[0001] Die Erfindung betrifft ein Schalungselement aus geschäumtem Hartkunststoff für die
Mantelbetonbauweise, bestehend aus zwei parallel zueinander angeordneten Platten mit
Nut-Feder-Ausbildung an ihren Rändern und aus die Platten miteinander verbindenden
Stegen.
[0002] In der DE-PS 1 784 573 ist ein Schalungselement gemäß der vorstehend genannten Art
beschrieben. Bei diesem Element sind beide , die jeweiligen späteren Isoliermäntel
bildenden Platten gleich dick bemessen. Das führt zu dem Nachteil, daß , da die Dicke
der Platten zur Erzielung einer sehr guten Wärmedämmung ziemlich groß ist, die Dampfdurchlaßzeit
durch die raumseitige, den Innenmantel bildende Platte beträchtlich lang ist. Dadurch
vollzieht sich der Feuchtigkeitsaustausch zwischen Gebäudewand und Raum relativ träge,
was sich ungünstig auf das Raumklima auswirkt. Ferner hat sich herausgestellt, daß
die Verankerungsmöglichkeit von Befestigungsmitteln, z.B. Dübeln, verbesserungsbedürftig
ist, um mit einfachen Dübeln auch schwere Gegenstände an den Wänden befestigen zu
können.
[0003] Die Aufgabe der Erfindung besteht in der Verbesserung eines Schalungselementes gemäß
der einleitend angeführten Art in der Hinsicht, daß bei Gewährleistung einer ausgezeichneten
Wärmedämmung raumseitig eine relativ schnelle Dampfdurchlässigkeit, eine bessere Nutzung
des eingefüllten Betons als Wärmespeicher sowie eine sichere Verankerung von Befestigungsmitteln
erzielt wird.
[0004] Die Lösung dieser Aufgabe besteht darin, daß die den Außenmantel bildende Platte
des Schalungselementes dicker ist als die den Innenmantel bildende Platte des Elementes.
[0005] Unter Beibehaltung einer sehr guten Wärmedämmung ist durch die dünnere,später raumseitig
befindliche Platte gleichzeitig die Dampfdurchlässigkeit von der Raumseite her verbessert,
so daß Feuchtigkeit aus dem Raum relativ schnell in den Betonkern, der sich in den
zusammengesteckten und mit Beton ausgefüllten Schalungselementen befindet, eindringen
kann, so daß sich der feuchtigkeitsbedingte Anteil des Raumklimas schnell regelt.
Andererseits kann der Betonkern auch besser als Wärmespeicher genutzt werden, da er
schneller von der Raumwärme erreicht wird und umgekehrt relativ mehr gespeicherte
Wärme in den Raum zurückgeben kann. Wegen der relativ dünnen , den Innenmantel bzw.
die Rauminnenseite bildende Platte dringen längere Befestigungsmittel, insbesondere
Dübel, ausreichend tief in den Beton ein und geben dadurch mehr Halt, so daß auch.
schwere Gegenstände an einer solchen Wand befestigt werden können.
[0006] Weiterbildende Merkmale bestehen bei Verwendung von Z-förmigen Stegen darin, daß
die Bereiche wenigstens der dickeren Platte, die dem Mittelteil der Stege gegenüberliegen,
ausgespart sind, daß die Anschlußteile der Stege mit dem Plattenrand und dem Ende
der Stegmittelteile bündig abschließen und daß der innere Horizontalbereich der Anschlußteile
im Profil gekrümmt ausgebildet ist.
