| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 084 840 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
02.01.1986 Patentblatt 1986/01 |
| (22) |
Anmeldetag: 18.01.1983 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC)4: G21F 5/00 |
|
| (54) |
Verfahren zum Verschliessen von radioaktive Stoffe aufnehmenden Behältern
Method of closing a container receiving radioactive materials
Procédé pour fermer un récipient contenant des substances radio-actives
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
BE CH DE FR GB LI SE |
| (30) |
Priorität: |
22.01.1982 DE 3201884
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
03.08.1983 Patentblatt 1983/31 |
| (71) |
Anmelder: |
|
- Deutsche Gesellschaft
für Wiederaufarbeitung
von Kernbrennstoffen mbH
30014 Hannover (DE)
- Nukem GmbH
D-63434 Hanau (DE)
|
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Wemheuer, Jürgen, Dipl.-Ing.
D-3000 Hannover (DE)
|
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum dichten Verschließen eines keramischen Behälters
zur Langzeitlagerung von abgebrannten Kernreaktorbrennelementen oder anderen radioaktiven
Stoffen mit einem einseitig offenen Behältergrundkörper und einem Verschlußdeckel.
[0002] Für die Langzeitlagerung bzw. direkte Endlagerung abgebrannter Kernbrennstoffe werden
neben metallischen Behältern auch keramische Behälter vorgeschlagen. Diese keramischen
Behälter weisen sowohl die erforderliche Standfestigkeit als auch die chemische Beständigkeit
über den erforderlichen langen Zeitraum auf.
[0003] Ein derartiger Behälter ist aus der FR-A-2 375 696 bekannt. Behältergrundkörper und
Verschlußdeckel dieses aus keramischem Werkstoff bestehenden Behälters werden unter
hohem Druck in der Heißen Zelle nach dem Beladen mit Kernreaktorbrennelementen durch
Sintern dicht verbunden. Das Ausüben von Verfahren in der Heißen Zelle, die hohe Drücke
erfordern, ist in den heißen Zellen der Kerntechnik nicht erwünscht.
[0004] Nach einem nicht veröffentlichten technischen Vorschlag wird der Behältergrundkörper
vor dem Beladen mit den Kernreaktorbrennelementen mit Metallankern versehen, die nach
dem Beladen zum Festklammern bzw. Aufschrauben des Verschlußdeckels dienen. Dieses
Verschließen solcher Behälter ist nicht so dicht wie das Zusammensintern von Behältergrundkörper
und Verschlußdeckel.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum dichten Verschließen
eines keramischen Behälters zur Langzeitlagerung von abgebrannten Kernbrennstoff zu
schaffen, das sich durch eine gute und dichte Verbindung zwischen Verschlußdeckel
und Behältergrundkörper auszeichnet.
[0006] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Verschlußdeckel und der
Behältergrundkörper mit einem metallischen Lot verbunden werden.
[0007] Es hat sich gezeigt, daß mit dem erfindungsgemäßen Verfahren eine gute Verbindung
zwischen Behältergrundkörper und Verschlußdeckel geschaffen wird. Aufgrund des erfindungsgemäßen
Verfahrens ist eine einfache Handhabungstechnik bei dem Verschließen der Behälter
in einer Heißen Zelle möglich.
[0008] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung wird durch die im Kennzeichen des Anspruches
2 genannten Merkmale aufgezeigt. Die Lotformteile werden in jeweils geeigneter Form
zwischen die Fügeflächen gelegt. Durch die geeignete Heizvorrichtung wird soweit aufgeheizt,
bis sich im Bereich der Fügeflächen das metallische Lot ausbreitet, wobei zwischen
den Lötpartnern Bindekräfte wirksam werden. Dieses vorgeschlagene Verfahren ist besonders
dafür geeignet, das metallische Lot erst in der Heißen Zelle nach dem Beladen mit
den Kernbrennstoffen aufzulegen.
[0009] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung wird durch die im Anspruch
3 aufgeführten Merkmale gekennzeichnet. Die Fügeflächen werden bereits außerhalb der
Heißen Zelle mit dem metallischen Lot vorbeschichtet. Während des Vorganges des Verschließens
in der Heißen Zelle ist nur ein kurzzeitiges Aufschmelzen des Lotes notwendig. Der
Grundwerkstoff von Behältergrundkörper und Verschlußdeckel bracht nicht mehr auf Löttemperatur
aufgeheizt zu werden. Dieses relativ einfache Aufschmelzen der Lötbeschichtung läßt
sich durch eine einfache induktive Erwärmung erreichen. Die Erfindung betrifft auch
einen Behälter zur Langzeitlagerung von abgebrannten Kernreaktorbrennelementen gemäß
Anspruch 4.
[0010] Anhand der Zeichnung wird nachstehend ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher
erläutert.
[0011] Der in der Zeichnung dargestellte keramische Behälter weist einen Behältergrundkörper
1 auf, der zylindrisch ausgebildet und einseitig offen ist. Weiter weist der Behälter
einen Verschlußdeckel 2 auf. Verschlußdeckel 2 und Behältergrundkörper 1 liegen unter
Einschluß eines ringförmigen Formteiles 3 aus metallischem Lot aufeinander. Die Fügeflächen
von dem Verschlußdeckel 2 und dem Behältergrundkörper 1 sind stufenförmig ausgebildet.
Das metallische Lotformteil 3 ist diesen Stufen entsprechend verformt.
