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EP 0 080 087 A1 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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01.06.1983 Patentblatt 1983/22 |
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Anmeldetag: 04.11.1982 |
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT CH FR GB IT LI |
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Priorität: |
21.11.1981 DE 3146267
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Anmelder: Mannesmann Rexroth GmbH |
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D-97813 Lohr (DE) |
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Erfinder: |
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- Scherer, Manfred
D-8770 Lohr/Main (DE)
- Hofmann, Heini
D-8774 Rothenfels (DE)
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Vertreter: Patentanwälte
Bartels, Held und Partner |
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Lange Strasse 51 70174 Stuttgart 70174 Stuttgart (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
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Vorrichtung zum Verhindern des Ausströmens von Verunreinigungen zusammen mit schmelzflüssigem
Gut |
(57) Bei einem Verfahren wird zum Verhindern des Ausströmens von Verunreinigungen, insbesondere
Schlacke, zusammen mit schmelzflüssigem Gut, insbesondere Metall, aus einer Gießöffnung
(22) eines Warmhalteofens die Gießöffnung vor dem Füllen dieses Warmhalteofens mit
schmelzflüssigem Gut mittels einer durch das in den Warmhalteofen eingefüllte schmelzflüssige
Gut in vorbestimmter Zeit mindestens teilweise schmelzbare Schmelzplatte (25) abgeschlossen.
Hierdurch wird beim Füllen des Warmhalteofens das Übertreten von Verunreinigungen
des schmeizflüssigen Gutes aus dem Warmhaiteofen in die Kokille verhindert, so lange
sich der Spiegel des schmelzflüssigen Gutes noch unterhalb des oberen Randes der Gießöffnung
befindet.
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[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren entsprechend dem Oberbegriff des Anspruches
1 und auf eine Vorrichtung entsprechend dem Oberbegriff des Anspruches 3.
[0002] Bei einer bekannten Vorrichtung der vorgenannten Art besteht die Gefahr, daß beim
Füllen des Warmhalteofens Verunreinigungen des schmelzflüssigen Gutes in die Kokille
fließen, solange sich der Spiegel des schmelzflüssigen Gutes noch unterhalb des oberen
Randes der Gießöffnung befindet (DE-OS 27 07 533).
[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, beim Füllen des Warmhalteofens
das übertreten von Verunreinigungen des schmelzflüssigen Gutes aus dem Warmhalteofen
in die Kokille zu verhindern, solange sich der Spiegel des schmelzflüssigen Gutes
noch unterhalb des oberen Randes der Gießöffnung befindet. Diese Aufgabe wird durch
die Merkmale in den Kennzeichnungsteilen der Ansprüche 1 und 3 erfindungsgemäß gelöst.
[0004] Die die Gießöffnung verschließende Schmelzplatte verhindert beim Einfüllen von schmelzflüssigem
Gut in den Warmhalteofen das Ausfließen dieses Gutes und von Verunreinigungen so lange,
solange sich der Spiegel des schmelzflüssigen Gutes noch unterhalb des oberen Randes
der Gießöffnung befindet. Das in den Warmhalteofen eingefüllte schmelzflüssige Gut
übersteigt den schmelzbaren Teil der Schmelzplatte, ehe dieser geschmolzen ist, so
daß aus dem geschmolzenen Teil der Schmelzplatte nur schmelzflüssiges Gut austritt,
das keine auf ihm schwimmende Verunreinigungen mit sich führt.
[0005] Durch die Merkmale des Anspruches 2 wird erreicht, daß ein bestimmter Teil der Schmelzplatte
schmilzt, bevor die ganze Schmelzplatte zum Schmelzen kommt. Aus dem nach dem Übersteigen
durch das schmelzflüssige Gut geschmolzenen Teil der Schmelzplatte fließendes flüssiges
Gut ist frei von Verunreinigungen. Hierdurch ist es möglich, anfangs einen kleineren
Querschnitt als den von der Schmelzplatte bedeckten Querschnitt frei zu schweißen
und mindestens anfangs einen kleineren Gutstrom in die Kokille fließen zu lassen.
Die Dicke der Sollschmelzstelle und/oder der Schmelzplatte kann den jeweils gewünschten
Temperaturen des schmelzflüssigen Gutes und dem Querschnitt der Kokille angepaßt werden.
[0006] Weitere Vorteile ergeben sich aus den übrigen Ansprüchen, der Beschreibung und der
Zeichnung. In dieser ist ein Warmhalteofen als Ausführungsbeispiel des Gegenstandes
der Erfindung schematisch dargestellt. Es zeigen
Fig. 1 einen lotrechten Schnitt,
Fig. 2 einen Ausschnitt aus Fig. 1 mit zusätzlichen Teilen.
