[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur anodischen Behandlung von Aluminium
in einem eine organische Phosphon-, Sulfon- oder Carbonsäure enthaltenden Elektrolyten
und die Verwendung des Verfahrensprodukts als Druckplatten-Trägermaterial. In einem
solchen Verfahren erzeugte Oberflächen sind auch für Kondensatoren, dielektrische
Zwecke und andere Anwendungen geeignet, bei denen eine Sperrschicht von Nutzen ist.
[0002] Die Verwendung von wäßrigen Elektrolyten zur Herstellung von anodisch oxidierten
Aluminiumoberflächen für Offsetdruck ist seit langem bekannt, und der Fachmann ist
mit zahlreichen Herstellungsverfahren vertraut.
[0003] Mit Phosphorsäure hergestellte anodisch oxidierte Schichten haben viele gute Eigenschaften,
die sie für den Einsatz beim Offsetdruck geeignet machen. Es ist jedoch auch bekannt,
daß der durch anodische Oxidation erzeugte Film eher "weich" ist und eine relativ
geringe Abriebfestigkeit hat; das ist ein Nachteil, wenn hohe
Druckauflagen benötigt werden. Mit Schwefelsäure hergestellte anodisch oxidierte Schichten
sind weitaus härter, haben eine relativ höhere Abriebfestigkeit und ergeben daher
mechanisch widerstandsfähigere Offsetdruckplatten, mit denen hohe Druckauflagen erzielt
werden können. Beide Verfahren haben in der Praxis Eingang gefunden, die jeweiligeri
Platten sind kommerziell auf verschiedenen Teilgebieten erfolgreich. Das Schwefelsäureverfahren
ist ferner leichter für die Herstellung von dickeren anodisch oxidierten Schichten
verwendbar als das Phosphorsäureverfahren, das wegen der stärkeren Löslichkeit des
durch anodische Oxidation erzeugten Films im Elektrolyten eine Tendenz zur Selbstbegrenzung
zeigt. Das Schwefelsäureverfahren hat jedoch auch gewisse Nachteile, so gibt es Schichten,
die für Offsetdruckträger nicht immer ganz zufriedenstellend sind, da sie dazu neigen,
oleophile und hydrophile Bereiche nicht scharf genug gegeneinander abzugrenzen, so
daß häufig bei diesen Schichten, außer bei den allerdünnsten, Verfahren angewendet
werden müssen, durch die z. B. die Farbannahme in den Nichtbildstellen verhindert
wird. Diese notwendige Behandlung der anodisch erzeugten Schicht kann gelegentlich
problematisch sein, wenn es beispielsweise erforderlich ist, vorsensibilisierte Offsetdruckplatten
herzustellen, bei denen die Haftung der strahlungsempfindlichen Beschichtung auf dem
Träger während und nach der Entwicklung der belichteten Schicht von vorrangiger Bedeutung
ist. Wenn solche, die Oberfläche des Trägermaterials modifizierende Behandlungen an
der durch anodische Oxidation hergestellten Schicht durchgeführt werden, gilt es,
einen Kompromiß zwischen dem Erzielen einer ausreichenden Hydrophilie in den Nichtbildstellen
und einem gleichzeitig zufriedenstellenden Verhalten der Bildstellen zu finden. Diese
Behandlungen können so zu Ergebnissen führen, die für den Offsetdruck wünschenswert
sind, und sie sind sowohl für die mit
Phos- phorsäure als auch für die mit Schwefelsäure anodisierten Aluminiumflachdruckplatten
bekannt und in der Praxis üblich.
[0004] Im Stand der Technik wurden bereits verschiedenste Verfahren beschrieben, welche
mit solchen wäßrigen
Elektro- lyten arbeiten, die Phosphon-, Sulfon- und/oder organische Carbonsäuren in
monomerer oder polymerer Form enthalten. Solche Verfahren werden in den beiden folgenden
europäischen Patentanmeldungen ausführlich beschrieben, in allen diesen Fällen tritt
auch eine Oxidschichtbildung ein, die zwar die oben dargestellten Vorteile, aber auch
gewisse Nachteile zeigt.
[0005] In den älteren, nicht-vorveröffentlichten EP-A 0 048 909 und 0 050 216 werden Verfahren
zur anodischen Oxidation von platten-, folien- oder bandförmigem Material aus Aluminium
oder seinen Legierungen beschrieben, die in einem wäßrigen, mindestens eine mehrbasische
organische Säure enthaltenden Elektrolyten durchgeführt werden. Gegebenenfalls kann
vor der Oxidation eine mechanische, chemische und/oder elektrochemische Aufrauhung
stattfinden. Zu den mehrbasischen organischen Säuren zählen monomere oder polymere
Phosphon-, Sulfon- oder organische Carbonsäuren wie Phytinsäure, Tridecyl-benzolsulfonsäure,
Nitrilotriessigsäure, Polyvinylphosphonsäure, Polybenzolsulfonsäure oder Polyacrylsäure.
Neben diesen organischen Säuren kann der Elektrolyt auch eine anorganische Säure wie
Phosphorsäure enthalten. Die Verfahrensprodukte finden bevorzugt Verwendung als Trägermaterial
bei der Herstellung von eine strahlungsempfindliche Schicht tragenden Druckplatten.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren aufzufinden, das es ermöglicht,
in einem nicht-wäßrigen Elektrolyten zu arbeiten und Schichten zu erzielen, die einerseits
dünn und eher wenig-porös sind, andererseits aber gute Haftungseigenschaften zu aufgebrachten
Be-schichtungen zeigen.
[0007] Die Erfindung geht aus von dem Verfahren zur anodischen Behandlung von platten-,
folien- oder bandförmigem Material aus Aluminium oder seinen Legierungen in einem
mindestens eine monomere mehrbasische organische Phosphon-, Sulfon- oder Carbonsäure
enthaltenden Elektrolyten, gegebenenfalls nach vorhergehender mechanischer, chemischer
und/oder elektrochemischer Aufrauhung. Das erfindungsgemäße Verfahren ist dann dadurch
gekennzeichnet, daß der nicht-wäßrige Elektrolyt als Lösemittel mindestens ein organisches
Lösemittel mit einem Dipolmoment von mindestens 1,5 enthält.
[0008] Unter dem Dipolmoment ist dabei die Größe u in D (= Debye) zu verstehen, so wie sie
unter dem Stichwort "Dipole" in
Römpps Chemie-Lexikon, 7. Auflage, Franckh'sche
Verlags- buchhandlung - Stuttgart, 1976, S. 869 bis 871, definiert ist. Unter organischen
Säuren der oben angegebenen Gruppe sind dabei auch solche Verbindungen zu verstehen,
bei denen beispielsweise eine oder mehrere der Säurefunktionen verestert sind wie
bei Phosphorsäuremonoestern, d. h. mehrbasisch bedeutet dann, daß das relevante Molekül
noch mindestens zwei freie Säurefunktionen aufweist. Monomer heißt dann, daß eine
Molekülgrundeinheit nur einmal vorkommt und nicht mehr in weitere, kleinere, gleichbleibende
Einheiten strukturell zerlegt werden kann.
[0009] Das Verfahren betrifft also die elektrolytische Abscheidung einer Schicht auf Aluminium,
wobei das zu behandelnde Aluminium als Anode und ein beliebiges inertes Metall (wie
Blei oder Stahl) oder Graphit als Kathode geschaltet werden. Auf den zuvor entfetteten
und gegebenenfalls aufgerauhten Träger wird dann durch einen nicht-wäßrigen Elektrolyten
hindurch eine gegebenenfalls pulsierende Gleichspannung angelegt. Der Elektrolyt enthält
mindestens eine der Säuren, die in dem organischen Lösemittel oder dem Lösemittelgemisch
gelöst ist, welches aufgrund seines Dipolmoments einen Stromfluß zuläßt, aber welches
an der Anode oder an der Kathode keine elektrochemische Reaktionen eingeht.
[0010] Der Einsatz eines nicht-wäßrigen Elektrolyten schließt die Bildung von Oxiden des
Aluminiums aus und läßt nur die Bildung einer nichtoxidischen Schicht in der Art eines
"metallorganischen" Komplexes zu. Eine derart hergestellt Schicht ist in hohem Maße
porenfrei und sehr dünn. Auf diese Weise ergibt sich eine sehr gute Oberfläche auf
dem Basismaterial Aluminium, durch die eine bessere Haftung von Beschichtungen auf
dem Aluminiumträgermaterial erreicht wird als bei herkömmlich anodisch oxidierten
Oberflächen.
[0011] Die bei der praktischen Durchführung dieser Erfindung verwendbaren Platten können
aus Aluminium oder Aluminiumlegierungen wie solchen mit mehr als 98,5 % Al und Bestandteilen
wie Mn, Fe, Si, Cu, Zn und/oder Ti bestehen. Das Aluminiumband oder die Aluminiumplatte
oder -folie wird zunächst von seinem Walzfett befreit, wozu es mit einem geeigneten
Entfettungsmittel behandelt wird, z. B. indem es in ein warmes Tauchbad mit 1,1,1-Trichlorethan,
Trichlorethen, Methylenchlorid oder Perchlorethen oder in eine wäßrig-alkalische Lösung
getaucht wird. Anschließend kann gegebenenfalls chemisch, elektrochemisch und/ oder
mechanisch aufgerauht werden, z. B. indem man die Oberfläche mit einer Drahtbürste
abbürstet oder eine wäßrige Bims- oder Quarzaufschlämmung mit Hilfe von Nylonbürsten
auf die Oberfläche einwirken läßt oder indem man in wäßriger HCl- oder HN0
3-Lösung elektrochemisch aufrauht. Danach wird die Oberfläche mit Wasser abgespült
und mit dem im Elektrolysebad zu verwendenden organischen Lösemittel gespült. Damit
soll ausgeschlossen werden, daß Wasser in das Elektrolysebad gelangt. Das Trägermaterial
wird anschließend erfindungsgemäß elektrolytisch behandelt.
[0012] Für das erfindungsgemäße Verfahren geeignete monomere mehrbasische Säuren sind beispielsweise:
Nitrilotriessigsäure, 1,2,4,5-Benzol-tetracarbonsäure, Phytinsäure, Phosphorsäure-mono(dodecyloxy-polyoxyethylen)ester,
Tridecyl-benzolsulfonsäure, Dinonyl-naphthalin-disulfonsäure, 2,2'-Dinitro-4,4'-stilben-disulfonsäure,
2-Ethylhexan-phosphonsäure, Dodecyl-naphthalin-disulfonsäure, Di-n-butyl-naphthalin-disulfonsäure,
Diethylentriamin-pentaessigsäure, Ethylendiamin-tetraessigsäure,
Hydroxy- ethyl-ethylendiamin-triessigsäure und Gemische der genannten Säuren. Die am
meisten bevorzugten "Säuren" sind Phytinsäure und Phosphorsäure-mono(dodecyloxy-polyoxyethylen)ester,
d. h. in beiden Fällen Monoester der Phosphorsäure.
[0013] Für die Erfindung sind solche organischen Lösemittel geeignet, die ein Dipolmoment
von mindestens 1,5, vorzugsweise von mindestens 1,7 aufweisen, dazu gehören beispielsweise
(Dipolmoment in Klammern): Formamid (3,22), Dimethylsulfoxid (3,96), Anilin (1,53)
Dimethylformamid (3,82), Mono- (2,27), Di- (2,81), Triethanolamin (3,57) und Tetrahydrofuran
(1,70). Die Werte für DMSO und DMF wurden aus CRC Handbook of Chemistry and Physics,
CRC
Press - Boca Raton (USA), 62. Ausgabe 1981/82, S. E-60 bis E-62, und die übrigen Werte
aus Physikalisch-Chemisches Taschenbuch, Akademische Verlagsanstalt Becker & Erler
- Leipzig, 1945, Band I, S. 519 ff. entnommen.
[0014] Die Säure kann grundsätzlich in einer Menge von 0,01 % bis zum Sättigungspunkt in
der nicht-wäßrigen Lösung vorhanden sein, vorzugsweise in einer Menge von 0,8 bis
5
%. Die Elektrolysetemperatur wird in der Regel bei - 5 bis
60 °C gehalten, insbesondere bei 10 bis 40 °C und vorzugsweise bei 20 bis 30 °C. Die
Spannung liegt zweckmä-
ßig zwischen 5 und 120 V, bevorzugt zwischen 10 und 60 V und insbesondere zwischen
20 und 40 V. Die Elektrolysezeit soll ausreichen, um dem Träger eine Ladung von 1
bis 150 C/dm
2, vorzugsweise von 30 bis 90
C/dm
2 und insbesondere von 40 bis 70 C/dm
2 zuzuführen. Der Abstand zwischen Kathode und Anode liegt in der Regel bei 1 bis 25
cm, bevorzugt zwischen 3 und 15 cm und insbesondere zwischen etwa 4 und 10 cm.
[0015] Bei der Untersuchung der erfindungsgemäß entstehenden Aluminiumoberfläche unter einem
Raster-Elektronenmikroskop bei 30.000-facher Vergrößerung ist eine im wesentlichen
nicht-poröse Oberfläche zu erkennen. Die Oberfläche ist grundsätzlich frei von Oxidbildung
und zeigt eine ausgezeichnete Haftung gegenüber später aufgebrachten, für den Offsetdruck
geeigneten Beschichtungen.
[0016] Als Anwendungsgebiet für ein nach dem erfindungsgemäßen Verfahren anodisch behandeltes
Material kommt insbesondere seine Verwendung als Trägermaterial bei der Herstellung
von eine strahlungsempfindliche Schicht tragenden Druckplatten in Frage. Dabei wird
entweder beim Hersteller von vorsensibilisierten Druckplatten oder beim Beschichten
eines Trägermaterials vom Verbraucher das Trägermaterial mit einer der bekannten strahlungsempfindlichen
Massen beschichtet. Es wird ausdrücklich auf die in den eingangs erwähnten EP-A dargestellten
Systeme hingewiesen, in der auch die in den Beispielen durchgeführten Testmethoden
beschrieben sind. In den folgenden Beispielen und der vorstehenden Beschreibung beziehen
sich %-Angaben - sofern nichts anderes angegeben ist - auf das Gewicht.
Beispiel 1 und Vergleichsbeispiel V1
[0017] Eine Aluminiumplatte in walzblankem Zustand wird während 30 sec bei Raumtemperatur
in einer wäßrigen NaOH-Lösung behandelt. Die so gereinigte und chemisch aufgerauhte
Platte wird mit Wasser gut abgespült und, ohne zu trocknen, gleich anschließend mit
Dimethylsulfoxid (DMSO) gespült. Nach diesem Spülschritt, bei dem als Flüssigkeit
nur noch DMSO auf der Oberfläche verbleibt, wird die Platte in eine Lösung eines Gehalts
an DMSO und 20 g/1 an 2-Ethyl-hexanphosphonsäure getaucht. In dem Bad befindet sich
eine Bleielektrode, die in etwa die gleiche Größe wie die Aluminiumplatte hat und
im Abstand von etwa 5 cm von dieser angeordnet ist. Mit der Aluminiumplatte als Anode
und der Bleielektrode als Kathode wird für die Dauer von 60 sec bei Raumtemperatur
eine gleichgerichtete Wechselspannung von 30 V angelegt. Dabei wird ein anfänglich
sprunghafter Anstieg des Stroms beobachtet, der sehr schnell abzufallen beginnt und
schließlich gegen Null tendiert. Die so anodisch behandelte Aluminiumplatte wird gut
abgespült und trockengetupft. Das Gewicht der erzeugten Schicht auf der Aluminiumplatte
beträgt 97 mg/m
2. Eine in gleicher Weise hergestellte Platte wird sowohl naß als auch trocken eingefärbt
und erweist sich als äußerst hydrophil, da sich die gesamte Druckfarbe durch leichtes
Abspülen einfach und vollständig entfernen läßt. Auf einen weiteren Abschnitt wird
eine in der US-PS 3 867 147 beschriebene negativ-arbeitende lichtempfindliche Beschichtung
mit einem Gehalt an einem Polykondensationsprodukt aus 1 Mol 3-Methoxy-diphenylamin-4-diazoniumsulfat
und 1 Mol 4,4'-Bis-methoxymethyl-diphenylether, Phosphorsäure, einem Epoxidharz und
einem Farbstoff in einem Lösemittelgemisch aus Ethylenglykolmonomethylether, Tetrahydrofuran
und Essigsäurebutylester aufgeschleudert und getrocknet. Dann wird unter einem Testnegativ
so belichtet, daß sich auf dem 21-stufigen Stauffer-Stufenkeil eine voll gedeckte
Stufe 6 ergibt. Die belichtete Platte wird entwickelt und auf ihre Funktionstüchtigkeit
geprüft. Nach dem Einfärben zeigt die Platte einen sehr sauberen Hintergrundbereich
(Nichtbildstellen), der auch ohne weiteres sauber bleibt. Gegenüber einer Vergleichsplatte,
bei der das Aluminium durch thermische Behandlung hydrophiliert wird, wobei die Platte
gleichfalls alkalisch aufgerauht und dann mit einer 0,5%igen Lösung eines Methylvinylether/Maleinsäureanhydrid-Copolymeren
in Dimethylsulfoxid bei etwa 70 °C während 60 sec nicht-anodisch behandelt wird, erzielt
die anodisch behandelte Platte eine um 25 % höhere Druckauflage.
[0018] Bei der Ermittlung von Porosität und Nichtporosität benötigt eine gesättigte SnCl
2-Lösung 85 sec, um die anodisch erzeugte Schicht zu durchdringen und mit dem Aluminium
zu reagieren, bei der nicht-anodisch, nur thermisch behandelten Platte dauert dieser
Prozeß dagegen nur 7 sec. Der "Zinkat"-Test dauert bei der anodisch behandelten Platte
143 sec bis zum Auftreten einer Reaktion, wogegen die thermisch behandelte Platte
bereits in 12 sec eine Reaktion zeigt.
Beispiel 2 und Vergleichsbeispiel V2
[0019] Eine Aluminiumplatte wird nach bekanntem Verfahren auf mechanischem Wege mit Schleifmitteln/Nylonbürsten
naß aufgerauht und danach in einer wäßrigen NaOH-Lösung während 30 sec behandelt.
Die so aufgerauhte Platte wird mit Wasser gut abgespült und gleich anschließend gründlich
mit Formamid gespült. Die mit dem organischen Lösemittel überzogene Platte wird in
eine Lösung eines Gehalts an Formamid und 25 g/1 an 2,2'-Dinitro-4,4'-stilben
-disulfonsäure eingetaucht. In dem Bad befindet sich im Abstand von etwa 5 cm zu der
Aluminiumplatte eine als Kathode wirkende Bleielektrode. Das Aluminium dient als Anode,
an die für die Dauer von 60 sec bei Raumtemperatur eine Spannung von 20 V aus gleichgerichtetem
Wechselstrom angelegt wird. Die anodisch behandelte Platte wird gut abgespült und
trockengetupft. Beim Entfernen der anodisch erzeugten Schicht wird ihr Schichtgewicht
mit 109 mg/m
2 ermittelt. Eine in gleicher Weise hergestellte Platte zeigt sowohl beim nassen als
auch beim trockenen Einfärbeversuch eine sehr hydrophile Oberfläche. Die Reaktionszeit
beim SnCl-
2-Test beträgt 93 sec, die Reaktionszeit beim Zinkat-Test 137 sec. Nach der lichtempfindlichen
Beschichtung mit der im Beispiel 1 angegebenen Schicht erzielt man, gegenüber einer
thermisch behandelten Vergleichsplatte, bei der die in Beispiel 1 angegebenen Verarbeitungsparameter
an einer ebenfalls mechanisch aufgerauhten Platte angewendet werden, mit der anodisch
behandelten Platte eine um 32 % höhere Druckauflage.
Beispiel 3 und Vergleichsbeispiel V3
[0020] Eine Aluminiumplatte wird, wie in Beispiel 2 angegeben, aufgerauht. Die Spülung wird
mit Formamid vorgenommen. Die mit dem Lösemittel bedeckte Platte wird in eine Lösung
eines Gehalts an Formamid und 15 g/1 an 1,2,4,5-Benzol-tetracarbonsäure eingetaucht.
In dem Bad befindet sich im Abstand von etwa 5 cm zur Aluminiumplatte eine als Kathode
dienende Bleielektrode. Das Aluminium wirkt als Anode, an die für die Dauer von 60
sec bei Raumtemperatur eine Spannung von 20 V aus gleichgerichtetem Wechselstrom angelegt
wird. Die behandelte Platte wird gut abgespült und trockengetupft. Das Schichtgewicht
beträgt 89 mg/m
2. Eine auf gleiche Weise hergestellte Platte zeigt sowohl beim nassen als auch beim
trockenen Einfärbeversuch eine sehr hydrophile Oberfläche. Die Reaktionszeit beim
SnCl
2-Test beträgt 81 sec, die Reaktionszeit beim Zinkat-Test 133 sec. Nach der lichtempfindlichen
Beschichtung mit der im Beispiel 1 angegebenen Schicht erzielt man, gegenüber einer
thermisch behandelten Vergleichsplatte, bei der die in Beispiel 1 angegebenen Verarbeitungsparameter
an einer ebenfalls mechanisch aufgerauhten Platte angewendet werden, mit der anodisch
behandelten Platte eine um 32 % höhere Druckauflage.
Beispiel 4 und Vergleichsbeispiel v4
[0021] Es wird eine Platte nach den Angaben des Beispiels 2 hergestellt, wobei allerdings
Phytinsäure [Monoester aus 6 Molen H
3P0
4 und Inosit=Cyclohexan-1,2,3,4,5,6-hexol, Bruttoformel C
6H
6(OP0
3H
2)
6] als organische Säure eingesetzt wird. Beim nassen und beim trockenen Einfärbeversuch
zeigt sich eine hydrophile Oberfläche. Das Schichtgewicht wird mit 87 mg/m
2 gemessen. Die Reaktionszeit beträgt beim SnCl
2-Test 104 sec, beim Zinkat-Test 157 sec. Die beschichtete Platte weist eine gute Haftung
für die lichtempfindliche Schicht auf und erbringt bei der Druckauflage eine Verbesserung
um 20 % gegenüber der entsprechenden Vergleichsplatte.
1 Verfahren zur anodischen Behandlung von platten-, folien- oder bandförmigem Material
aus Aluminium oder seinen Legierungen in einem mindestens eine monomere mehrbasische
organische Phosphon-, Sulfon- oder Carbonsäure enthaltenden Elektrolyten, gegebenenfalls
nach vorhergehender mechanischer, chemischer und/oder elektrochemischer Aufrauhung,
dadurch gekennzeichnet, daß der nicht-wäßrige Elektrolyt als Lösemittel mindestens
ein organisches Lösemittel mit einem Dipolmoment von mindestens 1,5 enthält.
2 Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das organische Lösemittel
ein Dipolmoment von mindestens 1,7 aufweist.
3 Verfahren nach Anspruch l oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Elektrolyt 0,01
Gew.-% bis zur Sättigung an der monomeren mehrbasischen organischen Säure enthält.
4 Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch . gekennzeichnet, daß der Elektrolyt
0,8 bis 5 Gew.-% an der monomeren mehrbasischen organischen Säure enthält.
5 Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Elektrolyt
als Lösemittel Formamid, Dimethylsulfoxid, Anilin, Dimethylformamid, Mono-, Di-, Triethanolamin
und/oder Tetrahydrofuran enthält.
6 Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Elektrolyt
als monomere mehrbasische Phosphonsäure Phytinsäure, Phosphorsäure- mono(dodecyloxy-polyoxyethylen)ester
oder 2-Ethyl-hexanphosphonsäure enthält.
7 Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Elektrolyt
als monomere mehrbasische Sulfonsäure Tridecyl-benzolsulfonsäure, Dinonyl-naphthalin-disulfonsäure,
2,2'-Dinitro-4,4'- stilben-disulfonsäure, Dodecyl-naphthalin-disulfonsäure oder Di-n-butyl-naphthalin-disulfonsäure
enthält.
8 Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Elektrolyt
als monomere mehrbasische organische Carbonsäure 1,2,4,5-Benzol-tetracarbonsäure,
Diethylentriamin-pentaessigsäure, Nitrilotriessigsäure, Ethylendiamin-tetraessigsäure
oder Hydroxyethyl-ethylendiamin-triessigsäure enthält.
9 Verwendung des nach dem Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8 anodisch behandelten
Materials als Trägermaterial bei der Herstellung von eine strahlungsempfindliche Schicht
tragenden Druckplatten.