(19)
(11) EP 0 084 186 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
27.07.1983  Patentblatt  1983/30

(21) Anmeldenummer: 82200056.8

(22) Anmeldetag:  18.01.1982
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3F25C 3/04, B05B 7/04
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE FR GB IT LI SE

(71) Anmelder: Manhart, Michael
A-6764 Lech a/Arlberg (AT)

(72) Erfinder:
  • Manhart, Michael
    A-6764 Lech a/Arlberg (AT)

(74) Vertreter: Bovard, Fritz Albert et al
Bovard AG Patentanwälte VSP Optingenstrasse 16
CH-3000 Bern 25
CH-3000 Bern 25 (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Schneekanone


    (57) Schneekanone mit einer zentralen Druckluftzuleitung (1) und einer diese umgebenden und koaxial zu ihr angeordneten Durckwasserzuleitung, wobei die Druckluftzuleitung (1) in einen in Richtung der Druckluftzufuhr vorn durch ein durchbohrtes Abschlusssstück (8) begrenzten, als Vorentspannungsraum dienenden Innenraum eines Sprühkopfes (7) mündet, und das Abschlussstück (8) zum Zwecke der Energieersparnis mindestens drei zentralsymmetrisch angeordnete Austrittsmündungen (10) besitzt.




    Beschreibung


    [0001] Gegenstand vorliegender Erfindung ist eine Schneekanone mit einer zentralen Druckluftzuleitung und einer diese umgebenden und koaxial zu ihr angeordneten Druckwasserzuleitung, wobei die Druckluftzuleitung in einen in Richtung der Druckluftzufuhr vorn durch ein durchbohrtes Abschlussstück begrenzten, als Vorentspannungsraum dienenden Innenraum eines Sprühkopfes mündet.

    [0002] Die Wirkungsweise einer solchen Schneekanone ist im wesentlichen die, dass im Vorentspannungsraum eine sehr tiefe Temperatur entsteht, wobei sich im Luft-Wasser-Gemisch Kondensationskerne in Form von Eispartikeln bilden, um welche herum das Wasser teilweise bereits zu Schnee gefriert. Diese Kondensationskerne werden schliesslich durch eine einzige, zentrale Frontbohrung der Abschlussscheibe gemeinsam mit noch nicht gefrorenen Wasserpartikeln und nicht in den Vorgang der Schneeproduktion miteinbezogener Druckluft ausgestossen bzw. versprüht, wobei mit Hilfe der Kondensationskerne und der auf der Aussenseite der zentralen Bohrung der Abschlussscheibe zusätzlich entstehenden Entspannungskälte der Druckluft vor dieser zentralen Bohrung unter Einbezug der kühlen Umgebungsluft Schnee entsteht.

    [0003] Solche vorbekannten Schneekanonen besitzen nun zwei entscheidende Nachteile, für welche die Anordnung einer einzigen zentralen Durchbohrung der Abschlussscheibe kausal ist. So bewirkt diese, dass der Kern des geschlossenen Luftstromes an der Umsetzung zu Schnee mangels genügender Zerstäubung (bzw. Vermischung mit Wasser) überhaupt nicht teilnimmt. Dies hat, abgesehen von der ungenutzten kinetischen Energie des Luftstromes, bzw. von der nutzlosen Vergeudung des ihm innewohnenden Kältepotentials, einen übergrossen Lärm zur Folge, der die Einsatzmöglichkeit solcher Geräte entscheidend beschränkt. Die mangelnde bzw. ungenügende Vermischung von Luft und Wasser hat des weiteren zur Folge, dass der austretende Strahl von einem Mantel von Wassertropfen umgeben ist, der sich einfach als Wasser vor der Bohrung der Abschlussscheibe auf dem Boden niederschlägt. Auch hier wieder wird zur Beschleunigung des Wassers Energie aufgewendet, die letztendlich nicht in Schneeproduktion umsetzbar ist.

    [0004] Diese Vergeudung von Energie ist bei Schneekanonen umso schmerzlicher, als ohnehin erheblich Energie aufgebracht werden muss, um durch grosse Wurfweite das Kältepotential der Umgebungsluft möglichst zu aktivieren.

    [0005] Der vorliegenden Erfindung liegt demzufolge die Aufgabe zugrunde, durch einen vermehrten Miteinbezugder Aussenluft in den Vermischungs- und Kondensationsvorgang zu einer wesentlich günstigeren Energie-Ausnützung zu gelangen, und dies bei einem - verglichen mit demjenigen der bekannten Kanonen - wesentlich geringeren Lärmpegel.

    [0006] Dies wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass das Abschlussstück mindestens drei zentralsymmetrisch angeordnete Austrittsdüsen besitzt.

    [0007] In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes schaubildlich dargestellt, wobei zum besseren Verständnis der Sprühkopf von der Wasserzuleitung abgeschraubt und ein Stück von ihr entfernt dargestellt ist.

    [0008] Mit 1 ist die Druckluftzuleitung bezeichnet, wobei der sie durchsetzende Druckluftkanal 2.auf nicht weiter dargestellte Weise mit einer Druckluftquelle verbunden ist. Der Druckluftkanal 2 ist an seinem vorderen Ende durch einen Pfropfen 3 abgeschlossen. Dafür sind drei seitliche Düsenöffnungen 4 vorgesehen, welche mit dem Druckluftkanal 2 kommunizieren, und deren geometrische Achsen unter einem spitzen Winkel die geometrische Achse des Druckluftkanals 2 schneiden. Anschliessend an den Pfropfen 3 ist ein Kragen 5 vorgesehen, der senkrecht zur geometrischen Achse des Druckluftkanals 2 nach aussen absteht.

    [0009] Koaxial zur Druckluftzuleitung 1 ist der Aussenmantel 6 der Wasserzufuhr angeordnet, dessen Innengewinde 6a der Aufnahme des Aussengewindes 7a des Sprühkopfes 7 dient. Bei aufgeschraubtem Sprühkopf 7 wird durch dessen Innenwand sowie das Abschlussstück 8 ein Vorentspannungsraum 9 begrenzt, der über drei zentralsymmetrisch angeordnete, Austrittsdüsen bildende Durchbohrungen 10, von denen keine in der geometrischen Achse der Druckluftzuleitung 1 liegt, mit der Aussenluft kommuniziert. Anstelle der drei Austrittsdüsen 10 könnte grundsätzlich eine beliebige Mehrzahl von Durchbrechungen vorgesehen sein, von denen aber keine in der geometrischen Achse der Druckluftzuleitung liegen darf.

    [0010] Bei der Anordnung von 3 Austrittsdüsen gleichen Durchmessers und 3 gleichen Innendüsen beträgt der Durchmesser einer Austrittsdüse den 1- bis 3-fachen Durchmesser einer Innendüse. Sind mehr als 3 Austritts-und Innendüsen vorgesehen, so ist die Fläche eines Aussendüsenquerschnittes, multipliziert mit der Anzahl Aussendüsen und dividiert durch 3, gleich der Gesamtfläche der Querschnitte der Innendüsen, dividiert die Anzahl von Innendüsen.

    [0011] Von der bereits beschriebenen Wirkungsweise der bekannten Schneekanonen unterscheidet sich diejenige des dargestellten Ausführungsbeispiels des Erfindungsgegenstandes dadurch, dass durch die in bezug auf die geometrische Achse der Druckluftzuleitung versetzte Anordnung einer Mehrzahl von Durchbohrungen 10 des Abschlussstückes 8 eine wesentlich bessere Vermischung von Wasser und Luft ermöglicht wird, indem die Aussenluft, deren Heranziehung zur Schneeproduktion angestrebt wird, zwischen zwei Austrittsstrahlen mitgerissen wird und sich vergleichsweise nahe der Düse mit diesen Austrittsstrahlen vermischt.


    Ansprüche

    1. Schneekanone mit einer zentralen Druckluftzuleitung und einer diese umgebenden und koaxial zu ihr angeordneten Druckwasserzuleitung, wobei die Druckluftzuleitung in einen in Richtung der Druckluftzufuhr vorn durch ein durchbohrtes Abschlussstück begrenzten, als Vorentspannungsraum dienenden Innenraum eines Sprühkopfes mündet, dadurch gekennzeichnet, dass das Abschlussstück mindestens drei zentralsymmetrisch angeordnete Austrittsdüsen besitzt.
     
    2. Schneekanone nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass 3 Austrittsdüsen von gleichem Durchmesser sowie 3 gleiche Innendüsen vorgesehen sind.
     
    3. Schneekanone nach Patentanspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser einer Austrittsdüse dem 1- bis 3-fachen Durchmesser einer Innendüse entspricht.
     
    4. Schneekanone nach Patentanspruch 1 mit mehr als 3 Austritts- und Innendüsen, dadurch gekennzeichnet, dass die Fläche eines Aussendüsenquerschnittes, multipliziert mit der Anzahl Aussendüsen und dividiert durch 3, der Gesamtfläche der Querschnitte der Innendüsen, dividiert durch die Anzahl der Innendüsen, entspricht.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht