[0001] Die Erfindung betrifft.eine Bildröhre für Bildwiedergabeeinrichtungen mit Glaskolben,
Elektronenquelle, Elektronensteuereinrichtung und Bildschirm.
[0002] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen hochauflösenden Bildschirm, insbesondere
einen Bildschirm für Farbfernsehempfänger, zu konzipieren. Die in dieser Bauweise
mögliche Bildschirmgröße reicht vom Kleinformat bis zur Größe der derzeit üblichen
Fernsehbildröhren; die Dicke der Bildröhre beträgt ca. 3 cm.
[0003] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Bildröhre aus einem flachen Glaskolben,
einer linienförmigen thermischen Kathode mit Gitter und Anode, vier Drahtelektrodenebenen
und einer Leuchtstoffschicht besteht, wobei die von der linienförmigen Kathode erzeugten
Elektronen von einem Gitter und einer Anode mit geringer Energie zwischen die Elektrodenebenen
in den Elektronenpfad injiziert werden, vom Steuergitter zeilenweise abgesaugt, in
einzelne Elektronenstrahlen unterteilt, zum Bildschirm durch Hochspannung beschleunigt,
ein Bild erzeugen. Ein derartiger Bildschirmaufbau hat den Vorteil, daß nur eine thermische
Elektronenquelle notwendig ist, das Auflösungsvermögen nur vom Raster des Steuergitters
bestimmt wird und die Steuerspannungen gering sind.
[0004] Weitere Einzelheiten der Erfindung sind in den Unteransprüchen und in der Beschreibung
dargelegt.
[0005] Die Erfindung wird anhand der Figuren 1 und 2 erläutert. Die Ausführung der Erfindung
in Figur 1 wird als Ausführung 1, die in Figur 2 als Ausführung 2 bezeichnet.
[0006] Beide Ausführungen sind jeweils aus zwei parallelen Glasplatten (e, f) aufgebaut,
wobei eine Platte eine Leuchtstoffschicht und eine Flächenelektrode trägt.
[0007] Auf den Glasplatten (e, f) sind Glasrahmen (g,h) und darauf je zwei Drahtebenen (a,
b) und (c, d) kreuzweise an den Glasrahmen und untereinander an den Kreuzungspunkten
der Drähte mit Glaslot verlötet. Die Drahtebenen bestehen aus parallelen'gespannten
Drähten konstanter Teilung, die in einer Ebene liegen. Bei Ausführung 2 sind außerdem
noch das Gitter (G
2) und die Anode (A
2) mit Glaslot auf der Drahtebene (a) befestigt.
[0008] Bei Ausführung 1 müssen die Drahtebenen (a bis d) außerdem durch Glasstreifen (j,
k) und Glaslot an den beiden Glasplatten (e, f) verlötet werden, damit die Kathode
(K
1) das Gitter (G
1) und die Anode (A
1) neben den Drahtebenen angebracht werden können. Beim Aufbau 2 braucht nurmehr die
Kathode (K
2) zwischen den Drahtebenen (a bis d) befestigt werden, was technologisch wesentlich
einfacher ist als bei Aufbau 1. Bei beiden Ausführungen ist noch ein Glasstreifen
(m) zwischen die Drahtebenen (a bis d) gelötet.
[0009] In Ausführung 1 werden Elektronen von einer linienförmigen thermischen Kathode erzeugt,
mit einem elektrostatischen Linsensystem, gebildet vom Schlitzgitter (G
1) und der Schlitzanode (A
1), gleichmäßig verteilt über die gesamte Schlitzbreite von (G
1 und A
1) zwischen die Elektrodenebenen (a, b) und (c, d) injiziert, wobei mit der Gitterspannung
der Elektronenstrom und mit der Anodenspannung die Elektronenenergie geregelt werden.
An die Drahtebenen (a bis c) werden Potentiale gelegt, entsprechend den Ansprüchen
10 bis 13, um zwischen den Ebenen eine periodische elektrostatische Feldstruktur zu
erzeugen, damit langsame Elektronen geführt werden können. Der Weg, den die Elektronen
im periodischen elektrischen Feld durchlaufen, wird als "Elektronenpfad" bezeichnet.
[0010] Nach den Ansprüchen 10 und 11 werden die Potentiale der Drahtebenen (a, b und c),
die den Elektronenpfad bilden, so eingestellt, daß die Ebene (b) als Senke der von
(a und c) ausgehenden elektrischen Felder dient. Das Potential von (a und e) ist negativ
gegenüber (b). Die Potentialdifferenzen zwischen (a und b) bzw. (c und b) sind so
zu wählen, daß das von (a) ausgehende elektrische Feld möglichst tief in den Raum
zwischen (b und c) hineinreicht, damit günstige Bedingungen zur Führung langsamer
Elektronen.erreicht werden.
[0011] Das Absaugen der Ladungsträger aus dem Elektronenpfad erfolgt derart, daß in periodischer
Reihenfolge nach dem entsprechenden Zeilenabtastsystem (zum Beispiel Zwischenzeilenverfahren)
jeweils zwei Leiter der Ebene (c), zum Beispiel (c
5, c
6) auf positives Potential gegenüber den anderen Leitern von (c) gelegt werden. Zwischen
diesen beiden Leitern entsteht dadurch eine Potentialmulde, in die die Elektronen
"fallen". Die Absaugung der Elektronen von Aufbau 2 erfolgt entsprechend den Ansprüchen
16 und 17.
[0012] Der Elektronenstrom, der zwischen zwei Drähten der Elektrodenebene (c) durchtritt,
wird von der Ebene (d) in Einzelstrahlen aufgeteilt. Laut Anspruch 18 kann nur jede
dritte Öffnung des Steuergitters einer angesteuerten Zeile gleichzeitig auf Durchlaß
geschaltet werden. Wird jedoch mit jeder Steuergitteröffnung ein dazugehöriger Punkt
am Bildschirm angesteuert, dann wird die maximale Taktzeit pro Bildpunkt auf ca. 1/3
der Zeilentaktzeit herabgesetzt. Die Helligkeit der Bildpunkte wird durch Pulsdauermodulation
der Steuerspannung der Elektrodenebene (d) gesteuert.
[0013] Für die Farbbildröhre sind die entsprechenden Leuchtstoffstreifen am Bildschirm unterhalb
der Drahtzwischenräume der Ebene (d) aufgetragen.
[0014] Die maximale Bildschirmhelligkeit bei den Bildschirmaufbauten ist groß, da mit der
thermischen Kathode immer genügend Elektronen erzeugt werden.
[0015] Charakteristische Betriebsdaten von Bildschirmen nach Aufbau 1 oder 2.
[0016] Zur Elektronenführung im elektrostatischen Elektronenpfad liegen an der Drahtebene
(a) eine Spannung von ca. - 300 V, der Ebene (b) ca. + 60 V wenn die Ebene (c) auf
Nullpotential liegt und die Elektronenenergie der injizierten Elektronen ca. 20 eV
beträgt.
[0017] Der Spannungshub zur Elektronenabsaugung durch Leiter der Ebene (c) beträgt ca. 60
V und zur Steuerung der Ebene (d) ca. 40 V.
[0018] Die Beschleunigungsspannung zum Bildschirm liegt bei ca. 5 kV.
[0019] Die unteren Grenzen der Rasterteilung betragen bei der Drahtebene (c) ca. 0,4 mm,
bei (d) ca. 0,15 mm.
[0020] Für die Drahtebenen (a und b) wird zweckmäßig eine gröbere Teilung verwendet.
1. Flache Vakuum-Bildröhre für Bildwiedergabeeinrichtungen mit Glaskolben, Elektronenquelle,
Elektronensteuereinrichtung und Bildschirm, dadurch gekennzeichnet , daß die Bildröhre
aus einer linienförmigen thermischen Kathode (K), einem Gitter (G) mit Anode (A) und
mehreren Drahtelektrodenebenen (a bis d) besteht.
2. Bildröhre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß die linienförmige thermische
Kathode (K1), das Schlitzgitter (G1) und die Schlitzanode (A1) parallel zu den Drähten der Drahtebenen (b, c) und außerdem seitlich der Drahtebenen
(a bis d) angeordnet sind.
3. Bildröhre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß die Kathode (K2) , das Gitter (G2) und die Anode (A2) parallel zu den Drähten der Drahtebenen (b) und (c) angeordnet sind, sich zwischen
den Ebenen (a, b) und (c, d) befinden und am Rand der Ebenen (a bis d) liegen.
4. Bildröhre nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet , daß das Gitter (G2) und die Anode (A2) Öffnungen haben und mittels elektrischer Isolatoren (I) auf der Drahtebene (a) befestigt
sind.
5. Bildröhre nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet , daß der Abstand einer Öffnung
des Gitters (G2) zur nächsten, bzw. einer Öffnung der Anode (A2) zur nächsten gleich groß ist, wie der Abstand eines Drahtes der Drahtebene (a) zum
nächsten Draht.
6. Bildröhre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß die Drahtebenen (a bis
d) parallel zueinander und zum Bildschirm liegen und die Drähte der Ebenen (a, b),
sowie (c, d) zueinander orthogonal stehen und an den Drahtkreuzungen mit Hilfe von
elektrischen Isolatoren (I) verbunden sind, wobei die Teilung der Drähte der Drahtebenen
(a, c sowie b, d) gleich groß ist, wenn der Abstand der Drahtebenen (a, b zu c, d)
kleiner als der doppelte Abstand der Drähte der Drahtebenen (c) ist und die Teilung
der Drähte der Drahtebenen (a, b) größer ist als die der Drahtebenen (c, d), wenn
der Drahtebenenabstand (a, b zu c, d) größer ist als der doppelte Abstand der Drähte
der Drahtebene (c), und außerdem jede der Drahtebenen (a bis d) aus parallelen gespannten
Drähten konstanter Teilung besteht, die in einer Ebene liegen.
7. Bildröhre nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet , daß die von der linienförmigen
Kathode (K1) erzeugten Elektronen mittels schlitzförmigen Gitter (G1) und schlitzförmiger Anode (A,) gleichmäßig verteilt über die gesamte Schlitzbreite
zwischen die Elektrodenebenen (a, b) und (c, d) injiziert werden.
8. Bildröhre nach Anspruch 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet , daß die von der linienförmigen
Kathode (K2) erzeugten Elektronen mittels des Gitters (G2) und der Anode (A2) in einer Vielzahl von gleichen Elektronenstrahlen zwischen die Elektrodenebenen
(a, b) und (c, d) injiziert werden.
9. Bildröhre nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet , daß die drei oberen Drahtelektrodenebenen
(a bis c) den elektrostatischen Elektronenpfad bilden und die zwei Ebenen (c, d) zur
Bilderzeugung am Bildschirm (e) dienen.
10. Bildröhre nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet , daß die elektrischen Potentiale
der Drahtebenen (a bis c), die den Elektronenpfad bilden, so eingestellt sind, daß
die mittlere Ebene (b) als Senke der von der oberen Ebene (a) und unteren Ebene (c)
ausgehenden elektrischen Feldern dient.
11. Bildröhre nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet , daß das Potential der oberen
Ebene (a) und der unteren Ebene (c) negativ gegenüber der mittleren Ebene (b) ist.
12. Bildröhre nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet , daß die elektrischen Potentiale
der Drahtebenen (a bis c), die den elektrostatischen Elektronenpfad bilden, deren
Potentiale so eingestellt sind, daß die obere Ebene (a) als Senke der von der mittleren
Ebene (b) und der unteren Ebene (c) ausgehenden elektrischen Felder dient.
13. Bildröhre nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet , daß das Potential der mittleren
Ebene (b) und der unteren Ebene (c) negativ gegenüber der oberen Ebene (a) ist.
14. Bildröhre nach den obengenannten Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet , daß die
Kathode (K2), das Gitter (G2) und die Anode (A2) so angeordnet sind, daß die damit zwischen die Drahtebenen (a, b) und (c, d) injizierten
Elektronenstrahlen Potentialmulden parallel zu den Drähten der Ebene (a) vorfinden.
15. Bildröhre nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet , daß die Elektronen aus dem
Elektronenpfad dadurch abgesaugt werden, daß jeweils zwei benachbarte Drähte (C5, C6) der Drahtebene (C) gegenüber den anderen Drähten der Ebene (C) auf positives Potential
gelegt werden und eine Potentialmulde erzeugen.
16. Bildröhre nach Anspruch 6 und 9, dadurch gekennzeichnet , daß bei größerem Abstand
der Elektrodenebenen (a, b) zu (c, d) die Elektronen aus dem Elektronenpfad dadurch
abgelenkt werden, daß mehrere benachbarte Drähte (z. B. c14 bis c17) der Drahtebene (c) gegenüber den anderen Drähten der Ebene (c) auf positives
Potential gelegt werden, wobei das Potential zu den beiden inneren Drähten (c15, c16) zunimmt und so eine ausreichende Potentialmulde erzeugen.
17. Bildröhre nach Anspruch 15 und 16, dadurch gekennzeichnet , daß die Elektronen
gleichmäßig verteilt, jeweils zwischen zwei benachbarten Leitern der Ebene (c), zum
Beispiel (c5, c6) oder (c15, c16) aus dem Elektronenpfad (E) abgesaugt werden.
18. Bildröhre nach Anspruch 9, 15, 16 und 17, dadurch gekennzeichnet , daß die aus
dem Elektronenpfad abgesaugten Elektronen mittels der Drahtebene (d) in einzelne Elektronenstrahlen
derart aufgeteilt werden, daß jeweils zwei benachbarte Drähte der Drahtebene (d) auf
positives Potential gegenüber den jeweils danebenliegenden Drähten der Ebene gelegt
werden, wobei nur jede dritte Öffnung aller Öffnungen, die von zwei benachbarten Drähten
der Ebene (c) zum Beispiel (c5, c6 oder c15, c16) und den Drähten der Ebene (d) gebildet werden,.gleichzeitig auf Elektronendurchgang
geschaltet werden.
19. Bildröhre nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet , daß die vier Elektrodenebenen
(a bis d) aus streifenförmigen Gebilden und dergleichen aufgebaut sind.