[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Magazin für Feuer
Kaffen gemäss dem Oberbegriff des unabhängigen Patentanspruchs 1.
[0002] Derartige Magazine sind bekannt und beispielsweise in der CH-A 481 361 und in der
CH-A 500 462 beschrieben. Weil insbesondere Kampfmunition mit hoher Austrittsgeschwindigkeit
des Geschosses Patronenhülsen aufweist, deren Durchmesser am Boden der Patronenhülse
grösser ist als bei der durch das Geschoss verschlossenen Oeffnung, ergeben sich Schwierigkeiten,
wenn die Magazine über ein bestimmtes Mass vergrössert werden sollen, um eine grössere
Anzahl Patronen aufzunehmen.
[0003] Infolge der unterschiedlichen Durchmesser ist der Magazinkasten gewölbt, so dass
die Geschoss-Spitzen wenigstens angenähert gegen einen gemeinsamen Punkt hin weisen.
Eine Erhöhung der Patronenzahl konnte durch Stapelung in zwei Reihen erreicht werden,
so dass die Magazine heute üblicherweise 30 Patronen aufnehmen können.
[0004] Da die automatischen Präzisionswaffen immer häufiger anstelle der früheren Schnellfeuermaschinengewehre
eingesetzt werden, zeigt sich der Nachteil dieser relativ niedrig begrenzten Anzahl
Patronen pro Magazin. Um die zur Verfügung stehende Anzahl Patronen zu vergrössern,
ist es bekannt geworden, zwei Magazine behelfsmässig mittels Draht oder Klebstreifen
miteinander zu verbinden. Zum Wechseln der Magazine musste der Schütze nach dem-Herausnehmen
des leeren Magazins die zwei derart gekoppelten Magazine umdrehen und er hatte wieder
ein volles Magazin zur Hand.
[0005] Das Umdrehen um 180° war insofern nachteilig, als es einhändig gemacht werden musste,
wodurch die Magazine auf den Boden fallen konnten und verschmutzten.
[0006] Es ist deshalb eine Aufgabe der Erfindung, ein Magazin zu schaffen, das sich auf
einfache Weise mit einem zweiten Magazin koppeln lässt und der Schütze den Magazinwechsel
ohne Schwierigkeiten einhändig vornehmen kann. Erfindungsgemäss wird dies durch die
Merkmale im kennzeichnenden Teil des unabhängigen Patentanspruchs 1 erreicht.
[0007] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung beschrieben.
Es zeigen:
Fig. 1 einen Aufriss eines Magazins mit einer Kapazität bis z.B. 30 Patronen,
Fig. 2 einen Seitenriss eines Magazins nach Fig. 2,
Fig. 3 einen Aufriss von zwei gegeneinander leicht verdrehten Magazinen zur Darstellung
des Koppelns und Trennens, und
Fig. 4 einen Seitenriss von drei miteinander gekoppelten Magazinen, von denen das
mittlere in die Magazinaufnahmeöffnung eines Gewehrs eingesetzt und ein Magazin halb
entkoppelt dargestellt ist.
[0008] Das Magazin nach der Erfindung ist auf der Basis der bekannten Magazine für automatische
Waffen, insbesondere Handfeuerwaffen, aufgebaut. Ein solches Magazin 10 für z.B. dreissig
Patronen besitzt eine Bodenplatte 11 als unterer Verschluss des Magazinkastens 12,
auf dem eine Zubringerfeder, die in dieser Darstellung nicht ersichtlich ist, abgestützt
ist und gegen den Zubringer 13 drückt. Der Zubringer 13 weist einen erhöhten Abschnitt
14 und einen tieferliegenden Abschnitt 15 auf, derart, dass zwei Patronen in der Höhe
leicht versetzt nebeneinander liegen können, um dadurch eine Ladestörung zu verhindern,
die sonst entstehen könnte, wenn dem Gewehrschloss die Böden von zwei Patronen gleichzeitig
gegenüberstehen würden.
[0009] Das Gehäuse 12 weist zwei Seitenwände 16, 17, eine Vorderwand 18 und eine Rückwand
19 auf. Die beiden Seitenwände sind je mit einer längsverlaufenden nach innen gewölbten
Sicke 20 zur seitlichen Führung der Patronensäule und des Zubringers 13 versehen und
eine dritte Führung für den Zubringer 13 bildet eine nach aussen gewölbte Sicke 21
entlang der Rückwand 19. Die Seitenwände 16, 17 weisen je einen oberen, nach innen
gebogenen Randabschnitt 22, 23 auf, während die Vorderwand 18 in ihrem oberen Teil
eine Rastnase 24 und die Rückwand 19 einen Anschlagbalken 25 besitzen. Diese Teile
dienen zum Einführen des Magazins 10 in die Aufnahmeöffnung der Waffe.
