[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vakuumpumpe mit einem Saugstutzenventil, das
ein mit dem Kolben einer Zylinder-Kolben-Einrichtung verbundenes Verschlußelement
aufweist, wobei in den Zylinder das eine Ende einer Druckmittelleitung mündet, deren
anderes Ende mit einer in Abhängigkeit vom Betriebszustand der Pumpe offenen oder
geschlos.senen Eintrittsöffnung versehen ist.Außerdem bezieht sich die Erfindung auf
ein zweckmäßiges Betriebsverfahren für eine Vakuumpumpe mit einem in Abhängigkeit
vom Betriebszustand der Pumpe arbeitenden Saugstutzenventil.
[0002] Rotierende Vakuumpumpen werden mit Dichtungsflüssigkeiten, vorzugsweise öl, betrieben,
um hohe Endvakuumwerte zu erreichen. Gleichzeitig dient das Öl der Schmierung von
Lagerungen und der Kühlung der Pumpe. Nach dem Anhalten derartiger Pumpen - sei es
durch normales Abschalten, Stromausfall oder eine andere Betriebsstörung - besteht
die Gefahr, daß öl in den Rezipienten hochsteigt, insbesondere wenn dieser unter Vakuum
steht, und dort unerwünschte Verunreinigungen verursacht. Zur Vermeidung dieser Nachteile
sind eine Reihe von Lösungen bekannt, die in dem Aufsatz "Saugstutzensperre verhindert
ölrücksteigen in rotierenden Vakuumpumpen", Maschinenmarkt, Würzburg, 79(1973), 54,
Seiten 1191 bis 1193, beschrieben sind. Unter anderem ist es daraus vorbekannt, eine
Vakuumpumpe mit einem Saugstutzen- ventil der eingangs erwähnten Art auszurüsten (Bild
4 dieses Aufsatzes). Als Druckmittel dient Luft. Die Eintritt öffnung der Druckmittelleitung
ist je nach Betriebszustand der Pumpe geschlossen oder offen. Hierzu ist ein auf der
Pumpenwelle angeordneter Fliehkraftschalter vorgesehen, mit dessen Hilfe die Eintrittsöffnung
der Druckmittelleitung während des Anlaufens der Pumpe verschlossen wird. Dadurch
wird die öffnungsbewegung des Verschlußelementes des Saugstutzenventils bewirkt. Kommt
die Vakuumpumpe, aus welchem Grund auch immer, zum STillstand, dann bewirkt der Fliehkraftschalter
ein Freigeben der Eintrittsöffnung, so daß Luft unter Atmosphärendruck in den Zylinder
mit dem Kolben des Saugstutzenventils eindringt und dadurch die Schließbewegung des
Saugstutzenventils bewirkt. Zusätzlich ist eine Düse vorgesehen, über die nach der
Einleitung der Schließbewegung des Saugstutzenventils eine Belüftung des Pumpenraumes
erfolgt.
[0003] Nachteilig an der vorbekannten Lösung ist, daß der unerwünschte Luftschluck, der
ein Ansteigen des Druckes im am Saugstutzen angeschlossenen Rezipienten bewirkt, immer
noch vorhanden ist, da nicht völlig vermieden werden kann, daß ein Teil der die Bewegung
des Kolbens des Saugstutzenventils verursachenden Luft zwischen Kolben und Zylinder
bereits zu einem Zeitpunkt in den Saugraum dringt, in dem das Saugstutzenventil noch
nicht seine Schließstellung eingenommen hat. Zusätzlich dringt Luft durch die der
Belüftung des Pumpenraumes dienende Düse in den Saugraum und vergrößert dadurch den
Luftschluck. Der Luftschluck könnte bei der vorbekannten Lösung nur durch ein sehr.enges
Spiel zwischen Kolben und Zylinder und durch Verzicht auf eine der späteren Belüftung
der Pumpe dienende Düse erreicht werden. Eine solche Lösung hätte nicht nur den Nachteil,
daß eine selbsttätige Belüftung des Pumpenraumes nach einem Stillstand nicht mehr
eintritt, sondern auch den Mangel, daß eine mit äußerst engen Toleranzen hergestellte
Zylinder-Kolben-Einrichtung empfindlich gegen Verschmutzungen ist. Tritt z. B. eine
ölverschmutzung auf, die bei ölgedichteten Drehschieberpumpen häufiger vorkommt, dann
arbeitet ein derartiges Saugstutzen-Ventil nicht mehr zuverlässig. Die öffnungszeit
wird erheblich verlängert, beziehungsweise bei kleinen Druckdifferenzen öffnet das
Ventil überhaupt nicht mehr. Ein weiterer Nachteil der Spieleinengung besteht in dem
erheblichen Anstieg der Herstellkosten.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vakuumpumpe mit einem
Saugstutzenventil der eingangs genannten Art zu schaffen, bei der trotz des Vorhandenseins
einer relativ großen Toleranz in der Zylinder-Kolben-Einrichtung für das Saugstutzenventil
der unerwünschte Luftschluck praktisch nicht mehr auftritt.
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die Eintrittsöffnung der Druckmittelleitung
ölüberlagert ist. Wird eine in dieser Weise ausgebildete Pumpe stillgesetzt, dann
gelangt - zumindest zunächst - nicht Luft, sondern öl unter den der Betätigung des
Saugstutzenventils dienenden Kolben, so daß ein Luftschluck nicht mehr auftreten kann.
[0006] Besonders vorteilhaft ist im Rahmen der Erfindung, daß die die Eintrittsöffnung der
Druckmittelleitung überlagernde ölmenge so gering ist, daß sie lediglich der Abdichtung
des Kolbens gegenüber der Zylinderwand und einer evtl. vorhandenen Düse zur späteren
Belüftung des Pumpenraumes dient. Bei dieser Lösung gelangt anschließend, nachdem
das Öl seine Abdichtungsfunktion erfüllt hat, Luft unter den Kolben Eine derartige
hydro-pneumatische Betätigung des Saugstutzenventils hat im Vergleich zu einer vollständig
hydraulischen Betätigung den Vorteil wesentlich kürzerer Schließzeiten.
[0007] Weiterhin ist zweckmäßig, das zwischen dem Kolben und dem Zylinder bestehende Spiel
so groß zu wählen, daß nach dem Verschließen des Saugstutzenventils über den vorhandenen
Spalt die Belüftung der Pumpe erfolgt. Eine gesonderte Düse zur Belüftung des Pumpenraumes
ist dann nicht mehr erforderlich. Außerdem ist die Herstellung von Zylinder-Kolben-Einrichtungen
mit relativ großem Spiel nicht mit hohen Kosten verbunden.
[0008] Ein weiterer Vorteil im Rahmen der Erfindung besteht darin, daß die Steuerung des
Saugstutzenventils derart betrieben werden kann, daß sie in Abhängigkeit vom öldruck
in einem u. a. der Versorgung der Lagerungen der Vakuumpumpe dienenden ölkreislauf
erfolgt. Damit kann in besonders einfacher und sicherer Weise eine hydro-pneumatische
Betätigung des Saugstutzenventils realisiert werden.
[0009] Weitere Vorteil und Einzelheiten der Erfindung sollen anhand von in den Figuren 1
bis 4 dargestellten Ausführungsbeispielen erläutert werden. Es zeigen:
Fig. 1 ein Schema eines ölkreislaufs in einer Vakuumpumpe nach der ERfindung mit hydro-pneumatisch
gesteuertem Saugstutzenventil,
Fig. 2 ein Ausführungsbeispiel für eine Vakuumpumpe nach der Erfindung, teilweise
im Schnitt, teilweise in Ansicht der vorderen Stirnwand des Pumpenkörpers,
Fig. 3 einen Schnitt durch die Stirnwand des Pumpenkörpers nach der Linie III-III
in Fig. 2 und
Fig. 4 einen Schnitt durch die Stirnwand des Pumpenkörpers nach der Linie IV-IV in
Fig. 2.
[0010] Beim Schema nach Fig. 1 sind im wesentlichen nur diejenigen Teile der erfindungsgemäßen
Vakuumpumpe dargestellt, die im Rahmen der Erfindung eine besondere Rolle spielen.