[0007] Ein derartiges Schalungsbauelement weist eine gesteigerte Bruchfestigkeit auf, und
zwar bei Verwendung von sowohl Stampfbeton als auch plastischem Beton. Im ersten Fall
entstehen beim Stampfen keine Lunkerstellen bzw. Hohlstellen mehr direkt unter den
nach unten gerichteten Horizontalflächen der Anschlußteile der Stege, da das Stampfwerkzeug
diese Stellen bequem erreichen bzw. sicher Beton in Richtung dieser Stellen bringen
kann. An diesen Stellen kann auch bei Verfüllung von plastischem Beton keine Entmischung
mehr stattfinden, da auch gröbere Kiesanteile des Betons zu diesen Stellen gelangen
können. Außerdem wird eine Festigkeitssteigerung auch dadurch erzielt, daß in wenigstens
einige der Zwischenräume zwischen Platte und Steg mehr Beton eingebracht werden kann,
und zwar aufgrund der an der betreffenden Platte vorgesehenen Aussparungen, so daß
sich ein dickerer Betonsteg ausbildet.
[0008] Die Erfindung ist nachstehend anhand eines in der anliegenden Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispieles näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 eine Endansicht auf das Ausführungsbeispiel,
Figur 2 eine Aufsicht gemäß dem Pfeil A in Figur 1,
Figur 3 eine teilweise Schnittdarstellung gemäß der Linie III - III in Figur 2.
[0009] Nach den Figuren 1 und 2 besteht das für die Mantelbetonbauweise beim Gebäudebau
verwendete Schalungselement 1 aus zwei zueinander parallelen Kunststoffplatten 2 und
3 aus geschäumtem Hartkunststoff, z.B. Styropor.An ihren Rändern bzw. Schmalseiten
sind die Platten in üblicher Weise mit einer aus Nut 4 und Feder 5 bestehenden Ausbildung
versehen. Eine der Platten ist dicker ausgebildet als die andere und wird zur Bildung
eines stark wärmedämmenden Außenmantels der Gebäudeaußenwände verwendet. Die dickere
Platte 2 kann erheblich dicker sein als die dünnere Platte 3, z.B. dreimal so dick.Im
allgemeinen wird die Dicke der Platte 2 in der Größenordnung von 4cm bis 20cm liegen
und vorzugsweise etwa 12cm betragen; die Dicke der dünneren Platte 3 wird in der Größenordnung
von 2cm bis 8cm liegen und vorzugsweise etwa 5cm betragen.
[0010] Ferner ist die Nut-Feder-Ausbildung 4,5 der dickeren Platte 2 im Vergleich zu derjenigen
der dünneren Platte 3 ebenfalls breiter ausgebildet. Diese stärkere Dimensionierung
der einen Nut-Feder-Ausbildung trägt bei entsprechend engem Paßmaß zu einem festeren
Zusammenhalt der zusammengefügten Schalungselemente bei und ist ferner weniger bruchanfällig
bei Transport und Handhabung der Elemente.
[0011] Die Platten 2,3 sind vorzugsweise durch Z-förmige Stege 6 und 7 miteinander verbunden,
wie aus Figur 1 ersichtlich ist. Der Mittelteil 6a,7a der Stege reicht beidendig bis
zu den Rändern bzw. Schmalseiten der Platten 2,3 heran und kann an einem Ende mit
einem Zapfen 8 und am anderen Ende mit einer entsprechenden Ausnehmung 9 versehen
sein. Weiterhin sind vorteilhaft die Bereiche 6b bzw. 7b der Stege, die den Platten
unmittelbar gegenüberliegen, gerundet oder polygonal ausgebildet oder auf andere Weise
gekrümmt geformt (Figur 2). Die Anschlußteile 6c bzw. 7c der Stege 6 und 7 erstrecken
sich etwa über die halbe Höhe der Platten 2,3 und schließen an ihrem einen Ende bündig
und ebenflächig mit dem Plattenrand und dem Ende der Stegmittelteile 6a,7a ab. Andererseits
ist ihr innerer Horizontalbereich 6d bzw. 7d im Profil gerundet oder auf andere Weise
gekrümmt ausgebildet, wie Figur 3 deutlich zeigt.
[0012] Wenigstens die dickere Platte 2 des Elementes 1 weist Aussparungen 1o auf, die den
Bereich 6b bzw. 7b der Stege 6 und 7 gegenüberliegen und ermöglichen, daß in den hiervon
begrenzten Zwischenräumen später dickere Betonverbindungsstege entstehen.
[0013] Ferner können die Stege 6,7 Vorkehrungen aufweisen, mit deren Hilfe übliche Bewehrungseisen
festgelegt werden. Wie Figur 2 zeigt, können in den Übergangsbereichen der Anschlußteile
6c, 7c zur dünneren Platte 3 Profilierungen 11 integriert sein, die Bewehrungseisen
12 aufnehmen oder festlegen.
[0014] Wie aus den Figuren 1 und 2,-insbesondere aus Figur 2, zu entnehmen ist, sind die
Z-förmigen Stege 6, 7 des Elementes 1 spiegelbildlich zueinander verdreht angeordnet.
Dies ergibt später einen mäanderförmigen Verlauf des eingefüllten Betons, was insbesondere
eine Erhöhung der Gestaltfestigkeit des abgebundenen Betons bedeutet.
[0015] In einer vorteilhaften Weiterbildung besteht ein Merkmal darin, daß vorzugsweise
die den Außenmantel bildende, dickere Platte 2 mit senkrechten Rillen 13 versehen
ist. Diese Rillen sorgen für eine verbesserte Haftung einer Putzschicht (nicht gezeigt)
auf der Außenfläche der Platte 2. Alternativ oder zusätzlich können auch waagerechte
Rillen 14 vorgesehen sein. Die Rillen sind etwa 2-3mm breit und 2mm tief.
[0016] Vorteilhaft wird das beschriebene Schalungselement in der Länge im Rastermaß gefertigt,
z.B. in den Maßen 12,5cm, 25cm, 50cm und 100cm. Die Höhe kann z.B. 33,3 cm und die
Breite z.B. 36cm betragen.
1. Schalungselement aus geschäumtem Hartkunststoff für die Mantelbetonbauweise, bestehend
aus zwei parallel zueinander angeordneten Platten mit Nut-Feder-Ausbildung an ihren
Rändern und aus die Platten verbindenden Stegen, dadurch gekennzeichnet, daß die den
Außenmantel bildende Platte (2) dicker ist als die den Innenmantel bildende Platte
(3).
2. Schalungselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die den Außenmantel
bildende Platte (2) um ein Mehrfaches dicker ist als die den Innenmantel bildende
Platte (3).
3. Schalungselement nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Dicke der den Außenmantel bildenden Platte (2) in der Größenordnung von 4 bis
20cm liegt und vorzugsweise etwa 12cm beträgt und daß die den Innenmantel bildende
Platte (3) in der Größenordnung von 2 bis 8cm liegt und vorzugsweise etwa 5cm beträgt.
4. Schalungselement nach einem der Ansprüche 1 bis 3- mit Z-förmigen Stegen, wobei
der Mittelteil der Stege bis auf die Höhe der Plattenränder verlängert ist und wobei
die Stege gekrümmte Kantenbereiche aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß die Bereiche
(10) wenigstens der den Außenmantel bildenden Platte (2), die dem Mittelteil (6a,7a)
der Stege (6,7) gegenüberliegen,ausgespart sind, daß die Anschlußteile (6c,7c) der
Stege mit dem Plattenrand und dem Ende der Stegmittelteile (6a,7a) bündig abschließen
und daß der innere Horizontalbereich (6d,7d) der Anschlußteile im Profil gekrümmt
ausgebildet ist.
5. Schalungselement nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils zwei benachbarte
Z-Stege (6,7) , in Aufsicht betrachtet (Fig.2), um 180° zueinander verdreht angeordnet
sind.
6. Schalungselement nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die den Außenmantel bildende Platte (2) eine breitere Nut-Feder-Ausbildung (4,5) aufweist
als die dünnere Platte (3).
7. Schalungselement nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
vorzugsweise die den Außenmantel bildende Platte (2) mit senkrechten und/oder waagerechten
Rillen (13;14)versehen ist.