[0001] Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Gewinnung von Aromastoffen aus einem
Tabakextrakt gemäß den Patentansprüchen. Dabei entsteht als neues Produkt ein klares
Tabak-Aromaöl, frei von Polyphenolen, Harzen und Wachsen, mit einem reduzierten (verminderten)
Nikotingehalt von 5 bis 50 % relativ (bezogen auf den Tabak, dem das Tabak-Aromaöl
entstammt) und mit dem für den jeweils eingesetzten Ausgangstabak typischen Tabakgeruch.
Das erfindungsgemäße Verfahren bewirkt die Abtrennung von klarem Tabak-Aromaöl aus
Tabakextrakt.
[0002] Bei der Herstellung von Tabakwaren spielt die Aromatisierung des Tabaks eine besondere
Rolle. Versuche, aus aromastarken Tabaken oder Tabakabfällen das für den jeweiligen
Tabak typische Tabak-Aromaöl teilweise oder ganz zu gewinnen, um es anderen, aromaschwachen
Tabaken gleicher Provenienz zuzusetzen, scheiterten bisher daran, daß es nicht gelang,
ein absolutes (klares) Tabak-Aromaöl, frei von Harzen und Wachsen mit reduziertem
Nikotingehalt, zu gewinnen.
[0003] Die DE-A-2128779 beschreibt ein Verfahren zur Gewinnung von Aromastoffen und die
Umwandlung der Aroma-Precursoren aus Tabak, indem der Tabak mit einem oder mehreren
Lösungsmitteln, die in der eluotropen Reihe zwischen Trichloräthylen und Äthylacetat
liegen, extrahiert wird und aus dem gewonnenen Extrakt durch eine Wärmebehandlung
zwischen 110 und 180° C die Aroma-Precursoren aktiviert werden. Die nach diesem Verfahren
gewonnenen Aroma-Produkte stellen eine wachsartige, harzige Masse dar, die alle Wachse
und Harze sowie Polyphenole und nahezu das gesamte Nikotin des Ausgangsproduktes enthalten.
[0004] Die DE-A-2142 205 beschreibt ein Verfahren zur selektiven, aromaerhaltenden Extraktion
von Nikotin aus Tabak, indem in der ersten Stufe dem trockenen Tabak durch Behandlung
mit trockenen, überkritischen Gasen (z. B. CO2) das Aroma entzogen wird, das dann
vorübergehend im Abscheidebehälter B verbleibt, bis dem Tabak im Behälter A durch
eine zweite Verfahrensstufe mit Hilfe feuchter CO
2 das Nikotin entzogen wurde, das dann im Behälter D abgeschieden wird. In einer dritten
Verfahrensstufe werden die im Behälter B befindlichen Aromastoffe mit z. B. überkritischer
C0
2 gelöst, wieder in den Behälter A zurückgeführt und dort auf dem Tabak abgeschieden.
[0005] Dieses Verfahren ist bezüglich der Tabakaromagewinnung und Ausnutzung kostspielig
und von geringer Effizienz, weil das in der ersten Stufe gewonnene Produkt kein von
Harzen und Wachsen abtrennbares, klares flüssiges Tabakaromaöl darstellt, sondern
eine Paste ist, die nahezu alle unerwünschten Wachse und Harze des Ausgangsproduktes
sowie unerwünschte Polyphenole einschließt. Außerdem verhindern diese wachs- und harzartigen
Stoffe die gleichmäßige Verteilung und Aromaübertragung bei der Rearomatisierung eines
zu beaufschlagenden Tabaks. Die Polyphenole haben unter anderem den Nachteil, daß
sie den Rauchgeschmack beeinträchtigen.
[0006] Die DE-A-2 844 781 beschreibt ein Verfahren zur extraktiven Behandlung von pflanzlichem
und tierischem Material, u. a. auch die Bearbeitung von Tabak unter Verwendung eines
aus zwei Komponenten bestehenden Lösungsmittels, wie z. B. 93 Molprozent CO
2 + 7 Molprozent Ethanol oder 94 Molprozent CO
2 + 6 Molprozent Butan. Mit dem Zweiphasengemisch soll erreicht werden, daß z. B. die
bei der organischen Lösungsmittelextraktion gebildeten Addukte und Veränderungen im
bearbeiteten Material vermieden werden. Das Arbeiten mit C0
2 allein unter überkritischen Druckbedingungen soll, um zu ausreichenden Extraktionsgraden
zu kommen - Drucke von über 150 bar erfordern. Nach dem Verfahren der DE-A-2 844 781
sollen diese Nachteile vermieden werden, wenn dem zur Extraktion eingesetzten CO
2 gewisse Mengen z. B. alkoholische Lösungsmittel als Schleppmittel hinzugefügt werden.
[0007] Nach diesem Verfahren wird - ebenso wie nach dem Verfahren der DE-A-2142 205 - als
Zwischenprodukt nur eine pastenförmige, wenig Aromastoffe enthaltende Substanz mit
allen Wachsund Harzanteilen sowie unerwünschten Polyphenolen des zur Extraktion verwendeten
Tabaks gewonnen.
[0008] Gemäß keinem der bekannten Verfahren war die Erzielung eines Tabakextrakts bzw. TabakAromas
moglich. das den für den jeweils eingesetzten Ausgangstabak typischen Tabakgeruch
besitzt.
[0009] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Schaffung eines Verfahrens zur Gewinnung
eines klaren, absoluten Tabak-Aromaöls, das qualitativ und quantitativ nahezu alle
Aromastoffe des Ausgangsproduktes enthält, frei von Harzen, Wachsen und Polyphenolen
ist und dessen Nikotingehalt - verglichen mit dem Ausgangsprodukt - stark reduziert
ist.
[0010] Diese Aufgabe wird durch das Verfahren gemäß den Patentansprüchen gelöst.
[0011] Da nach den bekannten Verfahren der Extraktion des Tabaks mit organischen Lösungsmitteln
oder der Extraktion des Tabaks mit überkritischen Gasen, wie z. B. C0
2, stets nur ein pastenförmiges Aromaprodukt mit nahezu allen Harzen und Wachsen sowie
Polyphenolen des Ausgangsmaterials gewonnen wurde, ist es überraschend, daß durch
eine Primärextraktion mit organischen Lösungsmitteln oder Mischungen dieser Lösungsmittel
untereinander oder mit Kohlendioxid und durch eine nachgeschaltete Sekundärextraktion
mit C0
2 ein zweiphasiges Harz-/Aromaölgemisch gewonnen wird, das leicht in ein klares Tabak-
Aromaöl und ein festes Harz/Wachsgemisch ohne Aromaträger aufgetrennt werden kann.