Mit 1 ist der ölkasten oder das äußere Pumpengehäuse bezeichnet, das teilweise mit
öl 2 gefüllt ist. Im Schnitt dargestellt ist weiterhin der Saugstutzen 3 mit dem Saugstutzenventil
4, das von dem plattenförmigen Ventilsitz 5 mit der öffnung 6 und dem Ventilteller
7 gebildet wird. Der Ventilteller 7 steht mit einem Kolben 8 in Verbindung, der im
Zylinder 9 verschiebbar angeordnet ist.
[0011] Der ölkreislauf der Pumpe wird gebildet von der Ansaugleitung 11, über die mittels
der ölpumpe 12 öl aus dem ölvorrat 2 in die Öldruckleitung 13 gefördert wird. Im Bereich
der Austrittsöffnung 14 der Öldruckleitung 13 ist eine Drossel 15 angeordnet, welche
für die Aufrechterhaltung des gewünschten Öldruckes (zwischen 1,5 und 2 bar, vorzugsweise
1,7 bar) sorgt und über die der Abbau des Druckes auf den Druck im ölkasten 1 erfolgt.
über Abzweigungen 16, 17, 18 erfolgt die Versorgung der in der Pumpe vorhandenen Lagerungen
mit Drucköl. Drei Ölversorgungsleitungen (16, 17, 18) sind im Falle einer zweistufigen
Pumpe erforderlich, bei der zwei Endlager und ein Zwischenlager der beiden Rotoren
mit öl versorgt werden müssen. Im Falle einer einstufigen Pumpe reichen zwei der drei
Abzweigleitungen aus. Nach dem Druchströmen der Lagerungen gelangt das in die Abzweigleitungen
16, 17, 18 eingetretene öl wieder in den Ölvorrat 2.
[0012] In die Druckölleitung 13 ist unmittelbar hinter der Ölpumpe 12 ein Ölfilter 19 eingeschaltet,
so daß sichergestellt ist, daß ausschließlich gereinigtes Öl durch die Leitung 13
und durch die daran angeschlossenen Abzweigleitungen strömt.
[0013] Eine weitere Abzweigleitung 21 mündet in den Steuerzylinder 22, in dem sich der Steuerkolben
23 befindet. Auf der der Einmündung der Leitung 21 gegenüberliegenden Seite des Kolbens
23 mündet die Druckmittelleitung 24 in den Zylinder 22, deren anderes Ende mit dem
Zylinder 9 auf der dem Ventilteller 7 abgewandten Seite des Kolbens 8 verbunden ist.
Die Eintrittsöffnung 25 der Druckmittelleitung 24 in den Zylinder 22 ist als Ventilsitz
ausgebildet. Dazu ist in die Eintrittsöffnung 25 ein Stöpsel 26 mit einem Dichtwulst
27 eingesteckt. Als Verschlußglied dient die Stirnseite 28 eines zylindrischen Ansatzes
29 am Steuerkolben 23 mit gegenüber dem Steuerkolben verringertem Durchmesser. Der
Steuerkolben 23 steht unter der Wirkung einer Feder 31, die zwischen dem Steuerkolben
23 und der Stirnwand 32 mit der Eintrittsöffnung 25 der Druckmittelleitung 24 angeordnet
und als Druckfeder ausgebildet ist. Der zylindrische Ansatz 29 ist mittels des Gewindes
33 in den Steuerkolben 23 einschraubbar, so daß auf die im Schließ zustand des Steuerventils
27, 28 wirkende Kraft der Feder 31 Einfluß genommen werden kann.
[0014] In den Zylinder 22 mündet eine weitere Leitung 34, die mit einem oben offenen Ölvorratsgefäß
35 geringen Volumens verbunden ist. Die Einmündung der Leitung 34 in den Zylinder
22 liegt auf der der Einmündung der Leitung 21 entgegengesetzten Seite des Steuerkolbens
23.
[0015] Während des Betriebs einer nach diesem Schema aufgebauten Pumpe fördert die Ölpumpe
12 Öl aus dem ölvorrat 2 in die Öldruckleitung 13. Die Ölpumpe 12 kann als Drehschieberpumpe
oder Zahnradpumpe ausgebildet sein und ist in bekannter Weise mit der Pumpenwelle
als Antrieb gekoppelt (vgl. GB-PS 875 444). Die Fördereigenschaften der Pumpe 12 und
die Größe der Drossel 15 sind so bemessen, daß sich nach dem Anlaufen der Vakuumpumpe
der gewünschte öldruck in der Leitung 13 aufbaut und gehalten wird. Dieser Druck wirkt
auf den Kolben 23 und überwindet die Kraft der Feder 31, so daß die Eintrittsöffnung
25 der Druckmittelleitung 24 verschlossen ist.Das Saugstutzenventil 4 befindet sich
in seiner Offenstellung, so daß der an den Saugstutzen 3 angeschlossene Rezipient
evakuiert wird.
[0016] Während dieses Betriebszustandes strömen durch die Öldruckleitung 13 bestimmte Ölmengen,
die mit Q
1, Q
2 und Q
3 bezeichnet sind. Der Kolben 23 bildet mit der Wand des Zylinders 22 einen relativ
großen Spalt 36, so daß sich der Zylinderraum 22 unterhalb des Kolbens 23 und der
ölvorratsraum 35 mit Öl füllen. Wegen des Spaltes 36 wird ein ständiger Ölstrom mit
der Menge Q
4 aufrechterhalten. Überschüssiges Öl gelangt vom Ölvorrat 35 wieder in den Ölvorrat
2. Die Ölpumpe 12 ist so dimensioniert, daß der gesamte Ölkreislauf mit überschußöl
gefahren wird, d. h., zu jeder Zeit strömt mehr Öl durch den Ölkreislauf, als von
der Pumpe benötigt wird. Wird die Pumpe abgestellt, nimmt gleichzeitig die von der
ölpumpe 12 geförderte ölmenge ab, so daß der öldruck in der Leitung 13 nachläßt. Bei
Unterschreiten eines bestimmten Druckes wird die Eintrittsöffnung 25 freigegeben,
so daß infolge des auf der Oberfläche des Öls in dem ölvorrat 35 herrschenden Atmosphärendruckes
öl in die Druckmittelleitung 24 gedrückt wird und unter den Kolben 8 in Zylinder 9
gelangt. Die unterhalb des Kolbens 23 und im ölvorrat 35 befindliche ölmenge ist so
gering, daß das in den Zylinder 9 gelangende öl im wesentlichen nur der Abdichtung
des Kolbens 8 gegenüber seiner Zylinderwand dient. Das eigentliche Druckmittel zur
Betätigung des Kolbens 8 ist die Luft, die im Anschluß an das öl durch den Ölvorrat
35 in die Druckmittelleitung 24 gelangt. Die gesamte im Zylinder 22 und im Ölvorratsgefäß
35 befindliche ölmenge ist deshalb so groß bzw. klein gewählt, daß einerseits eine
Abdichtung des Spaltes zwischen Kolben 8 und Zylinderwand 9 während des Schließvorganges
sichergestellt ist und andererseits die Pumpe kurz nach dem Abschalten belüftet wird.
Diese Vorgänge bewirken ein Schließen des Saugstutzenventils 4 ohne den unerwünschten
Luftschluck. Nachdem das Saugstutzenventil 4 geschlossen ist und die nachdrängende
Luft das zwischen dem Kolben 8 und der Zylinderwandung 9 befindliche Öl verdrängt
hat, erfolgt hierüber die Belüftung des Pumpenraumes. Die Funktion der Saugstutzenventilsteuerung
ist unabhängig von der Existenz eines ölfilters 19, d. h., auch bei einem ölkreislauf
ohne ölfilter 19 (vgl. gestrichelt eingezeichneten Leitungsabschnitt 20) arbeiten
das Saugstutzenventil und seine Steuermittel einwandfrei.
