[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur berührungslosen Unwuchtmessung an Zentrifungen
und dergleichen, insbesondere an Ultrazentrifugen, mit einem am feststehenden Teil
der Zentrifuge in der Nähe eines sich mit dem Rotor drehenden ringförmigen Teils angeordneten
Magnetfeldfühler zur Erfassung der durch Auslenkungsbewegungen der Rotorwelle entstehenden
Veränderungen der Geometrie des Spalts zwischen dem ringförmigen Teil und dem Fühler.
[0002] Bisher übliche Einrichtungen zur Unwuchtmessung an Ultrazentrifugen beruhen beispielsweise
auf dem Prinzip, dass die Rotorwelle der Zentrifuge bei Auslenkung durch Unwucht einen
sie in einem bestimmten Abstand umgebenden Ring berührt, der drehbar gelagert ist
und durch die Berührung mitgenommen wird und dessen Bewegung überwacht wird. Dieses
System ist jedoch mechanisch verhältnismässig aufwendig, so dass schon seit geraumer
Zeit das Bedürfnis nach einer nicht-mechanischen Lösung bestand.
[0003] Es wurden auch bereits Versuche durchgeführt, die Unwucht optisch zu messen. Dies
hat sich jedoch kaum bewährt, da die Sensoren im Umfeld von Ultrazentrifugen sehr
störanfällig sind.
[0004] Eine andere Form der berührungslosen Unwuchtüberwachung ist in der FR-A-1.298.343
beschrieben. Am Zentrifugenrotor ist ein Permanentmagnet angebracht, dessen Magnetfeld
von einer am feststehenden Gehäuse angeordneten Spule erfasst wird. Eine Auslenkung
des Rotors bei der Zentrifugation resultiert in einer entsprechenden Aenderung des
erfassten Feldes, das somit zur Ueberwachung herangezogen werden kann.
[0005] Die Anordnung eines Permanentmagneten am oberen Teil des Rotors ist bei einer modernen
Ultrazentrifuge kaum in dieser oder ähnlicher Form möglich. Ausserdem ist die Anordnung
verhältnismässig aufwendig falls hohe Präzision verlangt wird.
[0006] Aenliche Anordnungen wie bei Zentrifugen sind auch bei anderen Vorrichtungen bekannt.
So zeigt die GB-A641 732 eine Einrichtung zur Messung der Exzentrizität von drehenden
Wellen. Auch hier wird die durch eine Aenderung eines Luftspalts hervorgerufene Feldänderung
eines Permanentmagneten mit einer Spule gemessen. Wie die Ausführungsbeispiele in
dieser Patentschrift zeigen, soll sich der überwachte Spalt an einem möglichst grossen
Umfang des drehenden Teils befinden.
[0007] Die Anordnung der Ueberwachungseinrichtung an einem Umfang des Rotors ist hinsichtlich
des baulichen Aufwands, der Präzision und der Handhabung des Geräts, z. B. beim Auswechseln
der Rotoren ungünstig.
[0008] Die Aufgabe der Erfindung bestand demnach darin, eine berührungslose Unwuchtmessung
an Zentrifugen bereitzustellen, die verhältnismässig geringen Material- und Arbeitsaufwand
bei der Herstellung erfordert, mit hoher Präzision eine Unwucht erfasst und bei der
Handhabung des Geräts nicht stört.
[0009] Erfindungsgemäss wird dies erreicht durch eine Einrichtung der eingangs genannten
Art, bei der der sich mit dem Rotor drehende ringförmige Teil eine ringförmige ebene
Stirnfläche aufweist, die in einer Ebene senkrecht zur Zentrifugenachse liegt und
die dem Magnetfeldfühler gegenüberliegt, um zwischen Stirnfläche und Fühler den für
die Messung erfassten Spalt zu definieren.
[0010] Nach einer besonderen Ausführungsform der Erfindung weist der Rotor einen koaxial
angeordneten flanschförmiges Teil auf, gegenüber dessen Stirnseite der Fühler angeordnet
ist. Als Fühler kommt vorzugsweise ein magnetfeldabhängiger Widerstand oder ein Hallgenerator
in Frage. Der flanschförmige Teil ist vorzugsweise aus Weicheisen. Nach einer weiteren
bevorzugten Ausbildung der Erfindung ist der Fühler ein Differentialfühler.