[0012] Nachstehend wird die Erfindung im einzelnen erläutert.
[0013] Tabak im Sinne der vorliegenden Erfindung sind fermentierte Tabak-Blätter, -Stengel,
-Stiele oder -Staub sowie Tabakabfälle.
[0014] Tabak-Primärextrakt im Sinne der vorliegenden Erfindung ist ein mit üblichen organischen
Lösungsmitteln, insbesondere Benzol, Toluol, Methanol, Ethanol, n-Propanol, Methyläthylacetat,
Diäthyläther, Aceton, n-Propan, n-Hexan, Cyclohexan, Petroläther, Dichlormethan oder
Trichlormethan, oder mit Mischungen dieser Lösungsmittel hergestellter Extrakt. Ein
Primär-Extrakt im Sinne der vorliegenden Erfindung ist ferner auch ein CO
2-Extrakt, d. h. mit Hilfe von C0
2 als Lösungsmittel hergestellter Extrakt.
[0015] Adsorptionsmittel im Sinne der vorliegenden Erfindung sind alle gebräuchlichen Adsorbentien,
insbesondere Aktivkohle, Aluminiumoxid, Magnesiumoxid, Natrium-Aluminiumsilikat, Bleicherde,
Bentonit, Kieselgel, Kieselgur, zeolithische Molekularsiebe etc.
[0016] Tabak-Aromaöl im Sinne der vorliegenden Erfindung ist eine bei Normaltemperatur absolut
klare, tabakaromatische, ölige Flüssigkeit -frei von Harzen und Wachsen, frei von
Polyphenolen, mit einem reduzierten Nikotinanteil auf 5 bis 50 % relativ, (insbesondere
10 bis 40 % relativ) bezogen auf den Tabak, dem der Tabakextrakt entstammt - die bei
Zugabe von 95 Gew.-%-igem Ethanol keine Trübungen oder Ausfällungen zeigt.
[0017] Die Herstellung des erfindungsgemäß eingesetzten Tabak-Primärextrakts besteht im
einzelnen darin, den Tabak in einem der vorgenannten Lösungsmittel oder (im Falle
organischer Lösungsmittel) in einem Lösungsmittelgemisch zu extrahieren.
[0018] Bevorzugt wird dabei 1 Gewichtsteil vorzerkleinerter Tabak mit etwa 3 bis 30 Gewichtsteilen
eines der genannten Lösungsmittel (vorzugsweise CO
2, n-Hexan oder Dichlormethan) extrahiert. Je nach der Effizienz der vorhandenen Extraktionsvorrichtungen
erfolgt die Primärextraktion während mindestens 10 Minuten und höchstens 10 Stunden,
vorzugsweise während 1 bis 5 Stunden.
[0019] Im Falle des Einsatzes organischer Lösungsmittel erfolgt die Primärextraktion unter
normalen Druckbedingungen. Im Falle des Einsatzes von CO
2 bei der Primärextraktion sind die Druck-und Temperaturbedingungen im Extraktionsbehälter
und Abscheidebehälter, sowie Extraktionszeit und CO
2-Strommenge mit denjenigen identisch, die nachstehend im Zusammenhang mit der (einstufigen)
Sekundärextraktion angegeben sind.
[0020] Der bei der Behandlung mit diesen Lösungsmitteln ungelöste Rückstand wird abgetrennt
und der Lösungsmittel enthaltende Extrakt durch Verdampfen eingeengt, bis ein sirupartiger
lösungsmittelfreier Tabakextrakt gewonnen wird. Das Verdampfen erfolgt im Falle des
Einsatzes organischer Lösungsmittel vorzugsweise bei Unterdruck, besonders bevorzugt
bei etwa 15 Torr. Im Falle des Einsatzes von C0
2 erfolgt das Verdampfen im Abscheidebehälter, wie bereits vorstehend ausgeführt, unter
den Druck- und Temperaturbedingungen, wie sie nachstehend für die (einstufige) Sekundärextraktion
angegeben sind.
[0021] Ein in dieser Weise gewonnener Tabak-Primärextrakt enthält u. a. Polyphenole, Harze/Wachse,
Nikotin und liegt, wie der Erfinder festgestellt hat, in einer für die nachfolgende
Sekundärextraktion (mit CO2) besonders geeigneten, leicht zugänglichen Form vor.
[0022] Der erhaltene Tabak-Primärextrakt wird nun erfindungsgemäß mit einem Adsorptionsmittel
intensiv vermischt, bis eine gleichmäßige Verteilung zwischen Extrakt und Adsorptionsmittel
vorliegt. Dabei sind besonders bevorzugte Adsorptionsmittel
": Natrium-Aluminiumsilikat, Bentonit, Magnesiumoxid oder zeolithische Molekularsiebe.
Das Mischungsverhältnis Extrakt : Adsorptionsmittel ist variabel und kann in Abhängigkeit
von der Konsistenz des Extraktes, der Dichte und Teilchengröße des Adsorptionsmittels
sowie der gewünschten Konsistenz des Mischproduktes eingestellt werden. Im allgemeinen
ist ein Mischungsverhältnis Extrakt: Adsorptionsmittel zwischen 1 : 0,1 bis 1 : 10
ausreichend ; bevorzugt wird ein pulverförmiges Extraktgemisch mit einem Mischungsverhältnis
Extrakt: Adsorptionsmittel von 1 : 0,3 bis 1 : 6.
[0023] Das Extrakt/Adsorptionsmittel-Gemisch soll das Verhältnis 1 : 0,1 nicht unterschreiten,
weil das erfindungsgemäß eingesetzte Adsorptionsmittel das Lösen der Aromastoffe bei
der folgenden Sekundärextraktion mit CO
2 (im Extraktionsbehälter) und die Abscheidung im Abscheidebehälter als leicht von
Harzen und Wachsen abtrennbares, klares absolutes Tabak-Aromaöl maßgeblich beeinflußt.
[0024] Ein Mischungsverhältnis von mehr als 1 : 10 gibt ebenfalls noch. eine gute Ablösung
und Abscheidung des Tabak-Aromaöls, wobei allerdings ein größeres Druckbehältervolumen
in Kauf zu nehmen ist.
[0025] Das Gemisch aus Primärextrakt und Adsorptionsmittel wird erfindungsgemäß in einem
ersten Druckbehälter (Extraktionsbehälter), vorzugsweise Hochdruckbehälter, mit CO
2 unter bestimmten Druck- und Temperaturbedingungen solange behandelt, bis alle Aromastoffe
in dem dem Extraktionsgefäß nachgeschalteten zweiten Druckbehälter (Abscheidebehälter)
als leicht von Harzen und Wachsen auftrennbare, ölige Flüssigkeit vorliegen.