[0017] Ein besonderer Vorteil der beschriebenen Ausführung des Saugstutzenventils 4 und
seiner in Abhängigkeit vom öldruck arbeitenden Steuermittel liegt noch darin, daß
beide Zylinder-Kolben-Einrichtungen 8, 9 bzw. 22, 23 wegen der erwünschten Spalte
zwischen Kolben und Zylinder kaum toleranzanfällig sind und deshalb ohne besonderen
Kostenaufwand herstellbar sind. Durch geeignete Wahl der strömenden ölmengen Q
1 und Q
4, der Drosselstellendurchmesser und durch entsprechendes Anpassen der Kraft der Feder
31 können die Steuermittel derart justiert werden, daß bereits bei relativ kleinen
Drucksenkungen im ölkreislauf (z. B. ein Absinken.des Solldruckes von ca. 1,7 bar
auf 1,4 bar) die Eintrittsöffnung 25 der Druckmittelleitung 24 freigegeben wird. Die
Ansprechzeit des Saugstutzenventils 4 ist aufgrund der hydropneumatischen Betätigung
so klein, daß sichergestellt ist, daß bereits vor dem endgültigen Auslaufen der VAkuumpumpe
das Saugstutzenventil geschlossen ist. Generell hat die Ansteuerung des Saugstutzenventils
durch den Öldruck in einem Ölkreislauf, der von einer auf der Pumpenwelle angeordneten
ölpumpe versorgt wird, den Vorteil einer schnellen und sicheren Betriebsweise, da
vom Öldruck im Ölkreislauf eindeutig der Betriebszustand der Pumpe abgeleitet werden
kann.
[0018] Der Austrittsöffnung 14 der Leitung 13 ist eine federnde Abdeckung 41 zugeordnet,
die - gemeinsam mit einer besonderen Gestaltung der Wandung 42 im Bereich der Austrittsöffnung
14 mehrere Funktionen erfüllt. Die Austrittsöffnung 14 ist von einer konzentrischen
Nut 43 in der Wandung 42 umgeben, die bis in eine Bohrung 44 reicht, durch die das
der Versorgung des Pumpenraumes dienende Öl hindurchtritt. Diese Bohrung ist ebenfalls
mit einer Drossel 45 ausgerüstet, deren Größe der Saugleistung bzw. dem ölbedarf der
jeweiligen Pumpe angepaßt ist. Die federnde Abdeckung 41, die vorzugsweise aus einem
elastischen Stahlbandabschnitt besteht, überdeckt sowohl die Austrittsöffnung 14 der
Öldruckleitung 13 als auch die Bohrung 44. Ihre Kraft und der Abstand der Befestigungspunkte
46, 47 von den Ölkanälen 13, 44 sind so gewählt, daß sie für das aus der Austrittsöffnung
14 austretende Öl eine Druckstufe mit einer vernachlässigbaren Druckdifferenz darstellt.
Praktisch tritt das Öl mit dem Druck des ölkastens aus der Austrittsöffnung 14 aus.
Außerdem gilt auch an dieser Stelle des ölkreislaufs, daß er mit Überschußöl gefahren
wird, d. h., daß selbst bei Enddruckbetrieb der Pumpe durch die Austrittsöffnung14
mehr öl austritt,als von der Pumpe durch die Bohrung 44 bzw. Drossel 45 angesaugt
wird.
[0019] Während des Betriebs der Pumpe wird das Drucköl infolge der Drossel 15 auf den Druck
im ölkasten entspannt und strömt zunächst in die die Austrittsöffnung 14 umgebende
Nut 43. Aus dieser Nut, die mit der Bohrung 44 in Verbindung steht, strömt ein Teil
des Öles infolge der Saugwirkung des Pumpenraumes durch die Bohrung 44 bzw. Drossel
45 hindurch. Überschüssiges öl gelangt in den ölvorrat 2 zurück. Durch die federnde
Abdeckung 41 ist sichergestellt, daß durch die Bohrung 44 und die Drossel 45 nur solches
Öl strömt, das aus der Austrittsöffnung 14 ausgetreten ist. In den Pumpenraum gelangt
deshalb ausschließlich öl, das den Ölfilter 19 durchströmt hat. Beeinträchtigungen
des Pumpenraumes durch verschmutztes öl treten deshalb nicht mehr auf. Dennoch arbeitet
die Pumpe wie eine selbstansaugende Pumpe, d. h., sie bestimmt die von ihr benötigte
Ölmenge selbst. In hohen Druckbereichen treten z. B. geringe Ölmengen durch die Drossel
45 hindurch, so daß unerwünscht hohe öldampfanteile in den aus der Pumpe austretenden
geförderten Medien nicht vorhanden sind. Unabhängig davon ist sichergestellt, daß
die Lagerungen mit Drucköl versorgt werden.