[0007] Ein Ofenmantel 1 ist aus Grobblechplatten zusammengeschweißt und mit feuerfesten
Steinen 2 und einer Schicht 3 aus einer.feuerfesten Masse ausgekleidet. Der Warmhalteofen
hat auf einer Seite eine Gießöffnung 22. Die Gießöffnung 22 durchsetzt eine auf dem
Ofenmantel 1 befestigte gußeiserne Frontplatte 4. An dieser ist ein Zwischenflansch
5 (Fig. 2) mit Kokille 6 und dieser zugeordnetem Kühler 7 befestigt. An der Unterseite
des Warmhalteofens ist ein am Ofenmantel fest angeschweißter Flansch zur Anbringung
eines Induktors 9 vorgesehen. Auf der Oberseite des Warmhalteofens ist ein abnehmbarer
Deckel 10 angeordnet, der mit einer feuerfesten Masse ausgegossen ist und einen Brennerstein
12 zur Aufnahme eines nicht dargestellten Brenners aufweist. Im unteren Bereich des
Warmhalteofens ist eine Temperaturmeßstelle 13 vorgesehen, die ein Thermoelement 14
hat. Die Lage des Zwischenflansches 5 auf der Frontplatte 4 ist mittels Paßstiften
genau festgelegt. Der Bereich zwischen der Kokille 6 und der die Steine 2 bedeckenden
Schicht 3 wird durch einen von einem Isolierkörper 16 umgebenen Zuführtrichter 17
überbrückt. Der Isolierkörper 16 besteht aus einer Isoliermasse und der Zuführtrichter
17 aus einer feuerfesten Masse. An der Stoßstelle zwischen der Mündung der Gießöffnung
22 und dem Zuführtrichter 17 sind die lichten Ausnehmungen jeweils gleich. Hier ist
eine Schmelzplatte 25 eingesetzt, die die Gießöffnung 22 ausfüllt und von dem Zuführtrichter
17 gehalten wird. Die Schmelzplatte 25 hat an der Unterseite eine Sollschmelzstelle
26 geringerer Dicke. Der Werkstoff der Schmelzplatte 25, deren Dicke und die Dicke
der Sollschmelzstelle ist den das schmelzflüssige Gut jeweils aufweisenden Temperaturen
und den Querschnitten der Kokille 6 angepaßt.
[0008] Zwischen der Frontplatte 4 und dem Zwischenflansch 5 ist eine Dichtung 19 in Form
einer Asbestplatte oder dgl. vorgesehen. Der die Kokille 6 umgebende Kühler 7 ist
mit seinem Flansch an einem Haltering 20 mittels Schrauben lösbar befestigt, der seinerseits
an dem Zwischenflansch 5 ebenfalls mittels Schrauben lösbar befestigt ist. Zum Ausrichten
der Kokille können am Befestigungsflansch des Kühlers 7 Langlöcher vorgesehen sein.
Es ist möglich, an dem Zwischenflansch 5 mehrere Kokillen 6 anzuordnen.
[0009] Beim Einfüllen von schmelzflüssigem Gut in den Warmhalteofen 1 übersteigt dieses
die Sollschmelzstelle 26 und die Schmelzplatte 25 jeweils bevor die Sollschmelzstelle
26 bzw. die Schmelzplatte 25 schmilzt. Dadurch wird verhindert, daß auf dem schmelzflüssigen
Gut, insbesondere Metall, schwimmende Verunreinigungen, insbesondere Schlacke, in
die Kokille fließen. Die Gießöffnung 22 ist derart ausgebildet, daß sich beim Füllen
des Warmhalteofens keine Verunreinigungen darin fangen und diese von dem die Gießöffnung
22 übersteigenden schmelzflüssigen Gut mitgenommen werden. Die Sollschmelzstelle 26
und die Schmelzplatte 25 schmelzen jeweils nach einer vorbestimmten Zeit. Die Schmelzplatte
25 kann auch ohne Sollschmelzstelle 26 ausgebildet sein.
1. Verfahren zum Verhindern des Ausströmens von Verunreinigungen, insbesondere Schlacke,
zusammen mit schmelzflüssigem Gut, insbesondere Metall, aus einer Gießöffnung (22)
eines Warmhalteofens, dadurch gekennzeichnet, daß die Gießöffnung vor dem Füllen des
Warmhalteofens mit schmelzflüssigem Gut mittels einer durch das in den Warmhalteofen
eingefüllte schmelzflüssige Gut in vorbestimmter Zeit mindestens teilweise schmelzbaren
Schmelzplatte (25) abgeschlossen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schmelzplatte (25) mit
einer ihre Dicke vermindernden Sollschmelzstelle (26) versehen ist, die von dem im
Warmhalteofen befindlichen schmelzflüssigen Gut vor dem übrigen Teil der Schmelzplatte
geschmolzen wird und die in durchgeschmolzenem Zustand einen wesentlich geringeren
Durchschnittsquerschnitt für das schmelzflüssige Gut als die geschmolzene Schmelzplatte
aufweist.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche
an einem Warmhalteofen für eine Stranggußanlage, mit einer Gießöffnung (22) im Ofenmantel
1), mit einer fest daran angebrachten Frontplatte (4) und mit einem von der Frontplatte
nach Belieben lösbaren Zwischenflansch (5) zum Anbringen einer Kokille (6), gekennzeichnet
durch eine bei leerem Warmhalteofen in die Gießöffnung eingesetzte und diese verschließende
Schmelzplatte (25), die durch das in den Warmhalteofen anschließend eingefülte schmelzflüssige
Gut in vorbestimmter Zeit mindestens teilweise zum Schmelzen gebracht wird.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Schmelzplatte (25)
auf einer ihrer beiden großflächigen Seiten eine ihre Dicke vermindernde Ausnehmung
als Sollschmelzstelle (26) hat.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Schmelzplatte (25)
zwischen die von der Frontplatte (4) umgebene Mündung der Gießöffnung (22) und einen
von dem Zwischenflansch (5) umgebenen Zuführtrichter (17) eingesetzt ist.