[0011] Nachfolgend wird anhand der beiliegenden Zeichnung eine bevorzugte Ausführungsform
der Erfindung beschrieben.
[0012] Die einzige Figur zeigt eine schematische Darstellung der wesentlichen Teile des
Rotors und des feststehenden Teils einer Ultrazentrifuge mit einer Einrichtung zur
Unwuchtmessung nach der Erfindung.
[0013] In der oberen Hälfte der Figur sind die für die erfindungsgemässe Unwuchtmessung
wesentlichen Teile einer Ultrazentrifuge schematisch im Schnitt dargestellt. An der
Rotorwelle 1 ist ein üblicherweise als Adapter 2 bezeichneter Aufnahmekopf für den
Zentrifugenrotor angebracht. An diesem Adapter 2 ist ein ring- oder flanschförmiger
Teil 3 aus Weicheisen ausgebildet, der nachfolgend als Messflansch bezeichnet wird.
Anstelle der direkten Verbindung mit der Rotorwelle oder dem Adapter kann der Messflansch
auch am (nicht gezeigten) Rotor 5 angeordnet sein. Der Messflansch 3 weist eine ringförmige
Stirnfläche 4 auf, die eine zur Rotorachse senkrechte Ebene definiert.
[0014] In einem geringen Abstand von der ebenen Stirnfläche des Messflansches 3 ist am feststehenden
Teil der Zentrifuge ein Magnetfeldfühler 6 angeordnet. Der Fühler ist ein Differentialfühler,
bestehend aus zwei magnetfeldabhängigen Widerständen 7, 8, die auf einem gemeinsamen
Permanentmagneten 9 befestigt sind. Solche Differentialfühler sind handelsübliche
Bauelemente und beispielsweise unter der Typenbezeichnung FP 210 L 100 von der Firma
Siemens erhältlich. Selbstverständlich sind auch andere Differentialfühler aus magnetfeldabhängigen
Widerständen, sowie auch einzelne Feldplatten oder Anordnungen aus Hallgeneratoren
verwendbar.
[0015] Neben dieser bevorzugten Ausführungsform ist es natürlich auch möglich, den Messflansch
3 aus permanent-magnetischem Material auszubilden. Dafür würde der Permanentmagnet
9, auf dem die beiden Feldplatten montiert sind, wegfallen bzw. durch ein Weicheisenplättchen
ersetzt werden.
[0016] Der zum Zweck dieser Beschreibung als Spalt bezeichnete Abstand zwischen der Stirnfläche
4 des Messflansches 3 und dem Differentialfühler 6 liegt vorzugsweise zwischen 0,2
und 0,7 mm. Selbstverständlich sind diese Werte für die Funktion der Erfindung keine
absoluten Grenzwerte.
[0017] Bei der vorgegebenen Geometrie des Spalts zwischen dem Messflansch 3 und dem Fühler
6 besteht ein Bestimmtes konstantes Magnetfeld, was einen bestimmten Widerstandswert
in den beiden Feldplatten zur Folge hat. Die Geometrie des Spalts, wie sie bei stillstehendem
Rotor besteht, ändert sich auch bei laufender Zentrifuge nicht, solange keine Unwucht
besteht, so dass die Achse der Welle ruhig steht. Im Fall einer Unwucht jedoch bewegt
sich die Achse aus ihrer Ruhelage heraus. Dies führt zu einer Veränderung der Geometrie
des Spalts und damit zu einer Aenderung des im Spalt bestehenden Magnetfelds. Diese
Feldänderung hat wiederum eine Widerstandsänderung in den Feldplatten zur Folge.
[0018] Da die Verschiebung des Messflansches 3 relativ zum Differentialfühler 6 in der Richtung
senkrecht zur Achse erfolgt, ist der Fühler so angeordnet, dass die beiden Feldplatten
7, 8 in zur Achse radialer Richtung hintereinander liegen.
