(19)
(11) EP 0 077 969 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
04.05.1983  Patentblatt  1983/18

(21) Anmeldenummer: 82109395.2

(22) Anmeldetag:  11.10.1982
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3D06B 15/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH FR GB IT LI

(30) Priorität: 23.10.1981 DE 3142172

(71) Anmelder: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT
80333 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Grassmann, Hans-Christian, Dipl.-Ing.
    D-8521 Baiersdorf (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Trockenanlage für Färbespulen in der Textilindustrie


    (57) Die Erfindung betrifft eine automatische Trockenanlage (1, 2, 3) für Färbespulen (51) in der Textilindsutrie. Die auf einem perforierten Rohr (52) aufgesteckten Spulen (51) werden zunächst mit Druckluft (11) vorgetrocknet. Hieran schließt sich eine Zwischentrocknung der Spulenoberflächen mit Infrarot an. Die Endtrocknung wird dann kapazitiv im Hochfrequenzofen vorgenommen. Das Rohr (52) mit Spulen (51) wird dabei als Einheit (5) durch die Anlage (1-3) gefördert.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Trockenanlage für Färbespulen in der Textilindustrie, die zum Färben gleichzeitig auf ein perforiertes Rohr aufgesteckt sind, über welches das flüssige Färbemittel durch die Spulen gepreßt wird.

    [0002] Zum Trocknen werden die Spulen von Rohr abgenommen, in einer mechanischen Vorrichtung, z.B. durch eine Zentrifuge vorgetrocknet und anschließend in einem Hochfrequenzofen fertig getrocknet. In diesen Ofen wird zur Vergleichmäßigung der Erwärmung und zur Abführung von entstehenden Dampfschwaden noch zusätzlich Heißluft eingeblasen und wieder abgesaugt.

    [0003] Trockenvorrichtungen dieser Art haben sich gegenüber rein mechanischen Trockenvorrichtungen gut bewährt, die erforderliche Vereinzelung der Spulen steht jedoch einer weitgehenden Automatisierung des Materialflusses beim Trocknungsvorgang störend im Wege.

    [0004] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, bei einer Trocknungsanlage der eingangs genannten Art den Trocknungsvorgang weitgehend zu automatisieren und zu beschleunigen.

    [0005] Die Lösung dieser Aufgabe ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet;

    eine Vortrockenstation, in der Mittel zum Einblasen von Druckluft in das Rohr mit aufgesteckten Spulen vorgesehen sind,

    eine folgende Zwischentrockenstation zum Abtrocknen der



    [0006] Oberflächen der auf dem Rohr aufgesteckten Färbespulen, eine nachgeschaltete Fertigtrockenstation mit einem Hochfrequenzofen zur kapazitiven Endtrocknung der Färbespulen auf dem Rohr und

    [0007] eine Transportvorrichtung zum selbsttätigen Fördern der auf dem Rohr aufgesteckten Färbespulen durch die einzelnen Stationen, die zumindest im Bereich des Hochfrequenzofens mit Mitteln zur. Drehung des Rohres mit Färbespulen um seine Längsachse versehen ist.

    [0008] Durch eine derartige Behandlungsstraße läßt sich der Durchlauf und die Wärmebehandlungsdauer verkürzen und manuelle Arbeitszeit zum Vereinzeln der Werkstücke für den Trocknungsvorgang einsparen.

    [0009] Physikalisch gesehen, wird in der Vortrockenstation durch das Einblasen von Druckluft - z.B. mit 5 Atmosphären - ein großer Teil der Feuchtigkeit von Innen heraus durch die Färbespulen an die Oberfläche transportiert und von dort abgeführt. Eine auf diese Weise vorgetrocknete und aufgeschlossene Spule ist abernicht für eine anschließende Hochfrequenzbehandlung ohne weiteres geeignet, da durch die vorgenannte Trocknung besonders an der Oberfläche noch relativ viel Feuchtigkeit verbleibt, die zu Überschlägen im Hochfrequenzfeld Anlaß geben würde. Als Zwischenstation ist daher in der Straße zwischen mechanischer Vortrockenstation und Hochfrequenztrockner eine Oberflächentrocknung z.B. mit Infrarotstrahlern vorzusehen.

    [0010] Zur Vereinfachung des mechanischen Aufbaus wird die Förderanlage im Bereich der mechanischen Vortrocknung vorzugsweise taktweise betrieben, d.h. während des Einblasens der Druckluft in die Rohre steht der betreffende Förderabschnitt still, dagegen kann in den übrigen Behandlungsstationen ein kontinuierlicher Fördervorgang laufen. Damit die Luft frei entweichen kann und die Spulen gleichmäßig getrocknet werden, ist die Transportvorrichtung, z.B. in Form eines Schleppkettenförderers mit Abstandshaltern versehen, in denen die Rohre mit Spulen eingelegt werden.

    [0011] Anhand einer Zeichnung sei die Erfindung näher erläutert;
    es zeigen:

    Figur 1 einen schematischen Längsschnitt durch die Trockenanlage und

    Figur 2 einen Schnitt längs der Linie II-II in Figur 1.