[0026] Diese Sekundärextraktion mit CO
2 nach dem Verfahren der Erfindung wird erreicht, indem man die zur Extraktion des
Extrakt/Adsorptionsmittel-Gemisches verwendete CO
2 in Bezug auf Druck und Temperatur überkritisch (> 73 bar und > 31,3 °C) oder in bezug
auf Druck und Temperatur unterkritisch « 73 bar und < 31,3 °C) oder in bezug auf Druck
überkritisch (> 73 bar) und in bezug auf Temperatur unterkritisch (< 31,3 °C) hält.
[0027] Bei überkritischer Arbeitsweise hinsichtlich Druck und Temperatur werden vorzugsweise
Drucke von 85 bis 250 bar und Temperaturen von + 35° C bis + 90° C gewählt. Beim Arbeiten
im unterkritischen Druck- und unterkritischen Temperaturbereich sind Drucke von 25
bis 70 bar und Temperaturen von + 5° C bis + 25° C bevorzugt. Beim Arbeiten im überkritischen
Druck- und unterkritischen Temperaturbereich sind Drucke von 85 bis 200 bar und Temperaturen
von + 10° C bis + 30° C bevorzugt.
[0028] Falls ein besonders niedriger Nikotinanteil im Endprodukt (Sekundärextrakt) erwünscht
ist (z. B. von 5 bis 10 % relativ, bezogen auf den Tabak, der zur Primärextraktion
verwendet wurde), kann zwischen der anspruchsgemäßen Primärextraktion und der anspruchsgemäßen
Sekundärextraktion ein zusätzlicher CO
z-Extraktionsschritt bei niedrigen Temperaturen zwischengeschaltet werden. Zu diesem
Zweck wird der bei der Primärextraktion erhaltene und mit dem Adsorptionsmittel vermischte
Extrakt vorab bei CO
z-Extraktionstemperaturen von ―25°C bis + 5 °C und CO
2-Extraktionsdrucken von etwa 20 bis 25 bar behandelt ; bei diesem zwischengeschalteten
CO
2-Extraktionsschritt erfolgt die Entspannung im Abscheidebehälter bei unterkritischen
Druck- und Temperaturbedingungen, wobei eine Abscheidung (des Nikotins) im Abscheidebehälter
bei Temperaturen von etwa + 15 °C bis + 30 °C und bei Drucken von etwa 2 bis 15 bar
bevorzugt ist. Dabei genügt eine Extraktionszeit von 0,5 bis 2 Stunden, bevorzugt
etwa 1 Stunde sowie eine CO
2-Strommenge von 5 bis 50 kg/stunde, bevorzugt 10 bis 30 kg/Stunde. Überraschenderweise
werden bei diesem zwischengeschalteten C0
2-Extraktionsschritt fast ausschließlich Nikotin und andere Nebenalkaloide (nicht aber
andere an sich CO
Z-lösliche Bestandteile, wie z. B. Aromastoffe, Harze, Wachse, Polyphenole etc.) aus
dem Frimärextrakt/Adsorptionsmittel-Gemisch herausgelöst und im Abscheidebehälter
ausgeschieden. Das erhaltene Nikotin wird dem Abscheidebehälter entnommen, bevor die
anschließende Sekundärextraktion (Aromaextraktion) mit C0
2 beginnt.
[0029] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren gemäß dem Patentanspruch, insbesondere bei der
Sekundärextraktion, sind die Abscheidungsbedingungen im Entspannungsbehälter (Abscheidebehälter)
für die Qualität und Quantität des erfindungsgemäß gewonnenen Produkts maßgeblich.
Die Entspannungsdrucke und Entspannungstemperaturen liegen zweckmäßigerweise im unterkritischen
Bereich der C0
2 (unterkritischer Druck/ unterkritische Temperatur). Dabei sind Drucke von 45 bis
65 bar und Temperaturen von 15 bis 30° C bevorzugt; besonders bevorzugt sind Drucke
von etwa 50 bis 55 bar und Temperaturen von 20 bis 25° C. Die Abscheidung im Entspannungsbehälter
wird vorzugsweise bei gleichzeitiger Druck- und Temperaturabsenkung gegenüber den
im Extraktionsbehälter herrschenden Druck-und Temperaturbedingungen vorgenommen.
[0030] Auch die Menge der den Extraktionsbehälter durchströmenden C0
2 und die Dauer der Durchströmung sind für die erfindungsgemäße Ver
fah- rensweise maßgeblich. Zweckmäßig sind Behandlungszeiten von insgesamt 0,5 bis
8 Stunden, bevorzugt 1 bis 5 Stunden, besonders bevorzugt 2 bis 4 Stunden ; zweckmäßig
ist eine CO
2-Strommenge von insgesamt 0,3 bis 35 kg/Stunde, bevorzugt 3 bis 30 kg/Stunde, besonders
bevorzugt 5 bis 15 kg/Stunde, bezogen auf 1 kg unbehandelten Tabak.
[0031] Wie bereits oben ausgeführt wurde, gelten die vorstehend für die (einstufige) Sekundärextrektion
angegebenen Bedingungen der CO
2-Extraktion, wie Druck, und Temperatur im Extraktionsbehälter, Druck und Temperatur
im Abscheidebehälter, Extraktionszeit und CO
2-Strommenge auch für die Primärextraktion, wenn bei ihr als Lösungsmittel CO
2 eingesetzt wird. Eine nochmalige Aufzählung dieser Parameter, speziell für den Fall
der Primärextraktion, erübrigt sich daher.
[0032] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren erhält man nach Beendigung der Sekundärextraktion
bei der Entnahme aus dem Entspannungsbehälter ein Feststoff/Ölgemisch, das bereits
in 2 Phasen vorliegt. Durch einfache Filtration kann dieses Gemisch in ein klares,
absolutes Tabak-Aromaöl frei von Polyphenolen mit stark reduziertem Nikotinanteil
und ein festes Harz/Wachsgemisch mit relativ hohem Nikotinanteil getrennt werden.
