[0001] Die Erfindung geht aus von einer Vorrichtung zur Durchführung von hydraulischen Massagen,
bestehend aus der Kombination einer Spritzkabine, die eine leicht verformbare, das
Arbeitsmedium von dem zu massierenden Körper trennende Prallfläche beinhaltet; welche
auf der dem Arbeitsmedium abgewandten Seite mittelbar oder unmittelbar am Körper anliegt
und mindestens einer Spritzdüse.
[0002] Die vorliegende Anmeldung berücksichtigt folgenden Stand der Technik:
(1) DE-OS 26 41 469
(2) DE-OS 26 01 506
(3) DE-PS 213 041
[0003] Verfahren und Vorrichtung gemäss der DE-OS 26 41 469 können zwar zu einer gewissen
Wassereinsparung und Energieersparnis führen, bedingen jedoch eine Verschmutzung des
Arbeitsmediums, Infektionscefahr trotz Reinigung nach jeder Anwendung, nicht definierte
Formänderungsarbeiten bei wechselnden Strahlrichtungen in den zu behandelnden Zonen,
Spritzwasserbelästigung für den Behandelten und den (eventuellen) Behandler.
[0004] Das Druckstrahlmassagegerat gemäss der DE-OS 26 01 506 kann demgegenüber zu grösseren
Einsparungen an Wasser und Heizenergie, ferner dank der trennenden Prallfläche grundsätzlich
zu einer Verringerung der Infektionsgefahr führen; nachteilig ist jedoch, dass wegen
des verhältnismässig kleinen Abstands der Düse von der Prallfläche und der bremsenden
Wirkung des vom Düsenstrahl zu durchlaufenden Sammelwassers bei gleicher Pumpleistung
geringere Staudrucke ar. der Prallflache erreicht werden.- Von besonderem Nachteil
ist jedoch, dass wahrend der Behandlung Relativbewegunger zwischen der elastischen
Haut des Gerats und der Korpergewebe erforderlich sind, was bei zeitlich konstantem
Mitteldruck zu ungünstigen tangentialen Beanspruchungen des Gewebes und bei therapeutisch
wirksamen Drücken sogar zu Verletzungen des Patienten führen kann.- Schliesslich dürfte
eine genaue Führung des Pistolenhandgriffs besondere ähigkeiten des Therapeuten erfordern.
[0005] Mit einer Anordnung der Spritzdüse gemäss der DE-PS 2 13 041 sind beachtliche Einsparungen
an Energie und wasser praktisch ohne mechanische oder mikrobielle Gefährdung des Patienten
zu erreichen.
Hier sind jedoch folgende Nachteile gegeben:
[0006]
1. Der dort verwendete Beutel als Spritzkabine ist nicht geeignet, grössere gerade
Verschiebebewegungen der Spritzdüse zuzulassen und ist im Innern für Wartungsarbeiten
schwer zugänglich.
2. Die Neigung der Prallvektoren wechselt von Punkt zu Punkt.
3. Es ist praktisch nicht möglich, ohne sehr aufwendige Raumwinkel-Steuerungen die
Soll-Richtung des Strahls für gleichmässige Massagen angenähert genau festzulegen,
zumal eine optische Kontrolle am Körper des Paienten selbst bei transparent gedachtem
Beutel angesichts der Vielzahl rückprallender Wassertropfen ausscheidet.
4. Wechselnde Neigungsfehler der Düsenachse wirken sich bei veränderlichen Abständen
der Düse von der Prallfläche unterschiedlich aus.
5. Das Gewicht der gesamten, als Prallfläche dienenden Membran wirkt dem auslenkenden
Wasserstrahl entgegen; dies bedingt relativ kleine, d ü n n e Prallmembranen.- Anderseits
erfordert die Begrenzung der Zugspannung im Betrieb relativ kleine, dicke Membranen.
[0007] Die Aufgabe der Erfindung ist die Angabe einer Vorrichtung gemäss dem Gegenstand
der DE-PS 213 041, die einfach gewartet werden kann und eine gleichmässigere, automatisierbare,
hydraulische Massage für grössere
[0008] Arbeitsbereiche, die grösseren Teilen der Körperoberfläche entsprechen, ermöglicht
und bei welcher der Neigungswinkel des Düsenstrahls bei Bedarf über den ganzen Arbeitsbereich
konstant gehalten werden kann.
[0009] Als Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäss eine Vorrichtung zur Durchführung
von hydraulischen Massagen vorgeschlagen, dadurch gekennzeichnet, dass die Spritzkabine
aus einer als Ableithilfsmittel für die Flüssigkeit ausgebildeten Haube, in welcher
die Prallfläche angeordnet ist sowte einem Auffangbehälter besteht und dass eine Spritzdüse
mittels einer Koordinatenführung verschiebbar gelagert ist.
[0010] Für eine besonders günstige Ausführungsform wird ferner eine Vorrichtung vorgeschlagen,
dadurch gekennzeichnet, dass die Prallfläche zugleich als Auflager für den zu massierenden
Körper ausgebildet ist und ein - diesen Prallfläche bildenden Teil der Haube - unterstützendes
und abfederndes Gitter vorgesehen ist, welches den grössten Teil des Körpergewichts
aufnimmt.
[0011] Für eine besonders günstige Ausführungsform wird ferner eine Vorrichtung vorgeschlagen,
dadurch gekennzeichnet, dass das Gitter als Seilgitter in einem Spannrahmen ausgebildet
ist.
[0012] Das nachfolgende Ausführungsbeispiel erläutert die Erfindung in Verbindung mit einer
schematischen Abbildung.
[0013] Die Ziffern des schematischen QUER-Schnitts stellen dar:
1) einen kegelig verformten Aufprallbereich,
2) ein Gitter, vorzugsweise ein Seilgitter,
3) einen Spannrahmen für das Gitter (2)
4) ein Auflager für den Spannrahmen ( 3
5) eine Haube, z.B. eine im Öffnungsbereich rings geraffte Haube aus SILIKON-Folie,
6) eine (innere) Kammer,
7) eine durchbrochene Trennwand,
8) einen Auffangbehälter,
9) eine Spritzdüse,
10) ein Sicherungshilfsmittel, z.B. Bolzen, für Teil (5),
11) eine (äussere) Kammer,
12) einen Wasserspeicher,
13) zwei Bockrollen,
14) eine Symmetrieebene der Spritzkabine senkrecht zur Zeichenebene,
15) ein Bockrollen-Widerlager,
16) ein flexibles Widerlager,z.B. Polyäthylen-oder PVC-Folie, . für zwei einander
gegenüberliegende Seiten von Teil (5).
[0014] Der menschliche Körper ist mit seiner Längsachse vorzugsweise senkrecht zur Zeichenebene-
liegend- zu denken, die Düse (9) um die Spurgerade der Symmetrieebene (14) mit der
Zeichenebene drehbar und senkrecht zur Zeichenebene verschieblich gelagert.- Bei gleichzeitiger
Drehung der Düse (9) um die Spurgerade und Verschiebung der Düse senkrecht zur Zeichenebene
schreibt die Düse (9) bzw. deren Wasserstrahl im Aufprallbereich (1) eine ZYKLOIDE.-
Verschiebt man die Spritzkabine mittels der Bockrollen (13) längs des Widerlagers
(15) in der Zeichenebene, so schreibt die mitgeführte Düse (9) bzw. deren Wasserstrahl
im Aufprallbereich ein zweites ZYLKOIDEM-Band parallel zum ersten und genau dem Abstand
der vorgenommenen Verschiebung entsprechend.
[0015] Das Seilgitter (2) nimmt den grössten Teil des Körpergewichts auf, das im Behandlungsbereich
bzw. Aufprallbereich (1) auf der Haube (5) liegt; es wirkt damit einer Durchbiegung
der Haube (5) entgegen, erlaubt deren besonders leichte Ausführung und leichte Verformbarkeit
im Prallbereich (1), erleichterte Beweglichkeit in den Seitenbereichen, somit mittelbar
erleichterte Verschieblichkeit der ganzen Spritzkabine längs des Widerlagers (15)
in der Zeichenebene.
[0016] Die letztgenannte Verschieblichkeit wird weiter begünstigt durch die Ausbildung der
Haube an sich, ferner durch die Ausbildung der Aussenkammer (11) als Faltenspeicher:
befestigt man am Auffangbehälter (8) als äussere Begrenzung für die Haube (5) in den
Seitenbereichen ein vorzugsweise flexibles Widerlager (16), z.B. eine Folie, lenkt
dieses z.B. unterhalb des Auflagers (4) mittels einer Rolle um und spannt es im senkrechten
Teil durch ein Gewicht, so entsteht ein selbsttätig veränderlicher Faltenspeicher
mit maximaler Speicherkapazität bei maximalem Öffnungswinkel jeweils zu Beginn der
erforderlichen Speicherphase mit entsprechender Erleichterung und Sicherung des Speicherungsvor
gangs.- Auch zwecks Vermeidung von Hubarbeit für das genannte Gewicht empfiehlt sich
ein analoger, im Gegentakt arbeitender Faltenspeicher auf der Gegenseite.-Zur besseren
Ubersicht wurde auf eine symmetrische Skizze verzichtet.
[0017] Die hochgezogene, durchbrochene Trennwand (7) kann gleichzeitig dienen zur Ableitung
von Reflexionswasser in den Wasserspeicher (12), als Leitplanke für die Falten in
ihren oberen Abschnitten, als Befestigungshilfsmittel, z.B. Klemmvorrichtung, in ihren
unteren Abschnitten. Die erfindungsgemässe Vorrichtung eignet sich insbesondere für
einen Einsatz in Verbindung mit an sich bekannten Koordinatensteuerungen. ( Vergl.
z.B. Normentwurf DIN 40719 Blatt 6 )
[0018] Die Erfindung weist folgende Vorteile auf:
[0019] Die neue Vorrichtung lässt sich leicht fertigen, vormontieren und warten: die erforderlichen
Bauelemente sind entweder selbst handelsüblich oder lassen sich aus handelsüblichen
Werkstoffen preisgünstig herstellen. Je nach Strahlrichtung der Spritzdüse sind wahlweise
genau dosierbare Knetmassagen oder solche mit höherem Bindegewebsmassagenanteil möglich.
Anderseits ist die exakt dosierbare Formänderungsenergie im jeweiligen Behandlungsbereich
Voraussetzung für eine entsprechende, genaue wärmeübertragung.
[0020] Die Verwendung eines die Haube im Auflagebereich abfedernden Gitters ermöglicht zusätzlich
den Einsatz einer dünnen Haube mit grossflächigem Arbeirsbereich bei geringer Vorspannung
selbst dann, wenn extrem schwere Patienten auf der Haube liegen.
[0021] Es ist ferner möglich, die wasserzu- und Abfuhr für die Spritzkabine nicht über Schläuche,
sondern über Rohre zu leiten; da das Bruchrisiko derartiger Rohrleitungen nicht über
dem üblicher Rohre für die Hausinstallation liegt, kann die neue Kombination auch
in normalen Arbeitsräumen vorteilhaft eingesetzt werden, die bisher der Hand- bzw.
Trockenmassage vorbehalten waren.
[0022] Der Einsatz einer an sich bekannten Koordinatenführung steigert einerseits nochmals
die Genauigkeit der Behandlung, erhöht anderseits den Bedienungskomfort wesentlich.
[0023] Die neue Vorrichtung entlastet ferner die Masseure von schwerer, ungesunder

in gebückter Haltung so weit, dass selbst Körperbehinderte regelmässig die Durchführung
von Massagen nach der Erfindung übernehmen können. Infektionsrisiken in Wannen für
Unterwassermassagen entfallen völlig für den Patienten, und für das Reinigungspersonal
sind sie praktisch ebenfalls nicht mehr gegeben.
[0024] Zudem verteilen sich Rüstzeiten für Wasserzu- und Ablauf sowie gelegentliche Reinigungsarbeiten
auf eine Vielzahl von Patienten. Eine grosse Wanne mit dem für Unterwassermassagen
erforderlichen und vorgeschriebenem Volum von mindestens 400-600 Litern je Behandlung
entfällt, da hier eine Wasserfüllung von ca. 40 Litern vielfach verwendet wird. Daher
kann der Wasserverbrauch bei der Vorrichtung nach der Erfindung auf unter einen Liter
je Behandlung, d.h. auf Promille des bisher üblichen, gesenkt werden.- Ferner lassen
sich mit der neuen Vorrichtung wesentliche Einsparungen an Heizenergie erzielen.
1. Vorrichtung zur Durchführung von hvdraulischen Massagen, bestehend aus der Kombination
einer Spritzkabine, die eine leicht verformbare, das Arbeitsmedium von dem zu massierenden
Körper trennende Prallfläche beinhaltet, welche auf der dem Arbeitsmedium abgewandten
Seite mittelbar oder unmittelbar am Körper anliegt, und mindestens einer Spritzdüse,
dadurch gekennzeichnet, dass die Spritzkabine aus einer als Ableithlfsmittel für die
Flüssigkeit ausgebildeten Haube (5), in welcher die Prallfläche (1) angeordnet ist
sowie einem Auffangbehälter (8) besteht und dass eine Spritzdüse (9) mittels einer
Koordinatenführung verschiebbar gelagert ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Prallfläche (1) zugleich
als Auflager für den zu massierenden Körper ausgebildet ist und ein diesen Prallfläche
bildenden Teil der Haube (5) unterstützendes und abfederndes Gitter (2) vorgesehen
ist, welches den grössten Teil des Körpergewichts aufnimmt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Gitter (2) als Seilgitter
in einem Spannrahmen ausgebildet ist.