[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Entfernung des Niederschlagswassers von
der senkrechten Innenwand eines Schwimmdachtanks, bestehend aus einem oberhalb herkömmlicher
Ringspaltabdichtungen oder Wetterblechen federnd gegen die Tankwand gedrückten, ringförmigen
Abstreifelement.
[0002] Zur Vermeidung von Verdunstungsverlusten und der Ansammlung gefährlicher Dämpfe werden
leichtflüchtige, flüssige Raffinerieprodukte überwiegend in Schwimmdachtanks gelagert.
Der für die störungsfreie Vertikalbewegung des Schwimmdaches erforderliche Ringspalt
zwischen senkrechter Tankwand und Schwimmdach muß hierbei durch ein elastisches Dichtelement
verschlossen werden, welches in der Lage ist, betriebsbedingte Änderungen der Ringspaltbreite
sowie starke Unrundheiten und Beulen der Tankwand auszugleichen und das Entweichen
von Produktdämpfen bzw. das Eindringen von Niederschlagswasser möglichst weitgehend
zu verhindern. Üblicherweise werden heute Ringspaltabdichtungen an Schwimmdachtanks
in eine Primärdichtung und eine Sekundärdichtung unterteilt, wobei die dem Lagerprodukt
zugewendete Primärdichtung den Großteil der Produktdämpfe zurückhalten soll und die
gegen die Atmosphäre gerichtete Sekundärdichtung neben der Verbesserung der Gesamtabdichtwirkung
auch das Eindringen von Niederschlagswasser verhindern soll.
[0003] Während man jedoch bisher das Eindringen kleinerer Niederschlagsmengen in das Lagerprodukt
tolerierte, da sich der Großteil der Raffinerieprodukte und Wasser von Natur aus leicht
trennen lassen, ist man inzwischen an möglichst vollständiger Abschirmung gegen Niederschlagswasser
interessiert. Für eine Reihe heute wichtiger Lagerprodukte ist das Eindringen von
Niederschlagswasser produktschädlich. Daneben wird durch die wässrige Phase die Korrosion
im Tankbodenbereich verstärkt. Ein weiterer Nachteil besteht in den unvermeidlichen
Produktverlusten und dem Reinigungsaufwand bei Abtrennung des angesammelten Wassers.
[0004] Die bisher bekannten Sekundärdichtungen und Wetterschutzeinrichtungen sind dazu geeignet,
die direkt in den Ringspalt einfallenden Niederschläge abzuleiten. Der bei Schlagregen
die Tankinnenwand herunterlaufende Wasserfilm konnte mit diesen Mitteln jedoch nicht
wirkungsvoll entfernt werden.
[0005] Es ist allgemein bekannt, zur Ableitung der direkt in den Ringspalt zwischen Tankwand
und Schwimmdach einfallenden Niederschläge sogenannte Wetterbleche einzusetzen. Hierbei
wird am äußeren, oberen Rande des Schwimmdaches eine Vielzahl schmaler, sich schuppenartig
überlappender Bleche mit Steigung zur Tankwand hin befestigt, wobei die freien Enden
der Wetterbleche die Tankwand leicht berühren. Das gegen die Wetterbleche einfallende
Niederschlagswasser wird zum Schwimmdach hin abgeleitet (DE 23 20 066, DE 19 21 667).
Die Verwendung von Wetterblechen muß jedoch heute als technisch überholt angesehen
werden. Wetterbleche haben nur einen minimalen Einfluß bei der angestrebten Begrenzung
der Dampfemission. Das unter Schlagregen gegen die Tankinnenwand einfallende Niederschlagswasser
kann von den Wetterblechen nicht abgeleitet werden, zumal die gegen die Tankwand gerichteten
Enden der Wetterbleche meist abgerundet sind, damit die Wetterbleche bei Aufwärtsbewegung
des Schwimmdaches an der Tankwand nicht festhaken oder die Beschichtung der Tankinnenwand
beschädigen können.