    [0012] Die Trockenanlage für die auf einem perforierten Rohr 52 aufgesteckten einzelnen Färbespulen 51 besteht aus einer mechanischen Vortrockenstation 1, einer Zwischentrockenstation 2 zur Oberflächentrocknung und einer nachgeschalteten Fertigtrockenstation 3. Die aus Rohr 52 und Färbespulen 51 bestehende Einheit 5 wird mittels einer Transportvorrichtung 4 durch die einzelnen Stationen in Richtung des Pfeiles 45 transportiert. Hierzu sind die Schleppketten 41 der Transportvorrichtung 4 mit Abstandshaltern 45 versehen, in die die Rohre samt den Spulen 51 eingelegt sind.

    [0013] Die Vortrockenstation 1 ist mit Anschlußvorrichtungen 12 für Druckluft 11 versehen, wobei gleichzeitig mehrere Rohre anzuschließen sind. Damit der Anschlußvorgang und die Trocknung mechanisch keine allzugroßen Schwierigkeiten bereiten, wird während dieses Vorganges die Fördereinrichtung 4 in dem Teil 43, der sich in der Vortrockenstation 1 befindet, gestoppt. Sind die Färbespulen durch das Einblasen von Druckluft von z.B. 5 Atmosphären Druck ausreichend mechanisch vorgetrocknet und aufgeschlossen, so gelangen die Einheiten 5 in eine Zwischentrockenstation 2, die mit Infrarotstrahlern 21 versehen ist. Hier wird die Oberfläche der Färbespulen 51 von Feuchtigkeit befreit. Von hier aus gelangen dann die Färbespulen 51 auf dem Rohr 52 als komplette Einheit 5 zur Fertigtrocknung in die Station 3, die aus einem bekannten Hochfrequenzofen mit Elektroden 31 besteht. In diesen Ofen wird zusätzlich Heißluft 32 eingeblasen und wieder abgesaugt. Zur gleichmäßigen Trocknung der Färbespulen sind in diesem Bereich und gegebenenfalls auch noch im Bereich der Zwischentrockenstation 2 Mittel vorgesehen, mit denen das Rohr 58 um seine Längsachse in Richtung des Pfeiles 42 gedreht wird. Eine derartige Drehung ist erforderlich, wenn das Rohr mit den Spulen senkrecht zum Feldlinienverlauf im Hochfrequenzfofen liegt, da ansonsten ungleichmäßige Trocknungszonen entstehen würden. Eine derartige räumliche Anordnung hat den Vorteil, daß metallische Hülsen zum Wickeln der Färbespulen verwendet werden können, ohne daß das Feld kurzgeschlossen wird. Will man das Rohr in Richtung der elektrischen Feldlinien anordnen, so muß man Spulenkerne und Rohre aus Isoliermaterial vorsehen.

    [0014] Die Elektroden 31 - und damit auch die Transportvorrichtung - können auch vertikal - statt wie gezeigt horizontal - angeordnet sein.


    Ansprüche

    1. Trockenanlage für Färbespulen in der Textilindustrie, die zum Färben gleichzeitig auf ein perforiertes Rohr aufsteckbar sind, über welches das flüssige Färbemittel durch die Spulen gepreßt wird mit

    a) einer mechanischen Vortrocknung der Färbespulen

    b) einen Hochfrequenzofen, in den zusätzlich Heißluft einblasbar ist, gekennzeichnet durch

    c) Vortrockenstation (1), in der Mittel zum Einblasen von Druckluft (11) in das Rohr mit aufgesteckten Färbespulen (51) vorgesehen sind,

    d) eine folgende Zwischentrockenstation (2) zum Abtrocknen der Oberflächen der auf dem Rohr (52) aufgesteckten Färbespulen (51),

    e) eine nachgeschaltete Fertigtrockenstation (3) mit einem Hochfrequenzofen zur kapazitiven Endtrocknung der Färbespulen (51) auf dem Rohr (52) und

    f) eine Transportvorrichtung (4) zum selbsttätigen Fördern der auf dem Rohr (52) aufgesteckten Färbespulen (51) durch die einzelnen Stationen (1-3), die zumindest im Bereich des Hochfrequenzofens mit Mitteln zur Drehung des Rohres mit Färbespulen (51) um seine Längsachse versehen ist.


     
    2. Trockenanlage nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Zwischentrockenstation (2) mit Mitteln zur Infrarottrocknung der Oberflächen der Färbespulen (51).
     
    3. Trockenanlage nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Vortrockenstation (1) mit Mitteln zum gleichzeitigen Anschluß mehrerer Rohre an Druckluft (11) und einer Transportvorrichtung mit taktweiser Förderung in diesem Bereich (43).
     
    4. Trockenanlage nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Transportvorrichtung (4) mit Mitteln (45) zur Halterung des Rohres (52) mit Spulen (51) in einer senkrecht zum Feldlinienverlauf im Hochfrequenzofen liegenden Richtung.
     
    5. Trockenanlage nach Anspruch 1 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Transportvorrichtung (4) als Schleppkettenförderer ausgebildet ist und mit Abstandshaltern (45) zur Aufnahme der Rohrenden versehen ist.
     
    6. Trockenanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Transportvorrichtung (4) und Elektroden (31) im Hochfrequenzofen horizontal (Figur 1) oder vertikal angeordnet sind.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht