[0001] Die Erfindung betrifft einen Rolladen mit einem Behang aus horizontalen Lamellen,
die an ihren Stirnkanten in vertikalen Führungsschienen zwischen einer oberen Endlage
und einer unteren Endlage verfahrbar sind, wobei die Lamellen an einer vorgegebenen
oberen Lamelle schwenkbar an Zugorganen aufgehängt und mit Koppelorganen zu einem
Lamellenschwenkverbund aus mehreren parallel und gleichzeitig ausschwenkbaren Lamellen
verbunden sind, wobei in den Führungsschienen mindestens ein Steuerbacken mit einem
vertikalen Durchlaufkanal und einem beweglichen Steuerabschnitt angeordnet ist, wobei
der Steuerabschnitt im Durchlaufkanal eine Eingriffsstellung besitzt, in welcher ein
am Lamellenschwenkverbund angeordnetes Steuerelement mit dem Steuerabschnitt in Eingriff
gelangt und den Lamellenschwenkverbund aus seiner Vertikalstellung in eine Schwenkstellung
steuert.
[0002] Ein derartiger Rolladen ist aus der DE-B-1 266 475 bekannt, bei dem der Steuerbacken
in eine Abwärtsspur innerhalb der Führungsschiene und einer Aufwärtsspur ausserhalb
der Führungsschiene geteilt ist. Ein fester Steuerabschnitt ragt mit seinem freien
Ende schräg abwärts in die Abwärtsspur hinein und bildet bei der Aufwärtsbewegung
des Behanges eine Zwangsweiche für das am Lamellenschwenkverbund angeordnete Steuerelement,
welches bei einer unterhalb des Steuerabschnitts beginnenden Aufwärtsbewegung stets
durch die aussen liegende Aufwärtsspur umgeleitet wird. In der Aufwärtsspur ist ein
weiterer, beweglicher Steuerabschnitt angeordnet, der - bei Aufwärtsbewegung - vom
Steuerelement des Lamellenschwenkverbundes bewegt wird, um anschliessend wieder in
seine Ruhelage zurückzukehren und durch erneutes Absenken des Behanges ein Übergehen
des Lamellenschwenkverbunds in seine Schwenkstellung ermöglicht.
[0003] Nachteilig bei diesem bekannten Rolladen ist es dabei, dass zwangsweise ein Wechsel
des Steuerelements von der Abwärtsspur in die Aufwärtsspur unter Einwirkung starrer
oder angefederter Steuerabschnitte erfolgt. Durch diese Zwangsumlenkung besteht die
Gefahr von Fehlsteuerungen oder Verkantungen der am Lamellenschwenkverbund angeordneten
Steuerelemente am Einlass in die Aufwärtsspur, ausserdem entstehen durch die zwangsweise
Umlenkung unerwünschte Geräusche.
[0004] Aus der DE-B-1 260 113 ist ebenfalls ein Rolladen bekannt, bei dem ein Lamellenschwenkverbund
bei Abwärtsbewegung als Rolladen geführt ist und bei einer Aufwärtsbewegung zwangsweise
in eine Schwenkstellung, d. h. eine Jalousiestellung übergeht. Auf die Führungsschienen
sind Steuerbacken aufgesetzt, welche lediglich einen starr nach unten und aussen gerichteten
Steuerabschnitt enthalten, der mittels eines Sperrriegels bei einer Abwärtsbewegung
des Behanges für die am Lamellenschwenkverbund sitzenden Steuerelemente verschlossen
ist und bei einer Aufwärtsbewegung für die Steuerelemente geöffnet wird, so dass diese
bei einem Absenken nach vorausgegangenem kurzem Anheben des Behanges in diesen Steuerabschnitt
einlaufen und den Lamellenschwenkverbund in die Schwenkstellung führen.
[0005] Nachteilig ist hier ebenfalls, dass der Sperriegel sich leicht verklemmen kann, so
dass es zu Fehlsteuerungen oder einer Blockage der Steuerelemente kommen kann.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es demgegenüber, einen Rolladen der eingangs genannten
Art derart weiterzubilden, dass die wahlweise Steuerung des Lamellenschwenkverbunds
in die Vertikalstellung (Rolladenstellung) oder die Schwenkstellung (Jalousiestellung)
in einfacher Weise zuverlässig durchführbar ist.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass der Steuerabschnitt mittels
mechanischer oder elektrischer Stelleinrichtungen aus seiner Eingriffsstellung in
eine Aussereingriffsstellung bewegbar ist, die ausserhalb des vertikalen Durchlaufkanals
liegt.
[0008] Die Vorteile der Erfindung liegen insbesondere darin, dass der Steuerabschnitt als
eine bewegliche, verstellbare Weiche ausgebildet ist, welche - in der Aussereingriffsstellung
- die Bewegungsbahn des am Lamellenschwenkverbund angeordneten Steuerelements freigibt,
so dass der Behang dann - vom Steuerabschnitt unbehindert - mit vertikal gestelltem
Lamellenschwenkverbund abgesenkt und hochgezogen werden kann. Abwärtsspur und Aufwärtsspur
des am Lamellenschwenkverbund angeordneten Steuerelements sind identisch, die zwangsweise
Umlenkung des Steuerelements bei einer Aufwärtsbewegung des Behanges entfällt, wodurch
der Bewegungsablauf vereinfacht und die Geräuscherzeugung reduziert wird. Fehlsteuerungen
werden zuverlässig vermieden.
[0009] Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Steuerabschnitt schwenkbar
angeordnet und besteht aus einer an einem Ende angelenkten Blattfeder. Die Stelleinrichtungen,
weiche den Steuerabschnitt aus der Eingriffsstellung in die Aussereingriffsstellung
bewegen, enthalten einen am Steuerbacken schwenkbar angeordneten Schwenknocken, der
in einer ersten bzw. zweiten stabilen Stellung den Steuerabschnitt in die Aussereingriffsstellung
bzw. die Eingriffsstellung schwenkt. Die Stelleinrichtungen enthalten ferner in vorgegebenem
Abstand unter und über dem am Lamellenschwenkverbund befindlichen Steuerelement je
einen Stellnocken, die den Steuerabschnitt mittels des Schwenknockens bei einer Abwärtsbewegung
in die Aussereingriffsstellung und bei einer Aufwärtsbewegung in die Eingriffsstellung
verschwenken. Der Behang lässt sich bei dieser Ausführungsform - mit vertikal gestelltem
Lamellenschwenkverbund - unbehindert als Rolladen abwärtsbewegen, weil zuvor durch
den vorauseilenden Stellnocken der Steuerabschnitt aus der Bewegungsbahn weggeräumt
wurde. Bei einer Aufwärtsbewegung legt der dann vorauseilende obere Stellnocken den
Steuerabschnitt in die Eingriffsstellung ; das sich dann am Steuerabschnitt nachfolgend
vorbeibewegende Steuereiement des Lamellenschwenkverbundes drückt den federnden Steuerabschnitt
während seines Vorbeilaufs lediglich kurzzeitig zur Seite, belässt, den Steuerabschnitt
ansonsten jedoch in der Eingriffsstellung, so dass das Steuerelement bei einem nun
anschliessenden Absenken längs des Steuerabschnitts in die Schwenkstellung gesteuert
wird.
[0010] Besonders bevorzugt enthalten die Stelleinrichtungen einen elektrischen Antrieb,
mit dem der bewegliche Steuerabschnitt wahlweise vom Benutzer zwischen der Eingriffsstellung
und der Aussereingriffsstellung hin- und herschaltbar ist. Bei dieser Ausführungsform
der Erfindung setzt der Benutzer - mittels einer elektrischen Steuerung - z. B. vor
einer vertikalen Bewegung des Behanges die Steuerabschnitte entweder in die Ruhestellung
(Rolladen-Funktion) oder in die Eingriffsstellung (Jalousie-Funktion). Anschliessend
wird der Behang elektrisch oder von Hand herabgelassen. Das Steuerelement läuft dann
entweder unbeeinflusst (Rolladen-Funktion) oder von den Steuerabschnitten in horizontaler
Richtung ausgeschwenkt in die Schwenklage (Jalousie-Funktion).
[0011] Bevorzugt sitzt an der obersten Lamelle des Schwenkverbunds stirnseitig je ein Steuerelement,
z. B. in Form eines Stiftes, und es ist für jedes Steuerelement je ein Steuerbacken
in den beiden seitlichen Führungsschienen in gleicher Höhe zum gleichzeitigen Auslenken
der beiden Steuerelemente vorgesehen. Die Anbringung von zwei einander gegenüberliegenden
Steuerstiften ist insbesondere bei grossen Breiten der Lamellen zweckmässig, um eine
Torsion der schwenkbaren Lamellen und eine dadurch bedingte unerwünschte Schräglage
der Lamellen über die Behangbreite zu verhindern.
[0012] Die Lamellen sind bevorzugt in ihrer oberen Längskante an den Zugorganen angelenkt
und besitzen besonders bevorzugt in Verlängerung ihrer oberen Längskante Führungszapfen,
die mittels Lagerbuchsen and den Zugorganen in den Führungsspalten der Führungsschienen
laufen.
[0013] Die Koppelorgane bestehen ebenso wie die Zugorgane bevorzugt aus Textil- oder Kunststoffbändern
bzw. -schnüren, aus Metallbändern oder -litze und verbinden die schwenkbaren Lamellen
an den unteren freien Längskanten. Die Steuerstifte besitzen einen vorgegebenen Abstand
zu der Schwenkachse, zu der sie bevorzugt parallel verlaufen und eine grössere Länge
als die Führungszapfen besitzen.
[0014] Erfindungsgemäss lassen sich mehrere einander gegenüberliegende Steuerbackenpaare
in verschiedenen Höhen an der Innenseite der Führungsschiene befestigen. Ferner lassen
sich an mehreren Lamellen des Schwenkverbundes stirnseitige Steuerstifte ggfs. unterschiedlicher
Länge anbringen, die jeweils mit einem der Steuerbackenpaare in Eingriff gelangen.
Die Koppelorgane bestehen bei dieser Ausführungsform der Erfindung aus flexiblem Material,
z. B. Metall-oder Kunststoffschnüren. Wenn dann ein Steuerstiftpaar in Eingriff mit
den Steuerabschnitten des betreffenden Steuerbackenpaares gelangt, lässt sich der
unter der Steuerstift-Lamelle befindliche Teil des Schwenkverbundes in die Schwenklage
steuern, während der darüberliegende Teil des Schwenkverbundes in der Vertikalstellung
verbleibt. Auf diese Weise ist es möglich, die Jalousie-Funktion auch bei einem lediglich
teilweise herabgelassenen Behang zu verwirklichen, während der auf der horizontalen
oberen Wickelrolle befindliche Teil des Behanges unbeeinflusst bleibt.
[0015] Anstelle der beiden Stellnocken lassen sich unter und über dem Steuerelement an den
Stirnseiten des Schwenkverbundes auch elektrische Kontaktelemente anbringen, die unter
Kontaktgabe an einem Gegenkontakt an dem Steuerbacken vorbeilaufen und den schwenkbaren
ersten Steuerabschnitt durch die erzeugten Kontaktgabesignale elektrisch angetrieben
in die gewünschte Stellung bewegen.
[0016] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind durch die Merkmale der Unteransprüche
gekennzeichnet.
[0017] Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung näher
erläutert.
[0018] Es zeigen :
Figur 1 eine perspektivische Ansicht einer ersten Ausführungsform der seitlichen Führungs-und
Steuerorgane in vereinfachter Darstellung ;
Figur 2 eine Seitenansicht der ersten Ausführungsform der seitlichen - Führungs- und
Steuerorgane ;
Figur 3 einen Schnitt längs der Linie A-B der Fig. 2 ;
Figur 4 eine Seitenansicht einer zweiten Ausführungsform des Steuerbackens ; und
Figur 5 eine Teilansicht des Lamellenschwenkverbundes.
[0019] Fig. 1 zeigt in einem Ausschnitt die Führungs-und Wendeorgane an einer Stirnseite
des Behanges des Rolladens. An den Stirnseiten des Behanges ist je ein Zugorgan 20
vertikal angeordnet, an dem die Lamellen 4 in vorgegebenem Abstand derart aufgehängt
sind, dass zwischen benachbarten Lamellen ein vorgegebener Zwischenraum besteht, der
von unteren Überlappungskanten 8 nach aussen hin dadurch verdeckt wird, dass die Überlappungskanten
8 auf der Aussenoberfläche der nächst unteren Lamelle 4 aufliegen. Ab einer vorgegebenen
oberen Lamelle 4 sind alle darunterliegenden Lamellen mittels die obere Längskante
verlängernde Führungszapfen 16 schwenkbar in Lagerbuchsen 22 angelenkt. Am äusseren
Ende des Führungszapfens 16 ist ein Winkelhebel befestigt, dessen einer Schenkel 24
parallel zur Stirnseite der Lamellen 4, und dessen anderer Schenkel parallel zum Führungszapfen
16 verläuft und als Stift 25 ausgebildet ist. Alle Stifte 25 sind gelenkig mit einem
Koppelorgan 28 verbunden, und die derart aneinandergekoppelten Lamellen 4 bilden zusammen
einen Lamellenschwenkverbund 5. Der obere Stift 25 des Winkelhebels 24 ist parallel
zum Führungszapfen 16 auswärts verlängert und als Steuerelement 26 ausgebildet. Die
Lamellen 4 besitzen ein Hohlprofil, das am unteren Ende als Nutprofil 12, am oberen
Ende als Federprofil 10 mit der oberen Längskante 6 ausgebildet ist.
[0020] Zwischen das Stirnende 9 der Lamellen 4 und den Winkelhebel 24, 25 greift eine Wand
der betreffenden Führungsschiene ein, deckt die Winkelhebel 24, 25 sowie das Koppelorgan
28 ab und besitzt einen Führungsspalt 52, in dem die Lagerbuchse 22 und das Zugorgan
20 geführt sind, vgl. auch die Fig. 3.
[0021] Innerhalb der Führungsschiene (nicht dargestellt) ist in vorgegebener Höhe ein Steuerbacken
40 stationär angeordnet und besitzt eine einen Steuerabschnitt 44 enthaltende Steuerkurve,
die mit dem Steuerelement 26 zusammenwirkt. Die beiden seitlichen Führungsschienen
tragen in gleicher Höhe einander gegenüberliegend je einen Steuerbacken 40, und die
oberste Lamelle 4 des Lamellenschwenkverbundes 5 trägt stirnseitig in derselben Höhe
je ein Steuerelement 26.
[0022] Die Fig. 2 und 3 zeigen die erste Ausführungsform der seitlichen Führungs- und Steuerorgane
des Rolladens in Seitenansicht. In den beiden Führungsschienen 50 ist in vorgegebener
Höhe stationär je ein Steuerbacken 40 mit einem Steuerabschnitt 44 angeordnet. Der
Steuerabschnitt 44 besteht aus einer Blattfeder, deren unteres Ende unmittelbar über
einem Rücklaufkanal 48 des Steuerbackens 40 angelenkt ist, und deren oberes Ende in
einer ersten Stellung, der sogenannten Eingriffsstellung, über dem oberen Eingang
des Durchlaufkanals 42 zu liegen kommt. Das freie obere Ende ist gegen die eigene
Federwirkung in eine zweite Stellung schwenkbar, die den Eingang des Durchlaufkanals
42 freigibt und als Aussereingriffsstellung bezeichnet wird.
[0023] Am Steuerbacken 40 ist ein Schwenknocken 60 vorgesehen, der gegen das freie obere
Ende des Steuerabschnitts 44 wirkt. Der Schwenknocken 60 schwenkt in einer ersten
stabilen Stellung das freie obere Ende des Steuerabschnitts 44 in dessen Eingriffsstellung,
bei der der Eingang des Durchlaufkanals 42 geschlossen ist. Der Schwenknocken 60 ist
in eine zweite stabile Stellung schwenkbar, in der das freie obere Ende des Steuerabschnitts
44 in die Aussereingriffsstellung übergeht, in der der Durchlaufkanal 42 oben geöffnet
ist. In vorgegebenem Abstand, bevorzugt im Abstand einiger Lamellenbreiten, ist stirnseitig
am Lamellenschwenkverbund 5 unter und über jedem stiftförmigen Steuerelement 26 jeweils
ein Stellnocken 62 vorgesehen. Bei einer Abwärtsbewegung schwenkt der untere Stellnocken
62 den Schwenknocken 60 in die stabile Aussereingriffsstellung, so dass das Steuerelement
26 frei durch den geöffneten Durchlaufkanal 42 hindurchlaufen kann und nicht mit dem
Steuerabschnitt 44 zusammenwirkt. Bei einer anschliessenden Aufwärtsbewegung schwenkt
der obere Stellnocken 62 den Schwenknocken 60 in seine Eingriffsstellung, in der der
Steuerabschnitt 44 den Durchlaufkanal 42 oben schliesst. Bei weiterer Aufwärtsbewegung
öffnet sich der Durchlaufkanal 42 lediglich bei Vorbeibewegung des Steuerelements
26 und wird nach Durchlauf des Steuerelements wieder geschlossen. Wenn anschliessend
der Behang erneut abwärtsbewegt wird, kommt das Steuerelement 26 in Eingriff mit dem
Steuerabschnitt 44 und gleitet längs des nach aussen geneigten Steuerabschnitts 44
abwärts und steuert dabei den Lamellenschwenkverbund 5 in die Schwenkstellung (Jalousie-Funktion).
Durch eine erneute Aufwärtsbewegung wird das Steuerelement 26 in den Rücklaufkanal
48 und von dort in den Durchlaufkanal 42 aufwärts geführt, wodurch sich die Lamellen
in die Behangebene zurückschwenken.
[0024] Fig. 4 zeigt eine weitere Ausführungsform des Steuerbackens 40, bei der der Steuerabschnitt
44 wahlweise - z. B. mechanisch oder mittels eines elektrischen Antriebs - von einer
Aussereingriffsstellung ausserhalb des Durchlaufkanals 42 des Lamellenschwenkverbundes
5 in eine Eingriffsstellung in dem Durchlaufkanal 42 des Lamellenschwenkverbundes
5 bewegbar ist. Der Steuerabschnitt 44 ist zu diesem Zweck z. B. an einer Welle 89
eines Stellmotors (nicht dargestellt) befestigt. Vor dem Steuerabschnitt 44 lässt
sich, sofern erwünscht, noch ein geeignet gestalteter Einführkanal vorsehen.
[0025] Während bei den vorausgegangenen Ausführungsformen der Erfindung der Behang mittels
nur eines Betätigungsorgans in alle seine Stellungen steuerbar ist, sind bei der vorliegenden
Ausführungsform zwei Betätigungsorgane erforderlich : Mit einem ersten Betätigungsorgan
wird die vertikale Aufwärts- und Abwärtsbewegung und mit einem zweiten Betätigungsorgan
die Stellung der Steuerabschnitte 44 - und damit die Funktion des Behanges - vorgewählt
und verwirklicht.
[0026] Vor einer Abwärtsbewegung des Behanges kann der Benutzer z. B. durch elektrische
Steuermittel den Steuerabschnitt 44 entweder in die Aussereingriffsstellung oder in
die Eingriffsstellung steuern. Befindet sich der Steuerabschnitt 44 in der Aussereingriffsstellung,
so wird die Vertikalbewegung des Steuerelements 26 - und damit des Lamellenschwenkverbundes
5 - durch den Steuerabschnitt nicht gestört. Die Lamellen des Lamellenschwenkverbundes
5 bleiben vertikal gestellt, also in der Rolladen-Funktion, der Behang lässt sich
beliebig nach oben oder nach unten bewegen. Befindet sich dagegen der Steuerabschnitt
44 in der Eingriffsstellung, die in Fig. 4 gestrichelt dargestellt ist, so gleitet
ein von oben kommendes Steuerelement 26 an dem Steuerabschnitt 44 zusammen mit dem
Schwenkverbund 5 in die Schwenkstellung (Jalousie-Funktion). Falls erforderlich, lassen
sich elektrische oder mechanische Elemente vorsehen, die sicherstellen, dass eine
Bewegung des Steuerabschnitts 44 verhindert wird, solange das Steuerelement auf dem
Steuerabschnitt 44 in der Schwenkstellung ruht.
[0027] Fig. 5 zeigt einen Teil eines Lamellenschwenkverbundes 5, bei dem das Zugorgan 20
und das Koppelorgan 28 aus einer Kunststoffschnur hoher Zugfestigkeit bestehen. In
vorgegebenem Abstand sind längs des Zugorgans 20 Lagerbuchsen 22 aus Kunststoff angespritzt,
in denen die Führungszapfen 16 der schwenkbaren Lamellen 4 drehbar gelagert sind.
Zur axialen Festlegung der Führungszapfen 16 besitzen die Lagerbuchsen an dem aussen
liegenden Ende Rastlippen, die in eine entsprechende Rastnut am freien Ende der Führungszapfen
eingreifen. Alternativ ist die Sicherung auch durch Sprengringe
0: dgl. möglich. Der Abstand zwischen zwei Lagerbuchsen ist so bemessen, dass die darin
gelagerten schwenkbaren Lamellen 4 untereinander frei hängen und ungestört eine Schwenkbewegung
ausführen können. Wenn die Zugorgane 20 entlastet werden und die Lamellen aufeinander
aufsitzen, verkürzt sich der Abstand zwischen benachbarten Lagerbuchsen 22 entsprechend.
Anstelle einer Kunststoffschnur kann das dargestellte Zugorgan auch aus einer Drahtlitze
o. dgl. bestehen. Am unteren Ende des Zugorgans 20 ist die Endlamelle 15 verdrehsicher
angeordnet.
1. Rolladen mit einem Behang aus horizontalen Lamellen (4), die an ihren Stirnkanten
in vertikalen Führungsschienen (50) zwischen einer oberen Endlage und einer unteren
Endlage verfahrbar sind, wobei die Lamellen an einer vorgegebenen oberen Lamelle schwenkbar
an Zugorganen (20) aufgehängt und mit Koppelorganen (28) zu einem Lamellenschwenkverbund
(5) aus mehreren parallel und gleichzeitig ausschwenkbaren Lamellen verbunden sind,
wobei in den Führungsschienen (50) mindestens ein Steuerbacken (40) mit einem vertikalen
Durchlaufkanal (42) und einem beweglichen Steuerabschnitt (44) angeordnet ist, wobei
der Steuerabschnitt (44) im Durchlaufkanal (42) eine Eingriffsstellung besitzt, in
welcher ein am Lamellenschwenkverbund (5) angeordnetes Steuerelement (26) mit dem
Steuerabschitt (44) in Eingriff gelangt und den Lamellenschwenkverbund (5) aus seiner
Vertikalstellung in eine Schwenkstellung steuert,
dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerabschnitt (44) mittels mechanischer oder elektrischer
Stelleinrichtungen (z. B. 60, 62) aus seiner Eingriffsstellung in eine Aussereingriffsstellung
bewegbar ist, die ausserhalb des vertikalen Durchlaufkanals (42) liegt.
2. Rolladen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Stelleinrichtungen einen
an dem Steuerbacken (40) schwenkbar angeordneten Schwenknocken (60), der in einer
ersten bzw. zweiten stabilen Stellung den Steuerabschnitt (44) in die Aussereingriffsstellung
bzw. die Eingriffsstellung schwenkt, und in vorgegebenem Abstand unter und über dem
Steuerelement (26) an dem Behand Stellnocken (62) enthalten, die den Schwenknocken
(60) bei einer Abwärtsbewegung bzw. einer Aufwärtsbewegung verschwenken, und dass
der schwenkbare Steuerabschnitt (44) als eine an einem Ende angelenkte Blattfeder
ausgebildet ist.
3. Rolladen nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerabschnitt
(44) den oberen Eingang des Durchlaufkanals (42) in seiner Eingriffsstellung schliesst
und in seiner Aussereingriffsstellung freigibt.
4. Rolladen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Stelleinrichtungen einen
elektrischen Antrieb enthalten, der den Steuerabschnitt (44) wahlweise von einem Benutzer
steuerbar in die Eingriffsstellung oder die Aussereingriffsstellung setzt.
5. Rolladen nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass in vorgegebenem Abstand
unter und über dem Steuerelement (26) am Lamellenschwenkverbund (5) elektrische Kontaktelemente
angeordnet sind, die unter Kontaktgabe an stationären Gegenkontakten in der Führungsschiene
(50) vorbeilaufen und den Steuerabschnitt (44) vor dem Durchlauf des Steuerelements
(26) durch den Steuerbacken (40) elektrisch in die gewünschte Stellung steuern.
6. Rolladen nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass je
ein Steuerelement (26) an den beiden Stirnseiten einer vorgegebenen Lamelle (4) des
Lamellenschwenkverbunds (5), und in den Führungsschienen (50) je ein Steuerbacken
(40) zum gleichzeitigen Ergreifen und Auslenken der beiden Steuerelemente (26) vorgesehen
ist.
7. Rolladen nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere
einander gegenüberliegende Paare von Steuerbacken (40) in vorgegebenen Höhen in den
Führungsschienen (50) befestigt sind.
8. Rolladen nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die
schwenkbaren Lamellen (4) in Verlängerung der oberen Längskante (6) Führungszapfen
(16) aufweisen, die drehbar in Lagerbuchsen (22) an den Zugorganen (20) gelagert sind
und zusammen mit den Zugorganen (20) in Führungsspalten (52) der Führungsschienen
(50) laufen.
1. A roller shutter having a curtain of horizontal slats (4) which are able to travel
with their end edges in vertical guiderails (50) between an upper end position and
a lower end position, the slats being suspended pivotally by pull-members (20) from
a predetermined upper slat and being combined by coupling members (28) into a pivoting-slat
cluster (5) of a number of parallel slats able to swing out simultaneously, where
in the guiderails (50) at least one control cheek (40) is arranged with one vertical
throughway channel (42) and one movable control segment (44), the control segment
(44} having in the throughway channel a position of engagement in which one control
element (26) arranged on the pivoting-slat cluster (5) comes into engagement with
the control segment (44) and steers the pivoting-slat cluster (5) out of its vertical
position into a pivoted position,
characterized in that the control segment (44) may be moved by means of mechanical
or electrical positioning devices (e. g., 60, 62) out of its position of engagement
into a position out of engagement, which lies outside the vertical throughway channel
(42).
2. A roller shutter as in Claim 1, characterized in that the positioning devices include
a swivelling cam (60) which is arranged to be able to swivel on the control cheek
(40) and which in a first and a second stable position respectively pivots the control
segment (44) into the position out of engagement and the position of engagement respectively,
and on the curtain at predetermined distances below and above the control element
(26) positioning cams (62) which during a downwards movement or respectively an upwards
movement pivot the swivelling cam (60), and that the pivotable control segment (44)
is made as a leaf spring hinged at one end.
3. A roller shutter as in one of the Claims 1 or 2, characterized in that the control
segment (44) in its position of engagement closes the upper entry to the throughway
channel (42) and liberates it in its position out of engagement.
4. A roller shutter as in Claim 1, characterized in that the positioning devices include
an electric drive which at the choice of a user sets the control segment (44) controllably
in the position of engagement or the position out of engagement.
5. A roller shutter as in Claim 4, characterized in that at predetermined distances
below and above the control element (26) electric contact elements are arranged on
the pivoting-slat cluster (5), which make contact with stationary countercontacts
as they run past them in the guiderail (50) and control the control segment (44) electrically
into the desired position before the control element (26) runs through the control
cheek (40).
6. A roller shutter as in one of the preceding Claims, characterized in that one control
element (26) is provided at each of the two endfaces of one predetermined slat (4)
of the pivoting-slat cluster (5), and in the guiderails (50) one control cheek (40)
is provided for the simultaneous seizing and deflection of each of the two control
elements (26).
7. A roller shutter as in one of the Claims 1 to 5, characterized in that a number
of pairs of control cheeks (40) lying opposite one another are fastened at predetermined
heights in the guiderails (50).
8. A roller shutter as in one of the preceding Claims, characterized in that the pivotable
slats (4) exhibit in prolongation of the upper longitudinal edge (6) guidepins (16)
which are supported to be able to turn in bearing bushes (22) on the pull-members
(20) and together with the pull-members (20) run in guidegaps (52) in the guiderails
(50).
1. Volet roulant avec une tenture constituée de lamelles horizontales (4) qui peuvent
être déplacées le long de leurs bords frontaux dans des rails de guidage verticaux
(50) entre une position extrême supérieure et une position extrême inférieure, ces
lamelles étant suspendues à pivot à des organes de traction (20) à partir d'une lamelle
supérieure prédéterminée et assemblées avec des organes de couplage (28) en une structure
à lamelles pivotantes formée de plusieurs lamelles pouvant pivoter parallèlement et
simultanément, au moins une joue de commande (40) comportant un canal de passage vertical
(42) et une section de commande mobile (44) étant disposée dans des rails de guidage
(50), la section de commande (44) comportant, dans le canal de passage (42), une position
d'accrochage dans laquelle un élément de commande (26) disposé sur la structure à
lamelles pivotantes (5) vient s'accrocher avec la section de commande (44) et commande
la structure à lamelles pivotantes (5) à partir de sa position verticale vers une
position basculée, caractérisé en ce que la section de commande (44) peut être déplacée,
au moyen de dispositifs de réglage mécaniques ou électriques (par exemple 60, 62)
à partir de sa position d'accrochage dans une position de décrochage qui se trouve
à l'extérieur du canal de passage vertical (42).
2. Volet roulant selon la revendication 1, caractérisé en ce que les dispositifs de
réglage comprennent un ergot de pivotement (60) disposé à pivotement sur la joue de
commande (40) et qui, dans une première ou une seconde position stable, fait pivoter
la section de commande (44) vers la position de décrochage ou la position d'accrochage,
et des ergots de réglage (62) disposés sur la tenture avec un espacement prédéterminé
en dessous et au-dessus de l'élément de commande (26) et qui font pivoter l'ergot
de pivotement (60) lors d'un mouvement descendant ou d'un mouvement ascendant, et
en ce que la section de commande pivotante (44) est réalisée sous forme d'une lame
de ressort articulée à une de ses extrémités.
3. Volet roulant selon l'une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que la section
de commande (44) ferme l'entrée supérieure du canal de passage (42) dans sa position
d'accrochage et la libère dans sa position de décrochage.
4. Volet roulant selon la revendication 1, caractérisé en ce que les dispositifs de
réglage comprennent un entraînement électrique qui met la section de commande (44)
dans sa position d'accrochage ou dans sa position de décrochage, au gré de l'utilisateur.
5. Volet roulant selon la revendication 4, caractérisé en ce que, à une distance prédéterminée
au-dessous et au-dessus de l'élément de commande (26), sur la structure à lamelles
pivotantes (5), sont disposés des éléments électriques de contact qui défilent avec
contact devant des contacts antagonistes fixes dans le rail de guidage (50) et qui
commandent de manière électrique la section de commande (44) avant le passage de l'élément
de commande (26) au moyen de la joue de commande (40) dans la position désirée.
6. Volet roulant selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que
l'on prévoit un élément de commande (26) pour chacun des deux côtés frontaux d'une
lamelle prédéterminée (4) de la structure à lamelles pivotantes (5) et dans les rails
de guidage (50), une joue de commande (40) à chaque fois pour la saisie et la déviation
simultanées des deux éléments de commande (27).
7. Volet roulant selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que plusieurs
paires superposées les unes aux autres de joues de commande (40) sont fixées à des
hauteurs prédéterminées dans les rails de guidage (50).
8. Volet roulant selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que
les lamelles pivotantes (4) présentent, dans le prolongement de l'arête longitudinale
supérieure (6) des tourbillons de guidage (16) qui sont montés à rotation dans des
coussinets (22) sur les organes de traction (20) et se déplacent avec les organes
de traction (20) dans des fentes de guidage (52) des rails de guidage (50).