[0033] Ein besonderes Charakteristikum des erfindungsgemäß gewonnenen Tabak-Aromaöls besteht
außerdem darin, daß es den für den jeweils eingesetzten Ausgangstabak typischen Tabakgeruch
aufweist. Es unterscheidet sich mit dieser Eigenschaft eindeutig von allen bisher
bekannt gewordenen Tabakextrakten, denn mit keinem der herkömmlichen Tabakextrakte
war es möglich, den typischen Geruch des jeweiligen Ausgangstabaks herzustellen. Aufgrund
dieses charakteristischen Merkmals des erfindungsgemäß gewonnenen Tabakextrakts ist
davon auszugehen, daß er in seiner stofflichen Zusammensetzung gegenüber dem Stand
der Technik völlig neuartig ist.
[0034] Mit der vorliegenden Erfindung wird erstmals, ausgehend von einem Produkt (Tabakprimärextrakt).
das nebeneinander Aromastoffe, Polyphenole, Nikotin, Harze, Wachse und andere Stoffe
enthält, eine Abtrennung und Gewinnung des Tabakaromas als klares und absolutes Öl
erzielt, und dies. mit einfach durchzuführenden Maßnahmen und besonders effizientem
Resultat.
[0035] Weder für dieses Verfahren als solches noch für das erhaltene Produkt ließ sich dem
Stand der Technik ein Hinweis entnehmen. Bemerkenswert und überraschend an dem erfindungsgemäß
gewonnenen Produkt ist, daß nach beendeter Sekundärextraktion aus dem Entspannungsbehälter
eine leicht abtrennbare, klare Schicht von Tabak- Aromaöl mit stark reduziertem Nikotinanteil,
frei von Polyphenolen, Harzen und Wachsen und eine harzigwachsartige Schicht entnommen
werden kann, die einen wesentlichen Anteil des Nikotins des Primärextrakts einschließt.
[0036] Es war überraschend, daß die Tabakinhaltsstoffe, die nach der erfindungsgemäßen Verfahrensweise
durch Primärextraktion gewonnen werden, sich in der Mischung mit einem pulverförmigen
Adsorptionsmittel und anschließender Sekundärextraktion (mit CO
2) hinsichtlich ihrer Viskosität, ihrer Löslichkeits- und Abscheideverhältnisse ganz
anders verhalten als die gleichen Inhaltsstoffe, die nur der Primärextraktion (auch
der C0
27 Primärextraktion), z. B. aus Tabakblättern, unterworfen werden.
[0037] Auch im Falle der erfindungsgemäß gegebenenfalls zwischengeschalteten besonders effizienten
Nikotin-Extraktion (gegebenenfalls zwischengeschalteter CO2-Extraktionsschritt) wird
dies sehr deutlich : Nach der geltenden Lehre werden Nikotin und Polyphenole nur in
Anwesenheit von Feuchtigkeit, z. B. aus Tabakblättern, mit Hilfe von C02 extrahiert.
Bei der erfindungsgemäßen Verfahrensweise wird jedoch in keiner Verfahrensstufe Feuchtigkeit
zugesetzt oder benutzt, und trotzdem wird aus dem erfindungsgemäß hergestellten Primärextrakt
fast das gesamte Nikotin gelöst und im Abscheidebehälter niedergeschlagen. Diese neue
Erkenntnis resultiert auch in der erfindungsgemäßen Verfahrensvariante, (sofern gewünscht)
nahezu reines Nikotin selektiv aus dem Primärextrakt/Adsorptionsmittel-Gemisch durch
(trockene) CO
2-Extraktion bei Temperaturen von - 25
0 C bis + 5° C zu extrahieren.
[0038] Eine weitere Überraschung beruht auf der Ergiebigkeit und der Reinheit des Geruchs
des erfindungsgemäß hergestellten Produkts sowie auf dessen den Rauchgeschmack verbessernden
Effekt. Über das Aromaöl speziell des Tabaks ist bisher wenig bekannt geworden. In
herkömmlicher Weise gewonnene Aromaöle wurden lediglich durch Wasserdampfdestillation
im Labormaßstab hergestellt. Die erhaltenen Öle waren von zahlreichen Fremdgerüchen,
wie z. B. Kamille, Kümmel, Pfefferminz, Baldrian und Amylalkohol begleitet, die wahrscheinlich
durch Artefakt-Bildungen hervorgerufen werden. Die Ausbeute derartiger Tabaköle betrug
etwa 0,1 bis 0,2 %. Wie bereits oben ausgeführt, steht in klarem Unterschied hierzu
das erfindungsgemäß gewonnene Tabak-Aromaöl, das den typischen und reinen Geruch des
jeweils eingesetzten Ausgangstabaks aufweist. So riecht z. B. das aus Havanna- Tabak
gewonnene Aromaöl nach Havannatabak, aus Kentucky-Tabak gewonnenes Aromaöl nach Kentucky-Tabak.
In ähnlicher Weise zeigen aus Virginia-, Orient- oder Burley-Tabak gewonnene Aromaöle
den ganz typischen und reinen Geruch der jeweiligen Tabaksorte. Aufgrund dieses besonderen,
vom Stand der Technik eindeutig unterschiedlichen Charakteristikums ist festzuhalten,
daß das erfindungsgemäß gewonnene Tabak- Aromaöl in seiner stofflichen Zusammensetzung
gegenüber den Produkten des Stands der Technik ganz neuartig ist.
[0039] Das auf die erfindungsgemäße Weise gewonnene Tabak-Aromaöl ist frei von Fremdgerüchen,
frei von Polyphenolen, Harzen und Wachsen, hat einen reduzierten Nikotinanteil, der
nur 5 bis 50 % relativ der verwendeten Tabakblätter beträgt, und wird in Ausbeuten
von 0,8 bis 2,5 % (absolutes Öl) erhalten.
[0040] Hinsichtlich der Ergiebigkeit bei der Aromatisierung von Tabak, zeigen bereits 50
ppm des erfindungsgemäß gewonnenen Produkts z. B. aus Havanna-Tabak die gleiche Ergiebigkeit
und Intensität im Aroma wie etwa 250 ppm eines nach bekannten Methoden der Wasserdampfdestillation
gewonnenen Aroma-Produktes aus Havanna- Tabak.
[0041] Das erfindungsgemäß gewonnene Tabak-Aromaöl läßt sich verwenden zum Aromatisieren
von Tabak oder Tabakerzeugnissen, wobei diese Aromatisierung sowohl durch Beaufschlagen
unmittelbar von Tabak erfolgen kann, als auch durch Aromatisieren von porösem Trägermaterial
oder von Tabak-Klebematerial.
[0042] Im Fall des unmittelbaren Beaufschlagens von Tabak eignet sich das erfindungsgemäß
gewonnene Tabak-Aromaöl nicht nur zum Aromatisieren aromaschwacher Tabake oder rekonstituierten
Tabaks mittels Soßen (« Casing ») sondern es ist auch besonders als « Top Flavor geeignet.