[0010] Die Vorderwand 18 und die Rückwand 19 sind im Gebiet zwischen der Bodenplatte 11
und der Rastnase 24 bzw. dem Anschlagbalken 25 gewölbt, wobei die Vorderwand 18 eine
konkave Krümmung und die Rückwand 19 eine konvexe Krümmung aufweisen. Durch diese
Ausbildung können die dreissig üblichen, sich nach vorn verjüngenden Patronen aufgenommen
werden.
[0011] Erfindungsgemäss sind nun an einem solchen Magazin 10 Haltemittel 30, 31, 32, 33
zum lösbaren Verbinden von zwei Magazinkasten 12, 12' und Abstandhalter 34, 35, 36,
37 vorhanden, um die verbundenen Magazinkasten 12, 12' im Abstand zu halten.
[0012] Die Haltemittel sind zwei weibliche Kupplungsteile 30, 31 an der einen Seitenwand
16 und zwei männliche Kupplungsteile 32, 33 an der andern Seitenwand 17. Die weiblichen
Kupplungsteile 30, 31 sind im Abstand von der Oberfläche der Seitenwand 16 angeordnete
Laschen 42 mit einer Schlitzausnehmung 40 und die männlichen Kupplungsteile 32, 33
sind als runde, pilzförmige Zapfen mit einem Stiftteil 50 und einem Kopfteil 51 ausgebildet.
Indem der Kopfteil 51 der männlichen Kupplungsteile 32, 33 einen grösseren Durchmesser
hat als der Stiftteil 50, kann der männliche Kupplungsteil die Schlitzausnehmung 40
untergreifen. Darüberhinaus ist die Schlitzausnehmung 40 schlüssellochartig geformt,
so dass eine Verengung 41 gebildet ist; damit braucht es eine gewisse Kraft, um die
beiden Kupplungsteile ineinander einschnappen zu lassen.
[0013] Die Laschen 42 können als U-förmig gebogene Streifen angesehen werden, von denen
die freien Enden der Schenkel einstückig mit der Seitenwand verbunden sind. Wenn bei
einer solchen Form Schmutz unter die Lasche geraten sollte, kann dieser durch Verbinden
zweier Magazine herausgestossen werden, soweit es für das richtige Funktionieren notwendig
ist.
[0014] Die Mittelachsen A, B der Schlitzausnehmungen 40 in den Laschen sind gegeneinander
verdreht angeordnet und schneiden sich unter einem Winkel im Bereich 80° - 100°. Dadurch
müssen das Koppeln und das Lösen mit je zwei Bewegungen durchgeführt werden. In Fig.
3 sind die Bewegungen der zwei Magazine 10, 10' mit Pfeilen 1, 2 für das Koppeln und
mit Pfeilen I, II für das Lösen dargestellt. Demnach müssen zuerst die beiden oberen
Kupplungsteile 31, 33' durch eine Verschiebung in Längsrichtung der Magazine vereinigt
werden und dann müssen die beiden unteren Kupplungsteile 30, 32' mittels einer Drehbewegung
mit den oberen Kupplungsteilen 31, 33' als Drehpunkt vereinigt werden.
[0015] Zum Lösen muss das vordere Magazin 10' gegenüber dem hinteren Magazin 10 in Richtung
des Pfeils II gedreht und dann in Richtung des Pfeils I verschoben werden.
[0016] Als Abstandshalter sind vorstehende, quer über die Seitenwände 16, 17 laufende Rippen
34 - 37 vorgesehen. Diese Rippen verlaufen wenigstens angenähert in radialer Richtung
bezogen auf die Krümmung der Vorder- und der Rückwand 18, 19. Die Höhe von zwei an
den zwei Magazinkasten 12, 12' angeordneten Rippen zusammen, beispielsweise die Rippen
35", 37 und 35, 37' in Fig. 4, muss derart sein, dass die Wände 60 des Verschlussgehäuses
eines Gewehrs 61, das in Fig. 4 strichliert angedeutet ist, in den Spalt zwischen
zwei Magazinkasten hineingreifen können. Damit das Zusammenwirken von Kupplungsteilen
und Abstandhaltern reibungslos geschieht, müssen die Rippen 35 - 37 weniger hoch sein
als die Zapfen 32, 33, aber sie müssen höher sein als die Laschen 30, 31.
[0017] Wie Fig. 4 zeigt, können beidseits des im Gewehr 12 eingesetzten Magazins 10 die
Magazine 10' und 10" abgenommen oder angesetzt werden, was hier durch das in Ansicht
von hinten, um denselben Drehwinkel wie in Fig. 3 gegenüber dem Magazin 10 verdrehte
Magazin 10' deutlich gemacht ist.
[0018] Das Magazin 10-besteht aus einem Kunststoff, wie beispielsweise einem Polymer oder
einem Elastomer, das eine gewisse Elastizität aufweist, wodurch die Schnappverbindungen
einstückig mit den Wänden verbunden sein können.
1. Magazin für Feuerwaffen mit einem Magazinkasten (12), der für die Aufnahme einer
begrenzten Anzahl Patronen mit von hinten nach vorn sich verjüngendem Querschnitt
eine Bodenplatte (11), einen Zubringer mit einer Vorspannfeder, zwei parallele Seitenwände
(16, 17) sowie eine Vorderwand (18) und eine Rückwand (19) aufweist, dadurch gekennzeichnet,
dass die Seitenwände (16, 17) mit Haltemitteln (30 - 33) zum lösbaren Verbinden von
zwei Magazinen (10, 10', 10") mit gleicher Lage und mit dem Abstand zwischen den Magazinkasten
bestimmenden Abstandhaltern (34-37) versehen sind.
2. Magazin nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltemittel als
weibliche (30, 31) und männliche Kupplungsteile (32, 33) ausgebildet sind.
3. Magazin nach Patentanspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils eine Seitenwand
(17) zwei männliche Kupplungsteile (32,33) und die andere Seitenwand (16) zwei weibliche
Kupplungsteile (30,31) aufweisen.
4. Magazin nach Patentanspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die weiblichen Kupplungsteile
(30,31) im Abstand von der Aussenfläche der Seitenwand (16) gehalterte Laschen (42)
mit einer Schlitzausnehmung (40) sind, wobei die Schlitzausnehmung (40) an einem Rand
der Lasche offen ist und beim gegenüberliegenden Rand geschlossen ist, und dass die
männlichen Kupplungsteile (32,33) als pilzförmige runde Zapfen mit einem Stiftteil
(50) und einem Kopfteil (51) ausgebildet sind, und bei denen der Kopfteil (51) einen
grösseren Durchmesser als der Stiftteil (50) hat und breiter ist als die Breite der
Schlitzausnehmung (40).
5. Magazin nach Patentanspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Laschen (42) U-förmig
abgewinkelte Streifen sind, in denen die Mittelachse (A,B) der Schlitzausnehmung (42)
parallel zu den Biegekanten des Streifens verläuft.
6. Magazin nach Patentanspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittelachsen (A,B)
der Schlitzausnehmungen (40) der beiden weiblichen Kupplungsteile (30, 31) einen Winkel
zwischen 80° und 100° einschliessen.
7. Magazin nach Patentanspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlitzausnehmungen
(40) schlüssellochartig mit einer Einengung (41) ausgebildet sind, um eine Rast für
den Stiftteil (50) der männlichen Kupplungsteile (32,33) zu bilden.
8. Magazin nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichne- dass die Abstandhalter (34-37)
auf beiden Seitenwänden (16,17) des Magazinkastens (12) in aufeinander abgestimmter
Lage angeordnet sind.
9. Magazin nach Patentanspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandhalter zwei
quer über die Seitenwände (16,17) und radial bezüglich der Krümmung der Vorder-und
Hinterseite verlaufende, auf den Seitenwänden aufstehende Rippen (34-37) sind.
10. Magazin nach Patentanspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Rippen (34-37)
auf den beiden Seitenflächen (16,17) gleich ausgebildet und in einer gemeinsamen Ebene
senkrecht zu den Seitenflächen angeordnet sind.
11. Magazin nach den Patentansprüchen 4 und 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe
der Rippen (34-37) grösser ist als der Abstand der Laschen (42) von der Seitenwand,
aber kleiner ist als die Höhe der Zapfen (32,33) über der Seitenwand.
12. Magazin nach Patentanspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die zwei Kupplungsteile
(30-34) auf jeweils einer Seitenwand zwischen den beiden Rippen (34,35;36,37) angeordnet
sind.
13. Magazin nach einem der Patentansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass
der Magazinkasten (12) aus Kunststoff besteht.