[0012] Die Beladung des Behälters mit abgebrannten Kernbrennstoffen wird in einem abgeschirmten
Raum, einer sogenannten « Heißen Zelle », mittels Fernbedienung vorgenommen. Wenn
der Behältergrundkörper 1 mit den abgebrannten Kernbrennstoffen beladen ist, wird
das ringförmige Lotformteil 3 auf die Fügeflächen des Behältergrundkörpers 1 aufgelegt.
Anschließend wird der mit seiner Fügefläche entsprechend geformte Verschlußdeckel
2 auf den Behältergrundkörper 1 und damit auf das ringförmige Lotformteil 3 aufgesetzt.
[0013] Durch eine geeignete Heizvorrichtung werden das Lotformteil 3 sowie der Behältergrundkörper
1 und der Verschlußdeckel 2 im Bereich der Fügeflächen soweit aufgeheizt, bis das
Lot schmilzt und die Fügeflächen benetzt. Zwischen den Lötpartnern werden Bindekräfte
wirksam.
[0014] Der Behältergrundkörper und der Verschlußdeckel bestanden aus A1
20
3. Als metallisches Lot wurde TiPd-Lot verwendet, weil Titan eine hohe Affinität zu
Sauerstoff hat.
1. Verfahren zum dichten Verschließen eines keramischen Behälters zur Langzeitlagerung
von abgebrannten Kernreaktorbrennelementen oder anderen radioaktiven Stoffen mit einem
einseitig offenen Behältergrundkörper und einem Verschlußdeckel, dadurch gekennzeichnet,
daß der Verschlußdeckel und der Behältergrundkörper mit einem metallischen Lot verbunden
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen die Fügeflächen
von Verschlußdeckel und Behältergrundkörper ein oder mehrere Lotformteile gelegt werden,
daß durch eine geeignete Heizvorrichtung Lotformkörper, Behältergrundkörper und Verschlußdeckel
im Bereich der Fügeflächen soweit aufgeheizt werden, bis das Lot die Fügeflächen benetzt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fügeflächen von Behältergrundkörper
und Verschlußdeckel mit dem metallischen Lot vorbeschichtet werden, daß nach dem Beladen
des Behältergrundkörpers mit den radioaktiven Stoffen der Verschlußdeckel auf den
Behältergrundkörper gesetzt wird und daß ein kurzzeitiges Aufschmelzen der Lotbeschichtungen
vorgenommen wird.
4. Behälter zur Langzeitlagerung von abgebrannten Kernreaktorbrennetementen oder anderen
radioaktiven Stoffen, der aus einem einseitig offenen Behältergrundkörper und einem
Verschlußdeckel besteht, wobei Behältergrundkörper und Verschlußdeckel aus einem keramischen
Werkstoff bestehen, dadurch gekennzeichnet, daß der Behältergrundkörper (1) und der
Verschlußdeckel (2) durch eine metallische Lotschicht (3) miteinander verbunden sind.
1. A method of sealing tight a ceramic container for long-term storage of burnt-out-nuclear-reactor
fuel elements or other radioactive materials with a basic container body open on one
side and a sealing cover, characterized in that the sealing cover and the basic container
body are joined together with metallic solder.
2. A method according to claim 1, characterized in that one or more solder preforms
are disposed between the surfaces of the joints between the sealing cover and the
basic container body, and that the solder preforms, the basic container body and the
sealing cover are heated, using an appropriate heating device, in the area around
the surfaces of the joints until the solder moistens the surfaces of the joints.
3. A method according to claim 1, characterized in that the surfaces of the joints
between the basic container body and the sealing cover are precoated with the metallic
solder, that after the basic container body has been loaded with the radioactive materials
the sealing cover is placed on the basic container body and that the solder coatings
are subjected to brief reflow- soldering.
4. Container for long-term storage of burnt-out nuclear-reactor fuel elements or other
radioactive materials, comprising a basic container body, open on one side, and a
sealing cover, the basic container body and the sealing cover comprising a ceramic
material, characterized in that the basic container body (1) and the sealing cover
(2) are joined together by means of a layer of metallic solder (3).
1. Procédé pour fermer de façon étanche un récipient céramique utilisé pour le stockage
de longue durée d'éléments épuisés de combustible nucléaire ou d'autres substances
radioactives comportant un corps de base ouvert d'un côté et un couvercle de fermeture,
caractérisé par le fait qu'on réunit le couvercle de fermeture et le corps de base
du récipient par une soudure métallique.
2. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé par le fait qu'on applique une
ou plusieurs pièces de soudure conformées entre les surfaces de jonction du couvercle
de fermeture et du corps de base du récipient et qu'on chauffe, à l'aide d'un dispositif
de chauffage approprié, la pièce de soudure conformée, le corps de base du récipient
et le couvercle de fermeture dans la zone des surfaces de jonction jusqu'à ce que
la soudure mouille les surfaces de jonction.
3. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé par le fait qu'on couvre préalablement
les surfaces de jonction de fermeture avec la soudure métallique, qu'après le chargement
des substances radioactives dans le corps de base du récipient, on appose le couvercle
de fermeture sur ce corps de base et qu'on réalise une fusion de brève durée des revêtements
en soudure.
4. Récipient destiné au stockage de longue durée d'éléments épuisés de combustibles
nucléaires ou d'autres substances radioactives et qui est constitué par un corps de
base ouvert d'un côté et par un couvercle de fermeture, le corps de base du récipient
et le couvercle de fermeture étant constitués en un matériau céramique, caractérisé
par le fait que le corps de base (1) du récipient et le couvercle de fermeture (2)
sont réunis entre eux par une couche de soudure métallique (3).