[0043] Eine weitere Art des Aromatisierens besteht darin, daß das Tabak-Aromaöl auf poröse
Trägermaterialien, die in Berührung mit Tabak oder Tabakerzeugnissen stehen, aufgetragen
wird. Solche poröse Trägermaterialien können z. B. in Form von Papier- oder Tonstücken,
Attrappen. innerem Verpackungsmaterial (beispielsweise bei Schachteln, Beuteln etc.)
vorliegen.
[0044] Als weitere Ausführungsform des Aromatisierens unter Einsatz des erfindungsgemäßen
Tabak-Aromaöls ist auch die Zugabe zu Klebematerial für Tabakerzeugnisse zu nennen.
Beispiele dafür sind Klebemittel, wie sie üblicherweise für Tabakerzeugnisse verwendet
werden, z. B. Klebstoffe für Zigarrendeckblätter, Zigarettenpapier, etc.
[0045] Mittels des erfindungsgemäß gewonnenen Tabak-Aromaöls lassen sich etwaige, bei der
Produktion auftretende Schwankungen (Qualitätsunterschiede oder sonstige Unterschiede
im Rauchgeschmack) des Tabaks entscheidend beeinflussen.
[0046] Die zum Aromatisieren von Tabak oder Tabakerzeugnissen eingesetzte Menge an Tabak-Aromaöl
kann je nach Beschaffenheit des Tabaks und der angestrebten Aromatisierung schwanken.
Im Falle von aus z. B. Havanna-Tabak erfindungsgemäß gewonnenem Aromaöl verwendet
man zum Beaufschlagen bevorzugt 25 bis 100, besonders bevorzugt 40 bis 60 mg Tabak-Aromaöl
pro kg Tabak, d. h. 25 bis 100 ppm, bevorzugt 40 bis 60 ppm.
[0047] Die mit dem erfindungsgemäß gewonnenen Produkt erzielbare hohe Ergiebigkeit und Intensität
wird besonders dadurch gefördert, daß ein harz-, polyphenol- und wachsfreies Tabak-Aromaöl
vorliegt. Auch diese besondere Beschaffenheit des Tabak-Aromaöls stellt ein gegenüber
dem Stand der Technik besonders charakteristisches und neuartiges Merkmal dar.
[0048] Im folgenden wird eine zur Durchführung der erfindungsgemäßen Sekundärextraktion
besonders geeignete Vorrichtung beschrieben (vgl. beigefügte Zeichnung) :
[0049] Flüssiges C0
2 wird aus dem Tank 1 im unterkritischen Druck- und Temperaturzustand entnommen. Durch
den Wärmeaustauscher 2 wird das C0
2 auf die gewünschte unterkritische oder überkritische Temperatur eingestellt und mit
Hilfe der Hochdruckpumpe 3 der gewünschte überkritische oder unterkritische Druck
erzielt. Durch das Durchflußmeßgerät 16 gelangt das C0
2 in den Extraktionsbehälter 4, wo die Extraktion des Gemisches aus Primärextrakt und
Adsorptionsmittel stattfindet. Die Befüllung und Entleerung des Extraktionsbehälters
4 mit Produkt erfolgt diskontinuierlich durch Öffnen und Verschließen der Kopföffnung
nach jeder Extraktion. Der im Extraktionsbehälter herrschende Druck wird mit dem Druckaufnehmer
14 bestimmt. Das flüssige oder fluide CO
2, das die gelösten Tabakinhaltsstoffe enthält, wird über das Drosselventil 6 zum Druckregelventil
8 (= Entspannungsventil) geführt und durch den Wärmeaustauscher 9 in den Entspannungsbehälter
10 eingebracht. Die Trennung der in dem CO
2 gelösten Tabakinhaltsstoffe wird durch das Druckregelventil 8 eingeleitet und durch
Senken der Temperatur im Wärmeaustauscher 9 unterstützt. Im Entspannungsbehälter 10
trennen sich die extrahierten Tabakbestandteile in ein klares Tabak-Aromaöl und ein
wachsartiges, harziges Nikotinprodukt, die entweder kontinuierlich durch das Ventil
17 oder nach beendeter Extraktion durch Öffnen des Behälters 10 entnommen werden.
Am Ende jeder Extraktion wird durch Öffnen des Ventils 5 auch die Extraktionsseite
der Vorrichtung vom Druck entlastet. Das während der Extraktion aus dem Entspannungsbehälter
10 austretende C0
2 wird über die Leitung 11 rezirkuliert. Die Steuerung der Vorrichtung kann von Hand
oder mittels des elektrischen Steuergerätes 12 erfolgen, dem als Eingänge die mit
einem Temperaturfühler 13 im Extraktionsbehälter 4 gemessenen Temperatur, die mit
Druckaufnehmer 14 und 15 gemessenen Drucke, die aus den Druckbehältern 4 und 10 austretenden
CO
Z-Ströme sowie die mit dem Durchflußmesser 7 gemessene Durchflußmenge dienen. In Abhängigkeit
von diesen Meßwerten wird das Druckregelventil 8 und auch die Kühlleistung im Wärmeaustauscher
9 eingestellt.
[0050] Falls bei der anspruchsgemäßen Primärextraktion CO
2 als Lösungsmittel eingesetzt wird, kann die geschilderte, in der Zeichnung erläuterte
Vorrichtung auch dabei Anwendung finden.
[0051] Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung, ohne ihre Anwendung zu beschränken.
[0052] Die Bestimmung des Nikotins erfolgte spektralphotometrisch gemäß der aus « Handbuch
der Lebensmittelchemie Bd. VI, (1970), Seiten 321 bis 325, bekannten Methode von H.
Kuhn.
Beispiel 1
[0053] 1 000 g Havanna-Tabak (Wassergehalt 6,5 %, Nikotingehalt 1,27%) werden in einer Messermühle
zerkleinert und in 10 Liter Dichlormethan erschöpfend extrahiert und das Lösungsmittel
bei einem Unterdruck von 15 Torr abgedampft.
[0054] Es wurden 75 g lösungsmittelfreier, dunkler, sirupartiger Dichlormethanextrakt (Primärextrakt)
erhalten, der mit 90 g Na-Aluminiumsilikat (Na-AI-Zeolith) in einem Knetapparat intensiv
vermischt wurde (Mischungsverhältnis 1 : 1,2).
[0055] Das Gemisch wurde 120 Minuten lang in einem geschlossenen Hochdruckextraktionsbehälter
bei einem Druck von 230 bar und einer Temperatur von 65° C mit C0
2 behandelt. Der Druck auf der Entspannungsseite betrug 50 bar, die Temperatur 24°
C.
[0056] Die Durchflußmenge an C0
2 beträgt 6 kg/Stunde.
[0057] Nach Beendigung des Versuches wurden dem Entspannungsbehälter 40,1 g eines Zweiphasengemisches
entnommen, das durch einfache Filtration in 22,5 g klares, öliges Tabak-Aromaöl und
17,6 g eines Harz-/Wachsniederschlages aufgetrennt wurde.
[0058] Die Ausbeute an klarem, absolutem Tabak-Aromaöl betrug 2,25 % des verwendeten Tabaks.
Der Nikotingehalt war 19,92 %, das sind 35 % relativ von dem im Tabak vorhanden gewesenen
Nikotin.
[0059] Die Ausbeute des Harz-/Wachsniederschlages war 1,76 %, der Nikotingehalt 43 % absolut,
das sind 60 % relativ des im Tabak vorhanden gewesenen Nikotins.
[0060] Das gewonnene Tabak-Aromaöl war frei von Harzen und Wachsen und zeigte bei der Zugabe
von 95 Gew.-%-igem Ethanol keinen Niederschlag und keine Trübung.
Beispiel 2
[0061] 1 000 g Kentucky-Tabak (Wassergehalt 8,0 %, Nikotingehalt 1,7 %) werden in einer
Schneidemühle zerkleinert und in einer CO
2-Hochdruck-Extraktionsanlage (gemäß Zeichnung) mit C0
2 als Lösungsmittel extrahiert :
[0062] Extraktionsbedingungen :
Druck im Extraktionsbehälter : 250 bar
Temperatur im Extraktionsbehälter : 400 C
Druck im Entspannungsbehälter : 55 bar
Temperatur im Entspannungsbehälter : 22° C
Dauer der Behandlung : 3 Stunden.
Durchflußmenge CO2: 8 kg/Stunde.
[0063] Nach beendeter Extraktion werden 70 g einer braunen, festen Paste (Primärextrakt)
dem Entspannungsbehälter entnommen und intensiv mit 140 g Bentonit vermischt.
[0064] Analog den in Beispiel 1 genannten Bedingungen wird dieses Gemisch einer Sekundärextraktion
mit C0
2 unterworfen.
[0065] Nach beendeter Sekundärextraktion wurden dem Entspannungsbehälter 38 g eines Zweiphasengemisches
entnommen, das durch Druckfiltration (Filterdruck 5 bar) in 29 g eines Harz/ Wachsgemisches
und 9 g klares Tabak-Aromaöl aufgetrennt wurde.
[0066] Das gewonnene Tabak-Aromaöl war frei von Harzen, Wachsen und Polyphenolen und hatte
den für Kentucky-Tabak typischen Geruch. Bei der Zugabe von 95 Gew.-%-igem Ethanol
erfolgte keine Trübung.
Beispiel 3
[0067] 1 000 g Burley-Tabak (Wassergehalt 7 %, Nikotingehalt 2,85 %), wurden in einer Messermühle
zerkleinert, in 6 Liter n-Hexan erschöpfend extrahiert und das verwendete Lösungsmittel
bei einem Unterdruck von 20 Torr restlos abgedampft.
[0068] Es wurden 65 g lösungsmittelfreier, dunkler, sirupartiger Primärextrakt erhalten,
der mit 260 g Magnesiumoxid intensiv vermischt wurde (Mischungsverhältnis 1 : 4).
[0069] Das Gemisch wurde sodann in einem geschlossenen Hochdruck-Extraktionsbehälter einem
zwischengeschalteten CO2-Extraktionsschritt und erst dann der Sekundärextraktion unterworfen
:
1. Stufe :
[0070]
CO2-Extraktionstemperatur : ―17°C
CO2-Extraktionsdruck : 20 bar
Temperatur im Entspannungsbehälter : + 18°C
Druck im Entspannungsbehälter : 8 bar Behandlungsdauer : 40 Minuten
[0071] Die Durchflußmenge an C0
2 beträgt 25 kg/stunde.
[0072] Nach Ablauf der Behandlungszeit werden dem Entspannungsbehälter 25 g eines nahezu
farblosen und geruchlosen Öls entnommen. Der Nikotingehalt dieses Öls war 94,1 % absolut,
das sind 82,5 % relativ von dem im Tabak vorhanden gewesenen Nikotin.
2. Stufe (Sekundärextraktion) :
[0073] Das gleiche, noch im Extraktionsbehälter befindliche Material wurde durch Druck-
und Temperaturerhöhung folgendermaßen weiter behandelt :
CO2-Extraktionstemperatur: + 150 C
CO2-Extraktionsdruck : 60 bar
Temperatur im Entspannungsbehälter : + 20° C
Druck im Entspannungsbehälter : 50 bar
Behandlungsdauer der 2. Stufe : 200 Minuten
[0074] Die Durchflußmenge an CO
2 betrug 15 kg/Stunde.
[0075] Nach Ablauf der Behandlungszeit wurden dem Entspannungsbehälter 29,7 g eines Zweiphasengemisches
entnommen, das durch einfache Filtration in 15,5 g klares Tabak-Aromaöl und 14,2 g
Harz-/Wachsniederschlag aufgetrennt wurde.
[0076] Die Ausbeute an klarem Tabak-Aromaöl betrug 1,55 % vom eingesetzten Tabak, der Nikotingehalt
war 9,55 % absolut, das sind 5,2 % relativ von dem im Tabak vorhanden gewesenen Nikotin.
Das gewonnene Tabak-Aromaöl war frei von Harzen und Wachsen und zeigte bei der Zugabe
von 95 Gew.-%-igem Ethanol keinen Niederschlag und keine Trübung.
Beispiel 4
[0077] 1 000 g Orient-Tabak (Izmir) (Wassergehalt 7,2 %, Nikotingehalt 1,45 %) wurden in
8 Liter Petroläther erschöpfend extrahiert und das Lösungsmittel bei einem Unterdruck
von 15 Torr restlos abgedampft.
[0078] Es wurden 58 g lösungsmittelfreier, dunkler, sirupartiger Primärextrakt erhalten,
der mit 23,2 g Kieselgur intensiv vermischt wurde (Mischungsverhältnis 1 : 0,4). Das
Gemisch wurde 180 Minuten lang bei einem Druck von 180 bar und einer Temperatur von
+ 20° C in einem geschlossenen Hochdruckbehälter mit CO
2 behandelt.
[0079] Der Druck auf der Entspannungsseite betrug 50 bar, die Temperatur + 20° C. Die Durchflußmenge
an C0
2 beträgt 10 kg/Stunde.
[0080] Nach beendetem Versuch wurden dem Entspannungsbehälter 20 g eines Zweiphasengemisches
entnommen, das durch einfache Filtration in 12 g klares, absolutes Tabak-Aromaöl und
8 g Harz/Wachsniederschlag aufgetrennt wurde.
[0081] Die Ausbeute an klarem Tabak-Aromaöl betrug 1,2% vom verwendeten Tabak, der Nikotingehalt
war 23,2 % absolut, das sind 19,17 % relativ von dem im Tabak vorhanden gewesenen
Nikotin.
[0082] Der Harz/Wachsniederschlag hatte einen Nikotingehalt von 57,2 % absolut, das sind
31,5 % relativ von dem im Tabak vorhanden gewesenen Nikotin.
[0083] Das gewonnene Tabak-Aromaöl war frei von Harzen und Wachsen und zeigte bei der Zugabe
von 95 Gew.-%-igem Ethanol keinen Niederschlag und keine Trübung.
Beispiel 5
[0084] Die Ergiebigkeit des erfindungsgemäß gewonnenen Tabak-Aromaöls wurde wie folgt belegt
:
[0085] Mit Hilfe bekannter Methoden der Wasserdampfdestillation wurden aus dem gleichen
Havanna-Tabak - wie im Beispiel 1 benutzt ―0,14% klares und in 95 Gew.-%-igem Ethanol
sich nicht trübendes Tabak-Aromaöl gewonnen. Der Nikotingehalt des Aromaöls betrug
0 %.
[0086] Zur Beurteilung der Ergiebigkeit wurden in einem Versuch
(Versuch A) 200 mg, in einem weiteren Versuch (Versuch B) 250 mg
dieses Aromaöls in einer ethanolischen Lösung auf je 1 kg zuvor entaromatisierten
Tabak aufgesprüht. In einem weiteren Versuch
(Versuch C) wurden 50 mg
des nach dem erfindungsgemäßen Beispiel 1 gewonnenen Tabak-Aromaöls in einer ethanolischen
Lösung ebenfalls auf 1 kg zuvor entaromatisierten Tabak aufgesprüht.
[0087] Der sensorische Vergleich brachte folgendes Ergebnis :
Der Tabak aus Versuch A :
[0088] Dieser fiel durch seine geringe Aroma-Intensität auf und war auch bezüglich seines
gesamten Aromas auch im Rauchgeschmack wenig ausdrucksvoll.
Der Tabak aus Versuch B :
[0089] Er war etwas ausdrucksvoller im Aroma, begleitet von Fremdgerüchen, es wurde ferner
eine nachteilige Brenzschärfe im Rauchgeschmack festgestellt.
Der Tabak aus Versuch C :
[0090] Er hatte ein intensives, reines abgerundetes Aroma ohne Fremdgeruch und war im Rauchgeschmack
voller Herzhaftigkeit. Tabak C wurde eindeutig bevorzugt und ist am besten für die
Aromatisierung geeignet.
1. Verfahren zur Gewinnung von Aromastoffen aus einem mit einem Lösungsmittel erhältlichen
Tabakextrakt, genannt Primärextrakt, wobei dieses Lösungsmittel ausgewählt ist aus
Benzol, Toluol, Methanol, Ethanol, n-Propanol, Methyläthylacetat, Diäthyläther, Aceton,
Propan, n-Hexan, Cyclohexan, Petroläther, Dichlormethan, Trichlormethan oder Mischungen
dieser Lösungsmittel oder Kohlendioxid, dadurch gekennzeichnet, daß man den Primärextrakt
mit einem Adsorptionsmittel vermischt, dieses Gemisch mit CO2 in einem geschlossenen Druckbehälter, genannt Extraktionsbehälter, einer Sekundärextraktion
unterwirft und in einem zweiten geschlossenen Druckbehälter, gennant Abscheidebehälter,
ein klares, leicht von Harzen und Wachsen abtrennbares Tabakaromaöl mit verringertem
Nikotingehalt gewinnt.
2. Verfahren gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß man
als Adsorptionsmittel bei der Sekundärextraktion Magnesiumoxid, Aktivkohle, Aluminiumoxid,
Natrium-Aluminiumsilikat, Bleicherde, Bentonit, Kieselgel, Kieselgur oder zeolithische
Molekularsiebe einsetzt.
3. Verfahren gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß man
ein Mischungsverhältnis Primärextrakt : Adsorptionsmitel von 1 : 0,1 bis 1 : 10 anwendet.
4. Verfahren gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß man
bei der Sekundärextraktion mit C02 im Extraktionsbehälter bei überkritischen Druck- und Temperatur-Bedingungen, bei
unterkritischen Druck-und Temperatur-Bedingungen oder bei überkritischen Druck- und
unterkritischen Temperatur- Bedingungen arbeitet.
5. Verfahren gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß man
bei der Sekundärextraktion mit C02 im Abscheidebehälter bei unterkritischen Druck- und Temperatur-Bedingungen entspannt.
6. Verfahren gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein
Tabakaromaöl gewonnen wird, dessen Nikotinanteil auf 5 bis 50 % relativ, bezogen auf
den Nikotingehalt der Tabakblätter vor der Primärextraktion, vermindert ist.
7. Verfahren gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zur
Nikotinreduzierung im Tabak-Aromaöl auf 5 bis 10% relativ, bezogen auf den Nikotingehalt
der Tabakblätter vor der Primärextraktion, man die Sekundärextraktion mit C0
2 in zwei Stufen durchführt :
a. Eine erste Extraktionsstufe mit C02 bei einer Temperatur von ―25° C bis + 50 C und einem Druck von etwa 20 bis 25 bar im Extraktionsbehälter,
b. Eine zweite Extraktionsstufe mit CO2 durch anschließende Druck- und Temperatursteigerung auf über 25 bar und über 50 C im Extraktionsbehälter.
8. Verfahren gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß man im Abscheidebehälter
bei unterkritischen Druck- und Temperaturbedingungen entspannt.
9. Verfahren gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß man
die Sekundärextraktion mit CO2 während 0,5 bis 8 Stunden durchführt.
10. Verfahren gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
man bei der Sekundärextraktion C02 in einer Menge von 0,3 bis 35 kg/Stunde, bezogen auf 1 kg Tabak, dem der Tabakextrakt
entstammt, einsetzt.
11. Verfahren gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
man das bei der Sekundärextraktion im Abscheidebehälter gewonnene Produkt durch Filtration
in Harze und Wachse einerseits und klares Tabak- Aromaöl andererseits auftrennt.
1. Process for the extraction of aromatic substances from a tobacco extract, known
as primary extract, which is obtainable with a solvent, this solvent being selected
from benzene, toluol, methanol, ethanol, n-propanol, methylethylace- tate, diethylether,
acetone, propane, n-hexane, cyclohexane, petroleum ether, dichloromethane, trichloromethane
or mixtures of these solvents or carbon dioxide, characterized in that the primary
extract is mixed with an adsorbing agent, this mixture with C02 is subjected in a closed pressure tank, known as an extraction tank, to a secondary
extraction, and in a second closed pressure tank, known as a separating tank, a clear
tobacco aromatic oil with reduced nicotine content is extracted which is easily separated
from resins and waxes.
2. Process according to one of the above claims, characterized in that magnesium oxide,
activated charcoal, aluminium oxide, sodium aluminium silicate, fuller's earth, bentonite,
silica gel, infusorial earth or zeolitic molecular sieves are used as adsorbing agent
in the secondary extraction.
3. Process according to one of the above claims, characterized in that a mixture ratio
primary extract :adsorbing agent of 1 : 0.1 to 1 : 10 is used.
4. Process according to one of the above claims, characterized in that with the secondary
extraction with C02 in the extraction tank one works in supercritical pressure and temperature conditions,
in subcritical pressure and temperature conditions or in supercritical pressure and
subcritical temperature conditions.
5. Process according to one of the above claims, characterized in that with the secondary
extraction with C02 in the separating tank the tension is relieved in subcritical pressure and temperature
conditions.
6. Process according to one of the above claims, characterized in that a tobacco aromatic
oil is extracted of which the nicotine content is reduced to 5 to 50 % relatively
as compared with the nicotine content of the tobacco leaves prior to the primary extraction.
7. Process according to one of the above claims, characterized in that for the reduction
of nicotine in the tobacco aromatic oil to 5 to 10 % relatively in comparison with
the nicotine content of the tobacco leaves prior to the primary extraction, the secondary
extraction with C0
2 is carried out in two stages :
a. A first extraction stage with C02 at a temperature of - 25 °C to + 5 °C and a pressure of approx. 20 to 25 bars in
the extraction tank,
b. A second extraction stage with C02 by subsequent increase in pressure and temperature to over 25 bars and over 5 °C
in the extraction tank.
8. Process according to Claim 7, characterized in that the tension is relieved in
the separating tank in subcritical pressure and temperature conditions.
9. Process according to one of the above claims, characterized in that the secondary
extraction with C02 is carried out for 0.5 to 8 hours.
10. Process according to one of the above claims, characterized in that with the secondary
extraction CO2 is used in a quantity of 0.3 to 35 kg/hour, corresponding to 1 kg tobacco from which
the tobacco extract originates.
11. Process according to one of the above claims, characterized in that the product
extracted with the secondary extraction in the separating tank is separated by filtration
into resins and waxes on the one hand and clear tobacco aromatic oil on the other.
1. Procédé pour la production de substances aromatiques à partir d'un extrait de tabac
pouvant être obtenu avec un solvant, appelé extrait primaire, ce solvant étant choisi
parmi le benzène, le toluène, le méthanol, l'éthanol, le n-propanol, le méthyléthylacétate,
le diéthyléther, l'acétone, le propane, le n-hexane, le cyclohexane, l'éther de pétrole,
le dichlorométhane, le trichlorométhane ou des mélanges de ces solvants ou du dioxyde
de carbone, caractérisé en ce que l'on mélange l'extrait primaire avec un agent d'adsorption,
ce mélange étant soumis à une extraction secondaire avec du C02 dans un réservoir fermé sous pression, appelé réservoir d'extraction, et en ce que
dans un deuxième réservoir fermé sous pression, appelé réservoir de séparation, on
obtient une essence aromatique de tabac limpide ayant une teneur réduite en nicotine
et pouvant être facilement séparée des résines et cires.
2. Procédé selon la revendication précédente, caractérisé en ce qu'en tant qu'agent
d'adsorption lors de l'extraction secondaire, on met en oeuvre de l'oxyde de magnésium,
du charbon actif, de l'oxyde d'aluminium, du silicate de sodium et d'aluminium, de
l'argile décolorante. de la bentonite, du gel de silice, du kieselguhr ou un tamis
moléculaire zéolitique.
3. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on
utilise un rapport de mélange entre l'extrait primaire et l'agent d'adsorption de
1 : 0,1 jusqu'à 1 : 10.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que pour
l'extraction secondaire avec du CO2 dans le réservoir d'extraction, on opère à des conditions de pression et de température
surcritiques, à des conditions de pression et de température sous-critiques ou à des
conditions de pression surcritique et de température sous-critique.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que lors
de l'extraction secondaire on procède à la détente avec du CO2 dans le réservoir de séparation sous des conditions de pression et de température
sous-critiques.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on
produit une essence aromatique de tabac dont la teneur en nicotine est relativement
réduite à 5 jusqu'à 50 % par rapport à la teneur en nicotine des feuilles de tabac
avant l'extraction primaire.
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que pour
la réduction de la nicotine dans l'essence aromatique de tabac relativement jusqu'à
5 à 10 % par rapport à la teneur en nicotine des feuilles de tabac avant l'extraction
primaire, on effectue l'extraction secondaire avec du C0
2 en deux étapes :
a. une première étape d'extraction avec du C02 à une température de ―25° C jusqu'à + 5° C et à une pression d'environ 20 à 25 bars
dans le réservoir d'extraction,
b. une deuxième étape d'extraction avec du C02 par augmentation subséquente de la pression et de la température jusqu'à une valeur
supérieure à 25 bars et supérieure à 5° C dans le réservoir d'extraction.
8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé en ce que dans le réservoir de séparation,
on procède à la détente sous des conditions de pression et de températures sous-critiques.
9. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on
effectue l'extraction secondaire avec du C02 pendant 0,5 à 8 heures.
10. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que lors
de l'extraction secondaire, on met en oeuvre du C02 en une quantité de 0,3 à 35 kg/heure, rapportée à 1 kg de tabac, dont provient l'extrait
de tabac.
11. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le produit
obtenu lors de l'extraction secondaire dans le réservoir de séparation est séparé
par filtration en résines et en cires d'une part, et en essence aromatique limpide
de tabac d'autre part.