[0020] Weiterhin wird durch die federnde Abdeckung und die spezielle Nutausbildung eine
Ölabsperrung bei Stillstand der Pumpe erreicht. In diesem Betriebszustand bewirkt
der durch die Bohrung 44 hindurch wirkende Unterdruck im Pumpenraum, daß sich die
federnde Abdeckung dicht an die Wandung 42 anlegt. Dadurch versperrt die Abdeckung
die Bohrung 44 vollständig, so daß die Ölzufuhr zur Vakuumpumpe unterbleibt. Durch
diese Lösung ergibt sich ein weiterer Vorteil. Es existiert generell das Problem,
daß es bei einem versehentlichen Rückwärtslauf der Pumpe (infolge falschen Stromanschlusses)
zu einem unerwünschten Ölanstieg im Saugstutzen kommt. Durch diese Anordnung wird
dieser Ölanstieg zuverlässig verhindert.
[0021] Fig. 2 zeigt eine Drehschiebervakuumpumpe. Während des Betriebs der Pumpe gelangen
die geförderten Gase durch den . Saugstutzen 3, das offene Saugstutzenventil 4, über
den in der Zeichnungsebene nicht sichtbaren und deshalb als Pfeil dargestellten Saugkanal
51 in den Pumpenraum 52, in dem sich der Rotor 53 mit den Schiebern 54 befindet. Die
komprimierten Gase gelangen durch den Austrittskanal 55 in den ölkasten 1, der bis
zur Linie 56 mit Öl gefüllt ist, so daß die federnde Abdeckung 41 unterhalb des ölspiegels
liegt. Der eigentliche Auspuffstutzen ist nicht dargestellt.
[0022] Die Stirnwand 42 des im Ölkasten 1 angeordneten Pumpenkörpers 57 ist in ihrem unteren
Teil in Ansicht dargestellt. Schnitte durch diese Stirnwand in Höhe der Linien III-III
und IV-IV zeigen die Figuren 3 und 4. In der Stirnwand 42 endet die Öldruckleitung
13 mit der Drosselstelle 15. Vor der Entspannung des Öls auf den Druck im Ölkasten
infolge der Drossel 15 erfolgt noch die Schmierung des in der Stirnwand 42 angeordneten
Lagers der Pumpwelle (nicht dargestellt) über die als Bohrung ausgebildete Abzweigleitung
17. Nach außen hin ist diese Bohrung durch den Stöpsel 58 verschlossen.
[0023] Mittels der Schrauben 46, 47 ist die federnde Abdeckung 41 (in Fig. 2 gestrichelt
dargestellt) auf der Stirnwand 42 befestigt. Sie überdeckt die beiden Öffnungen 14
und 44 sowie die die öffnung 14 umgebende Nut 43. Die Düse 15 ist durch beidseitiges
Bohren der Stirnwand 42 hergestellt. Die Düse 45 ist mittels eines Gewindes 59 in
die Stirnwand 42 eingeschraubt, so daß je nach Saugleistung der Pumpe unterschiedliche
Düsen verwendet werden können.
1. Vakuumpumpe mit einem Saugstutzenventil, das ein mit dem Kolben einer Zylinder-Kolben-Einrichtung
verbundenes Verschlußelement aufweist, wobei in den Zylinder das eine Ende einer Druckmittelleitung
mündet, deren anderes Ende mit einer in Abhängigkeit vom Betriebszustand der Pumpe
offenen oder geschlossenen Eintrittsöffnung versehen ist, dadurch gekennzeichnet,
daß die Eintrittsöffnung (25) der Druckmittelleitung (24) ölüberlagert ist.
2. Vakuumpumpe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß die die Eintrittsöffnung
(25) überlagernde ölmenge so gering ist, daß sie während des Schließvorganges im wesentlichen
nur der Abdichtung des zwischen dem Kolben (8) und dem Zylinder(9) bestehenden Spaltes
dient.
3. Vakuumpumpe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet , daß das Spiel zwischen dem
Kolben (8) und dem Zylinder (9) so groß gewählt ist, daß nach dem Verschließen des
Saugstutzenventils über den vorhandenen Spalt die Belüftung des Pumpenraumes erfolgt.
4. Vakuumpumpe nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet , daß der Eintrittsöffnung
(25) der Druckmittelleitung (24) in Abhängigkeit vom Betriebszustand der Pumpe arbeitende
Steuermittel (22, 23, 31) mit einem Ölvorrat (35) zugeordnet sind. /2
5. Vakuumpumpe nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet , daß ein ölkreislauf (11,
13) mit einer gesonderten ölpumpe (12) vorhanden ist und daß die der Eintrittsöffnung
(25) zugeordneten Steuermittel (22, 23, 31) derart ausgebildet sind, daß sie in Abhängigkeit
vom Öldruck im Ölkreislauf arbeiten.
6. Vakuumpumpe nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die ölpumpe (12) in an
sich bekannter Weise auf der Pumpenwelle angeordnet ist
7. Vakuumpumpe nach Anspruch 4, 5 oder 6, d a durch gekennzeichnet , daß die Steuermittel
eine weitere Zylinder-Kolben-Einrichtung (22,23) umfassen.
8. Vakuumpumpe nach Anspruch 7 und einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet,
daß auf der einen Seite des Kolbens (23) eine mit dem Ölkreislauf in Verbindung stehende
Leitung (21) und auf der anderen Seite des Kolbens (23) die Druckmittelleitung (24)
in den Zylinder (22) münden.
9. Vakuumpumpe nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Eintrittsöffnung (25)
der Druckmittelleitung (24) als Ventilsitz ausgebildet ist, dem ein mit dem Kolben
(23) verbundenes Verschlußglied (29) zugeordnet ist.
10. Vakuumpumpe nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet , daß das Verschlußglied ein
in den Kolben (23) einschraubbarer Ansatz (29) ist.
11. Vakuumpumpe nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet , daß der
Kolben (23) unter der Wirkung einer Feder (31) steht, deren Kraft dem Öldruck auf
der einen Seite des Kolbens (23) entgegengerichtet ist.
12. Vakuumpumpe nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß auf
der der Einmündung der Leitung (21) gegenüberliegenden Seite des Kolbens (23) ein
oben offenes ölvorratsgefäß (35) an den Zylinder (22) angeschlossen ist und daß der
zwischen dem Zylinder (22) und dem Kolben (23-) bestehende Spalt (36) so groß gewählt
ist, daß während des Betriebs der Vakuumpumpe ein kontinuierlicher ölstrom durch den
Spalt (36) aufrechterhalten wird.
13. Vakuumpumpe nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet , daß das Volumen des die
Eintrittsöffnung überlagernden Öls so groß gewählt ist, daß einerseits eine Abdichtung
des Spaltes zwischen Kolben 8 und Zylinderwand 9 während des Schließvorganges sichergestellt
ist und andererseits die Pumpe kurz nach dem Abschalten belüftet wird.
14. Verfahren zum Betrieb einer Vakuumpumpe mit einem in Abhängigkeit vom Betriebszustand
der Pumpe arbeitenden Saugstutzenventil, insbesondere nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , daß die Ansteuerung des Saugstutzenventils über
den Druck in einem ölkreislauf der Vakuumpumpe erfolgt.
15. Verfahren zum Betrieb einer Vakuumpumpe mit einem in Abhängigkeit vom Betriebszustand
der Pumpe arbeitenden Saugstutzenventil, das ein mit dem Kolben einer Zylinder-Kolben-Einrichtung
verbundenes Verschlußelement aufweist, wobei zur Betätigung des Ventils dem Zylinder
ein Druckmittel zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet , daß dem Zylinder (22) zunächst
öl zum Zwecke der Abdichtung und danach Luft als Druckmittel zugeführt werden.