[0006] Desweiteren sind Konstruktionen bekannt, die von vorgenannten Wetterblechen (US 4.116.358),
oder schmalen Federschenkeln (DE 23 58 636) als Stütze ausgehen und mit Hilfe einer
oberhalb oder unterhalb der Wetterbleche oder Federschenkel die gesamte Ringspaltbreite
endlos verschließenden Dichtungsschürze und einer an den Enden der Wetterbleche oder
Federschenkel befestigten, endlosen Profildichtüng eine echte Sekundärdichtung mit
guter Emissionsminderung und Ableitung der in den Ringspalt einfallenden Niederschläge
darstellen. Der bei Schlaqregen entstehende Wasserfilm an der Tankwand kann aber durch
diese Konstruktionen ebenfalls nicht wirkungsvoll entfernt werden.
[0007] Weiterhin sind Konstruktionen bekannt, bei denen eine dickwandige Gummischürze mit
eingearbeiteten Blattfedern als endlose Manchette den Ringspalt unter elastischer
Durchbiegung überspannt (DE 28 32 978): Als nachteilig zeigte sich, daß diese Manchette
bei Aufwärtsbewegung des Schwimmdaches umstülpen kann und in diesem Zustand keine
abstreifende Wirkung für das die Tankwand herunterlaufende Niederschlagswasser besitzt.
[0008] Es zeigte sich, daß die wasserabstreifende Wirkung der durch Formanpassung und Anpreßdruck
wirkenden Sekundärdichtungen bedingt durch feine Unebenheiten und den Rostbelag an
der Tankwand sowie durch die Kohäsion und Kapillarwirkung des Wasserfilmes, begrenzt
ist.
[0009] Der Erfindung lag daher die Aufgabe zugrunde, ein wasserabstreifendes Element zu
entwickeln, welches in der Lage ist, den an einer senkrechten Tankwand herunterlaufenden
Wasserfilm zu unterbrechen, das Wasser an sich zu ziehen und an geeigneter Stelle
abzuführen. Dieses Element sollte oberhalb bekannter Sekundärdichtungen oder Wetterblechen
angebracht werden können. Im Idealfall sollte das wasserabstreifende Element ausreichend
elastisch und von der Produktseite her dampfdicht sein, sodaß es neben der sicheren
Entfernung des Wasserfilmes auch die Funktion eines Dichtkörpers zur Begrenzung der
Dampfemissionen erfüllen kann.
[0010] Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß ein oberhalb herkömmlicher
Ringspaltabdichtungen oder Wetterblechen federnd gegen die Tankwand gedrücktes, ringförmiges
Abstreifelement aus einer geschichteten Packung elastischer Materialien besteht, welche
in vertikaler Richtung abwechselnd aus wasseraufnehmenden und -durchlässigen Schichten
und aus wasserundurchlässigen Schichten aufgebaut ist, wobei die obere und untere
Deckschicht aus wasserundurchlässigen Schichten bestehen und die gesamte Packung im
Querschnitt einen Rhomboid bildet, sodaß bei Andrücken an die Tankwand die einzelnen
Schichten im spitzen Winkel gegen die Tankwand gerichtet sind und jede einzelne Schicht
mit ihrer Stirnseite vollen Kontakt zur Tankwand bekommt, und daß weiterhin die aus
Einzelstücken zu einem geschlossenen Ring aneinandergesetzte Abstreiferpackung in
kurzen Aufnahmeprofilstücken gehalten und durch eine Vielzahl einzeln wirkender Federelemente
gegen die Tankwand gedrückt wird, wobei die senkrechten Stege der Aufnahmeprofilstücke
perforiert sind, sodaß das aufgenommene Wasser hier abfließen kann.
[0011] Die wasserdurchlässigen Schichten bestehen aus Materialien mit filz-, vlies- oder
faserartiger oder sonstwie saugfähiger und wasserdurchlässiger Struktur. Hierfür eignen
sich beispielsweise Nadelfilz oder Nadelvlies aus korrosions-, witterungs- und fäulnisbeständigen
Kunststoffen.
[0012] Die wasserundurchlässigen Schichten werden vorteilhafterweise durch Aufbringen einer
Gummierung oder einer elastischen Kunststoffmasse zwischen den wasserdurchlässigen
Schichten hergestellt. Hierdurch erhält die gesamte Packung die erforderliche Festigkeit
und Elastizität.
[0013] Deckseite und Unterseite der Packung werden ebenfalls aus wasserundurchlässigen Schichten
gebildet, wobei die Unterseite eine besonders dicke Gummierung oder Beschichtung erhält,
sodaß die gesamte Packung von unten her dampfdicht ist.
[0014] Die aus Einzelstücken zu einem geschlossenen Ring aneinandergesetzte Abstreiferpackung
wird vorteilhafterweise in kurzen Aufnahmeprofilstücken gehalten und durch eine Vielzahl
einzeln wirkender Federelemente gegen die Tankwand gedrückt. Die Aufnahmeprofilstücke
sind an ihren senkrechten Stegen perforiert, sodaß das aufgenommene Wasser hier abfließen
kann.
[0015] Der die Tankinnenwand herunterlaufende Wasserfilm wird zunächst von der Abstreiferpackung
zerteilt. Ein Teil des Wassers wird über die obere Deckschicht der Packung direkt
von der Wand abgeführt. Die restliche Wassermenge dringt in die wasserdurchlässigen
Schichten der Packung ein, wird durch die wasserundurchlässigen Schichten zwangsweise
von der Tankwand weggeführt und tritt an der Perforation der Aufnahmeprofilstücke
aus. Die unterhalb der Abstreiferpackung angeordneten Wetterbleche bzw. die Dichtungsschürze
der Sekundärdichtung leiten das Wasser zum Schwimmdach hin ab.
[0016] Anzahl der Schichten und Gesamtdicke der Abstreiferpakkung sind so zu bemessen, daß
selbst bei extremen Niederschlagsmengen die unterste, wasserdurchlässige Schicht nur
noch geringe-Wassermengen abführen muß. Durch Zwischenschaltung der wasserundurchlässigen
Schichten wird erreicht, daß die jeweils darunterliegende wasserdurchlässige Schicht
von oben her nicht befeuchtet werden kann und somit ihre volle wasseraufnehmende Wirkung
behält.
[0017] Die erfindungsgemäß beschriebene Abstreiferpackung für Ringspaltabdichtungen an Schwimmdachtanks
bietet folgende Vorteile:
- Wirkungsvolle Entfernung des Wasserfilmes von der Tankinnenwand und damit Verhinderung
des Wassereintrages in den Tank,
- Reduzierung der Produkt-Emission,
- Schutz der Tankinnenbeschichtung vor Beschädigung durch Wetterbleche,
- Schutz gegen Verschleiß der Wetterbleche durch Reibung an der Tankwand.
[0018] Weitere Einzelheiten werden nachfolgend anhand der zeichnerischen Darstellung von
Ausführungsbeispielen erläutert.
[0019] In Fig. 1 ist die Wirkungsweise der erfindungsgemäß beschriebenen Abstreiferpackung
dargestellt. Die allgemein mit der Bezugszahl 2 bezeichnete Abstreiferpackung wird
durch eine nicht dargestellte Andrückvorrichtung gegen die Tankwand 1 gedrückt. Durch
die rhomboide Querschnittsform sind die einzelnen Schichten der Packung unter einem
spitzen Winkel gegen die Tankwand gerichtet. Die wasserdurchlässigen Schichten 3 bestehen
aus Kunststoff-Nadelfilz, die wasserundurchlässigen Schichten 4 sind durch Auftrag
einer gummielastischen Kunststoffmasse hergestellt. Der die Tankwand 1 herunterlaufende
Wasserfilm 6 wird bei Auftreffen auf die Abstreiferpackung 2 zerteilt. Ein Teil des
Wassers wird bereits durch die obere Deckschicht der Packung von der Tankwand abgelenkt.
Der Rest des Wasserfilms gelangt in den Spalt zwischen Tankwand und
Abstreiferpackung. Durch Unterbrechung des Wasserfilmes und Angebot einer großen, benetzbaren
Oberfläche saugen die wasserdurchlässigen Schichten 3 den restlichen Wasserfilm stufenweise
von der Tankwand. Die wasserundurchlässigen Schichten 4 verhindern hierbei die gegenseitige
Befeuchtung der wasseraufnehmenden Schichten, sodaß die jeweils darunterliegende Schicht
ihre volle Saugwirkung behält und andererseits das in den einzelnen Schichten aufgenommene
Wasser zwangsweise zur Rückseite der Abstreiferpackung abgeleitet wird. Die untere
Deckschicht 5 der Abstreiferpackung ist besonders dick ausgebildet und wirkt gleichzeitig
als Dichtelement zur Begrenzung der Produktemission.
[0020] Fig. 2 zeigt eine perspektivische Schnittansicht einer Sekundärdichtung an einem
Schwimmdachtank mit der erfindungsgemäß beschriebenen Abstreiferpackung als äußeres
Kontaktelement zur Tankwand, welche gleichzeitig die Funktion einer Profildichtung
erfüllt. Vergleichbare Bauteile sind mit den für Fig. 1 verwendeten Bezugszahlen bezeichnet,
die jedoch mit einem Indexstrich versehen sind.
[0021] Die Abstreiferpackung 2' sitzt kraftschlüssig in kurzen, C-förmigen Aufnahmeprofilstücken
7, die durch schmale Federbänder 9 gegen die Tankwand gedrückt werden. Mit der unteren
Deckschicht 5 der Abstreiferpackung 2'ist die Sekundär-Dichtungsschürze 10 durchgehend
fest verbunden, welche den gesamten Ringspalt 11 überspannt und gemeinsam mit den
Federbändern 9 am äußeren, oberen Rande des Schwimmdaches 12 befestigt. Die C-förmigen
Aufnahmeprofilstücke 7 sind an ihren senkrechten Stegen perforiert 8, sodaß das von
der Tankwand aufgenommene Wasser hier austreten kann und oberhalb der Sekundär-Dichtungsschürze
10 zum Schwimmdach hin abgeleitet wird.
[0022] In Fig. 3 ist die erfindungsgemäß beschriebene Abstreiferpackung in Verbindung mit
herkömmlichen Wetterblechen dargestellt. Die Abstreiferpackung 2" ist mit Hilfe
Z-förmiger
Aufnahmeprofilstücken 7" am oberen Ende der Wetterbleche 9" befestigt und ist in spitzem
Winkel gegen die Tankwand l" gerichtet. Das an der Perforation 8" der Z-förmigen Aufnahmeprofilstücke
7" austretende Wasser wird über die Wetterbleche 9" zum Schwimmdach 12" hin abgeführt.
1. Vorrichtung zur Entfernung des Niederschlagswassers von der senkrechten Innenwand
eines Schwimmdachtanks, bestehend aus einem oberhalb von Ringspaltabdichtungen oder
Wetterblechen federnd gegen die Tankwand gedrückten, ringförmigen Abstreifelement,
dadurch gekennzeichnet, daß das Abstreifelement (2) aus einer geschichteten Pakkung
elastischer Materialien besteht, welche in vertikaler Richtung abwechselnd aus wasseraufnehmenden
und -durchlässigen Schichten (3) und aus wasserundurchlässigen Schichten (4) aufgebaut
ist, wobei die obere und die untere Deckschicht aus wasserundurchlässigen Schichten
bestehen und die gesamte Packung im Querschnitt einen Rhomboid bildet, sodaß bei Andrücken
an die Tankwand (1) die einzelnen Schichten (3, 4) im spitzen Winkel gegen die Tankwand
gerichtet sind und jede einzelne Schicht mit ihrer Stirnseite vollen Kontakt zur Tankwand
bekommt, und daß weiterhin die aus Einzelstücken zu einem geschlossenen Ring aneinandergesetzte
Abstreiferpackung in kurzen Aufnahmeprofilstücken (7) gehalten und durch eine Vielzahl
einzeln wirkender Federelemente (9) gegen die Tankwand gedrückt wird, wobei die senkrechten
Stege der Aufnahmeprofilstücke perforiert (8) sind, sodaß das aufgenommene Wasser
hier abfließen kann.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die wasserdurchlässigen
Schichten (3) aus korrosions-, witterungs- und fäulnisbeständigen Kunststoffen mit
filz-, vlies- oder faserartiger oder sonstwie saugfähiger und wasserdurchlässiger
Struktur bestehen.
3. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die wasserundurchlässigen
Schichten (4) durch Aufbringen einer Gummierung oder einer elastischen Kunststoffmasse
zwischen den wasserdurchlässigen Schichten (3) hergestellt worden sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die untere
Deckschicht (5) der Abstreiferpackung (2) aus einer besonders dicken Gummierung oder
elastischen Kunststoffbeschichtung besteht, sodaß das Abstreifelement von unten her
dampfdicht ist.