[0001] Die Erfindung betrifft eine Maschine für die Fertigbearbeitung von Werkstücken mit
kompliziertem Profil, vorzugsweise für das Polieren von Werkstücken mit kompliziertem
Profil, bestehend aus einer drehbaren Trommel, in welcher die Werkstücke bearbeitet
werden, und aus einer Einrichtung für die Zuführung und Entnahme der Werkstücke, zum
Beispiel ein Manipulator mit Greifern, wobei die Trommel einen Arbeitsbereich mit
der Form eines Torus aufweist, der von einem Boden und von zylindrischen, am Boden
befestigten Wänden umgeben ist.
[0002] Es ist eine Maschine für die Fertigbearbeitung von Werkstükken bekannt, die aus einer
drehbaren Trommel, in welcher die Werkstücke bearbeitet werden, und aus einer Einrichtung
für das Laden und Entladen besteht. Die Einrichtung für die Zuführung der Werkstücke
zur Trommel und ihre Entnahme nach der Bearbeitung ist als Manipulator mit Greifern
gebaut. Die Trommel, in der die Werkstücke bearbeitet werden, hat einen Arbeitsbereich
in Form eines Torus, der von einem Boden und von zylindrischen Wänden gebildet wird,
die am Boden befestigt sind. Im Arbeitsbereich wird eine Schleifmittelmischung eingeführt
(JP-C-46/10 399).
[0003] Ein Nachteil dieser bekannten Maschine liegt darin, daß bei dem Polieren von Werkstücken
mit kompliziertem Profil Kanten abgerundet werden, was unerwünscht ist.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Maschine für die Fertigbearbeitung
zu schaffen, zum Beispiel für das Polieren von Werkstücken mit kompliziertem Profil,
mit welcher alle Oberflächen gleichmäßig bearbeitet werden können.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Arbeitsbereich in Form
des Torus der Trommel von oben durch einen unbeweglichen Magnetkern abgeschlossen
ist und daß im Zentrum des Arbeitsbereiches eine elektromagnetische Spule und eine
starr am Magnetkern befestigte Scheibe angeordnet sind. Die zylindrischen Wände des
Arbeitsbereichs mit der Form eines Torus bestehen aus nichtferromagnetischem Werkstoff,
während der Boden, die Scheibe und die Achse aus ferromagnetischem Werkstoff hergestellt
sind. Der Boden der Trommel ist durch einen Flansch an der starren Achse gelagert.
[0006] Die Maschine für die Fertigbearbeitung von Werkstücken mit kompliziertem Profil kann
zum Beispiel sechs Arbeitsstationen aufweisen, die oberhalb des Arbeitsbereichs der
zentrifugalen Trommel angeordnet sind, die einen unteren, sich schnell drehenden Magnetpol
aufweist. Jede Arbeitsstation ist mit einem Elektromotor, Untersetzungsgetriebe und
einer Spindel versehen, an der ein Futter für das Einspannen des Werkstücks befestigt
ist. Das diskrete Drehen aller Arbeitsstationen, zusammen mit dem oberen Magnetkern
erfolgt durch einen separaten Elektromotor mit Untersetzungsgetriebe und Kettenzahngetrieben.
Ein zentraler Kontaktkollektor speist die Arbeitsstationen. In der ersten Arbeitsposition
wird die Arbeitsstation durch einen pneumatischen Zylinder gehoben, wobei die fertig
bearbeiteten Werkstücke entnommen und unbearbeitete eingesetzt werden können. Bei
allen übrigen Positionen sind die Arbeitsstationen in entsprechende öffnungen im oberen
Magnetkern abgesenkt.
[0007] Die Vorteile der Erfindung bestehen darin, daß die Qualität der bearbeiteten Werkstücke
ohne Änderungen ihrer geometrischen Form verbessert wird, wobei die Bearbeitung aller
Oberflächen gleichzeitig erfolgt.
[0008] Anhand der Zeichnung wird die Erfindung beispielsweise näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 das gesamte kinematische Schema der Maschine;
Fig. 2 einen Schnitt durch die zentrifugale Trommel;
Fig. 3 eine Seitenansicht einer Ausführungsvariante der Maschine und
Fig. 4 eine Draufsicht auf die Maschine von Fig. 3.
[0009] Die erfindungsgemäße Maschine für die Fertigbearbeitung von Werkstücken mit kompliziertem
Profil besteht aus einer Trommel 1, die über einen Riementrieb 2 von einem Elektromotor
3 angetrieben wird. Die Trommel 1 ist in einem Gehäuse 4 gelagert und hat einen Arbeitsbereich
5 mit der Form eines Torus, der von einem Boden 6 und zylindrischen Wänden 7 umgeben
und oben von einem unbeweglichen Magnetkern 8 abgeschlossen ist. Die Wände 7 sind
am Boden 6 befestigt. Im Zentrum des Arbeitsbereichs 5 befinden sich eine elektromagnetische
Spule 9 und eine Scheibe 10, die an einer starren Achse 11 angebracht sind, welche
an dem unbeweglichen Magnetkern 8 befestigt ist. Der Boden 6, die starre Achse 11
und die Scheibe 10 bestehen aus ferromagnetischem Werkstoff, während die zylindrischen
Wände 7 des torusförmigen Arbeitsbereichs 5 aus nichtferromagnetischem Werkstoff hergestellt
sind. Der Boden 6 der Trommel 1 ist mit einem Flansch 21 auf der starren Achse 11
gelagert.
[0010] Die Maschine kann mit mehreren Trommeln 1 ausgerüstet sein. Diese Trommeln 1 sind
kreisförmig angeordnet. Im Zentrum dieses Kreises ist eine Einrichtung für die Zuführung
und die Entnahme der Werkstücke angeordnet, zum Beispiel ein Manipulator mit Greifern
12. Die Greifer 12 des Manipulators können sich in senkrechter Richtung bewegen und
sich um ihre Achsen drehen. An den Greifern 12 des Manipulators sind Platten 13 mit
Lagern 14, sowie ein Mechanismus für einen Teilungsvorschub 15 und ein Fixiermechanismus
16 angebracht. An den Platten 13 sind Zangenvorrichtungen 17 für das Greifen der Werkstücke
montiert. Die Werkstücke werden an die Zangenvorrichtungen 17 durch eine Einrichtung
18 für orientierten Vorschub zugeführt, wobei sie nach Beendigung der Bearbeitung
von der Zangenvorrichtung 17 von einer Förder-Entlade-Einrichtung 19 mit einem Kontrollblock
20 entfernt werden. Die Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Maschine ist wie folgt:
Der torusförmige Arbeitsbereich 5 wird mit einer ferromagnetischen Schleifmittelmischung
gefüllt. Danach werden durch die Einrichtung 18 für den orientierten Vorschub 18 Werkstücke
zur Zangenvorrichtung 17 zugeführt. Durch Betätigung des Manipulators bewegen sich
seine Greifer aufwärts, wonach sie durch die Zangenvorrichtung 17 über den torusförmigen
Arbeitsbereich 5 der zentrifugalen Trommel 1 geschwenkt werden. Die Trommel 1 beginnt
sich zu drehen und die Greifer 12 des Manipulators bewegen sich zusammen mit den Zangenvorrichtungen
17 abwärts, bis die Werkstücke in der ferromagnetischen Schleifmittelmischung, die
den Arbeitsbereich 5 ausfüllt, eingetaucht werden. Dann wird die elektromagnetische
Spule 9 eingeschaltet, die ein magnetisches Feld mit entsprechender Orientierung erzeugt.
Die bearbeiteten Werkstücke werden gedreht, wobei das Polieren ihrer Oberflächen erfolgt.
[0011] Nach Beendigung der Bearbeitung bewegen sich die Greifer 12 des Manipulators wieder
aufwärts und drehen sich. Die Werkstücke gelangen dadurch in den Arbeitsbereich einer
anderen, analogen zentrifugalen Trommel 1, die sich in entgegengesetzter Richtung
dreht. Nach Beendigung der Bearbeitung befinden sich die Werkstücke über der Ausgangsposition.
Sie werden durch die Entnahmeeinrichtung 19 mit dem Kontrollblock 20 von den Zangenvorrichtungen
17 entfernt.
[0012] Die in Fig. 3 und 4 gezeigte Maschine hat sechs Arbeitsstationen 21 bis 26, die identische
selbständige Einheiten darstellen. Jede der Arbeitsstationen 21 bis 26 besitzt einen
separaten Elektromotor 38, der über ein Untersetzungsgetriebe eine Arbeitsspindel
32 antreibt, an der ein Dorn 33 mit einem Werkstück befestigt ist. Die einzelnen Arbeitsstationen
21 bis 26 haben je zwei Kugelführungen 36, die sich senkrecht entlang von Führungen
35 bewegen können.
[0013] Diese Bewegung wird durch pneumatische Zylinder 40 ausgeführt. Jeder Dorn 33 mit
Werkstück geht durch einen Verschluß 34 hindurch, der in einer entsprechenden Öffnung
im oberen Magnetkern 8 (Fig. 2) der zentrifugalen Trommel 27 eingesetzt ist und von
oben den Arbeitsbereich 31 abschließt. Das Magnetfeld im Arbeitsbereich 31 wird durch
eine elektromagnetische Spule 28 erzeugt. Die magnetische zentrifugale Trommel 27
wird durch einen Elektromotor 30 über eine Riemenscheibe 29 angetrieben.
[0014] Die sechs Arbeitsstationen 21 bis 26, zusammen mit den Kugelführungen 36 und den
Führungen 35 sind zwischen zwei Scheiben angeordnet, wobei die pneumatischen Zylinder
40 für eine senkrechte Bewegung oberhalb der oberen Scheibe 39 angeordnet sind.
[0015] Ein Elektromotor 43 treibt über eine Kupplung 44 ein Kettenzahngetriebe 45, ein Untersetzungsgetriebe
46 und ein zweites Kettengetriebe 47., 48 und eine Scheibe mit Nocken 42 an. Der Nocken
42 kann in radiale Einschnitte des Teilungsrads 41 (Malteserkreuzmechanismus) eindringen
und das ganze System schrittweise antreiben.
[0016] Die Druckluft für die pneumatischen Zylinder 40 wird durch eine Luftleitung 51 und
eine Verbindung 50 zugeführt und von einem pneumatischen Verteiler 37 verteilt.
[0017] Die Stromversorgung aller Elektromotore der Arbeitsstationen 21 bis 26 erfolgt über
einen Kontaktkollektor 49.
1. Maschine für die Fertigbearbeitung von Werkstücken mit kompliziertem Profil, bestehend
aus einer drehbaren Trommel, in welcher die Werkstücke bearbeitet werden, und aus
einer Einrichtung für die Zuführung und Entnahme der Werkstücke, zum Beispiel ein
Manipulator mit Greifern, wobei die Trommel einen Arbeitsbereich mit der Form eines
Torus aufweist, der von einem Boden und zylindrischen, am Boden befestigten Wänden
umgeben ist, dadurch gekennzeichnet , daß der torusförmige Arbeitsbereich (5) der
Trommel (1) oben durch einen unbeweglichen Magnetkern (8) abgeschlossen ist; daß sich
im Zentrum des torusförmigen Arbeitsbereichs (5) eine elektromagnetische Spule (9)
und eine Scheibe (10) befinden, die mit einer starren Achse (11) an dem Magnetkern
(8) befestigt sind, daß die zylindrischen Wände des torusförmigen Arbeitsbereichs
(5) aus nichtferromagnetischem Werkstoff bestehen und daß der Boden (6), die Achse
(11) und die Scheibe (10) aus ferromagnetischem Werkstoff hergestellt sind.
2. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß der Boden (6) der Trommel
(1) mit einem Flansch (21) an der starren Achse (11) gelagert ist.
3. Maschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet , .daß die Werkstücke an
Dornen (33) in Arbeitsstationen (21 bis 26) befestigt sind, durch pneumatische Zylinder
(40) und senkrecht bewegbar und durch Elektromotoren (38) und Untersetzungsgetriebe
drehbar sind.
4. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet , daß der obere
Magnetkern (8) der magnetischen zentrifugalen Trommel (27) zusammen mit den Arbeitsstationen
(21 bis 26) durch eine Scheibe mit Nocken (42) und Teilungsrad (41) schrittweise gedreht
wird, wobei die Arbeitsstationen sich in der unteren Stellung befinden, und nur in
der der ersten Arbeitsstation entsprechenden Position durch den pneumatischen Zylinder
(40) gehoben sind.