell verdunstende
und in das Papier wegschlagende Wasser enthalten. Alle physikalischen Trocknungsprozesse,
d.h. Wegschlagen in das Papier, Verdunstung des Wassers im Rollenoffset-Heatset bzw.
durch IR-Strahler im Bogenoffset gehen damit wesentlich schneller vor sich als mit
den langsam wegschlagenden oder verdunstenden Mineralölen konventioneller Farben.
[0038] Ein wesentlicher Vorteil der Erfindung ist die Reduzierung des Schablonierens durch
das kurze Farbwerk und die laufende Erneuerung des Farbfilms durch die Rasterwalze.
[0039] Die Temperatur in den Rollenoffset-HeatsetTrockenöfen kann erheblich reduziert werden,
abhängig von Maschinengeschwindigkeit, Bedruckstoff und Farbschichtdicke. Dadurch
ist eine erhebliche Energieersparnis möglich. Die Papiere trocknen weniger aus und
bleiben damit dimensionsstabil, d.h. sie nehmen nach der Trocknung kein Wasser aus
der Umgebung auf und «wachsen» nicht mehr nach der Verarbeitung bzw. Lagerung. Unter
günstigen Bedingungen können diese Farben im Rollenoffset sogar mit IR-Strahlern getrocknet
werden. Diese Grenzfälle hängen von Papier, Druckgeschwindigkeit und Farbschichtdikke
ab. Im Gegensatz zu unpolaren konventionellen Offsetfarben auf Ölbasis sprechen die
wasserhaltigen Farben auch auf Hochfrequenztrockner an.
[0040] Mit dem erfindungsgemässen Flachdruckverfahren werden die in der Beschreibungseinleitung
beschriebenen Nachteile des Standes der Technik _ insbesondere die mit der Einstellung
eines Druckfarbe-Wischflüssigkeit-Gleichgewichtes verbundenen Probleme _ unter Beibehaltung
der Vorteile des konventionellen Offsetdruckes überwunden.
[0041] Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Die Figur zeigt einen Schnitt durch eine Flachdruckmaschine.
[0042] Die Flachdruckmaschine weist ein Farbwerk (13), einen Druckplattenzylinder (3), einen
Gummituchzylinder (11) und einen Gegendruckzylinder (9) auf. Zwischen dem Gummizylinder
(11) und dem Gegendruckzylinder (9) läuft der Bedruckstoff (10) durch. Das Farbwerk
(13) besteht aus einer Rasterwalze (1), der eine Rakel (2) anliegt und einer Farbübertragwalze
(4), die zwischen der Rasterwalze (1) und dem Druckplattenzylinder (3) angeordnet
ist. Die Rasterwalze (1) ragt in die Druckfarbenwanne (8) hinein. Wie die Figur zeigt,
haben alle Walzen bzw. Zylinder den gleichen Durchmesser.
Beispiel:
[0043] Es wurden 40 Gew.-Teile einer wässrigen Emulsion eines alkalilöslichen Acrylatpolymerisats
mit einem Festkörpergehalt von 40 Gew.-%, 20 Gew.Teile Propylenglykol, 4 Gew.-Teile
Triethanolamin, 4 Gew.-Teile einer 35%igen Methylsilikonölemulsion, 4 Gew.-Teile Mineralöl
mit einem Siedebereich von 190-250°C und 8 Gew.-Teile Stärkeäther miteinander gemischt.
Dieser Mischung wurden 20 Gew.-Teile eines wässrigen Pigmentteiges mit einem Gehalt
von 45 Gew.-% Kupferphthalocyaninpigment zugefügt. Die Masse wurde auf einer Dreiwalze
zu einer homogenen Druckfarbe dispergiert.
[0044] Als Druckmaschine wurde eine Offset-Druckmaschine gemäss der Figur verwendet. Als
Druckplatte wurde eine handelsübliche silikonbeschichtete Druckplatte verwendet. Es
wurde auf gestrichenes Offsetpapier gedruckt. Es resultierten Drucke mit ausgezeichneter
Qualität.
1. Flachdruckverfahren, bei dem wäßrige Druckfarben unter Verwendung von lithographischen
Druckplatten, deren druckende Flächen hydrophil und deren nicht druckende Flächen
hydrophob sind, auf den Bedruckstoff übertragen werden, wobei Druckplatten eingesetzt
werden, deren nicht druckende Flächen mit Siliconkautschuk beschichtet und deren informationstragende
Flächen Metalloberflächen oder hydrophile Kunststoffoberflächen sind und Druckfarben,
die überwiegend Wasser enthalten und den wäßrigen Druckfarben des Tief- oder Flexodruckes
entsprechen und eine Viskosität von 10 bis 250 Pa.s, vorzugsweise 20 bis 50 Pa.s,
gemessen bei 23°C, aufweisen, und die Übertragung der Druckfarben vom Farbwerk mit
Rasterwalze, von der Druckplatte über einen Zwischenträger auf den Bedruckstoff ohne
Anwendung eines Feuchtwerkes, ohne die Ausnutzung der beim Offsetdruck üblichen Vermischung
von Wasser und Fett (organische hydrophobe Wischflüssigkeit) erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die verwendeten wäßrigen
Druckfarben einen Zusatz von Siliconöl oder wasserlöslichen Siliconderivaten enthalten.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine an
sich bekannte Offsetdruckmaschine verwendet wird, deren Feuchtwerk entfernt oder außer
Funktion gesetzt wurde.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckfarben
über eine Rasterwalze (1), der eine Rakel (2) anliegt, über eine der Rasterwalze nachgeordnete
Farbübertragwalze (4) auf einen Druckplattenzylinder (3) und von diesem über einen
Gummituchzylinder (11) auf den Bedruckstoff (10) übertragen werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Rasterwalze (1) als
Tauchwalze in eine Druckfarbenwanne (8) hineinragt.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckplattenzylinder
(3) und die Farbübertragwalze (4) den gleichen Durchmesser aufweisen.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Rasterwalze
(1) und der Gummituchzylinder (11) den gleichen Durchmesser wie der Druckplattenzylinder
(3) und die Farbübertragwalze (4) aufweisen.
