| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 082 495 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
30.07.1986 Patentblatt 1986/31 |
| (22) |
Anmeldetag: 16.12.1982 |
|
|
| (54) |
Beschusssichere Anordnung aus Gewebe, Gewirke oder dergleichen
Protection gear made of a projectile-resistant fabric
Equipement de protection en tissu blindé
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE |
| (30) |
Priorität: |
22.12.1981 DE 3150725
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
29.06.1983 Patentblatt 1983/26 |
| (71) |
Anmelder: Interglas-Textil GmbH |
|
D-7900 Ulm (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Schmolmann, Horst
D-2371 Friedrichsholm (DE)
- Schmolmann, Renate
D-2371 Freidrichsholm (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Hansmann, Dierk, Dipl.-Ing. |
|
Patentanwälte
Hansmann-Klickow-Hansmann
Jessenstrasse 4 22767 Hamburg 22767 Hamburg (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine beschußsichere Anordnung aus Gewebe, Gewirke
oder dergleichen, die durch hochfeste Fasern, wie aromatische Polyamidfasern (Aramidfasern)
gebildet sind.
[0002] Es ist bereits bekannt, hochfeste Fasern dieser Art für beschußsichere Schutzbekleidung
zu verwenden. Hierbei werden entsprechend den Erfordernissen Einschübe und Einlagen
von Hartmaterialien wie Metall, Kunststoff und Keramik in Form von Platten und Plättchen
zusätzlich vorgesehen, um eine gewünschte Schutzwirkung zu erzielen.
[0003] Weiterhin ist bekannt, die Schutzwirkungen gegen Geschosse mit hoher kinetischer
Energie durch größere Dimensionierung der Schutzbekleidung auszugleichen. Hierdurch
ergeben sich zwangsläufig durch ein größeres Volumen und Gewicht bei Schutzbekleidung
eine verminderte Bewegungsmöglichkeit für einen Träger.
[0004] Bekannte Leichtschutzwesten aus Aramidfaser-Geweben sind bisher zum Schutz vor Geschossen
mit einer kinetischen Energie von 500 Joule
= 51 mkp beim Austritt des Rohres einsetzbar. Höhere Leistungen sind bisher mit Leichtschutzwesten
dieser Art nur durch Erhöhung der Gewebelagen oder durch das Einsetzen von Hartmaterialien
erzielbar. In diesen Fällen werden aber Dimensionierungen erreicht, deren Volumen
und Gewichte sich auf den jeweiligen Träger bewegungsmindernd auswirken. Dieses zählt
auch für die Mehrverwendung von Aramidfaser-Geweben, wobei dann eine Weste etwa 10
bis 12 kp wiegt.
[0005] Nach der DE-C-69 78 78 ist bereits eine durch Faltung von Metallplatten hergestellte
Schutzplatte gegen Geschoßdurchschlag bekannt geworden. Hierbei wird keine an den
Körper anpassungsfähige Weste oder dergleichen geschaffen werden können und es besteht
das Problem des Gewichtes, auch wenn das verwendete Material aus Aluminium gebildet
ist.
[0006] Auch nach der FR-A-78 62 42 ist eine Panzerung vorgeschlagen worden, die durch einen
festen Plattenkörper aus Gußstahl gebildet ist. Auf der Beschußseite ist dabei eine
Profilausbildung des Plattenkörpers vorgesehen, wobei durch die dabei vorgesehenen
Einschnitte mit zunehmender Verengung eine Verklemmung bzw. Deformation der auftreffenden
Geschosse erzielt wird. Diese Panzerung wirkt durch die entsprechende Masse und nicht
durch eine entsprechende Technik der Anordnung von Lagen.
[0007] Nach der US-A-2 076 076 ist eine starre Anordnung mit sich überlappenden Federstahlplatten
bekannt geworden, wobei die Platten in weiche Materialien, wie Leder, eingepackt und
miteinander verbunden sind. Bei dieser Anordnung werden quasi durchschußsichere Einlagen
angeordnet. Die Überlappungen dienen ausschließlich dem Zweck, Öffnungen zwischen
den Platten zu vermeiden und damit Schwachstellen auszuschalten. Auch nach der GB-A-1
046 99 ist eine Anordnung mit übereinander angeordneten Materialplatten vorgeschlagen
worden, die keine Beweglichkeit, wie eine Gewebeanordnung aufweist.
[0008] Die Aufgabe der Erfindung ist es, eine beschußsichere Anordnung der gattungsgemäßen
Art mit einer Verringerung des Volumens und somit auch eine Einsparung des Gewichtes
zu schaffen, die auf einfache Weise eine Erhöhung der Schutzwirkung gewährleistet.
[0009] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß dadurch, daß mindestens eine durchgehende
Materialbahn mit sich überlappenden Falten in fortlaufender Folge entsprechend einer
Schuppenanordnung gebildet und entsprechende Abstände zwischen Faltenkanten geringer
als die Kaliber der abzuwehrenden Geschosse bemessen sind.
[0010] Der Vorteil dieser Anordnung besteht darin, daß eine vom Volumen und Gewicht leichtere
Ausbildung als bei herkömmlichen Anordnungen geschaffen wird. Hierbei werden die auftreffenden
Geschosse unabhängig von deren Auftreffwinkel von der jeweils über die Visierlinie
vorbestimmten Schußrichtung zu erheblichen Richtungsabweichungen durch die Faltenkanten
gezwungen. Danach werden durch die sich fortsetzenden Geschoßabweichungen Energien
aufgezehrt bis das Geschoß nach relativ kurzer Wegstrecke in oder zwischen den Falten
stehen bleibt. Gieichermaßen werden Stoßübertragungen in die aus den Geschoßabweichungen
sich ergebenden Richtungen übertragen, wobei, bedingt durch die Anordnung, die verursachten
Bremswirkungen auf das Geschoß erhöht und die elastischen Gewebeverformungen verringert
sowie auf den zu schützenden Teil bezogen abgeleitet und Stoßverletzungen herabgemindert
bis bedeutungslos werden.
[0011] Insbesondere erbringen parallel zueinander angeordnete Materialbahnen sowie an Unterlagen
befestigte Falten als kompakte Faltenverbunde kinetische Energieaufzehrungen, die
durch weitere aufeinander gefügte Schichten jeweils gesteigert werden. Mit der erfindungsgemäßen
Anordnung wird ein Geschoßverhalten verursacht, welches vergleichsweise etwa als Querschläger-Effekt
bezeichnet werden kann, wobei die Geschoßenergien in den zu Zwangswegen werdenden
Faltenlagen erheblich wirkungsvoller als mit bisher bekannten weichen Verfahren zum
Erliegen gebracht werden.
[0012] Weitere Ausgestaltungen der Erfindung zur Erhöhung der Effektivität sind durch Merkmale
in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0013] Die Verwendung der Anordnung ist nicht auf den Einsatz für Schutzbekleidung begrenzt.
Es ist insbesondere auch ein Einsatz in Form von Schutzmatten für zu schützende Gegenstände
als Objekt- und Flächenschutz denkbar.
[0014] In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch dargestellt.
Hierbei ist zur Verdeutlichung eine schaubildliche Darstellung im vergrößerten Maßstab
gewählt und die Abstände entsprechen nicht den tatsächlichen Verhältnissen. Es zeigen
:
Figur 1 eine Anordnung mit drei parallel angeordneten gefalteten Materialbahnen ;
Figur 2 eine Anordnung gemäß Fig. 1, wobei die Falten der mittleren Materialbahn um
90° gegenüber den Falten der anderen Materialbahn gedreht sind ;
Figur 3 eine einzelne gefaltete Materialbahn ;
Figur 4 eine Anordnung gemäß Fig. 1 in vereinfachter Form und verkleinertem Maßstab,
wobei die gefalteten Materialbahnen auf jeweils einer Unterlage aufgenäht und die
einzelnen Materialbahnen untereinander durch Nähte verbunden sind.