[0019] Wenn die Achse schräg steht, entsteht beim Zentrifugieren zusätzlich zur Auslenkung,
bzw. auf Grund der Auslenkung eine Präzessionsbewegung der Achse, was zu einer zeitlichen
Aenderung der Auslenkung an der Stelle des Fühlers 6 und damit zu einer zeitlichen
Aenderung der Widerstandswerte führt.
[0020] Eine schrägstehende Rotorachse kann dadurch entstehen, dass das Gerät nicht absolut
waagrecht steht oder auch dadurch, dass der Rotor ungleich gefüllt ist.
[0021] Zur Erfassung der Widerstandswerte der Feldplatten sind die beiden magnetfeldabhängigen
Widerstände in eine Brückenschaltung 10 eingeordnet, aus der in bekannter Weise mit
Hilfe eines geeigneten Verstärkers 11 ein Ausgangssignal erzeugt wird.
[0022] Das Ausgangssignal besteht in einer Spannung, die zur Auslenkung in radialer Richtung
zur Rotorachse proportional ist. Es handelt sich also um ein analoges Signal, was
einen erheblichen Vorteil der erfindungsgemässen Einrichtung ausmacht. Die herkömmlichen
Einrichtungen zur Bestimmung der Unwucht bei einer Zentrifuge, die auf dem Prinzip
der Berührung eines kugelgelagerten Rings durch die Achse beruhten stellen digitale
Sensoren dar: Bei einer bestimmten kritischen Auslenkung wird ein Signal abgegeben.
Durch die mechanische Konstruktion war es nicht möglich die Empfindlichkeit, d. h.
die Ansprechschwelle der Auslenkung zu variieren, insbesondere nicht während des Betriebs.
[0023] Durch das erfindungsgemässe System, bei dem ein analoges Signal erzeugt wird, ist
nun eine Aenderung der Empfindlichkeit ohne weiteres möglich, auch während des Betriebs.
Dies stellt einen erheblichen Vorteil dar, weil dadurch die Möglichkeit besteht, die
Empfindlichkeit bei niedrigeren Drehzahlen, bei denen erfahrungsgemäss grössere Auslenkungen
vorkommen, die aber bei diesen Drehzahlen den Rotor nicht gefährden, kleiner zu wählen
und sie bei höheren Drehzahlen, wenn die Selbststabilisierung des Rotors vollzogen
ist, höher zu schalten. Dadurch wird erreicht, dass in all den Fällen, in denen früher
eine Zentrifuge abgeschaltet hat, weil bei relativ niedrigen Drehzahlen infolge kritischer
Schwingungen Auslenkungen aufgetreten sind, die bei grösseren Drehzahlen den Rotor
gefährden würden, die Zentrifuge weiterlaufen kann, sofern sich der Rotor oberhalb
der kritischen Drehzahl wieder stabilisiert.
[0024] Zur Umschaltung der Ansprechempfindlichkeit der Unwuchtmessung sind in der Schaltung
folgende Massnahmen vorgesehen : Dem Verstärker 11 ist ein Komparator 12 nachgeschaltet,
dem das Ausgangssignal des Verstärkers zugeführt wird und dessen Referenzeingang drehzahlabhängig
verändert werden kann. Sobald das Umwuchtmessignal die Referenzspannung V
R übersteigt, wird am Signalausgang 13 ein Warnsignal abgegeben.
[0025] Alternativ kann das am Ausgang des Verstärkers 11 zur Verfügung stehende Signal auch
über einen Mikroprozessor weiterverarbeitet werden.
1. Einrichtung zur berührungslosen Unwuchtmessung an Zentrifugen und dergleichen,
insbesondere an Ultrazentrifugen, mit einem am feststehenden Teil der Zentrifuge in
der Nähe eines sich mit dem Rotor drehenden ringförmigen Teils angeordneten Magnetfeldfühler
zur Erfassung der durch Auslenkungsbewegungen der Rotorwelle entstehenden Veränderungen
der Geometrie des Spalts zwischen dem ringförmigen Teil und dem Fühler, dadurch gekennzeichnet,
dass der sich mit dem Rotor (5) drehende ringförmige Teil (3) eine ringförmige ebene
Stirnfläche (4) aufweist, die in einer Ebene senkrecht zur Zentrifugenachse liegt
und die dem Magnetfeldfühler (6) gegenüberliegt, um zwischen Stirnfläche (4) und Fühler
(6) den für die Messung erfassten Spalt zu definieren.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der ringförmige Teil
(3) ein an der Rotorwelle (1) koaxial angeordneter flanschförmiger Teil aus Weicheisen
ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der ringförmige Teil
(3) ein am Rotor koaxial angeordneter flanschförmiger Teil aus Weicheisen ist.
4. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mit der Rotorwelle (1)
ein Adapter (2) verbunden ist, der einen flanschförmigen Teil (3) aus Weicheisen aufweist.
5. Einrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
der Magnetfeldfühler (6) ein magnetfeldabhängiger Widerstand oder eine Hallsonde ist.
6. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Fühler (6) ein Differentialfühler
mit zwei auf einem Permanentmagneten (9) angeordneten magnetfeldabhängiger Widerständen
(7, 8) ist.
1. Apparatus for the contact-less measurement of imbalance in centrifuges and the
like, more particularly ultracentrifuges, comprising a magnetic field sensor disposed
on the stationary part of the centrifuge near an annular part rotating with the rotor,
said sensor being adapted to detect variations in the geometry of the gap between
the annular part and the sensor as they occur due to rotor shaft deflection movements,
characterised in that the annular part (3) rotating with the rotor (5) has an annular
plane end face (4) which is situated in a plane perpendicular to the centrifuge axis
and is situated opposite the magnetic field sensor (6) in order to define between
the end face (4) and the sensor (6) the gap covered for the measurement.
2. Apparatus according to claim 1, characterised in that the annular part (3) is a
soft-iron part in the form of a flange disposed coaxially on the rotor shaft (1).
3. Apparatus according to claim 1, characterised in that the annular part (3) is a
soft-iron part in the form of a flange disposed coaxially on the rotor.
4. Apparatus according to claim 1, characterised in that an adapter (2) is connected
to the rotor shaft (1) and has a soft-iron part (3) in the form of a flange.
5. Apparatus according to any one of the preceding claims, characterised in that the
magnetic field sensor (6) is a magnetic field dependent resistance or a Hall probe.
6. Apparatus according to claim 5, characterised in that the sensor (6) is a differential
sensor with two magnetic field dependent resistances (7, 8) disposed on a permanent
magnet (9).
1. Dispositif de mesure de balourd sans contact sur des centrifugeuses et analogues,
notamment sur des ultracentrifugeuses, comportant un capteur de champ magnétique disposé
sur une partie fixe de la centrifugeuse au voisinage d'une partie de forme annulaire
tournant avec le rotor, pour capter les variations de géométrie, provoquées par des
mouvements de déviation de l'arbre de rotor, de l'intervalle entre la partie de forme
annulaire et le capteur, caractérisé en ce que la partie de forme annulaire (3) tournant
avec le rotor (5) comporte une surface frontale plane (4) de forme annulaire, qui
est placée dans un plan perpendiculaire à l'axe de la centrifugeuse et qui est disposée
en regard du capteur de champ magnétique (6) afin de définir, entre la surface frontale
(4) et le capteur (6), l'intervalle exploré pour la mesure.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que la partie de forme annulaire
(3) est une partie en fer doux en forme de bride qui est disposée coaxialement sur
l'arbre de rotor (1).
3. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que la partie de forme annulaire
(3) est une partie en forme de bride en fer doux qui est disposée coaxialement sur
le rotor.
4. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'arbre de rotor (1)
est relié à un adaptateur (2) qui comporte une partie en forme de bride (3) en fer
doux.
5. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le
capteur de champ magnétique (6) est une résistance sensible à un champ magnétique
ou bien une sonde de Hall.
6. Dispositif selon la revendication 5, caractérisé en ce que le capteur (6) est un
capteur différentiel comportant deux résistances (7, 8) sensibles à un champ magnétique
et disposées sur un aimant permanent (9).