1. A planographic printing process in which an aqueous printing ink is transferred
onto the material to be printed by means of a lithographic printing plate whose printing
areas are hydrophilic and whose non-printing areas are hydrophobic and are coated
with a silicone rubber, the information-carrying areas being metal surfaces or hydrophilic
plastic surfaces, and the printing ink, which predominantly contains water and corresponds
to the aqueous printing inks of intaglio or flexographic printing, having a viscosity
of from 10 to 250 Pa.s, preferably from 20 to 50 Pa.s, measured at 23°C, and the transfer
of the printing ink from the inking unit taking place by means of an engraved roller
and from the printing plate to the material to be printed via an intermediate carrier
without using a damping system and without using the water/oil mixture (organic hydrophobic
damping solution) which is customary in offset printing.
2. A process as claimed in claim 1, wherein the aqueous printing ink used contains
an additive of silicone oil or a water-soluble silicone derivative.
3. A process as claimed in claim 1 or 2, wherein a conventional offset printing machine
is used whose damping system has been removed or disabled.
4. A process as claimed in claim 1 or 2 or 3, wherein the printing ink is transferred
via an engraved roller (1), against which a doctor blade (2) abuts, via an ink-transfer
roller (4) arranged after the engraved roller, onto a printing plate cylinder (3),
and from the latter via a rubber blanket cylinder (11) onto the material (10) to be
printed.
5. A process as claimed in claim 4, wherein the engraved roller (1) projects, as a
duct roller, into the ink trough (8).
6. A process as claimed in claim 4 or 5, wherein the printing plate cylinder (3) and
the ink-transfer roller (4) have the same diameter.
7. A process as claimed in claim 4 or 5 or 6, wherein the engraved roller (1) and
the rubber blanket cylinder (11) have the same diameter as the printing plate cylinder
(3) and the ink-transfer roller (4).
1. Procédé d'impression à plat, suivant lequel des encres d'impression aqueuses sont
transférées sur le matériau à imprimer avec utilisation de platines d'impression lithographique,
dont les surfaces imprimantes sont hydrophiles et dont les surfaces non-imprimantes
sont hydrophobes, où l'on utilise des platines d'impression dont les surfaces non-imprimantes
sont revêtues par du caoutchouc au silicone et dont les surfaces portant les informations
sont des surfaces métalliques ou des surfaces en matières plastiques hydrophile, et
des encres d'impression qui contiennent de l'eau de façon prépondérante, qui correspondent
aux encres d'impression aqueuses de l'impression en creux ou flexographique, et qui
présentent une viscosité de 10 à 250 Pa.s, de préférence, de 20 à 50 Pa.s, mesurée
à 23°C, et le transfert des encre d'impression par le mécanisme d'encrage avec rouleau
à trame a lieu de la platine d'impression par un support intermédiaire sur le matériau
à imprimer sans faire usage d'un dispositif de mouillage, sans l'utilisation du mélange
usuel en impression offset d'eau et de graisse (liquide de mouillage hydrophobe organique).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait que les encres d'impression
aqueuses utilisées contiennent un additif d'huile de silicone ou de dérivés de silicone
solubles dans l'eau.
3. Procédé selon l'une des revendications 1 ou 2, caractérisé par le fait qu'on utilise
une machine d'impression offset connue en soi, dont le dispositif de mouillage a été
supprimé ou a été mis hors fonctionnement.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé par le fait que les encres
d'impression sont transférées par l'intermédiaire d'un rouleau à trame (1), auquel
une racle (2) est adjacente,, par l'intermédiaire d'un rouleau (4) de transfert d'encre
disposé en aval du rouleau à trame, sur un cylindre (3) à platine d'impression et,
de celui-ci, par l'intermédiaire d'un cylindre à blanchet (11), sur le matériau à
imprimer (10).
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé par le fait que le rouleau à trame
(1) pénètre sous la forme d'un cylindre plongeur dans une cuve (8) d'encre d'impression.
6. Procédé selon la revendication 4 ou 5, caractérisé par le fait que le cylindre
(3) à platine d'impression et le rouleau (4) de transfert d'encre présentent le même
diamètre.
7. Procédé selon l'une des revendications 4 à 6, caractérisé par le fait que le rouleau
à trame (1) et le cylindre à blanchet (11) présente le même diamètre que le cylindre
(3) à platine d'impression et le rouleau (4) de transfert d'encre.