[0015] Bei der dargestellten Anordnung sind Materialbahnen 1 aus Gewebe unter Verwendung
von Aramidfasern mit sich überlappenden Falten 2 versehen, wobei eine durchgehende
Materialbahn verwendet wird. Die sich überlappenden Falten 2 bilden dabei ein Flächenelement
mit einer Schuppenanordnung, und die gewählte Faltentiefe 3 bestimmt die Überlappung.
Die gebildeten Faltenkanten 4 sind im Abstand 5 angeordnet, der geringer als die Kaliber
der abzuwehrenden Geschosse bemessen ist, um beim Beschuß mindestens eine Faltenkante
4 zu erfassen.
[0016] Gemäß Fig. 1 und 2 sind jeweils drei gefaltete Materialbahnen 6, 7 und 8 angeordnet,
wobei in Fig. 2 die mittlere Materialbahn 7' um 90° versetzte Falten 2 gegenüber den
Falten 2 der anderen Materialbahnen 6 und 7 aufweist. Bei diesen Ausführungen sind
die einzelnen gefalteten Materialbahnen 6, 7 und 8 jeweils auf einer Unterlage 9,
10, 11 aufgebracht und jeweils durch einen Nähvorgang durch einen Faden 12 miteinander
verbunden. Die so gebildeten Elemente sind wiederum mit einem Faden 13 durch Nähen
verbunden, wie in Fig. 4 dargestellt ist. Selbstverständlich können auch andere Verbindungen
hergestellt werden. Eine derartige Anordnung wird zum Schutz vor einem Körper 14 angeordnet.
Die Beschußrichtung ist dabei durch einen Pfeil 15 angedeutet.
[0017] Die Materialbahnen 6, 7 und 8 auf der Unterlage 9, 10 und 11 bilden jeweils einen
Faltenverbund, der in den erforderlichen Breiten und Längen herstellbar ist.
1. Beschußsichere Anordnung aus Gewebe, Gewirke oder dergleichen, die durch hochfeste
Fasern, wie aromatische Polyamidfasern (Aramidfasern) gebildet sind, dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens eine durchgehende Materialbahn (1) mit sich überlappenden Falten (2)
in fortlaufender Folge entsprechend einer Schuppenanordnung gebildet ist und entsprechende
Abstände (5) zwischen den Faltenkanten (4) geringer als die Kaliber der abzuwehrenden
Geschosse bemessen sind.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Faltentiefen (3) der
Falten (2) gleich oder unterschiedlich sind.
3. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstände
(5) zwischen den gebildeten Faltenkanten (4) der Falten (2) gleich oder unterschiedlich
sind.
4. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere
Materialbahnen (1) mit sich überlappenden Falten (2) parallel zugeordnet sind.
5. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß jede Materialbahn
(1) mit sich überlappenden Falten (2) an einer Seite mit einer Unterlage (9, 10 bzw.
11) versehen ist.
6. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die sich
überlappenden Falten (2) der einzelnen, parallel zugeordneten Materialbahnen (1) jeweils
in unterschiedliche Richtungen verlaufen.
7. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen
Materialbahnen (1) und Unterlagen (9, 10 bzw. 11) durch Nähte (12, 13) miteinander
verbunden sind.
8. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen
Materialbahnen (1) und Unterlagen (9, 10 bzw. 11) durch Kleben miteinander verbunden
sind.
9. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen
Materialbahnen (1) und Unterlagen (9, 10 bzw. 11) durch Schweißen miteinander verbunden
sind.
10. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die hochfesten
Fasern der Materialbahnen (1) Imprägnierungen bzw. Schutzbezüge aufweisen.
11. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Materialbahnen
(1) Aufnahmen für einsetzbare Schutzeinlagen aufweisen.
1. Protection gear made of a projectile-resistant fabric comprised of highly strong
fibres, such as polyamide fibres (aramide fibres), characterised in that at least
one continuous web (1) with folds (2) which overlap one another in a continuous sequence
like fish scales is formed and the distances (5) between the edges (4) of the folds
are dimensioned smaller than the caliber of the projectiles to be warded off.
2. Protection gear as claimed in claim 1, characterised in that the depths (3) of
the folds (2) are equal or different.
3. Protection gear as claimed in one of claims 1 or 2, characterised in that the distances
(5) between the edges (4) of the folds (2) are equal or different.
4. Protection gear as claimed in one of claims 1 to 3, characterised in that several
material webs (1) with overlapping folds (2) are arranged parallel to one another.
5. Protection gear as claimed in one of claims 1 to 4, characterised in that each
material web (1) with overlapping folds (2) is provided at one side with an underlayer
(9, 10 or 11).
6. Protection gear as claimed in one of claims 1 to 5, characterised in that the overlapping
folds (2) of the individual parallely arranged material webs (1) extend in different
directions.
7. Protection gear as claimed in one of claims 1 to 6, characterised in that the individual
material webs (1) and underlayers (9, 10 or 11) are connected to one another by seams
(12, 13).
8. Protection gear as claimed in one of claims 1 to 6, characterised in that the individual
material webs (1) and underlayers (9, 10 or 11) are connected to one another by adhering.
9. Protection gear as claimed in one of claims 1 to 6, characterised in that the individual
material webs (1) and underlayers (9, 10 or 11) are connected to one another by welding.
10. Protective gear as claimed in one of claims 1 to 9, characterised in that the
highly strong fibres of the material webs (1) are provided with impregnations or protective
covers.
11. Protective gear as claimed in one of claims 1 to 10, characterised in that the
material webs (1) are provided with means for the reception of insertable protective
elements.
1. Equipement de protection en tissu blindé, fait de tissu tissé, de tissu tricoté
ou l'équivalent formé de fibres de haute résistance, telles que des fibres de polyamides
aromatiques (fibres d'aramide), caractérisé en ce qu'il comporte au moins une bande
de matière continue (1) présentant des plis (2) qui se chevauchent en succession continue,
formant une disposition en écailles, et en ce que les bords (4) des plis sont séparés
de distances convenables (5), mesurées de façon à être inférieures au calibre des
projectiles contre lesquels la protection doit être assurée.
2. Equipement suivant la revendication 1, caractérisé en ce que les profondeurs (3)
des plis (2) sont égales ou différentes.
3. Equipement suivant l'une ou l'autre des revendications 1 et 2, caractérisé en ce
que les distances (5) entre les bords (4) des plis formés (2) sont égales ou différentes.
4. Equipement suivant l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce
qu'il comporte plusieurs bandes de matière (1), à plis (2) qui se chevauchent, qui
sont disposées parallèlement l'une à l'autre.
5. Equipement suivant l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce
que chaque bande de matière (1), à plis (2) qui se chevauchent, est munie à l'une
des faces d'une couche de base (9, 10 et 11).
6. Equipement suivant l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce
que les plis (2), qui se chevauchent, des différentes bandes de matière (1), prévues
parallèlement l'une à l'autre, suivent, d'une bande à l'autre, des directions différentes.
7. Equipement suivant l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce
que les différentes bandes de matière (1) et leurs couches de base (9, 10 et 11) sont
fixées ensemble par des piqûres (12, 13)..
8. Equipement suivant l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce
que les différentes bandes de matière (1) et leurs couches de base (9, 10 et 11) sont
fixées ensemble par collage.
9. Equipement suivant l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce
que les différentes bandes de matière (1) et leurs couches de base (9, 10 et 11) sont
fixées ensemble par soudage.
10. Equipement suivant l'une quelconque des revendications 1 à 9, caractérisé en ce
que les fibres de haute résistance des bandes de matière (1) sont imprégnées ou portent
des revêtements de protection.
11. Equipement suivant l'une quelconque des revendications 1 à 10, caractérisé en
ce que les bandes de matière (1) présentent des creux pour des insertions de protection
à y placer.